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Letzte Änderung für Artikel Geschichte des Geigenbaus in Klingenthal: 02.11.2005 10:16

Geschichte des Geigenbaus in Klingenthal

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Klingenthal 1726
Klingenthal 1726

Inhaltsverzeichnis

Chronik des Geigenbaus in Klingenthal

Am 01.02. 1602 findet man die erste ErwÀhnung des Namens " Höllhammer " im Kirchenbuch der Stadt Schöneck . Es lebten dort Hammerschmiede , Bergleute und Köhler . Damals gehörte Quittenbach nicht zu Klingenthal und ist als Lehen in Voigtsberg eingetragen. Im Jahre 1629 hatte Georg Christoph Boxberger von Hellhammer zu Errichtung eines Hammerwerks nachgesucht. Eine Besichtigung fand am 10.07. 1626 statt und am 02.10. 1626 wurde die Belehnung Boxbergs vorgenommen. Seit dem ist Quittenbach Klingenthal einverleibt.

Besiedlung Klingenthals durch böhmische Exulanten und GrĂŒndung der ersten Innung

erste ErwÀhnung Klingenthals im Kirchenbuch Schöneck
erste ErwÀhnung Klingenthals im Kirchenbuch Schöneck

Im Laufe der Jahre zieht der Schlachtmeister Hope (=Hopf) aus Grasliz nach Quittenbach. Sein Sohn ( Caspar Hopff ) siedelt ebenfalls in Quittenbach als Geigenbauer an. Dies scheint der Beginn des Geigenbaus in Klingenthal zu sein. SpĂ€ter folgen Dörffel, Melchior Lorentz , Hans Georg Ludwig , Christoph Adam Richter und die Söhne Caspar Hopffs . Daraus resultierte eine gute Entwicklung der Geigenbauer innung . Vor deren Genehmigung starben Caspar Hopf ( 1650 - 1711 ) und Sohn Johann Michael ( 1680 - 1712 ). Johann Michels Witwe fĂŒhrte die Werkstatt weiter, sie durfte einen Gesellen fördern. Weiterhin waren noch Georg Caspar Hopf ( 1675 - 1754 ), Georg Friedrich Hopf ( 1687 - 1734 ) und Hans Georg Ludwig (vermutl. 1660 - 1718 ) als Geigenbauer tĂ€tig.

Bereits 1780 beschwerten sich die Meister, daß Lauten und Gamben außer Gebrauch gekommen seien. Der Bau dieser war fĂŒr den Erwerb des Meisterbriefes von Nöten. Die Klingenthaler Geigenmacher waren bestrebt ihre Instrumente an Markneukirchner HĂ€ndler zu liefern. Daraus resultierte ein 150 Jahre anhaltender Geigenkrieg zwischen den beiden Ortschaften. 1695 datiert der erste Result, dass kein Geigenmacher eines Ortes im anderen seine Geigen verkaufen dĂŒrfte. Am 04.07. 1780 ließ sich Johann Carl Pfretzschner aus Markneukirchen in Klingenthal zum Meister kĂŒren.

Klingenthals zweiter Organist war David Christian Havemann . Er war Geigenbauer und Acciseinnehmer . Havemann bekleidete dieses Amt von etwa 1740 bis 1788 . Es folgte sein Sohn Friedrich Wilhelm als Organist bis 1774 , auch er war Geigenmacher. Ihm folgte Johann Georg Ströz , MusikinstrumentenhÀndler (starb im Mai 1804 ). Danach wurden Organisten aus anderen Berufen eingesetzt. Auf ihre Geigenzettel schrieben die ErwÀhnten gern ihren Beruf (Organist und musikalischer Instrumentenmacher ).

Den Klingenthalern machte die Patrimonialgesetzgebung zu schaffen. 1770 erfolgte deren Abschaffung. Die Innungsmeister fĂŒhrten langatmige Streitereinen um Befreiung ihrer Söhne von landwirtschaftlichen Fronen und vom MilitĂ€rdienst . Diesem Anliegen wurde entsprochen. Von 1789 bis 1809 dauerte die Auseinandersetzung wegen der Freistellung vom Wehrdienst .

