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Letzte Änderung für Artikel Hessisch Lichtenau: 17.02.2006 22:21

Hessisch Lichtenau

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Deutschlandkarte, Position von Hessisch Lichtenau hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk : Kassel
Landkreis : Werra-Mei├čner-Kreis
Geografische Lage :
Koordinaten: 51┬░ 12' N, 9┬░ 43' O
51┬░ 12' N, 9┬░ 43' O
H├Âhe : 387 m ├╝. NN
Fl├Ąche : 105,87 km┬▓
Einwohner : 13.290 (31. Dezember 2004)
Bev├Âlkerungsdichte : 126 Einwohner je km┬▓
Postleitzahlen : 37230ÔÇô37235 (alt: 3436)
Vorwahl : 05602
Kfz-Kennzeichen : ESW
Gemeindeschl├╝ssel : 06 6 36 006
Stadtgliederung: 12 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Landgrafenstra├če 52
37235 Hessisch Lichtenau
Website: www.hessisch-lichtenau.de
E-Mail-Adresse: info@hessisch-lichtenau.de
Politik
B├╝rgermeister : J├╝rgen Herwig ( SPD )

Hessisch Lichtenau ist eine Kleinstadt im ├Âstlichen Nord-Hessen, Deutschland .

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Lage

Hessisch Lichtenau liegt im Werra-Mei├čner-Kreis s├╝d├Âstlich von Kassel zwischen dem Kaufunger Wald im Norden, dem wuchtigen Hohen Mei├čner (753,6 m ├╝. NN ) im Osten, dem St├Âlzinger Gebirge mit dem Eisberg (583 m) im S├╝dosten und dem S├Âhrewald ("S├Âhre") im S├╝den. Die zentrale Kernstadt liegt an der Losse.

Nachbargemeinden

Stadtgliederung

  • Friedrichsbr├╝ck
  • F├╝rstenhagen
  • Hausen
  • Hollstein
  • Hopfelde
  • K├╝chen
  • Quentel
  • Reichenbach
  • Retterode
  • Velmeden
  • Walburg
  • Wickersrode

Geschichte

Stadt "zur lichten Aue" wurde sie genannt, als vor 700 Jahren die Menschen aus den sechs vorhandenen, aber verstreuten Ansiedlungen auf Gehei├č ihres Landesherrn an die Erbauung einer sicheren Zuflucht gingen.

Zwischen 1283 und 1289, so berichtet die Chronik, legte Landgraf Heinrich I. von Hessen ÔÇô Hessen war 1247 durch Trennung von der Landgrafschaft Th├╝ringen entstanden ÔÇô am Schnittpunkt der alten Handelsstra├čen, der "Leipziger Stra├če", die Th├╝ringen und Hessen verband, und der "S├Ąlzerstra├če", auf der das lebenswichtige Salz von Sooden in den S├╝den gebracht wurde, den befestigten Platz an, der neben dem Schutz dieser Stra├čen auch den Zugang zur Landeshauptstadt Kassel sichern und die Grenzfestung Reichenbach entlasten sollte.

Die Stadt wurde erstmals am 25. M├Ąrz 1289 urkundlich als "neue Stadt" erw├Ąhnt. Ihr waren von vornherein Stadtrechte verliehen; ebenso oblag ihr die Gerichtsbarkeit.

Innerhalb der heutigen Stadtgemarkung lagen einst sechs Ansiedlungen: Vortriden, Siegershausen, Kamphis, Herzelshagen, H├Ânrode und Boppenhagen. Hauptort war Vortriden. Das einstige Pfarrdorf geh├Ârte zu den ├Ąltesten des ganzen Amtes und lag etwa 500 m n├Ârdlich der Stadt (vom alten Stadtkern aus gesehen). Um das 8. bis 9. Jahrhundert gedenken die Fuldaer Zinsregister seiner unter dem Namen "Borantriden". Das Gebiet war also schon fr├╝h besiedelt.

