fair-hotels . Ein Service wie gemalt
Reiseführer Übersicht Deutschland Österreich Schweiz Bauwerke nach Stil

Werbung

Letzte Änderung für Artikel Berlin-Marzahn: 18.02.2006 18:29

Berlin-Marzahn

Wechseln zu: Navigation, Suche
Lage Marzahns innerhalb Berlins
Lage Marzahns innerhalb Berlins

Marzahn ist ein Ortsteil im Bezirk Marzahn-Hellersdorf von Berlin. Bis zur Verwaltungsreform 2001 gab es einen gleichnamigen Stadtbezirk Marzahn.

Seit der Bildung von Gro├č-Berlin im Jahre 1920 geh├Ârt der Ortsteil Marzahn zu Berlin. Im Jahre 1979 wurde er zum Namensgeber des Stadtbezirk Marzahn bei der Ausgliederung aus dem damaligen Bezirk Lichtenberg, der bis 1986 dem heutigen Bezirk Marzahn-Hellersdorf entsprach. Der eigenst├Ąndige Bezirk im Ostteil Berlins wurde bei der Verwaltungsreform 2001 mit dem ehemaligen Stadtbezirk Hellersdorf zum heutigen Bezirk Marzahn-Hellersdorf fusioniert.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft des Namens

Der Name Marzahn stammt vermutlich vom slawischen more (See) oder marcana ( polabisch : Sumpf). Die Wuhle verursachte oft ├ťberschwemmungen, wodurch S├╝mpfe entstanden. Au├čerdem war Marzana die G├Âttin der Wintersonne und des Ackerbaus.

Geschichte des Dorfes Marzahn

Die Anf├Ąnge

1300 wurde das Dorf Marzahn unter der Bezeichnung Morczane durch Markgrafen Albrecht III. erstmals urkundlich erw├Ąhnt. Mit der Urkunde wurde den Nonnen des Kloster Friedland Landbesitz in Marzahn best├Ątigt. 1375 geh├Ârte das Dorf mit Ausnahme von 3 Hufen einem Ritter von Wulkow, seit Anfang des 15. bis Ende des 16. Jahrhunderts der Familie von Linenberg.

1539 wurde Marzahn im Rahmen der Reformation in Brandenburg zun├Ąchst Tochterkirche von Biesdorf, dann von etwa 1600 bis 1945 von Friedrichsfelde.

Nach dem Drei├čigj├Ąhrigen Krieg war Marzahn 1652 in einem schlechten Zustand: es gab keine Bauern mehr und nur die 5 Koss├Ąten ├╝berstanden den Krieg. Nachdem 1590 der Besitz des Dorfes geteilt wurde, ging 1657 und 1681 Marzahn in zwei Schritten in den Besitz des Gro├čen Kurf├╝rsten und wurde dem kurf├╝rstlichen Amt K├Âpenick unterstellt. Bis 1872 verblieb Marzahn im Besitz des brandenburgischen Kurf├╝rsten beziehungsweise preu├čischen K├Ânigs.

Nachdem 1764 das Marzahner Amtsvorwerk unter 19 Siedlerfamilien aus der Pfalz aufgeteilt wurde, bildeten die Pf├Ąlzer f├╝r mehrere Jahrzehnte eine eigene Dorf-, Kirch- und Schulgemeinde.

Erstmals fand 1874 in Marzahn, das zum neu gebildeten Amtsbezirk Hohensch├Ânhausen geh├Ârte, eine Gemeindevertreterwahl statt. Von 1872 bis 1920 war der Ort Teil des Kreises Niederbarnim .

1875 begann in Marzahn die Anlegung von Rieselfeldern, erst 1898 / 99 erhielt der Ort einen einfachen Bahnhof. Er war an der Wriezener Bahn gelegen und erhielt erst 1914 ein ├ťberholgleis.

Ab 1904 wurde Marzahn an das Gas- und Wassernetz angeschlossen, der Anschluss an das Stromnetz musste jedoch noch bis 1920 warten.

