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Letzte Änderung für Artikel St. Leon-Rot: 06.02.2006 09:09

St. Leon-Rot

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Wappen Karte
fehlt noch Deutschlandkarte, Position von Sankt Leon-Rot hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Baden-WĂŒrttemberg
Regierungsbezirk : Karlsruhe
Landkreis : Rhein-Neckar-Kreis
Geografische Lage :
Koordinaten: 49° 16' N, 08° 36' O
49° 16' N, 08° 36' O
Höhe : 107 m ĂŒ. NN
FlĂ€che : 25,56 kmÂČ
Einwohner : 12.329 (30. Juni 2005)
Bevölkerungsdichte : 480 Einwohner je kmÂČ
AuslÀnderanteil : 8,8 %
Postleitzahlen : 68783–68789 (alt: 6837)
Vorwahl : 06227
Kfz-Kennzeichen : HD
GemeindeschlĂŒssel : 08 2 26 103
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 2
68789 St. Leon-Rot
Offizielle Website: www.st-leon-rot.de
E-Mail-Adresse: gemeinde@st-leon-rot.de
Politik
BĂŒrgermeister : Alexander Eger

St. Leon-Rot (ausgeschrieben Sankt Leon-Rot) ist eine Gemeinde im SĂŒden des Rhein-Neckar-Kreises in der NĂ€he von Heidelberg und Speyer.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

St. Leon-Rot liegt in der Kraichbachniederung, dem Oberrheingraben zugehörig, etwa 18 km sĂŒdlich von Heidelberg und ist Teil des Rhein-Neckar-Dreiecks. St. Leon-Rot ist ĂŒber die Autobahnen A 5 (E 35; Frankfurt – Karlsruhe Ausfahrt Nr. 39 –Walldorf/Wiesloch- oder Nr. 41 –Kronau-) und A 6 (E 50; Mannheim – Heilbronn Ausfahrt Nr. 32 –Wiesloch/Rauenberg-) an das ĂŒberörtliche Verkehrsnetz angebunden. ErgĂ€nzt wird die verkehrstechnische Erschließung durch die Bundesstraßen 3 und 39. Der an der Bahnstrecke Heidelberg - Bruchsal - (Karlsruhe) gelegene S-Bahn-Haltepunkt Rot/Malsch garantiert den Anschluss an den regionalen und ĂŒberregionalen Schienenverkehr. Den Schienenverkehr ergĂ€nzt ein Busverkehr, mit dem das Mittelzentrum Wiesloch sowie das Oberzentrum Heidelberg erreicht werden kann.

Geologie

Die mĂ€chtigen Kies- und Sandschichten, wenige Meter unter der OberflĂ€che beginnend und teilweise bis in 1000 m Tiefe hinabreichend, erinnern an eine geologisch bewegte Zeit. Der PfĂ€lzer Wald im Westen und der Odenwald im Osten prĂ€sentieren sich, von St. Leon-Rot aus gesehen, als RĂ€nder der Tiefebene. Sie waren frĂŒher, wie die Vogesen und der Schwarzwald, ein zusammenhĂ€ngendes Gebirge, dessen Entstehung wahrscheinlich 225 Millionen Jahre zurĂŒckreicht.

Bei der Suche nach Erdöl, Erdgas und nach Kalisalzvorkommen haben mehr als 2.000 Tiefenbohrungen und seismische Messungen ergeben, das in der Tiefe des Rheingrabens, unter den Kies-, Sand- und Lettenschichten, die gleichen Gesteinsarten vorkommen wie zu beiden Seiten an der OberflĂ€che der Randgebirge. Die verkippten und gegeneinander versetzten Schollen im Grabeninnern bestĂ€tigen einen Grabeneinbruch von gewaltigem Ausmaß. Der Höhenunterschied zwischen gleich alten Schichten am Königstuhl und im Grabenbereich, also die gesamte Sprunghöhe des Abbruchs, belĂ€uft sich auf fast 5000 m. Dabei sind im Graben noch Gesteine des Muschelkalks des Keupers und weiter sĂŒdlich auch des Juras erhalten geblieben, wĂ€hrend sie im östlichen Hochgebiet der fortschreitenden Abtragung lĂ€ngst zum Opfer gefallen sind.

Erdölbohrungen fĂŒhrte man in den Jahren 1935 – 1937 auch auf der ehemaligen Gemarkung Rot durch. In der NĂ€he des Friedhofes, bei der heutigen Josefstraße und im Stegerfeld standen die BohrtĂŒrme. Die Ausbeute war aber sehr gering, wodurch man die Bohrungen im Jahre 1937 wieder einstellte.

Im Wieslocher Wald, nahe der „Schnellpresse“ ( Heidelberger Druckmaschinen AG ), hatte man grĂ¶ĂŸeren Erfolg. In den Jahren 1951 – 1963 fand man dort Erdöl, bereitete es auf und lieferte es mit den Tankwagen der Bundesbahn nach Ludwigshafen (BASF) und bis nach Bochum. 1963 wurde die Förderung unrentabel, da das Erdöl aus dem Ausland billiger bezogen werden konnte. So wurden auch diese Bohrungen wieder eingestellt.

Als Graben bezeichnet der Geologe eine Bruchstruktur, in der ein langgestreckter, keilförmiger Körper gegenĂŒber seinen Flanken eingesunken ist. Die großen GrĂ€ben entstehen, wenn die Erdkruste gezerrt wird und dabei in Schollen zerbricht.

Der Oberrheingraben ist nur ein TeilstĂŒck eines großen Grabens. Letzterer beginnt, wenn auch versetzt, im Norden mit dem Oslograben, setzt sich in sĂŒdlicher Richtung mit der Niederrheinischen Bucht, der Hessischen Senke und dem Oberrheingraben fort. Er reicht bis zur SĂąone - Senke am Mittelmeer und durchzieht im Grunde den gesamten Kontinent. Die Entstehung des Rheingrabens ist vermutlich auf eine lang andauernde, weit spannige Verbiegung der Erdkruste in Form einer Aufwölbung im Erdmittelalter zurĂŒckzufĂŒhren. Der Einbruch erfolgte im Scheitel der Aufpressung, in der heutigen Rheinebene.

Die Einsenkung des Rheingrabens vollzog sich nach und nach und nicht plötzlich, wie man ursprĂŒnglich annahm. In der Einbruchzone stellten sich die Erd- und Gesteinsschichten zum Teil senkrecht, wohl auch deshalb, weil die seitlichen Randschollen weggedrĂŒckt wurden. Selbst heute sind diese Bewegungen nicht abgeschlossen, wie gelegentliche Erdbeben beweisen. Wissenschaftliche Untersuchungen bestĂ€tigen, das der Oberrheingraben jĂ€hrlich um 0,5 mm absinkt.

Die durch die Erdverschiebungen entstandenen Bruchspalten machten fĂŒr vulkanische KrĂ€fte den Weg frei. So entstanden das Vulkanmassiv des Kaiserstuhls in der sĂŒdlichen Rheinebene und der Vogelsberg in der mittelhessischen Senke. Auch die Thermalquellen, die durch die Bruchlinien der Verwerfung am Rande der Ebene zutage treten, haben ihre Ursache in der WĂ€rme des Erdinnern.

Im Laufe des Erdzeitalters fĂŒllte sich der Graben mit Meerwasser aus dem SĂŒden. Auch die FlĂŒsse und die wasserreichen BĂ€che der Randgebirge ergossen sich in die Senke. Sie fĂŒllten den Graben mit Geröll, Ton und Sand. Diese Ablagerungen bilden an einigen Stellen bis zu 1000 m dicke Schichten. Das Wasser floss zunĂ€chst nach SĂŒden zum RhĂŽnegraben hin ab. Der angeschwemmte Schutt verstopfte diesen Abfluss bis sich die Wassermassen beim heutigen Bingen einen Durchbruch nach Norden verschafften. So trocknete der Graben allmĂ€hlich aus. Übrig blieb der Rhein, der als wilder Strom in vielen Windungen die Rheinaue durchfloss, bis er vom Flussbauingenieur Johann Gottfried Tulla in der Mitte des 19. Jahrhunderts korrigiert und zum schiffbaren Strom wurde.

Die Eis- und Zwischeneiszeiten mit ihren starken Klimaschwankungen hatten damals Kalt- und Warmzeiten zur Folge und beeinflussten die Tier- und Pflanzenwelt sehr stark. Funde bei Ausbaggerungen in Kies- und Tongruben belegen, dass hier einmal Mammuts, Nashörner, Elche und Wisente lebten.