Nach der Erbauung der Stadt wurden die Orte von ihren Bewohnern verlassen und ver├Âdeten. An sie erinnern heute nur noch die Flurnamen.

Bei der Erbauung der Stadt stand die Sicherheit und der Schutz im Vordergrund. Die Befestigung erstreckte sich zun├Ąchst auf Graben und Wall. Sehr bald wurde der Bau von Mauern und T├╝rmen begonnen. Die zum Teil erhaltene Ringmauer mit zwei alten Befestigungst├╝rmen ÔÇô am Obertor und an der Westseite ÔÇô erinnern an fr├╝here Wehrhaftigkeit.

Unter dem Schutz der Mauern wuchsen die Wohnst├Ątten rasch empor. Die Geb├Ąude wurden in Fachwerk errichtet, der Raum aufs ├Ąu├čerste ausgenutzt. Das Stra├čennetz war einfach gestaltet. Es umfa├čte nur zwei Hauptstra├čen. die Mittelstra├če, die die beiden Tore (Obertor und Untertor) in gekr├╝mmter Linie verband, und eine Ringstra├če. Die planm├Ą├čige Anlage der Stadt ist heute noch in aller Deutlichkeit zu erkennen.

Mannigfaltig waren die Geschicke der Stadt im Lauf der Jahrhunderte. Oft wurde sie von Kriegsl├Ąrm umtobt. Im Drei├čigj├Ąhrigen Krieg, am Osterdienstag, dem 11. April 1637, eroberten Kroaten die Stadt und z├╝ndeten sie an allen Ecken an. 84 Wohnh├Ąuser samt Rathaus und alle ├Âffentlichen und kirchlichen Geb├Ąude wurden ein Raub der Flammen. Weitere Leiden brachte der Siebenj├Ąhrige Krieg (1756 ÔÇô 1763) und die Franzosenzeit (1806 ÔÇô 1813). Bei Gro├čbr├Ąnden wurden zahlreiche H├Ąuser zerst├Ârt. 1521 (der gr├Â├čte Teil der Stadt), 1523 (36 H├Ąuser), 1875 (52 Geb├Ąude) 1886 (Kirche und 54 Geb├Ąude) und 1929.

Von dem alten Stadtbild ist daher recht wenig erhalten geblieben. Besondere Erw├Ąhnung verdienen in der Landgrafenstra├če die sch├Âne gotische, aus dem 14. Jahrhundert stammende Pfarrkirche und das Rathaus mit dem st├Ądtischen Wahrzeichen am Giebel - dem L├Âwen und der Laterne - (1656), an der Friedrichsbr├╝cker Stra├če die Marienkapelle (1370 ÔÇô 1410, 1889 ausgebessert, 1981 erneut renoviert) und in der Burgstra├če der Junkerhof, der einstige Burgsitz der Herren von Meisenbug.

Bevor wir diese Abhandlung beenden, sei noch eines Mannes gedacht: des Kanzlers Johannes Feige, 1482 in Lichtenau geboren, gestorben am 20. M├Ąrz 1543 in Kassel. Kanzler Feige war ma├čgeblich in der Einf├╝hrung der Reformation in Hessen durch Landgraf Philipp I. den Gro├čm├╝tigen und an der Errichtung der Universit├Ąt Marburg, deren 1. Kurator er war, beteiligt.

Im Oktober 1866 wurde das Kurf├╝rstentum Hessen preu├čische Provinz und Lichtenau eine preu├čische Stadt.

Der Name der Stadt hat im Lauf der Zeit mehrfache Wandlungen erfahren: z.B. Lichtenowe (1289), Leuchtenau (1639 ÔÇô 1689) und Lichtenau (ab 1690). 1889 erhielt die Stadt durch Dekret der K├Âniglichen Regierung zu Cassel (3. August) den Namen Hessisch Lichtenau. Damit wurde den st├Ąndigen Verwechslungen mit den ├╝brigen elf gleichnamigen Orten Lichtenau begegnet.

