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Letzte Änderung für Artikel Wolf: 07.02.2006 22:27

Wolf

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Wolf
Wolf (Canis lupus)
Wolf (Canis lupus)
Systematik
Ordnung : Raubtiere (Carnivora)
√úberfamilie : Hundeartige (Canoidea)
Familie : Hunde (Canidae)
Tribus : Echte Hunde (Canini)
Gattung : Canis
Art : Wolf
Wissenschaftlicher Name
Canis lupus
Linnaeus 1758

Der Wolf (Canis lupus) ist eine Hundeart in der Gattung Canis .

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Maße und Gewichte des Wolfes sind aufgrund seines ausgedehnten Verbreitungsgebietes sehr unterschiedlich:

  • Die gr√∂√üten W√∂lfe (Verbreitung in Waldzonen Lettlands , Wei√ürusslands , Alaskas und Kanadas ) erreichen eine Kopfrumpfl√§nge von bis zu 160 cm, der Schwanz ist zus√§tzlich bis zu 52 cm lang. Die Schulterh√∂he betr√§gt etwa 80 cm. W√∂lfe k√∂nnen bis zu 80 kg wiegen.
  • Die kleinsten W√∂lfe leben im Vorderen Orient und auf der Arabischen Halbinsel ; ihre K√∂rperl√§nge betr√§gt etwa 80 cm bei einem Gewicht von rund 20 kg und einer Schwanzl√§nge von etwa 29 cm.

Die Weibchen sind um 2 bis 12 % kleiner als der R√ľde und 20 bis 25 % leichter.

Die Färbung ist sehr variabel. Der in Nordamerika verbreitete Name "Gray Wolf" weist darauf hin, dass diese Wölfe ein graues Fell haben, doch obwohl das Beigegrau (sog. graue Phase) die häufigste Fellfarbe ist, gibt es eine Vielzahl weiterer. Im arktischen Nordamerika gibt es vollkommen weiße Wölfe, und ebenfalls nicht selten sind vollkommen schwarze Wölfe.

Lebensraum

Schwarzer Wolf
Schwarzer Wolf

Der Wolf war bis zur Entwicklung von Land- und Herdenwirtschaft das am weitesten verbreitete Raubtier der Erde. Er war in ganz Europa und Asien bis nach Nordafrika sowie in Nordamerika beheimatet. In weiten Teilen dieses einst riesigen Verbreitungsgebietes, insbesondere im westlichen Europa und in Nordamerika, wurde die Art durch menschliche Verfolgung ausgerottet. In Osteuropa, auf dem Balkan , in Kanada , Sibirien , der Mongolei , und zu einem geringeren Grade dem Iran gibt es noch größere zusammenhängende Populationen . Ansonsten ist der Wolf heute nur in isolierten Beständen (manche umfassen weniger als 100 Tiere) anzutreffen.

Weißer Wolf
Weißer Wolf

W√∂lfe bewohnen eine Vielzahl von Habitaten. Ihre hohe Anpassungsf√§higkeit l√§sst sie in den Eisw√ľsten der Arktis ebenso leben wie in den W√ľsten Nordamerikas und Zentralasiens. Die meisten W√∂lfe bewohnen Grasl√§nder und W√§lder. Dass sie vor allem als Waldtiere bekannt wurden, liegt daran, dass der Mensch sie in gro√üen Teilen des Verbreitungsgebietes fr√ľhzeitig aus offeneren Landschaften vertrieben hatte.

Systematik

Rotwolf: Ein Verwandter des Wolfes
Rotwolf : Ein Verwandter des Wolfes

Nach Bibikow ist die Unterartengliederung bis heute umstritten; seit 1985 gibt es Versuche einer genetischen Revision der Unterarten des Wolfes (Mitochondrial DNA Method).

