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Letzte Änderung für Artikel Wachtberg (bei Bonn): 09.02.2006 18:34

Wachtberg (bei Bonn)

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Wappen Karte
Wappen fehlt
Wappenabbildung auf ngw.nl
Deutschlandkarte, Position von Wachtberg hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk : K├Âln
Kreis : Rhein-Sieg-Kreis
Fl├Ąche : 49,67 km┬▓
Einwohner : 19.846 (30. Juni 2005)
Bev├Âlkerungsdichte : 400 Einwohner je km┬▓
H├Âhe : 222 m ├╝. NN
Postleitzahl : 53343
Vorwahlen : 0228, teilw. 02225
Geografische Lage : 50┬░ 38' n. Br.
07┬░ 06' ├Â. L.
Kfz-Kennzeichen : SU
Gemeindeschl├╝ssel : 05 3 82 072
Gliederung des Gemeindegebiets: 13 Ortschaften
Adresse der Gemeindeverwaltung: Rathausstra├če 34
53343 Wachtberg
Website: www.wachtberg.de
E-Mail-Adresse: zentrale@wachtberg.de
Politik
B├╝rgermeister : Theo H├╝ffel ( CDU )

Wachtberg ist eine Gemeinde im Rhein-Sieg-Kreis im Bundesland Nordrhein-Westfalen ( Deutschland ). Durch ihre geografische N├Ąhe zur heutigen Bundesstadt Bonn haben hier eine gro├če Zahl von Menschen ihren Wohnsitz, die in den Ministerien, Botschaften und in Bonn ans├Ąssigen Firmen t├Ątig waren und sind. Auf einer Fl├Ąche von 49,7 km┬▓ lebten in den verschiedenen Teilgemeinden zur Mitte des Jahres 2005 fast 21.000 Menschen, davon sind rund 5.000 Pendler , darunter 3.000, die in Bonn arbeiten.

Die Gemeinde wurde 1969 im Zuge der kommunalen Gebietsreform aus mehreren Ortschaften gebildet. Kommunalpolitisch sind es 13 Ortschaften unterschiedlicher Gr├Â├če, welche die Gemeinde bilden. Zentraler Punkt von Wachtberg ist die Ortschaft Berkum

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Wachtberg liegt linksrheinisch zwischen dem Kottenforst, der Swist -Niederung, dem Rheintal und den Ahrtal-H├Âhen am S├╝drand der K├Âlner Bucht, 20 Kilometer s├╝dlich des Stadtzentrums von Bonn und unmittelbar an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz.

Das Gemeindegebiet ist gepr├Ągt von markanten Kuppen vulkanischen Ursprungs, unter anderem dem Wachtberg (258m, zwischen Villip und Berkum, Namensgebend f├╝r die 1969 zusammengelegte Gemeinde), dem Stumpeberg (ca. 230m), dem Hohenberg (263m) (beide bei Berkum) sowie dem D├Ąchelsberg (zwischen Oberbachem und Niederbachem). Viele dieser 25 Millionen Jahre alten ehemaligen, erloschenen Vulkane wurden (zum Teil bereits zur R├Âmerzeit sowie im Mittelalter) als Steinbr├╝che f├╝r Trachyt und Basalt genutzt und stehen heute unter Naturschutz .

Ebenfalls ein erloschener Vulkan ist der Rodderberg , an dem Grenzdreieck zu Bonn-Mehlem und Remagen-Oberwinter.

Die h├Âchste Erhebung ist jedoch die Anh├Âhe s├╝dlich von Werthhoven (269m), die zugleich auf der Landesgrenze und auf der Wasserscheide zwischen Ahrtal im S├╝den und Mehlemer Bach im Norden ist. Auf dieser unscheinbaren Anh├Âhe sind zwei kleine Sendemasten .

Der tiefste Punkt befindet sich in der N├Ąhe der Mehlemer Stra├če im Ortsteil Niederbachem, wo der Mehlemer Bach das Gemeindegebiet verl├Ąsst an der Stadtgrenze zu Bonn (Ortsteil Bad Godesberg- Mehlem)

Zwei Hauptt├Ąler durchziehen das Gemeindegebiet:

Das Tal des Mehlemer Baches, in dessen Einzugsgebiet die Otsteile Werthhoven, Z├╝llighoven, Berkum, Gimmersdorf, K├╝rrighoven, Oberbachem und Niederbachem liegen.

Das Tal des Godesbachs , in dessen Einzugsgebiet Fritzdorf, Arzdorf, Klein-Villip, Holzem, Villip, Villiprott und Pech liegen.

