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Letzte Änderung für Artikel Schornsheim: 15.02.2006 22:00

Schornsheim

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Wappen Karte
Wappen von Schornsheim Deutschlandkarte, Position von Schornsheim hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Regierungsbezirk : Rheinhessen
Landkreis : Alzey-Worms
Geografische Lage :
Koordinaten: 49┬░ 50ÔÇ▓ N, 8┬░ 10ÔÇ▓ O
49┬░ 50ÔÇ▓ N, 8┬░ 10ÔÇ▓ O
H├Âhe : 160 m ├╝. NN
Fl├Ąche : 8,91 km┬▓
Einwohner : 1.578 (31. Dezember 2004)
Bev├Âlkerungsdichte : 177 Einwohner je km┬▓
Postleitzahlen : 55288
Vorwahl : 06732
Kfz-Kennzeichen : AZ
Gemeindeschl├╝ssel : 07 3 31 059
Stadtgliederung: keine Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Jahn Stra├če 16
55288 Schornsheim
Website: www.schornsheim.de
E-Mail-Adresse: info@hennonline.de
Politik
B├╝rgermeister : Edwin Henn ( Partei )

Schornsheim ist ein Ort im Landkreis Alzey-Worms in Rheinhessen Rheinland-Pfalz. Es hat 1.573 Einwohner und eine Fl├Ąche von 8,91 km┬▓.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Nachbargemeinden

Geschichte

Herkunft des Ortsnamens

Der Name Schornsheim, 782 Scoronishaim, 815 Scornesheim, ca. 836 Scoranesheim, ca. 1230 Schornesheym, ca. 1520 Schornsheim ist mit dem Grundwort -heim gebildet wie die meisten rheinhessischen Ortsnamen. Sein Bestimmungswort stellt jedoch eine Besonderheit dar. Es ist kein traditioneller germanischer Personenname oder ein Wort f├╝r eine naturr├Ąumliche Gegebenheit, sondern eine Standesbezeichnung und erst im ├╝bertragenen Sinn ein Personenname. Scoran (der Geschorene , von der Tonsur herr├╝hrend) ist ein Wort f├╝r Priester oder M├Ânch und wurde als Name solchen Knaben gegeben, die f├╝r den geistlichen Stand bestimmt waren. Die Tonsur hatte seit langem als Zeichen geistlichen Standes gegolten. Ein Geistlicher dieser Zeit hat wohl Schornsheim seinen Namen gegeben. Es ist anzunehmen, da├č eine oder mehrere fr├Ąnkische Siedlungen im Bereich der sp├Ąteren Gemarkung Schornsheim bereits bestanden, und der unbekannte Priester oder M├Ânch seinen Namen dem Dorf erst nachtr├Ąglich gab, nachdem er sich hier niedergelassen hatte, eine Kirche und vielleicht schon ein Kloster gegr├╝ndet hatte.

In der Urkunde Karls des Gro├čen vom 28. Juli 782 nennt der K├Ânig die Kirche und den Fiskus von Schornsheim sein Eigentum. Als Fiskus bezeichnete man damals die Gesamtheit des k├Âniglichen Verm├Âgens oder eine Untereinheit davon. Wie der Herrscher ihn erworben hat, wissen wir nicht. Jedenfalls ist er der Besitznachfolger jenes Scoran, der einst die Kirche gegr├╝ndet hatte.

Die hl. Lioba

Karl der Gro├če gab die Kirche des Fiskus Schornsheim mit ihrer Ausstattung (auch mit Grund und Boden) zun├Ąchst als beneficium, d.h. in diesem Fall zur unentgeltlichen Nutzung, an die hl. Lioba.