Zu den Unterarten zählen unter anderem:

  • Polarwolf (Canis lupus arctos)
  • Tundrawolf (Canis lupus albus)
  • Sibirischer Waldwolf oder Taigawolf (Canis lupus lupus und Canis lupus altaicus)
  • Honshu-Wolf (Canis lupus hodophilax) und Hokkaido-Wolf (Canis lupus hattai), zwei in Japan vorkommende endemische Unterarten, die beide als ausgestorben gelten. Der Honshu-Wolf gilt als die kleinste bekannte Unterart.
  • Kasachischer Wolf (Canis lupus desertorum, Canis lupus campestris)
  • S√ľdlicher Wolf (Sammelgruppe aus Canis lupus lupus, Canis lupus desertorum, Canis lupus campestris und Canis lupus cubanensis)

Eng verwandt mit dem Wolf sind der Rotwolf (Canis rufus) aus Nordamerika (der vielleicht eine Hybride aus Wolf und Kojote darstellt), der Kojote (Canis latrans) und der √Ąthiopische Wolf (Canis simensis). Um den eigentlichen Wolf von diesen zu unterscheiden, wird er manchmal auch als Grauwolf bezeichnet - diese Bezeichnung ist allerdings im englischen Sprachraum ("Gray Wolf") verbreiteter als in der deutschen Sprache.

Der M√§hnenwolf (Chrysocyon brachyurus) geh√∂rt zu den Hundeartigen, nicht aber zu den echten W√∂lfen. Der im fr√ľhen 20. Jahrhundert ausgestorbene australische Beutelwolf (Thylacinus cynocephalus) ist ein Beuteltier und ein gutes Beispiel f√ľr die Besetzung einer gleichen √∂kologischen Nische durch systematisch nicht verwandte Arten ( Konvergenz ).

Lebensweise

Verhalten und soziale Organisation

Obwohl man auch einzelne W√∂lfe in der Wildnis antrifft, ist die normale Sozialordnung des Wolfes das Rudel. Das Wolfsrudel besteht im Regelfall aus dem Elternpaar und deren Nachkommen, es handelt sich also um eine Familie. W√∂lfe werden (im Gegensatz zu Haushunden) erst mit zwei Jahren geschlechtsreif und verbleiben bis zur Geschlechtsreife bei den Eltern. Die vorj√§hrigen Jungw√∂lfe unterst√ľtzen das Elternpaar bei der Aufzucht der neuen Welpen. Unter normalen Bedingungen besteht ein Rudel im Herbst also aus dem Elternpaar, dem Nachwuchs aus dem Vorjahr und dem Nachwuchs aus dem gleichen Jahr. Mit Erreichen der Geschlechtsreife wandern die Jungw√∂lfe in der Regel aus dem elterlichen Territorium ab und suchen ein eigenes Revier. Die Elterntiere sind grunds√§tzlich dominant gegen√ľber ihrem Nachwuchs, K√§mpfe um die Rangordnung gibt es daher nicht. Eine Paarung verwandter Tiere findet √ľblicherweise auch dann nicht statt, wenn keine anderen Sexualpartner zur Verf√ľgung stehen. Dabei geht die Verweigerung vom R√ľden aus.

In der Literatur findet sich h√§ufig die Darstellung einer streng hierarchischen Rangordnung mit einem dominanten Alpha-Paar , das in der Regel die Nachkommen des Rudels zeugt, einer Gruppe nachgeordneter Tiere und einem schwachen Tier am Ende der Rangordnung in der Rolle des "Pr√ľgelknaben" oder Omega -Wolfs. Diese Darstellungen sind das Ergebnis der Forschung an W√∂lfen in Gefangenschaft, und keinesfalls auf nat√ľrliche Verh√§ltnisse √ľbertragbar. In Gefangenschaft wurden meist W√∂lfe unterschiedlicher Herkunft oder Familiengruppen zusammengesperrt und gez√ľchtet. Hier ist weder eine Abwanderung mit Erreichen der Geschlechtsreife m√∂glich, noch die (mit der Abwanderung verbundene) Vermeidung von Verpaarungen verwandter Tiere. In diesen in Gefangenschaft gehaltenen Rudeln sind daher heftige Auseinandersetzungen an der Tagesordnung.

Die Tragzeit liegt bei etwa sechzig Tagen, und in einem Wurf befinden sich in der Regel zwischen drei und sieben (manchmal ein bis vierzehn) Welpen.

Ernährung

Wolf im winterlichen Yellowstone Nationalpark
Wolf im winterlichen Yellowstone Nationalpark

Grundnahrung des Wolfes bilden gro√üe pflanzenfressende S√§ugetiere, er nutzt dabei die im jeweiligen Lebensraum dominierenden Arten. W√∂lfe jagen im Norden ihres Verbreitungsgebietes √ľberwiegend im Rudel Elche, Rentiere , Rehe oder andere Hirsche . In Osteuropa z√§hlen auch Wildschweine zu ihrer Beute. Kleinere S√§uger wie Hasen , Kaninchen, W√ľhlm√§use und Lemminge werden ebenfalls h√§ufig erbeutet. In der N√§he von Menschen schlagen sie auch Schafe oder junge Rinder, Haushunde und Hauskatzen. In nahrungsarmen Zeiten frisst der Wolf sowohl Aas als auch Abf√§lle .