Haupterwerbsquelle war trotz des rauhen Klimas jahrhundertelang die Landwirtschaft. Besondere Vorrechte, wie M├Ąrkte und das Monopol f├╝r Handwerksbetriebe in den Gerichten Lichtenau und Reichenbach, und Gewerbeflei├č f├╝hrten zu einigem Wohlstand. Bedeutend war die Leinenweberei, die schon im 16. Jahrhundert nachweisbar ist, im 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts (um 1858: 51 Leineweber). Es gab zwei Handelsh├Ąuser, die Leinen vorwiegend nach Westindien ausf├╝hrten. Die im 19. Jahrhundert einsetzende Industrialisierung brachte die einst so bedeutsamen Erwerbszweige zum Erliegen. Die Maschine verdr├Ąngte die Handweberei. Ersatz bot sich durch den 1862 einsetzenden Braunkohlenbergbau (eingestellt 1967/68 Tiefbau/Tagebau) und eine Zigarrenfabrik (1868 bis 1933).

Mit dem Bau der Kassel ÔÇô Waldkappeler Eisenbahn (1879) nahm eine weitere Entwicklungsphase ihren Anfang. Im Zug der Streckenstillegungen wurde auf dieser Strecke der Personennahverkehr von der Schiene auf die Stra├če verlegt (ab 1. Juni 1985). In der zweiten H├Ąlfte des 19. Jahrhunderts setzte die Baut├Ątigkeit au├čerhalb des alten Stadtkerns ein. Der entscheidende wirtschaftliche Aufschwung kam mit der Errichtung der Schwerweberei Fr├Âhlich & Wolff (1907).
Arbeiterhaus an der Richard-Wolff-Str.in Hessisch Lichtenau
Arbeiterhaus an der Richard-Wolff-Str.in Hessisch Lichtenau

In den Jahren 1936 bis 1938 wurde in ├Âstlicher Richtung, auf dem jetzigen Kasernengel├Ąnde, ein Flugplatz als Au├čenlandeplatz des Fliegerhorstes Rothwesten angelegt und im Waldgebiet Hirschhagen eine gro├če R├╝stungsfabrik (Sprengstoff), die Gleisanschlu├č an die Bahnlinie Walburg - Gro├čalmerode erhielt, errichtet.

Im Zuge der letztgenannten Ma├čnahme wurden gro├če Lager erstellt. Barackenlager: Vereinshaus (das heutige Gel├Ąnde der Schule Heinrichstra├če), Teichhof (Gel├Ąnde der Orthop├Ądischen Klinik), Falkenhorst (heute Siedlung F├Âhren). Feste Unterk├╝nfte wurden geschaffen im Lager Herzog (jetzt Siedlung West) und Lager Waldhof, das nunmehr zu Eschenstruth geh├Ârt und 1950 aus dem Stadtgebiet ausgemeindet wurde.

Die Erweiterung des Baugebietes der Stadt ging mit dieser Entwicklung einher. Im Jahr 1905 wurden 207, 1945 518, 1961 831 und 1978 1584 Geb├Ąude gez├Ąhlt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939 ÔÇô 1945) setzte durch die Alliierten die Demontage im Werk Hirschhagen ein. Die Fabrikationsst├Ątten wurden gr├Â├čtenteils gesprengt. Es sah nicht danach aus, dass dort jemals wieder neues Leben aus dem chaotischen Tr├╝mmerfeld erwachsen w├╝rde. Bald aber regte sich der Unternehmergeist und es entstanden die ersten kleineren Betriebe, denen gr├Â├čere folgen sollten.

340 Evakuierte und 1450 Heimatvertriebene fanden in den Kriegs- und Nachkriegsjahren in der Stadt eine neue Heimat. Auf vielen Gebieten herrschte ein ungeheurer Nachholbedarf.

