fair-hotels . Ein Service wie gemalt
Reiseführer Übersicht Deutschland Österreich Schweiz Bauwerke nach Stil

Werbung

Letzte Änderung für Artikel Bardowick: 07.02.2006 16:59

Bardowick

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Karte
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Deutschlandkarte, Position von Bardowick hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis : L├╝neburg
Geografische Lage :
Koordinaten: 53┬░ 18' N, 10┬░ 23' O
53┬░ 18' N, 10┬░ 23' O
H├Âhe : 8 m ├╝. NN
Fl├Ąche : 23,25 km┬▓
Einwohner : 6.042 (31. Dezember 2004)
Bev├Âlkerungsdichte : 251 Einwohner je km┬▓
Postleitzahl : 21357
Vorwahl : 04131
Kfz-Kennzeichen : LG
Gemeindeschl├╝ssel : 03 3 55 004
Adresse der Samt-
gemeindeverwaltung:
Schulstra├če 12
21357 Bardowick
Website: www.bardowick.de
E-Mail-Adresse: info@samtgemeinde-bardowick.de
Politik
B├╝rgermeister
der Samtgemeinde:
G├╝nter Dubber

Bardowick (plattdeutsch: Bewick) (gelegentliche Schreibweisen in alten Dokumenten: Bardowieck, Bardowiek) ist eine Gemeinde an der Ilmenau. Sie liegt zwischen Winsen (Luhe) und L├╝neburg in Niedersachsen, Deutschland . Bardowick hat, auf L├╝neburg bezogen, in gro├čen Teilen Vorortcharakter angenommen und w├Ąchst im Norden L├╝neburgs mit der Stadt zusammen. Von Bardowick in das Stadtzentrum betr├Ągt die Entfernung ca. 5 km.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bardowick ist einer der ├Ąltesten Orte Niedersachsens, es wurde 795 das erste Mal urkundlich erw├Ąhnt. Allerdings weist der in alten r├Âmischen Urkunden erw├Ąhnte Name "Bardorum Vicus" (Vicus = lat. f├╝r Dorf, Bauerschaft) schon lange vorher auf einen aufstrebenden Handelsplatz in Norddeutschland hin. Es ist umstritten, aber wahrscheinlich, dass Bardowick seinen Namen nach dem dort ans├Ąssigen Volksstamm der Langobarden erhalten hat. Die aus Skandinavien eingewanderten Langobarden , wanderten sp├Ąter nach S├╝den, wo sie in Oberitalien 568 n. Chr. die Lombardei gr├╝ndeten, nachdem sie etwa vom 2. Jhd. v. Chr. bis zum 3. Jhd. n. Chr. an der Unterelbe sesshaft waren, wo sie im Norden von den Sachsen, und im Osten von slawischen V├Âlkern bedr├Ąngt wurden. Ein Teil der langobardischen Bev├Âlkerung blieb an der unteren Elbe zur├╝ck, und ging schlie├člich im Stamm der Sachsen auf. Im 8. Jhd. tauchte in der s├Ąchsischen Literatur erstmals die Bezeichnung "Bardengau" auf, welche ebenso wie der Ortsname "Bardewic" noch heute an die Epoche der Langobarden im norddeutschen Raum erinnert.

Seit 795 n. Chr. ist die Geschichte der Ortschaft Bardowick zweifelsfrei dokumentiert. Zeitgen├Âssischen Chroniken zufolge hat Karl der Gro├če 795 in unmittelbarer N├Ąhe von Bardowick sein Lager aufgeschlagen, um mit einem Heer die Sachsen zu bek├Ąmpfen. Bardowick wurde zum Sitz eines k├Âniglichen Gesandten, der ├╝ber den Handel auf den Fernstrassen nach Osten wachte. Im Diedenhofener Kapitular wurde 805 bestimmt, dass fr├Ąnkische Kaufleute auf dem Weg in die n├Ârdlich der Elbe gelegenen slawischen Gebiete Bardowick passieren mussten. Da die Ausfuhr von Waffen und Kriegsmaterial verboten war, kontrollierte man sie hier. Dank der wirtschaftsgeographisch verkehrsg├╝nstigen Lage Bardowicks an der Slawengrenze stieg der Ort schlie├člich zum zentralen Umschlagplatz f├╝r den Ost- West-, sowie den Nord-S├╝d-Handel auf. 805 best├Ątigt Karl der Gro├če Bardowick als Ausgangspunkt f├╝r den Fernhandel mit den Slawen. Die durch Bardowick flie├čende Ilmenau war zur damaligen Zeit nur zwischen Bardowick und der Elbe schiffbar. Dieser Wasserweg stellte eine Verbindung zum offenen Meer dar. Sp├Ąter, nach dem Aufstieg des flussaufw├Ąrts gelegenen L├╝neburg zur Salzstadt , wurde das dort gewonnene wertvolle Salz von den Bardowicker Schiffern auf dieser Strecke transportiert. In zunehmenden Ma├če kamen Kaufleute nach Bardowick, und siedelten sich dort an. Fl├Ąchenm├Ą├čig wuchs die Stadt zu einem der gr├Â├čten Zentren Norddeutschlands, und war z.B. erheblich gr├Â├čer, als die historische Innenstadt L├╝neburgs.

