fair-hotels . Ein Service wie gemalt
Reiseführer Übersicht Deutschland Österreich Schweiz Bauwerke nach Stil

Werbung

Letzte Änderung für Artikel Schnorbach: 25.12.2005 15:01

Schnorbach

Wechseln zu: Navigation, Suche

Schnorbach im Rhein-Hunsr├╝ck-Kreis in Rheinland-Pfalz liegt n├Ârdlich des Soonwaldes im s├╝dwestlichen Bereich der Verbandsgemeinde Rheinb├Âllen in einer Talmulde, ca. 430 m ├╝ber N.N. .

Die erste urkundliche Erw├Ąhnung ist um 1200 datiert. Eine in der Gemarkung gefundes Bronzebeil aus der H├╝gelgr├Ąberzeit (ca. 1000 v.Chr. ) deutet jedoch auf eine fr├╝here Besiedlung hin.

Die Gemarkungsgr├Â├če betr├Ągt 342  ha . Der Waldanteil betr├Ągt ca. 81 ha. Rund 230 ha werden landwirtschaftlich genutzt. Auch Schnorbach musste in den letzten 25 Jahren den ├Âkonomischen Entwicklungen in der Landwirtschaft Tribut zollen. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ging von 26 auf jetzt 10 Nebenerwerbsbetriebe zur├╝ck. Gleichwohl hat der Ort seinen landwirtschaftlichen Charakter behalten.

Schnorbach z├Ąhlt 225 Einwohner . Die Bev├Âlkerung ist mit 66% ├╝berwiegend katholisch . Schnorbach ist Pfarrort , dem die Orte Argenthal, Ellern und Wahlbach angeschlossen sind. Die Pfarrkirche St. Sebastian wurde Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut.

In Schnorbach gibt es die Gastst├Ątte "Zur Bauernsch├Ąnke". Sonst sind leider keine Gesch├Ąfte mehr vorhanden. Die Eink├Ąufe k├Ânnen in der nahegelegenen Kreisstadt Simmern oder in Rheinb├Âllen get├Ątigt werden. In diesen Orten wird auch die medizinische Versorgung sichergestellt. Wer nicht motorisiert ist, kann seinen t├Ąglichen Bedarf an Grundnahrungsmitteln , wie vielerorts, ├╝ber mobile Verkaufsstationen erledigen.

Arbeitspl├Ątze sind in Schnorbach durch einen Estrichbetrieb und ein Verputzergesch├Ąft vorhanden, in denen aber keine Schnorbacher Einwohner besch├Ąftigt sind. Daher sind alle Berufst├Ątige Pendler zwischen Wohnort und Arbeitsplatz.

Die Kinder besuchen den Kindergarten und die Grundschule in Argenthal. Die Hauptschule und die weiterf├╝hrenden Schulen sind in unmittelbarer N├Ąhe in Rheinb├Âllen und Simmern vorhanden.

Das kulturelle Leben in der Ortsgemeinde wird gepr├Ągt durch den Sportverein " Germania " mit Angeboten im Breitensport ( Gymnastik , Tanzen ) und dem Frauenverein. Am Ortsrand befindet sich ein gut gepflegter Sportplatz . Die Vereine in der Nachbargemeinden bieten die M├Âglichkeit, fast alle Sportarten zu betreiben. F├╝r Veranstaltungen der Gemeinde und f├╝r Familienfeiern steht das Gemeindehaus zur Verf├╝gung. Die Jugend hat sich dort einen Jugendraum eingerichtet.

Seit Anfang der neunziger Jahre wurde in mehreren Bauabschnitten ein Baugebiet mit 25 Baupl├Ątzen erschlossen, von denen ├╝ber 80% verkauft und gr├Â├čtenteils auch schon bebaut sind.

Die Verkehrsanbindung ist recht g├╝nstig. Bis zur B50 sind es 2 km , bis zur A61 (Auffahrt Rheinb├Âllen ) sind es 6 km, bis zum Flugplatz Hahn ca. 25 km. Die Kreisstadt Simmern und der Verbandsgemeindeort Rheinb├Âllen sind ca. 8 km entfernt. ├ťber den A61 sind die Oberzentren Mainz und Koblenz in ca. 35 Minuten zu erreichen.