Die im Jahr 1895/96 erbaute Schule in der Landgrafenstra├če reichte schon lange nicht mehr aus. In mehreren Bauabschnitten -1950, 1955, 1956, 1958 und 1964 ÔÇô entstand zwischen Heinrich- und Hopfelder Stra├če eine moderne Schulanlage mit Turnhalle. 1960 konnte die Freiherr-vom-Stein-Schule (Gymnasium), 1946 als Privates Realgymnasium gegr├╝ndet, den Neubau an der Bergstra├če beziehen, dem 1965 die Spiel- und Sporthalle und in den Jahren 1971 und 1978 weitere Bauten f├╝r die Gesamtschule folgten. Der Aufbau der Orthop├Ądischen Klinik und des Rehabilitationszentrums "Lichtenau" begann 1949 auf dem Gel├Ąnde des Lagers Teichhof. Die Klinik hat sich im Lauf der Jahre zur heutigen Gr├Â├če und Bedeutung entwickelt. Die Bundesrepublik Deutschland errichtete in den Jahren 1960 bis 1962 auf dem ehemaligen Flugplatzgel├Ąnde eine Garnison f├╝r die Bundeswehr. Mit dem Einzug der Truppen im November 1962 wurde Hessisch Lichtenau Garnisonsstadt.

Um einen Mittelpunkt im kulturellen und gesellschaftlichen Leben zu schaffen, wurde das B├╝rgerhaus errichtet, das 1968 seiner Bestimmung ├╝bergeben werden konnte. Die Gesamtheit aller Ma├čnahmen in den zur├╝ckliegenden 35 Jahren, zu denen noch weitere gro├če Projekte wie der Bau der Kl├Ąranlage (1968), die Neuordnung der Kanalisation (1967 ÔÇô 1970) und der Wasserversorgung, der Bau von Kinderg├Ąrten (1971 und 1973), und des Hallenbades (1975), die F├Ârderung des Wohnungsbaues und der Industrieansiedlung und vieles andere mehr geh├Âren, trug zur Verbesserung der Infrastruktur bei.

Ihre Aufgeschlossenheit stellte die Stadt weiter unter Beweis, als sie im Jahr 1971 einen Beitrag zur europ├Ąischen V├Âlkerverst├Ąndigung leistete und eine Partnerschaft mit der belgischen Gemeinde Dessel einging.

Eine wesentliche Erweiterung kam mit der Anfang der siebziger Jahre eingeleiteten Gebietsreform, die sich etappenweise ÔÇô 1971, 1972 und 1974 vollzog.

Kultur und Sehensw├╝rdigkeiten

Bauwerke

Im Ortsteil F├╝rstenhagen: Geb├Ąudekomplex der Jerome Henri Lenoir Stiftung (ehemalige Waisenh├Ąuser ), Pestalozzi-Denkmal, Mausoleum der Familie Lenoir, malerisch auf einem H├╝gel an einem Teich gelegen (Architekt: Julius Eubell; erbaut 1903); 1893 gestiftet von George Andr├ę Lenoir (1825 - 1909), Sohn von J. H. Lenoir. Auch der benachbarte landwirtschaftliche Betrieb Teichhof geh├Ârte urspr├╝nglich zur Lenoir-Stiftung.

Nur etwas westlich vom Ortsteil Reichenbach befindet sich die Burgruine Reichenbach auf einem 522 m hohen Berg.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Stra├čenbahn (Regiotram) Linie nach Kassel (er├Âffnet am 28. Januar 2006)

Pers├Ânlichkeiten

S├Âhne und T├Âchter der Stadt

  • Gr├╝nder der Schwerweberei Fr├Âhlich und Wolff: Richard Wolff und Salomon Fr├Âhlich
  • Maler Schwalm: Konrad Schwalm Landschaftsmaler und Zeichner, Besitzer des Malerwinkels Schwalm (Verst. 2003)
  • Gr├╝nder der M├Âbelfabrik und des M├Âbelhauses Rosenblath: Erich Rosenblath
  • Heinrich Sch├Ąfer (├ägyptologe)

Aktuell

Weblinks

Informationen aus der Umgebung

Weitere Artikel aus der Umgebung

Wikipedia

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