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Letzte Änderung für Artikel Eschweiler Bergbau: 30.01.2006 22:28

Eschweiler Bergbau

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Eschweiler-Aue im 19. Jahrhundert
Eschweiler-Aue im 19. Jahrhundert

Die Stadt Eschweiler im Kreis Aachen trĂ€gt den Titel "Wiege des rheinischen Bergbaus", wo Firmen wie Thyssen und Hoesch ihre Wurzeln haben. Im Aachener Steinkohlenrevier setzt die Industrialisierung bereits in der ersten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts ein, womit sie als die erste Industrieregion Deutschlands angesehen werden kann. Ausschlag hierzu gaben hohe Vorkommen von Kohle , Quarzsand , Kalkstein , unterschiedlichen Erzen und Wasserkraft, technische Errungenschaften wie Dampfmaschine und Eisenbahn sowie eine sehr enge rĂ€umliche Anbindung der ProduktionsstĂ€tten an die ErzlagerstĂ€tten. Ein weiterer Meilenstein war 1834 die GrĂŒndung des Eschweiler Bergwerksvereins EBV mit Gruben in Alsdorf (hier: Grube Anna), Eschweiler und Umgebung. Eschweiler Persönlichkeiten wie Christine Englerth, Franz Reuleaux und August Thyssen sind ferner zu nennen. Was Eschweiler fehlte, war eine Wasserstraße. Der Rhein-Maas-Kanal, welcher durch das Stadtgebiet verlaufen wĂ€re, wurde nie realisiert und so wanderten Thyssen und andere nach Duisburg und ins Ruhrgebiet ab.

Inhaltsverzeichnis

Vorzeitliche Bergbaugeschichte in Eschweiler

Schon Kelten und Römer betrieben im Eschweiler Revier Bergbau und werden die enge rĂ€umliche Anbindung genutzt haben, weswegen davon ausgegangen werden kann, dass SchĂŒrfstellen, ProduktionsstĂ€tten und Siedlungsgebiet eine gĂŒnstige Einheit bildeten. Bei Eschweiler-Volkenrath wurde schon in vorrömischer Zeit Eisenerz und spĂ€ter Kalkstein abgebaut.

Eisenzeit und Kelten

Die Kelten waren ein großes Bergbauvolk mit montantechnisch hohen Standard und hinterließen uns Begriffe des Bergbauwesens wie isarno (= Eisen), scagadt (= Schacht, Höhle, Spalte), mina (= Mine) und clocca (= Glocke). Im Eschweiler Revier wurden insbesondere im 1. bis 3. Jahrhundert Eisen -, Zink - und Bleierze in erheblichem Maße abgebaut und metallurgisch genutzt. Ein Kranz keltischer Einsiedlungen um Eschweiler-Scherpenseel und weitere keltische Siedlungen in Eschweiler sind belegt. So wurde zwischen Eschweiler-Scherpenseel und Eschweiler-Volkenrath am Fuß des Korkus ein keltisches Bergwerk aus der Eisenzeit entdeckt, in welchem schon 400 v. Chr. Bergleute gearbeitet haben. Die weitlĂ€ufig angelegten und gut verschalten Stollen erstreckten sich ĂŒber den Korkus hinaus. Bei einem Schachtversuch "Zur guten Hoffnung" von 1880 bis 1884 stieß man dort auf das alte Stollensystem: Das Erz war von den Kelten völlig abgebaut. Die Ruinen von "Zur guten Hoffnung" sowie die benachbarten Pingen und SchachteingĂ€nge sind noch heute zu besuchen. Äußerst gĂŒnstig im Eschweiler Revier erwies sich, dass die ErzzĂŒge an der OberflĂ€che austreten und durch die auffĂ€llige Vegetation der sog. Galmeiflora angezeigt wird. Die Wege zur Abfuhr der Erze waren die schon zur keltischen Zeit bestehenden Gracht- oder Rennwege.

Im sĂŒdwestlichen "Propsteier Wald" auf Eschweiler Stadtgebiet wurde knapp einen Kilometer von der Propsteier Villa entfernt 1905 ein quadratförmiger Bau von 8 Metern SeitenlĂ€nge mit Dachziegelresten, einem StĂŒck Schlacke und einem StĂŒck Steinkohle gefunden: vermutlich eine römische Eisenschmelze. Dass die Römer im Eschweiler Raum bereits Steinkohle benutzten, liegt nahe, da sie hier an vielen Stellen vollstĂ€ndig zu Tage tritt und kein römischer Bergbaubetrieb angenommen werden muss.

