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Letzte Änderung für Artikel Friesack: 09.02.2006 11:46

Friesack

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Wappen Karte
Friesacker Wappen Deutschlandkarte, Position von Friesack hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis  : Havelland
Geografische Lage :
Koordinaten: 52° 44' N, 12° 35' O
52° 44' N, 12° 35' O
Höhe : 37 m ĂŒ. NN
FlĂ€che : 83,67 kmÂČ
Einwohner : 2.818 (30. Juni 2005)
Bevölkerungsdichte : 34 Einwohner je kmÂČ
Postleitzahl : 14662
Vorwahl : 033235
Kfz-Kennzeichen : HVL
GemeindeschlĂŒssel : 12 0 63 088
Stadtgliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Marktstraße 22
14662 Friesack
Website: www.amt-friesack.de
BĂŒrgermeister : Peter Behrendt ( FDP )
Friesacker Umgebung
Friesacker Umgebung
Alter Rhin am Ende der Burggasse in Friesack
Alter Rhin am Ende der Burggasse in Friesack

Friesack ist eine Kleinstadt im Landkreis Havelland in Brandenburg. Die Umgebung ist, abgesehen von der Felderwirtschaft, wasserreich, sumpfig und waldreich. Aufgrund der fĂŒr diese Gegend, allerdings heute nicht mehr vorhandenen, mĂ€chtigen Burg, hatte dieser Ort im Mittelalter eine grĂ¶ĂŸere Bedeutung. Heute ist die Stadt ein lokales Zentrum fĂŒr diverse (Aus)bildungsangebote.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Friesack ist eine Stadt im Landkreis Havelland, Kreis Westhavelland, in Brandenburg und Verwaltungssitz des Amtes Friesack. Sie liegt am Alten Rhin, zwischen dem Rhinkanal und dem havellÀndischen Hauptkanal, ca. 60 km westlich von Berlin in Richtung Hamburg an der B 5. Friesack liegt im Zentrum der StÀdte Rathenow, Nauen, Kyritz und Neuruppin.

Stadtgliederung

Ortsteile:

  • Briesen
  • Wutzetz
  • Zootzen
  • Fliederhorst

Politik

Stadtrat

Der Rat der Stadt besteht aus 16 Ratsfrauen und Ratsherren.

  • CDU 4 Sitze
  • SPD 5 Sitze
  • FDP 2 Sitze
  • Bauern 3 Sitze
  • PDS 2 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 26. Oktober 2003 )

Friesacker Bevölkerungsentwicklung
Friesacker Bevölkerungsentwicklung

StÀdtepartnerschaften

  • Parchowo (Polen)
  • Mosedis (Litauen)

Geschichte und Entwicklung

Sage

Der Teufel hat einmal Musterung auf der Erde gehalten, und alle die Edelleute, die nicht mehr gut thun wollten, in einen großen Sack gesteckt, den auf den RĂŒcken gethan und ist lustig damit zur Hölle geflogen. Wie er nun ĂŒber der Stadt Friesack ist, so streift der Sack etwas hart an der Spitze des Kirchthurms, so daß ein Loch hineinreißt, und eine ganze Gesellschaft von Edelleuten, wohl ein Viertheil der Bewohner des Sacks, ohne daß der Teufel es gemerkt hĂ€tte, herausfallen. Das sind aber die Herren von Bredow gewesen, die nun nicht wenig froh waren, den Krallen des Teufels fĂŒr diesmal entkommen zu sein. Zum Andenken nannten sie nun die Stadt, wo der Sack das Loch bekommen und sie befreit hatte, Frie-Sack, und von hier haben sie sich dann ĂŒber das ganze Havelland verbreitet, wo bekanntlich eine große Menge von RittergĂŒtern in ihrem Besitz sind. Die Namen derselben haben sie ihnen ebenfalls gegeben, und zwar meist nach der Richtung des Weges, den sie nahmen; der Ă€lteste der BrĂŒder nĂ€mlich, der in Friesack blieb, sagte zum zweiten: Â»gĂ„ beß (besser) hin«, da nannte der den Ort, wo er sich niederließ, Beßhin, woraus nachher Peßin wurde; ein dritter ging von Friesack, das am Rande des mĂ€chtigen havellĂ€ndischen Luchs liegt, Land einwĂ€rts, darum nannte er seine Ansiedlung Â»Land in« oder Landin; ein vierter ging denselben Weg entlang wie der zweite, und baute Selbelang; ein fĂŒnfter ging von dort aus rechts zu (rechts too) und baute Retzow, ein sechster endlich nannte sein Dorf nach seinen eigenen Namen Bredow. [Zitiert aus Kuhn: MĂ€rkische Sagen und MĂ€rchen.]