Vitamine und Spurenelemente nimmt der Wolf nicht nur √ľber den Verzehr pflanzenfressender Beutetiere auf, sondern er frisst auch selbst pflanzliche Nahrung. Zur vollwertigen Nahrung f√ľr W√∂lfe z√§hlen auch Heidelbeeren , Preiselbeeren , Brombeeren , Wildobst sowie Bl√§tter von Seggen und Gr√§sern .

Die sprichw√∂rtliche Gefr√§√üigkeit des Wolfes geh√∂rt ins Reich der M√§rchen und Legenden; nach aktuellen Forschungen liegt der j√§hrliche Nahrungsbedarf des Wolfes zwischen 500 und 800 Kilogramm pro Individuum; der Wolf frisst t√§glich im Durchschnitt 2 Kilogramm, dabei sind aber auch l√§ngere Hungerperioden zu ber√ľcksichtigen, in denen keine Beute gemacht wird. In Ausnahmef√§llen kann ein Wolf bis zu 10 Kilogramm Fleisch auf einmal verzehren, ein Teil davon wird jedoch wieder ausgew√ľrgt und an anderen Stellen als Vorrat verscharrt.

Einzeltiere nehmen die geringsten Nahrungsmengen zu sich; ihre Tagesration liegt etwa bei einem Viertel dessen, was Rudeltiere durchschnittlich zu sich nehmen. Das Nahrungsdefizit wird √ľberwiegend durch kleinere Tiere, Aas oder Haushunde gedeckt.

Jungwölfe verzehren auch verschiedene Insekten , insbesondere Käfer .

Mensch und Wolf

Domestizierung

Sibirian Husky: Ein Haushund mit sichtbarer √Ąhnlichkeit zum Wolf
Sibirian Husky : Ein Haushund mit sichtbarer √Ąhnlichkeit zum Wolf
Tschechoslowakischer Wolfshund: Kreuzung zwischen deutschem Schäferhund und Wolf
Tschechoslowakischer Wolfshund : Kreuzung zwischen deutschem Schäferhund und Wolf

Heute ist nachgewiesen, dass der Haushund vom Wolf abstammt; nach genetischen Untersuchungen hat sich wohl der so genannte Urhund bereits vor mehr als 100.000 Jahren vom Wolf getrennt.

Eine Annahme ging davon aus, dass sich vor etwa 14.000 Jahren Wölfe dem Menschen angeschlossen haben, um dessen Nahrungsreste zu vertilgen. Mit der Zeit wurden sie zutraulicher, und der Mensch erkannte ihren Nutzen (sog. Torfhunde ). Eine andere Theorie ist, dass Wölfe zunächst als Fleischlieferanten dienten, ehe man herausfand, dass sie als Haustier anderen Nutzen haben konnten.

Die Verwandtschaft zum Wolf zeigt sich recht deutlich bei einigen Hunderassen ; Hunde vom Urtyp (Gruppe 5 in der FCI-Klassifikation) wie der Samoyede , Sibirian Husky , Alaskan Malamute , Kanaanhund oder der Akita Inu weisen einen urspr√ľnglichen Typ mit spitzem Fang , spitzen Stehohren und quadratischem K√∂rperbau auf; auch andere Rassen wie der Deutsche Sch√§ferhund zeigen noch eine gewisse √§u√üere √Ąhnlichkeit zum Wolf. Es ist jedoch ein Mythos, dass diese Rassen daher enger mit dem Wolf verwandt w√§ren als andere.