Kupferzeit, Bronzezeit und Römer

Nach der durch das weichere Kupfer geprÀgten und rund zwei Jahrhunderte dauernden Kupferzeit folgte die Bronzezeit . Bronze bzw. Messing war ein hÀrterer und vielseitigerer Werkstoff, gewonnen aus Kupfer, welcher durch Beimischung von Zinn oder Zink im VerhÀltnis 1:9 gehÀrtet wurde. Auch MischungsverhÀltnisse zwischen 1:49 und 1:3 sind möglich.

Den Römern war die Herstellung von Messing nach dem Zementationsverfahren bekannt, vorwiegend fĂŒr gegossene Artikel. Entsprechende FundstĂŒcke stammen u.a. aus dem "Propsteier Wald". Das Zementationsverfahren war bis zum 19. Jahrhundert das einzige Verfahren zur Messingherstellung im Eschweiler Raum. Hierbei werden Schmelztiegel mit faustgroßen KupferstĂŒcken, gemahlenem Zinkerz und gemahlener Holzkohle gefĂŒllt, welche dann im Ofen auf fast 1000 °C erhitzt werden. Bei der römischen Metallgießtechnik benötigt man Klafterholz zum Beheizen der Öfen und Holzkohle als Zementationsreduktionsmittel (sog. Zuschlagstoff). Als Zinkerz haben die Römer vermutlich vorwiegend den leicht verarbeitbaren Erd galmei verwendet.

Das römischen Imperium beherrschte den Eschweiler Raum vom 1. bis 4. Jahrhundert, was die vielen Römerstraßen, Villae rusticae und FundstĂŒcke belegen. Aus ihren ausgedehnten SchĂŒrftĂ€tigkeiten und der metallurgischen Nutzung im 2. und 3. Jahrhundert folgt im Eschweiler Raum eine Fortsetzung keltischer Bergbautradition durch die Römer. Da bei den zweifelsfrei belegten römischen Eisen– und BleibergbautĂ€tigkeiten Zinkerz in Form von Galmei natĂŒrlich anfĂ€llt, welches Voraussetzung fĂŒr begehrte Messinghandelsware und –gerĂ€tschaften des gehobenen Bedarfs ist, scheinen die Römer auch hier Nachfolger der Kelten zu sein. Zu den bekanntesten römischen MessinggegenstĂ€nden zĂ€hlt der "Hemmoorer (oder Gressenicher) Eimer " im Landesmuseum Hannover, als dessen Herkunftsort die Erzfelder im sĂŒdöstlichen Eschweiler Revier vermutet werden.

Der Eschweiler Kohlberg

Der Kohlberg bis zum 18. Jahrhundert

Der Eschweiler Kohlberg ist der nordöstliche Teil der von Steinkohleflözen durchzogenen Indemulde. Die Indemulde - weiestgehend identisch mit dem "Inderevier" - ist die vom Unterlauf der Inde durchflossene Mulde im Streifen Atsch, Eschweiler-Aue, Eschweiler Stadtwald, Eschweiler, Eschweiler-Nothberg und Weisweiler, die in ihrem Untergrund Steinkohleflöze enthĂ€lt, welche teilweise bis an die TagesoberflĂ€che reichen. Die Indemulde wird im Norden durch den Aachener Devonsattel begrenzt, an dem sich das ebenfalls Kohle fĂŒhrende Wurmrevier mit WĂŒrselen, Alsdorf, Herzogenrath und Siersdorf in der Wurmmulde anschließt. Die Indemulde wird weiter in den nordöstlich liegenden "Eschweiler Kohlberg" und den sĂŒdwestlich liegenden "MĂŒnsterkohlberg" unterteilt. Der Name "MĂŒnsterkohlberg" entstammt der Reichsabtei KornelimĂŒnster, zu welcher er gehörte. Der bereits 1394 urkundlich erwĂ€hnte "Eschweiler Kohlberg" lag im Herrschaftsgebiet der Grafen von JĂŒlich.

Großabnehmer fĂŒr die im Eschweiler Kohlberg geförderte Kohle sind im Eschweiler Raum hauptsĂ€chlich die sog. Kupfer- oder Messingmeister, schon um die Mitte des 17. Jahrhunderts mit einer Gesamtjahresmenge von 15.000 Tonnen.