Erste Zeugnisse

1327 wird der Ort, unter der Regierung des bayrischen Markgrafen Ludwig der Ältere, erstmalig als Stadt erwĂ€hnt. Die Besiedlung des LĂ€ndchens Friesack geht bis in die mittlere Steinzeit, 800 bis 3500 Jahre vor unserer Zeitrechnung zurĂŒck. ArchĂ€ologische Ausgrabungen am oberen Rhin, die vom Museum fĂŒr Ur- und FrĂŒhgeschichte Potsdam-Babelsberg ab 1980 durchgefĂŒhrt wurden, belegen, dass sich zu dieser Zeit Fischer und JĂ€ger ansiedelten.

International bekannt ist Friesack durch einen mesolithischen Fundort, der zahlreiche ausgezeichnet erhaltene organische GegenstĂ€nde, wie Rindentaschen und GeweihgerĂ€te lieferte und den vielleicht Ă€ltesten Brunnen Deutschlands aufweist. Er wurde durch Bernhard Gramsch vom Brandenburgischen Landesamt fĂŒr Denkmalpflege ausgegraben.

Auf dem Marktplatz wurden Bohlenwege mit eingebauten AbflussgrÀben freigelegt, die auf das Jahr 1228 datiert werden konnten. Erst die EntwÀsserung des Rhinluches im 18. Jahrhundert erlaubte die regulÀre Pflasterung des Marktplatzes.

Urkundlich erwĂ€hnt wird der Ort und die Burg zum ersten Mal am 28. Dezember 1216, vom Bischof Siegfried von Brandenburg, in Ziesar. Die Schreibweise des Namens verĂ€nderte sich im Laufe der Zeit: Vrisac, Vrysak, Friack, Freysak u.a. In weiteren Urkunden von 1256 und 1259 erscheinen des öfteren die Edlen Ricardus und sein Sohn Heinrich. Sie hatten das Recht MĂŒnzen zu schlagen. Eine MĂŒnze aus dieser Zeit wird im Dresdener MĂŒnzkabinett aufbewahrt. Weitere archĂ€ologische Funde wĂ€ren bei Ausgrabungen auf dem Burgberg zu erwarten.

Die Burg

Aus dem havellĂ€ndischen Luch und dem Rhinluch erhoben sich fĂŒnf Plateaus, die vor allem im FrĂŒhjahr Inseln glichen. Es handelte sich um den Glin, LĂ€ndchen Bellin, dem Nusswinkel, LĂ€ndchen Rhinow und LĂ€ndchen Friesack. Mit anderthalb Quadratmeilen war das LĂ€ndchen Friesack, nach dem Glin, die zweitgrĂ¶ĂŸte Insel. Die Burg soll schon existiert haben, als Albrecht der BĂ€r 1150 in die Mark kam und das durch lange Kriege entvölkerte sowie eroberte Land in Besitz nahm. Albrecht lies nun von friesischen und hollĂ€ndischen Deich- und Wasserbauer einen Damm durch die SĂŒmpfe der Rhin- und havellĂ€ndischen Luche bauen. Der Anfang der Verkehrsstraße bildete das LĂ€ndchen Friesack, welche mit dem LĂ€ndchen Bellin und spĂ€ter dann mit der Grafschaft Ruppin verbunden wurde. Die Burg am Anfang der Verkehrsstraße wurde zu einer mĂ€chtigen Wasserburg aus Stein ausgebaut, wobei das damals wilde Wasser des Rhins, durch Kanalisation, um drei Seiten der Burg herum gezwungen wurde. Sie war eine der acht Landesfestungen.

Eine mögliche Variante zur Entstehung des Namens Friesack basiert nun auf der Annahme, dass aufgrund der friesischen Erbauer, die niederdeutsche Bezeichnung fĂŒr Wasser (ack) mit der Bezeichnung „Friesen“ verbunden wurde. Aber es gibt auch noch andere einleuchtende ErklĂ€rungen dafĂŒr.

