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Letzte Änderung für Artikel Lutherstadt Wittenberg: 19.02.2006 15:21

Lutherstadt Wittenberg

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Wappen Karte
Lutherstadt Wittenberg Deutschlandkarte, Position von Lutherstadt Wittenberg hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis : Wittenberg
Geografische Lage :
Koordinaten: 51° 52′ N, 12° 39′ O
51° 52′ N, 12° 39′ O
Höhe : 67 m ü. NN
Fläche : 128,93 km²
Einwohner : 46.837 (30. Juni 2005)
Bevölkerungsdichte : 364 Einwohner je km²
Postleitzahl : 06886
Vorwahl : 03491
Kfz-Kennzeichen : WB
GemeindeschlĂĽssel : 15 1 71 077
Adresse der
Stadtverwaltung:
LutherstraĂźe 56
06886 Wittenberg
Website: www.wittenberg.de
E-Mail-Adresse: E-Mail
Politik
OberbĂĽrgermeister : Eckhard Naumann ( SPD )
Die Altstadt der Lutherstadt Wittenberg
Die Altstadt der Lutherstadt Wittenberg

Die Lutherstadt Wittenberg ist Kreisstadt des Landkreises Wittenberg im östlichen Teil des deutschen Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Herausragende Bedeutung erlangte Wittenberg als eines der wichtigsten deutschen Zentren politischer, kulturgeschichtlicher und künstlerischer Bestrebungen im 16. Jahrhundert. Die weltberühmten Reformationsstätten in der Altstadt und in verschiedenen Epochen entstandene Gebäude bilden das architektonisch reichhaltige Bild der Stadt. Die Wirkungsstätten Martin Luthers , Philipp Melanchthons und Lucas Cranachs werden bereits seit Jahrhunderten von internationalen Gästen aufgesucht. Das Lutherhaus, das Melanchthonhaus, die Stadt- und Schlosskirche sind als Luthergedenkstätten seit 1996 Teil des Weltkulturerbes der UNESCO . Wittenberg war Hauptstadt des sächsischen Kurkreises und einst herzogliche und kurfürstliche Residenz Sachsens.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

von Anfang bis 1200

Ausgrabungsfunde aus verschiedenen Epochen der Menschheitsgeschichte auf dem Territorium der Lutherstadt Wittenberg lassen bereits eine frühzeitliche Besiedlung des Stadtgebietes vor zirka 10.000 Jahren erkennen. Mit dem 10. Jahrhundert beginnt auch für Wittenberg die Zeit, in der geschichtliche Erkenntnisse aus Chroniken, Urkunden und anderen schriftlichen Darstellungen erlangt werden können. Diese Zeit betrachtet man als erste Phase der ostelbischen Herrschaftserrichtung deutscher Feudalherren auf altsorbischen Siedlungsgebiet. In einer Urkunde vom 12. April 965 (bei der es sich jedoch vermutlich um eine Fälschung aus dem Jahre 1000 handelt) erfahren wir, dass die Gegend, in der sich die heutige Lutherstadt Wittenberg befindet, der Gau Nizizi genannt wird. Dieser erstreckte sich von den Mündungen der Schwarzen Elster (im Osten) bis zur Mündung der Mulde (im Westen), in die Elbe. Die ersten verlässlichen Erwähnungen, die auf das direkte Territorium der heutigen Lutherstadt Wittenberg zutreffen, stammen aus dem Jahre 973 / 1004 dort werden die heutigen Ortsteile Pratau (Broth) und 1004 Seegrehna (Grodisti) erwähnt. Die erste Erwähnung des Namens Wittenberg findet sich möglicherweise bereits im Jahre 1174 , als ein Graf Thiedrich von Wittburc genannt wird, der offensichtlich der Burgward des in einer Urkunde des Bischofs Balderan von Brandenburg für das Kloster Leitzkau um 1187 erwähnten burchwardum ... Wittenburg war, in dem ebenfalls eine Kirche erwähnt wird, die als Vorläufer der heutigen Stadtkirche anzusehen ist.

von 1200 bis 1500

Stadtrechtsurkunde Wittenbergs vom 27. Juni 1293
Stadtrechtsurkunde Wittenbergs vom 27. Juni 1293