Heute gliedert sich die Rheinebene entlang einer gedachten Linie Speyer – St. Leon-Rot – Malsch von West nach Ost in folgende NaturrĂ€ume:

Am Rhein entlang dehnt sich zwischen Speyer und Altlussheim die Rheinniederung oder Rheinaue mit sumpfigen Nassböden, Altrheinarmen und AuwĂ€ldern mit ihren Pappeln, Erlen und Weiden aus. Sie geht in das 5 – 10 m ĂŒber dem Strom gelegene Hochufer oder Hochgestade ĂŒber, das hochwasserfreie Siedlungen wie BrĂŒhl, Ketsch, Hockenheim und Alt- und Neulussheim ermöglichte. Als Abgrenzung zu der Stromaue bilden die Hochufer auch gleichzeitig den Übergang zu der Rhein-Niederterrasse mit ihren alten SchotterflĂ€chen. Diese sind westlich des Rheins mit LĂ¶ĂŸlehm bedeckt und östlich des Stromes in unserer Gegend meist versandet.
Aus den Sandmassen haben sich, wĂ€hrend und nach der Eiszeit, DĂŒnen gebildet, die sich frĂŒher weiterbewegt haben, heute aber lĂ€ngst bewaldet oder mit einer Pflanzendecke bewachsen sind. Die feineren Bestandteile des ehemaligen Rheinbettes wurden vom Wind ausgeweht und als LĂ¶ĂŸ an der Bergstraße, in der Vorderpfalz und vor allem im Kraichgau abgelagert. Ein großer Teil dieser Lösschichten wurde von dort wieder in die Rheinebene als Schwemmlöss hinuntergespĂŒlt.
Die Niederterrassenlandschaft ist zum grĂ¶ĂŸten Teil mit KiefernwĂ€ldern durchsetzt. Die waldfreien Sandböden dieser Zone bieten sich als Spargel- und Tabakanbaugebiet an. Zwischen den beiden Ortsteilen St. Leon und Rot ist die FlĂ€che von der Kraichbachniederung durchbrochen. Diese ist ein ehemaliger Ausfluss der Murg - Kinzig - Rinne und weist Feucht- und Flachmoorböden im Kirr sĂŒdlich und im „Bruch“ nordwestlich des Ortsteils Rot auf. (Bruch: Sumpfland, vom althochdeutschen „bruoh“ = Moorboden, Sumpf). Das durch GrĂ€ben entwĂ€sserte Feuchtgebiet im Kirr wird heute als GrĂŒn- und Ackerland genutzt.
Das Niederungsgebiet im Roter Kirr zwischen GĂ€rtenweg und Kraichbach und die höher gelegene Terrasse im Sentner westlich des renaturierten Kraichbachs sind zu naturnahen GolfplĂ€tzen umgestaltet, die dem ursprĂŒnglichen Charakter der Landschaft Rechnung tragen.
Zwischen der Niederterrasse und der Vorbergzone (Hochterrasse) des Kraichgauer HĂŒgellandes liegt die wesentlich niedrigere Gebirgsrandsenke der Murg - Kinzig – Rinne mit den Flussrinnen des Kraichbachs am sĂŒdlichen Gemarkungsrand von Rot und des Leimbachs bei Wiesloch. Die Feucht- und Nassböden sowie die AuwĂ€lder dieser Niederungen entlang der Bahnlinie stehen oft unter Wasser.

Landschaft und Klima

St.Leon-Rot liegt in der Oberrheinische Tiefebene. Die Tiefebene deutet auf die Umrandungen hin, wie sie die Vogesen und die Haardt mit dem anschließenden PfĂ€lzer Wald auf der linken sowie der Schwarzwald und der Odenwald auf der rechten Rheinseite darstellen. Diese schĂŒtzenden Randgebirge, die fĂŒr die Sonneneinstrahlung gĂŒnstige Nord-SĂŒd-Erstreckung des 300 km langen und bis 40 km breiten Grabens und das immer noch lebendige Erdinnere bieten Vorteile.

In der von rauhen Winden geschĂŒtzten Lage liegt die Ursache fĂŒr das milde Klima Deutschlands mit einer Durchschnittstemperatur von 10,3 Â° C. Sie liegt mit 1,2 Â° C ĂŒber den Mittelwerten der deutschen Landschaften wodurch im zeitigen FrĂŒhjahr in der Ebene und vor allem an der Bergstraße die Kirsch-, Pfirsich-, Mandel- und PflaumenbĂ€ume bereits in voller BlĂŒte blĂŒhen.

Lockerer Sandboden sowie Feuchtigkeit und FrĂŒhjahrswĂ€rme begĂŒnstigen den Anbau von Spargel und Tabak, Sonderkulturpflanzen, die wĂ€hrend des Wachstums eine LuftwĂ€rme von 20 â€“ 25 Â° C und eine gleichmĂ€ĂŸige Bodenfeuchtigkeit benötigen. Auf den fruchtbaren Lössfeldern der Ebene ist, besonders an der Bergstraße, von FrĂŒhjahr bis Herbst Erntezeit. FeldgemĂŒse wie Salat und Karotten sowie verschiedene Beeren- und Obstsorten werden eingebracht, um von der Großmarkthalle Heidelberg-Handschuhsheim in alle Welt vermarktet zu werden.

Ausdehnung des Gemeindegebiets

Im Uhrzeigersinn betrachtet grenzt die Gemarkung St. Leon-Rots im Norden an die der Gemeinde Reilingen, weiter an die der StĂ€dte Walldorf und Wiesloch. Im Osten begrenzt das GelĂ€nde der Stadt Rauenberg und das der Gemeinde Malsch die St. Leon-Roter Flur. Östlich und sĂŒdlich stĂ¶ĂŸt die Bad Schönborner Gemarkung genauso am Wald auf St. Leon-Roter GelĂ€nde wie die sĂŒdlich gelegene Gemeinde Kronau sowie die Stadt WaghĂ€usel; alle drei zuletzt genannten Kommunen gehören zum Landkreis Karlsruhe. Im Westen schließen WaghĂ€usel und Reilingen den Kreis der angrenzenden Nachbargemeinden. St. Leon-Rot liegt am sĂŒdlichen Rand des Rhein-Neckar-Kreises.

Nachbargemeinden

Wie bei dem Thema "Ausdehnung des Gemeindegebiets" dargestellt ist die Gemeinde St. Leon-Rot von folgenden Kommunen, deren Gemarkung an die St. Leon-Rots grenzt, umgeben:

Gemeindegliederung

Die frĂŒher selbststĂ€ndigen Gemeinden Rot und St. Leon schlossen sich zum 1. Januar 1974 zu der Einheitsgemeinde St. Leon-Rot zusammen. Nach wie vor bestehen die beiden Ortsteile Rot und St. Leon, zwischen denen die, schon bei der Fusion als beabsichtigt, geplante neue Ortsmitte entstanden ist. Neben dem Veranstaltungszentrum "Harres", dem BĂŒrgerhaus der Gemeinde, und dem Rathaus befinden sich dort das Gemeindezentrum der evangelischen Kirchengemeinde sowie drei EinkaufsmĂ€rkte. Derzeit werden im neuen Zentrum das Privatgymnasium St. Leon-Rot und das Seniorenzentrum mit Pflegeheim und betreuten Wohnungen gebaut.

Geschichte

Seit 1974 besteht St. Leon-Rot aus den einst selbststĂ€ndigen Gemeinden Rot und St. Leon. Auch frĂŒher, wohl bis zum Ende des 14. Jahrhunderts, lebten die Menschen in einer Gemeinde, bevor sich die Wege trennten und zwei eigenstĂ€ndige Dörfer entstanden.

