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Letzte Änderung für Artikel Wild: 14.02.2006 14:33

Wild

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Sikahirsch (Cervus nippon)
Sikahirsch (Cervus nippon)
Als Wild werden die jagdbaren (d.i. in jagdrechtlichen Vorschriften aufgelisteten) wildlebenden Tiere bezeichnet. Grunds√§tzlich befindet sich Wild in nat√ľrlicher Freiheit und ist herrenlos, geh√∂rt also niemandem. Es hat -bzw. hatte- im Gegensatz zu anderen wildlebenden Tieren einen unmittelbaren Nutzen als Nahrungs- und Rohstofflieferant oder es steht in Nahrungskonkurrenz zum Menschen. Die Aneignung des Wildes ist ausschlie√ülich dem Jagdaus√ľbungsberechtigten erlaubt.

Das Wild unterliegt der besonderen F√ľrsorge des Menschen in Form jagdlicher Beschr√§nkungen und der Hege. Die F√ľrsorge f√ľr die Wildarten und f√ľr ihren Lebensraum sind Gegenstand des Wildtiermanagements . Die wissenschaftliche Basis dazu liefert die Wildbiologie .


Wild im Sinne der Wildbiologie umfasst die Gesamtheit der auf der Erde vorkommenden jagdbaren Tierarten. Mit der zunehmend globalen Bedeutung des Wildtiermanagements erfährt der Begriff auch eine Ausdehnung auf nicht im Jagdinteresse stehende Tierarten.

Rechtliche Regelungen zum Wildtiermanagement finden sich in Gesetzen zur Nutzung der Wildtiere, zur Unterschutzstellung der Arten und Individuen sowie zur Ausweisung von Schutzgebieten (Reservaten).

In Deutschland, √Ėsterreich und der Schweiz regeln Jagdgesetze - und verordnungen die Jagd (und als Teilbereich davon die Hege). Diese jagdrechtlichen Vorschriften enthalten einen abschlie√üenden Katalog der jagdbaren Tiere und geben dem Begriff Wild damit seine Legaldefinition .

Wild wird ferner auch als Kurzbezeichnung f√ľr das Wildbret verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Einteilung des Wildes

Im Jagdrecht und in der jaglichen Praxis wird das Wild nach

  • Haarwild und Federwild
  • Schalenwild
  • Hochwild und Niederwild

unterschieden.

Zum Haarwild zählen die dem Jagdrecht unterliegenden Säugetiere . Als Federwild werden die dem Jagdrecht unterliegenden Vögel bezeichnet.

Das Schalenwild umfasst die dem Jagdrecht unterliegenden Paarhufer ( Boviden , Cerviden und das Schwarzwild ). Deren Klauen werden in der Jägersprache als Schalen bezeichnet.

Zum Hochwild z√§hlt das Jagdrecht alles Schalenwild mit Ausnahme des Rehwildes. Weiterhin geh√∂ren das Auerwild, der Steinadler und der Seeadler zum Hochwild. Alles √ľbrige Wild geh√∂rt zum Niederwild. Der Begriff Hochwild hat zudem historischen Hintergrund. Er bezeichnete Wild, dessen Jagd besonders gesch√§tzt wurde und die deshalb dem hohen Adel (Hohe Jagd) vorbehalten war. Das Niederwild durfte hingegen auch vom niederen Adel, den Bauern und dem Klerus bejagt werden (Niedere Jagd).

Im jagdlichen Sprachgebrauch wird zusätzlich unterschieden nach

  • Raubwild (die dem Jagdrecht unterliegenden Beutegreifer, Greifv√∂gel und der Kolkrabe) und
  • Gro√üwild (besonders starkes Wild wie Dickh√§uter, Gro√ükatzen, Wisent, B√§r).

Wildarten in Mitteleuropa

Von den typischen Wildarten Mitteleuropas unterliegen dem Jagdrecht unter anderem

  • von den S√§ugetieren (und damit zum Haarwild geh√∂rig)
    • die Bovidae (Horntr√§ger) Gamswild , Muffelwild, Steinwild und Wisent
    • die Cervidae (Hirsche) Damwild , Elchwild , Rehwild , Rotwild und Sikawild
    • von den Suidae (Schweinen) das Schwarzwild
    • die Leporidae (Hasenartigen) Feldhase, Schneehase und Kaninchen
    • von den Rodentia (Nagetiere) das Murmeltier
    • die Felidae (Katzen) Luchs und Wildkatze
    • von den Canidae (Hunden) der Fuchs
    • die Mustelidae (Marder) Dachs, Fischotter , Baummarder, Steinmarder, Iltis , Hermelin und Mauswiesel
    • von den Phocidae (Hundsrobben) der Seehund
  • von den V√∂geln (und damit zum Federwild geh√∂rig)
    • die Phasianidae (Fasanenartigen) Auerwild , Birkwild , Rackelwild , Haselwild , Rebhuhn , Fasan, Wachtel , Alpenschneehuhn und Wildtruthuhn
    • die Columbidae (Tauben) Ringeltaube, T√ľrkentaube , Turteltaube und Hohltaube
    • die Anseriformes (Entenv√∂gel) H√∂ckerschwan , Wildg√§nse , Wildenten , S√§ger
    • von den Podicipedidae (Lappentaucher) der Haubentaucher
    • von den Scolopacidae (Schnepfenv√∂gel) die Waldschnepfe
    • von den Rallidae (Rallenv√∂gel) das Bl√§sshuhn
    • die Laridae (M√∂wen)
    • von den Otididae (Trappen) die Gro√ütrappe
    • von den Ardeidae (Reiher) der Graureiher ,
    • von den Falconiformes (Greifv√∂gel) die Falconidae (Falkenartige) und die Accipitridae (Habichtartige)
    • von den Corvidae (Rabenv√∂gel) der Kolkrabe , Rabenkr√§he , Saatkr√§he , Elster und Eichelh√§her


Da das Jagrecht in Deutschland, √Ėsterreich und der Schweiz verschieden geregelt ist, gibt es nationale und regionale Unterschiede im Katalog der dem Jagdrecht unterliegenden Tierarten. In Deutschland erm√§chtig das Bundesjagdgesetz die L√§nder, weitere Tierarten zu bestimmen, die dem Jagdrecht unterliegen. In √Ėsterreich unterliegt die Regelung der Jagd den einzelenen L√§ndern. In der Schweiz wird die Regelung der Jagd den Kantonen zugewiesen.

