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Letzte Änderung für Artikel Emden: 16.02.2006 23:52

Emden

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Wappen Karte
Stadtwappen von Emden Lage der kreisfreien Stadt Emden in Deutschland
Wahlspruch
Concordia res parvae crescunt

(Durch Eintracht wachsen kleine Dinge)

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis : Kreisfreie Stadt
Geografische Lage :
Koordinaten: 53° 22' N, 07° 12' O
53° 22' N, 07° 12' O
Höhe : 1 m ĂŒ. NN
FlĂ€che : 112,38 kmÂČ
Einwohner : 51.824 (30. September 2005)
Bevölkerungsdichte : 461 Einwohner je kmÂČ
Postleitzahlen : 26721, 26723, 26725
(alte PLZ: 2970)
Vorwahlen : 04921
Kfz-Kennzeichen : EMD
GemeindeschlĂŒssel : 03 4 02 000
Adresse der
Stadtverwaltung:
Frickensteinplatz 2
26721 Emden
Webseite: www.emden.de
Stadtteile: 27
Politik
OberbĂŒrgermeister : Alwin Brinkmann ( SPD )
Regierende Partei : SPD

Emden ist eine kreisfreie Stadt in Niedersachsen und liegt an der MĂŒndung der Ems in die Nordsee, gegenĂŒber dem Dollart.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

EmsmĂŒndung
EmsmĂŒndung

Emden liegt im Nordwesten der Bundesrepublik Deutschland in der historischen Landschaft Ostfriesland und ist die westlichste Hafenstadt Deutschlands. Die Seehafenstadt befindet sich nahe der MĂŒndung der Ems in die Nordsee , sĂŒdlich der Stadt liegt zudem die Bucht Dollart. Der Emder Hafen liegt 38 Seemeilen von der EmsmĂŒndung bei Borkum entfernt. An der Knock, die den westlichsten Punkt des Emder Stadtgebietes bildet, befindet sich der sĂŒdwestlichste Punkt der ostfriesischen Halbinsel.

Nahe gelegene, grĂ¶ĂŸere StĂ€dte sind Oldenburg (gut 70 Kilometer ostsĂŒdöstlich), Bremen (gut 110 Kilometer ostsĂŒdöstlich), Groningen (gut 50 Kilometer westsĂŒdwestlich - die Strecke per Bahn oder Auto ist allerdings deutlich lĂ€nger, da der Dollart umfahren werden muss) sowie Wilhelmshaven (gut 60 Kilometer ostnordöstlich).

Die Landesplanung des Landes Niedersachsen weist Emden als Mittelzentrum aus. Das Einzugsgebiet variiert je nach der zu beobachtenden Funktion. Als Einkaufsstadt versorgt Emden im wesentlichen die umliegenden Gemeinden, einige davon auch nur teilweise, da hier eine Konkurrenz zu den StĂ€dten Aurich und Leer besteht. Letztgenannte haben den Vorteil, dass ihr Einzugsgebiet in alle Himmelsrichtungen reicht, wĂ€hrend im SĂŒden und im Westen von Emden die Ems und der Dollart die natĂŒrliche Grenze des Einzugsgebietes bilden. Ähnliches gilt fĂŒr medizinische oder beratende Dienstleistungen (Steuerberater, RechtsanwĂ€lte etc.). Als grĂ¶ĂŸte Stadt Ostfrieslands hat Emden trotz seiner (als Einkaufsstadt) ungĂŒnstigen Lage dennoch ein wichtige Funktion im Einzelhandel Ostfrieslands.

Als Arbeitsort hingegen wirkt die Seehafenstadt durch die Zahl und die GrĂ¶ĂŸe der Unternehmen bis in die hintersten Winkel Ostfrieslands und zum Teil auch darĂŒber hinaus. Das kulturelle Programm wird - zumindest bei einzelnen Veranstaltungen, etwa manchen Konzerten in der Nordseehalle - auch von GĂ€sten besucht, die im Umland von Oldenburg, im mittleren bis sĂŒdlichen Emsland oder im Nordosten der Niederlande wohnen. Zudem ist Emden oft Ziel von Touristen, die ihren Urlaub an der KĂŒste verbringen und sich die kulturellen SehenswĂŒrdigkeiten der Stadt anschauen.

Geologie

Das gesamte Stadtgebiet Emdens liegt in der Marsch. Weite Teile der StadtflĂ€che im Westen Emdens wurden erst im 19. und 20. Jahrhundert eingepoldert . Auf dem Gebiet der Seehafenstadt gibt es neben kĂŒnstlichen WasserflĂ€chen (Hafen und KanĂ€le) auch mehrere natĂŒrliche FlusslĂ€ufe (dort Tief genannt), die ebenfalls der EntwĂ€sserung des Landes dienen. Zudem liegt ein See ( Uphuser Meer ) komplett auf Emder Stadtgebiet, an einen weiteren (Hieve bzw. Kleines Meer) auf dem Gebiet der Gemeinde Hinte grenzt die Stadt an. Das Stadtgebiet liegt nur unwesentlich ĂŒber Normalnull . Die höchsten Erhebungen sind kĂŒnstlich: die im Mittelalter angelegte Warft, auf der die Stadt entstand, sowie die MĂŒlldeponie der Stadt, die ab 2006 zu einem Landschaftspark umgestaltet werden soll.

FlÀchennutzung im Jahre 2001
Nutzung FlÀche in ha
GesamtflÀche 11243
Bebaute FlÀche 3460
davon WohnbauflÀche 899
davon gemischte BauflÀche 133
davon gewerbliche BauflÀche 1738
davon SonderbauflÀchen (bes. Hafenanlagen) 689
GemeinbedarfsflÀche 113
VerkehrsflÀche 267
davon Straßenverkehr 141
davon ruhender Verkehr 2
davon Bahnanlagen 95
davon Luftverkehr 31
GrĂŒnflĂ€chen 692
davon Parkanlagen 281
davon KleingÀrten 68
davon SportplÀtze 105
davon Friedhöfe 23
davon sonstige GrĂŒnflĂ€chen 215
WasserflÀche 770
LandwirtschaftsflÀche 5869

Ausdehnung des Stadtgebiets

Die maximale LĂ€nge von Nord nach SĂŒd betrĂ€gt 7,7 Kilometer. Die Ausdehnung von West nach Ost betrĂ€gt maximal 20,4 Kilometer, die Stadt erstreckt sich in voller Breite entlang der Ems. Die GesamtlĂ€nge der Stadtgrenze betrĂ€gt landseitig 43,0 Kilometer. Die GesamtflĂ€che betrĂ€gt 112,43 Quadratkilometer , die sich wie in rechts stehender Tabelle zusammensetzen (Quelle: Nds. Landesamt fĂŒr Statistik). Die vergleichsweise geringe Einwohnerdichte von 460 Einwohnern pro Quadratkilometer und der hohe Anteil an LandwirtschaftsflĂ€chen ergeben sich aus der Kommunalreform des Jahres 1972: Damals wurden landwirtschaftlich geprĂ€gte Dörfer eingemeindet. Dies gilt fĂŒr weite Teile der FlĂ€chen im Osten und im Westen der Stadt.

GewÀsser

Emden ist eine Stadt des Wassers. 770 Hektar WasserflĂ€che gibt es innerhalb der Grenzen. Ein Gutteil davon besteht aus Hafenbecken (s. auch Wirtschaft/Hafen), jedoch verlaufen auch rund 150 Kilometer KanĂ€le durch das Stadtgebiet. Teile des Kanalnetzes sind natĂŒrliche GewĂ€sserlĂ€ufe, der Großteil hingegen ist kĂŒnstlich geschaffen worden - etwa der Emder Stadtgraben, der zusammen mit dem Emder Wall (s. SehenswĂŒrdigkeiten) einen Teil der mittelalterlichen Befestigungsanlagen bildete, oder fĂŒr die Schifffahrt angelegte KanĂ€le wie der Ems-Seitenkanal und der Ems-Jade-Kanal. Zudem liegt ein See, das Uphuser Meer , auf dem Gebiet der Stadt Emden, an einen weiteren (Hieve bzw. Kleines Meer) grenzt die Stadt an. Beide Seen sind ĂŒber KanĂ€le mit dem Emder Hafen und dem ostfriesischen Wasserstraßennetz verbunden. Das Knockster Tief verbindet Emden mit den KanĂ€len nördlich von Emden, das Fehntjer Tief und der Ems-Jade-Kanal mit den KanĂ€len östlich von Emden. Über den Ems-Jade-Kanal und weitere Abzweigungen ist eine Fahrt bis nach Oldenburg und zur Weser möglich. Der Emder Hafen mit der Großen Seeschleuse und der Nesserlander Schleuse bildet dabei den Durchlass von der Binnenschifffahrt zur Seeschifffahrt.

Nachbargemeinden

Unmittelbar angrenzende Gemeinden von Nordwest nach Ost im Uhrzeigersinn: Krummhörn, Hinte, SĂŒdbrookmerland und Ihlow (alle Landkreis Aurich) sowie Moormerland (Landkreis Leer). Im SĂŒden sowie im Westen wird Emden unmittelbar von der Ems und dem Dollart begrenzt. Am gegenĂŒberliegenden Ufer der Ems bzw. des Dollarts befinden sich die Gemeinden Jemgum und Bunde (Landkreis Leer) sowie niederlĂ€ndisches Gebiet, darunter die Stadt Delfzijl und die Gemeinde Reiderland . Ein Sonderfall ist die Insel Borkum: Diese gehört politisch zum Landkreis Leer. Die einzige Verbindung zum deutschen Festland fĂŒhrt aber ĂŒber Emden, weshalb die Seehafenstadt als Schulstandort, aber auch fĂŒr Dienstleistungen eine wichtige Funktion fĂŒr die Insel einnimmt. FĂŒr die Inselversorgung gilt dies selbstredend.

Krummhörn (Borkum) Hinte SĂŒdbrookmerland
Ems, am anderen Ufer Delfzijl (Niederlande) Image:Windrose_klein.png Ihlow
Ems, am anderen Ufer Reiderland (Niederlande) Ems und Dollart. am anderen Ufer Jemgum und Bunde Moormerland



Die intensivsten Beziehungen bestehen zwischen Hinte und Emden. Hinte ist eine Vorortgemeinde, die im wesentlichen als Schlafgemeinde dient. Der stĂ€dtebauliche Übergang ist fließend. Bei der Kommunalreform 1972 war diskutiert worden, ob das heutige Gebiet der Gemeinde Hinte komplett nach Emden eingemeindet werden sollte, dies wurde jedoch verworfen. Ähnlich eng sind die Beziehungen zwischen der Gemeinde Krummhörn und Emden, auch wenn die Krummhörn (so die umgangssprachliche Bezeichnung) im Tourismus ein eigenes wirtschaftliches Standbein hat. Einwohner beider Gemeinden nutzen jedoch in der Mehrzahl Emden als Arbeits- und Einkaufsort sowie die Freizeit-Infrastruktur der Stadt.

In etwas weniger starker, aber immer noch signifikanter Form gilt diese Verflechtung auch fĂŒr andere, nahe gelegene Teile des Landkreises Aurich sowie die Gemeinde Moormerland im Landkreis Leer.

Satellitenbild von Emden
Satellitenbild von Emden

Stadtgliederung

Emden hat folgende Stadtteile: Wybelsum, Logumer Vorwerk, Twixlum, Larrelt, Larrelt/VW-Siedlung, PortArthur/Transvaal, Conrebbersweg, FrĂŒchteburg, Harsweg, Barenburg, Stadtzentrum, Wolthusen/Neubaugebiet, Wolthusen/Dorf, Uphusen/Marienwehr, Herrentor, (Kolonie) Friesland, Borssum/Hilmarsum, Widdelswehr/Jarßum, Petkum und Constantia.

Diese Auflistung folgt der statistischen Gliederung der Emder Stadtverwaltung. Marienwehr, Uphusen, Jarßum und Widdelswehr sind jedoch geografisch voneinander getrennte Dörfer/Stadtteile. Hilmarsum ist eine kleine Siedlung, die jedoch geografisch von Borssum getrennt ist. Wolthusen wie auch Larrelt sind umgekehrt lediglich zu statistischen Zwecken "aufgeteilt" worden. Der kleine Stadtteil Tholenswehr, in der obigen Auflistung nicht eigens erwĂ€hnt, wird oftmals als Teil Wolthusens gesehen, ist allerdings ein geografisch eigenstĂ€ndig identifizierbarer Stadtteil.

Der Stadtteil Stadtzentrum lĂ€sst sich in folgende Viertel unterteilen: Altstadt, Behördenviertel, Bentinkshof, Boltentor, Groß-Faldern und Klein-Faldern. In der Beschreibung der Emder Stadtteile weiter unten taucht das Stadtzentrum als eigenstĂ€ndiger Stadtteil daher nicht auf, vielmehr werden die einzelnen Viertel kurz beschrieben.

Die drei grĂ¶ĂŸten Stadtteile sind laut Statistik der Stadt Emden (s. Weblink) das Stadtzentrum (rund 8700 Einwohner), Barenburg (rund 7000 Einwohner) und Borssum/Hilmarsum (rund 6100 Einwohner).

Das Stadtzentrum Emdens ist - im Vergleich zu vielen anderen Ă€hnlich großen oder grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten - durchaus stark bevölkert. Ein Grund hierfĂŒr ist in der Wiederaufbauphase nach dem Krieg zu suchen: Viele niedergebombte GeschĂ€ftshĂ€user - davon kleinere HĂ€user, in denen GeschĂ€ft und Wohnung unter einem Dach vereint waren - wurden in der Wiederaufbauphase durch reine Wohnbauten ersetzt. Im sĂŒdlichen Teil des Stadtzentrums beginnt bereits der Emder Hafen mit kleineren UmschlagplĂ€tzen und Werften.

Der Emder Hafen ist mehreren Stadtteilen zuzuordnen: Port Arthur/Transvaal, Larrelt, Borssum, (Kolonie) Friesland und Stadtzentrum.

Übersicht ĂŒber die Stadtteile

  •   1 Altstadt
  •   2 Barenburg
  •   3 Behördenviertel
  •   4 Bentinkshof
  •   5 Boltentor(viertel)
  •   6 Borssum
  •   7 Conrebbersweg
  •   8 Constantia
  •   9 Friesland
  • 10 FrĂŒchteburg
  • 11 Groß-Faldern
  • 12 Harsweg
  • 13 Herrentor
  • 14 Hilmarsum
  • 15 Jarßum
  • 16 Klein-Faldern
  • 17 Larrelt
  • 18 Logumer Vorwerk
  • 19 Marienwehr
  • 20 Petkum
  • 21 Port Arthur/Transvaal
  • 22 Tholenswehr
  • 23 Twixlum
  • 24 Uphusen
  • 25 Widdelswehr
  • 26 Wolthusen
  • 27 Wybelsum

Altstadt

Die Altstadt umfasst das Kerngebiet der Stadt, in dem Emden im Mittelalter entstanden ist. Dort ist noch heute die Warft im Straßenverlauf erkennbar. Von dieser Warft aus breitete sich die Stadt im Mittelalter aus.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Altstadt mit vielen GebĂ€uden aus frĂŒheren Jahrhunderten nahezu komplett zerstört - einzig das Pelzerhaus aus dem 16. Jahrhundert (allerdings bereits vor dem Krieg renoviert, wenn auch mit Originalteilen) wurde verschont. Der Wiederaufbau nach dem Krieg folgte der ZweckmĂ€ĂŸigkeit, allerdings wurde immerhin fast ausschließlich Klinker verwendet, der auch das alte Stadtbild dominiert hatte.

In der Altstadt steht die Große Kirche , die frĂŒher die Moederkerk (ndl.: Mutterkirche) des reformierten Protestantismus in den Niederlanden und in Nordwestdeutschland war. Die Kirche wurde nach dem Krieg mit Mitteln von schweizerischen Geldgebern in neuem Stil teilweise wieder aufgebaut und heißt daher im Volksmund auch Schweizer Kirche. Seit 1995 befindet sich in den historischen RĂ€umen der Kirche die Johannes ĂĄ Lasco-Bibliothek. An den AuslĂ€ufern der Altstadt befinden sich die Einkaufszonen der Innenstadt sowie das Kneipenviertel der Stadt rund um den Neuen Markt.

Östlich des Emder Rathauses , das noch zur Altstadt gerechnet werden kann, beginnt der Stadtteil Groß-Faldern. Der Ratsdelft mit seinen touristischen Attraktionen (s. Kultur) kann noch zur Altstadt gezĂ€hlt werden. Am westlichen Teil des Ratsdelftes wurde 2004 mit dem Bau der Wasserstadt am Hafentor (s. Wirtschaft/Alter Binnenhafen) begonnen.

Die Stadt Emden rechnet die Altstadt statistisch zum Stadtzentrum und weist daher keine separaten Einwohnerzahlen aus.

Barenburg

Der Stadtteil Barenburg entstand erst Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts. Seine heutige GrĂ¶ĂŸe (mit rund 7000 Einwohnern zweitgrĂ¶ĂŸter Emder Stadtteil) erreichte Barenburg allerdings erst nach dem Zweiten Weltkrieg: zum einen in der Wiederaufbauphase in der ersten HĂ€lfte der 1950er, zum anderen in den spĂ€ten 1960ern/frĂŒhen 1970ern durch massive Bebauung, an der wesentlich das ehemals gewerkschaftseigene Unternehmen Neue Heimat beteiligt war. Unter anderem befinden sich in Barenburg die beiden grĂ¶ĂŸten (nahezu baugleichen) WohnhĂ€user Ostfrieslands: die im Volksmund so genannten GlaspalĂ€ste, langgezogene HochhĂ€user mit elf Stockwerken. 2005 ist in der Stadt erneut eine Diskussion darĂŒber entbrannt, ob einer der beiden GlaspalĂ€ste abgerissen werden sollte, da von 160 Mieteinheiten lediglich etwa 20 vermietet sind.

In Barenburg befindet sich die ehemalige Karl von MĂŒller -Kaserne, benannt nach dem Kommandanten des Kleinen Kreuzers "Emden" im Ersten Weltkrieg . Dort war bis Mitte der 1990er Jahre das ABC-Abwehrbataillon 110 der Bundeswehr stationiert. Nach Auflösung der Einheit wurde die Kaserne geschlossen, eine Nachnutzung ist bis heute nicht gefunden worden. Diskutiert wird zurzeit eine Nutzung fĂŒr Wohnen, Nahversorgung sowie Sport - insbesondere ein Stadionneubau des Fußball-Regionalligisten BSV Kickers Emden ist bei der Stadtspitze, beim verein und bei dessen AnhĂ€ngern im GesprĂ€ch. Bislang sind allerdings noch keine FinanzierungsvorschlĂ€ge auf dem Tisch.

Die Emder Klinik (Hans Susemihl-Krankenhaus) liegt ebenfalls in Barenburg, desgleichen das Gymnasium am Treckfahrtstief.

Barenburg hat derzeit 6981 Einwohner (30.06.05). Der AuslÀnderanteil liegt bei 11,26 Prozent (entspricht 786 Personen) und ist damit der höchste in Emden.

Behördenviertel

Im Behördenviertel der Stadt befinden sich die Emder Stadtverwaltung, das Finanzamt, das ehemalige Hauptzollamt (Anfang der Jahre 2000 in Oldenburg konzentriert), das Amtsgericht und die Justizvollzugsanstalt sowie weitere öffentliche Einrichtungen wie die regionale Industrie- und Handelskammer - alle konzentriert an einem Straßenzug. In den umliegenden Wohnstraßen hat die örtliche Beamten-Bau-Wohngenossenschaft Anfang des 20. Jahrhunderts Wohnungen errichtet, die (zunĂ€chst nur) an die Bediensteten der Behörden vermietet wurden. Dies trug dem Viertel den Namen ein.

Viele der Amts- und auch WohngebÀude sind im Stile des Klinker-Expressionismus der 1920er/1930er Jahre gehalten. Die Stadtverwaltung rechnet das Behördenviertel statistisch zum Stadtzentrum.

Bentinkshof

Das Bentinkshof-Viertel liegt im Stadtzentrum innerhalb des Emder Walls (s. Parks). Es wird von der Stadt Emden statistisch nicht als eigenstĂ€ndiger Stadtteil gefĂŒhrt. Im Gegensatz zu anderen Teilen des Stadtkernes haben viele alte GebĂ€ude, insbesondere aus dem spĂ€ten 19. und frĂŒhen 20. Jahrhundert, die Bombardierungen Emdens im Zweiten Weltkrieg ĂŒberstanden. Die MĂŒhle De Vrouw Johanna ist in diesem Stadtteil gelegen (s. Bauwerke).

Boltentor(viertel)

Das Boltentorviertel befindet sich innerhalb des Wallringes und zĂ€hlt statistisch zum Stadtzentrum. In dem Viertel hat eine geringe Anzahl historischer HĂ€user die Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs ĂŒberstanden. In Boltentor (bzw. im Boltentorviertel) befindet sich die 1986 eröffnete Emder Kunsthalle (s. Museen).

