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Letzte Änderung für Artikel Usseln: 15.02.2006 11:44

Usseln

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Wappen Karte
fehlt noch Deutschlandkarte, Position von Usseln hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk : Kassel
Landkreis : Waldeck-Frankenberg
Gemeinde : Willingen (Upland)
Geografische Lage :
Koordinaten: 51┬░ 17' N, 08┬░ 40' O
51┬░ 17' N, 08┬░ 40' O
H├Âhe : 600 m ├╝. NN
Einwohner : 2.106 (21. Mai 2004)
Postleitzahl : 34508
Vorwahl : 05632
Kfz-Kennzeichen : KB
Blick vom Kahlen P├Ân (774 m) auf Usseln

Usseln ist ein heilklimatischer Kur- und Wintersportort mit etwa 2.100 Einwohnern und geh├Ârt zur Gemeinde Willingen im hessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg .

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Usseln liegt in Nordhessen im Landkreis Waldeck-Frankenberg nur etwas ├Âstlich von Willingen (zwischen Dortmund und Kassel), an der B 251. In dieser Region treffen Hochsauerland, Rothaargebirge und Waldeckisches Upland aufeinander. Mit Bergen bis 843,3 m H├Âhe (Langenberg) geh├Ârt die Region zu den Hochlagen des Hochsauerlandes. Der Ort, der vom Oberlauf der Diemel durchflossen wird, liegt 600 m ├╝. NN .

Verkehrsanbindung

  • Stra├če: Usseln liegt direkt an der B 251 zwischen Korbach (Hessen) und Brilon (NRW)
  • Eisenbahn: Bahnanschluss hat Usseln ├╝ber die Strecke Korbach-Brilon-Wald

Ab 2000 war die Eisenbahnstrecke wegen Sicherheitsm├Ąngeln gesperrt und ist erst 2003 nach einer Renovierung wieder in Betrieb.

Geschichte

Fr├╝hzeit und Gr├╝ndung

Der Fund eines Faustkeiles in Usseln belegt, dass J├Ąger und Sammler bereits um 7000 v. Chr. durch das Upland zogen. Doch erst im 1. bis 5. Jh. n. Chr. begann eine Besiedelung, besonders gegen Ende der V├Âlkerwanderung um 375 n. Chr.durch Sachsen, Cherusker und Vossen .

Nach Ansicht von Fachleuten ist die erste Usselner Kirche bereits um 870 als Pfarrkirche des Bistums Paderborn gegr├╝ndet worden. Erstmals urkundlich erw├Ąhnt wird der Ort jedoch erst in einem gr├Ąflich-waldeckischen Lehensregister aus den Jahren 1332 bis 1348 , in dem die "Herren von Rhena" als Zehnten ausgewiesen werden. Usseln war zun├Ąchst nur ein Einzelanwesen, typisch f├╝r das Upland, das als lebensfeindliche Landschaft erst sp├Ąt besiedelt wurde.

Ab 1100 unterstand Usseln der Grafschaft (sp├Ąter F├╝rstentum) Waldeck. Um diese Zeit entstehen in der N├Ąhe von Usseln die drei kleinen Orte "Aestenfelde", "Otmarkusen" und "Wakenfeld". Aestenfelde und Otmarkusen hatten eine eigene Kirche. Alle drei Orte sind jedoch schon lange vor dem Drei├čigj├Ąhrigen Krieg aufgegeben worden. Sie wurden zur " W├╝stung ", die Ortsnamen bestehen als Flurnamen weiter.

Der wirtschaftliche Aufstieg Usselns

Im 14. Jahrhundert wurde die Usselner Kirche als Steinbau errichtet (dreischiffige Basilika), einige Teile (Chor und Teile vom Mittelschiff) sind noch vorhanden. Usseln wurde immer mehr kirchlicher und wirtschaftlicher Mittelpunkt des Uplandes und der weiteren Umgebung.