  • 1394 wird Kohleabbau und der Eschweiler Kohlberg als "Koylberg zu Eschwylre" urkundlich erwĂ€hnt. ZunĂ€chst in unzĂ€hligen Pingen und kleineren SchĂ€chten wird Kohle ohne grĂ¶ĂŸere Technik bei geringen Teufen gefördert. Bei zunehmender Tiefe wurden die GrubenwĂ€sser zum Problem, so dass der Wasserhaltung - auch "Rosskunst" und "Herrenkunst" genannt - eine hohe Bedeutung zukommt.
  • 1555 wird eine Rosskunst erwĂ€hnt.
  • 1571 (spĂ€testens) sind WasserrĂ€der im Einsatz.
  • 1632 wird die fĂŒr die Wasserhaltung wichtige Herrenkunst - benannt nach den Herren von JĂŒlich - errichtet.

WĂŒltgens, Englerth und der EBV

  • 1784 beginnt Johann Peter WĂŒltgens , seine im Eschweiler Kohlberg gehaltenen Konzessionen durch Zukauf zu erweitern. Er hatte sie als EntschĂ€digung fĂŒr einen Pachtvertrag der Kinzweiler Burg erhalten.
  • 1794 wird in unmittelbarer Nachbarschaft der Herrenkunst an der EinmĂŒndung der "Luisenstraße" in Eschweiler-Pumpe die vermutlich erste Dampfmaschine Deutschlands installiert.
  • 1805 erhalten Ferdinand WĂŒltgens und Carl Englerth eine Großkonzession nach französischem Recht auf die gesamte FlĂ€chenerstreckung der Flöze und bis zur ewigen Teufe aufgrund eines Dekrets von Napoleon I. . Die Wasserhaltung und Flözbegrenzung durch die Herrschaft der Grafen von JĂŒlich war hiermit beendet.
  • 1834 wird nach dem Tode Christine Englerths der Eschweiler Bergwerks-Verein EBV gegrĂŒndet.

Pumpe-Stich und erste Dampfmaschine

EBV-BrĂŒckenpfeiler von 1912
EBV-BrĂŒckenpfeiler von 1912
Pumpenhaus (Standort der Dampfmaschine)
Pumpenhaus (Standort der Dampfmaschine)

Pumpe-Stich ist ein sĂŒdwestlicher Stadtteil der Stadt Eschweiler, bestehend aus den Wohnbezirken Aue, Im Hag, Konkordiasiedlung, Pumpe, Siedlung JĂ€gerspfad, Siedlung Waldschule, Stich, Zentrum sowie der Donnerbergkaserne. Er ist das Ă€lteste und war das wichtigste Industriegebiet der Stadt Eschweiler. Die Konkordiasiedlung ist nach der ehemaligen "Concordia-HĂŒtte" benannt. Der Name "Stich" (im Dialekt "Steech") ist von hochdeutsch "Steg, Stiege, Steige" abgeleitet, denn, wenn man von Eschweiler nach Pumpe wollte, musste man "dr Steech erop". Der Name "Pumpe" geht darauf zurĂŒck, dass sich dort seit dem Übergang vom Pingen - zum Stollenbau Ende des 16. Jahrhunderts "Herren- oder WasserkĂŒnste" befanden, die mittels großer WasserrĂ€der Pumpen antrieben, die fĂŒr die Wasserhaltung in den KohlenschĂ€chten sorgten. Das ehemalige Pumpenhaus mit einer der ersten Dampfmaschinen Deutschlands sowie das Steigerhaus und weitere GebĂ€ude stehen unter Denkmalschutz. Eschweiler-Pumpe ist der Geburtsort von Franz Reuleaux.

Eschweiler Gruben

"EBV"-Lore bei Nothberg
"EBV"-Lore bei Nothberg
Die BetriebsstĂ€tten des Eschweiler Kohlbergs unterteilten sich in die Binnen- und Außenwerke mit dem Flöz "Padtkohl" als Grenze. Die Binnenwerke im Bereich des Muldenkerns sind die Gruben "Aue", "Centrum" und "Reserve", die Außenwerke "Atsch", "Birkengang" und "Propstei". Die Grubendistrikte (oder Grubenfelder) im Eschweiler Kohlberg waren "Feldend" am nördlichen MuldenflĂŒgel, "Buschend" im Bereich der Muldenwendung und "Hundend" am SĂŒdflĂŒgel. Nach Buschend ist die Straße Am Buschend in Eschweiler-Wilhelmshöhe und nach Feldend ist die Straße Feldenendstraße im nördlichen Eschweiler-Bergrath benannt. Dort wurden im November 2005 die letzten GebĂ€ude der ehemaligen Grube "Reserve" abgerissen.