Borssum

Der Stadtteil Borssum (alternative Schreibweise: Borßum) liegt im Osten von Emden. Er wurde 1928 nach Emden eingemeindet. Borssum ist insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg stark gewachsen und (inklusive der Siedlung Hilmarsum) mit rund 6100 Einwohnern der drittgrĂ¶ĂŸte Emder Stadtteil. In dem Stadtteil wechseln sich ausgedehntere Einfamilienhaus-Siedlungen mit HochhĂ€usern bis zu zehn Stockwerken ab. Ein Hochhaus-Komplex mit drei GebĂ€uden zu je zehn Stockwerken sowie umliegenden WohngebĂ€uden wurde in den 1970ern vom ehemals gewerkschaftseigenen Wohnungsbaukonzern Neue Heimat errichtet.

Borssum liegt nahe des Emsufers und verfĂŒgt ĂŒber ein Siel zur EntwĂ€sserung des tief liegenden Umlandes. Die Borssumer Schleuse ist fĂŒr die Sportschifffahrt in Ostfriesland von erheblicher Bedeutung, da sie den Emder Hafen (und damit den Zugang zur See) mit dem Ems-Seitenkanal (und damit dem innerostfriesischen Wasserstraßennnetz) verbindet.

Borssum ist Heimatstadtteil des mit 2017 Mitgliedern grĂ¶ĂŸten Emder (und nach dem MTV Aurich zweitgrĂ¶ĂŸten ostfriesischen) Sportvereins Blau-Weiß Borssum . Neben Fußball, Handball, Leichtathletik und weiteren Sportarten ist insbesondere die Tischtennis-Abteilung hervorzuheben. Borssums erste Tischtennis-Herrenmannschaft spielt in der Dritten Liga. Neben dem SportgelĂ€nde des Vereins befindet sich an weiterer Sport-Infrastruktur noch ein Freibad in dem Stadtteil.

Die Stadtverwaltung rechnet auch die geografisch klar von Borssum zu trennende Siedlung Hilmarsum zu Borssum. Der Stadtteil hat (inklusive Hilmarsum) 6144 Einwohner (30.06.05).

Conrebbersweg

Der Ursprung des Stadtteils Conrebbersweg liegt in einer Arbeitersiedlung , die in den 1930er Jahren entstand. Der Stadtteil wurde im Laufe der Jahrzehnte, besonders stark noch einmal in den 1990ern , ausgebaut.

Benannt ist der Stadtteil nach einem alten Handelsweg, der im Mittelalter von der KĂŒste bei Campen in der heutigen Gemeinde Krummhörn bis ins Innere Ostfrieslands fĂŒhrte.

Conrebbersweg hat derzeit 2383 Einwohner (30.06.05).

Constantia

Constantia ist der jĂŒngste aller Emder Stadtteile. Das Neubaugebiet entstand in den 1980er Jahren und wurde nach einem traditionsreichen Bauernhof benannt, der lange auf dem Gebiet des jetzigen Stadtteiles existiert hatte. Bei der Planung fĂŒr das Viertel entsann sich die Stadt ihrer Wurzeln: Das Neubaugebiet sollte von vielen Grachten durchzogen sein - so, wie die Emder Innenstadt vor den Zerstörungen durch den Zweiten Weltkrieg ausgesehen hatte. Dieser Plan wurde denn auch umgesetzt.

In Constantia befindet sich der Standort Emden der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven. Daher gibt es in dem Stadtteil, in dem Einfamilienhaus- und Reihenhaus-Bebauung vorherrscht, auch ein Studentenwohnheim und GebÀude der Fachhochschule.

Constantia kann man durchaus als einen der schönsten Stadtteile Emdens bezeichnen, da Grachten und GrĂŒnflĂ€chen zwischen noblen HĂ€usern abwechseln. Die Bevölkerung besteht grĂ¶ĂŸtenteils aus wohlhabenden Familien. Der Anteil von LehrkrĂ€ften ist hier ĂŒbrigens besonders groß.

Auf dem GelĂ€nde der ehemaligen MĂŒlldeponie der Stadt soll ab 2006 ein Landschaftspark entstehen, die Planungen dafĂŒr wurden bereits aufgenommen. Dieser Park soll die höchste Erhebung Emdens mit Aussichtspunkt in das Umland bilden.

Constantia hat derzeit 2359 Einwohner (30.06.05).

Friesland

Der Stadtteil Friesland, auch Kolonie Friesland genannt, ist eine Arbeitersiedlung aus der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts. Ihr Ursprungszustand ist weitestgehend erhalten. Sie wurde insbesondere fĂŒr die BeschĂ€ftigten der Nordseewerke errichtet.

Friesland hat derzeit 854 Einwohner (30.06.05).

FrĂŒchteburg

Der Stadtteil FrĂŒchteburg beherbergt das so genannte Kulturviertel. Dort befinden sich das Neue Theater, die Nordseehalle , die Berufsbildenden Schulen I und II (erstere war bis Anfang der 1980er Jahre der Standort der Emder Fachhochschule) die Grundschule FrĂŒchteburg und das Johannes Althusius -Gymnasium. Außerdem liegen das Stadion des BSV Kickers Emden, das örtliche THW sowie der SchĂŒtzenplatz in diesem Stadtteil. Auf dem SchĂŒtzenplatz findet alljĂ€hrlich das Emder SchĂŒtzenfest statt. Des weiteren befindet sich in FrĂŒchteburg das Emder Hallenbad. Neben dem Hallenbad wird zurzeit ein neues, kombiniertes Hallen- und Freibad gebaut, das derzeitige Hallenbad hernach abgerissen.

FrĂŒchteburg hat derzeit 1281 Einwohner (30.06.05).

Groß-Faldern

Der Stadtteil Groß-Faldern erstreckt sich östlich vom Emder Rathaus . Er wurde im zweiten WeltkrĂ­eg stark in Mitleidenschaft gezogen. In jenem Stadtteil befanden sich viele Grachten , die nach dem Krieg mit dem TrĂŒmmerschutt der zerbombten HĂ€usern verfĂŒllt wurden. An erhaltenen GebĂ€uden hervorzuheben sind die Neue Kirche und das Gödenser Haus (s. Bauwerke). In dem Stadtteil befindet sich auch das frĂŒhere Telegrafenamt der Stadt aus dem spĂ€ten 19. Jahrhundert (ebenfalls erhalten). Auf diesem GelĂ€nde, das heute der Deutschen Telekom gehört, steht auch das höchste Bauwerk der Stadt, der Emder Fernsehturm.

Groß-Faldern wird an seiner östlichen Seite vom Emder Wall (s. Parks) begrenzt. Auf dem Wall stehen zwei der drei auf dem Wall erhalten gebliebenen MĂŒhlen - beide allerdings nicht mehr direkt als solche erkennbar. Die Rote MĂŒhle hat keine FlĂŒgel mehr und wird heute als Kindergarten genutzt, die Weiße MĂŒhle ist stark renovierungsbedĂŒrftig und hat ebenfalls keine FlĂŒgel mehr.

Der Stadtteil beherbergt das Emder BetriebsgelĂ€nde der Deutschen Telekom und das örtliche Gewerbeaufsichtsamt. Des weiteren sind dort mehrere Kirchen sowie die FriesenbĂŒhne (plattdeutsches Theater) beheimatet.

Die Stadtverwaltung rechnet Groß-Faldern zum Stadtzentrum und weist daher keine eigenen Einwohnerzahlen fĂŒr den Stadtteil aus.

Harsweg

Harsweg wurde 1945 nach Emden eingemeindet. Im nördlichsten Stadtteil Emdens befinden sich ein umfangreiches Gewerbe- und Industriegebiet sowie der Emder Flugplatz. Die Anschlussstelle Emden-Mitte der A 31 liegt in Harsweg. Die Anschlussstelle (laufende Nummer: 3) verfĂŒgt ĂŒber eine separate Auf- und Abfahrt zum Emder Flugplatz.

Harsweg hat derzeit 1021 Einwohner (30.06.05).

Herrentor

Große Teile des Stadtteils Herrentor entstanden in den ersten beiden Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Stadt Vertriebene aus den ehemaligen Ostgebieten des Deutschen Reiches aufnahm und nach und nach Neubauten fĂŒr diese sowie fĂŒr die ausgebombte, bereits vorher ortsansĂ€ssige Einwohnerschaft aufgebaut wurden.

Benannt ist Herrentor nach einem der Emder Stadttore, die frĂŒher DurchlĂ€sse durch den Emder Wall (siehe Parks) darstellten. Im Stadtteil befinden sich die ca. 1930 erbaute, unter Denkmalschutz stehende Realschule Herrentor sowie die ebenfalls unter Denkmalschutz stehende Kesselschleuse (siehe Bauwerke). Auch die Jugendherberge der Stadt befindet sich in Herrentor, nahe der Kesselschleuse.

Bemerkenswert ist die Konzentration von Sportvereinen in diesem Stadtteil: Einer der Ă€ltesten Sportvereine Emdens, die Freie Turnerschaft (19)03, befindet sich in diesem Stadtteil, daneben der 1919 gegrĂŒndete Verein Spiel und Sport Emden (SuS) sowie der VfB Stern Emden. Alle drei sind im wesentlichen Fußballvereine. Zudem hat der Hockey-Club Emden sein VereinsgelĂ€nde in Herrentor. Direkt neben der Kesselschleuse befindet sich das van Ameren-Bad, ein Freibad, das von einem privaten TrĂ€gerverein betrieben wird, nachdem sich die Stadt Emden in den 1990er Jahren zurĂŒckgezogen hatte.

Herrentor hat derzeit 1944 Einwohner (30.06.05).

Hilmarsum

Hilmarsum ist eine kleine Siedlung im Osten Emdens. Die Stadt Emden zÀhlt Hilmarsum statistisch zu Borssum, obgleich diese Siedlung von Borssum geografisch zu trennen ist.

Jarßum

Jarßum ist ein kleiner Ortsteil mit historischem Dorfkern im Osten Emdens in der NĂ€he des Emsdeiches. Die Stadt Emden zĂ€hlt Jarßum statistisch zu Widdelswehr.

Klein-Faldern

Kranstraße in Emden-Klein-Faldern
Kranstraße in Emden-Klein-Faldern

Klein-Faldern ist ein Teil des Stadtzentrums von Emden und wird von der Stadtverwaltung statistisch auch zum Stadtzentrum gezĂ€hlt. In diesem Viertel sind noch viele GebĂ€ude frĂŒherer Jahrhunderte erhalten geblieben (wenn auch teilweise bereits vor der Bombardierung im Zweiten Weltkrieg unter Zuhilfenahme zeitgenössischer Baumaterialien restauriert). Viele der Grachten wurde nach dem Krieg mit TrĂŒmmerschutt zugeschĂŒttet.

Dennoch zĂ€hlt Klein-Faldern zu den am besten erhalten gebliebenen Stadtvierteln Emdens. Darunter befinden sich Bauwerke aus frĂŒheren Jahrhunderten, unter anderem an der Friedrich Ebert-Straße, der Kranstraße und der MĂŒhlenstraße (s. Bauwerke).

Larrelt

Larrelt ist ein Stadtteil von Emden. Die erste urkundliche ErwÀhnung als Hlarfliata stammt aus dem Jahre 930 . Die selbststÀndige Landgemeinde Larrelt wurde 1945 auf Druck der britischen Besatzungsmacht nach Emden eingemeindet.

Seit 1965 ist der Stadtteil Standort des Volkswagenwerkes Emden und mehrerer Zulieferfirmen des Autoherstellers. Auf dem GelĂ€nde der 1959 erbauten und in den 1990ern stillgelegten Erdölraffinerie Frisia wurde ein Zuliefererpark fĂŒr das VW-Werk errichtet, der Industriepark Frisia. Im SĂŒden des Stadtteils befinden sich Hafenumschlagsanlagen (Emspier). Die Betriebe liegen im Larrelter Polder , also dem Meer abgerungenen und eingedeichten Land.

In Larrelt befindet sich die Anschlussstelle Emden-West der A 31 . Diese hat die Auffahrt-Nummer 1, hier beginnt also die Autobahn in Richtung Ruhrgebiet. Der Anschluss in Richtung Hafen und VW-Werk wird mit einer vierspurigen Schnellstraße sichergestellt.

Sehenswert ist die ev.-ref. Kirche aus dem 15. Jahrhundert. Das dort aufbewahrte, zirka 800 Jahre alte Tympanon (TĂŒrbogenfeld) der ersten Larrelter Kirche aus dem 12. Jahrhundert ist wahrscheinlich das Ă€lteste Bild-Schrift-Selbstzeugnis eines mittelalterlichen Bauherrn in Deutschland. In Larrelt befindet sich zudem die MĂŒhle Kost Winning (s. Bauwerke)

Larrelt hat (einschließlich der VW-Siedlung) derzeit 3811 Einwohner (30.06.05).

Logumer Vorwerk

1972 wurde Logumer Vorwerk zusammen mit Wybelsum nach Emden eingemeindet. Vorher gehörte es zum Landkreis Norden. Der dörfliche Stadtteil - einer der kleinsten Emdens - ist nach einem bei einer Sturmflut untergegangenen Ort namens Logum benannt. Dieser hatte sich im Bereich des heutigen Dollart befunden.

Logumer Vorwerk hat derzeit 234 Einwohner (30.06.05).

Marienwehr

Der Stadtteil Marienwehr ist ein dörflich-landwirtschaftlich geprÀgter Teil Emdens und einer der kleinsten der Stadt. In der NÀhe befindet sich das Binnenmeer Hieve (auch Kleines Meer genannt), das jedoch bereits zur Gemeinde Hinte zÀhlt. Lediglich ein Uferstreifen gehört noch zur Stadt Emden. Dort befinden sich Wassersport-Infrastruktur sowie eine Ferienhaus-Siedlung. Statistisch rechnet die Emder Stadtverwaltung Marienwehr zum Stadtteil Uphusen.

Petkum

Petkum wurde 1972 nach Emden eingemeindet und gehörte zuvor zum Landkreis Leer. Der Stadtteil feiert 2006 sein 1200-jĂ€hriges Bestehen. Von Petkum besteht eine FĂ€hrverbindung in das am anderen Emsufer gelegene Dorf Ditzum im Rheiderland. Diese FĂ€hre war frĂŒher fĂŒr den Pendlerverkehr von einiger Bedeutung, inzwischen liegt die Zahl der Berufspendler jedoch nur noch im niedrigen zweistelligen Bereich. Eine touristische Nutzung ( Ems-Dollart-Route ) herrscht vor. Petkum verfĂŒgt ĂŒber ein Siel zur EntwĂ€sserung in die Ems und liegt auch am Ems-Seitenkanal.

Petkum hat derzeit 1113 Einwohner (30.06.05).

Port Arthur/Transvaal

Der Stadtteil Port Arthur/Transvaal ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Arbeitersiedlung fĂŒr HafenbeschĂ€ftigte entstanden. Er befindet sich in unmittelbarer NĂ€he der Westseite des Emder Hafens. Viele der zu jener Zeit erbauten GebĂ€ude stehen noch heute. Benannt wurde der Stadtteil nach zwei Ereignissen aus dem ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts: der Seeschlacht bei Port Arthur im Zuge des Russisch-japanischen Krieges sowie der Provinz Transvaal in SĂŒdafrika, zu jener Zeit Schauplatz des Burenkrieges .

Im Stadtteil Transvaal ist Otto Waalkes aufgewachsen. Zu seinen Ehren wurde eine Skulptur auf dem zentralen Platz des Stadtteils errichtet, die Ottifanten darstellt.

Im Stadtteil Transvaal befinden sich das ehemalige Werk des Lebensmittelherstellers Ültje (heute ist dort ein Nachfolgeunternehmen derselben Branche tĂ€tig), einer der Rangierbahnhöfe des Emder VW-Werkes sowie weitere Firmen, unter anderem die Cassens-Werft, Werft-Zulieferer, Firmen der Logistik-Branche und Bauunternehmen.

Port Arthur/Transvaal hat derzeit 5147 Einwohner (30.06.05).

Tholenswehr

Tholenswehr ist einer der kleinsten Stadtteile Emdens. Die Stadt Emden rechnet Tholenswehr statistisch zu Wolthusen (siehe Wolthusen). In Tholenswehr befindet sich der Zentralfriedhof der Stadt.

Twixlum

Der Stadtteil Twixlum befindet sich im Nordwesten Emdens und wurde erst 1972 nach Emden eingemeindet.

Twixlum hat derzeit 1036 Einwohner (30.06.05).

Uphusen

Uphusen erstreckt sich entlang des Ems-Jade-Kanals im Osten Emdens. In der NÀhe befindet sich das Uphuser Meer, ein Wassersport- und Ferienhaus-Revier (siehe Satellitenbild oben, dort fÀlschlicherweise als Hieve bezeichnet). Die Stadt Emden rechnet den Stadtteil Marienwehr statistisch auch zu Uphusen.

Uphusen hat derzeit (einschließlich Marienwehr) 873 Einwohner (30.06.05).

Widdelswehr

Widdelswehr ist ein Stadtteil im Osten Emdens zwischen Ems-Seitenkanal und der Ems. Die Stadtverwaltung rechnet auch Jarßum statistisch zu Widdelswehr.

Widdelswehr hat (inklusive Jarßum) derzeit 1214 Einwohner (30.06.05).

Wolthusen

Wolthusen wurde 1928 nach Emden eingemeindet. In dem Stadtteil, der sich zu einem guten Teil entlang des Ems-Jade-Kanals und anderer KanĂ€le (Borßumer Kanal, Trecktief) erstreckt, liegen einige der bevorzugtesten Wohnlagen Emdens. In Wolthusen befindet sich die Auffahrt Emden-Wolthusen (laufende Nummer: 4) zur A 31.

Statistisch zÀhlt die Stadt Emden auch den Stadtteil Tholenswehr zu Wolthusen.

Wolthusen (Dorf und Neubaugebiet, einschließlich Tholenswehr) hat derzeit 4043 Einwohner (30.06.05).

Wybelsum

Der Stadtteil Wybelsum wurde 1972 gemeinsam mit Logumer Vorwerk nach Emden eingemeindet. Vorher gehörte beide Orte zum Landkreis Norden. In dem Stadtteil befinden sich Erdgas-Anlagen der Unternehmen Statoil und ConocoPhillips (siehe Wirtschaft). Der Windpark Wybelsumer Polder, einer der grĂ¶ĂŸten (nach Betreiberangaben der grĂ¶ĂŸte) Windparks an Land in Europa, befindet sich im Poldergebiet im SĂŒden des Stadtteils.

Zudem ist das grĂ¶ĂŸte EntwĂ€sserungssiel Ostfrieslands, das Siel und [Schöpfwerk]] Knock, in diesem Stadtteil beheimatet. Dort stehen auch zwei DenkmĂ€ler des Großen KurfĂŒrsten und Friedrichs des Großen , die zuvor in der Emder Innenstadt gestanden hatten. Nahe des Siels befindet sich der einzige Camping-Platz auf Emder Stadtgebiet.

Wybelsum hat derzeit 1491 Einwohner (30.06.05).

Eingemeindungen

Ehemals selbstÀndige Gemeinden bzw. Gemarkungen, die in die Stadt Emden eingegliedert wurden:

Jahr Orte Zuwachs in ha
1928 Borssum, Wolthusen NN
1945 Harsweg, Larrelt NN
1972 Logumer Vorwerk, Petkum, Twixlum, Wybelsum NN

Geschichte

Die Geschichte der Stadt Emden beginnt um zirka 800, als friesische Kaufleute an der EmsmĂŒndung eine Handelsniederlassung anlegten. Im Laufe der Jahrhunderte war Emden - wie Ostfriesland - wechselnden Herrschaften unterworfen.

Zugehörigkeit Emdens zu deutschen Teilstaaten/LÀndern: <timeline> ImageSize = width:800 height:80 PlotArea = width:700 height:50 left:50 bottom:25

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 color:red from:1866 till:1946 shift:(-10,15) text:Prß. 
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</br>

AbkĂŒrzungen: Fst. = FĂŒrstentum; Grafs. = Grafschaft; Han. = Königreich Hannover; Prß. = Preußen

Anmerkungen zu der Zeit der Napoleonischen Kriege : Von 1806 bis 1810 gehörte Ostfriesland kurzzeitig zu den Niederlanden, von 1810 bis 1813 dann zu Frankreich und von 1813 bis zum Ausgang des Wiener Kongresses dann wieder offiziell zu Preußen. Nach dem Kongress trat Preußen Emden und Ostfriesland schließlich an das Königreich Hannover ab.

Mittelalter (bis 1494)

Als friesische Handelsniederlassung an der MĂŒndung der Eemese (Ems) wurde das mittelalterliche Amuthon um 800 n.Chr. gegrĂŒndet. Dieser durch das frĂ€nkische Reich geschĂŒtzte Handelsplatz und Warenumschlagsort steigerte seine Wichtigkeit um Mitte des 11. Jahrhunderts als MĂŒnzstĂ€tte enorm. Die erste urkundliche ErwĂ€hnung Emdens als ZollstĂ€tte geht auf das Jahr 1244 zurĂŒck. Die HĂ€uptlingsfamilie der Cirksenas besetzte 1433 mit Hilfe der Hanse Emden. Graf Ulrich I. machte 1464 die Emder Burg zu seinem Amtssitz.

FrĂŒhe Neuzeit (1495 bis 1648)

Der Handelsstadt Emden wurde 1495 das Stadtwappen (s. dort) verliehen.