Lioba, mit angels├Ąchsischem Namen eigentlich Leofgyth , war in England in den Kl├Âstern Minister auf der Insel Thanet in Kent und Wimborne in Dorset erzogen worden. Sie hatte nach angels├Ąchsischem Brauch als Frau eine sprachliche und theologische Ausbildung erhalten, welche der eines Mannes v├Âllig gleichkam. Sie war eine Verwandte des hl. Bonifatius und er bewahrte ihr immer eine besondere Zuneigung. Deshalb fand Bonifatius der am fr├Ąnkischem Klerus Roheit und Ungebildetheit auszusetzen hatte, die nach seiner Ansicht Reste heidnischen Aberglaubens waren, durch eine bessere Ausbildung in den Kl├Âstern Abhilfe zu schaffen. Lioba war f├╝r ein solches Programm bestens geeignet, sie richtete in Tauberbischofsheim in einem Hofgut ein Kloster ein, das bald eine Art Hochschule f├╝r Nonnen wurde. Lioba lebte aber nicht ausschlie├člich im Konvent an der Tauber, sondern unternahm regelm├Ą├čig Visitations reisen in andere Frauenkl├Âster die ihr unterstellt waren. Erst im Alter zog sie sich nach Schornsheim in das Kloster zur├╝ck, das sie als Alterssitz auserw├Ąhlt hatte und starb dort am 28. September 782 .

Bis heute wird die hl. Lioba noch in Schornsheim verehrt, die kath. Kirche ist nach ihrem Namen benannt und auf dem Dorfplatz wurde ein Brunnen erbaut, in dessen Mittelpunkt die hl. Lioba steht.

Geschichte der Ganerbschaft Schornsheim

Die Landschaft zwischen Rhein, Nahe und Donnersberg, das heutige Rheinhessen, bildete vor den Umw├Ąlzungen am Ende des 18. Jahrhunderts und der territorialen Neuordnung am Anfang des 19. Jahrhunderts keine staatliche Einheit. Kurpf├Ąlzische und kurmainzische, wild- und rheingr├Ąfische, nassauische und ritterschaftliche Rechte ├╝berschnitten sich in diesem Gebiet.

Wenn auch Kurpfalz sich als die bedeutendste Macht in diesem Bereich darzustellen vermochte, so war es ihr ebensowenig wie Kurmainz gelungen, einen geschlossenen Herrschaftsbereich zu schaffen. Sehr oft wechselte der Ortsherr von einem Ort zum anderen und nicht wenig hatten mehrere Herrschaften gleichzeitig Besitzrechte. Die zum Kanton Oberrhein inkorporierten vier Ganerbschaften Bechtolsheim, Mommenheim, Niedersaulheim und Schornsheim bildeten im Hinblick auf ihre geographische Lage das R├╝ckgrad des reichritterschaftlichen Besitzes in der Pufferzone zwischen den beiden rivalisierenden Territorien Kurpfalz und Kurmainz.