von 1500 bis 1600

sĂĽdliche Stadtansicht von Wittenberg aus dem 16. Jahrhundert
sĂĽdliche Stadtansicht von Wittenberg aus dem 16. Jahrhundert
Gründungsurkunde Kaiser Maximilians für die Universität Wittenberg
Gründungsurkunde Kaiser Maximilians für die Universität Wittenberg
  • 1502 Am 18. Oktober erfolgt die GrĂĽndung der Universität „Leucorea” durch KurfĂĽrst Friedrich den Weisen. Die Universität wird mit der GrĂĽndungsurkunde vom 6. Juli 1502 von Kaiser Maximilian I. zunächst unter kaiserliches Recht gestellt. Erst später ( 1506 ) erfolgte die päpstliche Bestätigung.
  • 1503 Errichtung des Fridericianums (Altes Kollegium) als erstes Gebäude der Universität .
  • 1504 Am Ostausgang beginnen die Augustinereremiten mit dem Bau des “Schwarzen Klosters“ .
  • 1505 Lucas Cranach d. Ă„. kommt als Hofmaler nach Wittenberg.
  • 1508 Der Augustinermönch Martin Luther wird erstmals nach Wittenberg berufen.
  • 1509 Erweiterung des Fridericianums durch einen Neubau an der StraĂźe (Neues Kollegium).
  • 1511 Luther nimmt nach seiner Romreise seinen Wohnsitz in Wittenberg.
  • 1512 An der Leucorea erwirbt Luther die WĂĽrde eines Doktors der Theologie. Der Maler Lucas Cranach d. Ă„. lässt sein Haus Ecke ElbstraĂźe / SchlossstraĂźe bauen.
  • 1517 am 31. Oktober Veröffentlichung der 95 Thesen durch Martin Luther
  • 1518 Philipp Melanchthon hält am 29. August seine Antrittsrede an der Leucorea .
  • 1520 Vor dem Elstertor verbrennt Martin Luther die päpstliche Bannandrohungsbulle (heute Luthereiche).
  • 1521 beginnt die Wittenberger Bewegung
  • 1522 Während des Bildersturms wird ein groĂźer Teil der mittelalterlichen Einrichtung der Stadtkirche zerstört. Das von Luther ins Deutsche ĂĽbersetzte Neue Testament wird erstmals im September von Lucas Cranach d. Ă„. verlegt.
  • 1523 – 1540 Errichtung des neuen Rathauses
  • 1524 Der KurfĂĽrst ĂĽbereignet Luther das Augustinerkloster als Wohnhaus .
  • 1525 KurfĂĽrst Friedrich der Weise stirbt. Sein Bruder Johann der Beständige tritt die Nachfolge an. Am 13. Juni heiratet Luther die Nonne Katharina von Bora .
  • 1526 Beginn der bisher umfangreichsten Befestigungsarbeiten durch Anlegen einer Wallanlage mit Wassergraben.
  • 1527 Auflösung des Franziskanerklosters
  • 1532 Johann Friedrich der GroĂźmĂĽtige wird KurfĂĽrst.
  • 1534 Der Wittenberger Buchdrucker Hans Lufft, druckt als erster die von Martin Luther vollständig in die Deutsche Sprache ĂĽbersetzte Bibel .
  • 1536 UnterstĂĽtzt von Stadt und KurfĂĽrst wird ein neues Wohnhaus fĂĽr Melanchthon gebaut.
  • 1543 Das erste Röhrwasser, das „Schlosswasser”, versorgt Schloss , Rathaus , Universität und einige BĂĽrgerhäuser mit Trinkwasser.
  • 1547 In der Schlacht bei MĂĽhlberg schlägt Kaiser Karl V. die im Schmalkaldischen Bund vereinigten Protestanten. Durch die Wittenberger Kapitulation vergibt die Ernestinische Linie der Wettiner die KurwĂĽrde an die Albertiner, Wittenberg hört auf Residenzstadt zu sein.
  • 1573 Das Rathaus erhält durch den Torgauer Bildhauer Georg Schröter das Gerichtsportal.
  • 1577 Der häufige Ausbruch von Pestepidemien veranlasst das Aufstellen einer Pestordnung.
  • 1580 – 1586 An der CollegienstraĂźe entsteht mit dem Augusteum ein weiterer Universitätsbau .

von 1600 bis 1900

  • 1626 Während des DreiĂźigjährigen Krieges beginnen neue Befestigungsarbeiten. Die Stadt gewinnt immer mehr an militärischer Bedeutung.
  • 1636 – 1637 Der schwersten Pestepidemie fällt etwa die Hälfte der Bevölkerung zum Opfer.
  • 1706 – 1707 Im Zuge des Nordischen Krieges besetzen schwedische Truppen die Stadt. Durch hohe Kontributionen werden die BĂĽrger schwer belastet.
  • 1756 Mit Beginn des Siebenjährigen Krieges wird Wittenberg von preuĂźischen Truppen besetzt.
  • 1760 Die BeschieĂźung durch die Reichsarmee, während des Siebenjährigen Krieges , am 12. und 13. Oktober bringt der Stadt groĂźe Verluste. Nach der Befreiung von den preuĂźischen Besatzern liegt der größte Teil der Stadt in Schutt und Asche.
  • 1770 Kirchweihe der im Siebenjährigen Krieg schwer getroffenen und in spätbarocken Formen neu erbauten Schlosskirche.
Aufmarsch zur Erstürmung Wittenbergs 1813/14 (Zeitgenössischer Stich)
Aufmarsch zur Erstürmung Wittenbergs 1813/14 (Zeitgenössischer Stich)
  • 1806 Auf Befehl des französischen Kaisers Napoleon I. , welcher mit seinem Heer nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt in die Stadt einzieht, wird die Festungsanlage erneut verstärkt.
  • 1814 Nach monatelangem Beschuss, gelingt es den preuĂźischen Truppen unter General Leopold Wilhelm von DobschĂĽtz in der Nacht vom 12. zum 13. Januar , die Festung zu stĂĽrmen.
  • 1815 Auf Beschluss des Wiener Kongresses fallen drei FĂĽnftel des Landes Sachsen, darunter Wittenberg, an PreuĂźen .
  • 1817 Die Wittenberger Universität wird mit der Halleschen Hochschule vereinigt. Grundsteinlegung fĂĽr das Lutherdenkmal auf dem Markt und GrĂĽndung des evangelischen Predigerseminars. Wittenberg wird Garnisonsstadt.
  • 1819 Das durch KriegseinflĂĽsse stark beschädigte Schloss wird zur Kaserne umgebaut.
  • 1821 Einweihung des Lutherdenkmals .
  • 1830 Pflanzung der Luthereiche.
  • 1848 GrĂĽndung etlicher politischer Vereine, wobei sich der konservative Einfluss durchsetzt. Der erste Evangelische Kirchentag findet in der Schlosskirche statt.
  • 1849 in der Schlosskirche wird auf dem zweiten Evangelischen Kirchentag die Innere Mission gegrĂĽndet.
  • 1857 Weihe der in der MauerstraĂźe erbauten katholischen Kirche.
  • 1858 Am 31. Oktober ersetzt man die im Siebenjährigen Krieg teils verbrannte hölzerne ThesentĂĽr durch eine BronzetĂĽr.
  • 1864 Die städtische Gasanstalt nimmt ihre Arbeit auf.
  • 1865 Einweihung des Melanchthondenkmals auf dem Markt.
  • 1873 Die Stadt hört auf, Festung zu sein. An Stelle der Festungsanlage entstehen GrĂĽnanlagen. Durch die gĂĽnstige Verkehrslage der Stadt kommt es zur schnellen Ansiedlung von Betrieben.
  • 1883 Der Elbhafen, erst Schutzhafen fĂĽr den Winter, ist als Umschlaghafen ausgebaut. Eröffnung des reformationsgeschichtlichen Museums „Luther-Halle” im Lutherhaus .
  • 1884 Ein städtisches Wasserwerk entsteht.
  • 1888 Das neue Melanchthon-Gymnasium wird eingeweiht.
  • 1892 Nach umfangreicher Erneuerung wird am 31. Oktober im Beisein des Kaisers Wilhelm II. die Schlosskirche eingeweiht.
  • 1893 Ein neues Postgebäude öffnet.
  • 1894 In Reinsdorf baut die Westfälisch-Anhaltische Sprengstoff-Aktiengesellschaft (WASAG) ein Sprengstoffwerk.

