fair-hotels . Ein Service wie gemalt
Reiseführer Übersicht Deutschland Österreich Schweiz Bauwerke nach Stil

Werbung

Letzte Änderung für Artikel Pohl (Nassau): 30.09.2005 01:15

Pohl (Nassau)

Wechseln zu: Navigation, Suche

Pohl ist ein Ort im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz ( Deutschland ).

Daten

  • Einwohner: 324
  • FlĂ€che: 4,24 kmÂČ
  • Postleitzahl: 56357
  • Kfz-Kennzeichen: EMS

Allgemeines

Pohl ist eine noch lÀndlich strukturierte Taunus-Gemeinde im Naturpark Nassau. Sie liegt im Bereich des mittelalterlichen Einrich-Gaues und gehört heute zur Verbandsgemeinde Nassau und zum Rhein-Lahn-Kreis mit Sitz in Bad Ems.

Wo sich der Taunus nach Nordwesten zur Lahn (Fluss) hin langsam absenkt, wird die Landschaft von sanft gewellten Höhen bestimmt, in die sich BachlĂ€ufe tief eingegraben haben. Auf einem solchen HöhenrĂŒcken zwischen dem MĂŒhlbachtal im Westen und den TĂ€lern von Dörsbach und Hasenbach im Osten liegt Pohl - eingebettet in eine grĂŒne, Wasser spendende Senke und umgeben von bewaldeten Höhen. Pohls wichtigste Verkehrsanbindung ist die Bundesstraße 260, die Koblenz und das Lahntal mit Wiesbaden und dem Rhein-Main-Raum verbindet. Kurorte wie Schlangenbad, Bad Schwalbach, Nassau , Bad Ems und Lahnstein und viele Mineralquellen haben dieser Straße den Beinamen BĂ€derstrasse eingebracht. Als Gemeinde im frĂŒheren Grenzgebiet von Römern und Germanen identifiziert sich Pohl aber mehr noch mit der „Deutschen Limes-Straße“, die seit 1999 durch den Ort fĂŒhrt.

GrĂ¶ĂŸenordnungen werden in Zahlen deutlich: Die Einwohnerzahlen Pohls waren immer recht konstant und haben sich vergleichsweise langsam, aber stetig nach oben entwickelt. Mit 337 Einwohnern (Stand 31. Dezember 1997) ist Pohl heute doppelt so groß wie vor zweihundert Jahren. 156 Haushalte sind registriert. Mit etwa zwei Dritteln Katholiken und einem Drittel Protestanten hob sich Pohl ĂŒber Jahrhunderte hinweg von seinen ganz protestantisch geprĂ€gten Nachbardörfern ab. Erst in den neunziger Jahren dieses Jahrhunderts wich dieses VerhĂ€ltnis umzugs- und zuzugsbedingt einer ParitĂ€t . Zum o.a. Stichtag waren 158 Protestanten und 143 Katholiken gemeldet. Mittelpunkt im Leben der Katholischen Pfarrgemeinde „MariĂ€ Himmelfahrt“, die gemeinsam mit den Pfarreien von Katzenelnbogen und Zollhaus von einem Pfarrer betreut wird, ist die markante Katholische Pfarrkirche aus dem Jahre 1875. Die Mutterkirche der Evangelische Kirchengemeinde ist die kleine mittelalterliche Kirche von Niedertiefenbach.

Die geographische Höhe Pohls wird an der markanten Kreuzung von Bundesstraße und Ortsstraßen vor der Katholischen Pfarrkirche mit 330 m ĂŒber NN angegeben. Die GemarkungsgrĂ¶ĂŸe betrĂ€gt 423 ha. Nach dem Stand des Pohler JubilĂ€umsjahres von 1997 waren davon 44,7 % landwirtschaftlich genutzte FlĂ€chen, 5,9 % entfielen auf VerkehrsflĂ€che, 2,1 % auf GebĂ€ude- und FreiflĂ€che und 0,5 % auf WasserflĂ€chen (Dörsbach, Hasenbach, Sommerbach und Hauserbach mit NebenbĂ€chen und Aufstauungen). Mit 45,3 % oder 192 ha aber hatte und hat der Wald den grĂ¶ĂŸten Einzelanteil an der Gemarkung. Davon liegen etwa 91 ha als Waldenklave am sogenannten „Pohler Berg“ bei der Gemeinde Roth. Forstlich wird der Pohler Wald seit 1976 gemeinsam mit dem von Singhofen, Lollschied, Attenhausen, und Seelbach vom Forstrevier Singhofen betreut. Damit liegt der Pohler Wald nun, nachdem er lange zum Forstamt Katzenelnbogen gehört hatte, im Forstamtsbezirk Nassau. Der Pohler Wald, jahrhundertelang Stolz und wichtigste Einnahmequelle der Gemeinde, erholt sich derzeit von den schlimmen SchĂ€den, die er bei den Windwurfkatastrophen der Jahre 1984 und 1990 erlitten hatte.