Zu einem Großhafen europĂ€ischer Bedeutung konnte Emden sich erst Mitte des 16. Jahrhunderts entwickeln. DafĂŒr waren vor allem drei Faktoren entscheidend:

  • Die Aufnahme von reformierten GlaubensflĂŒchtlingen aus den Niederlanden ,
  • eine Blockade der niederlĂ€ndischen HĂ€fen durch die Spanier,
  • Getreideexporte nach Westfalen.

Infolge der FreiheitskĂ€mpfe in den Niederlanden strömten zwischen 1570 und 1600 mehr als 6.000 reformierte niederlĂ€ndische FlĂŒchtlinge nach Emden. Durch die Aufnahme dieser Exilanten wurde Ostfriesland, insbesondere aber Emden, in dieser Zeit politisch, wirtschaftlich und religiös stark geprĂ€gt.

Im Jahr 1595 , nach mehreren der Bevölkerung gegenĂŒber ziemlich rĂŒcksichtlosen Steuererhöhungen und Gesetzen, setzten die Emder BĂŒrger im Zuge der Emder Revolution den von dem Grafen Edzard II. eingesetzten Rat der Stadt ab und nahmen die grĂ€fliche Burg ein. Edzard II. sah sich gezwungen, seine Residenz nach Aurich zu verlegen. Mit dem Vertrag von Delfzijl vom 15. Juli 1595 musste sich der Graf verpflichten, auf den Großteil seiner Rechte in Emden zu verzichten.

Die Niederlande unterstĂŒtzten dieses Unternehmen, indem sie eine Schutztruppe nach Emden schickten, die erst 1744 nach dem Tod des letzten Cirksena und dem folgenden Übergang von Ostfriesland an Preußen wieder abzog. Emden erreichte als "Satellit" der Niederlande de facto die Stellung einer freien Reichsstadt und schloß sich mit dem reformierten SĂŒdwesten immer enger an die calvinistische Kirche der Niederlande an. Dadurch wurde im Laufe des 17. Jahrhunderts niederlĂ€ndisch zur Standardsprache des gehobenen BĂŒrgertums in Emden.

Emder Kaufleute grĂŒndeten 1633 eine Fehnkolonie im Zentrum Ostfrieslands, Großefehn. Es ist damit nach Papenburg die zweitĂ€lteste Fehnsiedlung Deutschlands. Von Großefehn aus wurde mit kleinen Schiffen Torf als Brennmaterial nach Emden transportiert.

Niedergang nach dem DreißigjĂ€hrigen Krieg (1649 - 1743)

Ihre BlĂŒtezeit in Sachen Wirtschaft hatte die Stadt Emden im spĂ€ten 16. Jahrhundert . Zwischenzeitlich kam es zur Verlagerung des Flussbettes der Ems, die Bedeutung des Hafens wurde dadurch stark verringert.

Preußen, Niederlande, Frankreich (1744 - 1814)

Nach dem Tod des letzten FĂŒrsten von Ostfriesland, Carl Edzard aus dem Hause Cirksena (Regierungszeit 1734 - 1744), fiel Ostfriesland an Preußen.

Im Jahr 1751 grĂŒndete der preußische König Friedrich der Große die Emder Ostasiatische Handelskompanie, deren Schiffe ĂŒberseeische Waren (vor allem Tee und Porzellan) aus dem chinesischen Kanton nach Emden brachten. Der Ausbruch des SiebenjĂ€hrigen Krieges im Jahre 1756 fĂŒhrte allerdings schon nach kurzer Zeit den Niedergang der Handelskompanie herbei, so dass sie 1765 aufgelöst wurde.

Die Hannoversche Zeit (1815 - 1866)

Nach dem Wiener Kongress wurde Ostfriesland (und damit auch Emden) dem Königreich Hannover zugeschlagen. In diese Zeit fiel der Bau der Hannoverschen Westbahn von Emden in Richtung MĂŒnster - eine Eisenbahnstrecke, die spĂ€ter fĂŒr den Transport von Erz und Kohle in das bzw. aus dem Ruhrgebiet große Bedeutung erlangern sollte.

Wieder preußisch: Aufstieg zur Industriestadt (1867 - 1913)

Die "RĂŒckkehr" nach Preußen wurde in Emden und Ostfriesland im allgemeinen begrĂŒĂŸt. Die Annexion des Königsreichs Hannover durch Preußen, so hofften viele Emder, wĂŒrde auch wirtschaftlich wieder bessere Zeiten bringen. Noch allzu wach war die Erinnerung an die erste preußische Regierung in den Jahren zwischen 1744 und 1806 . FĂŒr Ostfriesland im Allgemeinen brachte sie Fortschritte bei der Kultivierung der Moore und im KĂŒstenschutz, fĂŒr Emden im besonderen eine - wenn auch bescheidene - Belebung des Handels nach Jahrzehnten der Stagnation.

Diese Hoffnungen blieben nicht unerfĂŒllt. In den Jahren zwischen den deutschen Einigungskriegen und dem Ersten Weltkrieg verzeichnete Emden einen deutlichen Aufschwung in der industriellen Entwicklung. Bereits 1867 wurde eine Papierfabrik eröffnet (sie blieb bis um 1900 grĂ¶ĂŸter Arbeitgeber der Stadt mit zirka 160 bis 180 BeschĂ€ftigten), 1875 folgte die Cassens-Werft . Zudem wurde durch den LĂŒckenschluss der Eisenbahnstrecke (Bremen-)Oldenburg-Leer ( 1869 ) nun auch ein durchgehender Bahnanschluss nach (SĂŒd-)Osten geschaffen.

Der Aufstieg zu einer bedeutenden Hafen- und Industriestadt ist jedoch untrennbar mit dem Namen von Leo FĂŒrbringer ( 1843 - 1923 ) verknĂŒpft. Er amtierte als OberbĂŒrgermeister von 1878 bis 1913 , diese Zeit trĂ€gt noch heute seinen Namen: die "Ära FĂŒrbringer". In jenen Jahrzehnten wurde der Emder Hafen zum Seehafen des Ruhrgebietes ausgebaut, eine industrielle Entwicklung schloss sich an.

Im Zusammenspiel mit dem Emder Abgeordneten im Preußischen Landtag, Carl Schweckendieck , machte sich FĂŒrbringer fĂŒr den Ausbau der Hafenanlagen stark. Dabei kamen Emden die Autarkiebestrebungen des Deutschen Reiches zu Gute: Man wollte eine eigene Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet und der See, um von der (niederlĂ€ndischen) RheinmĂŒndung unabhĂ€ngig zu sein. Der Emder Hafen bot dabei gute Voraussetzungen: Zum einen ist es der westlichste Seehafen Deutschlands, zum zweiten ist die Entfernung vom rheinisch-westfĂ€lischen Industrierevier nach Emden die kĂŒrzeste - kĂŒrzer als zu allen anderen deutschen SeehĂ€fen.

Allerdings: Außer der in den 1850ern fertiggestellten Bahnstrecke zwischen Emden, MĂŒnster und dem Ruhrgebiet gab es nur wenig Transportmöglichkeiten. Insbesondere fehlte eine Anbindung fĂŒr Binnenschiffe. Daher erfolte in den Jahren zwischen zirka 1880 und 1900 ein deutlicher Ausbau der Binnenlandverbindungen des Emder Hafens. In erster Linie ist hier der Bau des Dortmund-Ems-Kanals ( 1892 - 1899 ) zu nennen, ergĂ€nzt um den Ems-Seitenkanal von Oldersum nach Emden.

In den 1880er Jahren wurde zudem eine innerostfriesische Kanalverbindung gebaut: der Ems-Jade-Kanal ( 1880 - 1888 ). Dieser verbindet Emden mit Wilhelmshaven und sollte eine Verlegung von MilitĂ€rschiffen möglich machen, ohne dabei ĂŒber die Nordsee fahren zu mĂŒssen. Im Zuge des Baus des Ems-Jade-Kanals wurde auch die in Europa einzigartige Kesselschleuse erbaut ( 1886 / 1887 ).

Die seewÀrtige Erreichbarkeit des Emder Hafens wurde im Jahre 1883 entscheidend verbessert: Nach zweijÀhriger Bauzeit wurde die Nesserlander Schleuse eingeweiht

Die GrĂŒndung der Nordseewerke im Jahre 1903 kann als der Startpunkt zur durchgreifenden Industrialisierung Emdens begriffen werden. Zwar geriet die Werft schon nach wenigen Jahren in eine wirtschaftliche Schieflage - die Stadt Emden musste zum Erhalt der Werft und der ArbeitsplĂ€tze eingreifen. Doch durch den Einstieg des Ruhr-Industriellen Hugo Stinnes ( 1911 ) gelang der endgĂŒltige Durchbruch zu einer modernen Werft - sie besteht bis heute.

1913 wurde die Große Seeschleuse eingeweiht. Mit einer LĂ€nge von 260 Metern galt sie zu diesem Zeitpunkt als die grĂ¶ĂŸte Seeschleuse der Welt. Mit dem Bau der Schleuse wurde auch ein neues Hafenbecken angelegt, der Neue Binnenhafen. Hier wurden vornehmlich Erze und Kohle umgeschlagen.

Die Zeit der Weltkriege (1914 - 1945)

Die wohl grĂ¶ĂŸte Katastrophe, die jemals in Emden stattfand, war die Bombardierung durch alliierte BomberverbĂ€nde wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges , als am 6. September 1944 mehr als 80% des Stadtgebiets zerstört wurden.

Emden nach dem Zweiten Weltkrieg (seit 1946)

Emden und Ostfriesland wurden 1946 Teil des neu gebildeten Niedersachsen. Der Wiederaufbau der im Krieg stark zerstörten stadt zog sich bis in die 1960er Jahre hin - noch zu Beginn jenes Jahrzehnts gab es in der Stadt mehrere Barackenlager, da Wohnraum weiterhin knapp war.

Die Zeit des Wirtschaftswunders ging auch an Emden nicht spurlos vorbei: So nahm 1965 das Volkswagenwerk seine Produktion auf.

Die wichtigsten Daten im Überblick

Jahr Ereignis
um 800 GrĂŒndung einer friesischen Handelssiedlung
1224 Emden wird MĂŒnzstĂ€tte. Ein Emder Schiff wird erstmals in London beurkundet.
um 1400 Konflikte mit der Hanse wegen des SeerĂ€uberunwesens (u. a. Klaus Störtebeker), Besetzung Emdens durch Hamburg (RĂŒckkehr der Hamburger 1447)
1495 Verleihung des Stadtwappens durch Kaiser Maximilian I.
1509 Cosmas-und-Damian-Flut, Durchbruch des Dollarts, die Ems fließt nun einige Kilometer am Emder Hafen vorbei, der zusehends verlandet.
1540 Johannes ĂĄ Lasco kommt nach Emden (Erster Superintendent 1543)
ab ca. 1560 Emden wird europÀischer Umschlagplatz
ab ca. 1570 Zustrom mehrerer Tausend GlaubensflĂŒchtlinge aus den Niederlanden
1571 Emder Synode: Emden wird Standort der moederkerk (ndl.: Mutterkirche) des nordwesteuropÀischen Calvinismus.
1574/76 Bau des Rathauses
1582 Bau des Nesserlander Höfts, eines Leitwerks, das die Ems wieder am Emder Hafen vorbeizwingt (Bestand bis 1616)
1595 Emder Revolution, Vertreibung des Grafen nach Aurich
1604 Johannes Althusius wird Emder Stadtsyndikus
1606 Beginn der Anlage des Emder Walls
1614 Der niederlÀndische Festungsbaumeister Johan van Valckenburg wird zur Planung des Wallbaus hinzugezogen
1618 Beginn des DreißigjĂ€hrigen Krieges, Emden bleibt wegen der kurz zuvor errichteten Wallanlagen von der Einnahme verschont
1621 Als letzter der elf Zwinger (Bastionen) des Walls wird der Emszwinger fertiggestellt
1635 Bau des Hafentors durch Martin Faber
1643 Bau der Neuen Kirche durch Martin Faber
1682 GrĂŒndung der kurbrandenburgischen Afrikanischen Compagnie in Emden unter Beteiligung Emder Kaufleute; Ziel: Abwicklung des Handels mit kurbrandenburgischen Kolonien in Afrika. Stationierung eines Marinebataillons.
1744 Annexion Ostfrieslands durch Preußen, von Emden maßgeblich mitbetrieben
1751 GrĂŒndung der Emder Ostasiatischen Handelskompanie (1765 wieder aufgelöst). Friedrich der Große besucht Emden (ein weiteres Mal 1755).
1803 Bau der (ersten) katholischen Kirche
1807 Emden wird mit Ostfriesland niederlÀndisch
1810 Emden wird mit Ostfriesland französisch (département Ems-orientale)
1815 Emden kommt mit Ostfriesland zum Königreich Hannover
1820 GrĂŒndung der Gesellschaft fĂŒr bildende Kunst und vaterlĂ€ndische AltertĂŒmer (heute umgangssprachlich: die Kunst) als Reaktion auf den Ausverkauf von KulturgĂŒtern in andere Regionen
1856 Fertigstellung der Hannoverschen Westbahn in Richtung MĂŒnster und des ersten Emder Bahnhofes
1861 Der Emder Oberzollinspektor Georg Breusing grĂŒndet den ersten Verein zur Rettung SchiffbrĂŒchiger in Deutschland
1866 Emden wird mit Ostfriesland wieder preußisch
1869 Besuch König Wilhelms I. von Preußen in Emden
1875 GrĂŒndung der Cassens-Werft
1878 Leo FĂŒrbringer, Initiator des Ausbaus des Emder Hafens, wird OberbĂŒrgermeister
1882 Einweihung der ersten Telegrafen-Kabelverbindung zwischen Deutschland und den USA, von Emden nach Coney Island in New York
1880/88 Bau des Ems-Jade-Kanals
1881/83 Bau der Nesserlander Schleuse (Inbetriebnahme 1888)
1886/87 Bau der Kesselschleuse
1892/99 Bau des Dortmund-Ems-Kanals
1902 Besuch Kaiser Wilhelms II. in Emden
1903 GrĂŒndung der Nordseewerke
1913 Einweihung der Großen Seeschleuse, zu jenem Zeitpunkt mit 260 Metern LĂ€nge die grĂ¶ĂŸte der Welt
1944 6. September: Bombardierung Emdens durch alliierte Lufteinheiten; zirka 80 Prozent der Innenstadt werden zerstört
1945 5. Mai: Waffenstillstand in Nordwestdeutschland. Im Laufe des Krieges sind 1121 Emder Soldaten gefallen und 316 Emder bei Bombenangriffen getötet worden. WĂ€hrend der NS-Zeit wurden 465 jĂŒdische BĂŒrger ermordet.
1946 Emden wird Teil des neu gegrĂŒndeten Niedersachsen
1959 Erdölwerke Frisia fertiggestellt
1962 6. September: Einweihung des in neuem Stil wiederaufgebauten Rathauses, exakt 16 Jahre nach der Zerstörung der Stadt
1964 MĂ€rz: Grundsteinlegung zum Bau des Volkswagenwerkes
1965 Das VW-Werk nimmt die Produktion (VW KĂ€fer) auf
1977 Erste Anlandung norwegischen Nordseegases in Emden
1978 Der letzte in Deutschland gebaute VW KÀfer verlÀsst die MontagebÀnder des VW-Werkes; Beginn der Produktion des VW Passat (bis heute)
1984 Das Feuerschiff Amrumbank bekommt als erstes der Museumsschiffe seinen Liegeplatz im Ratsdelft
1986 Eröffnung der Kunsthalle
1988 Der Seenotkreuzer Georg Breusing wird als zweites Museumsschiff im Ratsdelft vertÀut
1995 Eröffnung der Johannes å Lasco-Bibliothek

Einwohnerentwicklung

Im Laufe der Jahrhunderte hat die Stadt Emden zweimal einen deutlichen Schub bei der Einwohnerzahl erfahren: zum einen im ausgehenden 16. Jahrhundert, als mehrere Tausend GlaubensflĂŒchtlinge aus den Niederlanden aufgenommen wurden, und zum zweiten in der Zeit von zirka 1880 bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts, als Emden sich zu einer modernen Hafen- und Industriestadt entwickelte.

Mit einer Einwohnerzahl von etwa 15.000 um das Jahr 1600 herum zĂ€hlte Emden zu einer bedeutenden Stadt. Zum Vergleich: Köln hatte zur selben Zeit etwa 40.000 Einwohner, Bielefeld etwa 3000. MĂŒnster zĂ€hlte 1591 etwa 10.600 Einwohner. Hamburg hatte noch um 1560 insgesamt ungefĂ€hr 20.000 Einwohner, gegen 1650 dann zirka 60.000 Einwohner - und zĂ€hlte zu diesem Zeitpunkt als grĂ¶ĂŸte Stadt Deutschlands.

Seit den 1960er Jahren liegt die Einwohnerzahl Emdens (von wenigen Jahren abgesehen) stets ĂŒber 50.000. Damit ist Emden die kleinste der kreisfreien StĂ€dte Niedersachsens. Seit den 1980er Jahren wurden im Stadtgebiet mehrere grĂ¶ĂŸere Baugebiete ausgewiesen, unter anderem entstand in Constantia sogar ein komplett neuer Stadtteil. Damit hat die Stadt Emden den zuvor feststellbaren Trend zur Wanderung von Emdern ins Umland stoppen können.

Zudem bemĂŒht sich die Emder Stadtverwaltung darum, die Studenten der Fachhochschule dazu zu bewegen, sich mit ihrem Hauptwohnsitz in Emden anzumelden.

Jahr Einwohnerzahlen
1600 15.000
1744 7.000
1848 12.000
1880 13.400
1900 16.500
1915 24.600
1940 37.000
1945 29.000
31. Dezember 1971 53.833
31. Dezember 1981 50.933
31. Dezember 1986 49.557
31. Dezember 1991 51.103
31. Dezember 1996 51.470
31. Dezember 1997 51.546
31. Dezember 1998 51.448
31. Dezember 1999 51.173
31. Dezember 2000 50.963
31. Dezember 2001 51.185
31. Dezember 2002 51.351
31. Dezember 2003 51.445
31. Dezember 2004 51.670

Die Zahlen fĂŒr 1600 sowie 1744 sind SchĂ€tzungen, die folgenden Werte bis 1945 sind gerundete Einwohnerzahlen, die Zahlen seit 1971 sind die amtlichen Einwohnerzahlen (Quellen: Krömer und Stadt Emden, s. Literatur und Weblink). Die jĂŒngeren Zahlen seit 1971 beziehen sich auf die Hauptwohnsitze. Im Jahre 2005 (Stichtag: 30. Juni) hatte Emden inklusive Nebenwohnsitzen 55.256 Einwohner. Über die Herkunft der Einwohner mit Nebenwohnsitzen wurden bislang keine Daten veröffentlicht. Es ist aber anzunehmen, dass sich darunter insbesondere viele Studenten der Fachhochschule befinden dĂŒrften sowie Personenkreise, die sich in Emden oder seinen lĂ€ndlichen Vororten ein Ferienhaus zugelegt haben.

Seit Jahren besteht in der Stadt Emden - wie in den meisten anderen Kommunen Deutschlands - ein Geburtendefizit, d. h. es starben mehr Menschen als Babys zur Welt kamen. In den Jahren seit 1998 schwankte das Geburtensaldo zwischen minus 14 (1999) und minus 177 (2002). Wanderungsgewinne machten dies jedoch mehr als wett, so dass die Zahl der Einwohner seit einigen Jahren wieder steigt. Bis zum Jahr 2000 gab es ein negatives Wanderungssaldo, seitdem schwankt das Plus zwischen 229 (2003) und 343 (2002), so dass sich insgesamt eine steigende Einwohnerzahl ergibt (Quelle: Stadt Emden, s. Weblink).

Das NiedersĂ€chsische Landesamt fĂŒr Statistik prognostiziert der Stadt Emden bis 2021 eine weitere Zunahme der Einwohnerzahl auf mehr als 52000 (Quelle: ebd.). Damit wĂŒrde die Stadt Emden zur Minderheit der deutschen Kommunen zĂ€hlen, die weiterhin ein Wachstum der Einwohnerzahl zu erwarten haben.

Politik

Rathaus
Rathaus

Stadtrat

Der Rat der Stadt besteht aus 42 Ratsfrauen und Ratsherren. Hinzu kommt als stimmberechtigtes Mitglied kraft Amtes der OberbĂŒrgermeister, Alwin Brinkmann (SPD).

  • SPD 18 Sitze
  • CDU 11 Sitze
  • FDP 10 Sitze
  • BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen 3 Sitze

Vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis zur Kommunalwahl 2001 hatte die Sozialdemokratische Partei Deutschlands - mit Ausnahme einer kurzen Periode in den 1950ern - stets eine absolute Mehrheit der Stimmen bei den Wahlen zum Rat der Stadt. Diese Mehrheit lag teils auch bei mehr als 60 Prozent der abgegebenen, gĂŒltigen Stimmen. Die Kommunalwahl 2001 kann daher als kommunalpolitische ZĂ€sur begriffen werden, da die Emder SPD "nur" noch 39,5 Prozent der Stimmen erhielt. Zugleich erreichte die Emder FDP eines der besten Wahlergebnisse der Partei in Niedersachsen.

In der aktuellen Wahlperiode, die im Herbst 2006 endet, ist die SPD zwar stĂ€rkste Partei, verfĂŒgt jedoch nicht mehr ĂŒber die absolute Mehrheit der Stimmen. Sachentscheidungen werden derzeit meist von wechselnden Koalitionen verabschiedet, an denen die SPD jedoch stets beteiligt ist.

