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Letzte Änderung für Artikel Kollerschlag: 04.02.2006 23:47

Kollerschlag

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Wappen Karte
Bild:Wappen fehlt.jpg Lage in Ă–sterreich
Basisdaten
Bundesland : Oberösterreich
Politischer Bezirk : Bezirk Rohrbach (RO)
Fläche : 17 km²
Einwohner : 1.533 (Stand: 15. Mai 2001)
Höhe : 726 m ü. NN
Postleitzahl : 4154
Vorwahl : 07287
Geografische Lage :
Koordinaten: 48° 36′ 21" N, 13° 50′ 34" O
48° 36′ 21" N, 13° 50′ 34" O
Gemeindekennziffer : 41317
Verwaltung: Marktgemeinde Kollerschlag
FalkensteinstraĂźe 6
4154 Kollerschlag
Offizielle Website: http://www.kollerschlag.at
E-Mail-Adresse: gemeinde@kollerschlag.at
Politik
BĂĽrgermeister : Franz Saxinger ( Ă–VP )

Kollerschlag ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Rohrbach im oberen Mühlviertel mit 1.533 Einwohnern. Der zuständige Gerichtsbezirk ist Rohrbach.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Kollerschlag liegt auf 726 m Höhe im oberen Mühlviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 6,2 km, von West nach Ost 5,2 km. Die Gesamtfläche beträgt 17,3 km². 31,8 % der Fläche sind bewaldet, 64,7% der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt. Ortsteile der Gemeinde sind: Albenödt, Fuchsödt, Hanging, Haselbach, Innerödt, Kollerschlag, Lengau, Mistlberg, Raidern, Raschau, Sauedt, Schröck, Stratberg,.

Wappen

Offizielle Beschreibung des Gemeindewappens: Gespalten von Gold und Blau mit einer heraldischen Lilie in verwechselten Farben. Die Gemeindefarben sind Gelb-Blau

Geschichte

Mittelalter

Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, kam das Gebiet zwischen Ilz und Großer Mühl (Land der Abtei) im Jahr 1217 mittels Belehnung durch Kaiser Friedrich II. an das Hochstift Passau. Drei Jahre wurde das Gebiet weiterhin vom bayrischen Herzog als Kirchenlehen verwaltet, bis es 1220 in die unmittelbare Verwaltung des passauischen Bischofs überging. Das Gebiet um Kollerschlag gehörte zur Herrschaft Falkenstein, dessen Exponent Kalhoch II. im Jahr 1218 als Gründer von Schlägl auftritt und von dem sich wahrscheinlich auch der Name Kollerschlag, der im 13. Jahrhundert erstmals als "Chalhochslage" in die Geschichte eintritt, ableitet. Im 13. Jahrhundert kam die Herrschaft Falkenstein in den Besitz der Witigonen. Im Zusammenhang mit der Absetzung Zawischs von Falkenstein durch seinen Stiefsohn König Wenzel II. von Böhmen belagerte König Albrecht I. 1289 die Burg Falkenstein und brachte sie durch Aushungern in österreichischen Besitz. Die Habsburger ließen die Herrschaft durch Pfleger verwalten oder verpfändeten sie, so zwischen 1331 und 1435 an die Wallseer. Im Laufe des 14. und 15. Jahrhunderts setzte sich im oberen Mühlviertel ohne besonderen Widerstand des passauischen Bischofs die österreichische Landeshoheit durch, 1506 kaufte Maximilian I. die Herrschaft Rannariedl, die seit dem 13. Jahrhundert ebenfalls Untertanen in Kollerschlag hatte.

Neuzeit

Herrschaftsverhältnisse

1540 wurde Falkenstein an Batholomäus von Salburg verpfändet, Heinrich von Salburg kaufte die Herrschaft 1605. In den Händen der Salburger, von deren Wappen sich auch das Gemeindewappen von Kollerschlag ableitet, blieb die Herrschaft bis zur Aufhebung der Grundherrschaft 1848. 1620 kam auch Rannariedel durch Kauf in den Besitz der Salburger. Um 1579 gab es in Kollerschlag 24 Untertanen (Häuser), in Mistlberg 14, in beiden Orten gehörten je die Hälfte zur Herrschaft Falkenstein bzw. zur Herrschaft Rannariedel. Die Untertanen in den heute zu Kollerschlag gehörenden Dörfern gehörten größtenteils ebenfalls zu diesen beiden Herrschaften, einzelne Grundholden waren der Herrschaft Götzendorf (Lengau), der Herrschaft Marsbach (Albenödt) untertan, das Dorf Stratberg gehörte zur Gänze zur Herrschaft Pürnstein.