Beide B├Ąche fliessen direkt zum Rhein hin.

Zwischen beiden Hauptt├Ąlern ist noch das Tal des kleinen Lannesdorfer Baches , der ebenfalls direkt zum Rhein fliesst und in dessen obersten Einzugsgebiet das Dorf Lie├čem liegt.

Adendorf liegt im Einzugsbereich der Swist , die Burg M├╝nchhausen im Westen des Ortes (und zugleich im aussersten Westen des Gemeindegebietes liegt sogar direkt an der Swist.

Den besonderen Reiz der Landschaft macht der Ausblick auf das Siebengebirge auf der anderen Rheinseite aus. Bestimmend ist insbesondere der sehr nahe Drachenfels . - Die Bezeichnung " Drachenfelser L├Ąndchen " ist auch deshalb sehr beliebt, auch wenn die Herkunft dieser Bezeichnung sich urspr├╝nglich aus der Geschichte ableitet: (siehe auch Geschichte und Wappen)

Im ├╝brigen wird der ehemalige Vulkanismus des Wachtberger Gebietes auch von Geologen eher mit den ehemaligen Vulkanen des Siebengebirges in Zusammenhang gesehen, als mit den ebenfalls nicht fernen Vulkanen der Eifel (unter anderem Laacher See und Bausenberg sowie der Bergkegel der Burg Olbr├╝ck bei Niederzissen). Ebenfalls vulkanischen Ursprungs sind die von der s├╝dlichen Gemeindegrenze aus zu sehenden Kuppen Scheidskopf , Landskron (Bad Neuenahr) und in der Ferne N├╝rburg (Burg) und Hohe Acht.

Nachbargemeinden

Gemeindegliederung

(Einwohnerzahlen vom 30. Juni 2005)

  • Adendorf mit Klein Villip (1.620 Einwohner)
  • Arzdorf (313 Einwohner)
  • Berkum (2.030 Einwohner)
  • Fritzdorf (976 Einwohner)
  • Gimmersdorf (869 Einwohner)
  • Holzem (214 Einwohner)
  • Lie├čem (1.800 Einwohner)
  • Niederbachem (3.948 Einwohner)
  • Oberbachem mit K├╝rrighoven (1.187 Einwohner)
  • Pech (2.834 Einwohner)
  • Villip mit Villiprott (3.660 Einwohner)
  • Werthhoven (1.086 Einwohner)
  • Z├╝llighoven (289 Einwohner)

Geschichte

Erdgeschichte

W├Ąhrend die meisten vulkanischen Kuppen des wachtberger Gebietes wie das Siebengebirge aus der Zeit vor 25 Millionen Jahren stammen, ist der Rodderberg sehr viel j├╝ngeren Datums: Das Gestein stammt aus einer Zeit vor 600.000 Jahren und der letzte Ausbruch war um 250.000 vor Christus zur Zeit einer fr├╝heren Eiszeit .

erste menschliche Besiedelung

Vor der letzten Eiszeit lebten Neandertaler weit verstreut in Europa (unter anderem um 40.000 vor Christus im Neandertal bei D├╝sseldorf). Nach dem R├╝ckgang der letzten Eiszeit sind um 14.000 vor Christus in Oberkassel Menschen nachzuweisen.

Auf Wachtberger Gebiet war zuerst Adendorf besiedelt. Hier ist eine Siedlung mit Pfahlbauten aus der Jungsteinzeit (etwa 4.000 vor Christus) aus dem Kulturkreis der Bandkeramik nachgewiesen worden. Die erste Besiedelung breitete sich von den L├Â├č -Gebieten um die Z├╝lpicher B├Ârde her aus.

Weitere recht fr├╝he Siedlungsspuren sind bei Arzdorf und bei Werthhoven gefunden worden.

Die dauerhafte Besiedelung der rheinn├Ąheren Gebiete Wachtbergs erfolgte erst sehr viel sp├Ąter. Der erste singul├Ąre Fund einer Axt bei Niederbachem (aus der Zeit um 2.000 vor Christus) deutet nicht auf eine dauerhafte Besiedelung hin.

Bronzezeit

Um 1.500 vor Christus wurde der Fritzdorfer Goldbecher unweit der Fritdorfer Windm├╝hle auf dem Scheid (bei Fritzdorf) vergraben. Ein solch reichverziertes und aufwendig gearbeitetes Gef├Ą├č ist aus dieser Zeit in Mitteleuropa nicht bekannt. Sehr wahrscheinlich ist der Fund des Goldbechers an dieser Stelle ein Hinweis auf die Existenz eines bronzezeitlichen Fernhandelsweges von dem damaligen Zentum der europ├Ąischen Hochkultur in S├╝d-Griechenland bis zu den Britischen Inseln dort, wo im Verlaufe des Mittelalters die bedeutende Kr├Ânungsstra├če verlief. Vergleichbare Gold-Gef├Ą├če wurden zu dieser Zeit in Mykene und Kreta hergestellt. Vergleichbare Funde gibt es auf den Britischen Inseln.

Keltenzeit

Erst um 750 vor Christus wurden auch die Rhein-n├Ąheren Gebiete, wie Berkum, Niederbachem, Pech dauerhaft besiedelt, da die h├Ąrteren B├Âden erst durch den Fortschritt der Eisenzeit urbar gemacht werden konnten. Die Kelten , in diesem Raum speziell die Gallier , haben die Technologie des eisernen Pflugs in diesen Raum gebracht.

Aus der Zeit der gallischen Bev├Âlkerung stammen der Name des Mehlemer Baches (urspr├╝nglich Melanbach) und einige Flurnamen.

R├Âmerzeit

Seit der Eroberung Galliens durch Julius Caesar bis zum Rhein um 50 v. Chr. geh├Ârte auch Wachtberg zum R├Âmischen Reich . Zu Begin und nach der aus r├Âmischer Sicht verlorenen Varusschlacht ( 9 n. Chr. )war Wachtberger Gebiet f├╝r insgesamt etwa 500 Jahre unmittelbares Grenzgebiet.

Die Befestigung des R├Âmischen Reiches fand massiert an der Grenze statt und nicht etwa in der Tiefe des Raumes. Dadurch war das Wachtberger Gebiet unmittelbar in die Grenzsicherung eingebunden. Gesichert ist, dass am Hohenberg ein Steinbruch durch die R├Âmer er├Âffnet wurde, an dem Trachyt f├╝r Hausbau und Strassenbau gebrochen wurde.

Die gefundenen Fundamente von gr├Âsseren r├Âmischen Geb├Ąudeanlagen am Fusse des D├Ąchelsberges bei Niederbachem weisen darauf hin, dass auch am D├Ąchelsberg bereits zu r├Âmischer Zeit Basalt abgebaut wurde.

Das Wachtberger Gebiet wurde von Strassen durchzogen: Eine Strasse verlief im Tal des Mehlemer Baches, eine von der heutigen Gemeindegrenze zwischen Niederbachem und Mehlem auf die H├Âhe des Rodderberges - von dort f├╝hrte die milit├Ąrische Strasse direkt oberhalb des Rheins, der die Grenze, bildete ├╝ber die H├Âhen nach S├╝den. "Auf dem H├Âchsten" (Name eines Bergr├╝ckens auf der Grenze zwischen Niederbachem und Oberwinter wurde diese Strasse gekreuzt von einer Strasse, die vom Rhein ├╝ber Bandorf bis genau zu der oben genannten gr├Âsseren Geb├Ąudeanlage im Tal des Mehlemer Baches f├╝hrte.

Das Wachtberger Gebiet wurde dar├╝ber hinaus genutzt das Legionslager Remagen, dem es zugeordnet war, mit landwirtschaftlichen G├╝tern zu versorgen. Villip kam dabei eine besondere Bedeutung zu, da es als Drehscheibe zur Verteilung nach den beiden gr├Âsseren Legionslagern Bonn und Remagen diente.

Die R├Âmer brachten auch das Wissen um den Weinanbau mit, der ab fr├Ąnkischer Zeit vor allem in Niederbachem nachweisbar ist.

Auf den H├Âhen bei Berkum wurden die G├Âtter angebetet. Ein Matronenbildnis aus r├Âmischer Zeit wurde gefunden.

Von 9 n. Chr. ab war eine Periode von ├╝ber 250 Jahren gepr├Ągt von ruhiger und gesicherter Aufbauzeit. Ab 250 n. Chr. sind immer wiederkehrende Einf├Ąlle der Germanen vom anderen Rheinufer nachzuweisen. Zerst├Ârungswellen von Osten Richtung Adendorf und weiter Richtung Flerzheim (bei Rheinbach sind gefolgt von Wiederaufbau und erneuter Zerst├Ârung .

Als um 455 K├Âln von den Franken , einem Zusammenschlu├č der Germanen, erobert wurde, war die R├Âmische Herrschaft in diesem Raum endg├╝ltig vorbei.

Frankenzeit und Fr├╝hes Mittelalter

Die Bedeutung des Wachtberger Gebietes in der Grenzsicherung zwischen den Legionslagern Bonn und Remagen ging verloren. Die Absatzgebiete vor allem f├╝r Steine (die Franken bauten ihre H├Ąuser ausschliesslich aus Holz, Lehm und Stroh) brachen weg. Die deutlich verringerte Bev├Âlkerung produzierte nur noch f├╝r den Eigenbedarf.

Die ersten urkundlichen Erw├Ąhnungen der heutigen Dorfnamen fallen in die Zeit um 800.

Als erstes wurden Fritzdorf und Werthhoven (fr├╝her Pissenheim) 770 erw├Ąhnt: L├Ąndereien bei Pissenheim, Fritzdorf, Eckendorf und Remagen einschliesslich einer Gesinde -Familie wurden dem Kloster Lorsch entsprechend einem Testament geschenkt. Unterschrieben hat die Urkunde unter anderem als Zeuge der Gaugraf Angilger . Diese Besitzungen wurden 1175 auch noch im Lorscher Codex aufgef├╝hrt.

Am 19. Juli 798 wurde Niederbachem zum ersten mal erw├Ąhnt: Liudger, der Gr├╝nder der Reichsabtei Werden bei Essen kaufte einen Weingarten in Bachem (damals noch ein ungeteilter Ort) f├╝r das Kloster Werden.

Der Kottenforst am Nordrand des Wachtberger Gebietes war das beliebteste Jagdrevier der Fr├Ąnkischen K├Ânige und wurde bereits im 7. Jahrhundert urkundlich erw├Ąhnt. Der Forst, dessen Zahl der Bl├Ątter als Sinnbild f├╝r die Anzahl der Teufel benutzt wurde, geh├Ârte bis 973 zum Reichsgut , als Otto II. im Jahr seiner Kaiserkr├Ânung das Jagdrecht dem Erzbischof von K├Âln ├╝bertug (siehe auch: Ottonisch-salisches Reichskirchensystem ). Erzbischof Anno II. vergab den Forst 1064 der Abtei Siegburg, als wichtigsten Gr├╝ndungsbesitz. Zu den sogenannten "Viermannern" geh├Ârten die Besitzer der Burg Adendorf und der Burg Odenhausen (sowie die beiden Besitzer des Thurmhofs und des Binsfelderhofes in Friesdorf (Bonn)). Diese vier Vasallen der Abtei hatten im Kottenforst Holz- und Weiderechte.

Zuvor (um 820 ) hatte die adlige Besitzerin von Oberbachem das Recht zuerkannt bekommen, 30 Schweine in den Kottenforst zur Eichelmast treiben zu lassen.

Das Mittel f├╝r neue Einflu├čm├Âglichkeiten an diesem S├╝drand des entstehenden Territoriums von Kurk├Âln waren f├╝r den Erzbischof von K├Âln die ihm treu ergebenen Kl├Âster. In den bisher wenig erschlossenen Gebieten, wie Niederbachem, legten die Kl├Âster ihre H├Âfe an, so legte zum Beispiel das K├Âlner Stift Sankt Gereon im 9. Jahrhundert den Fronhof in Niederbachem und bald auch eine Kirche f├╝r Niederbachem (zus├Ątlich zu der in Oberbachem bereits bestehenden Kirche) an.

886 wurde die Broicher M├╝hle bei Villip zum ersten mal erw├Ąhnt. Der Adlige Hartmann ├╝bertr├Ągt der Abtei Pr├╝m in einem Prekarievertrag seinen Besitz in und um Villip, darunter die Broicher M├╝hle, f├╝r immer und erh├Ąlt daf├╝r zur lebenslangen Nutzung L├Ąndereien im Auelgau, im Lahngau sowie in Rheinhessen.

Auf dem Scheid (bei Fritzdorf) war der Gerichtsplatz des Ahrgaus , zu dem auf jeden Fall Fritzdorf selbst geh├Ârte. Der Bonngau und der Ahrgau waren zeitweise in gleicher Hand. Dazwischen lagen noch der Swistgau , zu dem Adendorf zu z├Ąhlen ist, und der Odangau um Villip, Werthhoven, ├ľdingen und sehr wahrscheinlich die Godesburg.

Sp├Ątes Mittelalter und Fr├╝he Neuzeit

Seit 1301 geh├Ârten die D├Ârfer Niederbachem, Oberbachem, Lie├čem, K├╝rrighoven, Gimmersdorf, Berkum, Z├╝llighoven und Werthhoven zu den Kurk├Âlnischen Rittern von Drachenfels (seit 1301), was bereits vor der Neuordnung durch die Franzosen ab 1794 zu der Namensgebung "Drachenfelser L├Ąndchen" gef├╝hrt hat.

Vor 1296 war der Herr ├╝ber das Gericht ├╝ber ganz Bachem (Oberbachem und Niederbachem) der Besitzer des ├Ąlteren Fronhofs in Oberbachem. Dies war Gerhard IV. von Blankenheim , nachdem er durch eine Fehde diesen von der Abtei Pr├╝m erk├Ąmpft hatte.

Das Gericht Werthhoven, bestehend nur aus Werthhoven, sowie das Gericht "up dem geuwe", Rechtsverbund der D├Ârfer Berkum, Gimmersdorf, Lie├čem, K├╝rrighoven und Z├╝llighoven waren bereits im Einflu├čbereich des Erzbischofs von K├Âln. Ziel des Erzbischofs war es, diese s├╝dlichen Grenzgebiete weiter abzusichern. Sein treuer Gefolgsmann Heinrich von Drachenfels , dem er gerne die Sicherung dieses Gebietes ├╝berlassen wollte, wollte seinerseits eine eigene Herrschaft aufbauen. Bisher besa├č der Burggraf nur die Burg Drachenfels selbst sowie den sehr eintr├Ąglichen Trachyt - Steinbruch , mit dessen Steinen bereits 50 Jahre lang der K├Âlner Dom aufgebaut wurde.

Den Interessen dieser beiden Herren standen die Herrschaftsrechte ├╝ber Oberbachem, etwa im Zentrum des gesamten Gebietes, im Wege. Es kam 1296 zur Fehde.

Der genaue Verlauf der Fehde, die Leiden der Bev├Âlkerung und die Gr├╝nde f├╝r das Ausbleiben von etwaigen Verb├╝ndeten f├╝r die Seite von Blankenheims ist aus den Quellen nicht zu ersehen. Der Ausgang der Fehde ist jedoch bekannt:

Gerhard IV. von Blankenheim war unterlegen und landete sogar in Gefangenschaft im Burgverlies der Burg Drachenfels. Dies war zu dieser Zeit weit verbreitet, um dem Gefangenen bzw. seinen Angeh├Ârigen oder Verb├╝ndeten eine Zustimmung abzupressen - eine Entlassung aus der Haft wurde erst nach Zustimmung gew├Ąhrt. (Heinrich von Drachenfels hatte zusammen mit dem damaligen Erzbischof von K├Âln nach der gemeinsam verlorenen Schlacht von Worringen zusammen auch eingesessen im Verlies des Grafen von Berg.)

Trotz der Inhaftierung des von Blankenheim zog sich eine Einigung hin. Vor dem Hintergrund der verst├Ąrkten Bedrohung des Erzbischofs von K├Âln von S├╝den seitens K├Ânig Albrecht I. von Habsburg war jedoch eine Einigung auch von seiner Seite gesehen dringend. So kam es 1301 zu einer Einigung in Form eines Dreiecksgesch├Ąfts :

Die Gerichtsrechte ├╝ber ganz Bachem ├╝bertrug Gerhard IV. von Blankenheim dem Erzbischof von K├Âln gegen eine Zahlung von 500 Mark, die Eink├╝nfte aus dem Fronhof in Oberbachem sowie das Patronatsrecht f├╝r die Kirche in Oberbachem behielt Gerhard IV. von Blankenheim jedoch. Der Erzbischof von K├Âln verlieh Heinrich von Drachenfels die Gerichtsherrschaft ├╝ber Bachem weiter, sowie auch die Gerichtsherrschaft ├╝ber die Gerichte Werthhoven und "up dem geuwe", die anschliessend mit Bachem zu einem Herrengericht zusammengelegt wurden. Daf├╝r entlie├č Heinrich von Drachenfels den von Blankenheim aus seiner Haft.

Diese Regelung war die Geburtsstunde der Unterherrschaft Drachenfelser L├Ąndchen innerhalb Kurk├Âlns. Diese Regelung ├╝berdauerte zugleich fast 500 Jahre: Die Unterherrschaft Drachenfelser L├Ąndchen blieb in dieser Zeit in ihrer Gr├Â├če unver├Ąndert und auch die Grundrechte von Blankenheims blieben bis zum Einmarsch der Franzosen 1794 erhalten.

Das Herrengericht der Unterherrschaft tagte abwechselnd im Blankenheimer Fronhof in Oberbachem und im Wirtshaus in Niederbachem. Erst im 18. Jahrhundert verlegten die Herren der Unterherrschaft das Gericht auf "neutralen Boden" nach Gimmersdorf. Hierdurch verloren sowohl Niderbachem und Oberbachem, als auch der Fronhof der Blankenheimer an Bedeutung.

Seit 1493 kam es zu Erbstreitigkeiten in der Drachenfelser Herrenfamilie, von der der eine Zweig auf der Burg Gudenau und der andere auf der Burg Drachenfels sa├č. Erst 1695 setzten sich die Freiherren von Gudenau durch.


Die Familie von Drachenfels hat nach dieser erfolgreichen Bildung einer ersten geschlossenen Unterherrschaft (1301) weitere Erwerbungen gemacht:

Von einem Eberhard, Vogt zu Belle, kauften sie 1402 die Burg Are, die Burg Gudenau und den Hof Merl , der ein Lehen des Probstes des Cassius Stiftes im Bonner M├╝nster in Bonn war.

Am 13. Mai 1425 verpf├Ąndete Erzbischof Dietrich von K├Âln das Amt Wolkenburg mit der Stadt K├Ânigswinter und dem Dorf Ittenbach dem Burggrafen G├Âddert von Drachenfels, der damit zum erstenmal um seine Burg selbst Fu├č fassen konnte. Es kam zum Streit und daraufhin wurde die Burg Wolkenburg als solche an einen Dritten weiterverpf├Ąndet.

Der Dingstuhl Villip, bestehend aus den D├Ârfern Villip, Villiprott, Holzem und Pech, die auch zu einem Kirchspiel geh├Ârten, war Teil der Grafschaft Are und nach der Erbteilung ( 1221 ) und dem Bau der Burg Neuenahr Teil der Grafschaft Neuenahr .

Mit dem Aussterben der Linie Neuenahr ( 1358 ) begannen Erbfolgestreitigkeiten, die sich mehrere Jahrzehnte hinzogen. Schlie├člich nutzte der Erzbischof von K├Âln die Gelegenheit zur Einmischung (Zerst├Ârung der Burg Neuenahr 1372) und konnte sich auch angesichts der Bindung seines Rivalen Herzogtum J├╝lich, der immerhin formaler Lehnsherr der Grafschaft Neuenahr war, durch den Geldrischen Erbfolgekrieg (1371-1379) als Mitherr der Grafschaft durchsetzen.

W├Ąhrend der Hof in Merl durch die politische Schw├Ąche des Cassiusstiftes fast wie ein Eigengut ( Allod ) war und die Burg Are kurze Zeit sp├Ąter wieder dem Erbischof von K├Âln zugerechnet wurde, war die erworbene Burg Gudenau in ebendieser Grafschaft Neuenahr, in der der Oberherr der Drachenfelser, n├Ąmlich der Erzbischof von K├Âln, nun auch Mitherr war. Der Dingstuhl Villip, in dem die Burg Gudenau einziger befestigter Adelssitz war, lag direkt benachbart zu dem Drachenfelser L├Ąndchen.

Die Burg Gudenau wurde um 1200 gebaut und seit 1246 (Bestandteil der Hochstadenschen Schenkung , die vorallem die Grafschaft Are beinhaltete) geh├Ârte sie zu Kurk├Âln, womit Kurk├Âln bereits bedeutenden Einflu├č im Dingstuhl Villip wahrnahm. Als Godart von Drachenfels die Burg Gudenau 1402 von Eberhard gekauft hatte, empfing er die Burg nach mittelalterlichem Recht von Kurk├Âln zu Lehen.

Durch Erbe ging die Burg Gudenau auf die Familie Waldbott von Bassenheim ├╝ber.

Die Grafschaft Neuenahr wurde 1546 nach dem Aussterben der letzten Grafen von Neuenahr als erledigtes Lehen vom Herzogtum J├╝lich eingezogen und zum Amt Neuenahr innerhalb J├╝lichs umgewandelt.

Die Rechtsverh├Ąltnisse wurden wirklich schwierig und es kam zu diversen Prozessen um Steuern und Zust├Ąndigkeiten, als die Waldbott von Bassenheim als erzbisch├Âfliche Lehensm├Ąnner auf der Burg Gudenau gleichzeitig in dem j├╝lichschen Amt Neuenahr residierten und zum Beispiel zur Bierverbrauchssteuer herangezogen wurden. Hier began sich das Territorialprinzip langsam gegen das Personalit├Ątsprinzip durchzusetzen.

1659 erlangte Otto Werner von Waldbott von Bassenheim f├╝r den Dingstuhl Villip mit der Gudenau Reichsfreiheit durch einen Territorialtausch mit dem Herzog von J├╝lich (siehe auch: Landskron (Bad Neuenahr))


Durch den gleichen Territorialtausch erlangte die Familie von der Leyen Reichsfreiheit f├╝r die Dingst├╝hle Adendorf und Eckendorf mit ihren Burgen Adendorf und M├╝nchhausen.

W├Ąhrend jedoch die Familie Waldbott von Bassenheim in diesem Vertrag auf ihren Anteil an der f├╝r das Herzogtum J├╝lich strategisch wichtigen Reichsritterschaft Landskron verzichtete, verzichtete die Familie von der Leyen in Peron des Erzbischofs Karl Kaspar von der Leyen lediglich auf sein nur noch formales Lehensrecht als oberster Lehnsherr der in Zukunft direkt dem Deutschen K├Ânig unterstellten Waldbott von Bassenheim.


Unter den sogenannten Religionskriegen des 16. und 17. Jahrhundert hatten die D├Ârfer des heutigen Wachtberg schwer zu leiden.

Vordergr├╝ndig ging es in dem K├Âlner Krieg (1583-1589) um die Religionszugeh├Ârigkeit der Bewohner von Kurk├Âln, es ging aber auch um eine sch├Âne Frau, Agnes von Mansfeld-Eisleben , die der Erzbischof Gebhard Truchse├č von Waldburg trotz seines kirchlichen Amtes unbedingt heiraten wollte, um die Austarierung der Machtverh├Ąltnisse im Deutschen Reich , um die Machtinteressen der Wittelsbacher sowie der Waldburger , die weltliche Interessen der katholische Kirche .

1588 kam es durch die Belagerung der Godesburg zu einer schweren Hungersnot im direkt benachbarten "Drachenfelser L├Ąndchen" mit vielen Todesopfern.

Im Dreisigj├Ąhrigen Krieg zogen 1633 schwedische Truppen durch Niederbachem und brandschatzten mehrere Teild├Ârfer .

In diesen f├╝r die Bev├Âlkerung schon schweren Zeiten holte auch noch Ferdinand Waldbott von Bassenheim zu Gudenau ab Juli 1630 den kurk├Âlnischen Hexenrichter Dr. Franz Buirmann ins L├Ąndchen, der mehrere Frauen und M├Ąnner als " Hexen ", " Zauberer " oder " Werw├Âlfe " anklagte und zumeist hinrichten liess, falls sie nicht einflussreiche Freunde hatten. (siehe auch: Hochn├Âtige Unterthanige Wem├╝tige Klage Der Frommen Unsch├╝ltigen ).

Franzosenzeit und Preu├čenzeit

Zeit des Nationalsozialismus

Bonner Ära

Nach-Bonner-Ära

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen von 1969 bis 1989 vom Landesamt f├╝r Statistik. Einwohnerzahlen von 2000 bis 2005 von ADV- Statistik.

JahrEinwohner
31. Dezember 1969 12.469
31. Dezember 1979 16.477
31. Dezember 1989 16.919
30. Juni 2000 19.586
30. Juni 2001 19.785
30. Juni 2002 20.130
30. Juni 2003 20.130
30. Juni 2004 20.618
30. Juni 2005 20.826















Politik

Gemeinderat

Die 38 Sitze des Gemeinderat verteilen sich wie folgt:

  • CDU 19 Sitze
  • SPD 8 Sitze
  • Gr├╝ne 3 Sitze
  • FDP 4 Sitze
  • UWG 4 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 26. September 2004 )

B├╝rgermeister

B├╝rgermeister von Wachtberg 1969 - heute

  • 1969 - 1969 : Sebastian Luhmer (Ratsbeauftragter)
  • 1969 - 1975 : Josef Bedorf
  • 1975 - 1977 : Walter Hausmanns
  • 1977 - 1989 : Joachim von Heymann
  • 1989 - 1999 : Peter Schmitz
  • 1999 - 2004 : Hans-J├╝rgen D├Âring
  • 2004 - heute : Theo H├╝ffel

St├Ądtepartnerschaften

La Villedieu du Clain , Frankreich

Kultur und Sehensw├╝rdigkeiten

Wasserburg Adendorf
Wasserburg Adendorf

Bauwerke

  • Burg M├╝nchhausen (bei Adendorf)
  • Wasserburg Adendorf (bei Adendorf)
  • Burg Gudenau (bei Villip)
  • Burg Odenhausen (bei Berkum)
  • Radom (Radarkuppel der FGAN )
  • Raaff- Kapelle (in Holzem) (gestiftet von Anton Raaff )
  • Windm├╝hlenturm Fritzdorf (bei Fritzdorf)

Parks

  • Naturpark Kottenforst-Ville

Naturdenkm├Ąler

  • Wachtbergehrenmal
  • Rodderberg

Sport

Fu├čball:

  • SV Wachtberg (Landesliga)
  • SC Villip (Bezirksliga)
  • FC Pech (Bezirksliga)
  • SV Niederbachem (Kreisliga)
  • SC Lie├čem (Kreisliga)

Basketball:

  • SV Wachtberg (Kreisliga)

Badminton:

  • BC Wachtberg (Kreisliga)

Tischtennis:

  • TTC Fritzdorf (Verbandsliga) / Damen
  • TTC Fritzdorf (Landesliga) / Herren

Wirtschaft und Infrastruktur

├ľffentliche Einrichtungen

Wachtberg ist Sitz der FGAN Forschungsgesellschaft f├╝r Angewandte Naturwissenschaften e.V. Das zu dieser Anlage geh├Ârende Radom mit einem Durchmesser von 49 Metern bildet das "Wahrzeichen" von Wachtberg.

Pers├Ânlichkeiten

S├Âhne und T├Âchter der Gemeinde

Folgende Personen sind in Wachtberg geboren:

  • Heinrich Welsch (Dichter) * 29. Mai 1848 ÔÇá 7. Juni 1935 in K├Âln, Lehrer und Dichter
  • Maria Schmitz * 27. August 1886 ÔÇá 1996 in Z├╝llighoven , Ehemals ├Ąlteste Frau Deutschlands
  • Josef Rommerskirchen * 16. Februar 1916 in Wachtberg , deutscher Politiker (MdB a.D.)
  • Peter Schmitz * 12. Juli 1929 in Fritzdorf, deutscher Politiker, Ehrenb├╝rgermeister der Gemeinde Wachtberg

Folgende Personen sind nicht in Wachtberg geboren, haben dort aber lange gelebt oder die Geschichte Wachtbergs entscheidend beeinflusst.

  • Anton Raaff * 6. Mai 1714 ÔÇá 28. Mai 1794 in M├╝nchen, deutscher Tenors├Ąnger
  • Johannes Adenauer * 1873 ÔÇá 1937, deutscher Pfarrer und Br├╝der von Konrad Adenauer
  • Hermann Abs * 15. Oktober 1901 ÔÇá 5. Februar 1994 in Bad Soden am Taunus, deutscher Bankier, Ehem. Vorstandsmitglied der Deutschen Bank
  • Dr. Hans Riegel * 1. Januar 1923 in Bonn, Firmeninhaber des S├╝├čwarenkonzerns Haribo
  • Dr. Hans-Dietrich Genscher * 21. M├Ąrz 1927 in Reideburg , deutscher Politiker, Minister a.D.
  • Dr. Helmut Kohl * 3. April 1930 in Ludwigshafen, deutscher Politiker, Bundeskanzler a.D.
  • Gloria von Thurn und Taxis * 23. Februar 1960 in Stuttgart, deutsche Unternehmerin

Literatur/ Quellen

Kartenwerke zum besseren Verst├Ąndnis unserer Kultur und Geschichte

Kurt B├Âhner: Siedlungen des fr├╝hen Mittelalters am Nordostrand der Eifel. In: F├╝hrer zu vor- und fr├╝hgeschichtlichen Denkm├Ąlern, Band 25 Nord├Âstliches Eifelvorland, Einf├╝hrende Aufs├Ątze, Mainz (Philipp von Zabern) 1976 IDN: 750172835

Niederbachem ÔÇô Geschichte und Gegenwart

Hrsg Niederbachem-Heimatverein: Niederbachem - Ein Dorf im Wandel (zur Feier der 1200 j├Ąhrigen Geschichte), 1998 ISBN 3930376121

Von der Grafschaft und ihre Geschichte

Jakob Rausch: Von der Grafschaft und ihre Geschichte. In: Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler, 1955

Chronik des Mittelalters f├╝r das Siebengebirge im Reichszusammenhang

Geschichte der Wolkenburg

Die Geschichte des Siebengebirgsraumes im ├ťberblick (vom Heimatverein Siebengebirge e.V. K├Ânigswinter)

Geschichte des Stadtteils Meckenheim-Merl -> Dann auf Ortsteile klicken, anschliessend auf Merl

Kurze Geschichte der Burg Gudenau

Einige Gerichtsprozesse der Waldbott zu Gudenau um 1578

Liste der Besitzer der Burg Gudenau

Hexenverfolgung in Bonn und Umgebung

Weblinks

Wikipedia

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