853 wird erstmals ein Kanonikerstift namens St. Leon erwĂ€hnt (Patron: Leo I., der Große, Papst von 440 bis 461), aber erst 1157 wird das Bestehen eines gleichnamigen Ortes in einer Kaufurkunde des Bischofs GĂŒnther von Speyer bezeugt. Die KontinuitĂ€t des Patroziniums bzw. des Namens deutet auf eine irgendwie geartete KontinuitĂ€t auch der Siedlung hin. Papst Leo IX. soll eine Kirche in St. Leon geweiht haben, was aber urkundlich nicht nachgewiesen ist; diese Legende dĂŒrfte als ErklĂ€rung des nördlich der Alpen recht seltenen Leo-Patroziniums entstanden sein. Die erste urkundliche ErwĂ€hnung Rots ist auf das Jahr 1284 datiert. Die Trennung in die Orte St. Leon und Rot zeichnet sich ab, als 1397 fĂŒr Rot ein eigener Schultheiß ernannt wird, und sie wird wohl endgĂŒltig, als 1476 die Roter Kirche zur Pfarrkirche erhoben wird, was allerdings erst von 1582 an bezeugt ist. Nach dem DreißigjĂ€hrigen Krieg , der die Bevölkerung arg dezimierte, wĂ€chst diese wieder an; sie ist allerdings bettelarm. Dies fĂŒhrt zu Auswanderungen nach Ungarn und Amerika .

Seit Anfang des 18. Jahrhunderts gewann der Tabakanbau an Bedeutung. Mitte des vorigen Jahrhunderts kam der Hopfen hinzu. Bis Mitte der 1960er Jahre wurde hauptsĂ€chlich Landwirtschaft betrieben. Der Großteil der Fruchtziehung bestand, neben Tierfutter, Getreide und Kartoffeln , hauptsĂ€chlich aus Tabak , Spargel und Weintrauben letzteres auf benachbarter Gemarkung. Diese Sonderkulturen, die allerdings durch den Gelderwerb in Fabriken wieder an Bedeutung verlierten, und die in diesem Jahrhundert in der Umgebung entstehenden ArbeitsplĂ€tze ergaben gemeinsam mit dem Spargelanbau bessere EinkommensverhĂ€ltnisse und Lebensbedingungen.

Der strukturelle Wandel in der Umgebung, vor allem in Heidelberg und Wiesloch, sorgte auch hier mehr und mehr fĂŒr das Aussterben der traditionellen Landwirtschaft. Großunternehmen wie die Heidelberger Druckmaschinen AG , die SAP AG und die KS Gleitlager GmbH , wobei sich die letzten beiden in St. Leon-Rot befinden, aber auch viele mittelstĂ€ndische Unternehmen sorgten in den Familien seither fĂŒr Lohn und Brot.

Die Gemeindereform vereinigt 1974 wieder, was frĂŒher schon einmal zueinander gehörte. In den Jahren kurz vor der Fusion, vor allem aber danach wurde die Infrastruktur aufgebaut und vervollstĂ€ndigt. Schulen, BĂ€der, Freizeit- und Erholungseinrichtungen sowie ein ausgeprĂ€gtes Vereinsleben garantierten, dass die Einwohner sportlich, kulturell und in der Geselligkeit keine Abstriche hinzunehmen hatten. Herauszuheben ist die Erholungsanlage "St. Leoner See" und seit Mitte der achtziger Jahre auch das Veranstaltungszentrum "Harres". In all den Jahren wurde in der Gemeinde auch angenehme und attraktive Wohngebiete geschaffen. Zwei Gewerbegebiete, vor allem der Gewerbepark, sind die Basis dafĂŒr, den Arbeitnehmern ArbeitsplĂ€tze vor Ort in ausreichender Zahl anbieten zu können, wodurch der Wandel von der Wohngemeinde zum Gewerbe- und Industriestandort eingelĂ€utet wird.

Die Entwicklung gewinnt seit Beginn der 90er Jahre an Rasanz. Die Infrastruktur wird weiter ausgebaut. Das Straßennetz des Orts wird saniert, und in diesem Zusammenhang werden fĂŒr die Bevölkerung Breitbandkabel verlegt, die Straßenbeleuchtung verkabelt, die Versorgung mit Erdgas vollzogen und nicht zuletzt in Wohngebieten 30 km-Zonen eingerichtet und damit ein wesentlicher Schritt zu mehr WohnqualitĂ€t getan. Parallel dazu werden die Ortskerne saniert und attraktiver gestaltet. Ein wichtiger Schritt fĂŒr eine gute, den Einwohnern nĂŒtzende, Entwicklung wird mit dem Golfplatz auf der hiesigen Gemarkung getan. Im Zwei-Jahres-Rhythmus fanden auf diesem Platz die Europameisterschaften der weltbesten Golfer statt. Der örtliche Golfclub gehört zu den fĂŒhrenden im Lande.

Das Angebot in der Betreuung von Kindern wurde vervollstĂ€ndigt und es wurden neue SchulrĂ€ume bei den beiden Grund- und Hauptschulen (jeweils mit Werkrealschule) gebaut. FĂŒr die leistungsorientierte Gemeindeverwaltung wurden mit einem neuen Bauhof und dem neuen, zentral gelegenen Rathaus bessere Arbeitsbedingungen geschaffen. Das Rathaus entstand im, bei der Fusion festgelegten, neuen Ortszentrum, direkt neben dem Veranstaltungszentrum „Harres“. GegenĂŒber dem 1998 bezogenen Rathaus sorgen drei LebensmittelmĂ€rkte fĂŒr die Versorgung der Einwohner. Neben dem Rathaus wurde die evangelische Christuskirche und ihr Gemeindezentrum mit Pfarrhaus gebaut. Dahinter wird bis zum Jahre 2007 das Seniorenzentrum St. Leon-Rot entstehen. Weitere AttraktivitĂ€t erreicht die Gemeinde durch zahlreiche hochwertige ArbeitsplĂ€tze vor allem im Dienstleistungssektor , die im Gewerbepark St. Leon-Rot von verschiedenen Firmen geschaffen worden sind.

DemnĂ€chst werden noch zwei Wohngebiete, die derzeit bebaut werden und eine Umgehungsstraße entstehen, die den Ortsteil Rot von dem starken Durchgangsverkehr befreien soll. Auch der öffentliche Personennahverkehr wird den gestiegenen Anforderungen entsprechend angepasst.

Ortsbild und Wahrzeichen

Seit ĂŒber fĂŒnf Jahrhunderten bildetet der Roter Kirchturm zu St. Mauritius, mit seinem massiven viereckigen Unterbau und der unverwechselbaren achteckigen Glockenstube, das Wahrzeichen von Rot. Mit seinen 43 Metern Höhe dĂŒrfte dieser im gotischen Stil gehaltene Turm das höchste und wohl Ă€lteste GebĂ€ude der Gemeinde St. Leon-Rot sein. Mit dem Bau des Turms wurde nach Aufzeichnungen des FĂŒrstbistums zu Speyer etwa 1476 unter der Amtszeit von Bischof Ramung begonnen. Betritt man den Turm durch das Hauptportal so kann man deulich die fein ausgearbeiteten Schlusssteine des spĂ€tgotischen Turmgewölbes erkennen, die wie der gesamte Turm in rotem Sandstein gehalten sind. Im Innern des Turms ist das GelĂ€ute der Pfarrgemeinde St. Mauritius beheimatet, welches aus fĂŒnf Glocken besteht. Dieses GelĂ€ut wurde im Jahre 2003 durch zwei neue Glocken ergĂ€nzt.

Hier die Aufstellung der Glocken:

  • Christusglocke - 1600 kg cis
  • St. Mauritius - 1284 kg dis
  • St. Maria - 809,5 kg fis
  • Hl. Joseph - 600 kg gis
  • Hl. Schutzengel - 514 kg ais

