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Letzte Änderung für Artikel Berlin-Staaken: 19.02.2006 05:39

Berlin-Staaken

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Lage von Staaken in Berlin
Lage von Staaken in Berlin

Staaken ist ein Ortsteil im Bezirk Spandau von Berlin.

Im Nordosten grenzt Staaken an das Falkenhagener Feld, im Osten an den Kern Spandaus (Ortsteile Spandau bzw. Wilhelmstadt). Im Westen und S├╝den bildet Staaken die Berliner Stadtgrenze zum Land Brandenburg, Landkreis Havelland, im Nordwesten davon zur Stadt Falkensee, im S├╝dwesten nach Dallgow-D├Âberitz und im S├╝den nach Seeburg .

W├Ąhrend der historische Teil Staakens um das alte Dorf und der Norden ├╝berwiegend durch Einfamilienhaussiedlungen und der Gartenstadt Staaken gepr├Ągt ist, besteht der s├╝d├Âstliche Teil und Neu-Staaken vorherrschend aus Gro├čsiedlungen, die ab Ende der 1950er bis in die 1970er Jahre in mehreren Bauetappen entstanden.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Staaken wird erstmals am 26. M├Ąrz 1273 urkundlich als Dorf Stakene erw├Ąhnt.

Am 1. Oktober 1920 erfolgt die Eingemeindung nach Spandau, das bisherige Dorf Staaken wird somit gleichzeitig zugeh├Ârig zu Gro├č-Berlin. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird Staaken im Rahmen eines Gebietstausches zwischen Briten und Sowjets per 31. August 1945 aufgeteilt. Der westliche Teil wird der sowjetischen Besatzungsmacht zugesprochen. Dabei wird dieser Teil zun├Ąchst weiter vom Spandauer Rathaus aus verwaltet. So k├Ânnen die Bewohner West-Staakens am 3. Dezember 1950 noch an den Wahlen zum (West-Berliner) Abgeordnetenhaus teilnehmen. Der ├Âstliche Teil Staakens bleibt Teil des Britischen Sektors wie der gesamte Bezirk Spandau.

Gr├╝nde f├╝r diese au├čergew├Âhnliche Aufteilung Staakens unter den Alliierten - abweichend von den Berliner Bezirksgrenzen - war, dass die britische Siegermacht den in Gatow gelegenen Flugplatz f├╝r ihre Sektoren in Berlin ben├Âtigte. Der Flugplatz Gatow lag urspr├╝nglich zum Teil auf sowjetisch verwalteten brandenburgischem Gebiet. Die beteiligten Allierten einigten sich dahingehend, West-Staaken den Sowjets und den Briten im Gegenzug Teile der Gemeinde Gro├č-Glienicke sowie den sogenannten Seeburger Zipfel (ein schmaler Gebietsstreifen auf der H├Âhe der brandenburgischen Gemeinde Seeburg, der relativ tief in den Britischen Sektor von Berlin hineinragt) im S├╝dwesten Spandaus zuzuteilen. Die Grenze zwischen dem sowjetischen West-Staaken und dem britischen Staaken in West-Berlin verl├Ąuft dabei in einer Linie von Nord nach S├╝d in der Mitte der Stra├čenz├╝ge Finkenkruger Weg, Nennhauser Damm, Bergstra├če. Am 1. Februar 1951 wird West-Staaken von der DDR - Volkspolizei besetzt und fortan vom Ost-Berliner Bezirk Mitte aus regiert. Die Verwaltung wird dann am 1. Juni 1952 auf den Kreis Nauen, Bezirk Potsdam ├╝bertragen. West-Staaken ist somit eine Gemeinde in der DDR geworden.

Im Rahmen der Wiedervereinigung wurden die getrennten Ortsteile am 3. Oktober 1990 wieder im Berliner Bezirk Spandau zusammengef├╝hrt, West-Staaken z├Ąhlt zum Beitrittsgebiet .