Das 100-jĂ€hrigen JubilĂ€um der Erbauung der Kirche "Zum FriedefĂŒrsten" ( 1837 ) und der Feier der 300-jĂ€hrigen EinfĂŒhrung der Reformation ( 1839 ) sah die Geigenmacher - Innung prĂ€sent. Als König Friedrich August II. Klingenthal am 05.08. 1846 besuchte, war eine Reihe Musikinstrumente ausgestellt. Am 23.07. 1860 weilte König Johann in Klingenthal. Er ließ sich die Situation der WerkstĂ€tten ausfĂŒhrlich schildern. Dazu hatte die Geigenmacherinnung eine Ausstellung mit eingerichtet. Der Absatz von Instrumenten verlief in diesen Jahren auf und ab. Vor allem der amerikanische BĂŒrgerkrieg machte den Handwerkern zu schaffen. Die Einweihung der Musikschule fand am 01.11. 1843 statt und 60 junge Leute meldete sich.

Wirtschaftsaufschwung in Klingenthal

1829 kam es in Klingenthal zum großen Umschwung. Die Holzkammfertigung und Mundharmonika industrie fanden Eingang in Klingenthal. 1852 folgte dann der Akkordeonbau . Dadurch fanden große Teile der Bevölkerung Arbeit bei sofortiger Bezahlung. Auch Geigenbauer wandten sich der neuen BeschĂ€ftigung zu, denn das Arbeitsfeld erforderte wenig Geschicklichkeit und es entfiel die Gesellenwanderzeit . Vorher musste ein Geigenmacher Fördergeld zahlen und konnte bei nötiger Gewandtheit in ein paar Jahren damit rechnen, als angesehener Geigenmacher zu gelten. Er musste Werkzeug und Werkstatteinrstatteinrichtung stellen, Klangholz kaufen, Steuern zahlen und fĂŒr Absatz seiner Produkte sorgen. Hier vergingen Jahre, ehe man als Geigenbauer richtig verdiente. Nach 30 Jahren war die BlĂŒtezeit der Holzkammfertigung vorbei. Die Arbeiter wechselten in die Harmonika fabriken ĂŒber. 1862 besaß der Geigenbau 166 EinzelwerkstĂ€tten.

Auflösung der ersten und spĂ€tere GrĂŒndung der zweiten und letzten Innung

1887 löste sich die Geigenmacher- Innung auf. 1868 grĂŒndete Julius Berthold seine Firma zur Herstellung von Maschinen fĂŒr den Musikinstrumentenbau . Zur mechanischen Herstellung von Böden und Decken erfand der Klingenthaler Ingenieur William Thau 1904 eine KopierfrĂ€smaschine . 1888 begann die Orchestrion -Herstellung. 1895 verkĂŒndet die Handels- und Gewerbekammer Plauen, bei der Firma F.O. Glaß seien die ersten Streichkonzert- Orchestrions entwickelt worden. Am 28.11. 1913 erfolgte die GrĂŒndung der " Musikinstrumentenbauer -Innung Brunndöbra und Umg.". Dies bedeutet ein Aufflammen der alten Geigenmacher tradition . Zu dieser Zeit waren 55 Geigen -, Violoncello - und Kontrabassmacher Mitglieder der Innung . 1933 waren es noch 45 Meister und 6 Gesellen (23 Geigenmacher waren 54 bis 80 Jahre alt). 1934 wurde Otto Goram als Obermeister eingesetzt. Im Jahre 1945 ĂŒbernahm Max Richard Herold als Obermeister die Leitung. Mit seinem Tod erlosch am 09.04. 1975 die Innung.