Das amtliche Endergebnis der Kommunalwahl am 9. September 2001 lautete wie folgt (mit Vergleichszahlen zur Kommunalwahl 1996, siehe auch Hinweise unter der Tabelle)

SPD 39,5 % -16,6 17 Sitze -9
CDU 26,3 % +0,4 11 Sitze 0
BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen 7,7 % -2,7 3 Sitze -1
FDP 24,3 % +18,3 10 Sitze +8
PDS 2,2 % +2,2 1 Sitz +1

Quelle: Nds. Landesamt fĂŒr Statistik

Hinweise: Der Ratsherr der PDS ist im Laufe der aktuellen Wahlperiode (bis Herbst 2006) der SPD-Fraktion beigetreten. Die Zahl der Mandate hat sich gegenĂŒber der vorherigen Wahl 1996 um eins verringert, da der OberbĂŒrgermeister bis 1998 zugleich auch Ratsherr war.

BĂŒrgermeister

Der amtierende OberbĂŒrgermeister von Emden ist Alwin Brinkmann von der SPD . Er hat seit 1986 das Amt inne - zunĂ€chst ehrenamtlich, seit der OberbĂŒrgermeister-Wahl 1998 hauptamtlich. Hintergrund ist die EinfĂŒhrung der Eingleisigkeit in den niedersĂ€chsischen Kommunen im Jahre 1996.

Abgeordnete im Landtag und im Bundestag

  • Der Landtagswahlkreis besteht aus der Stadt Emden sowie den benachbarten Gemeinden Krummhörn und Hinte im Landkreis Aurich. Im NiedersĂ€chsischen Landtag (Legislaturperiode bis 2008) sind derzeit drei Abgeordnete aus dem Wahlkreis vertreten.

Das Direktmandat gewann bei der Wahl 2003 der Sozialdemokrat Hans-Dieter Haase (* 6. Mai 1955 in Norden, zuletzt tÀtig als Oberregierungsrat in der niedersÀchsischen Finanzverwaltung). Er ist seit 1998 Mitglied des Landtages.

Über die Landesliste seiner Partei zog der FDP-Abgeordnete Roland Riese (* 29. Juli 1960 in Neuenhaus, Kreis Grafschaft Bentheim; zuletzt tĂ€tig als Musikschulleiter in Emden) erstmals in den Landtag ein. Riese ist kulturpolitischer Sprecher seiner Fraktion und Mitglied im Ausschuss fĂŒr HĂ€fen und Schiffahrt. Als stellvertretendes Mitglied gehört er dem Petitionsausschuss und dem Ausschuss fĂŒr Wissenschaft unr Kultur an. Außerdem ist Riese Mitglied der AuslĂ€nderkommission des Landtages.

Als "NachrĂŒcker" zog im Herbst 2005 der Christdemokrat Reinhard Hegewald (* 2. Juni 1964 in Loppersum, Landkreis Aurich; zuletzt tĂ€tig als GeschĂ€ftsfĂŒhrer bei der regionalen Industrie- und Handelskammer) in den Landtag ein, ebenfalls erstmalig.

  • Der Bundestagswahlkreis Aurich/Emden umfasst die Stadt Emden und den Landkreis Aurich.

Bei der jĂŒngsten Bundestagswahl im Herbst 2005 wurde der Sozialdemokrat Garrelt Duin (* 2. April 1968 in Leer) aus der Emder Vorortgemeinde Hinte als Direktkandidat gewĂ€hlt. Der Jurist war zuvor Europaabgeordneter der SPD fĂŒr die Region Weser-Ems. Duin erreichte mit 58,3 Prozent das fĂŒnftbeste Erststimmen -Ergebnis aller SPD-Abgeordneten im Bundestag. Mit einem Zweitstimmen -Ergebnis von 55,9 Prozent gelang der SPD im Wahlkreis Aurich/Emden das beste Ergebnis in Deutschland. Duin ist seit Herbst 2005 auch Landesvorsitzender der niedersĂ€chsischen SPD.

Außerdem wird der Wahlkreis von dem BĂŒndnisgrĂŒnen Thilo Hoppe aus Aurich (* 20. Januar 1958 in Einbeck, zuletzt tĂ€tig als Diakon) vertreten. Dieser zog bei der Wahl ĂŒber die Landesliste in den Bundestag ein.

Ergebnisse der jĂŒngsten Wahlen zum Landtag und zum Bundestag

  • Landtagswahl 2003.

Bei der Landtagswahl 2003 ergaben sich folgende VerhÀltnisse (Erststimmen, Kandidat, Zweitstimmen):

SPD 52,3 % Haase 51,9 %
CDU 32,0 % Hegewald 30,6 %
BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen 7,8 % Stolz 7,4 %
FDP 5,8 % Riese 7,4 %
PDS 1,0 % Thon 0,7 %
Partei Rechtsstaatlicher Offensive 1,1 % Möhle 1,0 %

Wahlkreis 93 Emden, Quelle: Nds. Landesamt fĂŒr Statistik

  • Bundestagswahl 2005.

Bei der Bundestagswahl 2005 ergaben sich folgende Ergebnisse (Erststimmen, Kandidat, Zweitstimmen):

SPD 58,3 % Duin 55,9 %
CDU 27,1 % Reinders 24,9 %
BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen 6,2 % Hoppe 6,2 %
FDP 3,1 % Kunz 6,2 %
Die Linke/PDS 3,9 % Moll 4,5 %

Wahlkreis 25 Aurich/Emden, Quelle: Der Bundeswahlleiter

Wappen

Das Emder Wappen wurde der Stadt im Jahre 1495 nach langem Bitten und Zahlung von hohen GebĂŒhren von König Maximilian I. verliehen. Das Wappen trĂ€gt den Namen "Engelke up de Muer" (Engel auf der Mauer) und ist in den Stadtfarben (Gold, Rot, Blau) gehalten. Die blauen Wellen ganz unten symbolisieren Emdens Verbundenheit und NĂ€he zur Ems (die damals noch direkt an der Stadt vorbei floss). Die Mauer in der Mitte steht fĂŒr die Sicherheit und den Schutz den Emden bot, sowohl durch die Emsmauer, welche Emden von der Ems trennte, als auch fĂŒr die riesige Wallanlage die rings um die Stadt verlĂ€uft. Der goldene Engel ist dem ehemaligen Wappen der Cirksena-Familie nachempfunden, der damals herrschenden Adelsfamilie der Stadt. Dabei handelt es sich ĂŒbrigens nicht etwa um einen "echten" Engel, sondern um eine Harpyie , einem weiblichen UnheilsdĂ€mon mit FlĂŒgeln und Krallen aus der griechischen Mythologie, in der Heraldik auch als "Jungfrauenadler" bekannt.

StÀdtepartnerschaften

Mit folgenden StÀdten ist Emden eine StÀdtepartnerschaft eingegangen:

  • London Borough of Hillingdon im Vereinigten Königreich seit 1961
  • Archangelsk in Russland seit 1989

Die Austauschmöglichkeiten mit den PartnerstĂ€dten werden besonders von Emder SchĂŒlern intensiv genutzt. Mit Archangelsk findet auch ein Austausch auf wissenschaftlichem Niveau mit der dortigen UniversitĂ€t statt. Die Partnerschaft mit Prenzlau diente vor allem der Hilfe bei der Reorganisation der Kommunalverwaltung in der brandenburgischen Stadt nach der Wende und ist seitdem gegenĂŒber derjenigen mit den anderen beiden StĂ€dten etwas ins Hintertreffen geraten.

Patenschaften

Emden ist die offizielle Patenstadt der gleichnamigen Fregatte der Deutschen Marine (siehe Fregatte Emden ). Das 1983 in Dienst gestellte Schiff ist das fĂŒnfte einer deutschen Marine, das diesen Namen trĂ€gt - und das erste, das auch in Emden gebaut wurde, nĂ€mlich bei den Nordseewerken.

Religion und Kirche

Christentum

Emden ist ĂŒberwiegend protestantisch, geprĂ€gt durch die Aufnahme von protestantisch - calvinistischen GlaubensflĂŒchtlingen aus den Niederlanden in der Mitte des 16. Jahrhunderts . Sie war Ort berĂŒhmter theologischer Disputationen und galt lange Zeit als Genf des Nordens.

Die Emder Mennonitengemeinde ist weltweit eine der Ă€ltesten ihrer Art; sie stammt ebenfalls aus der Mitte des 16. Jahrhunderts und geht indirekt auf das Wirken des TĂ€uferfĂŒhrers Melchior Hofmann zurĂŒck.

Die Baptistengemeinde wurde 1902 als verfasste Gemeinde gegrĂŒndet. Eine ihrer Keimzellen war die hugenottische "Gemeinde unter dem Kreuz", von der ein Teil sich dem baptistischen Tauf- und GemeindeverstĂ€ndnis zuwandte - darunter ihr Prediger de Haan.

Erst 1803 wurde eine katholische Kirche gebaut.

Judentum

Die 1834 - 1836 erbaute Synagoge der jĂŒdischen Gemeinde wurde am 9. November 1938 zerstört.

Siehe: Geschichte der Juden in Ostfriesland, Synagoge Emden und Liste der ehemaligen ostfriesischen Synagogen.

Statistik

Heute leben in Emden laut Statistik der Stadtverwaltung (s. Weblink) rund 16800 Personen evangelisch-lutherischen Glaubens, rund 16000 Menschen evangelisch-reformierten Glaubens, zirka 4300 Katholiken sowie ungefĂ€hr 13500 Personen sonstigen Glaubens bzw. Konfessionslose. Der Unterschied zwischen dieser Gesamtzahl von 50600 Personen und der offiziellen Einwohnerzahl dĂŒrfte sich aus unterschiedlichen Statistiken bzw. Erhebungszeitpunkten bezĂŒglich der Einwohnerzahl erklĂ€ren.

Klima

Klimadiagramm von Emden 1961 bis 1990
Klimadiagramm von Emden 1961 bis 1990

Emden steht hauptsÀchlich im direkten Einfluss der Nordsee . Im Sommer sind die Tages temperaturen tiefer, im Winter hÀufig höher als im weiteren Inland. Ansonsten ist das Klima dem mitteleuropÀischen Raum gleichgesetzt.

Nach der Klimaklassifikation von W. Köppen befindet sich Emden in der Einteilung Cfb.

  • Klimazone C: Warm-gemĂ€ĂŸigtes Klima

Die Temperatur des kÀltesten Monats liegt zwischen +18 und -3°C.

  • Klimatyp Cf: feuchtgemĂ€ĂŸigtes Klima

Alle Monate sind feucht; der trockenste Monat hat eine Niederschlagsmenge von mindestens 60 mm.

  • Klimauntertyp b: warme Sommer

Mitteltemperatur des wÀrmsten Monats unter +22° C, mindestens vier Monate mit Mitteltemperaturen von wenigstens +10° C.

Temperatur

Das durchschnittliche Jahrestemperaturmittel liegt bei 9,1 °C. Der wÀrmste Monat ist der August mit einem Monatstemperaturmittel von 16,8°C. Der kÀlteste Monat ist der Januar mit 1,4 °C im Monatsdurchschnitt.

Niederschlag

Die Niederschlagsmenge innerhalb eines Jahres liegt in Emden bei 767,8 mm. Der regenreichste Monat ist der Juli mit 82,9 mm, der regenarmste Monat ist der Februar mit 40,6 mm.

Sonnenscheindauer

Im Jahr scheint in Emden die Sonne insgesamt 1547,4 Stunden. Die grĂ¶ĂŸte Chance auf Sonne bekommt man im Mai. In diesem Monat sind es 212,1 Stunden bei Sonnenschein. Die geringsten Möglichkeiten auf Sonne gibt es im Dezember. Hier scheint die Sonne nur ganze 136,7 Stunden lang.

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Theater

  • Neues Theater Emden. Das Theater der Stadt bietet etwas mehr als 600 PlĂ€tze und wurde in den frĂŒhen 1970er Jahren errichtet. Es liegt im so genannten Kulturviertel, in dem sich auch die Nordseehalle befindet. Im Neuen Theater werden TheaterstĂŒcke und Konzerte gegeben.
  • Volkshochschule Emden (Umfangreiches Theater- und Kulturprogramm)
  • FriesenbĂŒhne. Die FriesenbĂŒhne bietet Plattdeutsches Theater.
  • In wechselnden AbstĂ€nden finden in Emden Freilufttheater-Veranstaltungen statt - in der Vergangenheit unter anderem in FreibĂ€dern, auf dem Emder Wall sowie auf einem Ponton im Binnenhafen.

Museen

Panoramaaufnahme Kunsthalle Emden
Panoramaaufnahme Kunsthalle Emden
  • Kunsthalle in Emden. Die Kunsthalle in Emden geht auf eine Initiative des gebĂŒrtigen Emders Henri Nannen zurĂŒck. Die Planungen begannen 1983, am 3. Oktober 1986 wurde die Kunsthalle vom damaligen BundesprĂ€sidenten Richard von WeizsĂ€cker eröffnet, der an dem Haus die "menschlichen Dimensionen" rĂŒhmte. Die Kunsthalle hat ihren Sammlungsschwerpunkt auf Bildern der Neuen Sachlichkeit und des deutschen Expressionismus, unter anderem mit Werken von Kirchner, Max Pechstein und Emil Nolde (s. Weblink).
  • Otto-Huus. Dieses Museum zeigt den Werdegang des im Emden geborenen Komikers Otto Waalkes . Diverse Devotionalien werden ausgestellt, zudem sind Ausschnitte aus Veranstaltungen des Komikers zu hören.
  • Ostfriesisches Landesmuseum. Das Ostfriesische Landesmuseum befindet sich im Emder Rathaus . Es wurde 2005 nach zweijĂ€hriger (Um-)Bauzeit wiedereröffnet. Die Kosten fĂŒr die Umgestaltung beliefen sich auf mehr als acht Millionen Euro. Seither berĂŒcksichtigt das Haus neueste museumspĂ€dagogische Erkenntnisse. Das Landesmuseum ist ein Regionalmuseum mit dem Schwerpunkt Emden/Friesland/Europa. Es behandelt die geografische und kulturelle Geschichte des (ost-)friesischen KĂŒstenraumes sowie die Geschichte der Stadt Emden und den jeweiligen Kontext zu europĂ€ischen Fragen im Laufe der Jahrhunderte. Im Landesmuseum ist eine der grĂ¶ĂŸten Sammlungen mittelalterlicher Harnische sowie Hieb- und Stichwaffen der frĂŒhen Neuzeit ausgestellt. Mit diesen Schutzschilden und Waffen war im 15./16. Jahrhundert die Emder BĂŒrgerwehr ausgerĂŒstet. Zudem zeigt das Landesmuseum weitere wechselnde Ausstellungen. Der Rathausturm bietet den besten Blick ĂŒber die Stadt unter den öffentlich zugĂ€nglichen GebĂ€uden.
  • Bunkermuseum. Das Bunkermuseum illustriert das Leben in den Bunkern der Stadt wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs. Zudem werden AusstellungsstĂŒcke zum Nationalsozialismus im Allgemeinen und seinen Wirkungen in Emden gezeigt. Das Museum wurde am 6. Mai 1995 eröffnet.
  • Museums-Feuerschiff Amrumbank. Das Feuerschiff Amrumbank, gebaut 1915 auf der Meyer-Werft in Papenburg, war 1984 das erste der Museumsschiffe im Emder Ratsdelft. Das Schiff war ab 1917 als "schwimmender Leuchtturm" auf mehreren Positionen in der Nordsee im Einsatz. Ein Förderverein (s. Weblink) kĂŒmmert sich heute um den Erhalt des Schiffes. Der Leuchtkörper ist heutzutage des Nachts noch stets im Einsatz. Die Amrumbank beherbergt ein schifffahrtshistorisches Museum mit dem Schwerpunkt Seezeichentechnik. DarĂŒber hinaus gibt es auf dem Schiff ein Trauzimmer der Stadt Emden, ein Restaurant und eine Funkstation des Ortsverbands Emden des Deutschen Amateur-Radio-Clubs ( DARC ).
  • Museums-Logger Stadt Emden. Auf dem Logger , der im Ratsdelft vertĂ€ut ist, wird die Geschichte der Heringsfischerei anschaulich dargestellt.
  • Museums-Seenotkreuzer Georg Breusing. Der Rettungskreuzer der DGzRS wurde 1963 in Dienst gestellt und bis 1988 auf der Station Borkum eingesetzt. Am 23. Dezember 1988 nahm es seinen "letzten Liegeplatz" im Emder Ratsdelft ein. Da der Kreuzer von einem TrĂ€gerverein gepflegt wird (s. Weblink) und noch voll seetĂŒchtig ist, verlĂ€sst er allerdings zu besonderen AnlĂ€ssen gelegentlich noch seinen Liegeplatz fĂŒr Besuchsfahrten. Der Seenotkreuzer wurde nach dem Emder Oberzollinspektor Georg Breusing benannt, auf dessen Initiative hin am 2. MĂ€rz 1861 der erste deutsche Verein zur Rettung SchiffbrĂŒchiger gegrĂŒndet wurde, der die ostfriesische KĂŒste betreute. Vier Jahre spĂ€ter wurde die DGzRS in Kiel gegrĂŒndet (Sitz wurde Bremen), der ostfriesische Verein ging dann in der DGzRS auf.
Die PelzerhĂ€user in der Pelzerstraße Nr. 11 und 12
Die PelzerhĂ€user in der Pelzerstraße Nr. 11 und 12
  • PelzerhĂ€user . An der Pelzerstraße in der Altstadt Emdens befinden sich die PelzerhĂ€user, eine Außenstelle des Ostfriesischen Landesmuseums. Es handelt sich dabei um zwei HĂ€user, gelegen an der Pelzerstraße Nummer 11 und 12. Pelzerhaus 11: Dreigeschossiges, 1909 in Anlehnung an den aus dem 16. Jahrhundert stammenden VorgĂ€ngerbau neu errichtetes WohngebĂ€ude mit wiederverwendeten Originalteilen. Pelzerhaus 12: Erbaut in der zweiten HĂ€lfte des 16. Jahrhunderts. Jetzt nur noch die dreigeschossige Backsteinfassade mit Volutengiebel erhalten. Das zugehörige Haus wurde 1983 durch einen Neubau ersetzt.

Bibliotheken

  • Johannes ĂĄ Lasco-Bibliothek. In den Ruinen der Großen Kirche wurde 1995 nach dreijĂ€hriger (Um-)Bauzeit die Johannes ĂĄ Lasco-Bibliothek (JALB) eröffnet. Sie geht auf das Archiv und die seit 1559 bestehende BĂŒchersammlung der reformierten Gemeinde Emden zurĂŒck und dient als öffentliche Bibliothek mit dem Schwerpunkt reformierter Protestantismus. In dieser Funktion ist sie eine wichtige ForschungsstĂ€tte - auch im europĂ€ischen Rahmen. Benannt wurde die JALB nach dem polnischen Theologen und Reformator Jan Laski, genannt Johannes ĂĄ Lasco, der zwischen 1540 und 1555 in Emden wirkte. Die Bibliothek, in Form einer Stiftung betrieben, wurde 2001 vom Deutschen Bibliotheksverband und der Zeit-Stiftung zur Bibliothek des Jahres gewĂ€hlt. In der Bibliothek finden auch Konzerte, VortrĂ€ge, Ausstellungen und andere kulturelle Veranstaltungen statt. Neben der wissenschaftlichen Bedeutung ist auch die Archtitektur des GebĂ€udes hervorzuheben. In die im 15. Jahrhundert errichtete und 1943 bei einem Fliegerangriff zum Teil zerstörte Kirche wurden Elemente moderner Industriearchitektur eingebaut.
  • Im GebĂ€ude der Volkshochschule der Stadt Emden befindet sich die StadtbĂŒcherei.

Kinos

In Emden sind zwei Kinos zu finden. Das traditionsreichere, Ende der 1920er Jahre errichtete Apollo-Kino mit drei SÀlen war bis zu Beginn dieses Jahrzehnts das einzige Kino der Stadt. Das GebÀude in der Innenstadt ist im Stile des Klinker-Expressionismus errichtet.

Zu Beginn dieses Jahrzehnts wurde zudem in BahnhofsnÀhe ein Multiplex-Kino der CineStar -Gruppe errichtet. Dieses Kino hat sechs SÀle mit insgesamt 927 PlÀtzen.

Musik

Emden verfĂŒgt bereits seit den 1950er Jahren ĂŒber eine aktive Musiker-Szene. Aus dieser ist beispielsweise auch Otto Waalkes hervorgegangen, bevor er nach Hamburg zog und dort als Komiker den Durchbruch schaffte. Gleichwohl begleitet er sich bei seinen Sketchen stets selbst auf der Gitarre - seine kĂŒnstlerischen Wurzeln liegen in der Beat-Zeit.

Auch heute noch ist Emdens Musik-Szene (insbesondere im Bereich Rock) recht ausgeprĂ€gt. Nicht zuletzt durch vielen erhalten gebliebenen Bunker der Stadt (s. Bauwerke) bieten sich gute Übungsbedingungen. In einigen Bunkern sind auch Tonstudios eingerichtet.