Die Burg wurde einer deutschen oder weiterhin der ansĂ€ssigen wendischen Familie zum Lehen gegeben. Dies lĂ€sst sich heute nicht mehr mit Bestimmtheit sagen. Diese Familie „von Friesack“ starb gegen Ende des 13. Jahrhunderts aus, so dass der Besitz wieder der askanischen Landesherrschaft zuviel. Aber auch das askanische Haus erlosch 1320.

Der nun regierende Markgraf Ludwig der Ältere schuldete den Bredows, eine seit 1250 in der nauener Gegend lebenden Familie, nach heutigem Geldwert ungefĂ€hr 300.000 Euro. Diese Schuld tilgte er 1335, indem er die Bredows mit Burg, StĂ€dtchen und LĂ€ndchen Friesack, sowie mit dem Zootzen belehnte. 1399 eroberte Markgraf Jobst von MĂ€hren die Burg, da die Bredows fĂŒr den Erzbischof von Magdeburg, ein Gegner des KurfĂŒrsten, Partei ergriffen hatten. 1409 erwarb Dietrich von Quitzow die Burg, wodurch der Ort grĂ¶ĂŸere Bedeutung erlangte. Allerdings keine rĂŒhmliche, denn die GebrĂŒder Dietrich von Quitzow auf Friesack und Hans von Quitzow auf Plaue (in Brandenburg), mit einer aus der cremmener Linie stammende Bredow verheiratet, lagen in ewigen Fehden gegen die benachbarten StĂ€dte und Dörfer. Bis Berlin gingen die BeutezĂŒge.

Um dem Raubrittertum in der Mark ein Ende zu setzen, wurde der Burggraf Friedrich VI von Hohenzollern aus NĂŒrnberg als Landeshauptmann eingesetzt. Im Februar 1414 eroberte er die Burg Friesack. Dabei kam eine große Kanone (DonnerbĂŒchse) zum Einsatz, die 150 kg schwere Steine verschoss. Aufgrund ihres großen Gewichts und den Umstand, dass sie nur 3 Schuss an einem Tag abgeben konnte, nannte man sie „Faule Grete“.

Als Belohnung fĂŒr die Niederwerfung der Raubritter in der Gegend wurde Friedrich mit der Mark Brandenburg belehnt und somit als Friedrich I. der erste Hohenzollern dieser Mark. Ernst von Wildenbruch verarbeitete diese Handlung 1888 zu dem Schauspiel „Die Quitzows“. Nach der Quitzow-Zeit gingen die Burg, Stadt und das LĂ€ndchen wieder in den Besitz der Familie von Bredow ĂŒber, welche es schlussendlich fĂŒr geratener hielten zum Markgrafen zu halten. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wohnten zwölf selbstĂ€ndige Familienmitglieder der Bredows dort. Durch die vielen Erbteilungen entstanden dabei immer kompliziertere VerhĂ€ltnisse. Die Bredows bewohnten das BurggelĂ€nde bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Bis 1808 war Friesack dabei der Grundherrschaft unterworfen. Die Burg ist im Laufe der Zeit mehrfach abgebrannt und wieder aufgebaut worden. Heute existiert sie nicht mehr.

Aufgrund der starken Verbreitung der Bredows entstand die oben genannte Anekdote, welche je nach Bedarf noch weiter ausgebaut wurde.

Religion

1538-1539, als die Hohenzollern zur lutherischen-evangelischen Lehre ĂŒbertrat, wurde auch Friesack und das ganze Land evangelisch.

Feuerprobleme

Thiemannstraße Richtung Stadtzentrum, 2005
Thiemannstraße Richtung Stadtzentrum, 2005

FeuersbrĂŒnste, der „rote Hahn“, wĂŒteten des öfteren in Friesack. 1616 erhielt der Ort als dessen Folge umfangreiche Statuten , welche den BĂŒrgern Verhaltensmaßregeln zur Brandvermeidung auferlegten. Diese findet man heute im Friesacker Heimatmuseum. Trotzdem wurde 1619 die Stadt und die zwischen 1560 und 1588 neu errichtete Burg durch einen Brand fast völlig zerstört.

In der ersten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts war es wegen der Brandgefahr verboten im Ort Scheunen zu bauen. Als dessen Folge entstand die Scheunenstraße, die heutige Thiemannstraße. Es brannte aber immer wieder. GrĂ¶ĂŸere Feuer wĂŒteten 1800, 1825, 1841 und 1945.