Grube Albert

"Albert" ist eine Erzgrube sĂŒdlich von Eschweiler-Hastenrath.

  • 1840 erfolgt die Konzessionierung auf Zink -, Blei - und Eisenerze an die KonzessionĂ€re Albert OstlĂ€nder und der Witwe J. W. Heinen aus Hastenrath. Nach Albert OstlĂ€nder wird die Grube benannt.
  • 1851 wird die Grube nach wechselndem Besitztum von der Allianz betrieben, welche sie zwischen 1853 und 1859 an die Eschweiler MetallhĂŒtte Concordia verpachtet. Nach Liquidation der Allianz kommt die Albertsgrube ĂŒber Rainer Ahren aus Bergheim 1863 in den Besitz der Bergwerksgesellschaft Schmalenbach und wird mit der Grube "Zufriedenheit" vereinigt.
  • 1906 erhĂ€lt die Albertsgrube die Betriebsform einer Gewerkschaft .
  • 1917 wird die Albertsgrube bei einer erreichten Teufe von 138 Metern geschlossen. Die Fundamente der ErzwĂ€sche sind im zurĂŒckgebliebenen HaldengelĂ€nde noch gut zu erkennen.

Grube Atsch

"Atsch" ist ein ehemaliges Steinkohlebergwerk im westlichen Teil der Indemulde an der Grenze zwischen MĂŒnsterkohlberg und Eschweiler Kohlberg. Die hier lagernden Steinkohleflöze wurden seit dem 14. Jahrhundert in Pingen abgebaut. Im 18. Jahrhundert kommen wassergetriebene Pumpwerke zum Einsatz, so dass ein Abbaubetrieb unterhalb des Grundwasserspiegels und unterhalb der Talsohle der Inde möglich wurde.

  • 1738 wird den sog. Atscher Gesellen durch KurfĂŒrst Karl Philipp als Herzog von JĂŒlich die Erlaubnis zum Bau einer "Vertiefungspumpe" erteilt. Bis 1772 erreicht der Abbaubetrieb eine Teufe von rund 40 Metern.
  • 1784 wird der Grubenbetrieb eingestellt, nachdem das zur Wasserhaltung benutzte KunstgefĂ€lle einem anderen Besitzer ĂŒbertragen wurde. Ab 1810 dient die Wasserkraftanlage dem Betrieb einer MĂŒhle.
  • 1800 stellt Carl Englerth einen erfolglosen Konzessionsantrag auf Ausbeutung der Binnenwerke sowie der Außenwerke "Birkengang" und "Atsch". Bis zum Jahr 1832 gelingt es seiner Tochter Christine Englerth, 62/72 aller Anteile der Atsch zu erwerben. Mit den restlichen 10/72 des Grobschmieds Johann RĂŒben, welcher sich als Einziger weigert zu verkaufen, wird 1832 eine Sociation civile zur Wiederinbetriebnahme der Atsch gegrĂŒndet.
  • 1845 wird die Grube "Atsch" mit neuem Förderschacht neu eingerichtet, deren höchste Förderrate jedoch nur 15 % der Gesamtförderleistung des EBV erreicht.
  • 1860 erreicht die Grube ihre maximale Teufe von 220 Meter.
  • 1870 wird sie wegen mangelnder, bauwĂŒrdiger KohlevorrĂ€te aufgegeben.

Grube Aue

"Aue" ist eine ehemalige Steinkohlengrube der Binnenwerke des Eschweiler Kohlbergs im Stadtteil Eschweiler-Aue.

Grube Birkengang

"Birkengang" ist ein ehemaliges Steinkohlegrubenfeld im nördlichen Außenwerk des Eschweiler Kohlbergs. Das Grubenfeld Birkengang wurde im wesentlichen von einem beiderseits der heutigen Birkengangstraße gelegenen GelĂ€ndestreifen gebildet, wo schon frĂŒh Kohle in Pingen abgebaut wurde. Aus der frĂŒhen Abbauzeit sind hier die Grubennamen "Birkenwerk", "Birkenkohl" und "Honerblech" bekannt.