Aus diesem Grund wurde Usseln zu dieser Zeit Sitz eines Marktes und eines Freigerichts , zu dem 12 Orte geh├Ârten. Im Jahr 1367 sprach Graf Otto II. von seiner Grafschaft Usseln ("grapschapft to Uslon"). Im Jahr 1510 wird erstmals die Usselner Kirchenm├╝hle im Landregister erw├Ąhnt, auch wenn die M├╝hle schon viel l├Ąnger bestand. Die M├╝hle war bis 1903 verpachtet, dann wurde sie an die M├╝llersfamilie Wilke verkauft, die seit Jahrhunderten P├Ąchter war.

1537 wurde Usseln war dingpflichtig zum Gogericht Flechtdorf. F├╝nf Jahre sp├Ąter wurde die gesamte Dorfschaft Usseln zum Eisenberg gefordert (geladen) und verh├Ârt, weil unerlaubt Holz geschlagen worden sei. 1548 gab es eine Eingabe "der armen Underdanen des gantzen Kespel zu Usseln" an die Obrigkeit wegen der harten Lasten, geringen L├Âhnen und hohen Preisen.

Am 15. August 1549 war der "B├╝rensche Einfall" in Usseln. Wegen Grenzstreitigkeiten mit der Grafschaft D├╝dinghausen r├╝ckten die Herren von B├╝ren mit 100 Mann in Usseln ein und raubten viel Vieh (324 St├╝ck Rindvieh, 24 Pferde, 200 Schafe, 10 Ziegen), ein Teil wurde sp├Ąter zur├╝ckgegeben. Das anschlie├čende Verfahren vor dem Reichskammergericht dauerte sehr lange.

Um 1550 wurde mit der Errichtung einer Eisenh├╝tte im Stryck begonnen, 1562 wurde die Eisenh├╝tte auf dem Alten Hagen erbaut, auf der j├Ąhrlich 4000 bis 6000 Zentner Eisen gewonnen wurden. Durch das f├╝r die Eisengewinnung mit "Adorfer Eisenstein" und "Upl├Ąnder Holz ( Holzkohle )" ben├Âtigte Holz wurden im Laufe der Jahre die Laubw├Ąlder um Usseln abgeholzt, ohne dass im Rahmen einer geregelten Forstwirtschaft Neuanpflanzungen vorgenommen wurden. Die abgeholzten Fl├Ąchen wurden von der Heide erobert. Die Heide wurde dann jahrhundertelang abgehackt und als Streu f├╝r das Vieh verwendet. Sp├Ąter wurden auch Heidefl├Ąchen f├╝r die Landwirtschaft urbar gemacht.

"Zwischen Dittmarshausen und dem P├Ân, an der Diemel bei Usseln," wurde nach 1596 auch Silber gesch├╝rft, allm├Ąhlich entstand der Upl├Ąnder Wanderhandel, zun├Ąchst mit Kleineisenteilen, dann zunehmend mit Leinen .

Niedergang im Drei├čigj├Ąhrigen Krieges

W├Ąhrend des Drei├čigj├Ąhrigen Kriegs ( 1618 bis 1648 ) wurde der Ort mehrfach, unter anderem 1622 von bayerische Soldaten, gepl├╝ndert, von 69 H├Ąusern wurden 43 zerst├Ârt. Durch Pestepidemien und Hungersn├Âte sank die Zahl der Bewohner von Usseln um zwei Drittel und viele Felder lagen Brach. Der Ort erholte sich von diesem R├╝ckschlag nur sehr langsam.

Zudem brannten am 1. November 1642 in Usseln 14 H├Ąuser und die Kirche ab. Von den drei Kirchenglocken fielen zwei herunter und zerbrachen, eine zerschmolz. Man nahm damals an, dass das Feuer von Fremden gelegt worden sei, um die Dorfschaft wegen eines beabsichtigten Diebstahls oder eines ├ťberfalls abzulenken. Noch im Jahr 1650 konnte kein Gottesdienst in der Kirche abgehalten werden, weil das notd├╝rftig mit Stroh gedeckte Dach durch Regen und Schnee verfaulte. Ein neues Pfarrhaus wurde erst im Jahr 1710 gebaut.