von 1900 bis heute

  • 1907 – 1909 Bau des neuen Amtsgerichts.
    Werkssiedlung Piesteritz mit Blick auf das Steintor
    Werkssiedlung Piesteritz mit Blick auf das Steintor
  • 1908 Mit der Errichtung des städtischen Elektrizitätswerkes setzt die durchgehende Elektrifizierung der Stadt ein.
  • 1914 Errichtung eines Kriegsgefangenenlagers in Kleinwittenberg
  • 1915 Mit GrĂĽndung des Stickstoffwerkes in Piesteritz, eines chemischen GroĂźbetriebes, steigt die Zahl der Industriearbeiter beträchtlich an.
  • 1916 - 1919 Die gartenstädtische Werkssiedlung Piesteritz wird nach Plänen von Paul Schmitthenner und Otto Rudolf Salvisberg unter der Leitung Georg Haberland und Karl Janisch erbaut.
  • 1918 GrĂĽndung der Luthergesellschaft in Wittenberg. Novemberrevolution. Bildung eines Arbeiter- und Soldatenrates. Wichtige Gebäude und Institutionen werden besetzt.
  • 1919 Am 23.Februar erste geheime Stadtratswahl. Wittenberg hört auf, eine Garnisonsstadt zu sein.
  • 1922 Der Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung beschlieĂźen, den Namen „Lutherstadt Wittenberg” zu fĂĽhren. Die offizielle Anerkennung erfolgt erst 1938 . Mit Inbetriebnahme einer elektrischen Feuermeldeanlage entfällt das Amt des TĂĽrmers auf der Stadtkirche.
  • 1933 Nach Machtantritt der Hitlerregierung erfolgt in Wittenberg auf allen Ebenen eine Gleichschaltung. Die SA ruft zum Boykott jĂĽdischer Geschäfte, Arztpraxen und Anwaltskanzleien auf.
  • 1935 Das schwerste ExplosionsunglĂĽck seit Bestehen des Reinsdorfer Sprengstoffwerkes ereignet sich am 13. Juni . Zahlreiche Tote und starke Schäden sind die Folgen.
  • 1935 - 1936 Errichtung des „Arado“-Flugzeugwerkes in der Dresdener StraĂźe. Frauen aus dem KZ RavensbrĂĽck werden zur Arbeit eingesetzt.
  • 1938 Am 10. November , in der so genannten „Kristallnacht”, kommt es zur Randale vor jĂĽdischen Geschäften und Wohnungen. In der Folge werden jĂĽdische Einwohner verhaftet und deportiert. GrĂĽndung des Deutschen Evangelischen Kirchenbundes in der Schlosskirche.
  • 1944 Angloamerikanische BombenabwĂĽrfe beschädigen und zerstören im östlichen Teil der Stadt mehrere Häuser und den Bahnhof.
  • 1945 Am 26. April marschiert die Rote Armee in Wittenberg ein. Die ersten Betriebe beginnen mit der Arbeitsaufnahme. Es kommt zur Demontage der beiden RĂĽstungsbetriebe. Ein Teil des Stickstoffwerkes wird zum Zwecke der Reparation abgebaut.
  • 1946 Wiedereröffnung der Lutherhalle . Zwangsvereinigung von SPD und KPD am 24. März .
  • 1948 Der erste Ausstellungsraum des heutigen Museums fĂĽr Natur- und Völkerkunde „Julius Riemer” wird eröffnet.
  • 1949 Das erste Geschäft (Freier Laden), in dem man ohne Lebensmittelkarten kaufen kann, wird eröffnet. Das Elbe-Elster-Theater wird am 14. September gegrĂĽndet. Durch die sowjetische Kommandantur erfolgt mit GrĂĽndung der DDR die Ăśbergabe der Verwaltungsfunktionen an die Stadtverwaltung.
  • 1953 Im Rahmen der Lucas-Cranach-Ehrung öffnet in der Lutherhalle eine Ausstellung zum 400. Todestag Lucas Cranachs d. Ă„.
  • 1957 – 1963 In Kleinwittenberg werden erstmals Wohnungen in GroĂźblockbauweise errichtet.
  • 1959 Das Schwimmbad in Piesteritz öffnet.
  • 1967 Ein groĂźer historischer Festzug, ein internationales Symposium und ein akademischer Festakt der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg bilden die Höhepunkte der 450-Jahrfeier der Reformation. Zu Ehren Philipp Melanchthons wird in seinem ehemaligen Wohnhaus ein Memorialmuseum eröffnet.
  • 1970 – 1976 Das Stickstoffwerk Piesteritz erfährt eine Erweiterung mit dem Bau von zwei Ammoniak- und drei Harnstoffanlagen.
  • 1971 – 1980 Am nördlichen Stadtrand entsteht ein groĂźes Wohngebiet.
  • 1973 Nahe der Schlosskirche , unterhalb des sowjetischen Ehrenfriedhofs, wird ein Denkmal der Befreiung enthĂĽllt. (Der dort aufgestellte Panzer wird im April 1990 vom Sockel entfernt.)
  • 1979 Abzug der seit 1945 in Wittenberg stationierten sowjetischen Panzerdivision aufgrund der SALT-II-Verhandlungen
Einweihung des Cranachdenkmals am 27. November 2005
Einweihung des Cranachdenkmals am 27. November 2005
  • 1983 Eine Vielzahl von Ereignissen stehen im Zeichen des Lutherjubiläums. Zu Pfingsten erfolgt in der Stadtkirche die Weihe einer neuen Orgel. Die Lutherhalle öffnet nach baulicher Umgestaltung und musealer Neugestaltung anlässlich der 500. Wiederkehr des Geburtstages Martin Luthers ihre Ausstellung. Die Restaurierungsarbeiten am Turm der Schlosskirche und an der ThesentĂĽr sind abgeschlossen. Gäste aus 15 Ländern nehmen am Evangelischen Kirchentag teil. Pfarrer Friedrich Schorlemmer lässt ein Schwert zu einer Pflugschar umschmieden.
  • 1985 Die Röhrwasserleitung wird zu einem technischen Kulturdenkmal erklärt.
  • 1988 Im Mai wird ein Vertrag ĂĽber Städtepartnerschaft zwischen Göttingen und Wittenberg geschlossen. Der Opfer der „Reichskristallnacht” wird im November gedacht. Als Zeichen der Mahnung wird an der SĂĽdseite der Stadtkirche unterhalb der „Judensau” eine Gedenkplatte in das Pflaster eingelassen.
  • 1989 „Gebete um Erneuerung“ in der Schloss- und Stadtkirche leiten den demokratischen Wandel in Wittenberg ein.
  • 1990 Erste freie und demokratische Kommunalwahl seit 1933 .
  • 1994 GrĂĽndung der Stiftung „Leucorea“ an der Martin-Luther-Universität. Wittenberg ist wieder Universitätsstandort.
  • 2000 Eröffnung der neuen ElbebrĂĽcken fĂĽr StraĂźe und Schiene.
  • 2002 Am 18. August DammbrĂĽche in den sĂĽdlich der Elbe gelegenen Ortsteilen Pratau und Seegrehna aufgrund des Hochwassers : Beide Ortsteile werden ĂĽberflutet.
  • 2005 Am 27. November feierliche Einweihung des Lucas-Cranach-d.-Ă„.-Denkmals im Cranachhof.