Im 20.Jahrhundert wurde in Tschechien, aber auch in den Niederlanden und Italien mit Wolfseinkreuzungen experimentiert; Z√ľchtungen wie der Saarloos-Wolfhund (FCI-Nr. 311) von Leendert Saarloos , der Tschechoslowakische Wolfhund (ńĆeskoslovensk√Ĺ Vlńć√°k, FCI-Nr. 332) oder die Wolf-Sch√§ferhund-Kreuzungszucht Lupo Italiano (von der FCI nicht anerkannt) gelten als gescheiterte Experimente. Wolfsverhalten schl√§gt bei diesen Tieren oft durch, sie sind dann √§ngstlich und scheu. Vom Halter erfordern diese Tiere fundierte Kenntnisse in Wolfs- und Hundeverhalten sowie au√üerordentlich viel Zeit und Einf√ľhlungsverm√∂gen, als Familien- und Begleithunde sind sie nicht immer geeignet.

Das Lautverhalten der Wolfs- und Schlittenhunden ähnelt dem der Wölfe, sie bellen kaum und wenn, dann nicht anhaltend, statt dessen jaulen und heulen sie in vielen Variationen.

Einstellung des Menschen zum Wolf

Wolfsspuren im Sand
Wolfsspuren im Sand

Verehrung

Viele V√∂lker, die von der Jagd lebten (Nordeuropa, Nordamerika), sahen im Wolf einen ihnen ebenb√ľrtigen oder √ľberlegenen Konkurrenten, dessen Ausdauer und Geschick bewundert und begehrt waren. Der Wolf wurde auch als Besch√ľtzer oder als √ľbernat√ľrliches Wesen betrachtet und verehrt. Vornamen wie Wolf, Wolfgang oder Wolfhard erinnern an die Wertsch√§tzung des Tiers. Verschiedene Teile des Wolfs galten auch in Deutschland als heilkr√§ftig. So sollten Schuhe aus Wolfsfell Jungen zu tapferen M√§nnern erwachsen lassen.

Der Wolf als Feind des Menschen

Dagegen wurde der Wolf bei vielen sesshaften V√∂lkern als der Feind betrachtet, der die Nutztiere "raubt". So erwarb er sich den Fabelnamen als blutr√ľnstiger Isegrim . Ab dem Mittelalter und in der fr√ľhen Neuzeit wurde die Beziehung des Menschen zum Wolf in Europa zunehmend einseitig von Angst und D√§monisierung gepr√§gt. Die starke Ausbreitung menschlicher Siedlungs- und Agrarfl√§chen, sowie die offene Viehhaltung, hier vor allem die bis ins 19. Jahrhundert verbreitete Waldweide von Rindern, Schafen, Schweinen und Pferden, f√ľhrte zu zahlreichen Haustierverlusten durch W√∂lfe. Auch wenn die angegebenen Verluste in vielen F√§llen sicher ma√ülos √ľbertrieben waren oder durch wildernde Hunde verursacht wurden, d√ľrften die Verluste bei dieser Art der Viehhaltung f√ľr die Bauern wirtschaftlich h√§ufig bedeutend gewesen sein. Zu der direkten Nahrungskonkurrenz zwischen Mensch und Wolf gesellte sich im Laufe der Zeit noch die Verurteilung des Wolfes als Jagdkonkurrent.

Berichte und Geschichten √ľber sog. "Wolfsplagen" und Angriffe auf Menschen (zum Teil mit Todesfolge) finden sich bis in die Neuzeit in zahlreichen schriftlichen Quellen. So wird schon 1197 von einer ‚ÄěWolfsplage‚Äú an der Mosel berichtetet, die angeblich mehrere menschliche Opfer forderte. Noch 1849, also zu einer Zeit, als W√∂lfe in Mitteleuropa schon weitgehend ausgerottet waren, wurde aus Kottenheim eine ‚ÄěWolfsplage‚Äú gemeldet, als ein strenger Winter bis Ostern anhielt.

Diese Einstellung zum Wolf f√ľhrte in West-und Mitteleuropa zu einer beispiellosen Verfolgungskampagne, deren Ziel schlie√ülich, unabh√§ngig von etwaigen Sch√§den, die v√∂llige Ausrottung des Wolfes war. Der Wolf wurde unter anderem in Gro√übritannien (letzte Erlegung 1743), D√§nemark (1772) und Deutschland (1904) ausgerottet. In S√ľd- und Osteuropa wurde dem Wolf (und anderen Gro√üraubtieren) mit erheblich mehr Toleranz begegnet. Auch wenn dort bei verst√§rkten Sch√§den an Haustieren W√∂lfe regional und zeitlich intensiver verfolgt wurden, war dort die v√∂llige Ausrottung nie Ziel.