Verkehr

Die markantesten Verkehrsadern stellen die Heerstra├če (Bundesstra├če 5) sowie die Bahnlinien Berlin-Hannover (s├╝dliche Trasse) und Berlin-Hamburg (n├Ârdliche Trasse) dar. Alle drei Verbindungen verlaufen in Ost-West-Richtung. Die Heerstra├če stellte mit der Teilung Deutschlands auch eine Transitstrecke in das Bundesgebiet dar. Die n├Ârdliche Bahnlinie (Hamburger Bahn) wurde 1961 dagegen vollst├Ąndig unterbrochen, die s├╝dliche Strecke (Lehrter Bahn) stand zun├Ąchst nur f├╝r den G├╝terverkehr zur Verf├╝gung. 1976 wurde dann auch hier wieder ein Personenverkehr eingerichtet, der Eisenbahntransitverkehr nach Hamburg erfolgte nun nicht mehr ├╝ber Wannsee, die Reisezeit konnte somit erheblich verk├╝rzt werden.

Von 1951 bis 1980 war Staaken an die elektrische S-Bahn angeschlossen. Der Bahnhof Berlin-Staaken befand sich an der Lehrter Bahn ├Âstlich der Br├╝cke des Nennhauser Dammes. Eine zweite Station, der Bahnhof Albrechtshof, lag in H├Âhe des gleichnamigen, heutigen Regionalbahnhofes an der Hamburger Bahn. 1961 wurde hier bereits der S-Bahn-Verkehr nach Falkensee in Folge des Mauerbaus eingestellt. Die S-Bahn-Z├╝ge verkehrten von Staaken bzw. Falkensee ├╝ber Spandau-West Richtung Berliner Innenstadt. Zwar ist ein neuer S-Bahn-Anschluss Staakens geplant, allerdings ist seine Realisierung noch offen.

Industrie

Vor allem der westliche Teil Staakens wurde lange Zeit durch Industriebetriebe gepr├Ągt.

Flugplatz Staaken / Zeppelinwerke

Am 9. Juli 1915 erwarb die Luftschiffbau Zeppelin GmbH in Staaken ein Gel├Ąnde um gem├Ą├č einer Anordnung des Kriegsministeriums Luftschiffe mit milit├Ąrischer Ausrichtung herstellen zu k├Ânnen. Zwar verf├╝gte man bereits ├╝ber ├Ąhnliche Gel├Ąnde in Friedrichshafen, Potsdam und Gotha, doch reichten diese Werke nicht aus um den Bedarf des Milit├Ąrs decken zu k├Ânnen. So verlie├č dann am 9. November 1916 das erste Luftschiff die Staakener Werft. Insgesamt konnten in Staaken bis zum Ende des Ersten Weltkriegs 73 Zeppeline gebaut werden. Der am 11. November 1918 unterzeichnete Friedensvertrag erlaubte Deutschland jedoch keine weitere Produktion von Luftschiffen und Flugzeugen wodurch die Produktion in Staaken eingestellt wurde. Doch auch f├╝r zivile Zwecke wurde das zwischenzeitlich zum Flugplatz ausgebaute Areal genutzt. Ab dem 20. August 1919 wurde zwischen Friedrichshafen und Berlin-Staaken mit LZ 120 ein Zeppelin-Linienverkehr eingerichtet, wobei f├╝r die Bew├Ąltigung der 600 Kilometer Entfernung sechs Stunden ben├Âtigt wurden und 20 Passagiere mitfliegen konnten. Nach nur 103 Fahrten wurde die Verbindung bereits am 5. Dezember 1919 wieder eingestellt. Am 27. Dezember 1922 nahm man mit Flugzeugen den Liniendienst mit London auf, jedoch erwies sich der Zentralflughafen Berlin-Tempelhof schon bald als verkehrstechnisch g├╝nstiger gelegen. Nur vereinzelt wurde der Flugplatz Staaken f├╝r Landungen von Zeppelinen, die nunmehr den Atlantikverkehr bedienten, genutzt. 1929 wurde das Gel├Ąnde an die Stadt Berlin verkauft, dennoch wurde es weiterhin f├╝r die Luftfahrt genutzt. So absolvierte die Lufthansa vor allem Trainingsfl├╝ge und nutzte die Hallen f├╝r Wartungsarbeiten, zuweilen wurden in Staaken auch Staatsg├Ąste empfangen, wie beispielsweise am 16. August 1938 , als der Chef der franz├Âsischen Luftwaffe Joseph Vuillemin durch den Luftfahrtminister Hermann G├Âring begr├╝├čt wurde. Das Gel├Ąnde wurde nach Ende des zweiten Weltkriegs zur Ansiedlung anderer Industriezweige genutzt, seit der Wiedervereinigung versucht man einen Gro├činvestor zur Einrichtung eines Gewerbeparks zu finden.