Kultur und SehenswĂĽrdigkeiten

Bauwerke

Schloss und Schlosskirche
Einer der Hauptanziehungspunkte ist das Wittenberger Schloss und die Schlosskirche, vor allem in Verbindung mit dem mutigen Angriff auf die Ablasspraxis der römisch-katholischen Kirche im 16. Jahrhundert durch die Veröffentlichung der 95 Thesen Martin Luthers
Stadtkirche
Die Stadtkirche ist die Mutterkirche der Reformation. Die kĂĽnstlerische Ausstattung ist gut erhalten.
Melanchthonhaus
Der die selbstbewusste Modernität der Renaissance ausdrückende Baustil des Melanchthonhauses ist eine architektonische Sehenswürdigkeit. In diesem Haus lebte und starb der Reformator Philipp Melanchthon . In ihm befindet sich eine Ausstellung.
Cranachhöfe
Die Cranachhöfe und Häuser belegen das Wirken von Lucas Cranach d.Ä, Lucas Cranach d.J., Hans Cranachs , Augustin Cranachs und Lucas Cranach III. in Wittenberg. Das Gebäude am Markt 4 und die Apotheke mit Hof an der Schlossstraße 1 belegen Berührungspunkte zu der Persönlichkeit Lucas Cranachs und seiner Nachkommen.
Hundertwasserschule
Das Martin-Luther-Gymnasium ist nach Entwürfen des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser umgestaltet worden, wobei aus der Standardtypplattenbauschule Erfurt II die Hundertwasserschule wurde. In der verspielten, bizarren und zugleich anregenden Bildungsstätte, die zugleich Europaschule ist, setzen sich die Schüler mit ökologischen Zusammenhängen auseinander und entfalten ihre künstlerische Kreativität. Als Besonderheiten der Schule gelten das Planetarium, die drei Türme, die die drei Weltreligionen symbolisieren, die abgetragenen Dachterrassen, die aus Fenstern herausragenden Bäume als „Mieter“ und die mit farbenfrohen Säulen ausgestaltete Aula.
Hundertwasser hat den Umbau von seinem Wohnsitz in Neuseeland aus ĂĽber sein ArchitekturbĂĽro gesteuert. Zur Einweihung war er nicht anwesend; kurz darauf verstarb er. Sein einziges Projekt des Umbaus einer vorhandenen Architektur hat er selbst nie gesehen.
Hamlethaus
Das architektonisch reizvolle Hamlethaus bindet sich in das Ensemble der Stadt ein.
Universität „Leucorea“ Wittenberg
Die 1502 gegründete Universität Leucorea war und ist nicht nur Lehreinrichtung. In ihr wirkten auch die berühmten Persönlichkeiten der Reformation Martin Luther und Philipp Melanchthon. In der traditionsreichen Geschichte der Universität fanden Innovationen statt, die sich nicht nur auf Deutschland , sondern auch auf große Teile der Welt auswirkten.
Augusteum und Lutherhaus
Der repräsentative Schaufassadenbau Augusteum ist einst ein Erweiterungsbau der Universität Wittenberg „Leucorea“ gewesen. Er beherbergt heute das evangelische Predigerseminar und dessen altehrwürdige Bibliothek. Im Innenhof des Augusteums befindet sich das einstige Wohnhaus Martin Luthers . Heute befindet sich in dem Gebäude das reformationsgeschichtliche Museum mit seinen Sammlungen von Bildern, Schriften und zeitgenössischen Exponaten der Reformationszeit . Bei der Renovierung des Lutherhaus ging dessen mittelalterlicher Charme teilweise verloren.
Rathaus und Marktplatz
Im Zentrum der Altstadt befindet sich ein großzügig bemessener Marktplatz, an dem über Jahrhunderte ein harmonisches Bauensemble von Bürgerhäusern gewachsen ist. Auf ihm befindet sich das Renaissancerathaus, die Denkmäler Martin Luthers (Entwurf von Schadow ) und Philipp Melanchthons (von Drake ) sowie der Marktbrunnen.

