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Letzte Änderung für Artikel Berlin-Westend: 09.02.2006 14:39

Berlin-Westend

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Lage Westend in Berlin
Lage Westend in Berlin

Westend ist ein Ortsteil im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, der westlich von Charlottenburg gelegen ist. Urspr├╝nglich als reine Villenkolonie geplant und nach dem vornehmen Londoner Stadtteil benannt, haben einige Teile von Westend heute ein st├Ądtisches Ambiente mit den typischen Berliner Mietsh├Ąusern.

Zentrum und Einkaufsmeile von Westend ist die Reichsstra├če zwischen Theodor-Heuss-Platz und Steubenplatz, auf der 2 mal im Jahr das Reichsstra├čenfest stattfindet. St├Ądtebaulich markant in Westend sind die vielen unterschiedlich strukturierten Pl├Ątze: Branitzer Platz und Lindenplatz im alten Westend, der heute aufgrund der Verkehrsdichte kaum nutzbare Theodor-Heuss-Platz (ehemals Reichskanzlerplatz, Adolf-Hitler-Platz und dann wieder Reichskanzlerplatz), der Steubenplatz am U-Bahnhof Neu-Westend, der Brixplatz (ehemals Sachsenplatz) mit dem Brixpark, der F├╝rstenplatz und schlie├člich der Karolinger Platz jenseits der Heerstra├če .

Der heutige Ortsteil Westend umfa├čt mit Beschluss der BVV vom 30. September 2004 auch die Ortslagen Pichelsberg , Ruhleben, Siedlung Eichkamp und Siedlung Heerstra├če .

Inhaltsverzeichnis

Lage

Westend liegt gr├Â├čtenteils auf der Hochebene des Teltow, die nach Norden steil zur Spree hin abbricht, westlich der Ringbahn am gleichnamigen S-Bahnhof.

Nach Norden ist Westend durch den Spandauer Damm, nach Osten durch die Soorstra├če, nach S├╝den durch den Heerstrasse und den Kaiserdamm sowie das Messegel├Ąnde und nach Westen durch die Westendallee begrenzt.

Geschichte

Lange Zeit war die sandige Hochfl├Ąche nur mit einigen M├╝hlen bebaut. Nach dem Sieg in der Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806 baute Napoleon das Lager seiner Besatzungstruppen am unbebauten ├Âstlichen Abhang Westends auf, etwa entlang der heutigen K├Ânigin-Elisabeth-Stra├če. Er selbst residierte im Schloss Charlottenburg. Nach dem Abzug der franz├Âsischen Truppen 1808 fiel Westend in seinen urspr├╝nglichen Zustand zur├╝ck.

Im Jahre 1840 erwarb ein bayerischer Bierbrauer, der in Spandau Bockbier braute, das heute im Winkel zwischen Spandauer Damm und Reichsstra├če gelegene Gel├Ąnde und er├Âffnete dort einen kleinen Ausschank, der im Volksmund Spandauer Bock genannt wurde. 1854 verlegte er seine Brauerei aus Spandau auf das auf der gegen├╝berliegenden Seite des Spandauer Damms gelegene Gel├Ąnde des Spandauer Bergs, die von da an Spandauer Berg-Brauerei hie├č. Die dort entstehende Gastst├Ątte nannte der Volksmund entsprechend Zibbe (norddeutsch f├╝r Mutterschaf). Mit der Zeit entwickelte sich ein reger Ausflugsverkehr von Charlottenburg und Berlin zum Spandauer Bock. Die beiden Ausflugsgastst├Ątten und die Brauerei wurden im Zweiten Weltkrieg zerst├Ârt und nicht wieder aufgebaut.

Die Entwicklung Westends in seiner heutigen Form begann Ende der 1860er Jahre. Der zu Verm├Âgen gekommene Zeitschriftenverleger Schaeffer-Voit lie├č ├Âstlich der Brauerei am Hang zur Spree das Schlo├č Ruhwald erbauen und einen gro├čz├╝gigen Landschaftgarten, den heutigen Ruhwaldpark , um das Schloss herum anlegen.

