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Letzte Änderung für Artikel Lierschied: 03.02.2006 15:10

Lierschied

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Lierschied im Einrich ist ein Ort im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz ( Deutschland ). Er hat 493 Einwohner und eine Fl├Ąche von 5,93 km┬▓.

Inhaltsverzeichnis

Daten

  • Postleitzahl: 56357
  • Kfz-Kennzeichen: EMS
  • Ortsb├╝rgermeister: Mathias Wenzel, Rathaus 06771/2462, Fax: 2270 Sprechstunde: Montags 19:00 - 20:00 Zhr

Pfarramt

  • evangelisch:
  • Oberdorfstra├če 21, 56357 Nochern, 06771/2662 Pfarrer: Alfred Weinberg, Barbara Helling zust├Ąndig f├╝r Weyer, Lierschied und Nochern

Kindergarten

  • Evangelischer Kindergarten: Gemeindezentrum, 56357 Weyer, 06771/1859 f├╝r Weyer, Lierschied und Nochern

Feuerwehr

  • Feuerwehr 112 Wehrf├╝hrer: J├Ârg Haupt, Hallgartenstra├če 1, 56347 Lierschied Tel.: 06771/2026
  • F├Ârderverein der Freiwilligen Feuerwehr Lierschied Vorsitzender: Dieter Thiel, Taunusstra├če 22, 56347 Lierschied Tel.: 06771/599405

Vereine in Lierschied

  • Frauen- und Kirchenchor: Herta Schmelzeisen, Taunusstra├če 16 56357 Lierschied, 06771/7594
  • Landfrauenverband: Monika Breuch, Auf dem Daubus 10 56357 Lierschied, 06771/7673 Treffen: w├Âchendlich donnerstags nachmittags
  • MGV "Liederkranz": Karl Bauer, Hallgarter Stra├če 10 56357 Lierschied, 06771/7552 ├ťbungsstunden: donnerstags, 20:00 - 22:00 Uhr
  • Posaunenchor: Andreas Dillenberger, Taunusstra├če 8 56357 Lierschied, 06771/951371 ├ťbungsstunden: Dienstags 19:00 - 20:30 Uhr
  • Turn- und Sportverein: Michael Stutzmann, Gartenstra├če 3, 56357 Lierschied, 06771/2335