1912 wurde die neue Marzahner Schule fertig gestellt, die seit 1999 das Bezirksmuseum beherbergt.

Marzahn als Teil Berlins

Mit der Schaffung von Gro├č-Berlin wurde Marzahn am 1. Oktober 1920 nach Berlin eingemeindet und Teil des Bezirkes Lichtenberg.

1936 wurde im Vorfeld der Olympischen Spiele f├╝r Sinti und Roma n├Ârdlich des Friedhofes am Wiesenburger Weg in Marzahn ein Zwangslager errichtet. An ihnen werden so genannte "rassebiologische Untersuchungen" durchgef├╝hrt. Die meisten der sch├Ątzungsweise bis zu 2.000 Festgesetzten werden 1943 nach Auschwitz oder Bergen-Belsen deportiert, nur wenige ├╝berlebten.

1940 bis '42 errichtete das Unternehmen Hasse & Wrede im zu Marzahn geh├Ârigen Ortsteil B├╝rcknersfelde einen Werksneubau, auf dessen Gel├Ąnde sich auch zwei Zwangsarbeiterlager befanden. Der Betrieb galt als Leitbetrieb der deutschen Wehrwirtschaft und trug ab dem 1. Mai 1944 den Titel " nationalsozialistischer Musterbetrieb". In dem Betrieb wirkte eine kleine, aber erfolgreiche kommunistische Widerstandsgruppe . Auch die ├Ârtlichen Bauern besch├Ąftigten zahlreiche ausl├Ąndische Zwangsarbeiter, um die im Kriegseinsatz befindlichen deutschen Arbeitskr├Ąfte zu ersetzen.

Am 30. M├Ąrz 1943 kam es zu einem schweren Luftangriff, bei dem in Marzahn f├╝nf Menschen get├Âtet und mehrere H├Ąuser zerst├Ârt wurden. Zwischen 1943 und April 1945 versteckten der Spediteur Erich Scheffler und seine Frau Charlotte in ihrem Wohnhaus mehrere j├╝dische B├╝rger und retteten ihnen so das Leben.

Die Einnahme Berlins durch die Rote Armee f├╝hrte die sowjetischen Truppen am 21. April 1945 zuerst nach Marzahn, wo der Bauer Erwin Gensler von den sowjetischen Besatzungstruppen zum B├╝rgermeister eingesetzt wurde.

Marzahn 1945 bis 1979

Am 30. Oktober 1945 erlie├č die Sowjetische Milit├Ąradministration Deutschlands (SMAD) den Befehl (SMAD-Befehl Nr. 124), Hasse & Wrede zu sequestrieren. Bis 1946 wird der Betrieb vollst├Ąndig demontiert. Im November 1947 wird das Unternehmen der " Deutschen Treuhandverwaltung " unterstellt und produzierte nach Aufr├Ąumarbeiten Drehmaschinen. Im Februar 1950 wurde aus Hasse & Wrede der VEB Berliner Drehautomaten (sp├Ąter entstand durch Zusammenlegung mit dem VEB Berliner Werkzeugmaschinenfabrik der VEB Berliner Werkzeugmaschinenfabrik Marzahn (BWF)).

1953 wurde in Marzahn die erste LPG Berlins mit dem Namen ÔÇťNeue Ordnung" gegr├╝ndet, die sich 1958 mit der Biesdorfer LPG zusammenschloss und 1965 mit der LPG Eiche/Ahrensfelde zur LPG ÔÇťEdwin Hoernle" fusionierte.

1971 wird auf dem VIII. Parteitag der SED beschlossen, die "Wohnungsfrage als soziales Problem bis 1990" zu l├Âsen. In diesem Zusammenhang wird das Neubaugebiet Berlin-Marzahn beschlossen.

1976 bis 1979 wurden im Rahmen der Erschlie├čungsarbeiten f├╝r die Gro├čsiedlung Marzahn Gebiet des ehemaligen Rohrpfuhls s├╝d├Âstlich des Dorfkerns Marzahn arch├Ąologische Grabungen durchgef├╝hrt. Die Arch├Ąologen stie├čen dabei auf mehrere slawische und germanische Siedlungsreste.

