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Letzte Änderung für Artikel Wiesbaden-Auringen: 12.02.2006 22:59

Wiesbaden-Auringen

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Deutschlandkarte, Position von Wiesbaden hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk : Darmstadt
Landkreis : Wiesbaden
Geografische Lage :
Koordinaten: 50° 7â€Č 22" N, 8° 19â€Č 37" O
50° 7â€Č 22" N, 8° 19â€Č 37" O
Höhe : 300 m ĂŒ. NN
FlĂ€che :  ?? kmÂČ
Einwohner : 3.278 (1. Jan. 2004)
Bevölkerungsdichte :  ?? Einwohner je kmÂČ
Postleitzahlen : 65207
Vorwahl : 06127
Kfz-Kennzeichen : WI
GemeindeschlĂŒssel : 06 4 14 000 (Wiesbaden)
Stadtgliederung: Alter Ortskern, Siedlung Am Rotenberg
Adresse der
Stadtverwaltung:
KirchenhĂŒgel 3
Website: www.auringen.de
Politik
Vorsitzender d. Ortsbeirates : Herr von Kahlen ( CDU )

Auringen ist ein Stadtteil von Wiesbaden, im Nordosten des Stadtgebiets gelegen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Der alte Ortskern Auringens liegt elipsenförmig auf einem HĂŒgel vor der MĂŒndung des Aubachs mit dem Wickerbach. Der neuere Teil Auringens, die Siedlung am Rotenberg, liegt auf der gegenĂŒberliegenden Talseite des Aubachs und verlĂ€uft von Nord nach SĂŒd relativ schmal, aber dafĂŒr lang. Zwischen den beiden Teilen besteht keine direkt bebaute Verbindung, zwischen altem und neuem Ortsteil liegt das Auchbachtal, in dem auf einer Spanne von 200 m nur ein kleines Haus steht.

Geografische Lage/Nachbargemeinden

Auringen liegt im Nordosten an der Stadtgrenze von Wiesbaden. Nachbarvororte sind Naurod , Medenbach, Hessloch und Kloppenheim. Nicht zu Wiesbaden gehörend, grenzen Niedernhausen und Eppstein-Bremthal an Auringen. Auringens nördlichster Teil grenzt unmittelbar an das Nordportal des Schulwaldtunnels der ICE Neubaustrecke Köln- Rhein-Main .

Klima

Durch die Taunusnahe Lage hat Auringen ein typisches Mittelgebirsklima, durch die stadtentfernte Lage ist die Temperatur niedriger und die Luft "besser" als im Kern von Wiesbaden

Geschichte

bis zum 17. Jahrhundert

Das genaue GrĂŒndungsjahr Auringens lĂ€sst sich heute leider nicht mehr mit Gewissheit festlegen. Sicher ist jedoch, dass es Siedlungen in der Region bereits in der Bronzezeit gegeben hat, und auch GrĂ€ber aus der Hallstadtzeit (800-400 v. Chr.) sind in den WĂ€ldern um Auringen gefunden worden.

Offiziell gilt 1252 als das Jahr, in dem Auringen (bzw. „Urungen“, wie es wohl genannt wurde) zum ersten mal urkundlich erwĂ€hnt wird. Allerdings wird der Name Aoringon angeblich bereits in Urkunden des Klosters zu Bleidenstadt um das Jahr 897 in einem GĂŒterverzeichnis erwĂ€hnt. Da die Urkunden dieses Klosters aus der Zeit jedoch von Experten jedoch immer wieder angezweifelt werden, kann diese frĂŒhe Entstehung der Siedlung nicht manifestiert werden. Interessant ist allerdings auch, dass in einem Dekret König Heinrichs IV. vom 25. Februar 1062 ein GĂŒtertausch zwischen dem Kloster von Bleidenstadt und dem Bischof Arnold von Worms bestĂ€tigt wird. Auch hier ist zwar wieder das Kloster Bleidenstadt genannt, allerdings sollte man davon ausgehen können, dass ein königliches Dekret der Wahrheit entspricht. Die nĂ€chste ErwĂ€hnung Auringens folgt dann am 13. MĂ€rz 1252 , als es zwischen Gotfried von Bigen und dem Kloster St. Jakob (Mainz) zu einem Streit um verschiedene Orte, darunter Auringen, kommt. Ab dem 13. Jahrhundert gehörte Auringen politisch zu Nassau . Im Jahr 1404 werden die Höfe von Kloppenheim und Auringen von den Phillip I. von Nassau-SaarbrĂŒcken und Adolf II. von Nassau-Wiesbaden geteilt.