Bauernunruhen und Gegenreformation

Sowohl die Erhöhung der Abgaben durch die Grundherrschaften , als auch die Empörung der inzwischen zur lutherischen Religion übergegangenen Bauern über die Einsetzung katholischer Priester, führte zu ständigen Aufruhrbewegungen unter den Untertanen, die 1595 bis 1597 im so genannten Zweiten oberösterreichischen Bauernkrieg gipfelten. Heinrich Salburger trat mit einer überaus harten Gangart gegenüber seinen Untertanen in Erscheinung, was eine Reihe von Beschwerden sowohl der Untertanen der Herrschaft Falkenstein, als auch jener von Rannariedl belegen.

Im Jahr 1610 tauchte Kollerschlag in einem größeren Zusammenhang in der Geschichte auf: Im Zuge des "habsburgischen Bruderzwistes" zwischen Erzherzog Mathias I. als oberösterreichischem Landesherren und Kaiser Rudolf II., warb Zweiterer im Fürstbistum Passau, dem sein Vetter Erzherzog Leopold als Bischof vorstand, ein größeres Söldnerheer an. An der Grenze bei Hanging wurden Schanzen aufgeworfen, die mit Bauern und einigen wenigen regulären Söldnern der Landstände besetzt wurden. Diese konnten jedoch den häufigen Übergriffen des "passauischen Kriegsvolkes" auf österreichisches Gebiet, unter denen die Bevölkerung besonders litt und die auch zu mehreren Todesfällen führten, nichts entgegensetzen. Da das hochstiftische Gebiet nicht mehr in der Lage war, das etwa 12600 starke Söldnerherr zu ernähren, der Kaiser die Truppen aus Geldmangel weder entlohnen noch entlassen konnte, fielen sie unter Führung des Obristen Lorenz von Ramée im Land ob der Enns ein (nicht über Kollerschlag) und verwüsteten weite Landstriche.

Die blutigste Auseinandersetzung dieser Zeit war der oberösterreichische Bauernkrieg von 1626, der in Lembach , das zur gleichen Herrschaft wie Kollerschlag gehörte seinen Ausgang nahm und dessen Ursachen wiederum in der wirtschaftlichen Belastung und in den gegenreformatorischen Bestrebungen der bayrischen Besatzungsmacht zu suchen sind. Ähnlich wie nach dem Aufstand von 1595-97 kam es nach der Niederlage der Aufständischen zu harten Strafmaßnahmen.

Bestärkt durch die militärischen Erfolge des Schwedenkönigs Gustav Adolf in Bayern, kam es 1632, unter den im Geheimen nach wie vor protestantischen Bauern, zu Aufstandsbewegungen, die unter der Führung von Jakob Greimbl im Hausruckviertel ihren Ausgang nahmen. Im Herbst 1632 griff der Aufstand auch auf das Mühlviertel über, rund 700 Bauern besetzten den Pfarrhof von Niederwaldkirchen. Der obderennsische Landeshauptmann Ludwig Freiherr von Kuefstein wandte sich an Wallenstein, der daraufhin zwei Regimenter ins Mühlviertel beorderte. Unter der Führung des Ernst Graf von Montecuccoli und des Obrist Hanns Zyriak von Traun, der den Oberbefehl innehatte, marschierte das Söldnerheer von Passau nach Haslach . Innerhalb weniger Tage passierten tausende von Soldaten Kollerschlag. Die Bevölkerung wurde von den durchziehenden undisziplinierten Heerhaufen ausgeraubt und misshandelt.

Im Zuge der Gegenreformation im 17. Jahrhundert musste die bäuerliche Bevölkerung wieder zur katholischen Religion zurückkehren oder ihr Glück im Exil suchen, wovon besonders viele aus dem Mühlviertel Gebrauch machten.