Angriffe auf Menschen

W√§hrend die Erbeutung von Haustieren durch W√∂lfe unstrittig ist, entbehren die Berichte √ľber Angriffe auf Menschen meist jeder Grundlage. Gesicherte Belege f√ľr Angriffe gesunder W√∂lfe auf Menschen konnten bisher weder f√ľr Nordamerika noch f√ľr Europa erbracht werden.

Wirtschaftliche Nutzung

W√∂lfe wurden √ľber Jahrhunderte verfolgt und teilweise systematisch ausgerottet; daneben diente der Wolf aber auch als Pelzlieferant . Im 19. Jahrhundert wurden W√∂lfe vor allem mit Strychnin get√∂tet, indem man ein get√∂tetes Schaf damit impr√§gnierte und dieses auf die bekannten Wechsel der W√∂lfe warf. Wolfsfelle wurden in Schweden , Russland , Polen und Frankreich hergestellt und verwendet; sie galten als um so wertvoller, je wei√üer sie waren. Die Wolfshaut wurde auch gegerbt und zu Handschuhen , Pauken - und Trommelfellen verarbeitet. In den meisten L√§ndern ist die wirtschaftliche Nutzung des Wolfes heute verboten, obwohl teilweise noch Abschusspr√§mien gezahlt werden.

Gefährdung und Schutz

Denkmal f√ľr den letzten freien Wolf im M√ľnsterland bei Ascheberg
Denkmal f√ľr den letzten freien Wolf im M√ľnsterland bei Ascheberg

Seit dem 19. Jahrhundert ist der Wolf in Nord- und Mitteldeutschland sowie in England ausgestorben. Wolfs populationen gab es damals noch in Ungarn , Galizien , Kroatien , Krain , Serbien , Bosnien , Rumänien , Polen , Russland und Skandinavien .

In vielen Teilen der Welt, wo der Wolf (noch) vorkommt, wird er auch heute aktiv verfolgt. Allerdings setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass der Wolf keine Gefahr f√ľr den Menschen oder seine Landwirtschaft darstellt; vielmehr wird der Wolf zunehmend im Rahmen der Naturschutzbem√ľhungen als ein willkommener Bestandteil der Fauna gesehen.

In Europa ist der Wolf durch drei Richtlinien gesch√ľtzt.

  • Dem Washingtoner Artenschutzabkommen ( CITES , Convention on International Trade in Endangered Species of the Wild Fauna and Flora) vom 3. M√§rz 1973 geh√∂ren 152 Staaten an. Es stellt Richtlinien f√ľr den Handel mit gesch√ľtzten Tieren und deren Erzeugnissen auf und schr√§nkt die Ein- und Ausfuhr der Tiere oder ihrer Teile (Felle, Sch√§del, Knochen...) ein. Der Wolf ist hier in Anhang II (gef√§hrdete Tierart) aufgef√ľhrt, einige Subpopulationen sind vom Aussterben bedroht und in Anhang I aufgef√ľhrt.
  • In der Berner Konvention haben sich 45 Staaten auf die Erhaltung und den Schutz wildlebender Pflanzen und Tiere und ihrer Lebensr√§ume verst√§ndigt. Der Wolf ist in Anhang II der Konvention aufgef√ľhrt.
  • Die FFH-Richtlinien (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, 92/43/EWG) wurde 1992 von der EU in Kraft gesetzt und soll europaweit die Ausweisung und Erhaltung von Lebensr√§umen und Wildtieren regeln. Der Wolf ist hier in Anhang IV aufgef√ľhrt, sein Lebensraum in Anhang II. Diese Richtlinie ist von allen EU-Mitgliedsstaaten jeweils in nationales Recht umzusetzen.

In Deutschland wurde der letzte frei lebende Wolf am 27. Februar 1904 in der Lausitz erschossen. Er war mit 1,60 m Länge und einem Widerrist von 80 cm sowie 41 kg Lebendgewicht ein sehr großer Wolf. Da es in der Gegend lange Zeit keinen Wolf mehr gegeben hatte, vermutete man hinter dem gerissenen Wild erst ein ausgebrochenes Zirkustier, weshalb er den Spitznamen "Tiger von Sabrodt" (Ort des ersten Auftauchens) erhielt.