Auringen spielte damals eine wichtige Rolle, da in seiner NĂ€he die Grenzen der anliegenden Gebiete Nassau-Idstein, Curmainz und Hessen-Darmstadt zusammenliefen. Am Punkt, an dem alle drei Gebiete aufeinanderstießen steht noch heute der sogenannte Dreiherrenstein. Dabei handelt es sich um einen dreieckigen Stein, in dessen drei Seiten die AbkĂŒrzungen NI (Nassau-Idstein), CM (Curmainz) und HD (Hessen-Darmstadt), sowie das Datum 1730 eingeschlagen sind. Da Auringen in dieser Zeit noch keine Kirche hatte (es gehörte bis 1718 zu Koppenheim), bekam es nur wenig finanzielle UnterstĂŒtzung und war so immer schon davon bedroht, von den umliegenden Gemeinden einverleibt zu werden. Auch schulisch und politisch war es lange Zeit von Anderen abhĂ€ngig.

17. und 18. Jahrhundert

Der DreißigjĂ€hrige Krieg machte auch vor Auringen nicht halt. Muss das Dorf davor noch wohlhabend gewesen sein, immerhin lebten damals 26 Familien hier, schrumpfte die Bevölkerung wie ĂŒberall dramatisch zusammen. 3 Jahre nach dem Krieg waren nur noch 8 Einwohner ĂŒbrig. Ganze Dörfer um Auringen verschwanden wĂ€hrend dieser barbarischen Zeit. So soll es nahe des heutigen Wellingers eine Siedlung gegeben haben, ebenso gab es dort, wo die heutige Siedlung „Auf den Erlen“ ist, ein großes Gehöft.

Der Schultheiß Hans Peter Ernst ließ 1686 fĂŒr Auringen ein Lagerbuch anfertigen, in dem die BesitztĂŒmer der Einwohner genau festgehalten wurden. Darin ist von immerhin 17 Hofreithen die Rede. Zu diesem Zeitpunkt hatte Auringen allerdings (durch die Wirren des 30jĂ€hrigen Krieges) bereits Gemarkungen verloren (z. B. den Hockenberg). Aus diesem Lagerbuch lassen sich die damaligen Grenzen nachvollziehen. Die Festlegung der Grenzen brachte aber, was den „nachbarschaftlichen Frieden“ mit den umgebenden Gemeinden betraf, keine Besserung. Grenzkonflikte gab es vor allem mit Medenbach immer wieder, wie ein „besonderes“ Ereignis von 1723 zeigt: In dem Sommer sind einige Schweine der Auringer ĂŒber die Gemarkungsgrenze nach Medenbach gelaufen, die dort von den „Hessen“ eingefangen wurden und nach Wildsachsen gebracht wurden. Die Auringer waren aufgefordert, ein Lösegeld von 50 Gulden zu zahlen. Die Auringer formierten sich daraufhin in der folgenden Nacht unter der FĂŒhrung des Schultheißen Johann Nikolaus Ruf (1708-1733) und fĂŒhrten die Schweine nach Auringen zurĂŒck, ohne sich um das Geschrei wegen der Grenzverletzung zu kĂŒmmern. Auch auf der anderen Seite des Dorfes gab es Auseinandersetzungen. So gab es immer wieder Ärger um die Wiesen zwischen Auringen und Kloppenheim . Als es eines Tages wieder besonders heftig war, sollen die Auringer mit Sensen und Stöcken auf die Kloppenheimer losgegangen sein und diese krĂ€ftig aufgemischt haben.