Die Jahrhunderte dauernden Grenzstreitigkeiten zwischen dem F├╝rstentum Waldeck und Erzbistum K├Âln, dem das Bistum Paderborn bereits 1231 unterstellt wurde, wurden durch den "Usselschen Vergleich" vom 19./29.Juli 1664 beendet. Dabei verzichtete u.a. das Kloster Glindfeld auf seine Rechte am Alten Hagen.

Auch vom Siebenj├Ąhrigen Krieg wurde Usseln heimgesucht, als durch franz├Âsische, preu├čische und Englische Soldaten in den Jahren 1759 / 60 Ernten zerst├Ârt und Gewalttaten ausge├╝bt wurden.

Im Jahr 1844 kam es zu einem gro├čen Brand, dem 44 H├Ąuser, die H├Ąlfte des Ortes, zum Opfer fielen. Betroffen war der Ortsteil ├Âstlich (rechts) der Diemel. Danach wurde f├╝r den Wiederaufbau der zerst├Ârten H├Ąuser eine Art Bebauungsplan durch die F├╝rstliche Verwaltung aufgestellt. Die Feuersbrunst brachte in den sowieso sehr schlechten Zeiten weiter Not und Elend in das Dorf. In ganz Waldeck wurde "f├╝r die armen Abgebrannten in Usseln" gesammelt. In Korbach wurde sogar ein Feuerwerk zum "Besten der Abgebrannten von Usseln" veranstaltet.

Bei der Fr├╝hjahrsrevolution 1848 standen die Upl├Ąnder auf Seiten des F├╝rstenhauses. Am 19. April marschierte "ein gro├čer Haufen Upl├Ąnder unter F├╝hrung des Bergfactors Rock vom Herrnwiesenhammer" nach Arolsen, um sich der F├╝rstin zur Verf├╝gung zu stellen. Die "Streitmacht" war mit Dreschflegeln, gerade gerichteten Sensen und anderen "Waffen" ausger├╝stet. Sie wurden in Arolsen in der f├╝rstlichen Reitbahn einquartiert und verpflegt. Am n├Ąchsten Tag konnten sie ohne Kampfeinsatz wieder ins Upland ziehen. Pfarrer Steinmetz aus Usseln wurde im April in die verfassungsgebende Versammlung in Arolsen gew├Ąhlt.

Modernisierung

Um 1850 wurde die Verbindungsstra├če zwischen Korbach und Brilon als "Staatsstra├če" gebaut (sp├Ąter Reichsstra├če 251, jetzt Bundesstra├če 251). Durch diese Verbindung wird 1873 eine Posthalterei er├Âffnet, ab 1876 gibt es auch eine planm├Ą├čige "Personenpost."

Um 1875 l├Ąsst sich ein Arzt in Usseln nieder, im Jahr 1883 erhielt Usseln eine ├Âffentliche Fernsprechstelle. Es wurde eine Telefonverbindung mit Willingen geschaffen und 1898 er├Âffnet, die Sparkasse Korbach er├Âffnete in Usseln im Hause K├╝the-Hertigen eine Zweigstelle.

Nach jahrelanger Forderungen der Schulaufsicht baute die Gemeinde 1911 / 12 eine neue Schule (die jetzige Grundschule). In den folgenden Jahren erhielt Usseln eine zentrale Wasserversorgungsanlage und wurde ans Strom- und Eisenbahnnetz angeschlossen.

