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Letzte Änderung für Artikel Afrikanisierte Honigbiene: 30.01.2006 13:52

Afrikanisierte Honigbiene

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Afrikanisierte Honigbiene
Systematik
Ordnung : HautflĂŒgler (Hymenoptera)
Unterordnung : Taillenwespen (Apocrita)
Überfamilie : Bienen (Apoidea)
Familie : Apidae
Unterfamilie : Apinae
Gattung : Honigbienen (Apis)
Art : Westliche Honigbiene
(Apis mellifera)
Unterart : Afrikanisierte Honigbiene
Wissenschaftlicher Name
unbekannt

Afrikanisierte amerikanische Honigbienen, oft auch als "Killerbienen" bezeichnete Honigbienen, sind Bienen in den tropischen und subtropischen Zonen des amerikanischen Doppelkontinents, die aus Kreuzungsversuchen zwischen europÀischen und afrikanischen Rassen der Westlichen Honigbiene (Apis mellifera) hervorgegangen sind.

Die Honigbiene war sowohl in Nord - als auch in Mittel - und SĂŒdamerika vor der Ankunft der EuropĂ€er nicht heimisch. Im Zuge der Kolonisierung fĂŒhrte man dann europĂ€ische Honigbienen, meist deutsche oder italienische Rassen, ein. In tropischen Klimaten erwiesen sich diese Bienen aber als nicht besonders leistungsfĂ€hig. Deshalb versuchte man durch die Einkreuzung afrikanischer Bienen die Leistung der Honigbienen zu erhöhen.

Der BienenzĂŒchter Warwick Estavam Kerr fuhr im Rahmen seiner Bienenforschung 1955 nach Afrika und brachte deshalb auf Wunsch des brasilianischen Agrarministeriums im Jahre 1956 insgesamt 120 afrikanische Bienenköniginnen der Unterart Apis mellifera scutellata aus Johannesburg nach Rio Claro in Brasilien , das etwa auf 22° sĂŒdlicher Breite liegt, um durch Kreuzung mit den dortigen Bienen europĂ€ischer Herkunft leistungsfĂ€higere Honigbienen zu erhalten. Im Jahre 1957 entkamen durch Zufall 36 SchwĂ€rme mit afrikanischen Königinnen, die man nicht wieder einfangen konnte. Mitschuld an diesem Desaster trĂ€gt auch ein Angestellter, der das Gitter am Bienenstock entfernte und vorher nicht richtig instruiert wurde. Entgegen den bis dahin gemachten Erfahrungen, dass sich Honigbienen in den tropischen Gebieten Brasiliens kaum freilebend etablieren könnten, erwiesen sich die afrikanischen Honigbienen dem tropischen Klima gut gewachsen. Mit Dichten von bis zu 100 wenn auch kleinen Kolonien pro Quadratkilometer breiteten sie sich mit einer Geschwindigkeit von 300 bis 500 km pro Jahr rasend ĂŒber den ganzen Kontinent aus.

Dabei kreuzten sie sich immer wieder mit den bereits vorhanden, von Imkern gehaltenen Bienen. Erstaunlicherweise fĂŒhrte das nicht dazu, dass die Bienen europĂ€ischer wurden, sondern die afrikanischen Anteile verdĂ€ngten die europĂ€ischen Anteile völlig, da die afrikanischen Bienen wesentlich besser an das dortige Klima angepasst waren. Neben anderen Unterschieden sind diese afrikanischen oder afrikanisierten Bienen auch wesentlich aggressiver gegen Menschen als europĂ€ische Bienen, was ihnen auch den Namen "Killerbienen" einbrachte, da eine sehr große Zahl von Bienenstichen durchaus tödlich sein kann. Erst in den gemĂ€ĂŸigteren Breiten SĂŒdamerikas, etwa ab der Höhe von Buenos Aires , bildete sich eine Übergangszone, in der die Bienen immer europĂ€ischer wurden, bis sie schließlich in kĂŒhleren Gegenden, ungefĂ€hr auf der Höhe der BahĂ­a Blanca , die dortigen europĂ€ischen Honigbienen nicht mehr verdrĂ€ngen konnten. Innerhalb von weniger als 40 Jahren sind sie dann auch im SĂŒden der USA angekommen, wo sie wohl erst in den nördlicheren Breiten den althergebrachten europĂ€ischen Bienen unterlegen sein werden. Nach Europa dĂŒrfte sich die Art aller Voraussicht nach nicht ausbreiten, da die Winter zu kalt sind.

Der Unterschied der "Killerbienen" gegenĂŒber anderen Bienenrassen besteht darin, daß bei einer Bedrohung fast alle Bienen des Volkes angreifen, statt wie ĂŒblich nur eine kleine Anzahl von Tieren. Auch verfolgen die "Killerbienen" ihre Opfer hartnĂ€ckig. Hierdurch kann sehr leicht die Schwelle von etwa 500 Stichen erreicht werden, bei der bereits ein Kind getötet werden kann, bei Erwachsenen wird es ab ca. 1000 Stichen kritisch.

Kerr konnte im Jahre 1965 durch Einkreuzen von harmloseren Arten die AggressivitĂ€t nach eigenen Angaben bremsen, aber gleichzeitig betont er, dass es die Imker gewesen sind, die "keine friedlicheren Bienen" mehr hĂ€tten haben wollen, da die Afrikanisierten Honigbienen pro Schwarm 60 bis 80 Kilo Honig im Jahr produziert, was der vierfachen Produktion der alten Arten entspricht. Im Jahre 2005 gab Kerr zu, dass in Brasilien frĂŒher im Schnitt jĂ€hrlich 25 Menschen durch Bienen getötet wurden. Nach den BienenzĂŒchtungen mit der "Afrikanisierten Biene" stieg die Zahl auf 195. Die Zahl soll durch Einkreuzung weniger aggressiverer Tiere aber wieder etwas gesunken sein. Die Bienen siedeln jedoch auch in der Wildnis, ohne dass die aggressiven Gene zĂŒchterisch ausgeschaltet werden.

Auf die Frage, ob er die Kreuzung noch einmal vornehmen wĂŒrde, antwortete Kerr, dass die Forscher seinerzeit zu allen Bienenkongressen fahren und den Menschen erklĂ€ren mußten, dass sie mehr Wert auf Schutzkleidung (insbesondere Handschuhe) legen sollten; bei weiteren ZĂŒchtungen ließen sich schließlich die aggressivsten Linien aussortieren. Und man dĂŒrfe nicht vergessen, dass Brasilien durch seine ZĂŒchtungen bei der Honigproduktion weltweit an dritter Stelle stĂŒnde, was fĂŒr den sich in Armut befindlichen Nordosten Brasiliens eine wichtige Neuerung bedeute. Er bekrĂ€ftigte aber dann, dass er die ZĂŒchtung in dieser Form heute nicht mehr so durchfĂŒhren wĂŒrde.

Kerr geht davon aus, dass das sich aus der ZĂŒchtung ergebende Problem wie beim Hai ĂŒbertrieben dargestellt werde: "Wir haben in Brasilien jĂ€hrlich knapp 200 Tote durch unsere Bienen. Auf einer bestimmten Straße in SĂŁo Paulo sind es fĂŒnfmal soviele Verkehrstote."

Wikipedia

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