Ortsgeschichte

Im Jahre 1006 wurde die von dem Edlen Thidrich erbaute Kirche zu M├Ârschbach durch den Mainzer Erzbischof Willigis eingeweiht und der Zehntbezirk abgegrenzt. Vom Rinkenbach zwischen Altweidelbach und Mutterschied bis zum Punkt 466,8 sud├Âstlich von M├Ârschbach bildete die alte Steinstra├če ( R├Âmerstra├če ) den Grenzverlauf. Der Pfarrbezirk zwischen dieser Steinstra├če und dem Simmerbach d├╝rfte eine alte Grundherrschaft der Herren von Wahlbach gewesen sein. Das Edelherrengeschlecht von Wahlbach war verwandt mit den Herren von Braunshorn und den Herren von Dick bei Grevenbroich, die das Zisterzienserinnenkloster Kumbd gr├╝ndeten. S├╝dlich dieser Steinstra├če bei Schnorbach waren die Grafen von Kessel beg├╝tert. Mit Graf Bruno erscheint dieses Geschlecht im Jahre 1081, das eine Grafschaft in den heutigen Niederlanden auf dem linken Ufer der Maas zwischen Roermond und Venlo besa├č. Die Vogtei ├╝ber die Benediktinerabtei St. Pantaleon in K├Âln trugen sie als ein Erblehen. Conrad (ca.1188) und Hermann (1235-1255), Grafen von Kessel, waren deren ├äbte . Seit der Mitte des 12. Jahrhunderts nennen sich die Grafen von Kessel zus├Ątzlich Herren von Grevenbroich. Die Beziehungen zur K├Âlner Kirche lassen an eine Verbindung ├╝ber Bacharach auf den Hunsr├╝ck schlie├čen. Denn Bacharach war bereits seit Erzbischof Kunibert (626-648) K├Âlner Besitz. Wir h├Ątten hier eine Parallelerscheinung zu den ├╝ber Burg Stahleck in den Kumbder Raum gekommenen Edelherren von Dick. Als Lehen des Erzbistums K├Âln besa├čen die Grafen von Kessel auch G├╝ter an der Mosel. Sie waren an die Herren von Braunshorn weiterverliehen, aber 1184 unter Erzbischof Philipp von Heinsberg wieder an die K├Âlner Kirche zur├╝ckgekommen. Die Herren von Braunshorn erhielten als Entsch├Ądigung eine Rente aus K├Âlner Weinbergen bei Bacharach. Von Bacharach aus k├Ânnten die Grafen von Kessel Schnorbach als Reichsbesitz erworben haben, zumal wir in unmittelbarere N├Ąhe auch das Reichsgut Argenthal antreffen.

Pfalzgraf Rudolf I. (1294-1319), der seiner Gemahlin Mechthilde, Tochter des K├Ânigs Adolf von Nassau , 10 000 Mark als Heiratsgut auf die Burgen F├╝rstenberg und Stahlberg bei Steeg, Kaub und einige andere pf├Ąlzische Besitzungen angewiesen hatte, geriet mit dem Grafen von Kessel wegen des Besitzungen am Mittelrhein und auf dem Hunsr├╝ck in Streitigkeiten. Walram, damals noch Domprobst zu M├╝nster, bevollm├Ąchtigte am 29.September 1295 seinen Notar Theoderich, mit der Beilegung seines Streites mit dem Pfalzgrafen, der durch die Besitznahme der Kessel'schen G├╝ter zu Steeg , der D├Ârfer Schnorbach und Ebschied mit W├Ąldern und Zubeh├Âr entstanden war. Der aufgestellte Vertrag wurde am 4.Oktober des gleichen Jahres von Walram von Kessel ratifiziert. Dieser verzichtete gegen einen Betrag von 86 Mark auf seine 4 Weing├Ąrten und einen Baumgarten zu Steeg sowie auf die D├Ârfer Schnorbach und Ebschied und verspricht gleichzeitig, nach seinem Austritt aus dem geistlichen Stand keine Anspr├╝che zu erheben. Damit war Schnorbach in den Besitz der rheinischen Pfalzgrafenschaft ├╝bergegangen. Walram best├Ątigte diesen Rechtsvorgang noch einmal am 8. Oktober 1296, nachdem er als Propst zu M├╝nster resigniert hatte.

Urkundlich erscheint der Ort Schnorbach das erstemal im G├╝terverzeichnis der Benediktinerinnenabtei Rupertsberg bei Bingen um das Jahr 1200 , als der Pastor David von Schnorbach ihr einige Hufen schenkte. Mit dem Erwerb des Dorfes durch den Pfalzgrafen war auch das Patronatsrecht an diesen gelangt. Zusammen mit seinem Bruder Ludwig schenkten sie das Recht 1305 dem Wilhelmitenkloster Windsbach oder F├╝rstenthal bei Bacharach. Das dieses Kloster aber zu keiner besonderen Bl├╝te kam, ├╝bte Kurf├╝rst Ruprecht I. 1368 das Patronatsrecht ├╝ber Schnorbach wieder selber aus.