Theater

Theater in Wittenberg
Theater in Wittenberg

Die Historie des Theaters in Wittenberg reicht bis in das 18. Jahrhundert , als die Theaterreformatorin Friederike Caroline Neuber zum Unwillen der Universitätsoberen im Rathaussaal von Wittenberg 1728 ihre Gastspiele gab. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Balzers Festsälen zeitweilig ein kleines Ensemble das durch die Kapelle der hiesigen Garnison verstärkt wurde. Nach dem 2. Weltkrieg intensivierte sich das Theatergeschehen in Wittenberg. Die Kulturabteilung der sowjetischen Militärstadtverwaltung Wittenberg, regte die Gründung eines kleinen Theaters an, das am 1. November 1945 mit der Operette " Im weißen Rößl " und mit Gerhard Hauptmanns " Hamlet in Wittenberg" eröffnet wurde, dass sich jedoch nicht lange hielt. Am 30. Mai 1946 erfolgte die Gründung des Stadttheaters in der Wichernstrasse. Finanzielle Probleme bereiteten diesem Theater jedoch das Ende. Am 14. September 1949 kam es zur Gründung des Elbe-Elster-Theaters als Wandertheater mit Hauptsitz in Wittenberg. Das Spielgebiet des Elbe-Elster-Theaters erstreckte sich dabei über 5 Bezirke der DDR und wurde unter anderem durch den dienstältesten Intendanten Helmut Bläss geleitet. In der Nachwendezeit verursachten verschiedene Gründe das Ende des zum Mitteldeutschen Landestheater umbenannte Elbe-Elster-Theaters, welches am 31. August 2002 aufgelöst wurde. Im Schlosshof wurde 1972 der „Brett’l Keller“ geschaffen, der mit Kabarettvorstellungen und kleinen Stücken zur beliebtesten Spielstätte werden sollte. In ihm werden gelegentlich noch heute verschiedene kleine Stücke aufgeführt.

Nach der Schließung des zuletzt "Mitteldeutsches Landestheater" genannten Theaters entstand durch privates Engagement die "Phönix Theaterwelt" als angehendes Theater in der Lutherstadt Wittenberg. Des Weiteren entwickelte sich ein Theaterjugendclub und eine Musikwerkstatt "Chamäleon". Die "Capella Wittenbergensis" bietet als Renaissancemusikensemble mit einem geistlichen und weltlichen Programm auf historischen Instrumenten eine kulturelle Bereicherung in der Lutherstadt. In der Kleinkunstbar "Barrik" mit ihren Travestie-, Kabarett- und Musikabenden wird ein abwechslungsreiches Programm geboten. Zu besonderen Anlässen gibt es in der Lutherstadt verschiedene Freiluftaufführungen. Dazu hat der Verein WittenbergKultur gemeinsam mit dem italienischen Regisseur Fernando Scarpa das Projekt "Bühne Wittenberg" ins Leben gerufen.

Museen

weitere SehenswĂĽrdigkeiten

Röhrwasser
Im 16. Jahrhundert wurde durch das stetige Anwachsen der Bevölkerung der Stadt Wittenberg, eine Versorgung mit frischem und klarem Wasser immer notwendiger. Die vorhandenen Brunnen und Bäche genügten nicht mehr, da sie zunehmend mit Unrat verschmutzt wurden. Durch das Röhrwasser änderte sich dies. Den Bürgern stand mit dem Röhrwasseranschluss Tag und Nacht, Sommer wie Winter, frisches Quellwasser zur Verfügung. Erst 1883 verlor das Röhrwasser durch die zentrale Wasserversorgung an Bedeutung. Heute ist das Wittenberger Röhrwasser mit seinen noch ca. 20 vorhandenen Brunnen, nördlich der Alpen, das noch einzig funktionierende Röhrwasserleitungssystem aus dem Mittelalter und somit ein technisches Baudenkmal.
Druckerstube im Cranachhof
Lucas Cranach der Ältere hatte in der einst berühmten Druckerstadt Wittenberg eine eigene Druckerei eingerichtet. In dieser wurden unter anderem die 95 Thesen, der erste Teil der Lutherbibel, Luthers Tischreden und zahlreiche Holschnitte gedruckt. Nach der Rekonstruktion der Lutherhöfe richtete man in der Schlossstrasse wieder eine Historische Druckstube ein in der heute im Buchhochdruckverfahren Texte (z.B. Luthers-Tischreden) und Illustrationen (im Linolschnitt) als Privatdrucksachen hergestellt werden. Zu Schauveranstaltungen erfolgt auf der historischen Gutenberg Presse im Cranachhof Markt 4 eine Vorführung, wie einst zur Zeit des Mittelalters gedruckt wurde.
Luthereiche
Dort, wo Martin Luther einst die Bannbulle des Papstes verbrannte und damit seine Trennung von der römisch katholischen Kirche vollzog, steht die Luthereiche.
Katholische Kirche Wittenberg
Die Katholische Kirche wurde 1872 von Bischof Konrad Martin konsekriert. Die Kirche wurde in den Jahren 1999/2000 renoviert.

Persönlichkeiten

Nicht nur die großen Männer der Reformationszeit Martin Luther , Philipp Melanchthon und Lucas Cranach hinterließen ihre Spuren in der Lutherstadt Wittenberg. Viel mehr noch als in der Rolle als Hauptstadt Kursachsens und als Residenzstadt Sachsen-Wittenbergs, wurde die Stadt durch die (im ausgehenden Mittelalter wohl bedeutendsten Universität Mitteleuropas) geprägt. Sie war Wirkungsstätte vieler Persönlichkeiten, die gleichzeitig Einfluss auf die Lutherstadt Wittenberg ausübten. Heute sind die Namen vieler Persönlichkeiten auf Gedenktafeln an den Häusern der Altstadt Lutherstadt Wittenbergs verzeichnet.

siehe auch: Persönlichkeiten Wittenberg

EhrenbĂĽrger

Die „ Ehrenbürgerschaft der Lutherstadt Wittenberg“ ist die höchste Auszeichnung, die die Lutherstadt Wittenberg neben der „Ehrenurkunde der Lutherstadt Wittenberg“, der „Ehrenurkunde des Oberbürgermeisters der Lutherstadt Wittenberg“ und des „Lucas-Cranach-Preises der Lutherstadt Wittenberg“ vergeben kann. Nach der Ehrungssatzung der Lutherstadt Wittenberg, kann die Ehrenbürgerschaft nur an lebende Personen verliehen werden und erlischt mit dem Tod der Person. Am 8. August 1976 beschloss der Rat der Lutherstadt Wittenberg, dass Hans Lorbeer postum zum Ehrenbürger der Stadt ernannt wird. Aufgrund des Widerspruchs mit der derzeitigen Ehrenbürgersatzung ist diese Ernennung jedoch vakant. Aufgrund einer weiteren rechtlichen Vakanz kann in dieser Aufführung ebenfalls nicht die am 25. April 1933 beschlossene Ehrenbürgschaft Adolf Hitlers erscheinen: Dieser verweigerte die persönliche Annahme der Ehrenbürgerschaft. Der Vollständigkeit halber sind sie erwähnt.