Schornsheim und die Schneider

Schornsheim ist ein Dorf, das hinsichtlich seines Wohlstandes und der Erwerbst├Ątigkeit seiner Bewohner mit vielen anderen D├Ârfern vergleichbar ist. Das war nicht immer so. Noch vor Hundert Jahren war Schornsheim als Schneiderdorf bekannt, es gab ├╝ber 130 Schneider, ganze Familien lebten von der Heimschneiderei, sie n├Ąhten f├╝r Fabriken in Mainz, Worms und Darmstadt. Jeder Schneider hatte sich auf sein Spezialgebiet eingearbeitet, so gab es nur Schneider die Hosen anfertigten und andere wiederum nur Jacken. Einmal in der Woche wurden die fertigen Kleidungsst├╝cke dann in der Fabrik abgeliefert. Die Schneider wohnten meist in kleinen einst├Âckigen Lehmh├Ąusern mit zwei, drei, zuweilen auch nur einem Fenster zur Stra├čenseite, denn es wurde damals eine Fenstersteuer erhoben. Das fr├╝here Wohnzimmer der Schneider war ihre Werkstatt, darin standen mehrere N├Ąhmaschinen und ein gro├čer Schneidertisch. Vater, Mutter, T├Âchter und S├Âhne arbeiteten bis in die Nacht, damit sie sich durch Ihre Arbeit ern├Ąhren konnten, denn als Schneider verdienten sie sehr wenig Geld. Wie viele R├Âcke, Hosen, Westen m├╝ssen aus der Werkstatt hinauswandern, bis der Schornsheimer Heimarbeiter sich seines freien Eigentums an Haus und Grundst├╝ck erfreuen kann. Viele hatten noch ein St├╝ck Feld auf dem sie Kartoffeln und Getreide anpflanzten, zu Hause hatten sie im Stall ein Schwein, da├č dann wenn es gro├č war geschlachtet wurde, oder eine Ziege f├╝r ihre Milch die sogenannte Schneiderkuh. Da aber die Fabriken rationalisierten und somit billiger arbeiten konnten gab es f├╝r die Schneider immer weniger Arbeit, also mu├čten sie sich notgedrungen neue Arbeitspl├Ątze suchen. Viele gingen dann in die Industriewerke nach Mainz oder nach R├╝sselsheim in die Opelwerke arbeiten, wo sie viel mehr verdienten und somit sich etwas Luxus erwarben. Heute gibt es im ganzen Dorf keine aktiven Schneider mehr, der Beruf ist somit ausgestorben. Wenn man aber durch die Stra├čen geht, besonders in der Karl-Marxstra├če so findet man noch ein paar typische Schneiderh├Ąuser.

18. Jahrhundert

Armengeld

Wir h├Âren auch 1715 , da├č der Rechner Lorenz Tautph├Ąus Tuchgeld einnahm. Gewisse ├äcker in der Gemarkung waren mit diesem sogn. Tuchgeld belastet. Mit diesen Geldern bekamen, wie schon das Wort sagt, die Ortsarmen Kleider gekauft.

Juden in Schornsheim

Zwischen 1713 und 1738 wohnten 9 Judenfamilien im Ort. Jede Familie mu├čte 3 fl Judenschutzgeld bezahlen. Unter Judenschutzgeld verstand man eine den Juden auferlegte Sondersteuer . Nach der Bezahlung dieses Geldes waren sie berechtigt, ungehindert in dem Dorf zu wohnen und ihren Gesch├Ąften nachzugehen. Manche Juden waren H├Ąndler , andere Metzger .

Die Nachtw├Ąchter In fr├╝heren Jahren war der Beruf des Nachtw├Ąchters ein wichtiger. Ihr Dienst war folgenderma├čen 1712 festgelegt: :"Sie haben zu blasen

  1. gegen Herrn Schulthei├čen Haus,
  2. an der Schmitt Br├╝ck,
  3. an Nikolaus Kneips Haus,
  4. an Jakobs Dielen Haus,
  5. am Pfarrhaus,
  6. am Pfaffenw├Ąlder Brunnen.
Hierbei sollen die Nachtw├Ąchter an einem jeden Posten, wo sie abblasen, allemal die Stundt mit ansingen, wieviel die Uhr geschlagen, anmelden."

Tagew├Ąchter

Ein solcher wurde 1725 eingestellt. Dazu hei├čt es ,,Von der gesamten Gemeinde wurde es f├╝r ratsam erachtet, da├č ein Tagew├Ąchter, welcher den ganzen Tag in orth mit einem tragenden Spies herumb gehen solle undt wa├č an fremden Bettlern herein kombt, sogleich ab und forth zu weisen, so w├╝rde es auch in den umliegenden Orten geschehen. Der Tagew├Ąchter soll von jedem ,,Gemeinsmann" ein Brot und von der Gemeinde ein Paar Schuhe als Lohn bekommen.

Schweinehirt 1713 wird Nikolaus Lademann zum Schweinehirten angenommen. Er bekommt als Lohn ,,7 Malter Korn und von jedem, der Schweine treibt,einen Laib brot, und soll der selbe die Schweine treiben wenn das Wetter gut ist." 1722 bekommt der neue Schweinehirt von jedem Schwein, ,,so getrieben" 1/4 Brot. Er mu├č die Schweine h├╝ten,solange man sie ihm ,,zutreibt ".

