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Letzte Änderung für Artikel Rotfuchs: 19.02.2006 14:34

Rotfuchs

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Rotfuchs
Rotfuchs (Vulpes vulpes)
Rotfuchs (Vulpes vulpes)
Systematik
Ordnung : Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie : Hundeartige (Canoidea)
Familie : Hunde (Canidae)
Tribus : Echte FĂŒchse (Vulpini)
Gattung : Vulpes
Art : Rotfuchs
Wissenschaftlicher Name
Vulpes vulpes
Linnaeus , 1758

Der Rotfuchs (Vulpes vulpes) ist in Mitteleuropa der einzige Vertreter der FĂŒchse und ist daher meistens als „der Fuchs“ schlechthin bekannt. Er ist in Europa der hĂ€ufigste Wildhund .

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Ein Rotfuchs ist etwa 75cm lang (KopfrumpflĂ€nge), hinzu kommen 40cm Schwanz. Bis zur Schulter steht er 40cm hoch, sein Körpergewicht betrĂ€gt etwa 6-10kg. Das Fell ist oberseits rot und unterseits weiß gefĂ€rbt; der Farbton kann dabei mit dem Verbreitungsgebiet variieren, oberseits zwischen rötlichgelb und tiefrotbraun, unterseits zwischen rein weiß und schiefergrau. Schwarz sind die unteren Teile der Beine.

Daneben gibt es abweichende Farbvarianten, so zum Beispiel den Kreuzfuchs, der einen schwarzen Streifen auf dem RĂŒcken trĂ€gt. Der Silberfuchs, eine andere Farbvariante, ist dunkelgrau bis schwarz gefĂ€rbt. Weiterhin gibt es noch den Brandfuchs mit dunkler Kehle und Bauchseite sowie Schulterpatie, den noch dunkleren Kohlfuchs und den besonders hellen Birkfuchs.

Benennung

Der weibliche Fuchs heißt FĂ€he und der mĂ€nnliche wird RĂŒde genannt. Jungtiere nennt man Welpen, mehrere Welpen werden als Geheck bezeichnet.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet ist sehr groß und umfasst Europa , die gemĂ€ĂŸigten und subtropischen Bereiche Asiens , Afrika nördlich der Sahara und Nordamerika . Im 19. Jahrhundert wurde der Fuchs außerdem in Australien eingefĂŒhrt, wo er zu einem schweren ökologischen Problem geworden ist.

Lebensraum

Rotfuchs
Rotfuchs

Der Nahrungsopportunist Rotfuchs stellt an seinen Lebensraum keine besonderen Anforderungen. WĂ€lder , Grasland, Äcker und in jĂŒngerer Zeit zunehmend auch VorstĂ€dte stellen geeignete LebensrĂ€ume fĂŒr den Rotfuchs dar.

Die zunehmende Eroberung von stĂ€dtischem Lebensraum durch FĂŒchse ist seit den 1940er Jahren belegt und wurde zuerst in Großbritannien festgestellt. Heute geht man davon aus, dass in Großbritannien aufgrund der Kriegsbedingungen und der damit einhergehenden reduzierten Jagd die FuchsbestĂ€nde so anwuchsen, dass JungfĂŒchsen als Besiedlungsgebiet nur noch stĂ€dtischer Lebensraum zur VerfĂŒgung stand. Diese Entwicklung wurde dadurch unterstĂŒtzt, dass in Großbritannien die Tollwut seit Anfang des 20. Jahrhunderts praktisch ausgerottet ist, und damit die Sterberate unter den FĂŒchsen niedriger ist als auf dem europĂ€ischen Festland. Mit zeitlicher Verzögerung hat diese Entwicklung allerdings auch auf dem europĂ€ischen Festland eingesetzt.

WĂ€hrend FĂŒchse im Stadtleben eine sinnvolle Funktion wahrnehmen, dort sowohl Kaninchen bejagen als auch dazu beitragen, die Rattenpopulation etwas zu reduzieren sowie als Aasfresser im Straßenverkehr verendete Tiere beseitigen, stellen sie fĂŒr Zoos mittlerweile ein Problem dar. So wurden im Basler Zoo beispielsweise eine Zeit lang fast im Wochenrhythmus von FĂŒchsen Flamingos gestohlen und gefressen. Um Verluste zu vermeiden, mĂŒssen Zoogehege rund um Pinguine , Ententeiche und Flamingos mittlerweile vor allem so gebaut werden, dass sie das Eindringen von FĂŒchsen nach Möglichkeit verhindern.