Aufgrund des Brandes von 1841, auch auf dem BurggelĂ€nde, verlegten die Bredows ihr Herrenhaus an die Straße nach Klessen. Dieses Haus brannte 1948, als Folge von Brandstiftung, möglicherweise zur Vertuschung eines Einbruchs, ab. Mit dem Haus wurden viele historischen GegenstĂ€nde des ausgelagerten historischen Museums zerstört. Der zweite Weltkrieg zerstörte neben der Kirche und einigen wenigen GebĂ€ude zunĂ€chst nur wenig. Erst durch Brandlegung der Besatzer wurde etwas ein Drittel der Stadt vernichtet. Noch heute finden sich daher, z.B. in der Berliner Straße, einige BaulĂŒcken.

Kriege, Könige und Kaiser

WĂ€hrend des 30jĂ€hrigen Krieges hatte auch Friesack stark zu leiden. 1635 wurde der Ort tagelang geplĂŒndert. 1638 belagerten die Schweden die Burg, die von den Kaiserlichen unter General Gallas verteidigt wurde, aber nach dem Ausgehen der Verpflegung ĂŒbergeben werden musste.

Denkmaleinweihung 1899 zu Ehren Friedrich Karl von Preußen am Krankenhausberg - Bild 1
Denkmaleinweihung 1899 zu Ehren Friedrich Karl von Preußen am Krankenhausberg - Bild 1
Denkmaleinweihung 1899 zu Ehren Friedrich Karl von Preußen am Krankenhausberg - Bild 1
Denkmaleinweihung 1899 zu Ehren Friedrich Karl von Preußen am Krankenhausberg - Bild 1
Denkmal des KurfĂŒrsten Friedrich I. im Hohenzollern-Park, ca. 1900. Der Platz ist heute wesentlich verwilderter und verwachsener, als auf dem dargestellten Bild.
Denkmal des KurfĂŒrsten Friedrich I. im Hohenzollern-Park, ca. 1900. Der Platz ist heute wesentlich verwilderter und verwachsener, als auf dem dargestellten Bild.

Große Bedeutung hatte dann wieder die Bestrebungen von Friedrich Wilhelm I. und Friedrich den Großen im 18. Jahrhundert zur Urbarmachung und Kolonisation des Havellandes und des Rhinluches. In dieser Zeit wurde der Rhinkanal und der HavellĂ€ndische Hauptkanal gebaut. Von 1807 bis 1808 wurden in der Stadt, als Folge der Napoleonischen Kriege , französische Soldaten einquartiert , wofĂŒr die Einwohner Pferde und Wagen abgeben sowie Proviant zur VerfĂŒgungen stellen mussten.

Durch den Bau der Straße Berlin – Hamburg im Jahre 1829, im Groben die heutige B5, erlebte Friesack einen wirtschaftlichen Aufschwung, welcher jedoch durch den Eisenbahnbau 1846 wieder zurĂŒckging.

Weit besser erging es Friesack dann wieder von 1860 bis 1886 als Garnisonsstadt. Die Zieten - Husaren machten ihre ReitĂŒbungen an den steilen HĂ€ngen der jetzigen FreilichtbĂŒhne. 1885 hatte der Prinz und Feldmarschall Friedrich Karl von Preußen eine Parade abgenommen. Ihm zu Ehren wurde dort 1899 ein Denkmal eingeweiht.

Am 13. Oktober 1894 weihte Kaiser Wilhelm II. das Denkmal fĂŒr den KurfĂŒrsten Friedrich I., dem Bezwinger der Quitzow-Burg, feierlich ein. Die drei Meter hohe bronzene Statue wurde wĂ€hrend des 2. Weltkrieges heruntergenommen und sollte zu Kriegszwecken eingeschmolzen werden. Dies geschah nicht mehr, sie wurde aber in der DDR-Zeit zur Produktion von Kleinersatzteilen fĂŒr Landmaschinen verwendet. 2002 wurde eine Nachbildung aufgestellt.