Zeit des Nationalsozialismus

Die "Ortsgruppe Usseln" der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) wurde 1928 gegr├╝ndet und erhielt bei der Reichswahl 1933 68,92% der Stimmen. Ein Jahr sp├Ąter baute die Gemeinde gegen├╝ber dem Sportplatz ein "Arbeitsdienstlager", das vom Reichsarbeitsdienst angemietet und mit ca. 250 M├Ąnnern belegt wurde. Vorher waren die Arbeitsdienstm├Ąnner vor├╝bergehend in der Sch├╝tzenhalle untergebracht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in den Baracken ca. 250 Heimatvertriebene und Fl├╝chtlinge untergebracht. Der letzte Teil des Lagers wurde 1969 abgebrochen.

Am 29. M├Ąrz 1945 r├╝ckten amerikanische Truppen von S├╝den kommend in Usseln ein. Kurz danach sprengten deutsche Soldaten die Stra├čenbr├╝cke ├╝ber die Eisenbahn auf der Breite. Sie wurde noch 1945 wieder aufgebaut, 2004 abgerissen und durch eine neue Br├╝cke ersetzt. Im zweiten Weltkrieg fielen an allen Fronten 61 Usselner bzw. blieben vermisst.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt der Fremdenverkehr eine wirtschaftliche Bedeutung f├╝r den Ort und wurde wichtigster Wirtschaftsfaktor.

Tourismus

Jahr G├Ąste├╝bernachtungen

1959 65.000
1971 115.000
1989 231.000
2000 220.000

Bereits im Jahr 1885 wurde der "Upl├Ąnder Gebirgsverein" gegr├╝ndet, dessen Aufgabe unter anderem die Erschlie├čung des Uplandes f├╝r den Fremdenverkehr war. Durch den Bau der Bahnline zwischen Korbach und Brilon 1917 und den Bau eines Schwimmbades an der Diemel waren die Voraussetzungen f├╝r Tourismus in Usseln gegeben. Der Usselner Verkehrsverein, der sich ebenfalls mit der F├Ârderung des Fremdenverkehrs befasste, wurde 1927 gegr├╝ndet.

Bereits w├Ąhrend der NS-Zeit wurde Usseln als " Luftkurort " anerkannt. Durch den Bau einer Skisprungschanze und eines zweiten Schwimmbads wurde 1939 unter Mithilfe des Usselner Reichsarbeitsdienstes der Beliebtheit Usselns als Erholungsziel weiter erh├Âht.

Bis heute wurde die Schanze mehrmals modernisiert und Skilifte wurden gebaut. 1976 wurde Usseln als " Heilklimatischer Kurort " anerkannt.

1982 entstand ein Ferienpark und ein "Dorferneuerungsprogramm" wurde aufgenommen. Zahlreiche kommunale und private Vorhaben wurden in den folgenden Jahren von Bund und Land finanziell gef├Ârdert, unter anderem die Umgestaltung der "Riepen Wiese" zum Freizeitpark mit Minigolfanlage im Jahr 1991 .

1984 wurde das "Fewotel Sauerland Treff" mit 358 Betten am Schneppelnberg er├Âffnet. Usseln wurde Bundessieger im Wettbewerb f├╝r besonders familienfreundliche Ferien.

1996/97 wurde die Ortsdurchfahrt der Bundesstra├če " zur├╝ckgebaut " und zur wesentlichen Versch├Ânerung des Ortsbildes umgestaltet. Auf dem Roth wurde eine beleuchtete Strecke f├╝r Langlauf und Biathlon eingeweiht. Die Anlage wurde 2000 durch einen Biathlon-Schie├čstand erweitert.

Sehensw├╝rdigkeiten

  • Heimatmuseum (Betreiber: Geschichts- und Heimatverein)
  • Milchmu(h)seum (Betreiber: Upl├Ąnder Bauernmolkerei)
  • Hochheidefl├Ąchen auf Osterkopf und Kahlem P├Ân
  • Naturschutzgebiete "Alter Hagen" und "J├Ągers Weinberg"
  • Altar aus dem Jahr 1693 des Barockbildhauers Josias Wolrat Br├╝tzel in der Kilianskirche
  • Die Quelle der Diemel zwischen Auf'm Knoll und Kahlen P├Ân