Lebensweise

Ein Rotfuchs in Nordschweden
Ein Rotfuchs in Nordschweden

RotfĂŒchse sind dĂ€mmerungs- und nachtaktive Allesfresser.

ErnÀhrung

RotfĂŒchse jagen in der Regel einzeln. Eine Ausnahme bildet die Jagd der Mutter mit ihren Jungen. Durch schnelles Zubeißen töten FĂŒchse ihre Beute, da sie sonst wegen fehlender Krallen entwischen wĂŒrde. Die Hauptnahrung besteht aus Nagetieren ; daneben fressen sie alle Arten kleiner Tiere sowie pflanzliche Stoffe und Aas. Die Beutetiere sind neben MĂ€usen vor allem Gelege der BodenbrĂŒter , Enten , HĂŒhnervögel , Hasen , Insekten , Fische , selten Rehkitze und noch seltener Wildschweinfrischlinge, aber nur in Notzeiten Reptilien und Amphibien . Auch brechen FĂŒchse öfters in HĂŒhnerstĂ€lle ein und rauben ein Huhn. Bei der MĂ€usejagd steht der Fuchs zunĂ€chst bewegungslos und springt sie dann ĂŒberraschend auf eine Weise an, dass seine Vorderpfoten das Beutetier treffen. Je nach Jahreszeit ernĂ€hrt sich der Fuchs auch von reifen Beeren oder FrĂŒchten. Auf der Suche nach Nahrung frisst er auch durch AutounfĂ€lle verunglĂŒckte Tiere. In Parkanlagen lebende FĂŒchse plĂŒndern manchmal die dortigen Abfallkörbe.

Territorium

Bild:RĂžd rĂŠv (Vulpes vulpes).jpg Der Bau ist das Zentrum eines Territoriums , das 5-20 km2 umfassen kann und hauptsĂ€chlich auf Wechseln durchstreift wird. An bestimmten PlĂ€tzen markieren FĂŒchse mit Kot und Urin ihr Revier gegenĂŒber Artgenossen.

Mehrere Haupt- und Nebenbaue dienen als RuheplĂ€tze und zur Aufzucht der Welpen. Oft grĂ€bt der Fuchs nicht selbst einen Bau, sondern ĂŒbernimmt Baue von Dachsen oder Kaninchen. Neben dem Hauptgang grĂ€bt der Fuchs sich zusĂ€tzliche FluchtgĂ€nge, die ein schnelles Entkommen sichern. Ein Bau wird oft fĂŒr viele Generationen verwendet.

Die Fuchsdichte ist stark von der landschaftlichen Vielfalt, dem Nahrungsangebot und den fĂŒr Baue geeigneten Standorten abhĂ€ngig. JungfĂŒchse verlassen das Gebiet unterschiedlich spĂ€t und wandern unterschiedlich weit weg.

Fortpflanzung

Rotfuchs-Welpen
Rotfuchs-Welpen

FĂŒr einen großen Teil des Jahres lebt der Rotfuchs als EinzelgĂ€nger. Die Paarungszeit geht in Mitteleuropa von Januar bis Februar; in SĂŒdeuropa findet die Paarung bis zu vier Wochen frĂŒher, in Nordeuropa bis zu vier Wochen spĂ€ter statt. Dabei umwerben und begatten mehrere MĂ€nnchen ein Weibchen. Ein MĂ€nnchen bleibt und hilft bei der Aufzucht der Jungen mit.

Die Tragzeit betrĂ€gt etwa fĂŒnfzig Tage; anschließend kommen im Schnitt drei bis fĂŒnf, selten ein bis dreizehn Junge zur Welt. Die 80-160g schweren Fuchswelpen sind anfangs blind und tragen ein wolliges, graubraunes Haarkleid. Nach zwölf bis vierzehn Tagen öffnen die Welpen erstmals die Augen. Sie werden vier bis sechs Wochen lang gesĂ€ugt und verlassen nach Ablauf eines Monats erstmals den Bau. Zu diesem Zeitpunkt haben sie das Fell bereits gewechselt und haben die fuchstypische rote Farbe. FuchsrĂŒden sind bei der Jungenaufzucht behilflich, indem sie Beute zum Weibchen an den Bau bringen. Kommt ein weiblicher Fuchs auf irgendeine Weise ums Leben, fĂŒhrt manchmal das MĂ€nnchen die Versorgung der Welpen fort. Nach vier Monaten sind die Welpen selbststĂ€ndig. Die Geschlechtsreife erreichen sie mit zehn Monaten. im Alter von etwa einem Jahr verlassen sie ihre Mutter. Die Lebenserwartung betrĂ€gt etwa 12 Jahre.