  • 1835 Wilhelm von Brockhausen
  • 1847 Johannes Zeltner
  • 1869 Heinrich Schmieder
  • 1874 Eduard Feodor Glöckner
  • 1874 Louis Gast
  • 1876 Dr. Adalbert Falk
  • 1879 Friedrich Ferdinand Peters
  • 1883 Christian Gottlob Holtzhausen
  • 1891 Fritz Eunicke
  • 1917 Wolf von Gersdorff
  • 1918 Wilhelm Else
  • 1919 Paul Leonhardt
  • 1928 Nathan Söderblom
  • 1930 Karl Janisch (Piesteritzer EhrenbĂĽrger)
  • 1933 Dr. Gottfried KrĂĽger
  • 1933 Paul von Hindenburg
  • 1948 Carl Kuntz (Piesteritzer EhrenbĂĽrger)
  • 1975 W. Rabischnikow

Söhne und Töchter der Stadt

  • Hans Arnold (* 1860 ; † 1913 in Berlin-Charlottenburg), Bildhauer
  • Paul Bosse (* 1881 † 1947 Wittenberg), Mediziner
  • Christian BrĂĽck (latinisiert Pontanus) (* 1516 ; † 1567 in Gotha), Politiker und Sächsischer Kanzler
  • Benedikt Carpzov der JĂĽngere (* 1595 ; † 1666 in Leipzig), Rechtsgelehrter
  • Ernst Chladni (* 1756 † 1827 in Breslau ), Jurist und Physiker
  • Augustin Cranach (* 1554 ; † 1595 in Wittenberg), Maler und Graphiker
  • Lucas Cranach der JĂĽngere (* 1515 † 1586 in Wittenberg), Maler
  • Caspar Cruciger der JĂĽngere (* 1525 ; † 1597 in Kassel), Theologe
  • Walter Dreizner (* 1908 ; † 1999 in Halle (Saale)), Fotograf
  • Johann Friedrich Erdmann (* 1778 ; † 1846 in Wiesbaden), Mediziner
  • Max FĂĽrbringer (* 1846 † 1920 in Heidelberg), Mediziner
  • Rudolf Goclenius d. J. (* 1572 ; † 1621 in Marburg), Professor fĂĽr Physik, Medizin und Mathematik
  • Bert Grabsch (* 1975 ), Radsportler
  • Joachim Bernhard Nicolaus Hacker (* 1760 ; † 1817 in Zscheila ), Theologe, Poet und Schriftsteller
  • Carl Christian Horvath (* 1752 ; † 1837 in Potsdam), GrĂĽnder des deutschen Börsenvereins
  • Georg Wilhelm Kirchmaier (* 1673 ; † 1759 in Wittenberg), Sprachwissenschaftler
  • Helmut Kraatz (* 1902 ; † 1983 in Berlin), Mediziner
  • Heinrich KĂĽhne (* 1910 ; † 2003 in Wittenberg), Historiker
  • Adolf Karl Kunzen (* 1720 ; † 1781 in LĂĽbeck), Musiker
  • Gottlieb Leuchtenberger (* 1839 † 1914 in Wernigerode), Philosoph und Pädagoge
  • Augustin Leyser (* 1683 ; † 1752 in Wittenberg), Jurist
  • Hans Lorbeer (* 1901 ; † 1973 in Wittenberg), Schriftsteller
  • Paul Luther (* 1533 ; † 1593 Leipzig), Mediziner
  • Joachim Mörlin (* 1514 ; † 1571 in Königsberg), Theologe und Reformator
  • Gregor Wilhelm Nitzsch (* 1790 ; † 1861 in Leipzig), klassischer Philologe
  • Karl Ludwig Nitzsch (* 1751 ; † 1831 in Wittenberg), Theologe
  • Frank-Michael Pietzsch (* 1942 ), Politiker
  • Uwe Raab (* 1962 ), Radsportler
  • Erich Reusch (* 1925 ), Bildhauer und Architekt
  • Olaf Rieck (* 1964 ), Bergsteiger
  • Thea Schleusner (* 1879 ; † 1964 in Berlin), Malerin
  • Annerose Schmidt (* 1936 ), Pianistin
  • Moritz Ludwig Seyffert (* 1809 ; † 1872 Potsdam ), Altphilologe
  • Johann Stoltz (* 1514 ; † 1556 in unbekannt), Theologe
  • Aegidius Strauch (* 1632 ; † 1682 in Danzig), Theologe
  • Abraham Vater (* 1684 ; † 1751 in Wittenberg), Mediziner
  • Hans Wagner (* 1852 ; † 1940 in Frankfurt am Main), Philatelist
  • Eduard Friedrich Weber (* 1806 ; † 1871 in Leipzig), Mediziner
  • Ernst Heinrich Weber (* 1795 ; † 1878 in Leipzig), Physiologe
  • Wilhelm Eduard Weber (* 1804 ; † 1891 in Göttingen), Physiker
  • Walther Wenck (* 1900 ; † 1982 in Bad Rothenfelde), General
  • Johann August Zeune (* 1778 ; † 1853 in Berlin), Pädagoge
  • Johann Georg Zimmermann (* 1680 ; † 1734 in Wittenberg), Postmeister

Wirtschaft

Die Lutherstadt Wittenberg wurde zum Ende des 19. Jahrhunderts mehr und mehr zum Industriestandort. International agierende Unternehmen sowie eine breite Anzahl kommunaler und mittelständischer Betriebe, bestimmen die gegenwärtige Wirtschaftsstruktur. Die Lutherstadt bietet als Eisenbahnknotenpunkt, mit der Bundeswasserstraße Elbe, mit einer guten Straßenanbindung, einem modernen Klärwerk und einer ausgeprägten Ressourcenanbindung in den 5 Gewerbegebieten ein innovatives Ansiedlungsumfeld.