Geschichtlicher Überblick

  • Altsteinzeit (bis 8.000 v. Chr.) - Reilinger SchĂ€del ( homo erectus reilingensis ) gilt als Nachweis fĂŒr die Anwesenheit von JĂ€gern der frĂŒhen Altsteinzeit am Rand des Rheintals
  • Mittelsteinzeit (8.000 - 6.000 v. Chr.) - Feuersteinartefakte weisen auf SiedlungsaktivitĂ€ten im Gewann "Sentner" hin
  • Jungsteinzeit (6.000 - 2.200 v. Chr.) - Siedlungen im Bereich der Fluren "Sentner", "Rösselsberg", "Bruch" und "HĂŒhnerwegel"
  • Bronzezeit (2.200 - 1.200 v. Chr.) - Einzelfund im Bereich des Gewerbeparks St. Leon-Rot
  • Urnenfelderkultur (1.200 – 750 v. Chr.) - Siedlungen in den Fluren "Rösselsberg" und "HĂŒhnerwegel" sowie am Ostrand des Surf- und Angelsees
  • Hallstattzeit (750 – 450 v. Chr.) - Siedlungen in den Fluren "Rösselsberg" und "HĂŒhnerwegel"
  • La-TĂšne-Zeit (450 – 15 v. Chr.) - Siedlungen in den Fluren "Rösselsberg", "HĂŒhnerwegel", "Hinterer Harres" und "Reilinger Bruch"
  • 15 v. Chr. – 260 n. Chr. - Funde deuten auf die Existenz römischer Gutshöfe (Mauerwerk im Gewann "Stegerfeld", GrĂ€berfeld im "Harres"); bedeutender Fund eines Laren (Schutzgeist) im Gewann „Oberfeld“
  • Mittelalter (700 – 800) - AngelsĂ€chsische Mönche christianisieren unsere Gegend
  • 853 - ErsterwĂ€hnung des Kanonikerstifts „ St. Leo “ im Testament der Adligen Erkanfrida
  • 858 - Erneute urkundliche ErwĂ€hnung des Klosters „ St. Leo “ in einer Schenkungsurkunde Ludwig des Deutschen
  • 1056 - Kaiser Heinrich III. schenkt das Gebiet des Lußhardtforstes an den Bischof von Speyer
  • 1157 - Erste urkundliche ErwĂ€hnung des Dorfes St. Leon in einer Kaufurkunde des Bischofs GĂŒnther von Speyer
  • 1284 - ErsterwĂ€hnung von Rot in einer Urkunde von König Rudolf I. von Habsburg
  • 1289 - Die „kirche zu sante Len“ sowie "her Albrecht der Ritter von Sante Len ..." werden erwĂ€hnt. St. Leon und Rot sind Gemeinden mit gemeinsamer Allmend
  • 1316 - Die Pfarrei St. Leon ist Sitz eines Dekanats
  • 1397 - Rot erhĂ€lt einen eigenen Schultheiß
  • 1403 - Das Kloster Maulbronn verzichtet auf seinen Hof in St. Leon
  • 1459 - St. Leoner und Roter huldigen in Mingolsheim ihrem Landesherrn
  • 1476 - Rot wird selbstĂ€ndige Pfarrei ; in diesem Jahr auch Bau der ersten Kirche in Rot
  • 1482 - Der St. Leoner Markt wird erstmals erwĂ€hnt
  • 1494 - In St. Leon wird ein Rathaus erstellt
  • 1500 - Bau der BannmĂŒhle in St. Leon (heute als „Cramer“-MĂŒhle bekannt) durch einen nicht namentlich bekannten Speyerer Bischof
  • 1525 - KurfĂŒrst Ludwig V. setzt im Bauernkrieg dem „burischen Ufruhr“, an dem St. Leoner und Roter beteiligt sind, ein Ende
  • Neuzeit ( 1618 – 1648 ) - Den DreißigjĂ€hrigen Krieg ĂŒberleben in St. Leon 28 Personen, in Rot 35 Personen. Die Gemeinden unterstehen der gestrengen Herrschaft der FĂŒrstbischöfe von Speyer. Mit dem Einzug des Zehnten ist die Amtskellerei Kislau beauftragt
  • 1650 - Der Sommermannszug in St. Leon wird zum ersten Mal erwĂ€hnt
  • 1688 – 1697 - Im PfĂ€lzischen Erbfolgekrieg (OrlĂ©anischer Krieg) werden die Gemeinden St. Leon und Rot zerstört
  • 1710 – 1720 - Der Tabakanbau wird eingefĂŒhrt
  • 1728 - Kardinal Schönborn errichtet durch Erlass das Landkapitel St. Leon (WiedereinfĂŒhrung des Dekanats), dem bis zur GrĂŒndung des Dekanats Wiesloch 25 Pfarreien des Bruhrains angehören
  • Ab 1740 - Große Auswanderungswelle nach Ungarn , Österreich und Amerika
  • 1771 - St. Leon und Rot werden in das Amt Philippsburg eingegliedert
  • 1774 - Der Roter Markt taucht erstmals in Urkunden auf
  • 1799 - Pfarrer Deubl aus Rot rettet St. Leon vor dem Beschuss, als sich das Kaiserliche Heer und die Franzosen im Napoleonischen Krieg gegenĂŒber stehen
  • 1802 / 03 - Beide Gemeinden werden badisch, als der Markgraf von Baden die rechtsrheinischen Besitzungen des Erzbistums Speyer ĂŒbernimmt
  • 1830 – 1850 - Auswanderungen nach Nordamerika und Bosnien
  • 1843 - Schulhausbau in Rot
  • 1848 / 49 - Im badisch-pfĂ€lzischen Aufstand unter Friedrich Hecker tragen Pfarrer, Lehrer, Förster und Gastwirte von Rot und St. Leon die revolutionĂ€ren Ideen
  • 1852 - Schulhausbau in St. Leon
  • 1870 / 71 - Im Deutsch-französischen Krieg verlieren Rot oder St. Leon keine Einwohner Mit den Zigarrenfabriken hĂ€lt die Industrialisierung Einzug
  • 1878 - Der Spargelanbau gewinnt an Bedeutung, der Hopfenanbau geht zurĂŒck
  • 1890 - GroßbrĂ€nde vernichten in St. Leon 5 Anwesen
  • 1900 - Neubau der Volksschulen in St. Leon und Rot
  • 1913 - Das Franziskushaus in Rot wird an den Vinzentiusverein ĂŒbereignet
  • 1914 - 18 - Beide Gemeinden zahlen im 1. Weltkrieg Blutzoll mit 62 Vermissten bzw. Gefallenen aus St. Leon und 88 aus Rot
  • 1930 - Neubau des Josefshauses St. Leon
  • 1934 / 36 - Neubau der Reichsautobahn , heute A 5 Kultivierung (Trockenlegung) der Kraichbachniederung
  • 1939 - 45 - Im 2. Weltkrieg erleiden St. Leon (97 Gefallene und 43 Vermisste) und Rot (140 Gefallene und 85 Vermisste) hohe Verluste
  • 1. April 1945 - An diesem Ostersonntag wird Rot von Artillerie beschossen; 37 Tote sind zu verzeichnen
  • 1955 - In St. Leon wird eine neue Kirche gebaut
  • 1956 / 58 - Die Pfarrkirche in Rot wird erweitert
  • 1959 / 60 - Schulhausneubau in St. Leon (spĂ€tere Mönchsbergschule)
  • 1968 - Die Parkringschule in Rot wird fertig gestellt
  • 25. Juni 1973 - Der Fusionsvertrag zwischen Rot und St. Leon wird geschlossen
  • 1. Januar 1974 - Rot und St. Leon fusionieren zur Einheitsgemeinde St. Leon-Rot. Das neue Wappen zeigt auf gespaltenem Schild in der linken HĂ€lfte auf blauem Grund die Tiara fĂŒr den Ortsteil St. Leon und in der rechten HĂ€lfte auf goldenem Grund die Sichel fĂŒr den Ortsteil Rot
  • 1983 - Die Gemeinde feiert das 500-jĂ€hrige JubilĂ€um des St. Leoner Marktes
  • 1984 - St. Leon-Rot begeht die 700 Jahrfeier Rots
  • 1986 - Inbetriebnahme des multifunktionalen Sport-, Kultur und Tagungszentrums „Harres“
  • 1990 - Beschlussfassung des Gemeinderats zur Erschließung des Gewerbeparks
  • 1995 - Die bisher in der „Kastanienschule“ untergebrachten Grundschulklassen beziehen ihre neuen RĂ€ume in der Parkringschule
  • 1996 - Der Golfplatz wird seiner Bestimmung ĂŒbergeben
  • Juni 1997 - Die im Gewann „TrĂ€nkwiesen“ fĂŒr rund 42,5 Millionen DM errichtete neue KlĂ€ranlage nimmt ihren Betrieb auf; LandtagsvizeprĂ€sident Gerhard Weiser und RegierungsprĂ€sidentin Gerlinde HĂ€mmerle sind bei der Einweihung am 13. Juni 1997 anwesend. Auf dem von dem ehemaligen SAP-Vorstandsvorsitzenden Dietmar Hopp errichteten 18 Loch-Golfplatz wird der Spielbetrieb aufgenommen
  • MĂ€rz 1998 - Zwei neue KindergĂ€rten ("St. Elisabeth" und "St. Nikolaus" mit jeweils drei Gruppen) werden eingeweiht und dadurch der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz fĂŒr jedes dreijĂ€hrige Kind gewĂ€hrleistet
  • 1. April 1998 - Erster Spatenstich fĂŒr das SAP-Service-Center im Gewerbepark St. Leon-Rot
  • 17. September 1998 - Die Gemeindeverwaltung bezieht das neben dem Veranstaltungszentrum „Harres“ neu errichtete Rathaus und nimmt am 20.9. die Arbeit auf
  • Pfingsten 1999 - Die „Deutsche Bank – SAP-Open“, Europameisterschaft der Profigolfer, wird mit einem erstklassigen Starterfeld (u.a. Eldrick „Tiger“ Woods, Bernhard Langer) erstmals auf dem Golfplatz St. Leon-Rot ausgetragen
  • 1999 - Die Einheitsgemeinde feiert ihr 25-jĂ€hriges JubilĂ€um
  • 2000 - Das ehemalige Rathaus in Rot wird an die Kirchengemeinde Rot verkauft; das GebĂ€ude wird zum Pfarrzentrum umgebaut
  • 2001 / 02 - Das frĂŒhere Rathaus in St. Leon wird umgebaut und kĂŒnftig der heimatgeschichtlichen Ausstellung der Gemeinde und den Vereinen und Organisationen RĂ€ume bieten
  • 2001/02 - Die im Volksmund „Kastanienschule“ genannte, um die Jahrhundertwende gebaute Schule an der Walldorfer Straße wird zum Haus fĂŒr Vereine umgebaut
  • 2002 - Das Alte Rathaus St. Leon wird Vereinshaus und Museum; die Kastanienschule wird Vereinshaus
  • 2003 - Die evangelische Christuskirche wird ihrer Bestimmung ĂŒbergeben. Das alte Rathaus Rot wird Pfarrheim der Pfarrgemeinde "St. Mauritius" Rot
  • 2004 - Die Neubaugebiete "Reilinger Straße links" und "Rosenstraße/TrĂ€nkweg" sind erschlossen; mit der Bebauung wird begonnen
  • 2005 - Die Bauarbeiten fĂŒr das Privatgymnasium St. Leon-Rot und das Seniorenzentrum St. Leon-Rot sowie die Umgehungsstraße fĂŒr den Ortsteil Rot beginnen.
  • 2005 Der Bau der Umgehungsstraße zur Verkehrsentlastung des Ortsteils Rot wird endlich begonnen.