Bauwerke und andere SehenswĂŒrdigkeiten

Das Emder Rathaus und der Ratsdelft bei Nacht
Das Emder Rathaus und der Ratsdelft bei Nacht
Neue Kirche
Neue Kirche
  • Emder Rathaus. Das Emder Rathaus wurde ursprĂŒnglich 1574-76 durch den Antwerpener Stadtbaumeister Laurens van Steenwinckel errichtet. Nach fast völliger Zerstörung im Zweiten Weltkrieg in modernen Formen wiederaufgebaut, dabei einige Elemente des VorgĂ€ngerbaus aufgreifend. Teile des Erdgeschossmauerwerkes wurden mit einbezogen. Über dem Eingang an der Vorderseite steht Emdens Wahlspruch auf dem Mauerwerk: "Concordia res parvae crescunt" ("Durch Eintracht wachsen kleine Dinge"). Das Rathaus beherbergt heute das Ostfriesische Landesmuseum (s. Museen).
  • Emder Hafentor. Das Hafentor wurde 1635 vom Emder Stadtbaumeister Martin Faber erbaut. Es ist eines von mehreren kĂŒnstlerisch bedeutenden Stadttoren, die in der ersten HĂ€lfte des 17. Jahrhunderts errichtet wurde - und das einzig erhalten gebliebene. Allerdings wurden im Laufe der Jahrhunderte mehrfach Restaurierungen vorgenommen, so dass der jetzige Zustand zwar den Originalzustand zeigt, jedoch keine ursprĂŒnglichen Materialien mehr aufweist. Auf dem Torbogen steht der lateinische Sinnspruch "Et pons est Embdae et portus et aura deus" ("Gott ist fĂŒr Emden BrĂŒcke, Hafen und Segelwind").
  • Neue Kirche. Die Kirche der evangelisch-reformierten Gemeinde wurde in den Jahren 1643 bis 1648 von dem Emder Stadtbaumeister Martin Faber erbaut. Sie ist der Noorderkerk in Amsterdam nachempfunden (siehe Foto rechts).
  • Realschule am Herrentor. Das mehr als 75 Jahre alte GebĂ€ude, in dem seit 50 Jahren eine der ersten Realschulen der Region beheimatet ist, steht heute unter Denkmalschutz. Es wurde im Stil der Klinker-Renaissance erbaut.
  • Ratsdelft mit Museumsschiffen (siehe Museen).
  • Kesselschleuse. Die Kesselschleuse ist die einzige Rundkammerschleuse Europas (erbaut in den 1880er Jahren) und daher ein einzigartiges Bauwerk. Sie steht unter Denkmalschutz und erfĂŒllt noch heute eine wichtige Funktion im Wasserstraßennetz Emdens. Die Schleuse verbindet vier KanĂ€le, die hier zusammenlaufen: den Ems-Jade-Kanal, den Emder Stadtgraben, das Fehntjer Tief und das Rote Siel, einen AuslĂ€ufer des Falderndelftes und damit des Emder Hafens. FĂŒr den GĂŒtertransport hat die Kesselschleuse kaum noch Bedeutung, lediglich Transporte von Baustoffen ĂŒber den Ems-Jade-Kanal in Richtung Aurich finden gelegentlich noch statt. Umso bedeutender ist ihre Funktion als Kreuzungspunkt fĂŒr die Sportschifffahrt innerhalb des ostfriesischen Wasserstraßennetzes. Neben der Schleuse befinden sich das SchleusenwĂ€rterhaus und das Schleusenknechtehaus, die ebenfalls in ihrem Ursprungszustand erhalten sind.
  • Wohnbauten. Nach den schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg haben sich nur noch spĂ€rliche Reste der historischen Wohnbebauung erhalten. Den besten Eindruck vom alten Emden vermittelt das weitgehend verschont gebliebene Stadtviertel Klein-Faldern mit vorwiegend kleinbĂŒrgerlichen HĂ€usern. An Einzelbauten hervorzuheben:
    • Friedrich Ebert-Straße 1-3 ( Gödenser Haus ). Das zweigeschossige Backsteinhaus im Specklagensystem mit jĂŒngerem KrĂŒppelwalmdach wurde 1551 errichtet. An der Hofseite befindet sich ein 1619 bezeichnetes Portal aus Sandstein mit Beschlagwerkornamenten . Nach mehrfacher Umnutzung - das Haus war zwischen 1586-95 die Kirche der Lutheraner und spĂ€ter auch preußische Kaserne - dient es seit 1985 als Studentenwohnheim.
    • Kranstraße 63. Zweigeschossiges Giebelhaus mit 1813 bezeichnetem glockenförmigen Giebel. Der eigentliche Hauskörper ist sicher Ă€lter.
    • MĂŒhlenstraße 37. Zweigeschossiges Giebelhaus des 16./17. Jahrhunderts, die Fassade wurde um 1900 erneuert.
    • MĂŒhlenstraße 45. Eingeschossiger Bau aus der 2. HĂ€lfte des 16. Jahrhunderts, die Fassade wurde 1811 vorgeblendet.
    • Ringstraße 36 bis 38. Die Reihenhausgruppe ist in den 1920er Jahren im Stile des (hier norddeutsch geprĂ€gten) Expressionismus errichtet worden.
    • Torumer Straße/Wilgumer Straße. Die beiden StraßenzĂŒge bilden den Ausgangspunkt der Entwicklung des Stadtteils Port Arthur/Transvaal, die im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts begann. Die kleinen, geduckten GebĂ€ude, typisch fĂŒr eine Arbeitersiedlung , sind noch weitgehend in ihrem Ursprungszustand erhalten.
  • Bunker und Bunkermuseum. Vor dem Zweiten Weltkrieg (und zum Großteil noch wĂ€hrend der Anfangsphase des Krieges) wurde in Emden eine grĂ¶ĂŸere Zahl an kleinen und großen Bunkern errichtet. Dies mag mit der Bedeutung Emdens als Hafen- und Werftstandort erklĂ€rt werden können. Viele kleinere Bunker wurden abgerissen oder verfĂŒllt, wenige Hochbunker auch zerstört. Ein Gutteil der Bunker aber ist erhalten geblieben, weil ein Abriss unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig hohe Kosten verursacht. In einem Bunker in der Innenstadt ist inzwischen ein Bunkermuseum (s. Weblink) eingerichtet worden, das die Geschichte der Emder Bunker und der Personen, die in ihnen Zuflucht fanden, darstellt. Da der Abriss vieler Bunker nicht in Frage kam und kommt, ist ein großer Teil von ihnen inzwischen einer anderen Nutzung zugefĂŒhrt worden. Nachfolgend einige Beispiele:
    • Kultur: Im Stadtteil Barenburg ist 2005 der Kulturbunker eröffnet worden. Mit einem finanziellen Aufwand von mehr als zwei Millionen Euro wurde der Bunker hergerichtet. Aus der Außenmauer wurden TeilstĂŒcke mit einer Diamant-Bohrmaschine entfernt, um ausreichend große Fenster einbauen zu können. Das GebĂ€ude beherbergt jetzt ein Veranstaltungszentrum und einen BĂŒrgertreff fĂŒr den Stadtteil.
    • Wohnen: Zwei Bunker in der Innenstadt sind zu WohngebĂ€uden umgenutzt worden. Auch hier wurden Teile der Mauer fĂŒr Fenster herausgeschnitten. Ein GebĂ€ude wurde komplett mit einem Mantel aus Klinkersteinen umgeben, das andere weiß getĂŒncht, um die fĂŒr gewöhnlich graubraun gefĂ€rbten Bunker freundlicher zu gestalten. In einem dritten Fall, ebenfalls in der Innenstadt, wurde direkt vor einen Bunker ein mehrstöckiges Wohnhaus gebaut, der Bunker selbst (der jetzt von der Hauptfront des Hauses kaum mehr einsehbar ist) beherbergt die Versorgungseinrichtungen des WohngebĂ€udes. Ein Ă€hnliches Konzept wird bei der Errichtung eines neuen, mehrstöckigen GebĂ€udes der Emder Stadtverwaltung verfolgt (Baubeginn 2005).
    • Musik: Mehrere Bunker im Emder Stadtgebiet werden von Musikgruppen genutzt, die dort ProberĂ€ume, Tonstudios etc. eingerichtet haben.
    • Lager: Die Deutsche Bahn nutzt einen Bunker nahe des GĂŒterbahnhofes als Magazin, die Emder Stadtverwaltung nutzt ebenfalls zwei Bunker als Unterbringungsmöglichkeit: Der Bunker im Stadtteil Borssum etwa beherbergte wĂ€hrend des zweijĂ€hrigen Umbaus des Ostfriesischen Landesmuseums (abgeschlossen 2005) einen Großteil der ausgelagerten AusstellungsstĂŒcke. Ein kleinerer Bunker in der Innenstadt wird vom Emder Stadtarchiv genutzt. Auch Wirtschaftsbetriebe haben in der Vergangenheit (und teils noch heute) in Bunkern LĂ€ger eingerichtet.
Die MĂŒhle "De Vrouw Johanna"
Die MĂŒhle "De Vrouw Johanna"
    • Energie: Die SĂŒdfassade eines Bunkers in der NĂ€he des Rathauses wurde komplett mit Solarzellen zur Energiegewinnung bestĂŒckt, ansonsten ist der Bunker in seiner ursprĂŒnglichen Form erhalten geblieben.
    • Museum: In einem Innenstadt-Bunker ist das Emder Bunkermuseum eingerichtet worden.
    • FĂŒr eine Reihe weiterer Bunker konnte bislang keine weitere Nutzung gefunden werden.
  • MĂŒhlen. Auf dem Emder Stadtgebiet existierten in frĂŒheren Zeiten eine ganze Reihe von MĂŒhlen , bei denen es sich zumeist um HollĂ€ndermĂŒhlen handelte. Einige von ihnen sind noch erhalten geblieben, wenn auch teils umgenutzt.
    • De Vrouw Johanna. Der GaleriehollĂ€nder aus dem Jahre 1804 ist nach einem Brand 1997 wieder restauriert worden. Die MĂŒhle befindet sich auf einer Anhöhe auf dem Emder Wall (s. Parks) und kann besichtigt werden.
    • Rote MĂŒhle. Auch diese MĂŒhle (Baujahr 1795, Umbauten 1823 und 1916) befindet sich auf dem Emder Wall. Sie verfĂŒgt allerdings nicht mehr ĂŒber FlĂŒgel und wurde in den Jahren 1970 bis 1973 zu ihrem jetzigen Zustand umgebaut. Dort ist ein Kindergarten beheimatet. Ihren Namen hat die MĂŒhle von den beim Bau verwendeten roten Klinkersteinen.
    • Weiße MĂŒhle. Ebenfalls auf dem Emder Wall befindet sich die Weiße MĂŒhle aus dem Jahre 1810. Die FlĂŒgel wurden 1952 abgenommen. Das Bauwerk befindet sich in privatem Besitz und ist stark renovierungsbedĂŒrftig. Eine Restaurierung ist allerdings bislang an der ungeklĂ€rten Finanzierung und an Zielkonflikten zwischen dem Denkmalschutz und einer beabsichtigten Nutzung als CafĂ© gescheitert.
    • ZeldenrĂŒst. Die MĂŒhle ZeldenrĂŒst, ein GaleriehollĂ€nder aus dem Jahr 1807, ist inzwischen zu einem Wohnhaus umgebaut worden. Sie verfĂŒgt inzwischen auch nicht mehr ĂŒber FlĂŒgel.
    • Kost Winning. Der GaleriehollĂ€nder Kost Winning (zu Deutsch: Broterwerb) im Emder Stadtteil Larrelt wurde 1732 gebaut. Er kann besichtigt werden.
  • Bockkran. Der Bockkran der Nordseewerke ist von weither zu sehen. Das orangefarbene Bauwerk mit einer Traglast bis 400 Tonnen kann inzwischen als eines der Wahrzeichen Emdens gelten - in diesem Falle eines aus dem Industriezeitalter.
  • HochhĂ€user. FĂŒr eine Mittelstadt mit gut 50.000 Einwohnern weist Emden eine recht hohe Zahl an HochhĂ€usern (hier definiert als GebĂ€ude mit acht oder mehr Stockwerken) auf. Alle wurden zwischen den 1950er und 1970er Jahren errichtet, fast alle sind WohnhĂ€user. Lediglich das so genannte Ärztehochhaus im Stadtteil Bentinkshof dient in erster Linie gewerblichen Zwecken, hier also auf dem Sektor der Medizin. In Emden befinden sich die beiden grĂ¶ĂŸten WohnhĂ€user Ostfrieslands, die so genannten GlaspalĂ€ste im Stadtteil Barenburg (Hochhausriegel mit elf Stockwerken). Eine wesentliche Rolle beim Bau der meisten HochhĂ€user in Emden spielte der ehemals gewerkschaftseigene Immobilienkonzern Neue Heimat . Seit Mitte der 1970er Jahre wurden in Emden allerdings keine neuen HochhĂ€user mehr errichtet - wohl auch, weil sich inzwischen in den jeweiligen Stadtvierteln Probleme mit der "sozialen Durchmischung" in den Quartieren ergeben hatten.
  • Wasserturm. Das 42 Meter hohe GebĂ€ude nahe des Bahnhofes entstand Anfang des 20. Jahrhunderts.

Parks

  • Emder Wall. UrsprĂŒnglich als Verteidigungsanlage erbaut, erfĂŒllt der Emder Wall heute eine Naherholungsfunktion. Der Wall wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts zur Verteidigung der damals sehr wohlhabenden Stadt errichtet. Er bestand frĂŒher aus zehn Zwingern (fĂŒnfeckigen Bastionen), die sich nahezu ringförmig (deutlich mehr als 180 Grad) um die Stadt legten. Den Rest der Barriere bildete die damals unmittelbar an der Innenstadt vorbeifließende Ems. Auf den Anhöhen des Walls konnten im Verteidigungsfall Kanonen postiert werden. Vor diesen Anlagen wurde ein breiter Graben gezogen, um Angreifern zusĂ€tzlich einen Sturm auf den Wall zu erschweren. Der Wall schĂŒtzte Emden wĂ€hrend des DreißigjĂ€hrigen Krieges vor der Einnahme durch fremde Truppen. Im frĂŒhen 19. Jh. wurden auf den Anhöhen WindmĂŒhlen errichtet, von denen heute noch drei stehen: die restaurierte Vrouw-Johanna-MĂŒhle, die Rote MĂŒhle (ohne FlĂŒgel, heute ein Kindergarten) sowie die Weiße MĂŒhle, die allerdings stark renovierungsbedĂŒrftig ist. Heute sind von den einstmals zehn Zwingern noch acht ĂŒbrig. In seiner Geschlossenheit und dem Grad seiner Erhaltung ist der Emder Wall heute dennoch eine Seltenheit. Der Wall wird von drei stadtauswĂ€rts verlaufenden KanĂ€len gekreuzt, die auf BrĂŒcken ĂŒberquert werden können. Drei Ausfallstraßen kreuzen ebenfalls den Wall, wovon die wichtigste unterquert werden kann. Die anderen beiden ÜbergĂ€nge ĂŒber die Straßen sind durch Zebrastreifen gesichert, so dass eine durchgehende Wanderung von einem zum anderen Ende des Walls problemlos möglich ist. Heute mit einer Vielzahl von BĂ€umen bestanden, wird der Wall von den Emdern als Naherholungsgebiet geschĂ€tzt. Der Wall um das Stadtzentrum herum ist auf dem Satellitenbild (s. o.) gut zu erkennen.
  • Emder Stadtwald. Emden liegt in der Marsch und ist daher nur sehr spĂ€rlich (natĂŒrlich) bewaldet. 1999 wurde daher damit begonnen, auf landwirtschaftlichen GrundstĂŒcken im Norden Emdens (an der Grenze zur Gemeinde Hinte) einen Stadtwald anzulegen. Dieser soll der Naherholung dienen, aber auch ein Beitrag zur Klimaverbesserung werden (s. Weblinks).
  • Friedhof Tholenswehr. Der Zentralfriedhof der Stadt, gelegen zwischen den Stadtteilen Tholenswehr und Wolthusen, ist insbesondere in seinem Ă€lteren Teil parkĂ€hnlich angelegt.
  • Burgplatz. Auf dem GelĂ€nde der mittelalterlichen und spĂ€ter geschleiften Burg befindet sich heute eine GrĂŒnanlage. Sie liegt nahe der Altstadt, neben der Großen Kirche mit der dort befindlichen Johannes ĂĄ Lasco-Bibliothek.
  • Landschaftspark. Im Stadtteil Constantia soll ab 2006 mit der Umgestaltung der ehemaligen Emder MĂŒlldeponie zu einem Landschaftspark begonnen werden. Die Planungsarbeiten sind bereits aufgenommen worden. Auf dem GelĂ€nde soll die dann höchste Erhebung Emdens (mehr als 15 Meter) entstehen, die bei klarer Sicht einen Blick bis weit in die Nachbargemeinden erlauben soll.

DenkmÀler

  • Im Stadtgarten unweit des Rathauses befindet sich ein Denkmal zu Ehren des frĂŒheren OberbĂŒrgermeisters Leo FĂŒrbringer . Es ist in Gestalt eines Brunnens angelegt. FĂŒrbringer, OberbĂŒrgermeister von 1878 bis 1913, machte sich sehr um den Ausbau des Emder Hafens in jener Zeit verdient.
  • Ein Denkmal zu Ehren des frĂŒheren Generalpostmeisters des Deutschen Reiches, Heinrich von Stephan, befindet sich auf dem nach ihm benannten Stephansplatz. Von Stephan, der auch BegrĂŒnder des Weltpostvereins war, wohnte 1879 der Inbetriebnahme des Emder Post- und Telegrafenamtes bei und war auch 1882 zugegen, als die erste Kabelverbindung zwischen Deutschland und den USA (von Emden nach Coney Island) eröffnet wurde. Das Denkmal wurde 1896 auf Vorschlag des damaligen OberbĂŒrgermeister Leo FĂŒrbringer aufgestellt. Es stand zunĂ€chst vor dem PostgebĂ€ude, wurde aber spĂ€ter auf den Stephansplatz umgestellt. Auf der FlĂ€che des Platzes befand sich frĂŒher der Brauersgraben, der nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem TrĂŒmmerschutt zerbombter HĂ€user verfĂŒllt wurde.
  • An der Gabelung der Bundesstraße 210 und der Landesstraße in Richtung Pewsum steht ein Denkmal zu Ehren des ehemaligen Landrates (ab 1885) des frĂŒheren Landkreises Emden, Heinrich von Weyhe. Dieser war zuvor Amtmann in Wittmund, Esens sowie Berum gewesen und hatte sich um den Wegebau in Ostfriesland, insbesondere in der Krummhörn, verdient gemacht. Das Denkmal steht am nördlichsten Punkt Emdens, im 1945 eingemeindeten Stadtteil Harsweg, und wurde von Krummhörner BĂŒrgern gestiftet.
  • Zu Ehren von Carl Schweckendieck (1843 - 1906), aus Emden stammender preußischer Landtagsabgeordneter, wurde auf dem nach ihm benannten Platz ein Denkmal aufgestellt. Schweckendieck machte sich zusammen mit OberbĂŒrgermeister Leo FĂŒrbringer erfolgreich fĂŒr den Bau des Dortmund-Ems-Kanals und den Ausbau des Emder Hafens stark. Der Schweckendieckplatz befindet sich nahe des Ratsdelftes, in einem Kontorviertel mit ReedereigebĂ€uden.
  • Am Siel und Schöpfwerk Knock im Ă€ußersten Westen Emdens, stehen die DenkmĂ€ler von Friedrich dem Großen und dem Großen KurfĂŒrsten. Bis zum Kriege hatten sie vis-Ă -vis des Ratshauses gestanden. 1966 ĂŒberließ die Stadt Emden die beiden DenkmĂ€ler dem I. EntwĂ€sserungsverband Emden, der die Anlage an der Knock unterhĂ€lt. Beide Monarchen haben sich um Ostfriesland verdient gemacht: Der Große KurfĂŒrst durch die Förderung des Seehandels in Emden, Friedrich II. durch die Urbarmachung von Mooren und den KĂŒstenschutz.

Wahrzeichen

Als Wahrzeichen Emdens gelten aus frĂŒheren Jahrhunderten das Rathaus (wenn es sich auch nach der Kriegszerstörung um einen Neubau handelt) und das Hafentor. Aus dem Industriezeitalter sind der Wasserturm und der Bockkran der Nordseewerke zu nennen.

RegelmĂ€ĂŸige Veranstaltungen

Einmal im Jahr finden das Matjesfest, das Delftfest und das Emder Filmfest im FrĂŒhjahr und Sommer statt. Im Juli und August wird zum Musikalischen Sommer Ostfriesland/Groningen (s. Weblink) eingeladen - mehrere der Klassik-Konzerte werden dabei stets in Emden gegeben. Im September wird traditionell seit dem Mittelalter das SchĂŒtzenfest gefeiert. An einem Freitag zu Beginn des Novembers findet seit Ende der Achtziger Jahre die Blues Night in verschiedenen Emder Innenstadt-Kneipen statt. Der Emder Weihnachtsmarkt befindet sich seit wenigen Jahren zum Teil auf einem Ponton im Ratsdelft (Schwimmender Weihnachtsmarkt).

