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Letzte Änderung für Artikel Berlin-Gropiusstadt: 19.02.2006 00:00

Berlin-Gropiusstadt

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Die Gropiusstadt
Die Gropiusstadt

Die Gropiusstadt ist ein Ortsteil im Bezirk Neuk├Âlln von Berlin. Sie entstand von 1962 bis 1975 als Satellitensiedlung oder Gro├čwohnsiedlung zwischen den alten Siedlungen Britz, Buckow und Rudow. Im Zuge der Verwaltungsreform 2002 wurde sie als eigenst├Ąndiger Ortsteil von Rudow und Buckow abgetrennt.

Lage in Berlin
Lage in Berlin

Die rund 18.500 Wohnungen der von Walter Gropius geplanten Trabantenstadt wurden zu 90% als Sozialwohnungen errichtet und seit den 80er Jahren gilt die Gropiusstadt als sozialer Brennpunkt . ├ťber Berlin hinaus bekannt geworden ist sie vor allem durch das Buch Wir Kinder vom Bahnhof Zoo , dessen Autorin Christiane F. hier aufwuchs.

Inhaltsverzeichnis

Planung

Mitte der 1950er Jahre begannen erste Vor├╝berlegungen f├╝r die Schaffung einer Gro├čsiedlung im S├╝den Neuk├Âllns. Die Wiederaufbauarbeit nach dem Krieg gewann an Dynamik und getreu dem Motto der Charta von Athen sollte auch in die dichtbebauten Gr├╝nderzeitviertel Licht, Luft und Sonne! einziehen. F├╝r die Bewohner der dabei abzurei├čenden Hinter- und Seitenh├Ąuser musste aber neuer Wohnraum geschaffen werden.

Aus ├ťberlegungen, die in Britz gelegene Hufeisensiedlung von Bruno Taut nach S├╝den zu erweitern, entstand die Idee, die an der s├╝dlichen Stadtgrenze Berlins gelegene Ackerfl├Ąche f├╝r das Wohnungsbauvorhaben zu nutzen. Im Mai 1958 begannen erste Grundst├╝cksank├Ąufe f├╝r die Gro├čsiedlung Britz-Buckow-Rudow (BBR), wie der Planungsname nach den beteiligten Stadtteilen lautete. Ab 1962 betreute der Bauhaus-Architekt Walter Gropius mit seinem B├╝ro The Architects Collaborative (TAC) federf├╝hrend die Planung. Er wollte die "mannigfaltigen Elemente des herk├Âmmlichen Stadtlebens" mit den damals modernen Methoden des St├Ądtebaus verbinden.

Die Konzeption sah als Reminiszenz an die Hufeisensiedlung kreisrunde Bauk├Ârper mit dazwischenliegenden, ├╝berschaubaren Wohnvierteln und Einfamilienhaussiedlungen vor, in denen zentral Gesch├Ąftszentren und eine Anbindung an die zu verl├Ąngernde U-Bahnlinie 7 eingebettet waren. Gro├če Gr├╝nfl├Ąchen dazwischen sollten die Bebauung auflockern und den Bewohnern zur Naherholung dienen.

Mit dem Mauerbau nach 1961 ├Ąnderten sich schlagartig die Rahmenbedingungen in West-Berlin: da keine Wachstumsfl├Ąchen nach au├čen mehr verf├╝gbar waren, mussten die Bauvorhaben nun deutlich verdichtet werden. Statt der urspr├╝nglich vorgesehenen 14.500 Wohnungen wurden die Planungen modifiziert, die endg├╝ltige Planfassung sah auf 264  ha fast 19.000 Wohneinheiten f├╝r mehr als 50.000 Menschen vor. Als Folge der h├Âheren Dichte wurden nun mehr Fl├Ąchen f├╝r Infrastruktureinrichtungen ( Schulen , Einkaufszentren , etc.) und Stellpl├Ątze ben├Âtigt, so dass die Geb├Ąude auf der verbleibenden Fl├Ąche deutlich in die H├Âhe wachsen mussten. Statt der von Gropius vorgesehenen maximal f├╝nf Geschosse hat das h├Âchste hier stehende Geb├Ąude (Wohnhochhaus Ideal, Fritz-Erler-Allee) 30 Etagen (mit 89 m H├Âhe das dritth├Âchste deutsche Wohngeb├Ąude nach dem K├Âlner Axa-Hochhaus (vormals Colonia-Tower) und dem Hamburger Mundsburgtower I). Auch die Gr├╝nfl├Ąchen wurden deutlich reduziert.

Bauphase

Die Gropiusstadt von S├╝den (Brandenburg)
Die Gropiusstadt von S├╝den (Brandenburg)

Am 7. November 1962 legte der damalige regierende B├╝rgermeister Willy Brandt im Beisein von Walter Gropius feierlich den Grundstein f├╝r den ersten Bauabschnitt. Die Bebauung entstand komplett in Regie der st├Ądtischen Wohungsbaugesellschaften GEHAG und DEGEWO, private Investoren kamen praktisch nicht zum Zug. Ab 1965 begann man parallel zum Siedlungsbau die U-Bahn von Britz-S├╝d nach Rudow zu verl├Ąngern. Entlang der U-Bahn-Stationen entstanden Stadtteilzentren, entlang der Strecke entstand oberirdisch ein Gr├╝nzug. 1969 starb Gropius, 1972 wurde die Siedlung, obwohl noch in der Bauphase, nach dem ber├╝hmten Bauhaus-Architekten benannt. Im Jahr 1975 wurde die Gropiusstadt fertiggestellt. Nach Abschluss der Bauarbeiten waren f├╝r 1,74 Milliarden Mark 18.500 Wohneinheiten mitsamt Verkehrserschlie├čung und Infrastrukturfolgeeinrichtungen entstanden.