NatĂŒrliche Feinde

FĂŒr den Rotfuchs sind neben dem Menschen der Luchs , Wolf, Uhu und der Steinadler die natĂŒrlichen Feinde. Allerdings haben diese Tiere fĂŒr den Rotfuchs zumindest in Europa kaum noch eine Bedeutung, denn sie sind hier fast ĂŒberall verschwunden.

Zu den natĂŒrlichen Feinden kann man auch Parasiten und diverse Infektionserreger zĂ€hlen, denn der Rotfuchs ist empfindlich gegen NĂ€sse und KĂ€lte und gerade bei diesen Witterungsbedingungen anfĂ€llig fĂŒr diverse Infektionskrankheiten. Dazu zĂ€hlt auch die Tollwut. Nahezu ein Drittel der JungfĂŒchse geht an solchen Infektionskrankheiten zugrunde.

Fuchs und Mensch

Nutztier

Der Rotfuchs ist fĂŒr den Menschen ein Pelzlieferant . FrĂŒher wurden sie wegen ihres Pelzes gejagt; heute werden in Pelztierfarmen vor allem die seltenen FarbschlĂ€ge der SilberfĂŒchse und KreuzfĂŒchse gezĂŒchtet.

Bejagung

Außerdem ist der Fuchs ein Tier, das oft zum VergnĂŒgen gejagt wurde. Besonders umstritten ist die Fuchsjagd in Großbritannien , wo die Art ihrer DurchfĂŒhrung zum Streitthema zwischen TierschĂŒtzern und JĂ€gern geworden ist. Seit Februar 2005 ist die Parforcejagd zu Pferde mit der Hundemeute in ganz Großbritannien verboten, was den Diskussionen aber kein Ende gesetzt hat.

KrankheitsĂŒbertrĂ€ger

Der Fuchs wird als Aasfresser relativ hĂ€ufig von Tollwut befallen. Im Jahr 2004 waren fĂŒnf von zwölf in Deutschland gemeldeten TollwutfĂ€lle erkrankte FĂŒchse. Die behördlich durchgefĂŒhrte großflĂ€chige Ausbringung von Tollwut-Impfködern hĂ€lt die Tollwut in Grenzen. Man schĂ€tzt, dass auf diese Art etwa 80% der FĂŒchse immunisiert werden.

Reservoirwirt

Des Weiteren ist der Rotfuchs einer der wichtigsten Wirte im Lebenszyklus des Fuchsbandwurms .

Dezimierung

Durch Begasung versuchte man, die FĂŒchse zu dezimieren. Dazu wurden alle AusgĂ€nge des Baus abgedichtet und dann Gas hineingeleitet. Die Erfolge waren gering, da selten ein Tier wirklich eingeschlossen wurde.

Kulturelle Bedeutung

In der Fabel hat der Rotfuchs seit den Zeiten des Äsop den Ruf, schlau und listig zu sein. In deutschen Tierfabeln trĂ€gt er oft den Beinamen "Reineke". Auch in Japan spielt der Rotfuchs eine Rolle in Mythologie und Fabel; siehe Kitsune .

Literatur

  • Riepe, Thomas: FĂŒchse - Unsere heimlichen Nachbarn. Wagner Verlag (2006). ISBN 3938623683 .
  • Labhardt, Felix: Der Rotfuchs. Verlag Paul Parey 1990. ISBN 349033812-X
  • Tembrock, GĂŒnter : Zur Ethologie des Rotfuchses unter besonderer BerĂŒcksichtigung der Fortpflanzung. Zool. Garten Leipzig, 23 (1957), S. 289-532
  • Tembrock, GĂŒnter : Spielverhalten beim Rotfuchs. Zool. Beitr. Berlin, 3 (1958), S. 423-496
  • Tembrock, GĂŒnter : Zur Strukturanalyse des Kampfverhaltens bei Vulpes. Behaviour, 19 (1962), S. 261-282
  • Cord Riechelmann; Wilde Tiere in der Großstadt, Nicolaische Verlagsbuchhandlung Berlin, 2004, ISBN 3-89479-133-0

Weblinks

Commons: Rotfuchs – Bilder, Videos oder Audiodateien

Wikipedia

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