Um 1707 wurde in Auringen der erste Dorfschullehrer angestellt. Damit errang Auringen etwas mehr UnabhĂ€ngigkeit von Kloppenheim, wohin bis dato alle SchĂŒler geschickt wurden. 1716 erreichte der Schultheiß Johann Niklas Ruf dann vor dem Landesherren, das Auringen eine eigene Kirche bauen durfte. Am 12. August dieses Jahres wurde der Grundstein gelegt. Ostern 1717 wurden in Auringen bereits 4 Jungen und 3 MĂ€dchen konfirmiert. Der Turm der Kirche wurde erst spĂ€ter ( 1787 ) ergĂ€nzt.

WĂ€hrend der französischen Revolution 1789-1799 hatte Auringen zu leiden. Als Mainz französisch besetzt war, mussten die umliegenden Regionen, darunter auch Auringen Schanzarbeiten durchfĂŒhren. Als anschließend Mainz von den preußischen Truppen belagert war, diente Auringen als Winterlager. Die Preußen wurden 1793 von österreichischen und sĂ€chsischen Truppen abgelöst. Als das Land dann zum zweiten Mal von den Franzosen ĂŒberrannt wurde, wĂŒsteten sie ĂŒbel und hinterließen auch bei ihrem RĂŒckzug vor den kaiserlichen Truppen Angst und Schrecken. Am 12. Juli 1796 kamen die französischen Truppen zum dritten Mal. Aus Angst vor erneuten Übergriffen hatten sich viele Auringer und Nauroder samt Vieh in die WĂ€lde zurĂŒckgezogen.

19. Jahrhundert

Da Nassau mit seinen Besitzungen den Rheinbund angehörte, mussten auch aus dieser Gegend wĂ€hrend den napoleonischen Eroberungskriegen MĂ€nner ins Gefecht. Als Napoleon schließlich bei Leipzig eine Niederlage erleiden musste (16.-19. Oktober 1813 ), zogen sich die Franzosen bis nach Mainz zurĂŒck. Am 17. November 1813 fielen in Auringen die ersten Kosaken ein. Gegen Diese hatten sich die Franzosen noch harmlos verhalten. Die Russen plĂŒnderten alles was sie tragen konnten. Alles andere wurde in Brand gesetzt und zerstört. Selbst Tiere wurden qualvoll misshandelt, wĂ€hrend sich die Bewohner in den umliegenden WĂ€ldern versteckten.

1820 wurde in Auringen die erste "ordentliche" Wasserstelle am Lindenborn eingerichtet. SpÀter kamen weitere hinzu. Bis 1902 wurde an diesem Brunnen das Wasser geholt, der Sage der Alten nach, hatte dort auch der Klapperstorch sein "Lager".

Als 1870 / 1871 der deutsch/französische Krieg tobte, nahmen daran auch 24 Auringer BĂŒrger teil, von denen 23 gesund zurĂŒckkehrten. Das einzige Opfer, dass man zu beklagen hatte, war Johann Georg Ruf, der an der Ruhr erkrankte und bei Paris verstarb. Zum Gedenken wurde am Lindenborn eine Erinnerungslinde gepflanzt und in der evangelischen Kirche eine Gedenktafel angebracht. Über 100 Jahre spĂ€ter sollte an der selben Stelle wieder eine Linde gepflanzt werden, um die Erinnerung nicht ganz zu verlieren, doch durfte man dies nicht. Kaum ein Jahr spĂ€ter stand an dieser Stelle eine Weide, die von allen gehegt und gepflegt wurde, von der aber niemand wusste, wie diese dort hingekommen war. Aber auch die steht heute nicht mehr. Ein StĂŒck weiter auf der Wiese wird derzeit ein Biotop errichtet, als Ausgleich fĂŒr die auf der anderen Straßenseite (auf dem PumpengrunstĂŒck der alten Molkerei) entstehende Siedlung.

