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Letzte Änderung für Artikel Berlin-Bohnsdorf: 23.01.2006 08:20

Berlin-Bohnsdorf

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Karte
Lage des Ortsteil Bohnsdorf im Bezirk Treptow-Köpenick
Basisdaten
Bundesland: Berlin
Stadtbezirk : Bezirk Treptow-Köpenick
Geografische Lage :
Koordinaten: 52° 24′ n. Br., 13° 34′ Ă¶. L.
52° 24′ n. Br., 13° 34′ Ă¶. L.
Höhe : 34 m ü. NN
Einwohner : 10.484
(Quelle: StaLa Stand 31. Dez. 2004)
Postleitzahlen : 12526
Website: BA Treptow-Köpenick

Bohnsdorf [ 'bo:nsdɔrf ] ist ein Ortsteil im Südwesten des Bezirks Treptow-Köpenick von Berlin. Es grenzt im Norden an Berlin-Altglienicke, im Osten an Berlin-Grünau und im Süden an die Gemeinde Schönefeld (bei Berlin). Im Südwesten ragt außerdem ein kleiner Teil des Flughafens Berlin-Schönefeld in das Siedlungsgebiet.

Als Ortsteil hat Bohnsdorf laut Berliner Verfassung keinerlei Selbstverwaltung. Alle die Region betreffenden Aufgaben werden vom Bezirksamt bzw. der Bezirksverordnetenversammlung Treptow-Köpenick wahrgenommen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Das Gelände ist mit Ausnahme der im Norden gelegenen Falkenberge (52 m) sehr flach. Im Osten Bohnsdorfs fließt der Plumpengraben, wodurch das angrenzende Gebiet lange Zeit völlig versumpft war und erst nach umfangreicher Trockenlegung besiedelt werden konnte.

In der Bebauung dominieren die für eine Stadtrandsiedlung typischen Einfamilienhäuser und Reihenhaussiedlungen. Eine Besonderheit stellt der als Ensemble denkmalgeschützte Anger (Dorfplatz 2–21) dar – der einzige komplett erhaltene im Land Berlin.

Geschichte

Spätmittelalter

Am heutigen Dorfplatz wurde vermutlich während der deutschen Ostexpansion im 13. Jahrhundert der Grundstein für den heutigen Ortsteil gelegt. Damit wäre Bohnsdorf ähnlich alt wie die beiden „Kern“-Städte Berlin und Cölln. Es entstand ein Anger – eine Kirche und ein Dorfplatz im Mittelpunkt und etwa sieben bis neun Gehöfte in einem Oval ringsherum. Im Jahr 1375 ließ Kaiser Karl IV. das Landbuch der Mark Brandenburg anlegen. Die Siedlung am Dorfplatz wurde unter dem Namen „Benistorp“ bzw. „Bonenstorf“ eingetragen. (Auch eine andere kleine Siedlung findet hier erste Erwähnung: Glinik).

unter den Hohenzollern

Die Siedlung Bohnsdorf hatte während der nächsten 200 Jahre ständig wechselnde Lehnsherren, meist Adlige aus Berlin-Cölln oder aus der Mark, von denen es aber – abgesehen von regelmäßigen Steuerzahlungen – allgemein in Ruhe gelassen wurde. Ein Tiefpunkt in der Geschichte Bohnsdorfs war die Zeit zwischen 1400 und 1420 , als die Raubritter Johann und Conrad von Quitzow die Region unsicher machten und die Siedlungen rings um Berlin-Cölln plünderten.

Am 3. Januar 1571 starb Joachim II. von Brandenburg auf dem Wege nach Berlin. Sein vermuteter Todesort am Ende der heutigen Bohnsdorfer Joachimstraße zierte von 1845 – 1940 ein Denkmal des Kurfürsten.

Brandenburg, das sich schon zu Lebzeiten Martin Luthers der Reformation angeschlossen hatte, zog 1630 als Verbündeter Schwedens in den Dreißigjährigen Krieg . Durch die mehrmals plündernd durch die Mark ziehenden Heere verlor Bohnsdorf bis zum Ende des Krieges etwa ¾ seiner Bevölkerung. Auch die mittelalterliche Kirche wurde schwer beschädigt.

im Königreich Preußen

Nach der Gründung des Königreichs Preußen durch Friedrich I. im Jahre 1701 profitierte Bohnsdorf durch das Aufblühen der königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin.