Ansässige Unternehmen

SKW Stickstoffwerke Piesteritz (chemische Industrie)
PCI Augsburg GmbH (Bauzusatzstoffe)
SIG Combibloc GmbH (Verbundverpackungsmittel)
Unilever Bestfoods Deutschland GmbH (Margarinewerk Pratau)
Wikana GmbH (Feinbackwaren)
AMI Agrolinz Melamine International Deutschland GmbH (Melaminproduzent)
PTE Polymer - Technik Elbe GmbH (Kautschukindustrie)
FFB Feldbinder Spezialfahrzeugwerke GmbH
Al-ko Therm GmbH (Klimatechnik)
TIP TOP Oberflächenschutz Elbe GmbH
Omnisal GmbH (Tochterunternehmen von Termphos Vlissingen/Holland, Herstellung von Phosphaten)

Verkehr

Erreichen kann man die Lutherstadt Wittenberg über die A 9 (Anschlussstelle 6 - Klein Marzehns , 7 - Köselitz und 8 - Coswig (Anhalt)). Die Bundesstraßen 2 und 187 kreuzen sich in der Stadt. Südlich der Elbe enden die Bundesstraßen 100 und 182 an der 2 . In Lutherstadt Wittenberg kreuzen sich die Eisenbahnlinien Berlin -Leipzig/Halle -München (ICE-Halt im 2h-Takt) und Dessau - Falkenberg /Dresden (Regionalverkehr, 1h-Takt); im Ortsteil Pratau zweigt die Nebenbahn nach Bad Schmiedeberg von der Hauptstrecke ab. Durch die Lage an der Elbe verfügt die Lutherstadt Wittenberg über zwei Güterumschlaghäfen in Kleinwittenberg und Piesteritz, sowie zwei Anlegestellen für die Passagierschifffahrt.

Medien

  • Offener Kanal Lutherstadt Wittenberg
  • Wittenberger Wochenspiegel
  • Super Sonntag
  • Regionalbeilage Mitteldeutsche Zeitung
  • INGO

Verwaltung

Als 1293 Wittenberg das Stadtrecht erhielt, führte ein „Vocatus“ (Vogt) die Verwaltung der Stadt. Die Bewohner des Ortes waren einst Leibeigene gewesen, die sich nun als Bürger nach und nach in Innungen organisierten. So geht die älteste Gründung der Tuchmacherinnung auf das Jahr 1300 zurück. Ein Rat mit einem Proconsul (Bürgermeister) und 7 Consulen (Ratsmitglieder) wird erstmalig 1317 erwähnt. Dieser übernahm zunehmend die Verwaltungsrechte der Stadt und dessen 4 Innungen (Tuchmacher, Schuhmacher, Fleischer und Bäcker), aus denen er zusammengesetzt war. Durch den ständigen Geldbedarf der Regenten konnte dieser Rat nach und nach verschiedene Rechte und Grundbesitze gegen Bezahlung von diesen erwerben. Durch verwandtschaftliche Ratswahlinteressen hatte sich im Laufe eines Jahrhunderts ein Patriziat gebildet. Dies wurde durch den Regenten um 1425 durch neue Satzungen geändert. Das Ratskollegium bestand nun aus 3 besonderen Räten, deren Zahl zusammen 24 betrug, die alle 3 Jahre einander in der Regierung abwechselten und die kurfürstliche Bestätigung benötigten. Im Laufe der Entwicklung der Stadt stiegen auch die Ansprüche an den Rat. Während anfänglich vorwiegend die Ratsmitglieder beratende Funktionen erfüllten, wurden nach und nach Funktionen an die Ratsmitglieder gekoppelt (Syndikus, Richter, Kämmerer, Bauherr, Beisitzer Bürgermeister etc.), und die Größe des Rates stieg damit an. 1696 wurde die Struktur des Rates auf eine ständig anhaltende Dienstzeit geändert. In der nachfolgenden Zeit entwickelten sich aus Funktionen im Rat Kommissionen, die bestimmte Thematiken der Stadt berieten. Der Titel des Oberbürgermeisters wurde 1703 und 1918 bereits auf königlichen Erlass ehrenhalber vergeben. Mit dem Erreichen einer Einwohnerzahl von 25.000 erhielt Wittenberg 1922 den Status einer kreisfreien Stadt. Damit erhielt das Stadtoberhaupt auch offiziell die Bezeichnung Oberbürgermeister. Durch die Verwaltungsreform vom 1. August 1950 wurde der Status der kreisfreien Stadt aufgehoben, womit auch der Titel des Oberbürgermeisters verschwand. Die Verwaltung der eingemeindeten Ortsteile Piesteritz, Kleinwittenberg, Teuchel, Trajuhn, Labetz und Wiesigk wurde in der Stadtverwaltung zentralisiert. 1994 wurde entsprechend der Gemeindeordnung Sachsen-Anhalts wieder der Oberbürgermeistertitel eingeführt, dessen Beigeordneter trägt den Titel eines Bürgermeisters. Die nach 1974 eingemeindeten Gemeinden Apollensdorf, Reinsdorf, Pratau, Seegrehna, Nudersdorf und Schmilkendorf besitzen einen Ortsbürgermeister und einen Ortschaftsrat.

Eingemeindungen

Die Lutherstadt Wittenberg, setzt sich aus mehreren Ortsteilen zusammen: die Altstadt Wittenberg mit den dazugehörigen ursprünglichen Gemarkungen Elstervorstadt, Schlossvorstadt( 1417 ), Friedrichstadt ( 1301 als Broder Annendorf) und Rothemark ( 1391 ). Durch Eingemeindungen gelangten 1938 Teuchel, 1938 Labetz, 1945 Kleinwittenberg, 1950 Wiesigk, 1950 Piesteritz, 1950 Trajuhn, 1974 Apollensdorf, 1993 Reinsdorf mit dem 1937 eingemeindeten Dobien und dem 1950 eingemeindeten Braunsdorf, 1993 Pratau mit dem 1929 eingemeindeten Wachsdorf, 1993 Seegrehna mit dem ehemaligen Vorwerk Bleesern, 2005 Nudersdorf und Schmilkendorf hinzu.

Desweiteren gehören zu der Lutherstadt Wittenberg noch die Ortsteile Apollensdorf Nord, Birkenbusch, Hohenroda, Kienberge, Luthersbrunnen und die Probstei. Diese sind den entsprechenden Ortsverwaltungen zugeordnet.

Die OberbĂĽrgermeister Wittenbergs

Die BĂĽrgermeister Wittenbergs

Da der Rat Wittenbergs von 1317 bis 1695 alljährlich wechselte, sollen hier nur die bekanntesten Bürgermeister genannt werden.

