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Letzte Änderung für Artikel Armsheim: 27.01.2006 21:22

Armsheim

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Wappen Karte
Wappen Armsheims Deutschlandkarte, Position von Armsheim hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis : Alzey-Worms
Verbandsgemeinde: Wörrstadt
Geografische Lage :
Koordinaten: 49¬į 49‚Ä≤ N, 8¬į 3‚Ä≤ O
49¬į 49‚Ä≤ N, 8¬į 3‚Ä≤ O
H√∂he : 142 m √ľ. NN
Fläche : 10,05 km²
Einwohner : 2.648 (31. Dezember 2003)
Bevölkerungsdichte : 263 Einwohner je km²
Postleitzahl : 55288
Vorwahl : 06734
Kfz-Kennzeichen : AZ
Gemeindeschl√ľssel : 07 3 31 004
Gemeindegliederung: Ortsteil Schimsheim
Adresse der Gemeindeverwaltung: Bahnhofstr. 17,
55288 Armsheim
Offizielle Website: www.armsheim.de
E-Mail-Adresse: info@armsheim.de
Politik
B√ľrgermeister : Peter Starck
( Die Freie Liste in Armsheim und Schimsheim e.V. )

Die Ortsgemeinde Armsheim liegt im Rheinhessischen H√ľgelland hat 2.666 Einwohner (Stand Juli 2005) und ist die drittgr√∂√üte Gemeinde innerhalb der Verbandsgemeinde W√∂rrstadt. Sie geh√∂rt zum Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz ( Deutschland ).

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Armsheim liegt mitten im Rheinhessen, etwa 12 Km von Alzey, 17 Km von Bad Kreuznach, 25 Km von Bingen und etwa 35 km s√ľdlich von Mainz.

Geschichte

  • Vorgeschichte

Seit 400.000 Jahren leben Menschen in der Talaue des Wiesbaches, seit 1.500 Jahren befinden sich hier die D√∂rfer Armsheim und Schimsheim. Die offene, von Bachl√§ufen durchzogene Landschaft hatte den altsteinzeitlichen J√§gern und Sammlern ideale Lebensbedingungen geboten. Seit der Jungsteinzeit (nach 4.000 v. Chr.) war das Land dauerhaft besiedelt. Ackerbau und Viehzucht waren die Lebensgrundlagen. Zahlreiche jungsteinzeitliche, bronze-, und eisen(lat√®ne-)-zeitliche Funde belegen die dichte Besiedlung. Einen ihrer Schwerpunkte bildete das Gel√§nde des Neubaugebietes. Oberirdische Zeugnisse dieser fr√ľhen Zeit sind die Menhire, von denen allerdings nur noch einer in der N√§he seines urspr√ľnglichen Aufstellungsortes steht. Im 5. Jahrhundert v. Chr. befand sich im Bereich der Gemarkung ein keltischer F√ľrstensitz. Ein dazu geh√∂rendes Grab auf dem Laush√∂bel wurde beim Eisenbahnbau angeschnitten. Kostbare Beigaben - u.a. Teile eines Wagens, etruskisches Bronzegeschirr - verraten etwas √ľber die Macht und den Reichtum dieser F√ľrsten, zu deren Herrschaft vermutlich die keltische Stadt auf dem Wi√überg geh√∂rt hatte. Die keltische Zeit endete um Christi Geburt mit dem Beginn der r√∂mischen Herrschaft.

In den vierhundert Jahren der Zugeh√∂rigkeit zum R√∂mischen Reich wurde das Land durch Staatsdom√§nen bewirtschaftet. Wo diese Landg√ľter lagen, kann aus Bodenfunden und Flurnamen ("Weiler") erschlossen werden. Ein Jupiter-Heiligtum lag im Bereich der Armsheimer Kirche, ein Diana-Heiligtum in der westlichen Gemarkung. In der Suntflur hatte sich bis ins 20. Jh. das durch Grenzsteine markierte Areal einer solchen Villa erhalten. Die r√∂mischen Landg√ľter wurden an der Wende um 400 n. Chr. nach dem Vorsto√ü germanischer St√§mme √ľber den Rhein und dem Abzug des r√∂mischen Milit√§rs aufgegeben.

  • Geschichte

Die eigentliche Geschichte der beiden Orte beginnt mit der Besiedlung dieses Landes durch die Franken um das Jahr 500. Die D√∂rfer bestanden aus einer lockeren Gruppierung von Geh√∂ften um ein zentrales Hofgut mit Kirche und Friedhof, nach dessen Eigent√ľmer die Siedlungen benannt wurden. Weitere Einzelh√∂fe lagen au√üerhalb. In den unruhigen Zeiten des 12. und 13. Jahrhunderts wurden sie aufgegeben und es kam zu der heute noch sichtbaren stadt√§hnlichen Verdichtung der Siedlungen, die durch Hecken und Gr√§ben gesch√ľtzt wurden.