Filmwerke

Am 31. Juli 1923 wurde mit einem Stammkapital von 525 Millionen Mark die Filmwerke Staaken AG gegr├╝ndet, die Goldmark-Er├Âffnungsbilanz belief sich dabei zum 1. Januar 1924 auf 100000 Reichsmark . Hans Neumann nutzte somit die seit Ende des Ersten Weltkriegs leerstehenden Luftschiffhallen, die mit einer Grundfl├Ąche von bis zu 6000 Quadratmeter und einer H├Âhe von bis zu 42 Metern ├╝berdachte Fimbauten mit einer H├Âhe von 28 Metern erm├Âglichten. Fortan wurden hier auch Monumentalfilme wie " Metropolis " von Fritz Lang , "I.N.R.I. Ein Film der Menschlichkeit", " Die Dreigroschenoper ", "Eifersucht", "Zweierlei Moral", " Der Schimmelreiter ", "Frauen der Leidenschaft", " Mata Hari , "Ich hatt' einen Kameraden", "Ariane" und " Der heilige Berg " mit Leni Riefenstahl gedreht. Nach einer finanziellen Krise im November 1929 ├Ąnderten sich die Besitzverh├Ąltnisse der Filmwerke. Eigent├╝mer wurde nun die DLS.-Studio GmbH, die zur Deutschen Lichtspiel-Syndikat AG geh├Ârte. 1934 wurden die Arbeiten in den Ateliers dann jedoch vollkommen eingestellt.

DEMAG-Panzerwerk

Das Werk war urspr├╝nglich als Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) f├╝r die S-Bahn im Zusammenhang mit dem geplanten Ausbau Berlins errichtet worden. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurden in dem Werk zwischen der Siedlung Albrechtshof und dem Ortsrand zu Falkensee Panzer , die sogenannten DEMAG-Panzer , gefertigt. In den Kriegsjahren erfolgte die Produktion durch Zwangsarbeiter. Hierf├╝r wurde in wenigen Metern Entfernung, wenngleich auch schon auf dem Stadtgebiet von Falkensee, am 10. Juli 1943 ein Au├čenlager des KZs Sachsenhausen mit 14 Holzbaracken errichtet. Dabei dienten neun dieser Baracken als Unterbringung der 2500 Inhaftierten. Am 26. April 1945 wurde das Werk von der Roten Armee besetzt und das Lager befreit. Die Ruinen des Werkes befinden sich bis heute an der Hamburger Stra├če (ehemals Stra├če 341).

Bildung

W├Ąhrend der politischen Teilung Staakens existierte in dem zur DDR geh├Ârenden Teil Staakens die Hochschule f├╝r Au├čenhandel. Zahlreiche Personen, die sp├Ąter im Staatsdienst Karriere machten, wurden hier ausgebildet, unter ihnen z.B. die Politikerin Christa Luft und der Wirtschaftsfunktion├Ąr Alexander Schalck-Golodkowski .