Seit den 1990er Jahren sind immer wieder W√∂lfe √ľber die polnische Grenze nach Deutschland eingewandert und hielten sich bevorzugt auf Truppen√ľbungspl√§tzen auf. Obwohl sie streng gesch√ľtzt sind, wurden sie immer wieder von J√§gern geschossen - angeblich wegen Verwechslungen mit wildernden Hunden.

Dennoch sind die ersten Wölfe in der Oberlausitz in Sachsen schon heimisch geworden. Sie sind noch extrem bedrohte Seltenheiten, doch es scheint inzwischen möglich, dass der Wolf in Deutschland wieder heimisch wird. Insgesamt ist der Wolf wieder in vielen europäischen Ländern auf dem Vormarsch beispielsweise in: Spanien , Frankreich , Italien , Schweiz , Slowenien , Kroatien , Slowakei .

Die im Juli 2002 aus einem Wolfsgehege bei Klingenthal in Sachsen entwischte Wölfin "Bärbel" wurde am 19. Januar 2003 in Niedersachsen erlegt und löste zahlreiche Diskussionen um die Zulässigkeit dieser Maßnahme aus. Ein vermutlich aus einem belgischen Freigehege entwichener Wolf wurde am 21. Februar 2005 im Gebiet Heinsberg, NRW erschossen. Die Medien nannten ihn den "Eschweiler Wolf".

Forschung

Noch Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Wolf beschrieben als "ungemein blutd√ľrstig", √ľberm√§√üig gierig ("w√ľrgt er viel mehr, als er fressen kann") und "fri√üt auch seinesgleichen"; nach heutigen Erkenntnissen ist diese Charakterisierung aus Meyers Konversationslexikon von 1888 grundverkehrt. Diese Sichtweise, die den Erkenntnisstand der wissenschaftlichen Literatur dieser Zeit widerspiegelt, tradiert Vorstellungen vom Wolf, die sich erst im sp√§ten Mittelalter entwickelt hatten.

Die systematische Beobachtung des Wolfes mit modernen wissenschaftlichen Methoden, die √ľber das Ausmessen gefangener Exemplare, kurzzeitige Beobachtungen und Vermutungen hinausgehen, begann erst Mitte des 20. Jahrhunderts . Sie fanden zun√§chst vorwiegend in Nordamerika statt, da es dort noch gro√üe, naturbelassene Gebiete mit gesunden Wolfspopulationen gibt, und da durch popul√§re Romane und Berichte (etwa Farley Mowats Never Cry Wolf oder Lois Crislers Arctic Wild und Captive Wild) das Bild vom Wolf als dem Untier schon relativiert worden war.

Als eine der wichtigsten fr√ľhen Arbeiten gelten heute die von L. David Mech auf der Isle Royale im Oberen See durchgef√ľhrten Langzeitbeobachtungen. Weitere wichtige Beitr√§ge stammen beispielsweise von Adolph Murie (The Wolves of Mt. McKInley) und Henry S. Sharpe (Wolf and Man: Evolution in Parallel).

In Deutschland sorgten vor allem die jahrelangen Forschungsarbeiten und die B√ľcher von Erik Zimen f√ľr einen Wandel der Vorstellungen vom Wolf.

Der Wolf in Mythos und Literatur

Hauptartikel: Wolf als mythologisch-k√ľnstlerisches Motiv

Die ambivalente Haltung des Menschen gegen√ľber dem Wolf als sowohl verehrtes als auch gef√ľrchtetes Wesen schlug sich auch in der zahlreichen Sagen , M√§rchen , Tierfabeln und anderen literarischen Werken nieder, wo er als Fenriswolf , Werwolf oder Wolfskind in Erscheinung tritt. In zahlreichen Kulturen, darunter bei dem Indianerstamm der Tlinkit , bei den Irokesen , bei den Turkmenen und bei den Mongolen wird er als Totem gesehen.

Usbeken und Hunnen leiteten sogar jeweils die Herkunft ihres Volkes vom Wolf ab; die W√∂lfin galt als Urmutter der alten T√ľrken .

In der Mythologie der R√∂mer werden Romulus und Remus von einer W√∂lfin ges√§ugt, √§hnliches wird von den slowakischen Recken Waligor und Wyrwidub berichtet. Auch der Gr√ľnder des altpersischen Reiches, Kyros , soll von W√∂lfen aufgezogen worden sein.