Handwerk

Ein besonderer Erwerbszweig war die Torfgewinnung und das Holzpantinengewerk . Weiterhin existierte natĂŒrlich die Landwirtschaft, das generelle Handwerk fĂŒr GegenstĂ€nde des tĂ€glichen Bedarfs und ein gewisses Maß an dienstleistendem Gewerbe. So wurden 1939 14 Gastwirtschaften, 15 Lebensmittel- und GemischtwarengeschĂ€fte, 8 BĂ€ckereien, 5 Fleischereien, 3 Schmiede, 4 Herrenschneider, 2 Uhrmacher, 3 Sattler und 5 Schuhmacher u.a. verzeichnet. Kleinere Unternehmen, als Folge der Industrialisierung, gab es nur wenige. So bestanden zwei Ziegeleien, 1889 wurde eine Brauerei und 1920 die Molkerei gegrĂŒndet. 1925 kamen ein SĂ€gewerk und eine Haferflockenfabrik hinzu. Von 1854 bis 1945 besaß die Stadt eine eigene Heimatzeitung. Der erste Druckereibesitzer war Gustav Goldsche. Heute informiert der 4 mal im Jahr erscheinende Friesacker Quitzow-Kurier ĂŒber die Begebenheiten im Ort.

Bauwerke

Die Kirche , an der heutigen Burgstraße, direkt westlich vor der Burg gelegen, brannte 1841 ab und wurde, etwas nĂ€her am Marktplatz versetzt, auf dem ehemaligen, auch abgebrannten, Wirtschaftshof, in der Charlottenstraße wieder neu errichtet. 1945 brannte auch diese Kirche durch Kriegseinwirkung ab. Sie wurde in den Jahren 1949 bis 1955 in verĂ€nderter Form wieder aufgebaut. Ab dem Jahre 1880 besaß die Stadt, dank der Hilfe des Fotografen Albert Bode, eine katholische Kirche, die Rosenkapelle.

Vom Feuer verschont blieb das im Jahre 1774 auf dem Burgberg im Fachwerkstil erbaute und 1956 wegen BaufÀlligkeit abgetragene WirtschaftsgebÀude der Bredows.

Am 3. April 1892 wurde die Freiwillige Feuerwehr durch den BĂ€ckermeister Robert Repke gegrĂŒndet. Das FeuerwehrgebĂ€ude und auch das Gaswerk wurden 1900 errichtet, wobei das Gaswerk nun den Neubauten der Feuerwehr weichen musste.

Eine der Ă€ltesten Ladeneinrichtung Friesacks war eine im Jahre 1775 erwĂ€hnte Apotheke , welche 1945 zerstört wurde. Sie befand sich in der Berliner Straße am Marktplatz gegenĂŒber der heutigen Apotheke. Heute ist dieses GrundstĂŒck unbebaut.

Das Postamt wurde 1898 fertiggestellt. Es steht heute leer. Das GebĂ€ude des heutigen EiscafĂ©s Neumanns (Ecke Berliner Allee/Klessner Straße) wurde 1878 vom Ziegeleibesitzer Otto Beyer erbaut. Der Turm des GebĂ€udes wurde 1945 allerdings zerstört.

1914 wurde das Krankenhaus erbaut. Von 1969 bis 1991 wurde es als Land ambulatorium und Ärztehaus genutzt. Zur Zeit dient es als Einrichtung fĂŒr betreutes Wohnen.

Neben der Straße Berlin – Hamburg im Jahre 1829 wurde 1875 die Straße von Briesen (Ortsteil Friesack) nach Rathenow, 1894 nach Klessen sowie Rhinow, 1900 nach Wagenitz und 1906 nach Görne gebaut.

Zeitweise existierten bis zu 7 WindmĂŒhlen . Noch heute ist davon eine, zu einem Wohnhaus umgebaute, vorhanden.

Der Marktplatz war schon in frĂŒheren Jahren ein örtlicher Umschlagplatz fĂŒr Kram und Vieh. Auf dem heutigen Bushalteplatz stand das Rathaus , welches 1833 abgetragen wurde. Das heutige Rathaus wurde 1994 recht aufwendig restauriert.

Die FreilichtbĂŒhne , mit Tennisplatz und Rodelanlage, wurde 1934 errichtet. Durch das rege Vereinsleben, den schönen Parkanlagen und ein gewisses Maß an kulturellem Angebot wurde Friesack 1928 als Luftkurort anerkannt. Drei Kurheime wurden besonders von Berliner GĂ€sten genutzt.

Die Sieben-BrĂŒder-Eiche, so benannt aufgrund ihrer sieben StĂ€mme, in der Klessner Straße ist 300 Jahre alt. Neben ihr befindet sich der alte jĂŒdische Friedhof , mit GrĂ€bern aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Durch seine versteckte Lage ĂŒberlebte der Friedhof die Nazizeit , wenn auch nicht ganz unbeschadet. Er wurde wĂ€hrend der DDR -Zeit von Russen erneuert, wobei aber die Grabsteine leider nicht in ihrer ursprĂŒnglichen Lage aufgestellt wurden.