Diverses

Städtepartnerschaften

bestehen :

Regelmäßige Veranstaltungen

Wittenberger Maiblumenfest
Dieses Fest ist den in Wittenberg traditionell gezüchteten Maiglöckchen gewidmet.
Gärtner und Gartenbaubetriebe der Region schmücken Anfang Mai, dazu den gesamten Markt mit Frühlingsblumen und Gehölzen in allen Farben aus. Im abendlichen Anschluss an das Wittenberger Maiblumenfest, veranstalten die fünf Kleinkunstbühnen die Wittenberger Theaternacht “Nacht der Sinne.
Wittenberger Erlebnisnacht
Ungewöhnliche Dinge zu ungewöhnlichen Zeiten an ungewöhnlichen Orten zu ungewöhnlich günstigen Preisen. Eine verzaubernde Tour durch das Wittenberger Museums und Bibliothekswesen durch das nächtliche Wittenberg. In mittelalterlichen Kostümen werden Rundgänge und Einblicke des Stadtlebens einst und jetzt, kostengünstig gewährt. Alljährlich am 3 Wochenende im August.
Luthers Hochzeit
Alljährlich findet am zweiten Wochenende im Juni eines der größten Themenstadtfeste Deutschlands, in der Lutherstadt Wittenberg statt. Höhepunkt ist der historische Festumzug am Samstagnachmittag vom Lutherhof über den Markt zum Schlosshof.
Wittenberger Töpfermarkt
Auf dem Marktplatz präsentieren sich am letzten Wochenende im September zahlreiche Töpferwerkstätten und bieten ihre Ware feil. Im Beyer- und im Cranachhof findet ein buntes Markttreiben der Bauern und historischen Vereine statt.
Reformationsfest
Am 31. Oktober wird alljährlich das Reformationsfest mit Festgottesdiensten, Disputationen und einem bunten Treiben auf dem Markt und in den Altstadthöfen begangen.
Wittenberger Weihnachtsmarkt
Der historische Marktplatz und die gemütlichen Altstadthöfe bieten eine wunderschöne Kulisse für den Weihnachtsmarkt, der alljährlich am ersten Advent eröffnet wird und bis zum 4. Advent seine Türen offen hält.
Wittenberger Kneipenmusiknacht
Bei ausgelassener Stimmung, erwarten ca. 20 gastronomische Einrichtungen in der Wittenberger Altstadt, im April und September ihre Gäste. Untermalt von Livemusik, die von Künstlern unterschiedlicher Stilrichtungen dargeboten wird, kann man sich hier reichhaltigen Hörgenüssen hingeben.
Wittenberger Kultursommer mit den Wittenberger Hofkonzerten
An drei Wochenenden im Sommer finden die Wittenberger Hofkonzerte statt. Dabei kann man bei ausgesuchter Musik und erlesenen Speisen, einen gemütlichen Abend in den historischen Altstadthöfen genießen.
Regio Pedale
Bei der Veranstaltung fahren groĂźe Radwandergruppen an verschiedene Punkte der Region.
Luther Cup
Kleinfeld – Fußballturnier, mit ca. 100 mitwirkenden Frauen - und Männermannschaften aus 12 Bundesländern.

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1791 handelt es sich meist um berechnete Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter, beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst.

Jahr Einwohnerzahlen
1500 2.000
1532 4.500
1791 4.860
1792 4.703
1793 4.662
1794 4.617
1814 4.727
1826 6.725
1834 8.107
1846 10.283
Jahr Einwohnerzahlen
1875 12.479
1880 13.448
1885 13.836
1890 14.443
1895 16.479
1900 18.345
1905 20.331
1910 22.419
1925 24.160
1939 35.130
Jahr Einwohnerzahlen
1946 41.304
1950 49.852
1964 46.828
1971 47.323
1981 53.874
1989 51.754
1990 49.682
1995 53.207
2000 49.643
2005 47.805

Freizeit- und Sportanlagen

Falkner in Piesteritz
Falkner in Piesteritz
Alaris Schmetterlingspark in Rothemark
Falkenhof Piesteritz
Volkspark Piesteritz
Arthur-Lambert-Stadion WallstraĂźe
Platz der Jugend Dessauer StraĂźe
Stadthalle SternstraĂźe
Freibad Piesteritz
Schwimmhalle Piesteritz
Strandbad Reinsdorf
Reiterhof Braunsdorf
Reitsportanlage Lerchenberg
Reiterhof Huth Trajuhn
Tennisanlage Piesteritz
FitneĂź-Club CityGym Pfaffengasse
Marineclub Wittenberg Dresdner StraĂźe
Ruderclub Wittenberg Dresdner StraĂźe

Kulinarische Spezialitäten

  • Wittenberger Kuckucksbier (Dunkelbier)
  • Wittenberger Quarkkrempel
  • Speckkuchen = Regionalspeise, vermutlich von eingewanderten Flamen im Mittelalter eingefĂĽhrt

Literatur

  • Schriftenreihe des Stadtgeschichtlichen Zentrums (Heft 1-14)
  • Wittenberg als Lutherstadt von Helmar Junghans 1979
  • Denkmalverzeichnis Sachsen Anhalt Landkreis Wittenberg von 2002
  • Lucas Cranach d.Ă„. und die Cranachhöfe in Wittenberg
  • BerĂĽhmte Persönlichkeiten und ihre Verbindung zu Wittenberg von Heinrich KĂĽhne und Heinz Model
  • Heimatkalender von 1998-2005
  • Die Denkmale der Lutherstadt Wittenberg von 1979
  • Zusammenbruch und Neuanfang von Gottfried Herrmann von 2002
  • ...Wittenberg brennt... von Gottfried Herrmann von 1999
  • Die Wende in Wittenberg von Friedrich Schorlemmer von 1997
  • Durch die Jahrhunderte I,II und III von 1983
  • Die Stadtkirche der Lutherstadt Wittenberg
  • Lutherstadt Wittenberg Geschichten - Gestalten - Geschichte von Xing-hu Kuo von 1991
  • 700 Jahre Wittenberg von Stefan Oehmig von 1995
  • BerĂĽhmte Wittenberger und ihre Gäste vom Rotary Club

Weblinks

Commons: Lutherstadt Wittenberg – Bilder, Videos oder Audiodateien
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