Mit dem Matjesfest, das in der Emder Innenstadt rund um das Rathaus und den Ratsdelft stattfindet, wĂŒrdigen die Emder die Geschichte der Heringsfischerei ihrer Stadt. Dieser Wirtschaftszweig hat allerdings inzwischen nicht mehr die große Bedeutung frĂŒherer Tage. Eine Fischereiflotte gibt es nicht mehr und auch nur noch wenige fischverarbeitende Betriebe (siehe Wirtschaft). Das Fest dient also mehr der Folklore und dem Traditionsbewusstsein der Hafenstadt. Es findet an einem Wochenende Ende Mai statt und zieht jĂ€hrlich eine sechsstellige Besucherzahl an. AnlĂ€sslich des Matjesfestes finden sich regelmĂ€ĂŸig viele Schiffe Ă€lteren und neueren Baujahrs im historischen Teil des Hafens ein.

Das Delftfest (meist im August) war bis in die Neunziger Jahre das Stadtfest Emdens. An der Lage des Festes in der Innenstadt rund um das Rathaus und an dem Programm hat sich seither zwar nicht ĂŒbermĂ€ĂŸig viel geĂ€ndert. Doch sollte durch die Einbeziehung des Ratsdelftes der maritime Charakter der Stadt hervorgehoben werden. Eine große Anzahl an historischen Schiffen sowie Booten von FreizeitkapitĂ€nen legt im Ratsdelft an, jenem historischen (frĂŒhneuzeitlichen) Teil des Emder Hafens, der direkt bis vor das Rathaus der Stadt reicht. Dazu wird ein Unterhaltungsprogramm "rund ums Wasser" geboten. Auch das Delftfest zieht eine sechsstellige Zahl an Besuchern an.

Das Emder Filmfest (erste Mai-HĂ€lfte) hat inzwischen bundesweite Reputation erlangt und wurde in seinen Anfangsjahren besonders vom deutschen Regisseur Bernhard Wicki gefördert, der an dem Filmfest stets die "familiĂ€re AtmosphĂ€re" gelobt hatte. FederfĂŒhrend bei der Ausrichtung des Filmfestes ist die Volkshochschule Emden. Nach deren Angaben liegen die Besucherzahlen seit mehreren Jahren konstant ĂŒber 20000. Damit ist es das grĂ¶ĂŸte Filmfest Niedersachsens. Durch Einbeziehung von SpielstĂ€tten in Aurich und auf Norderney wurde das Filmfest geografisch auf die Region Ostfriesland ausgeweitet (offiziell jetzt Internationales Filmfest Emden/Aurich/Norderney). Hauptspielort bleibt jedoch nach wie vor Emden, weshalb in der breiteren öffentlichen Wahrnehmung weiterhin kurz vom Emder Filmfest gesprochen wird.

VeranstaltungsrÀume

Konzerte vor grĂ¶ĂŸerem Publikum finden in der Nordseehalle statt (Fassungsvermögen: bis zu 5500 Personen), hinzu kommen Konzerte (vorwiegend im Bereich Rock/Pop) im Kulturzentrum Alte Post. Konzerte und TheaterstĂŒcke werden im Neuen Theater gegeben. Das Forum der örtlichen Volkshochschule in deren GebĂ€ude dient vor allem fĂŒr VortrĂ€ge und Diskussionsrunden. In der Johannes ĂĄ Lasco-Bibliothek sowie in den Kirchen, darunter insbesondere in der Neuen Kirche und der Martin Luther-Kirche, finden darĂŒber hinaus Konzerte statt - vorwiegend klassische Musik, in den Kirchen auch Gospel-Konzerte. 2005 ist der umgebaute Bunker im Stadtteil Barenburg (Kulturbunker) als Veranstaltungsraum hinzugekommen.

Nachtleben

Das Nachtleben der Stadt spielt sich vor allem in Emdens "guter Stube", am Neuen Markt, ab. Emden hat eine ĂŒberdurchschnittlich hohe Kneipendichte (Quelle: Nds. Landesamt fĂŒr Statistik, Statistische Monatshefte 5/2004). Neben den vielen Kneipen "ums Eck" in den Stadtteilen sind es insbesondere jene in der Innenstadt, die an Wochenenden auch Besucher aus dem Umland locken. Seit der Eröffnung der Fachhochschule in den 1970ern haben auch Studentenkneipen eröffnet - beziehungsweise Kneipen, die sich mit ihrem Angebot und dem Interieur insbesondere an Studenten richten. FĂŒr einige Bars, die noch aus vergangenen Jahrzehnten eine Lizenz hierfĂŒr haben, gilt keine Sperrstunde. Dies kann auf den Status Emdens als Hafenstadt zurĂŒckgefĂŒhrt werden.

Aus jener Zeit, in der die Schiffsbesatzungen bei Hafenaufenthalten noch lĂ€nger an Land verweilten, haben sich auch mehrere FreudenhĂ€user im Hafen und in der Innenstadt erhalten. Obwohl die Liegezeiten der Schiffe (und damit auch die LandgĂ€nge der Besatzungen) in den vergangenen Jahrzehnten stets kĂŒrzer geworden sind, existieren die meisten noch heute.

Kulinarische SpezialitÀten

Als traditioneller (wenn auch ehemaliger) Seefischereistandort gehört Fisch zu den kulinarischen SpezialitÀten Emdens. Hier ist insbesondere der Matjes zu nennen, der in verschiedenen Verarbeitungsformen dargereicht wird. Auch Krabben , die beispielsweise im nahe gelegenen Greetsiel angelandet werden, gehören zu den SpezialitÀten. Die zahlreichen BinnengewÀsser sind ebenfalls fischreich, so dass selbst gefangener und zubereiteter Fisch auch oft auf der Speisekarte steht. Beliebt ist dabei das RÀuchern des Fisches.

Im Winter wird gerne GrĂŒnkohl - bevorzugt mit Pinkel , Kochwurst, Kassler und Speck - gegessen. Ein Klarer ( Korn ) gehört dazu. Kohlessen sind oft Bestandteil einer Boßeltour.

SehenswĂŒrdigkeiten in der Umgebung

  • Greetsiel. In Greetsiel befinden sich der Fischereihafen, von dem heute noch Krabbenkutter auslaufen, ein malerischer Dorfkern und die ZwillingsmĂŒhlen.
  • Rysum. Das Rundwarfendorf Rysum ist sehr gut erhalten. In der dortigen Kirche befindet sich die Ă€lteste noch bespielbare Orgel Nordeuropas.
  • Pilsum. Im gut erhaltenen Dorfkern von Pilsum steht die mittelalterliche Kreuzkirche. Nahe des Ortes, am Seedeich, befindet sich einer der bekanntesten LeuchttĂŒrme Deutschlands: der gelb-rot gestreifte Pilsumer Leuchtturm, mit 13 Metern Höhe der kleinste an der deutschen NordseekĂŒste. Er wurde deutschlandweit vor allem durch den Film Otto - Der Außerfriesische des Komikers Otto Waalkes bekannt sowie durch die Werbung einer regionalen Brauerei.
  • Campen. Nahe des Dorfes Campen steht der mit 65 Metern Höhe grĂ¶ĂŸte Leuchtturm an der deutschen NordseekĂŒste. Er kann bestiegen werden, die Aussicht reicht bis an das gegenĂŒberliegende, niederlĂ€ndische Ufer der EmsmĂŒndung, nach Emden und weit nach Ostfriesland hinein.
  • Großes Meer. Das Große Meer nordwestlich von Emden ist mit 280 Hektar WasserflĂ€che der viertgrĂ¶ĂŸte See Niedersachsens. Der bis auf wenige Stellen nur 0,5 bis 1 Meter tiefe Hochmoorsee wird in seinem Nordteil touristisch genutzt (Strand und Wassersportmöglichkeiten). Der SĂŒdteil steht unter Naturschutz und bietet seltenen Vogelarten Platz.
  • Suurhusen. In dem Dorf Suurhusen, direkt nördlich der Emder Stadtgrenze gelegen, steht der laut Guinness-Buch-Eintrag schiefste Kirchturm der Welt mit einem Überhang von 2,43 Metern auf 27,37 Meter Höhe. Dies entspricht einer Neigung von 5,07 Grad.

Wirtschaft und Infrastruktur

Hafen

In Emden befindet sich ein Seehafen an der MĂŒndung der Ems in die Nordsee . Es handelt sich dabei um den westlichsten Seehafen Deutschlands. Der Hafen hat eine GesamtflĂ€che von 730 Hektar, davon 210 Hektar WasserflĂ€che. Die KailĂ€nge im Binnenhafen betrĂ€gt 7,3 Kilometer, diejenige im Außenhafen (jenseits der Seeschleusen, also unmittelbar an der Ems) betrĂ€gt 1,6 Kilometer.

Fast wĂ€hrend des gesamten 20. Jahrhunderts galt Emden als der "Seehafen des Ruhrgebietes". Kohle aus dem " Pott " wurde ĂŒber den Dortmund-Ems-Kanal nach Emden transportiert, in umgekehrter Richtung wurde importiertes Eisenerz fĂŒr die Stahlindustrie des Ruhrgebietes via Emden dorthin verschifft. Der letzte Erzfrachter machte 1986 in Emden fest. Rotterdam hatte Emden den Rang fĂŒr diese Produkte abgelaufen. Dabei spielten drei GrĂŒnde die wesentliche Rolle: Zum einen konnten die großen Massengutfrachter aufgrund ihres Tiefgangs den Emder Hafen nicht (mehr) anlaufen und mussten nahe Borkum kostspielig "geleichtert" werden, d. h. Binnenschiffe ĂŒbernahmen bereits dort einen Teil der Ladung. Ein Frachter konnte erst nach dem "Leichtern" den Emder Hafen anlaufen. Zudem wurden die Binnenschiffe stets grĂ¶ĂŸer, so dass der Dortmund-Ems-Kanal (und seine Schleusen) nicht mehr fĂŒr neue Generationen von Binnenschiffen ausreichten. Die EuropĂ€isierung der Verkehrsströme tat ein Übriges.

Inzwischen ist der Fahrzeugumschlag die bedeutendste SĂ€ule des Emder Hafens. SĂ€mtliche Modelle des VW-Konzerns (inklusive Töchter) werden ĂŒber Emden im- und exportiert, was den Emder Hafen zum drittgrĂ¶ĂŸten Autoverladehafen Europas macht (nach BrĂŒgges Hafen ZeebrĂŒgge und Bremerhaven). Weitere Umschlagprodukte sind Forstprodukte und FlĂŒssigkreide (beides fĂŒr die Papierfabrik Nordland in Dörpen) sowie unter anderem Baustoffe, Getreide, Magnesiumchlorid , Mineralöl und Mineralölerzeugnisse, Eisen und Stahl.

Seit einigen Jahren ist Emden auch als Umschlaghafen fĂŒr Windenergieanlagen aktiv. Diese stammen vom Hersteller Enercon im benachbarten Aurich, die vom Emder Hafen aus exportiert werden. Geplant ist zudem, Emden als Basishafen fĂŒr Off-shore-Windenergieanlagen in der Nordsee zu etablieren.

Im Bereich des Hafens sind diverse Unternehmen mit dem Umschlag der oben genannten GĂŒter befasst, darunter die Emder Verkehrsgesellschaft AG, die Anker Schifffahrt GmbH, EPAS (Verschiffung von Windenergieanlagen) und mehrere Speditionen.

Aktuelle Zahlen

Der Hafenumschlag in Emden hat 2005 im Jahresvergleich um 7,77 Prozent auf jetzt 5,463 Millionen Tonnen zugenommen. Dies ist das beste Ergebnis seit 1986. Die See- und KĂŒstenschifffahrt hatte daran einen Anteil von 3,522 Millionen Tonnen, die Binnenschifffahrt von 1,941 Millionen Tonnen.

Im Seeverkehr dominieren bei der Einfuhr Kreide, Forstprodukte Steine und Erden sowie Kraftfahrzeuge. Bei der Ausfuhr sind es mit weitem Abstand Kraftfahrzeuge. Im Binnenverkehr liegen beim GĂŒtereingang Steine und Erden, Kreide, Mineralöle und Mineralölerzeugnisse sowie Forstprodukte vorne, beim GĂŒterausgang sind es mit weitem Abstand Kreide und Forstprodukte - beides fĂŒr die Dörpener Papierfabrik.

Mit 863.000 umgeschlagenen Autos hat der Emder Hafen 2005 sein bislang bestes Ergebnis aller Zeiten erzielt. Das Ergebnis des Vorjahres wurde um 100.000 Kraftfahrzeuge ĂŒbertroffen. Die Hafenwirtschaft peilt mittelfristig - auch durch neue VW-Modelle - ein Umschlagsziel von einer Million Autos an.

Hafeninfrastruktur

Der Emder Hafen ist seewÀrtig durch zwei Schleusen erreichbar.

Industrie

GrĂ¶ĂŸter Arbeitgeber in Emden ist das ansĂ€ssige VW -Werk. Gemessen an der Zahl der BeschĂ€ftigten handelt es sich um den grĂ¶ĂŸten industriellen Produktionsstandort westlich von Bremen und nördlich des Ruhrgebietes. Das Werk zĂ€hlt knapp 10000 BeschĂ€ftigte. Hinzu kommen zwischen 1000 und 2000 beschĂ€ftigte bei VW-Tochterunternehmen (u. a. VW Transport) sowie Zulieferern. Das Werk nahm nach neunmonatiger Bauzeit 1965 die Produktion auf, zunĂ€chst mit dem VW "KĂ€fer". Hier lief 1978 der letzte in Deutschland produzierte "KĂ€fer" vom Montageband. Seit 1978 wird im Emder Werk der VW "Passat" produziert, die Fabrik ist das Leitwerk fĂŒr dieses Modell. Neben der Limousine wird auch das Kombi-Modell "Variant" in Emden hergestellt, letzteres ausschließlich in der Seehafenstadt. Der VW-Konzern entschied sich seinerzeit aufgrund der Lage als westlichster Seehafen Deutschlands und wegen des vorhandenen FlĂ€chenreservoirs in den Poldern fĂŒr Emden als Produktionsstandort. Im Industriepark Frisia, auf dem GelĂ€nde einer abgerissenen Erdölraffinierie vor den Toren des VW-Werkes, haben sich mehrere Zulieferfirmen angesiedelt.

ZweitgrĂ¶ĂŸter industrieller Arbeitgeber in Emden (und drittgrĂ¶ĂŸter in Ostfriesland nach VW und Enercon) sind die ThyssenKrupp Nordseewerke, eine Werft mit zirka 1400 BeschĂ€ftigten. Sie ist auf den Bau von Überwasserschiffen sowie U-Booten fĂŒr die Deutsche Marine und SeestreitkrĂ€fte anderer LĂ€nder, den Bau von Containerschiffen und von Spezialschiffen sowie auf die Schiffsreparatur konzentriert. Gemeinsam mit den Werften Blohm & Voss (Hamburg), Howaldtswerke-Deutsche Werft AG (Kiel) und weiteren, kleineren deutschen Werften sowie Werften im europĂ€ischen Ausland bilden die Nordseewerke das ThyssenKrupp-Tochterunternehmen ThyssenKrupp Marine Systems.

Eine weitere Werft ist die Cassens-Werft mit zirka 80 (eigenen) Mitarbeitern. Einschließlich Leiharbeitern arbeiten in Spitzenzeiten bis zu 240 Personen auf dieser Werft.

Neben den Industrie-BeschĂ€ftigten auf den Werften und im VW-Werk gibt es noch eine Reihe anderer Unternehmen in der Stadt, vornehmlich des Maschinenbaus und der Lebensmittelindustrie. Eine in Emden gegrĂŒndete und lange dort ansĂ€ssige Firma ist "Ültje", die aber ihren Produktionsstandort in Emden mittlerweile aufgegeben hat. Es existiert noch eine kleine Zahl an fischverarbeitenden Betrieben. Zudem gibt es eine Anzahl von SchiffsausrĂŒstungsbetrieben und anderen Werftzulieferern.

Dienstleistungen

Emden erfĂŒllt fĂŒr das nĂ€here Umland eine Funktion als Einkaufsstadt. Neben den sonstigen öffentlichen Dienstleistungen einer kreisfreien Stadt sind noch das Hans Susemihl-Krankenhaus, die Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven (mit Sitz in Emden) sowie einige weitere Behöden (siehe unten) zu nennen. Neben den Hafendienstleistern existiert noch eine kleine Anzahl an Reedereien .

Energie

Windenergieanlagen im Larrelter Polder, die ĂŒber den DĂ€chern Emdens zu sehen sind
Windenergieanlagen im Larrelter Polder, die ĂŒber den DĂ€chern Emdens zu sehen sind

Im Bereich alternativer Energieerzeugung wurden seit den 1990er Jahren eine Reihe kleiner bis großer Windenergie - und Photovoltaikanlagen errichtet. Unter anderem stehen in Emden mehrere Anlagen der zurzeit leistungsfĂ€higsten Windenergieanlage der Welt, der E-112 von Enercon. Ein Prototyp der E-112, der in KĂŒrze fertiggestellt werden soll, setzt die gewonnene Energie zur Meerwasserentsalzung ein. In einem IndustriegelĂ€nde im Westen Emdens ist eine Forschungseinrichtung zur Speicherung von aus Windenergie gewonnenem Strom geplant. Enercon baut zudem ein BetontĂŒrme-Fertigteilewerk im Emder Hafen, das 2005 seinen Betrieb aufnehmen soll. Dort werden die TĂŒrme von Windenergieanlagen fertiggestellt. Nach einer Anlaufphase soll das Werk zirka 100 Mitarbeiter beschĂ€ftigen.

Emden ist auch anderweitig eine bedeutende Energie-Stadt. Am "Rysumer Nacken", einer der Nordsee abgerungenen, aufgespĂŒlten FlĂ€che im Ă€ußersten Westen Emdens, befindet sich seit Mitte der 1970er Jahre eine Erdgas-Anlandestation. Diese empfĂ€ngt das Gas aus norwegischen Feldern in der Nordsee. ZunĂ€chst wurde hier die US-amerikanische Firma Phillips Petrol (heute in ConocoPhillips aufgegangen) aktiv, die das Gas vom Ekofisk -Feld in der Nordsee empfing und empfĂ€ngt. Inzwischen wird auch Gas aus dem Troll -Feld im norwegischen Teil der Nordsee angelandet. Damit wird ĂŒber Emden ein wesentlicher Teil des deutschen Gas-Importes angeliefert.

Die zweite (und mittlerweile bedeutendere) Erdgas-Firma auf dem "Rysumer Nacken" ist Statoil . Der norwegische Energiekonzern hat hier seine Deutschland-Zentrale und beschĂ€ftigt in Emden 85 Menschen. Die Gas-Reinigungsanlage wird gemeinsam mit ConocoPhillips betrieben. Über eine ca. 65 Kilometer lange Pipeline ist Emden mit der Erdgas-LagerstĂ€tte in Etzel in der Gemeinde Friedeburg (Landkreis Wittmund) verbunden, wo neben einem Teil der strategischen Ölreserve der Bundesrepublik auch grĂ¶ĂŸere Mengen Gas bevorratet werden. In Ostfriesland befinden sich mehrere Erdgas-LagerstĂ€tten. Emden ist durch Pipelines an das Gas-Netz der Bundesrepublik angeschlossen.

Von den 1950er Jahren bis in die 1990er produzierte das Emder Kraftwerk Strom, zunĂ€chst aus Kohle, spĂ€ter aus Erdgas. Dann wurden der letzte Block des Kraftwerkes (frĂŒher Preußen Elektra, heute zu Eon abgeschaltet. Der Energiekonzern plant jedoch eine Wiederaufnahme des Betriebs im Jahr 2006. Basis soll weiterhin Erdgas sein. Zudem gibt es seit 2005 ein von den Emder Stadtwerken, der EWE AG und Eon gemeinsam betriebenes Biomasse-Kraftwerk auf dem GelĂ€nde des Eon-Kraftwerkes. Es produziert eine Lesitung von 20 MW.

Tourismus

In den vergangenen Jahren wurde auch der Tourismus als Standbein entwickelt. Dabei herrschen Tagestouristen vor, die im Zuge eines Urlaubes an der KĂŒste Emden besuchen. Die Touristen besuchen dabei vor allem die kulturellen Einrichtungen Emdens (s. Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten). Des weiteren wurde (und wird) insbesondere der Wassertourismus ausgebaut (s. Alter Binnenhafen, weiter unten).

Als Beginn der touristischen Entwicklung Emdens können dabei die 1980er Jahre gelten. In diesem Jahrzehnt fand nicht nur eine Hinwendung zum historischen Erbe der Stadt auf stĂ€dtebaulichem Gebiet statt, indem der Stadtteil Constatia (s. Stadtteile) gĂ€nzlich neu errichtet und mit Grachten versehen wurde. Auch die weitere touristische "Infrastruktur" wurde ausgebaut. Gleichwohl wurden in den 1970ern mit der Errichtung der Nordseehalle (fĂŒr Konzerte, seit den 1990ern auch mehrfach fĂŒr FernsehĂŒbertragungen, etwa "Wetten, dass...") sowie des Neuen Theaters auch bereits Pflöcke eingeschlagen.

Das erste der im Ratsdelft liegenden Museumsschiffe, das Feuerschiff Amrumbank, machte 1984 dort fest. 1988 kam der Seenotkreuzer Georg Breusing hinzu. Die Emder Kunsthalle wurde 1986 eröffnet. Otto Waalkes eröffnete in dieser Zeit sein Otto-Huus.

