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Letzte Änderung für Artikel Marienborn: 07.01.2006 23:06

Marienborn

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Wappen Karte
Wappen fehlt Lage der Gemeinde Marienborn in Deutschland
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis : Bördekreis
Geografische Lage : 52° 12' n. Br.</br>11° 07' ö. L.
Höhe : 154 m ĂŒ. NN
FlĂ€che : 9,98 kmÂČ
Einwohner : 512 (31. Dezember 2004)
Bevölkerungsdichte : 51 Einwohner je kmÂČ
Postleitzahl : 39387
Vorwahl : 039401
Kfz-Kennzeichen : BÖ
GemeindeschlĂŒssel : 15 3 55 037
Anschrift der
Verwaltung:
Zimmermannplatz 2
39365 Eilsleben
BĂŒrgermeister : Frank Frenkel

Marienborn ist eine Gemeinde im Nordwesten des Bördekreises in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Obere Aller an, die ihren Sitz in der Gemeinde Eilsleben hat.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Gemeinde Marienborn liegt auf einem Höhenzug, der sich in sĂŒdlicher Fortsetzung des Lappwaldes ĂŒber das Hohe Holz bis Oschersleben (Bode) hinzieht. Östlich von Marienborn fĂ€llt das Gebiet zum oberen Allertal, westlich zur Schöninger Aue ab. Nahe Marienborn erreicht der Rodenberg 207 m ĂŒ. NN , die Fuchsberge 202 m ĂŒ. NN. Die niedersĂ€chsische Stadt Helmstedt ist 8 km, Haldensleben ca. 27 km entfernt. Im Norden grenzt die Gemarkung Marienborn an den Ohrekreis - im Westen aber nicht an Niedersachsen, was der Name des ehemaligen Grenzortes vermuten lĂ€sst (dazwischen liegen die Gemarkungen Harbke und Morsleben).

Legende

Marienquelle Marienborn

Marienborn zĂ€hlt zu den historisch Ă€ltesten Wallfahrtsorten innerhalb Deutschlands. Hier erschien um das Jahr 1000 (zu einer Zeit, zu der schon wichtige Handelswege wie der "Bierweg" durch das "Mordthal" fĂŒhrten) einem frommen Hirten die Jungfrau Maria . Dort, wo eine Marienstatue vom Himmel gefallen sein soll und nach der Überlieferung ein Hospital und Armenasyl gegrĂŒndet wurden, entsprang am Ende des 12. Jahrhunderts ein Quell ("Marienborn") mit heilender Wirkung.

Geschichte

Zum historischen Umfeld Marienborns zĂ€hlen prĂ€historische HĂŒgelgrĂ€ber , Opfersteine und KultstĂ€tten wie der "Teufelsgrund' und die "RĂ€uberhauptmanns-Höhle" (RĂ€uberhauptmann Rose).

Zu den SchĂ€tzen des Ortes gehört die uralte Klosterkirche (um 1200) mit Kreuzgang (erbaut im 15. Jahrhundert ) und geschnitzten und vergoldeten FlĂŒgelaltaren, das Pfarrhaus, die an einen römischen Tempel erinnernde Orangerie und die Brunnenkapelle, vom braunschweigischen Hofbaumeister Peter Joseph Krahe (1758 -1840) auf alten Fundamenten errichtet. Historische Verbindungslinien weisen auch auf das Kloster Marienberg bei Helmstedt. Im schroffem Kontrast befinden sich die Ruinen und geborstenen DĂ€cher des weitlĂ€ufigen ehemaligen Kloster- und Rittergutes , in 40 Jahren heruntergekommen als Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG).

DDR - Grenzkontrollpunkt

Der alte GrenzĂŒbergang im April 2004
Der alte GrenzĂŒbergang im April 2004

Als im Sommer 1945 die innerdeutsche Grenze entstand, richteten die alliierten SiegermĂ€chte den Grenzkontrollpunkt Marienborn-Helmstedt ein. Die DDR baute die GrenzĂŒbergangsstelle (GÜST) Anfang der 70er Jahre fĂŒr rund 70 Millionen Ost-Mark zu einer Festung an der Transitstrecke zwischen der Bundesrepublik und Westberlin aus. Zuletzt versahen auf dem mit 35 Hektar grĂ¶ĂŸten europĂ€ischen GrenzĂŒbergang 1000 DDR-Grenzbeamte, Zöllner, Stasimitarbeiter und Zivilangestellte ihren Dienst. Sie fertigten von 1984 bis 1989 rund 10,5 Millionen Personenwagen und MotorrĂ€der, 4,9 Millionen Lastwagen und 140.000 Busse ab - zusammen 34,6 Millionen Reisende. Die meisten Ostdeutschen bekamen den Übergang erst nach Maueröffnung zu sehen. Mit der Wirtschafts- und WĂ€hrungsunion zum 1. Juli 1990 verlor die GÜST endgĂŒltig ihre Funktion.

Auf dem Gebiet der GÜST errichtete das Land Sachsen-Anhalt die GedenkstĂ€tte "Deutsche Teilung". KernstĂŒck der GedenkstĂ€tte ist das StabsgebĂ€ude, in dem frĂŒher die zur Stasi gehörende "Passkontrolleinheit" saß. Heute befindet sich hier ein Dokumentationszentrum. In der Dauerausstellung geht es um Ursachen fĂŒr die deutsche Teilung , um die Ausbildung der DDR-Grenzsoldaten, Fluchtversuche, den systematischen Ausbau und schließlich Abbau von Mauer und Stacheldraht.

Alle AbfertigungsgebĂ€ude wurden grĂ¶ĂŸer als nötig gebaut, um die Reisenden einzuschĂŒchtern, die Stasi nannte das operative Psychologie. Als Blickfang gilt ein graues, ĂŒberdachtes Terminal mit KontrollhĂ€uschen (siehe Bild), in denen Stasi-Mitarbeiter jeden Pass fotografierten und registrierten. Erneuert wurde auch ein 60 Meter langes Transportband aus Gummi, auf dem die PĂ€sse zur eigentlichen Kontrolle befördert wurden. Erhalten ist auch eine Kontrollbox, in der der DDR-Zoll westdeutsche Fahrzeuge bei der Ausreise nach verbotenen Waren oder versteckten DDR-FlĂŒchtlingen durchsuchte, selbst SĂ€rge wurden geöffnet. Vom „FĂŒhrungsturm" aus hatten die Verantwortlichen des Bollwerks einen Überblick ĂŒber das Areal.

GedenkstÀtte heute

Das Land Sachsen-Anhalt ist TrĂ€ger der GedenkstĂ€tte . So ist dafĂŒr gesorgt, dass nach der Maueröffnung das DDR- Grenzregime an der Autobahn A2 gegenwĂ€rtig ist, wĂ€hrend anderswo in Deutschland kaum noch Zeugnisse der Trennung zu sehen sind.

Marienborn, frĂŒher weltweit bekanntes Symbol der Teilung Europas, wandelt sich vom Bollwerk zu einem Ort des Gedenkens, des politischen Lernens, der Begegnung. Teile davon werden derzeit originalgetreu wieder aufgebaut: In KĂŒrze soll die Sanierung abgeschlossen und der Urzustand von 1989 wiederhergestellt sein.

Empfehlung: eine Rundtour (Fahrrad; 18 km, 90 Min) Harbke - GedenkstÀtte Deutsche Teilung - Marienborn (Ort und WallfahrtsstÀtte) - Harbke; teilweise auf befestigten Waldwegen.

Weblinks

Wikipedia

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