Interessant ist ein Blick in die Heimatgeschichte der Dorfes. Die HĂŒgelgrĂ€ber und alte WegefĂŒhrungen in der Gemarkung gehen zwar noch auf die Kelten im vorchristlichen Jahrhundert zurĂŒck, mit den Resten des Limes im Pohler Wald und mit dem Ortsnamen haben aber die Römer die deutlicheren Spuren hinterlassen. Daran und auch an die spĂ€teren HerrschaftshĂ€user Nassau, Katzenelnbogen, Hessen und noch einmal Nassau erinnert auch das Pohler Ortswappen. Die urkundliche ErsterwĂ€hnung erfolgte – gemessen an der römischen Vergangenheit – erst vergleichsweise spĂ€t, nĂ€mlich anlĂ€sslich einer Schenkung an das Kloster Arnstein im Jahre 1247.

Das ausgehende 20. Jahrhundert hat auch in Pohl zu gewaltigen StrukturverĂ€nderungen - zu den umfassendsten in seiner Geschichte ĂŒberhaupt – gefĂŒhrt. Bis in die sechziger Jahre hinein gab es in jedem Haushalt eine landwirtschaftliche Selbstversorgung ĂŒber Äcker, „Placke“, GĂ€rten und Tierhaltung. Heute werden die Felder und Wiesen fast ausschließlich von einigen wenigen Großbauern aus den Umlandgemeinden bestellt. Neubaugebiete haben den alten Ortskern erweitert und abgerundet. Im Vergleich zu den zahlreichen kleinen landwirtschaftlichen und handwerklichen Betriebe der Vergangenheit ist heute die Zahl der Gewerbebetriebe eher gering. Sie sind von ganz unterschiedlicher Art und GrĂ¶ĂŸe, aber durchaus leistungsfĂ€hig und beachtenswert.

Auch im kulturellen Leben des Dorfes hat der Strukturwandel seine Spuren hinterlassen - insbesondere durch das Verschwinden so zentraler Einrichtungen wie der Pohler Volksschule, die von 1873 bis 1970 bestand. Kulturelle Verantwortung tragen heute neben der Gemeinde und den Kirchen vor allem die großen Ortsvereine, die trotz aller Höhen und Tiefen und ganz unterschiedlichem Engagement auf bemerkenswerte Erfolge zurĂŒckblicken können: Der MĂ€nnergesangverein „CĂ€cilia“ 1889 Pohl e.V., die Freiwillige Feuerwehr Pohl seit 1966, der Turn- und Sportverein Pohl e.V. seit 1969. Außerdem gibt es den Kirchenchor der Katholischen Pfarrgemeinde MariĂ€ Himmelfahrt.

Der Freizeitwert von Pohl hat zunĂ€chst einmal ganz wesentlich mit der Art und Weise zu tun, wie die Menschen hier miteinander umgehen. Und natĂŒrlich mit dem örtlichen Veranstaltungskalender, dem Angebot also, das die Ortsvereine wöchentlich bzw. traditionell machen. Das seit 1922 jeweils am ersten Juli-Wochenende durchgefĂŒhrte Waldfest des MĂ€nnergesangvereins, die Mai-Wanderung des Turn- und Sportvereins zur romantisch gelegenen UhusmĂŒhle im Hasenbachtal oder der große bunte Familienabend der Ortsvereine sind solche Veranstaltungen mit Tradition. Auch die Auseinandersetzung mit den reichlich vorhandenen Spuren der Vergangenheit hat in Pohl ihren Reiz. Kaum eine andere Gemeinde im Heimatgebiet dĂŒrfte ihre Geschichte derart grĂŒndlich aufgearbeitet haben wie Pohl. Eine umfangreiche Reihe heimatgeschichtlicher Schriften, ein Heimatarchiv und immer wiederkehrende Ausstellungen geben Zeugnis davon.

In besonderem Maße aber ist es die Landschaft, die Pohl liebenswert macht: Wo sich am „Pohler Stich“ der Blick weit ins Land öffnet bis hin zu den Bergen am Rhein und zu den HĂ€ngen des Westerwaldes, und wo sich am „Sieben-TĂ€ler-Blick“ ein Panorama von den Gelbachtal-, Lahntal- und JammertalhĂ€ngen bis zum „Grauen Kopf“ bei Holzhausen bietet, dort fĂŒhlt man sich „natĂŒrlich“ zum Spazieren und Wandern eingeladen. Wer mit offenen Augen durch Pohl geht, kann zwischen dem ehemaligen Forsthaus am alten Friedhof und der schönen GrillhĂŒtte an der Steinkaut in der Tat noch eine Menge entdecken. Zwischen dem benachbarten Hauserbach-Stausee von Miehlen und den MĂŒhlen am Hasenbach oder bei den HĂŒgelgrĂ€bern und Limesresten im Pohler Wald kann man noch tief in die noch weitgehend intakte Landschaft des alten „Einrichgaues“ eintauchen.

Weblinks

Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Pohl (Nassau) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Pohl (Nassau) verfügbar.

fair-hotels. Ein Service der
VIVAI Software AG
Betenstr. 13-15
44137 Dortmund

Tel. 0231/914488-0
Fax 0231/914488-88
Mail: info@vivai.de
Url: http://www.vivai.de