1755 wurde beschlossen, eine neue Backsteinkirche auf dem Dorfplatz zu errichten, die dem immer größer werdenden Zulauf aus der Siedlung Grünau gerecht werden sollte. Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz – neben der Sophienkirche in Mitte und dem Kloster Neuzelle ist es der einzige Sakralbau im Stil des Barock in der ganzen Region.

1764 trafen Siedler aus der Pfalz in Bohnsdorf ein und gründeten östlich des Dorfplatzes die Siedlung Neu-Bohnsdorf. Rund hundert Jahre später, 1865 , vereinigten sich Bohnsdorf und Neu-Bohnsdorf zu einer selbstverwalteten preußischen Landgemeinde Bohnsdorf.

im Kaiserreich

Der Bauboom der Gründerzeit erfasste auch die Siedlungen rund um Berlin. Es entstanden jene viereckigen Gutshöfe, die noch heute unverändert am Dorfplatz stehen und inzwischen als Ensemble denkmalgeschützt sind.

1877 erwarb der Müller August Urner in der Stadt Köpenick eine voll drehbare Bockwindmühle , die er mit Pferdefuhrwerken bis auf seinen Gutshof am Dorfplatz transportierte. (Die Mühle stand bis Anfang der 1980er am selben Ort und sollte eigentlich restauriert und unter Denkmalschutz gestellt werden. Der Magistrat entschied dann aber, die Mühle zur Devisenbeschaffung an das damalige Museum für Verkehr und Technik (heute: Deutsches Technikmuseum Berlin) in Berlin-Kreuzberg zu verkaufen, wo sie noch heute ausgestellt ist. Siehe Bohnsdorfer Bockwindmühle im Technikmuseum.)

1889 kam der Gartenbaudirektor Max Buntzel nach Bohnsdorf und erwarb ein Grundstück auf dem Falkenberg, auf dem er eine große Obstplantage anlegte. Außerdem baute er sich eine schlossähnliche Villa im Stil der Renaissance. Aufgrund finanzieller Nöte musste er Villa und Plantage jedoch schon 1906 wieder verkaufen. Die Gemeinde Bohnsdorf hat er dennoch geprägt: Der Falkenberg heißt seither bei den Anwohnern nur noch Buntzelberg.

Öffentliche u. halböffentliche Einrichtungen

  • Grundschule am Buntzelberg
  • Linden-Oberschule (Realschule)
  • Krankenhaus Hedwigshöhe
  • Freiwillige Feuerwehr Bohnsdorf
  • Stadtteilbibliothek Bohnsdorf
  • Gemeindehaus St. Laurentius der katholischen Kirchengemeinde Christus König
  • Evangelische Kirchengemeinde Berlin-Bohnsdorf
  • Parkanlage auf dem Falkenberg
  • Sportplatz Buntzelberg, 1.000 Stehplätze, Heimmannschaft: GrĂĽnauer BC 1917

Verkehr

  • AuĂźerdem fahren in Bohnsdorf die Busse 163, 263 und 734 der BVG bzw. der RVS .

BerĂĽhmte Bohnsdorfer

  • Max Buntzel (1850–1906), Gartenbaudirektor und Plantagenbesitzer
  • Otto Mellies (geb. 1931), Theater- und Fernsehschauspieler, Synchronsprecher z. B. von Christopher Lee
  • Arno Funke , genannt „Dagobert“ (geb. 1950), Autor, Grafiker, verurteilter Kaufhauserpresser
  • Fritz KĂĽhn (1910–1967), Fotograf, Bildhauer und Kunstschmied. Die Fritz-KĂĽhn-StraĂźe in Bohnsdorf ist nach ihm benannt.

Weblinks

Literatur

Sabine Molter: Spaziergänge in Treptow. Haude & Spener, Berlin 1998, ISBN 3-7759-0414-X

Wikipedia

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