1722 wurden 6 M├Ąnner als Feuerl├Ąufer angenommen. Einer von ihnen war ihr Hauptmann. Sie hatten, wenn irgendwo ein Feuer ausbrach, bis drei Stunden von hier nach dem Feuer zu laufen, um dort zu helfen. Sie hatten aber von keinem Brand fortzugehen, bevor sie nicht ein Attest ├╝ber ihre Bem├╝hungen bekommen hatten. Jeder hatte seinen Ledereimer mitzunehmen. Wenn sie zur├╝ckkamen, sollen sie von der Gemeinde 2 Ma├č Wein und jeder f├╝r einen Albus Weck bekommen.

1731 hei├čt es: ,,sie sollen dem Feuer nachgehen bis an den Rhein oder vier Stunds wegs weit und dann zur├╝ckbringen ein Attest, dann sollen sie von der Gemeinde haben 1 Viertel Wein und vor ein alb. Weck und Volpert Sandmann soll Feuerhauptmann sein.

19. Jahrhundert

1840 Der ev. Pfarrer Pfeiffer erkl├Ąrt, da├č seine Gemeinde die Kirchliche Trennung von der kath. Gemeinde und die Erbauung einer ev. Kirche ,,l├Ąngstens und sehns├╝chtigst " gew├╝nscht habe. Die Vernichtung von M├Ąusen, Hamstern und Wespen wird wieder bezahlt.

1848 Ludwig H., geb├╝rtig und wohnhaft in Schornsheim, hat sich als Ortsb├╝rger eintragen lassen und das Feuereimergeld bezahlt. Wegen seiner beabsichtigten Verehelichung legt der Rat Einspruch ein, weil der Genannte keinerlei Verm├Âgen hat, weder ein Gewerbe aus├╝bt, noch in der Landwirtschaft ,,eifrig" ist, und ├╝ber die Verm├Âgensverh├Ąltnisse der Frau nichts bekannt ist. ,,Man kann annehmen, da├č derselbe diese Weibsperson mit ihren zwei unehelichen Kindern nicht ern├Ąhren kann, viel weniger, wenn sich diese Familie noch vermehren sollte".

1850 Zum Bau der ev. Kirche will man keine Steine aus dem Flonheimer Steinbr├╝chen verwenden, weil f├╝r diese Steine Chausseegeld bezahlt werden mu├č. Man will die Steine aus den Oppenheimer Br├╝chen beziehen, da die Steine von dort von diesem Geld befreit sind.

1856 Die H├╝hner und G├Ąnse werden wieder von Ludwig H├Âhler mit seiner Schwester zum Lohn von 30fl geh├╝tet. Dazu bekommt er noch, wie ├╝blich, 1 Pfd. Brot von dem Besitzer einer jeden Gans. Die Weinbergssch├╝tzen m├╝ssen jetzt jeden Tag gehen. Der Lohn betr├Ągt f├╝r jeden pro Tag 24 xr.

1857 Philipp Geogi will zu seinem Sohn nach Z├╝rich reisen, weil er dort bessere Kost und Pflege als in Schornsheim hat. Die Gemeinde ist bereit, ihm Geld f├╝r Kleidungsst├╝cke und f├╝r die fahrt zu geben. Sie verlangt aber als Sicherheit, da├č das Reisegeld erst auf dem Bahnhof ausgezahlt wird, von dem aus er die Reise antritt. Sein Sohn ist Spengler in Z├╝rich. Der Rat beschlie├čt, da├č am 23. Juni die Wiesen ge├Âffnet werden. Das Gras soll sofort gem├Ąht und abgefahren werden. Der Rat legt Widerspruch gegen die Verehelichung des Ortsb├╝rgers Mathias Z. mit der Maria Chatharina J. aus W├Ârrstadt ein. ,,Z. genie├čt einen ├╝blen Ruf und hat mit einer Person aus dem Herzogthum Nassau einen unsittlichen Wandel gef├╝hrt und hat Kinder mit derselben erzeugt. Er ist ein Gottesl├Ąsterer und dem Trunke ergeben. Seine Verlobte besitzt auch einen leichtfertigen Charakter und habe schon mit einer anderen Person zwei uneheliche Kinder gezeugt."