1879 wurde Auringen durch die Eröffnung der Bahnlinie Wiesbaden-Niedernhausen, wobei Auringen und Medenbach einen Bahnhof erhielten mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Auf diesem Wege hatten nun auch viele Arbeiter die Möglichkeit, in Biebrich bei den chemischen Werken Albert, sowie in der "Rotfabrik", den Farbwerken Hoechst ihr Geld zu verdienen. Sie lÀuteten damit den Wandel Auringens vom Bauerndorf zum Wohndorf ein.

20. Jahrhundert

Im Ersten Weltkrieg wurden aus Auringen 100 Mann eingezogen, von denen 19 im Krieg fielen. Zu ihren Ehren wurde ein Denkmal errichtet (heute steht es, nach mehrmaligem Umzug vor dem Friedhof). Nach Kriegsende wurde Auringen wieder von Truppen besetzt; erst ĂŒberfluteten die zurĂŒckweichenden deutschen Truppen die Gegend, anschließend kamen die Franzosen.

1934 wurde in Auringen die freiwillige Feuerwehr gegrĂŒndet.

Im zweiten Weltkrieg mussten aus Auringen wieder 100 Mann zu den Waffen, von denen 16 gefallen sind, und 9 als vermisst gelten. Vom eigentlichen Kriegsgeschehen bekam man in Auringen bis zum 2. Februar 1945 nicht allzuviel mit, bis in dieser Nacht Bomber ĂŒber der ganzen Gegend Bomben abwarfen. 16 Höfe wurden dadurch zerstört. Am 23. MĂ€rz 1945 rĂŒckten die amerikanischen Truppen an, vor denen die zurĂŒckweichenden Nazis durch Auringen marschierten. Schnell jedoch war Auringen eingenommen und ohne große ZwischenfĂ€lle konnte man sich auf ein Ende des Krieges freuen.

1952 erhielt Auringen das Recht zur FĂŒhrung eines eigenen Wappens.

1970 wurde nach langen Diskussionen die Busverbindung nach Wiesbaden durch die Linie 21 hergestellt.

Am 18. September 1975 wurde als Gemeinschaftsprojekt der Gemeinden Auringen und Naurod die KlÀranlage in Betrieb genommen, die mit einer Effizienz von 90-95% als eine der fortschrittlichsten galt. Diese wird wohl in absehbarer Zeit still gelegt, da die AbwÀsser nach Wiesbaden in das neue HauptklÀrwerk gefördert werden sollen.

Religionen

Auringen besitzt im alten Ortskern einen evangelische Kirche und im neuen Ortsteil eine katholische Kirche an der auch ein Kindergarten angebunden ist.

Eingemeindung

Auringen wurde am 1. Januar 1977 in Wiesbaden eingemeindet. Zuvor war Auringen eine eigenstÀndige Gemeinde im Main-Taunus-Kreis.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Auringen liegt Verkerstechnisch gĂŒnstig nah an der A 3 und die Wiesbadener Innenstadt ist mit dem Auto in ca. 15 bis 20 Minuten erreichbar. Außerdem besitzt Auringen einen Haltepunkt (Auringen-Medenbach) an der Eisenbahnverbindung zwischen Wiesbaden und Niedernhausen/Limburg an der Lahn an dem eine stĂŒndliche (zu Stoßzeiten halbstĂŒndliche) Verbindung in beide Richtungen besteht. Seit 1970 ist Auringen an das Stadtbusnetz von Wiesbaden angebunden.

Öffentliche Einrichtungen

Auringen besitzt eine eigene Ortsverwalung, die in der ehemaligen Grundschule untergebracht ist, eine Mehrzweckhalle, einen Sportplatz und 3 TennisplÀtze, eine freiwillige Feuerwehr , eine Apotheke und eine KindertagesstÀtte.

Weblinks

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