Religionen

Der Großteil der Bevölkerung, (2004: 66,18 % Vorjahr: 66,66 %), gehört der römisch-katholischen Glaubensgemeinschaft an. Sowohl Sankt Leon als auch Rot haben ihre eigene Kirche und ein eigenes Pfarramt. In beiden Ortsteilen stehen die katholischen Kirchen in deren Mitte. Im Ortsteil St. Leon wurde die Kirche nach Papst Leo I., dem Großen, "St. Leo der Große" genannt, wĂ€hrend die Roter Kirche den Namen des Heiligen " St. Mauritius " trĂ€gt.
Der Namenspatron fĂŒr die St. Leoner Pfarrkirche wurde um 400 in der Toskana geboren, er starb am 10. November 461 in Rom; er war Papst von 440 bis 461. Sein Gedenktag wird in der röm.-kath. Kirche am 10. November begangen.

Die evangelische Glaubensgemeinschaft besitzt ebenfalls eine Kirche. Nach Abschluss aller Arbeiten fand am 29./30. MĂ€rz 2003 die offizielle Einweihung der Christuskirche statt. Die Kirche und nebenan das Pfarrhaus wurden in der neuen Ortsmitte von St. Leon-Rot erbaut. Eng beieinander finden sich das Veranstaltungszentrum "Harres" - das BĂŒrgerhaus der Gemeinde -, das Rathaus und bald auch das Seniorenzentrum St. Leon-Rot sowie das Privatgymnasium St. Leon-Rot. Das Seniorenzentrum und das Privatgymnasium werden derzeit gebaut.

Eingemeindungen

Die Bestrebungen der Landesregierung, im Zuge der Gemeindereform 1974 grĂ¶ĂŸere Verwaltungseinheiten zu bilden, machten auch vor St. Leon und Rot nicht Halt. Bei der ersten BĂŒrgerbefragung lehnten die BĂŒrger beider Kommunen eine Fusion ab. Nach einem Ultimatum der Landesregierung votierten 88 % der Roter und 90% der St. Leoner BĂŒrger bei einer Wahlbeteiligung von 50% in Rot und 45 % in St. Leon bei der zweiten BĂŒrgerbefragung am 24. Juni 1973 fĂŒr den Zusammenschluss. In getrennten Sitzungen stimmten die beiden Gemeinderatsgremien mit je 10 Ja- und je 2 Neinstimmen bei je einer Enthaltung fĂŒr den Zusammenschluss. Die „Ehe“ war vollzogen und ab 1. Januar 1974 rechtskrĂ€ftig.

Einwohnerentwicklung

Bevölkerungsentwicklung 1984 – 2004

1984 bis 1993

  • 1984 - 10.151
  • 1985 - 10.225
  • 1986 - 10.329
  • 1987 - 10.550
  • 1988 - 10.615
  • 1989 - 10.737
  • 1990 - 10.933
  • 1991 - 11.110
  • 1992 - 11.367
  • 1993 - 11.555

1994 bis 2003

  • 1994 - 11.551
  • 1995 - 11.643
  • 1996 - 11.806
  • 1997 - 11.923
  • 1998 - 11.979
  • 1999 - 12.033
  • 2000 - 12.029
  • 2001 - 12.144
  • 2002 - 12.108
  • 2003 - 12.149

2004

  • 2004 - 12.209

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-WĂŒrttemberg

Zur genannten Einwohnerzahl hinzuzurechnen sind noch nicht meldepflichtige Personen (z.B. Angehörige auslÀndischer StreitkrÀfte), deren Zahl bei rund 750 - 800 Personen liegt.

Gemeinderat

Dem Gemeinderat gehören insgesamt 23 Personen an, die jeweils direkt gewĂ€hlt werden; das Gremium setzt sich zusammen aus den GemeinderĂ€ten (22 Personen) und dem BĂŒrgermeister . Seit 1. Sept. 2004 sind folgende Parteien/Gruppierungen vertreten: CDU-,,JL"-Fraktionsgemeinschaft 12 Sitze, FW-Fraktion 6 Sitze, SPD-Fraktion 3 Sitze, FDP 1 Sitz.

  • CDU
  • SPD
  • FDP
  • FW
  • JL

BĂŒrgermeister

1958 - 1974 Isidor Thome
1974 - 1998 Helmut Martin
1998 - heute Alexander Eger

Wappen

Das Wappen der Gemeinde St. Leon-Rot zeigt auf gespaltenem Schild vorn (links) auf blauem Untergrund eine Tiara und hinten (rechts) auf goldenem (gelbem) Untergrund eine Sichel, deren Schneide zum Bildrand gerichtet ist. Drei ĂŒbereinander stehende goldene Kronen umschließen die silberne (weiße) Tiara. Die außerliturgische Kopfbedeckung erinnert an Papst Leo IX., der nach einer Pfarrchronik aus dem Jahre 1800 im Jahre 1049 die Kirche in St. Leon geweiht haben soll. Die Sichel verweist auf die Rodungssiedlung Rot. Wappenfigur und Wappenbild wurden dem Wappen der beiden ehemaligen Gemeinden entnommen. Sie stehen fĂŒr die beiden Ortsteile. DarĂŒber hinaus signalisiert die Tiara die Zugehörigkeit der Gemeinde zum damaligen Hochstift Speyer. Man verzichtete auf das Brustbild des Papstes Leo, um das Wappen nicht zu ĂŒberfrachten.

Das Wappen der ehemaligen Gemeinde Rot ist lĂ€ngs und im vorderen (linken) Teil waagrecht gespalten. Das halbe silberne (weiße) Kreuz auf blauem Untergrund im vorderen (linken) Teil bestĂ€tigt die ehemalige Zugehörigkeit zum Hochstift Speyer. Die Sichel auf goldenem (gelbem ) Untergrund ist das Ortszeichen, denn Rot ist wie alle Orte, deren Namen mit -rot, -rott, -schwend oder -schwand enden, aus einer Rodungssiedlung entstanden. Das Wappen der ehemaligen Gemeinde St.Leon zeigt auf blauem Untergrund das Brustbild des Hl. Papstes Leo IX. im silbernen (weißen) Gewand, mit silberner (weißer) Tiara und silbernem (weißen) Heiligenschein. Damit erinnert das Wappen an die frĂŒhere Zugehörigkeit zum Hochstift Speyer und an die örtliche Begebenheit der Kirchweihe durch Papst Leo IX. im Jahre 1043.