1858 Es soll dem Gro├čherzog ein Geschenk zur Silberhochzeit gemacht werden. Ein Ratsmitglied stimmt zu. Alle ├╝brigen Gemeinderatsmitglieder lehnen jedes Geschenk ab. Sie erkl├Ąren, die Gemeinde sei durch den Chausseebau, die Beschaffung zweier Feuerspritzen sowie andere Ausgaben so mitgenommen, da├č sie auf die kleinsten Ersparnisse bedacht sein m├╝sse. Die Ablehnung solle keine Abneigung bedeuten. Im November ber├Ąt man nochmals ├╝ber das Geschenk an den Gro├čherzog. ,,Es sei unw├╝rdig", hei├čt es, ,,wenn sich die Gemeinde Schornsheim von dem erhabenen Feste ausschlie├čen wolle". Man will 25 fl geben, das Geschenk soll durch eine Sammlung aufgebracht werden.

1859 Der Rat lehnt eine vorzeitige Heirat des Carl. L. Bi├čmann, z.Zt. in Neuch├Ątel wohnhaft, ab. ,,Wenn auch Petent ( Bittsteller ) zur Zeit einen guten Verdienst hat, aber die Verheiratung vor seinem 25. Lebensjahr versterben sollte, so k├Ânnte die im Ausland gebohrene Frau und etwaige Kinder der Gemeinde Schornsheim zur Last fallen. Er m├Âge abwarten, bis er das gesetzlich vorgeschriebene Alter habe.

1860 Steine zum Ausbessern der Wege sollen in der Menge von 9 Klaftern angekauft werden. Die Steine sollen durch Feldstrafschuldner geklopft werden. Ihr Lohn soll von der Schuld abgezogen werden. "Die als zahlungsunf├Ąhig erkannten ,Str├Ąflinge' haben sich aber durch Fristgesuche und sonstige Ausfl├╝chte dieser Arbeit bisher zu entziehen gesucht".

J.L.H. bittet um Unterst├╝tzung aus der Gemeindekasse. Der Rat meint: "Rubrikat ist ein kr├Ąftiger Mann von 37 Jahren, der von Jugend an sich ans Betteln gew├Âhnte. Er nennt sich Tagel├Âhner, will aber f├╝r niemanden arbeiten und besch├Ąftigt sich blo├č mit Pferdekotsammeln auf den Stra├čen, wo er den Faulenzer machen kann. Er k├Ânnte das ganze Jahr ├╝ber Arbeit haben durch Feldarbeit und im Winter durch Fruchtdreschen. Dieses Jahr ist ihm das G├Ąnseh├╝ten angeboten worden, wof├╝r er von Mai bis November 40 fl und f├╝r jede Gans ein Pfund Brot h├Ątte verdienen k├Ânnen, was er auch nicht angenommen hat. Seine Frau, 36 Jahre alt, stark und gesund, ist ebenso arbeitsscheu, selbst in der Ernte nehmen diese erzfaulen Menschen keinen Fruchtschnitt an. Hier├╝ber ist die ganze Gemeinde aufgebracht und gibt nichts mehr. Der Polizeidiener hat den Auftrag, das Betteln zu st├Âren. W├Ąre es den Eheleuten weiter erlaubt, so h├Ątten sie fortw├Ąhrend ohne Nahrungs sorgen leben k├Ânnen. Solche Leute sind nicht w├╝rdig, unterst├╝tzt zu werden."
In Undenheim soll eine Poststation errichtet werden. Schornsheim h├Ąlt aber den Verbleib bei W├Ârrstadt f├╝r vorteilhafter wegen des dortigen Friedensgerichts und des dortigen Steuerkommissariats. Die Gemeinde k├╝ndigt dem Ph. M. die Stelle als G├Ąnsehirt, ,,weil er sich gar nicht mit dem G├Ąnseh├╝ten befa├čt, seine Frau nur selten. Die G├Ąnse w├╝rden aus dem Ort nur selten auf das Feld getrieben und seinen schulpflichtigen Kindern ├╝berlassen, welche die G├Ąnse in der Gemarkung nach Willk├╝r umher laufen lie├čen, auch die G├Ąnse zu fr├╝hzeitig wieder ins Ort trieben und dabei noch manche G├Ąnse auf dem Feld lie├čen. Um nun ferneren Schaden an den besamten Feldern zu verh├╝ten, wird er als G├Ąnsehirt entlassen."