Der Stra√üenverlauf und die Bebauung geben wichtige Hinweise auf Entstehung und Entwicklung der beiden D√∂rfer. Den Ortsmittelpunkt Schimsheims bildet heute der kleine Platz, der durch die hier zusammenlaufenden Stra√üen gebildet wird. Auf ihm stand der Dorf- und Gerichtsbaum, die legend√§re Schimsheimer Effe. Die gegenw√§rtig hier wachsende Linde wurde in den Hohlraum der Effe gepflanzt, nachdem diese abgestorben war. Urspr√ľnglich war hier der Ortsrand, der zugeh√∂rende Brunnen ist wenige Schritte s√ľdlich erhalten. Die angrenzende Kirchgasse verweist auf den Standort der im Drei√üigj√§hrigen Krieg zerst√∂rten St. Martins-Kirche. Die Siedlungsstruktur Armsheims zeigt, auf welcher wirtschaftlichen Grundlage die Siedlung basierte und welches die treibenden Kr√§fte der Ortsentwicklung waren. Im Gegensatz zu der ruhigen Entwicklung Schimsheims war sie durch einen schnellen Aufstieg zu kurzer Bl√ľte und durch einen ebenso schnellen Niedergang gekennzeichnet. Zwei Siedlungsschwerpunkte sind zu unterscheiden, ein n√∂rdlich der Durchgangsstra√üe gelegener mit dem "Freien Platz", ein s√ľdlicher entlang der M√ľhlstra√üe. Vieles spricht daf√ľr, da√ü es sich bei diesem um eine planm√§√üige Ansiedlung handelt, insbesondere die nahezu quadratische Anlage des Rosenplatzes, der an einen st√§dtischen Marktplatz erinnert. Als treibende Kr√§fte erwiesen sich die St. Remigius-Kirche und die Burg der Ortsherren, der Grafen von Veldenz. Eine Blutreliquie der Remigius-Kirche wurde das Ziel einer √ľberregionalen Wallfahrt und Anla√ü zum Bau der Wallfahrtskirche "Zum heiligen Blut" (1431), die zu den bedeutendsten gotischen Bauwerken am Mittelrhein geh√∂rt. Der als Wasserburg gebaute Herrschaftssitz der Grafen war Mittelpunkt ihrer Besitzungen in diesem Raum. Der Ort erhielt Stadtrechte (sp√§testens 1349) und wurde durch Mauern und T√ľrme befestigt. Armsheim galt als am besten befestigte Stadt im Nahegau. Erhalten haben sich Teile der Stadtmauer zwischen Kirchhof und Neugasse, der Bielgraben sowie unterirdische G√§nge. Drei Torw√§rterh√§user belegen die Ausdehnung des Ortes √ľber lange Zeit.

Gr√∂√üe und Sch√∂nheit der gotischen Kirche verraten noch etwas √ľber die Bedeutung Armsheims als Wallfahrtsort und veldenzische Stadt. Mit dem Aussterben der Veldenzer und der Einf√ľhrung der Reformation endete diese Entwicklung: Der Ort kam 1471 an Kurpfalz, Mauern und T√ľrme wurden geschleift, er verlor die Stadtrechte und wurde dem Oberamt Alzey unterstellt. Die Reformation brachte 1556 die Zerst√∂rung der Inneneinrichtung der Kirche und das Ende der Wallfahrt. Spuren der Zerst√∂rung zeigen das Grabmal des Pfarrers Odenkemmer im Chor der Kirche sowie die zerschlagene Figur eines Heiligen, die in einem Anwesen in der Hauptstra√üe vermauert wurde.

Als Dorfmittelpunkt Armsheims kann man den kleinen Platz ansehen, an dem das Gemeindebackhaus stand. Unweit davon war der Pranger, sp√§ter die Gemeindewaage. Nur wenig oberhalb steht das alte Rathaus, von dessen Fassade das Normalma√ü stammt, die eiserne Elle, die jetzt an der Vorhalle der Evangelischen Kirche befestigt ist. Auch der gr√∂√üte Gasthof des Dorfes war nicht weit. Au√üerhalb des Ortes lagen an der Stra√üe nach Schimsheim das Hospital f√ľr die Leprakranken, das "Gutleuthaus", an der Stra√üe nach Alzey das Haus des Scharfrichters. Die Gewannbezeichnung "Galgenberg" s√ľdlich des Bahnhofes verweist auf die alte Richtst√§tte.