Bev├Âlkerungsentwicklung

Bev├Âlkerungsentwicklung
Volksz├Ąhlung
Jahr
Einwohner

1449 29 H├Ąuser
1541 34 H├Ąuser
1602 56 H├Ąuser
1620 69 H├Ąuser
300 bis 350 Ew.
1648 26 H├Ąuser
120 bis 150 Ew.
1725 350 - 400
1748 480
1760 450
1770 500
1818 519
1826 778
1846 683
1867 676
1885 728
1900 726
1921 883
1933 894
1941 1.081
1948 1.306
1955 1.138
1970 1.374
1987 1.432
2004 2.106

Die Geschichte Usselns und des gesamten Uplands war bis weit in die zweite H├Ąlfte des 19. Jahrhunderts durch eine gro├če Armut der Bewohner gepr├Ągt, da die Landwirtschaft als Erwerbsquelle aufgrund der H├Âhenlage, des steinigen Bodens, der schlechten Witterungsbedingungen, der harten Winter und weitere Umst├Ąnde sehr geringe Ernten abwarf. Wegen vielen Kinderkrankheiten , die damals nicht behandelt werden konnten, und dem sehr schlechten Ern├Ąhrungszustand war zudem die Kindersterblichkeit sehr hoch.

Die rauhe Natur spiegelte sich auch in der Sprache der Upl├Ąnder wieder: Die plattdeutsche Upl├Ąnder Sprache war derb und stark im Ausdruck.

Ab 1550 ,nach dem Beginn der Eisenindustrie, nahm die Bereitschaft im Upland anzusiedeln stark zu, auch wenn die Bev├Âlkerung durch Einzelereignisse wie Pestepidemien (1558), Hexenverbrennungen oder die Kribbel-Krankheit ( 1595 ) immer wieder deziniert wurde.

Im Drei├čigj├Ąhrigen Krieg wurde der Ort mehrfach gepl├╝ndert, es kam zu Hungersn├Âten und Krankheiten unter der geschw├Ąchten Bev├Âlkerung. Am Ende des Krieges waren in Usseln von 69 H├Ąusern 43 zerst├Ârt, die Bev├Âlkerung war von 300 bis 350 auf 120 bis 150 zur├╝ckgegangen. In den nachfolgenden Jahren war die Kindersterblichkeit sehr hoch, im Jahr 1660 lag das Durchschnittsalter der Verstorbenen bei etwa 18/19 Jahren.

Im 18. Jahrhundert kommt es erneut zu Epidemien im Dorf, unter anderem durch Rote Ruhr (1760, 1793/94), so dass die Einwohnerzahl nur langsam steigt. J├Ąhrlich starben etwa 30 der 450 bis 500 Menschen, zumeist Kinder.

Mehrfach gibt es Hungersn├Âte, weil der Winter zu fr├╝h einbricht oder der Sommer zu nass ist, so dass die Ernte nicht eingefahren werden kann. Im Fr├╝hjahr 1817 wurden die gepflanzten Kartoffeln aus der Erde gestohlen und gegessen. Viele Upl├Ąnder gingen betteln, um nicht zu verhungern. Erst durch den Beginn des Anbaues von Winterroggen ab ca. 1830 verbesserst sich die Ern├Ąhrungssituation.

Deutlich zunehmen konnte die Bev├Âlkerungszahl auch in den Folgejahren nicht, da Knechte, M├Ągde und Tagel├Âhner vermietet wurden, auch wenn die F├╝rstliche Waldeckische Regierung gegen "das ├ťberhandnehmen des Vermiethens ins Ausland" vorging, weil im F├╝rstentum Waldeck ein f├╝hlbarer Mangel an brauchbaren Personen zur Verrichtung des Gesindedienstes bestand. Auch der Brand von 1867 , bei dem das halbe Dorf zerst├Ârt wurde, trug dazu bei, dass die Bev├Âlkerung nicht weiter wuchs.