Etwa zur gleichen Zeit begann die 1866 gegr├╝ndete Westend-Gesellschaft gro├če Fl├Ąchen in Westend aufzukaufen, zu parzellieren und bebaut oder unbebaut weiterzuverkaufen. Zur Wasserversorgung Westend wurde das Wasserwerk am Teufelssee 1871/72 errichtet. Durch die B├Ârsenkrise 1872 und durch Streitigkeiten mit der Stadt Charlottenburg geriet die Westend-Gesellschaft in eine finanzielle Schieflage und ging 1873 in Konkurs.

Mit der Vollendung der Ringbahn wurde 1877 der Bahnhof Westend er├Âffnet. Damit wurde die Verkehrssituation nicht nur f├╝r Westend, sondern auch f├╝r Charlottenburg wesentlich verbessert. Der Charlottenburger Bahnhof an der Stadtbahn wurde erst 1882 er├Âffnet.

Nach dem Zusammenbruch der Westend-Gesellschaft war die Baut├Ątigkeit in Westend zum Erliegen gekommen, und einige Villen standen leer. Ab dem Ende der 1870er Jahre entspannte sich die Situation. Durch die Bev├Âlkerungsexplosion im Berliner Raum erlebte Westend einen Aufschwung, so dass bis zur Jahrhundertwende das urspr├╝nglich parzellierte Gel├Ąnde im Wesentlichen bebaut war. Am Hang des Teltow entstand in den 1890er Jahren die K├Ânigin-Elisabeth-Kaserne und 1904 n├Ârdlich davon das Krankenhaus Westend (heute: DRK Kliniken Westend).

1908 erhielt Westend mit der Er├Âffnung des von Alfred Grenander entworfenen U-Bahnhofs Reichskanzlerplatz (heute: Theodor-Heuss-Platz) Anschluss an die Berliner U-Bahn. Damit waren nun auch die s├╝dlichen und westlichen Bereiche Westends verkehrsg├╝nstig gelegen, so dass Neu-Westend an der Reichsstra├če und westlich davon entstand. Die im alten Westend rechtwinklige Stra├čenf├╝hrung wurde au├čerhalb der Hauptachsen durch dem Zeitgeist gem├Ą├če geschwungene Linien ersetzt. Statt wie das alte Westend mit Villen wurde Neu-Westend mehrheitlich mit Miets- und Reihenh├Ąusern bebaut. Die auf Neu-Westender Grund 1889 er├Âffnete Trabrennbahn wurde 1908 nach Ruhleben verlagert. Auf dem Gel├Ąnde einer Kiesgrube wurde 1919 ÔÇô 1922 vom Charlottenburger Stadtgartendirektor Erwin Barth der Sachsenplatz (heute: Brixplatz) errichtet, ein kleiner tief eingeschnittener Park, der die Geologie und Vegetation der Mark Brandenburg nachbildet.

Zur Er├Âffnung des Deutschen Stadions wurde 1913 die U-Bahnlinie f├╝r Veranstaltungen zum U-Bahnhof Stadion (heute: Olympia-Stadion) verl├Ąngert. Der 1913 bereits im Rohbau fertig gestellte Unterwegsbahnhof Neu-Westend wurde aufgrund der Kriegsereignisse erst 1922 in Betrieb genommen, wodurch die U-Bahnlinie nun regelm├Ą├čig befahren wurde.