Die Bedeutung Armsheims hatte darauf beruht, Verwaltungssitz und Wallfahrtsort zu sein, war nicht die Frucht von Gewerbe und Handel. F√ľr diese fehlte die Anbindung an ein √ľberregionales Stra√üennetz. Die Fernstra√üe von Worms nach Bingen, die "Hohe Stra√üe" f√ľhrte √ľber Flonheim westlich des Dorfes vor√ľber, die "Alte Stra√üe" von Alzey nach Ingelheim √∂stlich, etwa im Zuge der heutigen Bahnlinie. Hinzu kommt, da√ü die Ortsgeschichte des 17. und 18. Jahrhunderts durch wiederholte Zerst√∂rungen und Pl√ľnderungen gekennzeichnet ist. Wenig blieb bei der Pfalzverw√ľstung durch Ludwig XIV. erhalten. Eine erste systematische Ortserweiterung erfolgte im 18. Jh. auf dem zugesch√ľtteten Graben (Neugasse), dann vereinzelt seit dem fr√ľhen 19. Jh. sp√§ter an der Landstra√üe.

Eine neue Epoche der Ortsentwicklung begann mit dem Ausbau der rheinhessischen Landstra√üen in den drei√üiger Jahren des 19. Jahrhunderts und mit dem Bau der Eisenbahnstrecken Bingen-Worms (1870), Mainz-Alzey (1871), Armsheim-Wendelsheim (1871 - 1895). Die nach 1870 am Bahnhof entstandene Siedlung war vom Wein-, Kohlen- und Viehhandel sowie durch das K√ľferhandwerk gepr√§gt. Die Bebauung der Bahnhofstra√üe (zuvor "Sauweg") spiegelt die Bedeutung, die die Eisenbahn √ľber hundert Jahre f√ľr den Ort hatte. Eine andere Form der Ortserweiterungen liegt im Neubaugebietes (Baubeginn 1983) vor, das die beiden 1969 vereinigten Orte verbindet.

An der Entwicklung der Haus- und Geh√∂ftformen lassen sich die Phasen der Ortsgeschichte seit dem 16. Jh. leicht ablesen. Die typischen fr√§nkischen Geh√∂fte weisen auf die Landwirtschaft, zum Teil verbunden mit dem Handwerk, als Erwerbsquelle hin. In der Zeit nach 1870 zeigen die H√§user mit ihren Nebengeb√§uden, wie die vornehmlich aus dem l√§ndlichen Raum stammenden Neub√ľrger eine Verbindung von Lohnarbeit und landwirtschaftlichem Nebenerwerb anstrebten (vor allem Bereich des Bahnhofes). Die Wohnh√§user der dritten Phase schlie√ülich sind √ľberregional und st√§dtisch orientiert und zeigen keinen Bezug zu Landschaft, Ortsgeschichte und Landwirtschaft. Damit ist die Ortsgeschichte in eine kritische Phase eingetreten.

Städtepartnerschaften

Fléville und Armsheim pflegen seit 1988 eine enge Partnerschaft. Fléville hat rund 2.900 Einwohner und liegt bei Nancy.

Kultur und Sehensw√ľrdigkeiten

Bauwerke

  • Kirche "Zum Heiligen Blut". Die evangelischen Kirche z√§hlt zu den sch√∂nsten gotischen Dorfkirchen Rheinhessens.Die Evangelische Kirche in Armsheim hei√üt bis zum heutigen Tag ‚ÄěZum Heiligen Blut Christi‚Äú. Sie wurde im Jahre 1431 als Wallfahrtskirche zur ‚ÄěVerehrung des wundert√§tigen Blutes Christi‚Äú errichtet.

Noch heute nennt man sie die ‚Äěsch√∂nste Dorfkirche Rheinhessens‚Äú. Ein besonderes Kleinod ist die besonders sch√ľtzenswerte Denkmalorgel des ber√ľhmten Orgelbauers Johann Michael Stumm, aus dem Jahre 1739. Jedes Jahr bringen hervorragende Organisten in der Konzertreihe ‚ÄěArmsheimer Orgelsommer‚Äú das Instrument zu Geh√∂r. In der Pause wird von den Konzertbesuchern der ‚ÄěOrgeltropfen‚Äú, eine j√§hrliche Sonderabf√ľllung Armsheimer Weins im sommerlichen Kirchgarten verkostet. Besondere Anziehungskraft f√ľr Kunstinteressierte aus der ganzen Region hat das Projekt: ‚ÄěKunst und Kirche‚Äú. Jedes Jahr findet mindestens eine Pr√§sentation zeitgen√∂ssischen religi√∂sen Kunstschaffens in der alten Wallfahrtskirche statt. Im Jahre 2001 wurde dabei ein viel beachtetes Gesamtkunstwerk geschaffen: ‚ÄěDietrich Bonhoeffer - Versuch einer Ann√§herung‚Äú durch Bild, Wort und Musik. Unter der Leitung von Prof. Guido Ludes, aus Mainz, fanden sich verschiedene Kunstschaffende zu diesem gemeinsamen Projekt zusammen. Besondere Anerkennung erfuhr es durch die Mitwirkung von Ministerpr√§sident Kurt Beck.

  • St. Remigius-Kirche.
  • Schloss Veldenz.

Weblinks

Wikipedia

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