1861 Nach dem Vertrag der gro├čherzoglichen Regierung mit der Thurn und Taxisschen Postverwaltung erkl├Ąrt der Rat: ,,Die Gemeinde will auf einen sechsmaligen Botengang verzichten und nur den Bringerlohn f├╝r das Regierungsblatt bezahlen." Die Gemeinde braucht keinen Briefkasten anzuschaffen. Da bereits zwei Fruchth├Ąndler in Schornsheim ans├Ąssig sind, h├Ąlt der Rat einen weiteren nicht f├╝r notwendig.

1862 Da die Sperlinge sich sehr vermehrt haben und gro├čen Schaden im Felde anrichten, mu├č jeder B├╝rger nach seiner Personalsteuer 2 bis 6 Sperlinge abliefern. Da die Lapinsplage (Kaninchenplage) in der Gemarkung ├╝berhand nimmt, soll ein Mann aus Bechtheim, der ein Frettchen besitzt, helfen. Der Erl├Âs f├╝r die Lapins soll in die Gemeindekasse flie├čen.

1863 Diejenigen, die in der Gemarkung Schornsheim Lapins t├Âten oder vorzeigen, sollen pro St├╝ck 6 xr aus der Gemeindekasse erhalten. Weiter beschlie├čt der Rat, da├č die ├╝berhandgenommenen Kornhamster auch vertilgt werden m├╝ssen. F├╝r jeden get├Âteten und abgelieferten Hamster will man 3 xr bezahlen.

Anmerkung: Noch 1950 - 1960 wurden die Hamster gefangen und pro St├╝ck gab es 1,80 DM.

1870 Der im Pfaffenwald stehende Brunnen liefert den dortigen Bewohnern kein hinreichendes Wasser f├╝r ihre Haushaltungen und ihr Vieh. Zur Zeit ist gro├če Not an Wasser in Schornsheim. Der Rat stellt im August fest, da├č ein neuer Brunnen vor dem Heyertor nicht gebaut zu werden braucht, da es lange und ausdauernd geregnet habe.

Am 30. Juli 1870 lieferte Jakob Tautph├Ąus ein Pferd und einen Wagen f├╝r eine Kriegsfuhr nach Frankreich. Philipp Ebling stellte ein zweites Pferd. Beide stellten noch zus├Ątzlich einen zweiten Mann.
Am 28. September kam der eine Mann mit seinem Fuhrwerk und einem fremden Pferd zur├╝ck. Nach Aussage des R├╝ckkehrers sollen sein Gef├Ąhrte und dessen Pferd in Frankreich umgekommen sein.
Am 8. Oktober beschwerte sich der der Gemeinderat ├╝ber den Polizeidiener. Er sei dem Trunke ergeben und vers├Ąhe seinen Dienst schon seit Jahren nachl├Ąssig. Auch w├Ąren manche n├Ąchtlichen Ruhest├Ârungen nicht vorgekommen, wenn er die Runde im Ort gemacht h├Ątte. Weiter h├Ątte er vers├Ąumt, jeden Abend zus├Ątzlich zu den diensttuenden Sicherheitswachen weitere B├╝rger zu bestellen, da der n├Ąchtliche Feldfrevel ├╝berhand n├Ąhme. Der Polizeidiener soll entlassen werden, zumal er noch seinen S├Ąbel und das Dienstbuch dem B├╝rgermeister in das Wohnzimmer geworfen h├Ątte. Um die Stelle des entlassenen Polizeidieners bewerben sich 5 Personen. Sein Gehalt betr├Ągt 40 fl. Der Polizeidiener mu├č noch als Gerichtsdiener und als Feldsch├╝tz f├╝r die n├Ąchste Umgebung des Ortes t├Ątig sein. Die Gemeinde mu├č ein Kapital von 1.500 fl. aufnehmen, um die nach Frankreich gefahrenen Schornsheimer entsch├Ądigen zu k├Ânnen.
Am 18. Oktober wird vom Ausbruch des Typhus berichtet.