Erbfolgekriege

Auch im 18. Jahrhundert wurde Kollerschlag von Kriegsbedrohungen, die zumeist in einem kontinentalen Kontext standen nicht verschont: Im Zuge des Spanischen Erbfolgekrieges 1701-1714 war 1704 die Grenze von einem Einmarsch der mit den Franzosen verbündeten Bayern bedroht. Abt Siard Worath von Schlägl und Anton Erasmus von Ödt zu Götzendorf organisierten die Aufstellung eines Landregiments zur Verteidigung der Grenze, wobei wiederum in der Nähe von Hanging Schanzanlagen aufgeworfen wurden. Erst der Sieg Prinz Eugens in der Schlacht bei Höchstädt konnte die Gefahr bannen. Im Zuge des Österreichischen Erbfolgekriegs (1740-45) zogen im Herbst 1741 Bayern und Franzosen kampflos in Österreich, unter anderem über Kollerschlag, ein, konnten aber Anfang 1742 wieder zurückgeschlagen werden.

Im Jahr 1765 wurde durch einen Vertrag zwischen Österreich und dem Hochstift Passau die heutige Grenzziehung fixiert: Das zu Rannariedel gehörige Amt Jandlsbrunn und das zu Falkenstein gehörige Amt Wildenranna - gewissermaßen Kollerschläger "Untertanskollegen" - gingen an Passau, Österreich erhielt verstreute Untertanen.

PfarrgrĂĽndung

Im Zuge der Kirchenreformen Kaiser Josephs II. , mit der eine Reihe von Pfarrgründungen einher gingen, kam es 1784 auch in Kollerschlag zur Pfarrgründung. Bis zu diesem Zeitpunkt gehörte der Ort Kollerschlag zur Pfarre Wegscheid , das Gebiet des heutigen Oberösterreich zur Diözese Passau. Mit den neuen Pfarrgründungen und der Gründung der Diözese Linz 1785 wurden die kirchlichen Grenzen jenen der Landesgrenzen angepasst. Zur neuen Pfarre kamen noch Ortschaften der Pfarre Sarleinsbach (Raschau, Albenödt, Schröck und Stratberg) und Peilstein (Hinternebelberg, Stift, Sauödt und Lengau), womit im Jahr 1788 die Pfarre bereits die heutige Gestalt annahm. Zwischen 1787 und 1800 wurde die Pfarrkirche erbaut.

19. Jahrhundert

Die exponierte geografische Lage an der bayrischen Grenze führte, wie schon in den Jahrhunderten zuvor, auch im 19. Jahrhundert zu einer Reihe von Truppendurchzügen. In den den Koalitionskriegen (1800, 1805, 1809) gegen das revolutionäre Frankreich, war Oberösterreich mehrmals Kriegschauplatz und das Land wurde mehrmals besetzt. Besonders durch die Besatzung nach dem Dritten Koalitionskrieg 1805, die bis März 1806 dauerte, war die Bevölkerung im Mühlviertel härtesten Belastungen ausgeliefert, da es ab Jänner 1806 durch den Abzug der Franzosen aus Niederösterreich nach Bayern durch das Mühlviertel, so auch durch Kollerschlag, zu ständigen Einquartierungen und Truppendurchzügen kam. Neben den mit Truppendurchzügen immer einhergehenden Ausschreitungen, waren es besonders die Ablieferungen in Form von Nahrungsmittel, Futter und Pferde die der Bevölkerung besonders zu schaffen machten. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss 1803, mit dem die geistlichen Fürstentümer abgeschafft wurden, änderten sich die Verhältnisse auf der anderen Seite der Grenze. Zunächst kam das Gebiet zwischen Ilz und Ranna kurzzeitig an das säkularisierte Kurfürstentum Salzburg, bis es 1805 im Frieden von Pressburg an Bayern abgetreten werden musste. Auch die rechtliche Qualität der Grenze änderte sich in diesen Jahren. Mit der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches 1806 durch Kaiser Franz II. , der seit 1804 auch als Kaiser Franz I. von Österreich regierte, wurde die Grenze bei Kollerschlag Außengrenze, bis dahin war sie über Jahrhunderte eine „Binnengrenze“ im Staatsverband des Heiligen Römischen Reiches . Mit der Aufhebung der Grundherrschaften im Revolutionsjahr 1848 endete auch in Kollerschlag das oft nicht reibungslose Untertanenverhältnis zwischen den hier ansässigen Bauern und ihrer jeweiligen Obrigkeit.