Kultur und Sehensw├╝rdigkeiten

Bauwerke

Corbusier-Haus
Corbusier-Haus
  • Das Corbusier-Haus (Unit├ę d┬┤habitation, Typ Berlin), Flatowallee 16, wurde 1956-58 nach Pl├Ąnen von Le Corbusier erbaut. Es ist die dritte Wohneinheit nach denen in Marseille und Nantes und stellt einen eigenst├Ąndigen Beitrag zur Interbau dar. Links des Eingangs befindet sich die Darstellung des Modulors , des von Le Corbusier entwickelten Proportions-Systems.
  • Der Wasserturm Charlottenburg-Westend, Akazienallee 33-39, wurde nach Entw├╝rfen von Heinrich Seeling erbaut und 1909 in Betrieb genommen. Er wurde durch die Wasserwerke Teufelssee und Jungfernheide beliefert. Seine zwei ├╝bereinandergeordnete Beh├Ąlter fassen jeweils 500m┬│.
  • Das 1928/29 nach Pl├Ąnen von Ernst Rentsch als streng kubischer Backsteinbau entstandene und 1932 nach Pl├Ąnen von Paul Lindner erweiterte Atelier- und Wohnhaus des Bildhauers Georg Kolbe in der Sensburger Allee 25 beherbergt heute das Georg-Kolbe-Museum.

Parks

  • Der Park am Brixplatz wurde aus einer ehemaligen Kiesgrube nach Pl├Ąnen von Erwin Barth 1919-22 gestaltet, wobei die nat├╝rlichen Vegetationsbilder und geologischen Formationen der Mark Brandenburg nachgebildet werden. Eine B├╝rgerinitiative hat die Pflege des botanischen Lehrgartens ├╝bernommen und hiermit bislang den Erhalt dieses Gartendenkmals gesichert.

Pers├Ânlichkeiten

Ber├╝hmte Bewohner Westends

  • Wilhelm Foerster (Astronom) - Ahornallee 40
  • Willi Forst (Schauspieler und Regisseur) - Sachsenplatz 12
  • Veit Harlan (Regisseur und Schauspieler) und Hilde K├Ârber (Schauspielerin) - Sachsenplatz 1 (heute: Brixplatz 2)
  • Paul Hindemith (Komponist) - 1928-1938 Sachsenplatz 1 (heute: Brixplatz 2)
  • Robert Koch (Entdecker des Tuberkulosebazillus) - Ahornallee 39
  • Georg Kolbe (Bildhauer) - Sensburger Allee 25
  • Gertrud Kolmar (Schriftstellerin) - Ahornallee 37
  • Sabine und Reinhard Lepsius (K├╝nstlerehepaar) - Ahornallee 30-31
  • Emil Nolde (Maler) - wohnte 1928-1944 Bayernallee 11
  • Anny Ondra (Schauspielerin) - Sachsenplatz 12
  • Lilli Palmer (Schauspielerin) - 1917-1932 H├Âlderlinstra├če 11
  • Henny Porten (Schauspielerin) - Sachsenplatz
  • Joachim Ringelnatz (Kabarettist und Schriftsteller) - 1930-1934 Sachsenplatz 12 (heute: Brixplatz 11)
  • Willi Rose (Volksschauspieler) - 1950-1978 Bolivarallee 17
  • Erich Salomon (Fotograf) - 1912-1932 H├Âlderlinstra├če 11
  • Max Schmeling (Boxer) - wohnte bis 1933 Brixplatz 9
  • Harro und Libertas Schulze-Boysen (Widerstandsk├Ąmpfer) - wohnten von 1939-1942 Altenburger Allee 19
  • Georg Simmel (Soziologe und Philosoph) - Nu├čbaumallee 14 und K├Ânigin-Elisabeth-Stra├če
  • Richard Strauss (Komponist, Dirigent) - 1913-1917 Reichskanzlerplatz 2 (heute: Theodor-Heuss-Platz)
  • Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff (Altphilologe) - wohnte 1897-1931 Eichenallee 12
  • Gustav Wunderwald (Maler) - 1912-1945 Reichsstra├če 8

Weblinks



Koordinaten: 52┬░31'00 N 13┬░17'00 O

Wikipedia

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