Statistik der Geigenbauer zwischen 1728 und 1896

Beschreibung

( 1871 war im Klingenthaler Amtsbezirk ĂŒber 1/3 sĂ€mtlicher ArbeitskrĂ€fte in der inzwischen vorherrschenden Harmonikaindustrie beschĂ€ftigt)

zu fertigende Instrumente zum Erwerb des Meisterbriefes

Als MeisterstĂŒck wurde folgendes von der Innung verlangt:

  • eine Violine oder Discant-Geige von schönem Holz und gutem Firniss
  • eine tĂŒchtige und wohlformierte Laute
  • eine tĂŒchtige und wohlklingende Viola da Gamba
  • eine tĂŒchtige Davids- Harfe
  • und zwar alle StĂŒcken ohne Tadel und Flecken

StammbÀume

Dörffel

               Johann Gottfried Dörffel
                     1731-1800
                        |
           _____________|__________________
           |            |                 |
Johann Gottfried  Carl Friedrich  Christian Friedrich
     1765-1844     1767-1830          1775-1847
                                          |
                           _______________|_____
                           |                   |
                   Christian Friedrich  Carl Friedrich
                        1800-1867          1803-1857

Egerland=EgerlÀnder

                       Georg
                      Wachtmann
                         |
               __________|_____
               |              |
        Georg Friedrich   Johann Christoph
         1709-1772            1718-1801
               |
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|                   |                           |
Christan Friedrich  Johann Christian  Christoph Carl
1733 - ?               1746-1820      1752-vor 18714
                                                |
________________________________________________|____
|                         |                         |
Friedrich August     Carl August           Carl Friedrich
vor 1784- vor 1845    1784-1842               1787-1861
                                                    |
                                            Carl Wilhelm
                                              1819-1855

Liste von Geigenbauern aus Klingenthal im Vogtland

(die Liste ist nicht komplett und kann noch ergÀnzt werden)

  • Christian Friedrich Goram , Untersachsenberg ( 1790 - 1865 )
  • Carl Christian Hopf , Klingenthal (* 1791 )
  • Johann Friedrich Hoyer , Klingenthal ( 1738 - 1815 )
  • Georg Christoph Meinel , Klingenthal Untersachsenberg (*1717)
  • Friedrich August Glaß sen. , Klingenthal, Untersachsenberg, ( 1774 - 1833 )
  • Friedrich Wilhelm Guthmann sen. , Klingenthal ( 1779 - 1849 )
  • Carl Friedrich Hopf jun. , Klingenthal, Brunndöbra ( 1811 - 1891 )
  • David Hopf, Klingenthal
  • David Christian Hopf sen. , Klingenthal, Zwota ( 1734 - 1803 )
  • Andreas Hoyer sen. , Klingenthal ( 1703 - 1780 )
  • Johann Friedrich Hoyer , Klingenthal ( 1738 - 1815 )
  • Johann Friedrich Lorenz , Klingenthal -Untersachsenberg (Meister 1792 )
  • Robert Schmerler , Zwota
  • Friedrich August Meisel , Klingenthal
  • Johann Georg Meisel , Klingenthal ( 1710 - 1779 )
  • Friedrich Wilhelm Meisel , Quittenbach ( 1749 - 1814 )
  • Carl Christian Meisel , Klingenthal ( 1790 - 1876 )
  • Friedrich August Meisel , Klingenthal ( 1817 - 1894 )
  • Carl Louis Meisel , Klingenthal ( 1847 - 1905 )
  • Caspar Hopf , Quittenbach ( 1650 - 1711 )
  • Johann Michael Hopf ( 1680 - 1712 )
  • Georg Caspar Hopf ( 1675 - 1754 )
  • Georg Friedrich Hopf ( 1687 - 1734 )
  • Hans Georg Ludwig (vermutl. 1660 - 1718 )

Literatur

  • Bernhard Zöbisch, VogtlĂ€ndischer Geigenbau bis 1850, ISBN 3-89570-594-2
  • Bernhard Zöbisch, VogtlĂ€ndischer Geigenbau Biographien und ErklĂ€rungen ab 1850, ISBN 3-89570-797-X

Wikipedia

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