Sport

Golf

Der Bau der Golfanlage begann Mitte der 90er Jahre und wurde am 26. April 1997 eröffnet. Initiator Dietmar Hopp (GrĂŒndungsmitglied der SAP AG) und Motor fĂŒr den Bau der Anlage, schlug am Eröffnungstag gemeinsam mit dem Planer Architekt Hannes Schreiner die ersten BĂ€lle. Seither wurde die Anlage einige Male verbessert. Die Anlage bietet den 18-Loch-Platz „Rot“ (Architekt Hannes Schreiner), den 18-Loch-Platz „St. Leon“ (Architekt Dave Thomas) und einen 9-Loch-Kurzplatz. Viele Golfsportler spielen auf der St. Leon-Roter Golfanlage (Meisterschaftsplatz "St. Leon", Par 72 (36 + 36), CR 73.8, Slope 125, 6.518 Meter / Meisterschaftsplatz "Rot" Par 72 (36 + 36), CR 75,4, Slope 137, 6.587 m), auf der in den vergangenen Jahren die Europameisterschaften der Golfprofis stattfanden.

Ab 1999 wurden im 2-Jahres-Turnus die "Deutsche Bank / SAP Open" auf dieser Golfanlage ausgetragen. Hier nahmen unter anderem GolfgrĂ¶ĂŸen wie Eldrick "Tiger" Woods, Ernie Els und Bernhard Langer teil. 2002 fand dieses Turnier letztmals auf dem Platz "St. Leon" statt.

Handball

Im Handballsport zeichnete sich der "TSV Rot 1905" besonders aus, der von 1981 bis zum freiwilliger RĂŒckzug 1988 in der 2. Handballbundesliga spielte.

RegelmĂ€ĂŸige Veranstaltungen

St. Leoner Sauerkrautmarkt

Seit mehr als 520 Jahren findet in St. Leon der "Sauerkrautmarkt" statt, dessen erste ErwĂ€hnung auf das Jahr 1482 datiert ist. In diesem Jahr bestimmte der Speyerer Bischof Ludwig I., Freiher von HelmstĂ€dt, dass das jĂ€hrliche Standgeld "uf dem marckt zu sant lene" dem Waldfaut ("Faut" = Vogt) Bernhard Billung vom Burgberg zukommen solle. Der St. Leoner Markt war ein Krammarkt, der die Einwohner frĂŒher mit allem Notwendigen fĂŒr den Hausstand versorgte. Wie frĂŒher verfĂŒgt, findet der Sauerkrautmarkt "im Flecken drinne", also im Ort statt. Auch heute noch finden die angebotenen Waren und Dienstleistungen Abnehmer unter den Besuchern aus nah und fern. Der Name Sauerkrautmarkt rĂŒhrt daher, dass er alljĂ€hrlich zur der Zeit veranstaltet wird, in der das erste frische Sauerkraut neuer Ernte auf den Tisch kommt. Der eigentliche Markt wird immer am ersten Sonntag und Montag nach Allerheiligen durchgefĂŒhrt; auf das Marktwochenende wurde im laufe der Zeit auch die St. Leoner Kirchweih gelegt, so dass sich Waren- und VergnĂŒgungsangebot ergĂ€nzen. Das Kirchweihfest beginnt immer samstags und endet dienstags nach dem Markt.

Geschichte des Sauerkrautmarktes

Der erste Sonntag und Montag nach Allerseelen sind traditionsgemĂ€ĂŸ die Tage, an denen der weithin bekannte "St. Leoner Sauerkrautmarkt" stattfindet. Eingebunden ist die St. Leoner Kirchweih, die schon am Samstag zuvor beginnt und mit FahrgeschĂ€ften und SĂŒĂŸwarenstĂ€nden lockt. Tausende von Besuchern aus nah und fern werden alljĂ€hrlich erwartet. Schon der große Besucherstrom zeigt, dass der St. Leoner Markt bei der Bevölkerung großes Ansehen genießt und seit mehr als 500 Jahren immer wieder gerne besucht wird.

Der St. Leoner Markt wurde im Jahre 1482 erstmals erwĂ€hnt. In einer Bestallungsurkunde fĂŒr den Waldfaut im Lußhardt (der Faut war ein fĂŒrstbischöflicher Verwaltungsbeamter) bestimmte der Speyerer Bischof Ludwig I., dass das jĂ€hrliche Standgeld "uf dem Marckt zu Sant Lene" jeweils dem Waldfaut zukommen solle. Das Standgeld bildete einen Teil der Entlohnung dieses bischöflichen Beamten und betrug damals "von jedem der Ware feil hĂ€lt, zwene Pfennige". Da sich frĂŒhere Bestallungsurkunden nicht finden, jedoch das Standgeld des St. Leoner Markts bei den Nachfolgern im Amt des Waldfauts immer wieder erwĂ€hnt wird, lĂ€sst sich vermuten, dass der Markt damals schon einigen Bestand hatte. Das Standgeld des St. Leoner Marktes hatte die Herrschaft, also der Bischof von Speyer, zu beanspruchen. Es wurde direkt auf dem Markt von den HĂ€ndlern eingesammelt wie es auch heute noch Brauch ist. Im Jahre 1660 erhob der mĂ€chtige Nachbar Kurpfalz AnsprĂŒche auf ein Drittel des Standgeldes. Damals wurde der Markt noch vor dem Dorf auf dem Feld abgehalten und um die Flur zu schonen, jedes Jahr auf einem anderen Feldgewann in einem dreijĂ€hrigen Rhythmus. Aufgrund verschiedener Vorkommnisse verfĂŒgte der Bischof, den Markt "im Flecken drinnen", also im Ort abzuhalten. Innerhalb des befestigten Dorfes war der Markt geschĂŒtzter und wurde von den HĂ€ndlern auch lieber besucht. Obwohl der KrĂ€mermarkt nur einmal im Jahr abgehalten wurde, war er mehr als ein bloß vorĂŒbergehendes Ereignis. Er stellte einen bestimmenden Faktor fĂŒr das ganze politische und soziale Leben der Gemeinde dar. Um 1600 war der St. Leoner KrĂ€mermarkt schon weithin bekannt und bedeutend. Hinter dem Wort "Kram" verbargen sich auch GĂŒter des höheren Bedarfs. Als Beispiel dafĂŒr kann dienen, dass sogar die fĂŒrstbischöfliche Hofschneiderei in Bruchsal TĂŒcher und Stoffe einkaufen ließ.

Im 18. und 19. Jahrhundert spielte der Hanf eine zunehmend große Rolle auf dem Markt, so dass St. Leon zu einem regionalen Mittelpunkt des Hanfhandels wurde. Aus allen Dörfern der nĂ€heren und weiteren Umgebung kamen die HĂ€ndler und Bauern, die den Hanf an- oder verkauften. Nach dem allgemeinen RĂŒckgang des Hanfanbaues verĂ€nderte sich auch das Gesicht des Marktes. Um 1875 wurde er mit dem Kirchweihfest zusammengelegt. Die ursprĂŒnglich ausschließliche Handelsveranstaltung gewann nun mehr und mehr den Charakter eines Volksfestes. Die anfĂ€ngliche Bedeutung als Handelsmarkt blieb jedoch erhalten und bildet bis heute einen wesentlichen Bestandteil des Marktgeschehens. Der Volksmund gab ihm in der Folgezeit den Namen „Sauerkrautmarkt“, weil jĂ€hrlich um die Zeit des Marktes das erste frische Sauerkraut der neuen Ernte auf den Tisch kommt; doch als eigentliches Handelsprodukt auf dem Markt spielte das Sauerkraut wohl nie eine Rolle.

Dass der St. Leoner Markt immer beliebter wird, geht schon daraus hervor, dass die VerkaufsstĂ€nde zunehmen. Waren es bis vor etwa 10 Jahren noch stetig 100 VerkaufsstĂ€nde, so sind es inzwischen mehrere StĂ€nde, die HaushaltsgegenstĂ€nde, Spielwaren, Kleider, Stoffe, Schuhe, Kurzwaren, verschiedene Geschenk- und Gebrauchsartikel sowie allerhand Neuheiten anbieten. Und da dieser Markt mit dem Kirchweihfest verbunden ist, dĂŒrfen Karusselle, Autoscooter, Schießbuden und "GutselstĂ€nde" nicht fehlen. Von frĂŒher her ist der St. Leoner Sauerkrautmarkt auch ein Fest der GaststĂ€tten, in denen man sich mit Freunden und Bekannten, aber auch mit jenen St. Leonern trifft, die in der Ferne wohnen und an diesen Tagen ihre alte Heimat besuchen.