 Restauriertes Friesacker Heimathaus, 10.2005
Restauriertes Friesacker Heimathaus, 10.2005

Eine alte Schlossereischmiede wurde umfangreich saniert und ist nun das Friesacker Heimathaus. In ihr befindet sich die Stadtbibliothek und das kleine Heimatmuseum, welches durch Privatinitiative, hauptsĂ€chlich von Herrn Kirchert, ins Leben gerufen wurde. Der Eintritt fĂŒr das Museum ist frei. Wenn möglich, empfiehlt es sich vorher eine FĂŒhrung zu vereinbaren (am besten in der Bibliothek oder Rathaus die Telefonnummer erfragen). Da viele der historischen GegenstĂ€nde angefasst und technische GerĂ€te bewegt werden dĂŒrfen, eignet sich das Museum auch fĂŒr Kinder.

Die erste Kanalisation wurde 1925 in der Berliner Straße verlegt. Weitere kamen in den 80er und 90er Jahren hinzu. Der erste Wasseranschluss an die zentrale Versorgung erfolgte 1976. 1981 wurde die Umgehungsstraße eingeweiht. 1993 erhielt die Stadt einen Erdgasanschluss.

Vereinsleben

Friesacker Badeanstalt am Rhin um 1927
Friesacker Badeanstalt am Rhin um 1927

1830 wurde die SchĂŒtzengilde gegrĂŒndet. 1897 setze sich der Verschönerungsverein u.a. zur Aufgabe die Wege und PlĂ€tze mit Flieder zu bepflanzen. Daraus resultierte das alljĂ€hrliche gefeierte Fliederfest. 1884 wurde der Turn- und Sportverein gegrĂŒndet. Nach 1945 u.a. mit einer Feldhandballerinnen - und einer Fußballmannschaft . Weiterhin existierten mehrere Gesangs-, Theater-, Frauen- und „Krieger“-vereine. Auch eine Badeanstalt am Rhin sowie ein Badehaus mit WannenbĂ€der gehörten zum Freizeitangebot. Sie wurde nach 1945 als MĂŒllkippe verwendet. Es steht zu befĂŒrchten, dass sich dort noch Munition und schlimmeres ausgraben lĂ€sst.

In der ehemaligen „Schweizer Halle“, der heutigen Diskothek , wurde geturnt und Tischtennis gespielt. Seit 1953 erfreut der Friesacker Karnevalsverein die Menschen. Weiterhin existiert ein Tennisverein , 2 Angelvereine, ein KleintierzĂŒchterverein, ein Imkerverein und ein Landfrauenverein. Die Interessengemeinschaft „Die Pumpenfreunde“ sorgten dafĂŒr das auf dem Markplatz 1997 eine Pumpe errichtet wurde. Seitdem wird jĂ€hrlich im Juli das Pumpenfest gefeiert. Musikalisch ist der evangelische Kirchen- sowie der Kammerchor recht bekannt. Auch einige Auto- und Motorradvereine sind aktiv.

Schulwesen

Das fĂŒr diese Gegend doch ĂŒberraschend hohe Angebot an Ausbildungs- und Schuleinrichtungen ist wohl ein Hauptgrund dafĂŒr, dass dieser Ort nicht zusehends verfĂ€llt, sondern eine Zukunftschance hat. Schon im Jahre 1541 wird eine Schule erwĂ€hnt. Nach 1600 kommt eine MĂ€dchenschule hinzu. Beide Schulen standen auf dem BurggelĂ€nde. Im Jahr 1832 wurde die Stadtschule in die Berliner Straße verlegt. Bis 1971 diente sie als Polytechnische Oberschule , bis 1990 als Sonderschule. Heute wird das GebĂ€ude als Obdachlosenheim genutzt.

Alte Schule und Berliner Straße in Friesack
um 1900
um 1900
 ca. 1935
ca. 1935
 10.2005
10.2005
Kooperationsschule Friesack 10.2005
Kooperationsschule Friesack 10.2005

Am 10. Februar 1971 wurde die neu errichtete Schule am Sonnenweg eingeweiht. Heute ist die Kooperationsschule, nach umfangreichen Modernisierungen, ein SchmuckstĂŒck der Stadt.