Einen Schub erhielt die touristische Entwicklung auch noch einmal in den 1990ern. In diese Zeit fallen der Startschuss fĂŒr das Emder Filmfest (1990), die Eröffnung der Johannes ĂĄ Lasco-Bibliothek (1995) und die "Umwandlung" des Emder Stadtfestes in das Delftfest, bei dem der historische Hafenteil in den Blickpunkt rĂŒckt. Auch das Matjesfest wurde in dieser Zeit etabliert.

In diesem Jahrzehnt ist vor allem der zweijĂ€hrige Umbau des Ostfriesischen Landesmuseums (abgeschlossen 2005) zu nennen. Die Errichtung eines kombinierten Hallen- und Freibades mit Wellness-Angeboten (geplante Fertigstellung: 2007) erweitert zudem das Angebot fĂŒr Einheimische, aber eben auch fĂŒr GĂ€ste.

Neben dem Nutzen als kulturelle Errungenschaften fĂŒr die Emder und die Ostfriesen dienen die genannten Einrichtungen auch den Touristen, die einen Urlaub an der KĂŒste verbringen. Insbesondere an Tagen mit eher "schlechtem Wetter" (oder dem, was manche Zeitgenossen als "schlechtes Wetter" empfinden könnten) sind die kulturellen Einrichtungen Emdens Ziele von Ostfriesland-Touristen. Der Ausbau der Wassersport-Infrastruktur wurde und wird ebenfalls vorangetrieben. Hierbei profitiert Emden von seiner Lage als Schnittstelle zwischen dem nordwestdeutschen und dem niederlĂ€ndischen Binnen-Wasserstraßennetz bei gleichzeitigem Zugang zur Hochsee.

Die Ausweisung von Ferienwohnungen und FerienhÀusern sowie die Errichtung des Parkhotels Upstalsboom in Emden sind wirtschaftliche Zeichen der touristischen Entwicklung.

Alter Binnenhafen

Im Zuge der Förderung des Tourismus' in Emden und der Erhöhung der LebensqualitĂ€t im Stadtzentrum wurde seit Ende der 1990er Jahre/Beginn dieses Jahrtausends das Projekt "Alter Binnenhafen" entwickelt. FĂŒhrt man sich die GrĂ¶ĂŸenunterschiede zwischen Hamburg und Emden (Hamburg: 1,738 Millionen Einwohner; Emden: 51.700 Einwohner) vor Augen, so lĂ€sst sich dieses Projekt durchaus mit der Bedeutung der HafenCity fĂŒr Hamburg vergleichen. Die inzwischen lĂ€ngst nicht mehr fĂŒr den Warenumschlag genutzten, historischen Teile des Emder Hafens (Ratsdelft, Falderndelft, Alter Binnenhafen, Eisenbahndock) sollen dabei einer neuen Nutzung zugefĂŒhrt werden.

Im einzelnen sind folgende Maßnahmen geplant:

  • Bau von BĂŒrogebĂ€uden (u. a. fĂŒr eine Reederei ), eines GebĂ€udes fĂŒr die Emder Stadtverwaltung sowie von Eigentumswohnungen auf der Westseite des alten Hafenteils. Mit dem Bau dieser GebĂ€ude wurde bereits begonnen. SpĂ€ter soll ein Hotel hinzukommen.
  • Anlegung einer Promenade rund um den historischen Hafen, von ca. 250 BootsliegeplĂ€tzen sowie 45 Wohnmobil-StellplĂ€tzen.
  • Entwicklung eines neuen Stadtviertels mit GartenhofhĂ€usern und Steganlagen auf der Ostseite des historischen Hafens.
  • Neue kulturelle und gastronomische Einrichtungen.

Die bislang bekannt gewordene Investitionssumme belÀuft sich auf ca. 35 Millionen Euro, davon rund acht Millionen Euro öffentliches Kapital.

Statistik

Da das VW-Werk - gemessen an der Zahl der BeschĂ€ftigten - fĂŒr Emden und weite Teile Ostfrieslands nach wie vor eine ĂŒberragende Bedeutung hat, kann man von einer Monostruktur sprechen.

Die Wirtschaftskraft in Emden liegt dank der Industriebetriebe deutlich ĂŒber dem Bundesdurchschnitt (folgende Zahlen stammen aus dem Jahre 2003 und sind "Regis-Online", der Wirtschaftsdatenbank fĂŒr Nordwestdeutschland entnommen, s. Weblink). Das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner betrug 38995 Euro, das entsprach 151 Prozent des Bundesdurchschnitts. Die Bruttowertschöpfung je ErwerbstĂ€tigem lag im produzierenden Gewerbe bei 65136 Euro (120 Prozent des Bundesdurchschnnitts), im Dienstleistungsbereich bei 45690 Euro (89 Prozent des Bundesdurchschnitts).

Emden weist einen deutlichen EinpendlerĂŒberschuss auf. Die einpendelnden BeschĂ€ftigten stammen zumeist aus Ostfriesland, in geringerem Maße auch von weiter her. Besonders hoch ist der Anteil der einpendelden BeschĂ€ftigten aus dem Landkreis Aurich. Von den 26548 sozialversicherungspflichtig BeschĂ€ftigten am Arbeitsort Emden (Stand: 30. Juni 2004) pendelten 15624 ein. Zugleich arbeiteten 2666 Einwohner Emdens jenseits der Stadtgrenzen, was einen PendlerĂŒberschuss von 12958 Personen ergibt. Aufgrund der GrĂ¶ĂŸe der Unternehmen sind das VW-Werk und die Nordseewerke das vorrangige Ziel der Einpendler.

Verkehr

Schiene

Der Hauptbahnhof Emden ist Endpunkt der Emslandstrecke Emden-MĂŒnster(-Ruhrgebiet) und der Ostfriesischen KĂŒstenbahn Emden-Norden-Norddeich Mole, welche beide elektrifiziert sind, sowie einer nicht elektrifizierten Stichstrecke zum Außenhafen. TĂ€glich fahren Intercitys in Richtung Köln (ĂŒber MĂŒnster, Ruhrgebiet) sowie nach Berlin/Cottbus und Leipzig (ĂŒber Bremen und Hannover). Regionalzugverbindungen bestehen nach MĂŒnster sowie nach Hannover.

Emden verfĂŒgt ĂŒber mehrere Bahnhöfe fĂŒr den Personen- und GĂŒterverkehr. Als Personenbahnhof dienen der Emder Hauptbahnhof sowie der Bahnhof Emden-Außenhafen in unmittelbarer NĂ€he des Borkum- Kais . Dort legen die FĂ€hren nach Borkum ab.

Emden verfĂŒgt ĂŒber einen kleineren ehemaligen Rangierbahnhof . Dieser dient heute nur mehr dem örtlichen GĂŒterverkehr, insbesondere fĂŒr den Schienentransport der in Emden verladenen Autos. DarĂŒber hinaus gibt es einen Werksbahnhof des VW-Werkes mit einigen Rangier-und Verladegleisen. Im Bereich des Hafens existiert ein eigener Hafenbahnhof und ein (heute allerdings kaum noch genutzter) Verladebahnhof am frĂŒheren Erzkai, wo Eisenerz zum Weitertransport ins Ruhrgebiet umgeschlagen wurde. Eine Vielzahl von Betrieben im Hafen, darunter die Nordseewerke und mehrere Baustofffirmen, verfĂŒgt ĂŒber einen Gleisanschluss.

Die Eisenbahnstrecke von Emden nach MĂŒnster, in den 1850er Jahren angelegt (Hannoversche Westbahn), ist doppelgleisig gebaut. Wegen der Erztransporte per Bahn von Emden ins Ruhrgebiet wurde sie schon sehr frĂŒh fĂŒr den Schwerstlastverkehr ausgelegt. Die Ostfriesische KĂŒstenbahn zwischen Emden und Norddeich Mole ist eingleisig.

Straße

Halbkreisförmig um Emden herum legt sich die Bundesautobahn 31 mit Anschlusstellen an verschiedenen Punkten der Stadt (insgesamt fĂŒnf). Diese Autobahn, die umgangssprachlich auch Ostfriesenspieß genannt wird, verbindet Emden und Ostfriesland mit dem Ruhrgebiet. Die A 31 wurde im Dezember 2004 komplett fertig gestellt. Dabei wurde in einem bundesweit bislang einmaligen Projekt neben Mitteln des Bundes auch Geld aus den angrenzenden Kommunen und aus den Niederlanden sowie privates Kapital (insbesondere von Unternehmen der Region) eingesetzt, um den vorzeitigen LĂŒckenschluss zu ermöglichen. Die Fertigstellung der Autobahn war laut Bundesverkehrswegeplan in diesem Jahrzehnt eigentlich noch nicht vorgesehen.

Die Bundesstraße 210 beginnt in Emden und fĂŒhrt in West-Ost-Richtung quer durch Ostfriesland bis in die Innenstadt von Wilhelmshaven. Sie fĂŒhrt dabei ĂŒber Aurich, Wittmund, Jever und Schortens. Auf Emder Stadtgebiet ist der Autobahnzubringer zur Anschlussstelle Emden-Ost der A 31 als Bundesstraße 210 klassifiziert. Sodann fĂŒhrt die Bundesstraße quasi "auf der Autobahn" bis zur Anschlussstelle Emden-Mitte im nördlichen Stadtteil Harsweg. Sie verlĂ€sst das Stadtgebiet dann als vierspurige Ausfallstraße nach Norden in die die Gemeinde Hinte. Der Abschnitt zwischen der Anschlussstelle Emden-Mitte und der Stadtgrenze ist einer der am stĂ€rksten befahrenen Abschnitte von Bundesstraßen in Ostfriesland.

Bis zur Fertigstellung der A 31 fĂŒhrte die Bundesstraße 70 durch Emden. FrĂŒher verband sie Wesel am Niederrhein mit Norddeich, inzwischen endet die B 70 in Neermoor im Landkreis Leer, zirka 20 Kilometer sĂŒdöstlich von Emden.

Der ÖPNV in Emden wird mit Bussen sichergestellt. Neben den Stadtbuslinien der Stadtverkehr Emden GmbH (SVE), einer Tochterfirma der Stadtwerke Emden und damit letztlich der Stadt selbst, gibt es auch Verbindungen ins Umland, die von der Deutsche Bahn-Tochter Weser-Ems-Bus GmbH bedient werden.

Die Hauptstrecke im Stadtverkehr verlĂ€uft von Norden nach SĂŒdosten und verbindet die grĂ¶ĂŸten Emder Stadtteile. Überlandverbindungen gibt es nach Pewsum, Greetsiel, Wirdum, Norden und Aurich. Die Stadt Emden ist in den Verkehrsverbund Ems-Jade integriert, der Ostfriesland sowie den Landkreis Friesland und die Stadt Wilhelmshaven umfasst.

Bis in die 1950er Jahre hinein gab es in Emden eine Straßenbahnlinie, die vom Stadtzentrum in den zirka drei Kilometer entfernten Außenhafen (Borkumkai) fĂŒhrte.

Im Emden existieren Radwege an fast allen Hauptstraßen sowie eine Reihe Fahrradstraßen . An vielen Straßen, darunter einigen Hauptausfallstraßen, sind die Radwege aber nicht baulich vom Straßenkörper getrennt, sondern lediglich durch Markierungen, so dass es gelegentlich zu UnfĂ€llen kommt. Wohl auch deshalb ist Emden - anders als beispielsweise die Nachbarstadt Leer - bislang noch nie in eine engere Sieger-Auswahl bei Wettbewerben in puncto Fahrradfreundlichkeit gekommen.

Flugverkehr

Die Stadt besitzt einen kleinen Flughafen mit Linienverkehr zu allen Ostfriesischen Inseln) sowie fĂŒr den GeschĂ€ftsverkehr der ortsansĂ€ssigen Unternehmen, insbesondere VW. Emden ist Sitz der OLT (Ostfriesische Lufttransport GmbH), die hier auch eine ihrer beiden Flugzeugwerften betreibt - die zweite, grĂ¶ĂŸere befindet sich in Bremen.

FĂ€hren

Es gibt einen FĂ€hranleger im Emder Außenhafen an der EmsmĂŒndung. Von dort aus fahren tĂ€glich FĂ€hren auf die Insel Borkum. Zwischen dem Emder Stadtteil Petkum und dem Fischerdorf Ditzum im Rheiderland gibt es eine FĂ€hrverbindung. Diese wurde frĂŒher von Berufspendlern intensiv genutzt. Heute bewegt sich die Zahl der Berufspendler jedoch nur noch im niedrigen zweistelligen Bereich, die touristische Nutzung ( Ems-Dollart-Route ) herrscht vor.

Kanalverbindungen

Richtung SĂŒden verbindet der Dortmund-Ems-Kanal den Hafen Emden via MĂŒnster mit dem Ruhrgebiet und dem Rhein, ĂŒber den Mittellandkanal sind Magdeburg, Berlin, Dresden und Prag erreichbar. Über den Ems-Jade-Kanal ist Emden mit Aurich und Wilhelmshaven verbunden. Der Ems-Jade-Kanal ist allerdings zum grĂ¶ĂŸten Teil nur noch fĂŒr die Sportschifffahrt von Bedeutung. Lediglich der Transport von Baustoffen fĂ€llt noch ein wenig ins Gewicht.

AnsÀssige Unternehmen

Wichtige und/oder bekannte, in Emden ansĂ€ssige private Arbeitgeber (auch fĂŒr das Umland) sind:

  • Volkswagen mit diversen Zulieferern
  • Nordseewerke (NSW, zu ThyssenKrupp)
  • Cassens-Werft . Die traditionsreiche Werft mit heute 80 Mitarbeitern (einschließlich Leiharbeitern in Spitzenzeiten bis zu 240 BeschĂ€ftigte) hat sich auf kleinere Frachter sowie Yachten spezialisiert.
  • Statoil . Deutschland-Sitz sowie Erdgas-Reinigungs- und Verteileranlage des norwegischen Energiekonzerns mit 85 BeschĂ€ftigten
  • ConocoPhillips , betreibt zusammen mit Statoil die Erdgas-Reinigungsanlage
  • Enercon. Der Auricher Windenergieanlagen-Hersteller fertigt in Emden Betonfertigteile fĂŒr die TĂŒrme der Windenergieanlagen.
  • AG Ems. Reederei mit Tochtergesellschaft OLT (Fluglinie)
  • Gebr. Neumann, Bauunternehmen mit mehreren hundert BeschĂ€ftigten an verschiedenen Standorten, der grĂ¶ĂŸte darunter in Emden.
  • Thiele Tee, eines von drei Teeproduktions- und TeehandelshĂ€usern in Ostfriesland.
  • Costa, Fisch-TiefkĂŒhlkost, gehört zur Oetker -Gruppe.
  • Fokken & MĂŒller, Fischproduktion (insbesondere Emder Matjes ).
  • OMYA, Herstellung von Spezialkreide fĂŒr die Papierfabrik Nordland in Dörpen.
  • TDS-Esser, Verpackung von Autoteilen fĂŒr Audi, die nach Übersee exportiert werden.
  • Eon . Der Energiekonzern betreibt in Emden ein Gaskraftwerk und ist zudem an einem Biomasse-Heizkraftwerk beteiligt.
  • Score . Die mittelstĂ€ndische Tankstellen-Kette Score versorgt 37 Tankstellen in Nordwestdeutschland. Das Unternehmen wurde 1965 von dem Unternehmer-Ehepaar Lo Riedl-Defet und Dr. Helmut Riedl gegrĂŒndet. Die Geschichte der Kette begann mit einer Tankstelle in Remels (Gemeinde Uplengen). Score war (mit Unterbrechungen) von zirka Mitte der 1980er bis Mitte/Ende der 1990er Jahre der Hauptsponsor des Fußball-Regionalligisten Kickers Emden, Dr. Helmut Riedl der PrĂ€sident des Vereins.
  • Gesamter Hafen-, Schiffahrts- und Transportkomplex

Zudem gehören noch folgende stÀdtische Tochtergesellschaften zu wichtigen Arbeitgebern (siehe nachfolgend "Unternehmen und Betriebe der Stadt Emden"):

  • Hans-Susemihl-Krankenhaus (HSK)
  • Stadtwerke Emden (SWE)

Unternehmen und Betriebe der Stadt Emden

Bei den folgenden Unternehmen handelt es sich um öffentliche Unternehmen - also solche, deren EigentĂŒmer die Stadt Emden ist. Es sind Eigen- und Regiebetriebe der Emder Stadtverwaltung bzw. privatrechtliche Gesellschaften und Vereine, deren Mehrheits- oder Alleingesellschafter bzw. Mitglied die Stadt Emden ist.

  • Sparkasse Emden. Die Sparkasse Emden GmbH hatte 2004 nach eigenen Angaben eine Bilanzsumme von 644 Millionen Euro und knapp 240 Mitarbeiter. Es existieren zwei Tochter-Unternehmen der Sparkasse, die im ImmobiliengeschĂ€ft und der Vermögensberatung von Privatkunden tĂ€tig sind.
  • Stadtwerke Emden (SWE). Die Stadtwerke Emden GmbH ĂŒbernehmen die Versorgung mit Gas, Wasser, Strom und FernwĂ€rme im Emder Stadtgebiet. Strom wird zu einem kleineren Teil selbst mit Windenergieanlagen im Emder Stadtgebiet gewonnen, zum deutlich grĂ¶ĂŸeren Teil aber extern eingekauft. Im Emder Hafen wurde 2005 ein Biogas-Kraftwerk (20 MW) in Betrieb genommen, an dem die Stadtwerke beteiligt sind. Ein Tochterunternehmen der SWE namens SWE Tel ist in der Telekommunikationsbranche aktiv. Weitere Tochterunternehmen der Stadtwerke (und damit letztlich der Stadt Emden) sind SVE (Stadtverkehr Emden GmbH), die den ÖPNV mit Bussen innerhalb des Stadtgebiets sicherstellen, sowie FPE (Flugplatz Emden GmbH), die den örtlichen Flugplatz betreiben. Der 1995 umfassend renovierte und mit neuen GebĂ€uden versehene Flugplatz verfĂŒgt ĂŒber eine 1300 Meter lange Start- und Landebahn und kann von Fracht- und Passagiermaschinen mit einem Maximalgewicht von 14 Tonnen angeflogen werden. Durch neue Signalanlagen sind auch NachtanflĂŒge möglich. Die Fluggesellschaft OLT hat dort eine ihrer beiden Werften, die andere befindet sich in Bremen. Schließlich betreiben die Stadtwerke auch ein Parkhaus nahe des Bahnhofes.
  • BEE. Die AbkĂŒrzungs steht fĂŒr Bau- und Entsorgungsbetrieb Emden. Er ĂŒbernimmt fĂŒr die Stadt die Abfall-, Straßen- und Abwasserbeseitigung, die Friedhofs- und GrĂŒnflĂ€chenpflege und ist zudem im Hoch- und Tiefbau tĂ€tig.
  • Gewoba. Die 1939 gegrĂŒndete GemeinnĂŒtzige Wohnungsbaugesellschaft (kurz: Gewoba) verfĂŒgt ĂŒber 820 eigene und zirka 180 stĂ€dtische Wohnungen.
  • Nordseehalle. Die Nordseehalle ist ein optimierter Regiebetrieb der Stadt Emden. Die 3256 Quadratmeter große Veranstaltungs- und Mehrzweckhalle hat eine KapazitĂ€t von maximal 5500 Personen, bei Reihenbestuhlung 2356 Personen.
  • Chemisches Untersuchungsamt (CUA). Das CUA der stadt Emden erbringt Dienstleistungen bei der Untersuchung von Wasser, Luft, Boden, Altlasten, Industrieprodukten und Lebensmitteln.
  • Musikschule.
  • Volkshochschule.
  • Emder GrĂŒnderzentrum (EGZ). Das EGZ wurde in den 1990er Jahren auf dem GelĂ€nde des ehemaligen Marinekais im Emder Hafen aus der Taufe gehoben. Die Deutsche Marine (seinerzeit noch "Bundesmarine") hatte den Standort zuvor aufgegeben. Auf dem GelĂ€nde können sich ExistenzgrĂŒnder ansiedeln. Derzeit ist ein gutes Dutzend Firmen dort aktiv.
  • Emden Marketing und Tourismus. Diese stĂ€dtische Tochter-GmbH wurde gegrĂŒndet, um die touristische Entwicklung Emdens voranzutreiben. Sie wirkt unter anderem bei den unter "Veranstaltungen" auf dieser Seite aufgefĂŒhrten FestivitĂ€ten mit.
  • Hans-Susemihl-Krankenhaus (HSK). Das Klinikum ist das einzige Emder Krankenhaus und eine gemeinnĂŒtzige GmbH (gGmbH) der Stadt Emden. Benannt ist es nach dem Emder OberbĂŒrgermeister Hans Susemihl (1888-1972), der nach dem Zweiten Weltkrieg 14 Jahre lang dieses Amt inne hatte.

Medien

In Emden erscheinende Tageszeitungen (außer sonntags) sind die Emder Zeitung (Marktanteil in der Stadt Emden nach eigenen Angaben zirka 70 Prozent) und die Lokalausgabe der ostfrieslandweit erscheinenden Ostfriesen-Zeitung. Zudem gibt es das mittwochs und sonntags erscheinende Anzeigenblatt Heimatblatt/Sonntagsblatt, welches mittwochs als Heimatblatt erscheint, sonntags als Sonntagsblatt. Ein monatlich erscheinendes Anzeigenblatt ist Der Delftspucker.