Der urspr├╝ngliche Zehntbezirk war erheblich gr├Â├čer als die sp├Ątere Gemarkung von Schnorbach. Im Norden verlief sie entlang der alten Steinstra├če. In der Gemarkung Mutterschied scheint die Zehntgrenze den Rinkenbach erreicht zu haben. Hier liegt das im Zehntbericht von 1614 genannte "Herrenfeld" (wohl verlesen aus Hirzenfeld, mhd. hirz = Hirsch), aus diesem und aus einigen ├äckern bezog die Pfarrei 2/3 des Zehnten. Zehntberechtigt war der Pfarrer auch in einigen Bezirken der Gemarkungen Riesweiler, Argenthal, Altweidelbach, Wahlbach und M├Ârschbach. In den Gemarkungen Altweidelbach und Wahlbach k├Ânnten als Zehntbezirke die Distrikte diesseits der alten Steinstra├če in Betracht kommen, w├Ąhrend in M├Ârschbach ein Dreieck ausgeschnitten wurde, begrenzt an zwei Seiten durch die Steinstra├če und den Paterbach.

Zehntanteile besa├čen im 14. Jahrhundert in Schnorbach und Wahlbach die Edelherren von Heinzenberg. 1376 bewidmet Johann von Heinzenberg damit seine Frau Irmgart, die Tochter Friedrichs von Ippelbrunn. M├Âglicherweise ist jener Anteil, den die Wildgrafen um 1400 an Johann von Sch├Ânenburg verliehen und von dem er an Emmerich und Wilhelm von Ingelheim kam. Letzterer verkaufte ihn 1446 f├╝r 625 Gulden an den Pfarrer von M├Ârschbach.

Nach der Beschreibung des Amtes Simmern von 1599 hatte Schnorbach 11 Feuerst├Ątten, zwei davon waren nicht bewohnt. Der Unterschulthei├č hie├č Michel Hebel. Die Nonnen von Rupertsberg erhoben j├Ąhrlich von etlichen G├╝tern 20 Malter Hafer (Binger Ma├č) und 3 Pfund Hafer. In 2 Fluren war damals Kurpfalz zehntberechtigt, in dem 34 Morgen gro├čen Flur am Simmerner Weg und in den 7 Morgen gro├čen "Schelm├Ąckern" (mhd. schelme = Aas, also Schindanger). Dieser Distrikt ist wohl an der Stra├če Altweidelbach - Argenthal (Flur 3 Argenthal "Auf der Schinnkaul"), unmittelbar an der Schnorbacher Grenze zu suchen und nicht in Mutterschieder Bann, wo der Wasenplatz (Flur 7 "Bei der Schinkaul") 500 m n├Ârdlich des Dorfes liegt. Dieser Zehnte war gegen 11 Malter Korn verliehen. Der ├╝brige Zehnte wurde vom Pfarrer selbst eingezogen.

Seit 1590 galt Mutterschied als eine Filiale von Schnorbach. 1608 wurde eine neue Pfarrkompetenz aufgestellt. Der Hauptzehnte des Ortes kam an die Schaffnerei des Klosters Kumbd, die damals die Pfarrer und Lehrer besoldete. Der Pfarrer musste die Filiale Mutterschied alle Sonn- und Bettage versehen, zum Konvent und am Karfreitag hatten die Mutterschieder nach Schnorbach zu kommen.

Die dem heiligen Sebastian geweihte Kirche fiel in der Kauber Kirchenteilung ( 1706 ) den Katholiken zu, die dann 3 Jahre sp├Ąter an den ├Ąlteren Chor ein neues Langhaus anbauten. Mit in den Sprengel einbezogen wurde Argenthal mit Ellern, Wahlbach, Altweidelbach, Glash├╝tte und Tiergarten. Als man Schnorbach am 07.September 1767 vom Glaner Landkapital abtrennte und dem Kirner zuwies, gab es im Ort 19 Haushaltungen, 118 Kommunikanten und 135 Seelen. Die Kirche war 1732 neu erbaut worden. Zu dem von der geistlichen G├╝teradministration errichteten Pfarrhaus geh├Ârten Scheune , Stallung und Garten. Als Besoldung erhielt der Pfarrer 120 Gulden, 15 Malter Korn, 27 Malter Hafer und 1 Fuder Wein, zum Pfarrwittum geh├Ârten 4 1/2 Morgen ├äcker und 3 Morgen Wiesen. Dem Schulmeister der im eigenen Haus Unterricht halten musste, zahlte die geistliche Administration 10 Gulden Hauszins. Seine Besoldung waren 20 Gulden, 10 Malter Korn, 15 Gulden Schulgeld, 2 Gulden Stolgeb├╝hren , von Vieh- und Hirtenlohn war er befreit.

Weblinks

Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Schnorbach aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Schnorbach verfügbar.

fair-hotels. Ein Service der
VIVAI Software AG
Betenstr. 13-15
44137 Dortmund

Tel. 0231/914488-0
Fax 0231/914488-88
Mail: info@vivai.de
Url: http://www.vivai.de