Aus der FDJ -Landestraktoristenschule von 1950 ist die Ingenieurschule fĂŒr Landtechnik entstanden. Seit 1992 befindet sich dort das Oberstufenzentrum Havelland fĂŒr theoretische Berufsausbildung. Auf dem ehemaligen GelĂ€nde der Betriebsberufsschule des Meliorationskombinats Potsdam befindet sich das ĂŒberbetriebliche Ausbildungszentrum Bauwirtschaft des Landes Berlin-Brandenburg. FĂŒr Aus-, Um- und Weiterbildung ist die „LĂ€ndliche Erwachsenenbildung“ zustĂ€ndig.

Friesack zur Zeiten der DDR

Durch die Bodenreform vom 2. September 1945 von Wilhelm Pieck erhielten landarme Bauern, Landarbeiter und Umsiedler kostenlos Acker- und Weideland, sowie Wald. Aus der GrĂŒndung der DDR , am 7. Oktober 1949, resultierte eine 41jĂ€hrige Teilung Deutschlands. Bis in die fĂŒnfziger Jahre waren viele Artikel, besonders Lebensmittel, rationiert. Große Betriebe wurden verstaatlicht, neue Einrichtungen und Betriebe entstanden. So z.B. das Großprojekt „Milchader fĂŒr Berlin“ der FDJ im Havel- und Rhinluch. In den fĂŒnfziger Jahren begann die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft. Viele Friesacker Familien flĂŒchteten in die „ BRD “. In der Stadt waren die ACZ, Melioration-, Forstwirtschaft, GetrĂ€nkeproduktion, SĂ€gewerk und Kreisbaubetrieb ansĂ€ssig. Am 17. Juni 1953 demonstrierten die Bauarbeiter zusammen mit der Friesacker Bevölkerung gegen die staatlichen Zwangsmaßnahmen. Einige Personen wurden verhaftet, was eine weitere Auswanderung von Friesacker BĂŒrgern in den „Westen“ zu Folge hatte.

Betriebe und Einrichtungen bei der obligatorischen Kranzniederlegung vor dem ehemaligen sowjetischen Ehrendenkmal auf dem Marktplatz in Friesack, 1969
Betriebe und Einrichtungen bei der obligatorischen Kranzniederlegung vor dem ehemaligen sowjetischen Ehrendenkmal auf dem Marktplatz in Friesack, 1969
 Umzug zur 20 Jahr Feier 1969; im Hintergrund das Konsum-Kaufhaus in der Berliner Straße
Umzug zur 20 Jahr Feier 1969; im Hintergrund das Konsum -Kaufhaus in der Berliner Straße

Auch in Friesack wurden die ĂŒblichen politischen Feiertage abgehalten:

  • 1. Mai : Kampf und Feiertag der WerktĂ€tigen
  • 8. Mai Tag der Befreiung
  • 7. Oktober Tag der Republik

Manche Betriebe motivierten ihre Mitarbeiter mit einem kleinen Teilnehmerhonorar (z. B. 5 Mark). Nach der offiziellen Demonstration nahm die Feier dann Volksfestcharakter an.

Friesack nach der „ Wende “

Die Feuerwehr wurde nach Abriss der anliegenden Gasanlage (1996) und des Gasometers (1999) erweitert.

Im Jahr 2000 wurde die Sanierung des Markplatzes fertiggestellt. Angrenzend, in der Berliner Strasse wurde eine Ladenzeile gebaut, die derzeit zum großen Teil unvermietet ist. Im Gegensatz zu frĂŒher besteht heute die starke Tendenz AlltagsgegenstĂ€nde in Einkaufszentren, wie z.B. dem von Berlin aus gesehenen vor Nauen liegenden Havelpark, zu besorgen. Obwohl die Stadt fĂŒr kleinere GeschĂ€fte nicht genug KĂ€uferpotential anzieht, stellt sie fĂŒr die Umgebung im Lebensmittelbereich ein lokales Einkaufszentrum dar. Sonst ließe sich die hohe Dichte von LebensmitteleinkaufsmĂ€rkten, die sich dort halten, nicht erklĂ€ren. So mager das Angebot daneben zumeist auch ist, findet man doch weitaus mehr, als in der Umgebung.

Der 2004 erfolgte Ausbau der Bahnstrecke fĂŒr den ICE -Betrieb, hatte auch bei Friesack einige baulich VerĂ€nderungen, wie den BrĂŒckenbau fĂŒr die Hamburger Straße nach Zootzen , zur Folge.