Sehensw├╝rdigkeiten

Ortsteile

Albrechtshof

Der Ortsteil Albrechtshof befindet sich im westlichen Teil Staakens. Er wird im Osten begrenzt durch den Finkenkruger Weg, im Norden und im Westen durch die Stadtgrenze zu Falkensee sowie im S├╝den durch die "Hamburger Bahn". Er zeichnet sich vor allem durch die Bebauung mit Einfamilienh├Ąusern aus, die ihm einen l├Ąndlichen Charakter verleihen. Am 5. Dezember 1961 geriet der Ortsteil in die Schlagzeilen der Presse, als ein Lokf├╝hrer seinen Zug im damaligen Endbahnhof Albrechtshof nicht zum stehen brachte sondern auf den stillgelegten Gleisen die Grenzsperranlagen in Richtung West-Berlin durchbrach. Ein Teil von Albrechtshof liegt auch noch in Brandenburg bei Seegefeld.

Gartenstadt Staaken

Am 27. Juni 1913 wurde die Gartenstadt Staaken eG gegr├╝ndet, die auf 350 000 m┬▓ Ackerland zweist├Âckige Wohnh├Ąuser f├╝r Spandauer Arbeiter errichten wollte (Architekt Paul Schmitthenner ). Dabei war es Ziel, dass jede Mietpartei auch ├╝ber einem an das Wohnhaus angrenzenden Garten verf├╝gen sollte. Baubeginn war im Mai 1914 , das Richtfest fand am 19. Juni 1914 statt, die ersten Wohnungen waren dann bereits am 1. Dezember 1914 bezugsfertig. Bei Materialien und Formen der H├Ąuser orientierte sich Schmitthenner an holl├Ąndischen Vorbildern. Die geschwungenen und schiefwinkligen Stra├čen und Pl├Ątze k├Ânnen als Imitationen mittelalterlicher Kleinst├Ądte gesehen werden. Diese "Ornamentalit├Ąt" der Siedlungsanlage soll der Architekt Julius Posener mit dem Ausruf "Man reiche mir den h├Ąrtesten Gropius" kommentiert haben. Das eigentliche Gebiet erstreckt sich auf einem Gel├Ąnde zwischen der "Lehrter Bahn" und der "Hamburger Bahn", also zwischen der n├Ârdlichen und der s├╝dlichen Eisenbahnlinien und wird im Osten von der Hackbuschstra├če und im Westen vom Finkenkruger Weg abgegrenzt. Die Genossenschaft verf├╝gt jedoch inzwischen auch ├╝ber Wohneinheiten au├čerhalb dieses Areals. Als problematisch stellte sich der urspr├╝nglich zwischen der Genossenschaft und des Ministeriums des Innern Preu├čens ausgehandelte Pachtvertrag dar. Dieser war zun├Ąchst nur bis Ende 1999 befristet und somit galt die Zukunft der Gartenstadt Staaken ├╝ber diesen Zeitraum hinaus als ungewiss. Die H├Ąuser stehen heute unter Denkmalschutz. Die Wohnungsbaugenossenschaft Gartenstadt Staaken eG konnte das Gel├Ąnde k├Ąuflich erwerben, bevor der Pachtvertrag endete.

Neu-Staaken

Laubenkolonien und einzelne landwirtschaftliche Betriebe, die s├╝dlich der Lehrter Bahn ans├Ąssig waren, mussten in den 60er und 70er Jahren zunehmend dem Bau von Mehrfamilienh├Ąusern, der Louise-Schroeder-Siedlung, weichen. So wurden Mitte der 60er Jahre zun├Ąchst im Bereich n├Ârdlicher Brunsb├╝tteler Damm / Oldesloer Weg H├Ąuser mit meist vier Etagen errichtet. Ende der 60er Jahre weitete man die Bebauung auf die Gebiete s├╝dlicher Brunsb├╝tteler Damm, S├╝dekumzeile und Zweiwinkelweg aus, Anfang der 70er Jahre dann bis zur Obstallee, Maulbeerallee und Heerstra├če, der Rudolf-Wissell-Siedlung , wobei die Zahl der Etagen von Bauabschnitt zu Bauabschnitt stets anstieg. Aus dem ehemals d├Ârflichen Staaken wurde somit eine Stadt innerhalb der Stadt Spandau.

Pers├Ânlichkeiten

  • Katarina Witt


Koordinaten: 52┬░32'00 N 13┬░08'00 O

Wikipedia

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