1978 werden im Wohngebiet 1 von Marzahn, dass auf Entw├╝rfen von Peter Schweizer und Heinz Graffunder beruht, 4.089 Wohnungen fertiggestellt.

Marzahn im Bezirk Marzahn (-Hellersdorf)

5. Januar 1979: Marzahn wird zusammen mit den Ortsteilen Biesdorf, Hellersdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf Teil des neugebildeten Stadtbezirkes Berlin-Marzahn.

6. April 1979: Wie die "Frankfurter Allgemeine", auf eine Anfrage bei der US-Botschaft in Bonn hin, berichtet, sind die drei Westm├Ąchte der Ansicht, dass die Bildung eines neunten Stadtbezirks in Ost-Berlin die Verantwortung der vier M├Ąchte f├╝r ganz Berlin nicht beeintr├Ąchtigt und eine rein verwaltungstechnische Ma├čnahme darstellt. Anders w├Ąre dies, wenn der neue Stadtbezirk ├╝ber die bisherigen Grenzen von Berlin hinausreichen w├╝rde.

1. Mai 1980: Das Marzahner Wappen wird der ├ľffentlichkeit vorgestellt. Es wurde von dem Berliner Graphiker Dietrich Dorfstecher geschaffen. Es besteht aus einem silbernem M f├╝r Marzahn in der Mitte des gr├╝n-roten Wappenschildes. Oben befinden sich f├╝nf ├ähren f├╝r die Landwirtschaft sowie die zugeh├Ârigen Ortsteile Marzahn, Biesdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf und Hellersdorf. Unten ist ein silbernes Zahnrad f├╝r die industrielle Entwicklung Marzahns abgebildet.

Bis 1991 dauert die am 31.03. 1982 vom Berliner Magistrat beschlossene Rekonstruktion des seit 1977 unter Denkmalschutz stehenden m├Ąrkischen Angerdorfes Marzahn als ein Denkmal des St├Ądtebaus und der Architektur.

Bockwindm├╝hle, Neubau von 1994
Bockwindm├╝hle, Neubau von 1994

1. Juni 1986: Der Bezirk Hellersdorf wird aus dem Bezirk Marzahn ausgegliedert. Er umfasst die Ortsteile Hellersdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf.

9. Mai 1987: Zur 750-Jahr-Feier von Berlin wird am Kienberg die Berliner Gartenschau (heute: Erholungspark Marzahn) nach Pl├Ąnen von Gottfried Funeck er├Âffnet.

28. Juli 1987: Im Dorf Marzahn er├Âffnet die B├Ąckerei und Konditorei Engel.

15. Februar 1988: In einer umgebauten Scheune er├Âffnet die nach dem Biesdorfer Kunsthistoriker und -kritiker benannte "Heinz L├╝decke Bibliothek".

01. Juni 1989 Im Ergebnis der ersten freien Kommunalwahlen in der DDR vom 06.Mai 1989 tritt der Sozialdemokrat Andreas R├Âhl sein Amt als Stadtbezirksb├╝rgermeister an.

30. Juni 1990: Die Fertigstellung des Freizeitforums setzt gleichzeitig den Schlu├čpunkt f├╝r das Projekt Marzahner Promenade, welche nach Pl├Ąnen von Heinz Graffunder, Wolf-R├╝diger Eisentraut und Helmut Stiegl gestaltet wurde und beginnend mit einem Kaufhaus am S-Bahnhof Marzahn ├╝ber eine Einkaufspromenade zum Freizeitforum Marzahn mit seinen Freizeiteinrichtungen, wie Schwimmhalle, Sauna, Bibliothek und Veranstaltungsr├Ąumen, f├╝hrt.