Neben dem Handel erlangte Bardowick auch in politischer und kirchlicher Hinsicht zunehmend Bedeutung. Nachdem Karl der Gro├če (747-814) ganz Sachsen unterworfen hatte, wurde Bardowick Sitz eines geistlichen Stifts, und als Grenzort gegen die "heidnischen" Slawen ausgebaut. Es ist bis heute umstritten, ob der Bardowicker Dom jemals Bischofssitz war, sicher aber war die ├Ąlteste Bardowicker Kirche ein Kollegialstift, wo eine gr├Â├čere Anzahl von Klerikern wirkte. Zu deren Missionsaufgaben kamen umfangreiche Verwaltungsaufgaben. So wurde Bardowick zum kirchlichen Zentrum des Bardengaus.

Im Jahre 919 wurde der s├Ąchsische Herrscher Heinrich I. K├Ânig. Er ernannte Hermann Billung 951 zum Statthalter Bardowicks. Als Anerkennung seiner Verdienste wurde Billung 963 von Heinrichs Sohn, Otto dem Gro├čen , der Herzogstitel zugesprochen. In der Folge wuchs die wirtschaftliche Bedeutung Bardowicks weiter, 972 wurden von Kaiser Otto I. die Stadtrechte verliehen, Bardowick erlangte das Zoll - und (wahrscheinlich schon ab 965) M├╝nzrecht. Dank des in L├╝neburg gewonnenen und in Bardowick umgeschlagenen und verzollten Salzes erfuhr der Ort eine enorme wirtschaftliche Bl├╝te.

Bardowick verlor seine Schl├╝sselrolle als Handelsplatz, als Heinrich der L├Âwe 1142 Herzog von Sachsen wurde. Zum einen rang dieser dem Grafen Adolf II. von Schauenburg die f├╝r die Beherrschung des Ostseeraumes wichtige Stadt L├╝beck ab, die 1158 die Stadtrechte erhielt, und zunehmend Bardowicks politische und wirtschaftliche Rolle ├╝bernahm. Zum anderen wurde die Ilmenau bis L├╝neburg schiffbar, so dass die L├╝neburger Saline fortan auf den Salzumschlag in Bardowick verzichten konnte. Viele der niedergelassenen Kaufleute zogen zum Unmut der Bardowicker nach L├╝beck.

Im Jahre 1176 zog Kaiser Friedrich I. Barbarossa in Italien gegen die Lombardei. Nachdem Heinrich der L├Âwe dem Kaiser die Unterst├╝tzung versagte, wurde der Herzog von diesem 1180 g├Ąchtet und 1182 f├╝r drei Jahre zu seinem Schwager Richard L├Âwenherz nach England verbannt. Abgesehen von seinen G├╝tern um L├╝neburg und Braunschweig verlor Heinrich der L├Âwe all seine Besitzt├╝mer. Unterwegs ins Exil wurde ihm von den Bardowickern, die sich von ihrem Herrn vernachl├Ąssigt f├╝hlten, die Aufnahme verweigert.

Zur├╝ck in Sachsen - der Kaiser war unterdessen zu seinem dritten Kreuzzug aufgebrochen - begann er am 26. Oktober 1189 mit der zun├Ąchst erfolglosen Belagerung Bardowicks. Erst am 28.10. (andere Quellen sprechen vom 29.10.) gelang Heinrich der Sturm auf die Stadt. Der Legende zufolge soll ein Ochse vor den Augen der Soldaten durch die Ilmenau gewatet sein, und den Belagerern somit eine seichte Stelle im Fluss aufgezeigt haben. Bis auf die Kirchen und die Kapellen wurde Bardowick vollst├Ąndig zerst├Ârt. Auf den Dom setzte Heinrich die Inschrift: "Vestigia leonis" ("Spur des L├Âwen"), die bei einer Restaurierung in den 1960er Jahren versehentlich in "Leonis Vestigum" ("Des L├Âwen Spur") ge├Ąndert wurde.

Obgleich die Zerst├Ârung Bardowicks wie eine Revanche f├╝r die Verweigerung der Aufnahme Heinrichs im Jahre 1182 aussieht, h├Ąlt diese Sicht einer seri├Âsen Geschichtsschreibung nicht stand. Bardowick war nunmehr eine Bastion des rechtm├Ąssigen Nachfolgers und Rivalen des entmachteten Heinrichs, Herzog Bernhard, dessen Sturz vielmehr im Vordergrund gestanden haben d├╝rfte. Nichtsdestoweniger ist der Niedergang der Stadt weniger auf die Zerst├Ârung 1189 zur├╝ckzuf├╝hren, als auf die oben beschriebene Verblassung als Wirtschaftsmetropole Jahre zuvor. Bardowick fand nie zu alter Gr├Â├če zur├╝ck. Zwar wurde der Ort in den folgenden 50 Jahren wieder aufgebaut, jedoch entstand kein geschlossenes Stadtbild mehr, anstatt des Handels gewann die Landwirtschaft, insbesondere der Gem├╝sebau, zunehmend Bedeutung.