Erst mit technischen Neuerungen wie Strom und Wasser zu Beginn des 20. Jahrhunderts kletterte die Zahl der Einwohner auf ├╝ber 1000 vor dem Zweiten Weltkrieg. Durch die Aufnahme von Fl├╝chtlingen und Heimatvertriebenen erreichte der Ort nach dem Krieg sogar eine noch h├Âheren Zahl, die aber danach wieder abnahm.

Im Rahmen der kommunalen Neugliederung schloss sich 1970 die Gemeinde Hemmighausen an Usseln an. Ab 1. Januar 1972 schlossen sich Usseln, Eimelrod , Neerdar , B├Âmighausen und Welleringhausen zur neuen Gemeinde Upland zusammen, die zwei Jahre sp├Ąter mit Willingen durch ein hessisches Gesetz ab 1. Januar 1974 zur neuen Gemeinde "Willingen (Upland)" fusioniert wurde. Durch sp├Ąteren Beschluss der Gemeindevertretung wurde die Gemeindeverwaltung im Ortsteil Willingen eingerichtet.

Wichtige Personen

Iris Schulze nahm an den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck teil (5 und 10 km Langlauf in Seefeld). ├ťber 100 Usselner unterst├╝tzten sie bei den Wettk├Ąmpfen.

Karin J├Ąger-Br├╝gges nahm an den Langlaufwettk├Ąmpfen der Olympischen Winterspiele 1980 in Lake Placid , 1984 in Sarajevo und 1988 in Calgary teil.

Vereine

  • Der erste Verein wurde 1877 mit dem "Kriegerverein Usseln" gegr├╝ndet (1919 Umbenennung in "Sch├╝tzenverein", 1947 Umbenennung in "B├╝rgerverein", dann wieder in "Sch├╝tzenverein", 1973 Umbenennung in "Sch├╝tzengesellschaft Usseln" in Ankn├╝pfung an die mittelalterliche Usselner Sch├╝tzengesellschaft.
  • 1879 wurde die " Freiwillige Feuerwehr Usseln" gegr├╝ndet.
  • 1883 wurde der M├Ąnnergesangverein "Eintracht" aus der Taufe gehoben.
  • 1885 wurde der "Usselner Frauenverein" gegr├╝ndet.
  • Im gleichen Jahr nahm der "Upl├Ąnder Gebirgsverein" seine Arbeit auf.
  • Um 1930 bestand in Usseln ein Ziegenzuchtverein mit 130 Ziegen. Die Gemeinde hielt einen gemeindlichen Ziegenbock.
  • 1913 schlossen sich 30 Mitglieder zum "Fu├čballspielclub" zusammen. Als Sportplatz diente das Marktgel├Ąnde. Im gleichen Jahr wurde dem Verein eine "Wintersportabteilung" angegliedert.
  • Der Turn-Verein Usseln wurde 1920 gegr├╝ndet, ebenso ein "Dramatischer Verein", der das Laienspiel f├Ârderte, aber nur wenige Jahre bestand. Der Turn-Verein und der Sportverein schlossen sich 1932 unter dem Namen "Verein f├╝r Leibes├╝bungen Usseln" zusammen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der 1946 Verein mit dem Namen "Turn- und Sportverein Usseln" und der Abteilung "Skiclub Usseln" neu gegr├╝ndet.
  • Die Kapelle des "Musikvereins Usseln" spielte ab 1925 auf Festen in Usseln und den Nachbarorten. Der Verein kam in der NS-Zeit zum Erliegen.
  • 1935 wurde auch der "Wintersportverein Usseln" gegr├╝ndet.
  • 1989 wurde der "Usselner Geschichts- und Heimatverein e.V." gegr├╝ndet.
  • Der Ort veranstaltete unter Federf├╝hrung der ├Ârtlichen Vereine 1988 eine "650-Jahrfeier" mit Festakt und zweit├Ągigem historischem Stra├čenfest.

Weblinks

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