Ein Relikt der aus der Auflösung der DDR resultierenden teils problematischen BesitzverhĂ€ltnisse ist das ehemalige Hotel „Zum Stern“ in der Berliner Straße. Das einstmals schöne Haus ist derzeit in einem verwahrlosten Zustand. Nutzungskonzepte schlugen bisher fehl und man darf gespannt sein was daraus wird.

Hotel „zum Stern“ in den dreißiger Jahren
Hotel „zum Stern“ in den dreißiger Jahren
 ...und 2005
...und 2005

Bild:Friesack, Nauener Straße (Hinter dem Marktplatz), 31.10.2005.jpg Die Stadt weckt derzeit tendenziell den Eindruck einer dreigeteilten Bevölkerung. Einmal die Alteingesessenen, welche vor allem das Stadtbild im Ortkern bildet und zum großen Teil aus der Ă€lteren Bevölkerung besteht. Das daraus resultierende HĂ€userbild reicht von aufwendig restaurierten alten SchmuckstĂŒcken bis zu maroden baufĂ€lligen HĂ€usern, welche ein mittelalterliches Gassenbild erzeugen.

Bei neuzugewanderten Familien, welche mehr die neugebildeten Stadtviertel bevölkern und kinderreicher sind, reicht das Stadtbild von Plattenbau bis zu schönen EinfamilienhĂ€usern. Den dritten Anteil der Bevölkerung bilden die sich nur vorĂŒbergehend in der Stadt aufhaltenden SchĂŒler und Auszubildenden. Eine durchaus friedliche Koexistenz, wobei diese Bevölkerungskomponente einen völligen Verfall des Ortes in die Bedeutungslosigkeit entgegen zu wirken scheint. Aber im Gegensatz zu einer normalen Entwicklung einer Stadt, deren Nachwuchs von der eigenen Bevölkerung gestellt wird, haben die SchĂŒler wenig Einfluss auf das Stadtbild. Man wundere sich deshalb nicht, dass die „Hauptstraße“, welche eher den Eindruck macht, dass die Stadt unter Landflucht zu leiden hat, von relativ viel Jugendlichen bevölkert ist, zudem sie fĂŒr diese wenig zu bieten hat. Dieses, oberflĂ€chlich betrachtet, nicht passend wollende Stadtbild, von einem teils „noch“ maroden, mittelalterlich wirkenden, nicht touristisch erschlossenen Ortskern und relativ viel Jugendlichen ist ein interessanter Unterschied gegenĂŒber anderen KleinstĂ€dten.

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Museen

  • das Heimatmuseum mit BĂŒcherei in im Heimathaus am Marktplatz.

Bauwerke

  • Burgplatz mit Burgberg und Kirche.

Söhne und Töchter der Stadt

  • Emil Schallopp , Schachmeister ( 1843 - 1919 )

Literatur

  • Quitzow-Kurier (VierteljĂ€hrlich), Tel.: 033235-1537, redaktion@friesack.de
  • Festschrift zum 675-jĂ€hrigen StadtjubilĂ€um (2002), Verfasser GĂŒnter Kirchert
  • Denkschrift zu dem 100 jĂ€hrigen Bestehen der freiwillige Feuerwehr, 1992, Verfasser GĂŒnter Kirchert (Im Rathaus oder Heimatmuseum/Bibliothek erfragen)
  • Sanierungsgebiet Altstadt Friesack (2002), Herausgeber Stadt Friesack, Marktstraße 22, 14662 Friesack
  • Das LĂ€ndchen Friesack und die Bredows, Dr. Henning v. Koss, 1965
  • Das LĂ€ndchen Friesack und die Bredows, Unbekannte und vergessende Geschichten aus der Mark Brandenburg II, Arbeiten und EntwĂŒrfe zum thematischen Umfeld, Theodor Fontane, Herausgegeben von Gotthard Erler
  • Das Geschlecht von Bredow, Herkunft und Entwicklung 1251 – 1984, Max Wichard von Bredow, 1984
  • Geschichte von Stadt und LĂ€ndchen Friesack, Barden 1894 – Mit ausfĂŒhrlicherer Darstellung der Vorgeschichte

Weblinks

Informationen aus der Umgebung

Weitere Artikel aus der Umgebung

Wikipedia

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