Vor der Entstehung des Bundesjagdgesetzes unterlagen in Deutschland auch B√§r , Eulen , Pelikan , Amsel , Seeschwalben , Sturmv√∂gel und Wei√üer Storch dem Jagdrecht. In S√ľdeuropa wird die Jagd auf Singv√∂gel ausge√ľbt.

Mit den Veränderungen in unserer Umwelt können Wildarten verschwinden, wieder auftreten oder neu hinzukommen. So werden Wolf (unterliegt noch nicht dem Jagdrecht) und Luchs in Mitteleuropa wieder heimisch. Fremdländische Tierarten wie Vielfraß , Waschbär und Marderhund siedeln sich an und konkurrieren mit heimischen Arten.

Solche Wildarten werden bei Bedarf vom Jagdrecht erfasst. Das bedeutet nicht gleichzeitig, dass sie auch bejagt werden d√ľrfen. Einige der dem Jagrecht zugeordneten Tierarten sind ganzj√§hrig geschont (d√ľrfen nicht erlegt werden). F√ľr sie besteht aber weiterhin die Pflicht zur Hege. Sie unterliegen dadurch der besonderen F√ľrsorge durch den Gesetzgeber und den J√§ger.

Wildnutzung

Der Jäger der Steinzeit nutzte fast alle Teile des Wildes. Neben Nahrung und Kleidung lieferte ihm das Wild Ausgangsmaterial zur Fertigung von Werkzeugen, Waffen und Schmuck.

Das 5. Buch Mose (Deuteronomium) enth√§lt eine Katalog der Tiere deren Genuss erlaubt oder verboten ist. Zu dieser Zeit standen demnach ‚Äě... Hirsch und Gazelle und Damhirsch und Steinbock und Wisent und Antilope und Wildschaf ...‚Äú auf der Speisekarte.

Der t√§gliche Fleischbedarf der K√ľche K√∂nig Salomos umfasste ‚Äě... zehn Mastrinder und zwanzig Weiderinder sowie hundert Schafe, abgesehen von den Hirschen, Gazellen, Antilopen und dem gem√§steten Gefl√ľgel ...‚Äú ( 1. Buch der K√∂nige, II 5).

Das Wild hat (außer bei den wenigen verbliebenen Jagdvölkern) heute bei der Deckung des täglichen Bedarfes nur noch geringe Bedeutung.

Die Nutzung als Rohmaterial f√ľr Schmuck und Werkzeuge erfolgt nur zu Liebhaberzwecken. Das hochwertige Leder aus dem Fell ( der ‚ÄěDecke" ) der Cerviden und Boviden wird zu Kleidungsst√ľcken verarbeitet. Der Pelz (der ‚ÄěBalg‚Äú) der Raubtiere ist in Mitteleuropa nur wenig gefragt.

In der Bundesrepublik Deutschland wurden im Jahr 2000 √ľber 32.600 Tonnen Wildbret verbraucht. Der Wert des erlegten Wildes wird f√ľr das Jahr 2000 auf 160 Millionen Euro beziffert. (DJV Handbuch Jagd 2002).

Der Konsum von Wild liegt in Deutschland sehr niedrig: im Jahr 2003 wurden pro Kopf nur rund 900 Gramm Wild verzehrt, bei einem gesamten Fleischverbrauch von 60,8 kg.

Rotwild ( Hirsche ), Rehwild, Sikawild , Damwild und Schwarzwild (Wildschweine) werden auch als Landwirtschaftliche Nutztiere gehalten.

Der falsche Glaube, durch den Genuss von bestimmten K√∂rperteilen spezieller Wildarten besondere Kr√§fte zu erlangen hat dazu gef√ľhrt, da√ü diese Tierarten in ihrem Bestand stark gef√§hrdert, teilweise sogar der Ausrottung nahe sind. Organisierte Wilderei - auch zur Erlangung von Elfenbein und zur Produktion von Souvenirs - werden durch staatlich gef√∂rdertes internationales Wildtiermanagement bek√§mpft.

Wildkrankheiten

Beim Wild k√∂nnen neben Verletzungen, Vergiftungen, Geschw√ľlsten und Missbildungen parasit√§re Krankheiten, bakterielle Krankheiten und Viruskrankheiten auftreten.

Einige der von Parasiten verursachten Krankheiten (Zoonosen) sind auf den Menschen √ľbertragbar (z.B. Fuchsbandwurm). Dies gilt auch f√ľr bestimmte Viruserkrankungen (z.B. Tollwut) oder Bakteriosen.

In den Staaten der Europäischen Union regeln Gesetze die Bekämpfung von Wildkrankheiten, den Umgang mit kranken Tieren, die Vorsorge und den Schutz der Verbraucher.

Weblinks

Geschichte des Wildtiermanagements

Internationaler Rat zur Erhaltung der Wildtiere und der Jagd

Bitte beachten Sie auch den Hinweis zu Rechtsthemen !

Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Wild aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Wild verfügbar.

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