Zeitgeschichte

Weltkriege, Zwischenkriegszeit und Naziputsch

Wie auch in anderen Orten, war die Stimmung beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs euphorisch. Der erwartete kurze Kriegsverlauf war ein Trugschluss, 93 Soldaten aus der Pfarre Kollerschlag bezahlten den Krieg mit ihrem Leben. Die Notlage nach dem ersten Weltkrieg und die mangelnde Perspektive ermutigte nach dem ersten Weltkrieg viele Personen auszuwandern, so versuchten auch 22 Kollerschläger ihr Glück auf der anderen Seite des Atlantiks. Im Juli 1934 war Kollerschlag ein Nebenschauplatz des gescheiterten Putsches der Nationalsozialisten ( Juliputsch ), bei dem der österreichische Bundeskanzler Dr. Engelbert Dollfuß ermordet wurde. Zwischen 25. und 27. Juli kam es zu bewaffneten Überfällen der Nationalsozialisten ( Österreichische Legion ) auf die Grenzübergänge Haselbach, Hanging, Kriegwald und auf den Gendarmerieposten Kollerschlag bei denen ein Gendarmeriebeamter und vier Legionäre den Tod fanden. In den frühen Morgenstunden des 26. Juli wurde am Grenzübergang Hanging ein deutscher Kurier mit gefälschtem Pass beim illegalen Grenzübertritt aufgegriffen, der den verschlüsselten Aufstandsplan für die österreichischen Bundesländer ( Kollerschlager Dokument ) - in der Krawatte eingenäht - bei sich hatte. Nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum "Gau Oberdonau". Ende April 1945 wurde Kollerschlag von den anrückenden Verbänden der US-Armee beschossen, wobei drei Häuser den Flammen zum Opfer fielen. Am Abend des 30. April 1945 betraten am Grenzübergang Hanging erstmals US-Amerikanische Soldaten oberösterreichischen Boden, vier Personen verloren beim Einmarsch ihr Leben.

Nachkriegszeit

Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs. Kollerschlag lag bis 1955 in der sowjetischen Beatzungszone, direkt angrenzend an die amerikanische Zone in Bayern. Durch den EU-Beitritt am 1. Januar 1995 und dem Inkrafttreten des Schengener Abkommens 1997 öffnete sich die Westgrenze Kollerschlags, die die Geschichte des Ortes über Jahrhunderte geprägt hat.

Politik

BĂĽrgermeister ist Franz Saxinger von der Ă–VP. Im Gemeinderat sind folgende Parteien vertreten: Ă–VP 13 Mandate, SPĂ– 6 Mandate

Einwohnerentwicklung

1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 1.415 Einwohner, 2001 dann 1.533 Einwohner.

Kultur und SehenswĂĽrdigkeiten

Bauwerke

Pfarrkirche

Die Pfarrkirche Kollerschlag ( Patrozinium zum Hl. Josef ) wurde zwischen 1787 und 1790 in spätbarockem (josephinischen) Stil erbaut. Der 42 Meter hohe Hauptturm wurde in der heutigen Gestalt mit einem Zwiebelhelm 1875 errichtet. Besonders wertvoll ist der aus dem 18. Jahrhundert stammende Hochaltar mit dem Gemälde "Tod des Hl. Josef" von Bartholomeo Altomonte , der ursprünglich als Seitenaltar im Stift Schlägl stand.

Naturdenkmäler

Olymp

Erhebung im Süden Kollerschlag mit schönem Ausblick nach Westen (Bayern) und Norden (Böhmerwald). Im Sommer beliebter Treffpunkt für kulturelle Aktivitäten der Jugend.

Persönlichkeiten

Norbert Hanrieder : der bekannte oberösterreichische Mundartdichter wurde am 2. Juni 1842 in Kollerschlag Nr. 76 geboren

Weblinks

http://www.kollerschlag.at/

Informationen aus der Umgebung

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Wikipedia

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