In Emden befindet sich zudem die Hauptredaktion des BĂŒrgerradios Radio Ostfriesland, weitere Redaktion befinden sich in Aurich und Leer. Das BĂŒrgerradio wird aus öffentlichen Mitteln finanziert und hat seinen Emder Sitz im GebĂ€ude der Volkshochschule.

An Radioprogrammen sind weiterhin vor allem mehrere KanĂ€le des NDR (u. a. NDR 1, NDR 2, N-Joy) sowie die privaten Hörfunkprogramme Radio ffn und Hitradio Antenne Niedersachsen zu hören. Außerdem sind noch mehrere niederlĂ€ndische Sender gut zu empfangen.

Auch im TV-Bereich ist ein niederlÀndischer Sender (Nederland 2) empfangbar. 2005 nahm der private TV-Sender Friesischer Rundfunk (mit Sitz in Emdens Vorortgemeinde Hinte) seinen Betrieb auf.

Öffentliche Einrichtungen

  • Gewerbeaufsichtsamt
  • Niederlassung der landeseigenen Niedersachsen Ports GmbH (Hafenbetreiber)
  • Wasser- und Schifffahrtsamt Emden
  • Amtsgericht (innerhalb des Landgerichtsbezirks Aurich, der ganz Ostfriesland umfasst)
  • Arbeitsgericht
  • Industrie- und Handelskammer fĂŒr Ostfriesland und Papenburg (Weblink s. Literatur)
  • Bundesagentur fĂŒr Arbeit : Emden ist Sitz und Namensgeber des Bezirkes Emden der Bundesagentur fĂŒr Arbeit. Dieser umfasst die Stadt Emden, den Landkreis Aurich, den Landkreis Wittmund sowie die Stadt Borkum im Landkreis Leer. GeschĂ€ftsstellen dieses Arbeitsamtsbezirkes befinden sich in Emden, Aurich, Norden, Wittmund sowie auf den Inseln Juist, Norderney und Borkum. Die GeschĂ€ftstelle Emden innerhalb des Bezirkes ist fĂŒr die Stadt selbst sowie die Nachbargemeinden Krummhörn und Hinte mit zusammen zirka 72500 Einwohnern zustĂ€ndig.

Bildung

Sport

In Emden gibt es ein reges Sportleben. Der Anteil der Mitgliedschaften in Sportvereinen ist deutlich höher als im Durchschnitt des Landes Niedersachsen (s. Statistik). Sportart Nummer eins ist - wie in den meisten anderen Kommunen auch - Fußball. Durch die NĂ€he zum Wasser (auf See und auf den BinnengewĂ€ssern) gibt es auch eine grĂ¶ĂŸere Zahl an Wassersportvereinen jeglicher Couleur und mit entsprechender Infrastruktur (Marinas etc). Nicht unbedingt Teil des vereinslebens, sondern vielmehr traditionell ein Teil des Alltags ist das Fahrradfahren. Im Emden gibt es ein ausgedehntes Radwegenetz.

Infrastruktur

Mit dem Bau eines neuen, kombinierten Hallen- und Freibades (Baubeginn 2005, Fertigstellung 2007 geplant) wird Emden ĂŒber drei FreibĂ€der sowie ein Hallenbad verfĂŒgen. Eines der FreibĂ€der (van Ameren-Bad) wird von einem gemeinnĂŒtzigen TrĂ€gerverein betrieben, der das Bad von der Stadt ĂŒbernahm, als dieses in den 1990ern geschlossen werden sollte.

GrĂ¶ĂŸtes Stadion der Stadt ist das "Embdena-Stadion" des BSV Kickers Emden, das nach einem der Hauptsponsoren des Vereins benannt ist. FrĂŒher hieß das Stadion zunĂ€chst schlicht "Kickers-Stadion", spĂ€ter "Dr. Helmut Riedl-Stadion" nach einem ehemaligen PrĂ€sidenten des Vereins. Das Stadion fasst mehr als 12000 Zuschauer, allerdings hat der DFB mit dem Aufstieg des Vereins in die Regionalliga Nord im Jahre 2005 die MaximalkapazitĂ€t auf 7200 Zuschauer beschrĂ€nkt. BegrĂŒndet wurde dies mit Sicherheitsaspekten.

BootshĂ€fen und Marinas befinden sich unter anderem im Außenhafen, im Alten Binnenhafen, am Kleinen Meer (Hieve) und am Uphuser Meer sowie entlang von KanĂ€len, etwa am Ems-Seitenkanal und am Emder Stadtgraben (s. Vereine).

Sportveranstaltungen

Der BSV Kickers Emden trĂ€gt seine Heimspiele in der Fußball-Regionalliga Nord im heimischen Embdena-Stadion aus. In der Saison 2004/2005, als der Verein noch in der Oberliga Nord spielte, besuchten im Durchschnitt gut 1800 Zuschauer die Heimspiele des Clubs. FĂŒr die Saison in der Regionalliga Nord kalkuliert der Verein mit einem Zuschauerschnitt von 3000. Dies wurde mit Beginn der Jahres 2006, also ungefĂ€hr zur Halbzeit der Punktrunde, noch ĂŒbertroffen.

Des weiteren sind die Heimspiele des Tischtennis-Regionalligisten Blau-Weiß Borssum zu nennen sowie zwei Laufveranstaltungen: der Matjes-Lauf, der wĂ€hrend des Matjesfestes stattfindet (s. Kultur/Veranstaltungen) sowie der Silvesterlauf, der durch den Emder Hafen fĂŒhrt.

Statistik

Nach einer Erhebung des NiedersĂ€chsischen Landesamtes fĂŒr Statistik weist Emden die höchste Dichte an Mitgliedschaften in Sportverein unter den kreisfreien StĂ€dten Niedersachsens auf. Die Quote liegt auch deutlich höher als der Landesdurchschnitt. Mitgliedschaften ist in diesem Fall nicht gleichzusetzen mit Mitgliedern, da ein und dieselbe Person natĂŒrlich auch Mitglied in zwei oder mehr Sportvereinen sein kann.

In Emden gab es 2001 (Jahr der Erhebung) 19.679 Mitgliedschaften in Sportvereinen. Bezogen auf die Einwohnerzahl ergibt sich eine Mitgliedschaftsdichte von 384,47 auf 1000 Einwohner. Die entsprechenden Vergleichswerte betragen 362,59 (Landesdurchschnitt) oder beispielsweise 250,85 (Stadt Oldenburg), 193,84 (Hannover) und 273,24 (Delmenhorst). Sogar einige Landkreise, in denen die Mitgliedschaftsdichte aufgrund der eher dörflichen Strukturen meist höher ist, werden ĂŒbertroffen. Im Zeitraum von 1991 bis 2001 erhöhte sich die Zahl der Mitgliedschaften in Emden um 2,5 Prozent.

Vereine

  • Kickers Emden - Fußball, Tischtennis. GegrĂŒndet 1946, 721 Mitglieder. Die Fußballer von Kickers Emden spielen seit der Saison 2005/2006 in der Regionalliga Nord (3. Liga) und sind damit der höchstrangig spielende Club Ostfrieslands sowie - nach Werder Bremen - der am zweithöchsten spielende Verein Nordwestdeutschlands.
  • Stern Emden - Fußball, Turnen, Völkerball. GegrĂŒndet 1921, 237 Mitglieder.
  • Blau-Weiß Borssum - Fußball, Handball, Volleyball, Tischtennis, Leichtathletik.
  • RSV Emden - Fußball, Handball, Tennis. Die AbkĂŒrzung stand frĂŒher fĂŒr Reichsbahn -Sportverein, inzwischen in Rasensportverein umbenannt.
  • Schachklub Königsspringer Emden - Schach
  • DLRG Emden - Rettungsschwimmen, Gymnastik, Tauchen. 321 Mitglieder.
  • Emder Box- und Athletik-Club - Boxen. 62 Mitglieder.
  • Emder Kanu-Club - Kanu, Gymnastik. 163 Mitglieder.
  • Emder Laufgemeinschaft - Leichtathletik, Gymnastik. GegrĂŒndet 1989, 259 Mitglieder.
  • Emder Sportkeglerverein - Kegeln. 51 Mitglieder.
  • SuS Emden - Fußball, Tischtennis. GegrĂŒndet 1919, 461 Mitglieder.
  • Judo-Club Emden - Ju Jutsu, Judo, Karate. GegrĂŒndet 1976, 170 Mitglieder. Der Verein ist aus einer entsprechenden Sparte des RSV Emden hervorgegangen.
  • SF Larrelt - Fußball, Tischtennis.
  • FT 03 - Fußball, Bogenschießen, Turnen, Volleyball. GegrĂŒndet 1903, 452 Mitglieder.
  • SV Harsweg - Fußball, Leichtathletik.
  • Blau-Gelb Barenburg - Fußball, Tischtennis, Turnen, Gymnastik. Hervorgegangen aus dem Postsportverein Emden, danach SV Post/Telekom Emden. 253 Mitglieder.
  • Handballsportverein Emden - Handball, Gymnastik, Fitness. 147 Mitglieder.
  • Integrierter Sportverein Emden - Behindertensport, Tanzen, Turnen, Gymnastik, Leichtathletik, Schwimmen. GegrĂŒndet 1989, 1710 Mitglieder. Der Verein hat sich seinerzeit gegrĂŒndet, um Menschen mit Behinderungen ein adĂ€quates Sportprogramm bieten zu können und ist seither stark gewachsen.
  • FC Frisia Emden - Fußball, Völkerball, Gymnastik, Turnen. 761 Mitglieder.
  • Emder Hockey-Club - Hockey.
  • Emder Tennis-Club - Tennis, Gymnastik, Hockey. GegrĂŒndet 1892, 372 Mitglieder.
  • Emder Turnverein - Turnen, Fechten, Basketball, Volleyball, Badminton, Kegeln, Moderner FĂŒnfkampf, Faustball, Ballett, Behindertensport, Gymnastik, Tanzen, Tischtennis, Gewichtheben. 1729 Mitglieder.
  • Emder Yachtclub - Segeln, Motorbootsport. 98 Mitglieder.
  • Emder Ruderverein - Rudern, Volleyball, Turnen. GgegrĂŒndet 1906, 427 Mitglieder.
  • Kneipp-Verein Emden - Gymnastik, Turnen, Gesundheitssport. 507 Mitglieder.
  • SV Petkum - Fußball, Badminton, Turnen, Gymnastik, Volleyball. 623 Mitglieder.
  • Emder Tauchclub Delphin - Tauchen, Schwimmen. 184 Mitglieder.
  • Boßelverein Good Voran - Boßeln, Klootschießen . 88 Mitglieder.
  • Haubentaucher Emden - Tauchsport. 45 Mitglieder.
  • Amisia Wolthusen - Fußball, Tischtennis, Turnen, Gymnastik, Volleyball. 745 Mitglieder.
  • Schwimmverein Neptun Emden - Schwimmen, Wasserball. GegrĂŒndet 1953, 476 Mitglieder.
  • Rot-Weiß Emden - Fußball, Turnen, Gymnastik. GegrĂŒndet 1953, 379 Mitglieder.
  • Volleyball-Verein Emden (VVE) - Volleyball.
  • Wassersportverein Emden (WVE) - Bootssport.
  • Turnerbund Twixlum - Fußball, Turnen, Gymnastik. GegrĂŒndet 1950, 515 Mitglieder.
  • Wassersportverein Uphuser Meer - Segeln.
  • Bezirksfischereiverband Ostfriesland (BVO) - Fischereisport. GegrĂŒndet 1914. Der BVO ist - gemessen an der Zahl der ausgegebenen Lizenzen - der grĂ¶ĂŸte Bezirksfischereiverband Deutschlands. Betrieben wird auch Casting.
  • Emder Segelverein (ESV) - Bootssport.
  • 1. Badminton - Verein Emden (BVE) - Badminton. GegrĂŒndet 1958, 115 Mitglieder.
  • SV Frisch-Auf Wybelsum - Fußball, Handball, Tischtennis, Turnen, Gymnastik, Volleyball, Prellball, Völkerball. Frisch-Auf Wybelsum wurde 1926 gegrĂŒndet, eine NeugrĂŒndung als SV Frisch-Auf Wybelsum erfolgte 1961. 646 Mitglieder.
  • Emder Segelverein - Segeln, Gymnastik. 318 Mitglieder.

Die Vereine sind im Stadtsportbund Emden zusammengeschlossen, der die Interessen der Vereine gegenĂŒber der Stadt Emden vertritt.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Folgende bekannte Persönlichkeiten stammen aus Emden:

  • Ludolf Backhuysen , Kunstmaler
  • Karl Dall , Komiker
  • Martin Faber , Architekt, Kunstmaler und Kartograf
  • Eva Herman , Fernsehmoderatorin
  • Hans-Joachim Hespos , Komponist
  • Henri Nannen , Journalist (GrĂŒnder des Magazins "Stern") und Stifter der Emder Kunsthalle
  • Wolfgang Petersen , Filmregisseur (Das Boot, Der Sturm, Troja)
  • GĂŒnter Saathoff , Vorsitzender der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft
  • Helma Sanders-Brahms , Regisseurin
  • Otto Waalkes , Komiker
  • Max WindmĂŒller, deutsch- jĂŒdischer WiderstandskĂ€mpfer gegen den Nationalsozialismus

EhrenbĂŒrger

  • Karl von MĂŒller
  • Henri Nannen, verliehen 1989
  • Carl Schweckendieck (* 1843 in Emden, † 1906 ebd.), preußischer Landtagsabgeordneter und Mitinitiator des Ausbaus des Emder Hafens
  • Otto Waalkes

Weitere Persönlichkeiten

Folgende Persönlichkeiten sind nicht in Emden geboren, haben aber dort gewirkt:

  • Johannes Althusius , Rechtsgelehrter, Politiker und Calvinist
  • Menso Alting , reformierter Prediger und Theologe
  • Ysaac Brons , Kaufmann und Reeder
  • Gottfried Bueren , Stadtsyndicus
  • Gerhard Eobanus Geldenhauer , reformierter Prediger und Theologe
  • Albert Ritzaeus Hardenberg , reformierter Prediger und Theologe
  • Melchior Hofmann , BegrĂŒnder der ersten Emder TĂ€ufergemeinde
  • Herbert Kolbe , Chefredakteur der Emder Zeitung (seit 1981)
  • Johannes ĂĄ Lasco, Theologe und Reformator
  • Petrus Medmann , Emder BĂŒrgermeister
  • Johann Gottfried Seume , Musketier in Emden, spĂ€ter Schriftsteller und Dichter
  • Johannes Suidlareus , reformierter Prediger
  • Leo FĂŒrbringer , OberbĂŒrgermeister von 1875 bis 1913 und Initiator des Ausbaus des Emder Hafens

Bemerkenswertes und Kurioses

  • Emden war um 1600 eine Ă€ußerst wohlhabende Stadt, bedingt durch den Seehandel der Emder Kaufleute und noch einmal deutlich verstĂ€rkt durch den Zustrom niederlĂ€ndischer GlaubensflĂŒchtlinge, darunter viele Kaufleute und Reeder. Emden galt zu jener Zeit als einer der wichtigsten HĂ€fen Nordeuropas. Die in Emden registrierte Handelsflotte soll nach einigen (allerdings bislang nicht vollends nachgewiesenen) Quellen zeitweise diejenige Großbritanniens an GrĂ¶ĂŸe ĂŒbertroffen haben. Nachgewiesen aus jener Zeit ist allerdings eine Bearbeitung des Faust -Themas durch den englischen Dichter Christopher Marlowe. Er schrieb 1592 seinen Dr. Faustus und ließ den Faust gegenĂŒber Mephisto einen Wunsch aussprechen: "Ich wĂŒnsche mir die Herrlichkeit von Emden!" ("The signory of Emden shall be mine!").
  • Ein bedeutendes - wenn nicht das bedeutendste - Datum Emdens und in der kollektiven Erinnerung der Stadt am prĂ€sentesten ist der 6. September . An jenem Tag erinnert sich die Stadt ihrer Zerstörung im Jahre 1944, als wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges alliierte Lufteinheiten Emden in Schutt und Asche legten. Mehr als 80 Prozent der Innenstadt wurden zerstört, womit Emden zu einer der am stĂ€rksten vom Bombenkrieg gezeichneten StĂ€dte Deutschlands gehörte. Der 6. September ist in Emden ein Tag der Erinnerung - an die Schönheit der untergegangenen Altstadt, aber auch an die Leiden des Zweiten Weltkrieges und aller Kriege. Der 6. September wird allerdings ebenso als ein Tag des Neuanfangs aufgefasst. Dabei spielt das Emder Rathaus eine besondere Rolle. Nicht von ungefĂ€hr wurde der Nachkriegsneubau, der viele Elemente des zerstörten Rathauses aufnahm, an einem 6. September eingeweiht - 1962, exakt 18 Jahre nach der Bombardierung. Auch die Wiedereröffnung des im Rathaus untergebrachten Ostfriesischen Landesmuseums nach zweijĂ€hrigem Umbau 2005 fand am 6. September statt. Vor einigen Jahren wurde ebenfalls das von einem Emder BĂŒrger gestiftete Glockenspiel am Rathaus erstmalig am 6. September gelĂ€utet.
  • Ein bekanntes Bonmot ĂŒber Emden lautet, die Stadt sei diejenige mit dem kĂŒrzesten Namen Deutschlands - nĂ€mlich "M". Dies rĂŒhrt vom norddeutschen Idiom her, in dem die Endsilben auf "-en" gerne "verschluckt" werden und das "d" an solchen Stellen kaum betont wird. Ergo ergibt sich aus "Emden" lediglich ein "Em" - oder, kĂŒrzer noch, auch gleich "M". Eine lokale Musikgruppe hat sich dies in ihrem Namen zu eigen gemacht, sie nennt sich "Van M" (aus dem Plattdeutschen: "aus Emden").
  • Emden dĂŒrfte eine der wenigen StĂ€dte Deutschlands sein, die gleich zwei bundesweit bekannte und seit Jahrzehnten erfolgreiche Komiker hervorgebracht hat: Otto Waalkes und Karl Dall (letzterer wuchs dann allerdings grĂ¶ĂŸtenteils im benachbarten Leer auf). Überhaupt fĂ€llt beim Durchsehen der Liste der in Emden geborenen Persönlichkeiten auf, dass die meisten in den Bereichen Medien sowie Kunst und Kultur erfolgreich waren und sind.

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Asche, Kurt (1992): BĂŒrgerhĂ€user in Ostfriesland (Norden, Verlag Soltau-Kurier, ISBN 3-922365-39-6 )
  • Claudi, Marianne/Reinhard Claudi (1982): Goldene und andere Zeiten - Emden, Stadt in Ostfriesland (Emden)
  • Claudi, Marianne/Reinhard Claudi (1988): Die wir verloren haben - Lebensgeschichten Emder Juden (Aurich)
  • Claudi, Reinhard (1995, Hrsg.): Stadtgeschichten - Ein Emder Lesebuch 1495/1595/1995 (Emden, Gerhard Verlag, ISBN 3-9804156-1-9 )
  • Eichhorn, Helmut (1993): Emden in Geschichte und Gegenwart, in: Niedersachsenjahrbuch 1993, S. 11 ff.
  • Emder Zeitung (Emden), div. Ausgaben, http://www.emderzeitung.de
  • Hummerich, Gunther (2000): Auf den Spuren einer Emder Straße (Cosmas und Damian Verlag, Emden, ISBN 3-933379-02-4 )
  • Hummerich, Gunther/Wolfgang LĂŒdde (1995): Der Wiederaufbau - Die 50er Jahre in Emden (Norden, Verlag Soltau-Kurier, ISBN 3-928327-18-6 )
  • Industrie- und Handelskammer fĂŒr Ostfriesland und Papenburg (Emden), http://www.ihk-emden.de
  • Janßen, Dietrich: 6. September 1944: Emden geht unter - Zerstörung und Kriegsende ISBN 3-8313-1411-X
  • Kappelhoff, Bernd (1994): Emden als quasiautonome Stadtrepublik 1611-1749 (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. 11).
  • Krömer, Eckart (1991): Kleine Wirtschaftsgeschichte Ostfrieslands und Papenburgs (Norden, Verlag Soltau-Kurier, ISBN 3-922365-93-0 )
  • NiedersĂ€chsisches Landesamt fĂŒr Statistik, http://www.nls.niedersachsen.de
  • Nordwest-Zeitung (Oldenburg), mehrere Ausgaben, http://www.nwz-online.de
  • Ostfriesen-Zeitung (Leer), div. Ausgaben, http://www.ostfriesen-zeitung.de
  • Rack, Eberhard (1998): Kleine Landeskunde Ostfrieslands (Oldenburg, Isensee Verlag, ISBN 3-89598-534-1 )
  • Regis-Online - Wirtschaftsdatenbank fĂŒr Nordwestdeutschland (Oldenburg), http://www.regis-online.de
  • Schack, Axel von/Albert Gronewold (1994): Arbeit alleine, da wirst nicht von satt! - Zur Sozialgeschichte der Stadt Emden 1848 - 1914 (Bremen)

Weblinks

Informationen aus der Umgebung

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