1871 Der Gemeinderat glaubt, da├č ,,die zu keinem Resultat gef├╝hrte Untersuchung von Brunnenwasser bez├╝glich der Krankheit h├Ątte gespart werden k├Ânnen, da nichts festgestellt werden konnte".

1880 Der Polizeidiener wird entlassen, da er an manchen Tagen nicht im Ort zu sehen ist, so da├č ,,bei ├╝berhandnehmenden Bettel die Vagabunden ungest├Ârt den Bettel betreiben k├Ânnen. Seine sonstigen Funktionen hat er auch sehr vernachl├Ąssigt.

1881 Es wird ein neuer Wasenmeister eingestellt. Er bekommt f├╝r das Abledern und Verscharren eines St├╝ckes Gro├čvieh 1,50 bis 2,00 Mark. F├╝r ein Fohlen, Kalb oder Schwein 50 Pfennig. Das Gro├čvieh mu├č angeliefert werden. Das andere Vieh hat der Wasenmeister zu holen.

1897 In Schornsheim werden Tagel├Âhne ( keine Stundenl├Âhne ) festgesetzt. Sie betragen: f├╝r erwachsene Arbeiter 1 Mark 80 Pfennig f├╝r erwachsene Arbeiterinnen 1 Mark 20 Pfennig f├╝r jugendliche Arbeiter 1 Mark 20 Pfennig f├╝r jugendliche Arbeiterinnen 80 Pfennig

Die Gemeinde will das freie Herumlaufen der G├Ąnse an Sonn- und Feiertagen verbieten.

20. Jahrhundert

1903 Auf Verf├╝gung des Kreisamtes beschlie├čt der Rat, die alte Effe ( Ulme ), den sogenannten Heyerbaum unter Denkmalschutz zu stellen.

Quelle: Ausschnitte aus der Chronik von Schornsheim, 1200 Jahre Schornsheim, 782-1982

Politik

Gemeinderat

B├╝rgermeister

  • Edwin Henn

Wappen

Unter schwarzem Schildhaupt , darin ein liegender Krummstab auf schwarzem Schildfu├č in silber ein roter fensterloser Zinnenturm . Es soll auf ein Siegel aus dem Jahre 1781 zur├╝ckgehen, als die Ganerben von Dienheim , von Wallbrunn , von Wanscheid und von Langwerth zu Simmern gemeinsam - daher die Bezeichnung ,,Ganerben" die Ortsherrschaft aus├╝bten. An diese Zeit soll der rote Turm erinnern, w├Ąhrend der Bischofsstab auf die heilige Lioba verweist, die als Verwandte des heiligen Bonifatius hier in Schornsheim im 8. Jahrhundert eines der ├Ąltesten Frauenkl├Âster gegr├╝ndet hatte.

Pers├Ânlichkeiten

S├Âhne und T├Âchter von Schornsheim

Wahlschornsheimer

  • Kornelia Ender , 1976 Olympiasiegerin im Schwimmen

Weblinks

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