Geschichte

ÔÇ×villa Leyrscheyt in pago Heinriche" Der fr├Ąnkische K├Ânig Ludwig II., genannt ÔÇ×der Deutsche", beurkundete am 31. M├Ąrz 845 eine Schenkung an das neugegr├╝ndete Kloster Kettenbach an der Aar, das somit Eigentum an bisherigem Reichsgut erwarb. Bei dieser Gelegenheit wechselte auch die ÔÇ×villa Leyrscheyt in pago Heinriche" ÔÇô das Dorf Lierschied im Einrichgau ÔÇô mit seinen 17 H├Âfen und 64 Leibeigenen den Besitzer. Au├čerdem ist aus der Urkunde zu erfahren, da├č in Lierschied bereits Wein angebaut wurde. Die Herrschaft ging bereits 879, als Lierschied schon eine eigene Kirche besa├č, an den Klosternachfolger ÔÇô das Stift St. Severus in Gem├╝nde ÔÇô ├╝ber und blieb bis zur Neuzeit in dessen H├Ąnden. Das Stift setzte zur Verwaltung V├Âgte ein, unter denen die Herren von Hohenstein und die von Allendorf genannt werden. In Jahr 1370 versetzte Ritter Johann von Allendorf seinen Teil des Dorfes ÔÇ×Lyescheit" mit Vogtei, Gericht, Herrschaft, G├╝lte, Wald und einigen Eink├╝nften f├╝r 350 kleine Gulden von Florenz an Wilhelm II. von Katzenelnbogen. Mit weiteren Zuerwerbungen konnten die Katzenelnbogener damit ihre Herrschaft auf Lierschied ausdehnen. Der Landgraf von Hessen, als Erbe der Katzenelnbogener, kaufte 1568 f├╝r 1050 Gulden auch den Stifthof der Gem├╝ndener, und ├╝berlie├č ihn seinem Kanzler Friedrich von Nordeck, der 1594 auch die Stiftsvogtei erwarb. Die Herren von Nordeck hatten damit auch das Patronat ├╝ber die Lierschieder Kirche erworben. Lierschied war bis zur Einf├╝hrung der Reformation eine eigenst├Ąndige Pfarrei mit einem Johannes dem T├Ąufer geweihten Gotteshaus, und dem 1490 neu errichteten Pfarrhaus. Nach dem der Pfarrsitz nach Nochern verlegt worden war, mu├čte der jeweilige Pfarrer jedoch seine Pr├Ąsentation f├╝r Lierschied durch den Patronatsherrn von Nordeck noch einmal best├Ątigen lassen. Daf├╝r lieferten die Nordecks j├Ąhrlich sieben Gulden, oder ein Ohm Wein in Natur zur Pfarrbesoldung, wovon nicht jeder Pfarrer begeistert war, denn manchmal fiel der Wein ÔÇ×etwas schlacht" aus. Im Jahr 1594 wurde den Auelern, die zum Kirchspiel Ruppertshofen geh├Ârten, erlaubt, den Gottesdienst in Lierschied zu besuchen, da ihnen der sonnt├Ągliche Weg nach Ruppertshofen zu weit erschien. Nach dem Drei├čigj├Ąhrigen Krieg war Lierschieds Einwohnerzahl auf 90 gesunken, und man schlug 1676 Auel auch f├Ârmlich der Kirchengemeinde Lierschied zu. Im gleichen Jahr richtete man in dem ehemaligen Pfarrhaus eine gemeinsame Schule f├╝r Lierschieder und Aueler Kinder ein. Beide Gemeinden mu├čten daf├╝r einen Gulden ÔÇ×Hauszins" j├Ąhrlich an den Pfarrer in Nochern zahlen. Als das Geb├Ąude bauf├Ąllig geworden war, baute man 1723 an gleicher Stelle ein neues Schulhaus. Bis 1895 gab es den Schulverband, dann bezog Auel eine eigene Schule, und auch Lierschied ├╝bergab im Jahr 1908 eine Neubau seiner Bestimmung. Er tr├Ągt heute den Namen ÔÇ×Zur alten Schule" und beherbergt ein Gasthaus, denn 1967 trat Lierschied dem Schulverband der Mittelpunktschule in St. Goarshausen bei. Auch das Kirchengeb├Ąude hat eine bewegte Geschichte aufzuweisen. Der heutige Kirchturm stammt etwa aus dem 13. Jahrhundert, und ist schon ├Ąu├čerlich als Wehrturm erkennbar. Er besa├č fr├╝her eine gr├Â├čere H├Âhle, und seine Obergescho├če waren nur ├╝ber einen verwinkelten Gang zu betreten, der sich besser verteidigen lie├č als eine normale T├╝r. Den Abschlu├č bildet ein hoher Spitzhelm, dem die urspr├╝nglich vorhandenen vier Eckt├╝rmchen mittlerweile fehlen. Vom Kirchenschiff wird berichtet, da├č es 1778 so bauf├Ąllig war, da├č eine Kommission es f├╝r zu gef├Ąhrlich hielt, noch l├Ąnger Gottesdienste darin zu halten. Die Kosten f├╝r einen massiven Neubau sch├Ątzte man auf 3217 Reichstaler, eine Summe, die von den Lierschiedern nicht aufzubringen war. Sie entschlossen sich daher zu einem Fachwerkbau, den sie durch ein 5-prozentiges Darlehen von 1100 Reichstalern finanzieren konnten. Das Geld erhielten sie von dem Gerichts- und Ratsverwandten Linck aus St. Goar. Der Neubau begann 1779 unter der Leitung eines St. Goarer Meisters. Doch war dieser so unzuverl├Ąssig, da├č man dem einheimischen Lehrer Sauer die Bauleitung ├╝bertrug, der 1780 den fertigen Bau ├╝bergeben konnte. Das dreiachsige Schiff aus verputztem Fachwerk erhielt auch eine neue Kanzel und neues Gest├╝hl. Der gotische Chorraum im Turm mit seinem steilen Kreuzgratergew├Âlbe blieb hingegen unver├Ąndert. Die rund 300 Einwohner hatten nun wieder ein stattliches Gotteshaus. Die traditionell hier vorherrschende Landwirtschaft verhalf Lierschied zu einem bescheidenen Wohlstand. Im Jahr 1823 wird es als ÔÇ×Dorf mit sechs M├╝hlen und 346 Einwohnern" beschrieben. Der ÔÇ×Geographiche F├╝hrer" von 1872 wird da schon wesentlich ausf├╝hrlicher: ÔÇ×106 Haushaltungen, 510 Einwohner; B├╝rgermeisterei, Kram-, Gast- und Schenkl├Ąden, zwei einzelne H├Ąuser, drei Mahl-, eine Knochen- und eine Lohm├╝hle, eine Papierfabrik, Weinbau und Viehzucht." Die Vielfalt an M├╝hlenbetrieben verdankte seiner ausgedehnten Gemarkungsgrenze, die in den T├Ąlern den L├Ąufen von Hasen- und Feuerbach folgt, und dicht bei St. Goarshausen liegt. So war die Papierm├╝hle ein Betrieb des St. Goarsh├Ąuser Adlerwirts Nathan. Auch die Lohm├╝hle, aus der sich die bedeutende Sohllederfabrik Napp entwickelte, hatte St. Goarshausen Eigent├╝mer. Ihr folgte an gleicher Stelle die Firma Schlaadt. Diese Betriebe verhalfen Lierschied zu erheblichen Steuereinnahmen. Die Gemarkung Lierschieds umfa├čt 593 Hektar, die zur H├Ąlfte noch heute landwirtschaftlich genutzt werden. Wenn auch die Landwirtschaft fast nur noch nebenberuflich betrieben wird, so hat doch Lierschied seinen d├Ârflichen Charakter bewahrt. Zielstrebige Ma├čnahmen zur Erneuerung haben zu diesem Ergebnis beigetragen.

Quelle: 1994, Wappenbuch der Verbandsgemeinde Loreley

Weblinks

Wikipedia

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