Roter Straßenkerwe

Basierend auf der "Kerwe", die allmĂ€hlich an Interesse und AttraktivitĂ€t verloren hatte, wurde 1979 die "Roter Strooßekerwe" aus der Taufe gehoben. Seither wird am ersten Wochenende im Oktober im Ortsteil Rot die Straßenkerwe gefeiert, dazu aus dem Kreis der VereinsvorstĂ€nde ein "Kerwe-Gemeinderat" gebildet und in einer öffentlichen Wahlzeremonie auf der Hauptstraße des Ortsteils ein "Kerwe-BĂŒrgermeister" gewĂ€hlt, dem ein "BĂŒttel" hilfreich zur Seite steht. Diese Veranstaltung wird von den ansĂ€ssigen Roter Ortsvereinen getragen und ist weithin als das Oktoberfest des Bruhrain bekannt. Die Vereine bieten hier allerlei Leckereien an, die in den schön hergerichteten Strausswirtschaften verzehrt werden können. Schausteller steuern VergnĂŒgungsstĂ€nde bei, so dass auch das Kirchweihfest noch zu seinem Recht kommt.

St. Leoner Straßenfest

Seit mehr als 20 Jahren feiern die St. Leoner Vereine "ihr" Straßenfest in der Ortsmitte St. Leons, dem ein aus den Reihen der VereinsvorstĂ€nde stammender Regent vorsteht. Unter der Ägide der jĂ€hrlich wechselnden Regenten bzw. Regentinnen hat sich diese Veranstaltung inzwischen auch zur einer traditionellen Veranstaltung gemausert, ist jedoch noch nie an den Partindex der Roter Straßenkerwe herangekommen.

Wirtschaft und Infrastruktur

BĂŒrgermeister Isidor Thome (1954 - 1968) siedelte 1962 die damalige Tochter der Metallgesellschaft AG, Frankfurt, die Firma Kolbenschmidt, im Gewannn "Stegerfeld" an. Bedingung war, dass eine GelĂ€ndereserve von rund 77 Hektar bereit gestellt wurde. Nachdem der damalige Gemeinderat zugestimmt hatte, war die Basis fĂŒr den heutigen Gewerbepark gelegt. Lange Jahre lag dieses OptionsgelĂ€nde brach bis der Gemeinderat 1990 die Entscheidung traf, die GelĂ€ndereserve fĂŒr die Ansiedlung von Gewerbe und Industrie zu nutzen. Gemeinsam mit der Metallgesellschaft wurde eine Erschließungs- und Vermarktungs-GmbH gegrĂŒndet. 1995 gerĂ€t die Metallgesellschaft allerdings wegen ÖltermingeschĂ€ften in Finanznot und beschließt, den hiesigen Besitz (rund 35 Hektar GelĂ€nde und 42 Werkswohnungen) zu verkaufen. Der Gemeinderat nimmt diese Chance wahr und ĂŒbernimmt die Anteile. So kann der Gewerbepark weiter erschlossen und vermarktet werden. 21 Millionen DM werden in drei Bauabschnitte investiert und Betriebe angesiedelt, wobei auf SoliditĂ€t und UmweltvertrĂ€glichkeit der anzusiedelnden Firmen sowie auf zusĂ€tzliche ArbeitsplĂ€tze und Steuereinnahmen Wert gelegt wird.

1995 bezog die SAP Deutschland ihr erstes GebĂ€ude im Gewerbepark St. Leon-Rot. Seit 1996 befindet sich das Logistikcenter mit Druckerei, Versand und Lager im Gewerbepark. Anfang 1998 trifft die SAP die Entscheidung, den Standort St. Leon-Rot auszubauen. Voran gegangen war der Beschluss des Gemeinderats, dem Bau eines Servicecenters mit rund 1.100 ArbeitsplĂ€tzen zuzustimmen. Mit Investitionen von 100 Millionen DM wurde damit eine rasante Entwicklung eingeleitet, die viele ArbeitsplĂ€tze schuf. Im Jahr 2000 beschĂ€ftigte allein die SAP im Gewerbepark mehr 2.000 Mitarbeiter. Weitere rund 600 kamen hinzu, nachdem weitere BĂŒrogebĂ€ude und das Rechenzentrum bezogen worden waren. Inzwischen folgt der nĂ€chste Ausbauschritt durch SAP, wodurch weitere rund 8-900 ArbeitsplĂ€tze entstehen.

NatĂŒrlich ziehen attraktive Firmen wie die SAP weitere Firmen an, so dass auf dem ehemals brachliegenden GelĂ€nde des Gewannes "Stegerfeld" heute eine Industrie- und Gewerbeansiedlung mit dem Flair eines Parks entstanden ist.

Interessant ist auch die Verkehrsanbindung: Über die Bundesstraße 3 können die Zentren Heidelberg und Bruchsal schnell erreicht werden. Die Autobahnausfahrten Wiesloch/Walldorf und Kronau liegen nicht weit entfernt. Und besonders wichtig ist die S-Bahn-Station Rot/Malsch, die den Gewerbepark im Zeittakt aus Richtung Mannheim/Heidelberg bzw. Karlsruhe/Bruchsal bedient und auch die Anbindung an den regionalen und ĂŒberregionalen Zugverkehr gewĂ€hrleistet.

Öffentliche Einrichtungen

Die Gemeinde bietet ihren Einwohnern Einrichtungen, die ihrer Sicherheit und guten Wohn- und LebensumstĂ€nden dienen. An erster Stelle steht die bekannte Golfanlage des Golfclubs St. Leon-Rot mit zwei 18 Loch-Bahn und eine 9 Loch-Kurs. Weiter seien die beiden Abteilungen Rot und St. Leon der Freiwilligen Feuerwehr genannt. Dem kulturellen und dem Freizeitangebot dienen das Veranstaltungszentrum "Harres" und die Erholungsanlage "St. Leoner See". Das neueste Angebot an die Einheimischen und an GĂ€ste ist das im GebĂ€ude des frĂŒheren Rathausses St. Leon untergebrachten Museum St. Leon-Rot. Die zuvor genannten Einrichtungen werden ergĂ€nzt durch drei Turnhallen und einen Skaterplatz, gemeindeeigene GebĂ€ude stehen auch den Vereinen zur VerfĂŒgung und ermöglichen ihnen ein aktives Vereinsleben.

In zwei Grund-, Haupt- und Werkrealschulen und einem privaten Gymnasium können die hiesigen Kinder ausgebildet werden; andere weiter fĂŒhrende Schularten befinden sich in Walldorf oder Heidelberg. Dahin besteht ein gut funktionierender Schulbusverkehr.

Die Musikschule "SĂŒdliche Bergstraße" und die Volkshochschule "SĂŒdliche Bergstraße" (mit Außenstelle) sind vor Ort aktiv und bieten eine Vielzahl von Kursen an.

Veranstaltungszentrum "Harres"

Mit dem „Harres“ wurde 1986 die Basis fĂŒr eine neue Ortsmitte gelegt. Das neue Zentrum ist mit dem neuen Rathaus (seit Herbst 1998 in Betrieb), neben dem „Harres“ gelegen und dem inzwischen vollendeten evangelischen Gemeindezentrum mit Kirche, Pfarrhaus und GemeinderĂ€umen realisiert. Im Herbst 2005 wird mit dem beginnenden Bau des Altenzentrums St. Leon-Rot der Caritas Rhein-Neckar eine weitere Einrichtung im Zentrum entstehen. GegenĂŒber entstanden in einem Gewerbegebiet drei MĂ€rkte; das Privatgymnasium St. Leon-Rot wird gegenĂŒber der evangelischen Kirche gebaut.

Das "Harres" dient als GebĂ€ude fĂŒr Tagungen und Seminaren. Zudem befindet sich dort eine Gastronomie, welche die GĂ€ste mit Nahrung und Trinken versorg. Der Harres ist jedoch auch fĂŒr andere Veranstaltungen wie z.B. Taufe, Hochzeit, JubilĂ€um- oder Geburtstagsfeier geeignet. Der „Badner Saal“, großer Saal im „Harres“, wird bei traditionellen Ballveranstaltungen z.B. anlĂ€sslich der Spargelzeit, wĂ€rend des Sauerkrautmarktes genutzt.