1371 wurde Bardowick von einem gro├čen Feuer heimgesucht. Die Katastrophe zerst├Ârte den alten Dom nahezu endg├╝ltig. Die Kirche wurde sp├Ąter in der f├╝r L├╝neburg typischen dreischiffigen Backsteingotik wieder aufgebaut. Bis Ende des 14. Jhds. hatte Bardowick die Rechtsstellung eines Dorfes , seit dem 15. Jhd wird der Ort als Flecken bezeichnet.

1529 wurde mit der Reformation in Bardowick der protestantische Gottesdienst eingef├╝hrt, doch nahm das Stift erst 1543 die evangelische Lehre an.

Insbesondere in der zweiten Kriegsphase des dreissigj├Ąhrigen Krieges hatte Bardowick erneut zu leiden. Wegen seiner Lage nahe der Heerstra├čen wurden immer wieder durchziehende Truppen einquartiert, die von den Einwohnern versorgt werden mussten. Immer wieder wurde der Ort von Soldaten gepl├╝ndert, 1626 und 1627 legten die D├Ąnen zwei Gro├čfeuer. Erst ab 1650 normalisierte sich die Lage allm├Ąhlich.

Im Jahr 1880 hatte Bardowick 1700 Einwohner.

Wirtschaft

Heute konzentriert sich Bardowick auf die Landwirtschaft, insbesondere Spargel , und ist daf├╝r regional ber├╝hmt geworden.

Allj├Ąhrlich k├╝ren die Bardowicker eine der jungen B├╝rgerinnen zur Wurzelk├Ânigin.

Verkehr

├ťber die A 250 besteht eine Autobahnverbindung nach L├╝neburg und Hamburg.

Samtgemeinde

Die Samtgemeinde Bardowick besteht aus den Mitgliedsgemeinden Bardowick, Barum, Handorf, Mechtersen, Radbruch, V├Âgelsen und Wittorf. Bardowick ist das Zentrum des gr├Â├čten M├Âhrenanbaugebietes .

Kultur und Sehensw├╝rdigkeiten

Bauwerke

Bardowick gotische Hallenkirche Dom
Bardowick gotische Hallenkirche Dom

Sehenswert ist der so genannte "Dom" ( 1389 bis 1485 erbaut), eine gotische Hallenkirche mit gedrungenem T├╝rmen. Die ehemalige Stiftskirche Bardowick , die den Heiligen Peter und Paul geweiht ist, tr├Ągt den Namen Dom, obwohl hier niemals ein Bischofssitz war.

Als charakteristisches Bauwerk war die Kirche auf einer Dauerbriefmarkenserie der Deutschen Bundespost abgebildet.

S├Âhne und T├Âchter der Stadt

  • Hl. Marian von Bardowick , Diakon und Glaubensbote an der unteren Elbe
  • Eleonora Maria Jauch (1732-1797), Tochter des Ersten Domherren zu Bardowick Johann Christian Jauch (1702-1788), ist die Stammutter einer bekannten Nachkommenschaft. Ihr Sohn ist u.a. der L├╝becker B├╝rgermeister und Dichter Christian Adolph Overbeck (1755-1821). Ihr Enkel ist der Maler Johann Friedrich Overbeck (1789-1869).

Literatur

  • Georg Dehio : Bremen, Niedersachsen. Handbuch der Deutschen Kunstdenkm├Ąler, Darmstadt 1977
  • Sabine Peters: Bardowick - ein kurzer historischer Abriss. in 'Flecken Bardowick - Festschrift zum 1200-j├Ąhrigen Jubil├Ąum'
  • J├╝rgen Peter Ravens: Vom Bardengau zum Landkreis L├╝neburg. L├╝neburg 1985

Weblinks

Informationen aus der Umgebung

Hotels in der Umgebung

Hotel Plz Ort Mail Url Kategorie Telefon
Bremer Hof 21335 L├╝neburg   04131 / 224-0
Bargenturm City Line & Country Line Hotels 21335 L├╝neburg http://www.hotel-bargenturm.de/ Kategorie: 4Kategorie: 4Kategorie: 4Kategorie: 404131 / 7 29-0
Seminaris Hotels & Meeting Resorts 21335 L├╝neburg http://www.seminaris.de/  04131 / 713-0
Ringhotel Kunsthotel Residenz 21335 L├╝neburg http://www.residenzhotel.de/  04131 / 75 99 10
Zum Heidkrug 21335 L├╝neburg http://www.zumheidkrug.de/  04131 / 2416-0
Bergstr├Âm L├╝neburg 21335 L├╝neburg http://www.bergstroem.de/ Kategorie: 4Kategorie: 4Kategorie: 4Kategorie: 404131 / 308-0

Weitere Artikel aus der Umgebung

Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Bardowick aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Bardowick verfügbar.

fair-hotels. Ein Service der
VIVAI Software AG
Betenstr. 13-15
44137 Dortmund

Tel. 0231/914488-0
Fax 0231/914488-88
Mail: info@vivai.de
Url: http://www.vivai.de