In der germanischen Mythologie werden dem Siegesgott Odin zwei W√∂lfe und zwei Raben beigelegt, die als streitlustige und tapfere Tiere den Kampf verfolgen und sich auf die gefallenen Leichen st√ľrzen. Lokis Sohn, der Fenriswolf , verschlang zu Beginn der G√∂tterd√§mmerung den Mond. Der Wolf Ysengrin des Mythos besitzt viele Wesensmerkmale des verschlagenen Fuchses . Bastards√∂hne des mythischen Wolfs leben in der b√ľrgerlichen Gesellschaft, behalten aber ihre Wolfsgewohnheiten bei.

Literarisch tritt der Wolf in vielen Tierfabeln wie denen des griechischen Dichters √Ąsop und in M√§rchen , wie Rotk√§ppchen der Gebr√ľder Grimm , auf.

Bekannte moderne Wolfsliteratur stammt von Rudyard Kipling (Die Dschungelb√ľcher) oder Jack London (Ruf der Wildnis, White Fang). In Hermann Hesses Werk Der Steppenwolf tritt er symbolisch als einzelg√§ngerischer Mensch auf.

Literatur

Sachliteratur:

  • Erik Zimen : Der Wolf. Gebundene Ausgabe, 447 Seiten, Kosmos, ISBN 3440097420
  • Dimitrij I. Bibikow : Der Wolf (Die neue Brehm-B√ľcherei; 587; 3. Aufl.). 198 Seiten. Westarp Wissenschaften, Hohenwarsleben: 2003. ISBN 3894323809
  • H. Okarma: Der Wolf. √Ėkologie, Verhalten, Schutz. Parey 1997. ISBN 3826384318
  • Thomas Riepe : Wolf und Hund. Monsenstein und Vannerdat, 71 Seiten, 2004, ISBN 3865820417
  • Elli H. Radinger : Wolfsangriffe - Fakt oder Fiktion. Verlag Peter von D√∂llen, Worpswede 2004 ISBN 3-933055-33-4
  • Elli H. Radinger : Die W√∂lfe von Yellowstone. Verlag Peter von D√∂llen, Worpswede, 2004 ISBN 3-933055-15-6
  • Werner Freund : Wolf unter W√∂lfen. Ein Leben als Mensch im Wolfsrudel. M√ľnchen: Augustus-Verl. 1999. ISBN 3804373305

Wolfsplagen:

  • Kyll, Nikolaus; Zur Trierer Wolfsprozession. Landeskundliche Vierteljahrbl√§tter. Trier 1961, Jg. 7, H. 1, S. 16 ff.
  • Lung, Walter; Kottenheim - ein Dorf und seine Landschaft. Mayen 1962
  • Strangmeier, Heinrich: Wolfsplagen und Wolfsjagden in Hilden und anderswo, Eine Sammlung von Quellen und Beitr√§gen zum Thema. Leinen 1977

Kindersachb√ľcher:

  • Jen Green : W√∂lfe. 62 Seiten. Franckh-Kosmos Verlag: 2001. ISBN 3440089533
  • Erik Zimen : W√∂lfe. Tessloff Verlag, 1997, ISBN 3-7886-0667-3

Romane:

  • Farley Mowat : Ein Sommer mit W√∂lfen. Rowohlt Tb., 2004. ISBN 3499237636
  • Jean Craighead George : Julie von den W√∂lfen. dtv,2003, ISBN 3-423-07351-9

Bildbände:

  • Jim Brandenburg : Bruder Wolf. 154 Seiten. Tecklenborg: 1996. ISBN 3924044236
  • Jim Brandenburg : White Wolf. 160 Seiten. Tecklenborg: 1998. ISBN 3924044392
  • Leonard Lee Rue III: W√∂lfe. Gebundene Ausgabe, 82 Seiten, Parkland, ISBN 3880597448
  • Tanja Askani : Wolfsspuren Die Frau, die mit den W√∂lfen lebt. 144 Seiten, AT Verlag, 2004, ISBN 3-85502-979-2
  • Beatrix Stoepel : W√∂lfe in Deutschland, aus der ARD-Reihe EXPEDITIONEN INS TIERREICH. 223 Seiten, Hoffmannn und Campe Verlag, 2004, ISBN 3-455-09470-8

Weblinks

Wiktionary: Wolf ‚Äď Wortherkunft, Synonyme und √úbersetzungen
Commons: Canis lupus ‚Äď Bilder, Videos oder Audiodateien

Wikipedia

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