  • 1581 werden SchĂŒrftĂ€tigkeiten im Rechnungsbericht des Eschweiler Vogtes und Kohlemeisters Thomas Borcken erstmalig erwĂ€hnt. Der Abbaubetrieb entwickelte sich sehr viel langsamer, weil zum Wasserradantrieb nötige FließgewĂ€sser fehlen. Eine Nutzung der WasserfĂŒhrung des Vichtbaches wurde durch die "Stolberger Kupfermeister" verhindert.
  • 1800 erhalten Carl Englerth und Ferdinand WĂŒltgens fĂŒr den Kohleabbau im gesamten Birkengang und in den Binnenwerken eine vorlĂ€ufige Betriebserlaubnis und 1802 die entsprechenden Konzessionen .
  • 1812 wird der pferdebetriebene "Göpelschacht" neu hergerichtet und bis auf 125 Meter Tiefe ausgebaut, wo sich das Flöz "Großkohl" befand. Die fĂŒr Eschweiler VerhĂ€ltnisse große MĂ€chtigkeit dieses Flözes ließ einen ertragreichen Abbau erwarten, jedoch reichte die verfĂŒgbare Pumpenleistung nicht aus, die Grube "Birkengang" zu entwĂ€ssern.
  • 1816 wird der Betrieb nach einem außergewöhnlich nassen Sommer ganz eingestellt werden.
  • 1817 wird ein neuer Wasserhaltungsschacht abgeteuft, wobei ĂŒber den "Göpelschacht" weiter gefördert wird.
  • 1834 wird mit dem Bau des Schachtes "Christine" fĂŒr die Flöze "Kleinkohl" und "Großkohl" begonnen und die 40-PS-Dampfmaschine des Schachts "Neu-Großkohl" der Grube "Centrum" installiert.
  • 1841 sind ihre KohlevorrĂ€te der bei 138 m angesetzten Sohle erschöpft.
  • 1847 scheitert ein Versuch, weitere KohlevorrĂ€te fĂŒr die benachbarte ZinkhĂŒtte zu erschließen, an außerordentlich starken WasserzugĂ€ngen.
  • 1855 gelingt ein zweiter Versuch.
  • 1857 wird mit dem Bau des Schachtes "Matthias" begonnen, durch den 1862 bei 183 Metern ein Durchschlag zum Abbaubetrieb des Schachtes "Christine" erfolgt.
  • 1883 wird die Grube "Birkengang" nach dem Abbau der Flöze aufgegeben.

Grube Centrum bzw. Zentrum bzw. Vereinigte Centrum

"Centrum" war die bedeutendste und mit Abstand ergiebigste Steinkohlegrube im Eschweiler Kohlberg mit neun Förder- und sechs KunstschÀchten.

  • 1805 wird sie von den Familien WĂŒltgens und Englerth, spĂ€ter vom EBV, betrieben.
  • Um 1850 deckt sie etwa 30 % der GesamtförderkapazitĂ€t des Aachen/Eschweiler Reviers ab. Ihre grĂ¶ĂŸte BelegschaftsstĂ€rke wird 1855 mit 1348 BeschĂ€ftigten erreicht, und sie ist zu dieser Zeit in Bezug auf Förderraten, BelegschaftsstĂ€rke und technischer AusrĂŒstung das bedeutendste in Privatbesitz befindliche Steinkohlenbergwerk Deutschlands.
  • 1891 wird der Betrieb endgĂŒltig eingestellt.

Nach dieser Grube ist die Straße Zentrum in Pumpe-Stich benannt.

Grube Christine

"Christine" ist Kohlegrube am oberen Birkengang, benannt nach Christine Englerth.

Grube GlĂŒcksburg

"GlĂŒcksburg" ist eine ehemalige Zeche und Erzgrube sĂŒdwestlich von Eschweiler-Röhe am Propsteier Wald. Ihre Besonderheit ist die sog. "schwarze Kruste", eine an der Grenze zum Kohlenschiefer erzimprĂ€gnierte Lettenschicht.

  • 1838 wird ihre Konzession auf Zinkerz, Bleierz und Brauneisenstein von der Eschweiler "Metallurgischen Gesellschaft" erworben, welche sie verpachtet.
  • 1865 ĂŒbernimmt die "Eschweiler Gesellschaft" den Grubenbetrieb, nachdem ein Bleierzlager entdeckt wurde. Der Tiefenausbau geht wegen starker WasserfