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Letzte Änderung für Artikel Hangelar: 08.02.2006 13:56

Hangelar

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Hangelar ist ein Stadtteil der Stadt Sankt Augustin im Rhein-Sieg-Kreis, zwischen dem Zentrum Sankt Augustins und Bonn gelegen. Hangelars Hauptstra√üe ist die K√∂lnstra√üe, von dieser zweigen sich alle anderen wichtigen Stra√üen ab. Das Hangelarer Fluggel√§nde dient dem √§ltesten Flugplatz Deutschlands, im 2. Weltkrieg wurde es milit√§risch genutzt. Hinter dem Flughafen liegt das Naturschutzgebiet Hangelarer Heide, auf dem urspr√ľnglich die Abschlussmesse des Weltjugendtages 2005 stattfinden sollte. Aufgrund starker Proteste von Umweltsch√ľtzern wurde die Messe jedoch auf das Marienfeld bei K√∂ln verlegt.

Hangelar ist vor allem bekannt als Hauptstandort der Bundespolizei und der Anti-Terror-Sondereinheit GSG 9 , der dort aufgrund der N√§he zum ehemaligen Regierungssitz eingerichtet wurde. Der Ortsteil verf√ľgt au√üerdem √ľber den gr√∂√üten Segelflugplatz der Region.

Hangelar wird werktags im Zehnminutentakt von der Stadtbahnlinie 66 (‚ÄěTelekom-Express‚Äú) von Bonn und Siegburg aus angefahren (drei Haltestellen in Hangelar).


Der Name Hangelar taucht erstmals am 17. September 1312 in einer Schwarzrheindorfer Urkunde auf, als ein Johannes de Hangelare zusammen mit anderen Schwarzrheindorfer Bewohnern mit den Schiffern zu Bonn und Beuel die freie Rheinfahrt aushandelte. 1327 wurde er mit seinem Sohn Winrich de Hangelar als Grundbesitzer in diesem Raum benannt.

300 Jahre lang ist Hangelar nun urkundlich nicht mehr zu finden. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts f√ľhrt die bergische Grundsteuerliste 296 Morgen Land in Hangelar auf. 1685 bestritt die Abtei Siegburg der √Ąbtissin von Vilich das Jagdrecht vor allem in Hangelar. Diese berief sich nun auf ein Weistum (eine Art d√∂rfliche Rechtssatzung), das bewies, dass sie tats√§chlich das Jagd- und Fischereirecht in Hangelar besa√ü. Dieses Weistum √ľberliefert einige Flurnamen wie z.B. Schleuterbach, Wolfsbach oder den Kratenpohl, sagt aber letztlich nicht viel √ľber Hangelar zu dieser Zeit aus.

So gibt es denn eine Karte, die vor 1689 gezeichnet wurde und die eine Darstellung von Hangelar bietet: an der Landstra√üe Bonn-Siegburg (der jetzigen K√∂lnstra√üe) liegen sichtbar 13 oder 14 H√§user, hinter denen sich Obstg√§rten befinden. Das vorletzte Geb√§ude scheint gr√∂√üer zu sein, so dass es sich hier um einen gr√∂√üeren Hof handeln muss. Eine Kapelle ist nicht verzeichnet. Hangelar lag genau zwischen Siegburg und Bonn, zwischen den Gabelungen Siegburg-M√ľlldorf/Niederpleis und Bonn/Meindorf/Vilich-M√ľldorf/Kohlkaul und damit verkehrsgeographisch an wichtiger Stelle.

Hangelar geh√∂rte weltlich zum bergischen Amt Blankenberg, Gericht Geistingen, Kirchspiel Niederpleis, kirchlich zur alten Mutterpfarre Vilich im Dekanat Siegburg. Seit dem 18. Jahrhundert ist f√ľr Hangelar eine Gemeinde als Selbstverwaltungsk√∂rperschaft bezeugt. Sie wird im bergischen Territorium meistens Honschaft genannt.

Da die √Ąbtissin von Vilich ihren Zehnt einzog und der Landesherr ebenfalls, kam es hier bald zu Streitigkeiten, da die ‚ÄěBemessungsgrundlagen‚Äú etwas verworren waren. Dies war der Anlass f√ľr eine regelrechte Flurbereinigung, die 1787 stattfand.

Als der preu√üische K√∂nig 1820 den Siegkreis bildete, setze sich die B√ľrgermeisterei Menden aus acht Gemeinden zusammen, darunter auch Hangelar. Das einstige Stra√üendorf entwickelte sich zu einem Haufendorf. 1844 wurde die alte Landstra√üe von Bonn nach Siegburg zu einer befestigten Chaussee ausgebaut. Bald schon trug die g√ľnstigere Verkehrsanbindung Hangelars zur ersten Ansiedlung von Industrieunternehmen bei. 1891 wurde Hangelar durch die Br√∂ltaler Eisenbahn an das √ľberregionale Eisenbahnnetz angebunden. 1911 fuhr erstmalig die Stra√üenbahn Bonn-Siegburg. Hierdurch wurde eine noch bequemere Verbindung mit den St√§dten Bonn und Siegburg geschaffen.

Angebaut wurde in Hangelar Korn (Roggen), Gerste, Weizen, Hafer, Buchweizen, R√ľbsamen, Wicken, Bohnen und Flachs. Der Roggenanbau √ľberwog deutlich. Erst im 20. Jahrhundert verschob sich das Verh√§ltnis: neben Roggen traten Hafer, Kartoffeln und Futterr√ľben.Im 19. Jahrhundert setzte eine Aufw√§rtsentwicklung ein.1898 wurde die erste eigene Pfarrkirche St. Anna geweiht. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in der Hangelarer Heide ein Exerzierplatz angelegt, auf dem Paraden und milit√§rische √úbungen preu√üischer Truppen abgehalten wurden.

1909 brachen f√ľr Hangelar wirkllich moderne Zeiten an: die der Flugapparate. Fritz Pullig hatte in der Exerzierhalle seines Bonner Infanterieregiments ein Gleitflugzeug konstruiert und es mit einem Pferdefuhrwerk auf die Hangelarer Heide geschafft. Am 17. Juli 1909 stieg er mit diesem Aeroplan f√ľr ca. 40 Sekunden in die Luft. Zwei Jahre sp√§ter veranstaltete der damals gerade 18j√§hrige Bruno Werntgen mit einem Schaufliegen den ersten Hangelarer Flugtag. 1912 f√ľhrte der den auf dem Hangelarer Exerzierplatz paradierenden Generalen seinen Flugapparat vor. Die Milit√§rs erkannten die Bedeutung des Flugwesens und unterst√ľtzten zusammen mit der Gemeinde Hangelar Werntgens Gr√ľndung der ersten Fliegerschule Hangelar zur Ausbildung milit√§rischer und ziviler Flugsch√ľler.

Während des ersten Weltkriegs diente der Flugplatz allein militärischen Zwecken. Das Verbot der Besatzungsmächte nach Kriegsende, Flugzeuge (mit Motoren) zu konstruieren, umgingen seit 1920 die deutschen Pioniere mit der Entwicklung des Segelflugzeuges.

Der bedeutendste Tag in der Geschichte des Sportflugplatzes Hangelar war der Osterdienstag 1930: Etwa 120.000 Menschen waren Zeuge der Landung des Luftschiffs ‚ÄěGraf Zeppelin‚Äú.

1935 beschlagnahmte das National-Sozialistische Fliegerkorps den gesamten Besitz der Bonner Flieger einschließlich ihrer Flugzeuge. Das bedeutete auch das Ende des zivilen Flugsports in Hangelar bis 1951. Der im Zweiten Weltkrieg völlig zerstörte Flugplatz wurde vom Aero-Club Siegburg wieder aufgebaut. In den Jahren darauf entstanden die Luftfahrerschule Hangelar und die Flugplatzgesellschaft Hangelar. Der Flugplatz Hangelar zählt nicht nur zu den ältesten Flugplätzen der Bundesrepublik sondern sogar der Welt.

Mit der Hauptstadtfunktion Bonns beschleunigte sich die Entwicklung Hangelars immens. Die seit Oktober 1987 v√∂llig umgestaltete und seitdem verkehrsberuhigte K√∂lnstra√üe l√§dt heute viele Hangelarer zum Einkaufsbummel ein. Der Flugplatz wird von Gesch√§ftsleuten wie Politikern gleicherma√üen benutzt. Au√üerdem beheimatet Hangelar seit 1951 die Bundespolizei. In der am Ortsrand nach Bonn liegenden ‚ÄěStadt‚Äú in der Stadt arbeiten heute 1.600 Bedienstete. Somit ist Hangelar auch nach dem Umzug der Regierung nach Berlin der gr√∂√üte Standort des Bundesgrenzschutzes in der Bundesrepublik Deutschland.

Quellen: Dr. Manfred van Rey: Hangelar ‚Äď Geschichte nicht nur eines Dorfes aus Punkt, Informationen, Meinungen aus der Stadt Sankt Augustin; Stadtarchiv Sankt Augustin; Hangelar ‚Äď ein Flugplatz mit Geschichte aus Hrsg. Flugplatzgesellschaft Hangelar: Gut gelandet in Bonn/Hangelar ‚Äď was nun?)

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