Weitere Entwicklung

Stellte die Gropiusstadt in den ersten Jahren einen attraktiven Stadtteil dar, der Lebensqualit├Ąt bot, die es in der Innenstadt oft nicht gab, so entwickelte er sich ab Ende der 70er durch den hohen Sozialwohnungsanteil von 90% zum Problemgebiet. Auch die von Le Corbusier gepr├Ągte, stark ideologisierte Stadtplanung der 50er und 60er Jahre f├╝hrte vielfach nicht zu den gew├╝nschten Ergebnissen und brachte damals ungeahnte Probleme mit sich. Auch die vom Berliner Senat gegen den Willen Gropius' durchgef├╝hrten Plan├Ąnderungen trugen ihren Teil zur Lage bei.

Die noch nicht allzu stark bewachsenen Freifl├Ąchen hatten wenig Aufenthaltsqualit├Ąt, dunkle Ecken und Treppenh├Ąuser entwickelten sich zu Angstr├Ąumen. Die Bewohner blieben in ihren Appartements eher unter sich und trotz vielf├Ąltiger sozialer Einrichtungen entwickelte sich das soziale Leben nicht wie erwartet. Die Bewohner bem├Ąngelten den Verlust innerst├Ądtischer Urbanit├Ąt durch die weiten Freifl├Ąchen, die Nachbarschaftsprobleme durch die hohe Wohndichte und den Verlust des Kiez -Gef├╝hls. Die Mieterfluktuation stieg, ebenso wie die Leerstandsquote. Die in der Gropiusstadt aufwachsende Christiane F. gibt in ihrem Buch Wir Kinder vom Bahnhof Zoo eine eindrucksvolle Darstellung der sozialen Probleme.

1986 wurden mit gro├čen Investitionen Wohnumfeldverbesserungen vorgenommen. Das ├Âffentliche Gr├╝n wurde entsprechend Gropius' urspr├╝nglichen Vorstellungen aufgewertet, Pl├Ątze umgestaltet und man versuchte mit gezielten Ma├čnahmen zus├Ątzliche Angebote (z.B. Jugendclubs, Quartiersmanagement ) f├╝r die Bewohner zu schaffen.

Nach der Wende ├Ąnderten sich die Verh├Ąltnisse signifikant. Der gro├čz├╝gige Bundeszuschuss f├╝r die Berliner St├Ądtebauf├Ârderung entfiel, die Wohnnachfrage sank, weil die Berliner auch ins Umland ziehen k├Ânnen und Zuz├╝gler aus Osteuropa lie├čen den Ausl├Ąnderanteil ansteigen. Seit 2001 ist kein Wohnberechtigungsschein mehr f├╝r den Bezug der Wohnungen erforderlich, weshalb die Attraktivit├Ąt der Gropiusstadt wieder merklich zugenommen hat. Die Leerstandquote liegt nach Angaben der Wohnungsbaugesellschaft DEGEWO, die einer der Haupteigent├╝mer ist, im einstelligen Bereich.

Das Ladenzentrum an der Johannistaler Chausee hat sich von einem Stadtteilzentrum zu einem Einkaufszentrum von ├╝ber├Ârtlicher Bedeutung entwickelt. Die Gropius-Passagen geh├Âren heute mit ├╝ber 85.000 m┬▓ Einkaufsfl├Ąche und 170 Gesch├Ąften zu den gr├Â├čten Einkaufszentren in Deutschland.

Verkehrsanbindung/├ľffentlicher Nahverkehr

Die zentrale Anbindung an die Innenstadtbezirke erfolgt ├╝ber die U-Bahn (Linie 7). In der Gropiusstadt liegen die Bahnh├Âfe Johannisthaler Chaussee , Lipschitzallee , Wutzkyallee und Zwickauer Damm . Um alle 4 Bahnh├Âfe herum wurden die zentralen Versorgungseinrichtungen f├╝r die Bewohner errichtet.

Kirchen/Gemeinden

In der Gropiusstadt entstanden in der Bauphase und auch danach eine Reihe neuer Kirchengemeinden!

  • St. Dominicus (Katholisch)
  • Martin-Luther King (Evangelisch)
  • Gropiusstadt-S├╝d (Evangelisch)

Schulen

  • Walt-Disney Grundschule
  • Hugo-Heimann-Grundschule
  • St. Marien Grundschule
  • Martin-Lichtenstein-Grundschule
  • Grundschule am Regenweiher
  • Liebig-Oberschule (Realschule)
  • Wildmeister-Oberschule (Hauptschule)
  • Helmholtz-Oberschule (Gesamtschule)
  • Walter Gropius Schule (Gesamtschule)

Literatur

  • Christiane F. : Wir Kinder vom Bahnhof Zoo, Heyne 1999, ISBN 3-453-16289-7

Bilder/Ansichten

 


Koordinaten: 52┬░25'30 N 13┬░28'00 O

Wikipedia

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