Die Großsporthalle mit TribĂŒnen und zwei Spielfeldern ermöglicht den ortsansĂ€ssigen Vereinen das regelmĂ€ĂŸige Trainieren sowie das Austragen von WettkĂ€mpfen. Ob Fußball, Badminton, Handball oder Volleyball, moderne Selbstverteidigung oder Seniorengymnastik, in dieser Sporthalle findet man fĂŒr fast jede Sportart das benötigte Zubehör. Hobby- und Sportkegler können auf acht Bahnen die Kugeln rollen lassen, welches sich um untergeschoss, gegenĂŒber der Sporthalle befindet. In der darin enthaltene Kegelstube lĂ€sst sich zudem der Durst löschen und kleine Feiern veranstalten. In jeder Theatersaison ist es möglich Komödien und Schauspiele sowie Operetten und Konzerte Live zu verfolgen.

Erholungsanlage „St. Leo­ner See“

Durch Kiesabbau fĂŒr das AufschĂŒtten des weitgehend auf St. Leon-Roter Gemarkung liegenden Autobahnknotens „Walldorfer Kreuz“ entstand ein See mit einer WasserflĂ€che von 10 ha und einer Tiefe von bis zu 27 m. Schon ab 1966 wurde er als Badesee gegen Eintritt genutzt und ist bis heute als Er­holungsanlage bekannt. Der Bau von Umkleidekabinen, Duschen, Toiletten, einer Wach­station, eines Brunnens und eines Kiosks im Jahre 1969 waren nicht nur Tribut an die steigende Nachfrage, sondern die Grundlage fĂŒr eine mit vier Sternen ausgezeichneten Freizeitanlage. Im dritten Jahr nach der Fusion der Gemeinden Rot und St. Leon gab der Gemeinderat 1977 den Start­schuss fĂŒr den weiteren Ausbau der Anlage, der rund 7 Millionen DM kostete. Liegewiesen wurden angelegt, 650 Dauer- und 250 Feriencamping­plĂ€tze entstanden. Der Eingangsbereich wurde mit einem Aufenthaltsraum, WaschrĂ€umen, Duschen und WC fĂŒr Behinderte ausgestattet. Inzwischen stehen ein Restau­rant, ein VerkaufsgeschĂ€ft und drei Kioske bereit, um BadegĂ€ste und Camper zu versorgen. Sechs GebĂ€ude mit sanitĂ€ren Anlagen sorgen fĂŒr hygieni­schen Komfort.

Das Wasser des Badesees wird laufend auf seine QualitĂ€t als BadegewĂ€sser untersucht; das Ergebnis wird in einer von der Landesanstalt fĂŒr Umweltschutz Baden-WĂŒrttemberg zusammengestellten, vom Sozialministerium Baden-wĂŒrttemberg veröffentlichen BadegewĂ€sserkarte bekannt gegeben.

Im Bereich der privat betriebenen Wasserskianlage vervollstĂ€ndigen eine GrillhĂŒtte, ein Fußballplatz und eine Beachvolley­ball-Anlage das Freizeitangebot. Im nahen Außenbereich lĂ€dt eine hĂŒb­sche Minigolf-Anlage zum kurzwei­ligen Zeitvertreib ein.

Die Wasserskiseilbahn ist in den Bade­see integriert und eine besondere Attraktion, die gerne angenommen wird. Die umwelt­freundliche Sporteinrichtung trÀgt zur WasserqualitÀt bei, weil Sauerstoff in das Seewasser eingebracht wird.

Die Erholungsanlage umfasst insgesamt drei Seen, von denen die beiden östlich des Badesees gelegenen eine WasserflĂ€che von 16 ha haben. Sie sind als Surf-, Segel- bzw. Angelseen freigegeben. Die Mitglieder des hiesigen Windsurfingclubs gehen hier ihrer sportlichen BetĂ€tigung nach. Der gute Ruf der Anlage und des Wasserskiclubs fĂŒhrten dazu, dass die Wasserskiweltmeisterschaften 1998 an den St. Leoner See vergeben wurden, eine Auszeichnung fĂŒr den Verein und die Anlage gleichermaßen. Zahlreiche von Vereinsmitgliedern errungene Meistertitel auf internationaler und nationaler Ebene bezeugen eine erfolgreiche Vereinsarbeit.

600.000 Übernachtungen, darunter Camper aus ganz Europa, und zwei Millionen BadegĂ€ste wurden inner­halb von 15 Jahren gezĂ€hlt. ParkplĂ€tze fĂŒr 4.000 Fahrzeuge ste­hen zur VerfĂŒgung und können bei Andrang erweitert werden.

Die Erholungsanlage wird 1982/83 Landessieger im Wettbewerb „Vor­bildliche CampingplĂ€tze", Drittplat­zierte im gleichen Bundeswettbewerb.

Im Jahre 2000 hat sich auch die Erholungsanlage „St. Leo­ner See" einer ÜberprĂŒfung nach vom ADAC, dem Deutschen Tourismusverband (DTV) und dem Verband fĂŒr Campingunternehmer gemeinsam erarbeiteten Kriterien unterzogen und erhielt mit 4 Sternen eine gute Bewertung. Die Klassifikation bezieht sich auf die Bereiche Rezeption, sanitĂ€re Anlagen und StandplĂ€tze. Gastro­nomische und sportliche Zusatz­einrichtungen wurden nicht bewer­tet. Diese Bewertung nach den Richtlinien des DTV wurde Mitte 2005 wiederholt und wieder wurden der Erholungsanlage in den genannten Bereichen vier Sterne verliehen.

Heimatmuseum St. Leon-Rot

Schon seit einiger Zeit war ĂŒberlegt worden, in St. Leon-Rot ein Heimatmuseum einzurichten. Nach der fachlichen Beratung durch die Landesstelle fĂŒr Museumsbetreuung wurde davon abgesehen, ein "normales" Heimatmuseum zu schaffen, in dem oft nur Statisches geboten wird und man dadurch erfahrungsgemĂ€ĂŸ auf Dauer nur wenige Zuschauer erreicht. Chancen auf Publikumsgunst haben in der Regel nur so genannte Themenmuseen. Allerdings sind die fĂŒr St. Leon-Rot passenden Themen (wie z.B. Tabak, Spargel) bereits besetzt. Die Konzeption sieht deshalb vor, neben einer Dauerausstellung zur Geschichte St. Leon-Rots wechselnde Ausstellungen zu verschiedenen Themen zu realisieren.

Im 1.150sten Jahr der ErsterwĂ€hnung des Klosters St. Leo öffnete das Museum St. Leon-Rot, am 9. Februar 2003, seine Pforten. FĂŒr das Heimatmuseum stehen im Erdgeschoss RĂ€ume mit insgesamt rund 80 mÂČ zur VerfĂŒgung, die durch einen separaten Eingang erschlossen sind. Auf bedruckten Stoffbahnen werden die Schwerpunkte Steinzeit, römische Besiedlungszeit und das Mittelalter dargestellt. Auf St. Leon-Roter Gemarkung gefundene AusstellungsstĂŒcke unterstĂŒtzen die verbale Darstellung. "Geschichte zum Anfassen" wird im museumspĂ€dagogischen Raum geboten, der sich naturgemĂ€ĂŸ vor allem an die jĂŒngeren Besucher wendet. Aber auch Erwachsene können dort zum Beispiel erfahren, wie mĂŒhsam es frĂŒher war, Korn zu mahlen. Auf die jĂŒngere Geschichte geht derzeit die Darstellung "Vom Tabakfeld zum Golfplatz" im dritten Raum des Museums ein. Dort werden Wechselausstellungen spezielle Themen aufgreifen.

Literatur

  • St. Leon-Rot - Das Heimatbuch Damals und heute.
Herausgegeben von der Gemeinde St. Leon-Rot, Februar 2004, 610 Seiten
ErhĂ€ltlich im BĂŒrgerbĂŒro, Gemeindeverwaltung St. Leon-Rot
  • St. Leon-Rot - 25 Jahre Ortsgeschichte
Herausgegeben von der Gemeinde St. Leon-Rot,1999
ErhĂ€ltlich im BĂŒrgerbĂŒro, Gemeindeverwaltung St. Leon-Rot

Weblinks

Vereine

Informationen aus der Umgebung

Hotels in der Umgebung

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