Juni 1999: Der Senat richtet f├╝r das Gebiet Marzahn Nord West ein Quartiersmanagement ein. Als eines von inzwischen 17 "Gebieten mit besonderem Entwicklungsbedarf" in Berlin erh├Ąlt das Quartier eine spezielle F├Ârderung. [1]

Das Wohngebiet Landsberger Tor ("LabeTo") in Berlin-Marzahn
Das Wohngebiet Landsberger Tor ("LabeTo") in Berlin-Marzahn

2000: Mit dem Bau des Wohngebietes Landsberger Tor entsteht auf dem Gel├Ąnde der ehemaligen LPG "Edwin Hoernle" zwischen Landsberger Allee und Eisenacher Stra├če erstmalig seit der Wende ein geschlossenes neues Wohnviertel in Marzahn, zu dem auch eine gro├če Markthalle geh├Ârt. Diese steht bis zum heutigen Tage leer, die Vermietung geriet zur Farce. Die Architektur der Freifl├Ąchen erh├Ąlt mehrere Architekturpreise.

1. Januar 2001 Marzahn wird im Rahmen der Berliner Bezirksfusion erneut ein Teil des gemeinsamem Bezirks Marzahn-Hellersdorf.

Sehensw├╝rdigkeiten im Ortsteil Marzahn

Chinesischer Garten im Erholungspark Marzahn
Chinesischer Garten im Erholungspark Marzahn
  • Gr├Â├čte Uhr Europas, integriert in die 1993 errichtete "Pyramide" an der Landsberger Allee
  • Angerdorf Alt-Marzahn (mit der Dorfkirche, dem Bezirksmuseum in der ehemaligen Dorfschule und der 1994 neu errichteten Bockwindm├╝hle , siehe Marzahner Bockwindm├╝hle
  • Erholungspark Marzahn (mit den "G├Ąrten der Welt", darunter dem Chinesischen, dem Japanischen, dem Balinesischen und dem Orientalischem Garten) (der Koreanische Garten ist noch im Bau)
  • Wuhle, ein Fl├╝├čchen, das entlang der Stadtteilgrenze zwischen Marzahn und Hellersdorf in wundersch├Âner Natur liegt
  • Zweitgr├Â├čtes Berliner Einkaufscenter "Eastgate". Erhebt f├╝r sich den Anspruch, durch seine Architektur, geplante kulturelle Angebote und ein (nach eigenen Angaben) exklusives Warensortiment zur Stadtquartierentwicklung beizutragen. [2]
180┬░ Panorama ├╝ber Berlin-Marzahn

Kultur, Sport und Wirtschaft

Sport

  • 1. FC Marzahn 94 ( Fu├čball )
  • 1. VfL FORTUNA Marzahn ( Leichtathletik , American Football , Hockey , Volleyball )
  • BSC Marzahn (Fu├čball, Basketball )
  • Fechten PSV-Berlin
  • Marzahn Warriors ( Streethockey , Deutscher Vizemeister 2001)
  • Marzahner Basketb├Ąren ( Basketball )

Literatur

  • Bezirksamt Marzahn von Berlin (Hrsg.): Biesdorf und Marzahn. Aus der Geschichte zweier D├Ârfer. Ein Lesebuch. Berlin 2000.
  • Rach, Hans-J├╝rgen: Die D├Ârfer in Berlin. Ein Handbuch der ehemaligen Landgemeinden im Stadtgebiet von Berlin. 2. Aufl. Verlag f├╝r Bauwesen, Berlin 1990. ISBN 3-345-00243-4
  • Engel, Helmut: Historische Knorr-Bremse, Industriekomplex im Wandel. Standort Berlin-Marzahn. Jovis Verlag, Berlin 2001. ISBN 3-931321-44-4

Weblinks



Koordinaten: 52┬░ 33' N 13┬░ 33' O

Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Berlin-Marzahn aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Berlin-Marzahn verfügbar.

fair-hotels. Ein Service der
VIVAI Software AG
Betenstr. 13-15
44137 Dortmund

Tel. 0231/914488-0
Fax 0231/914488-88
Mail: info@vivai.de
Url: http://www.vivai.de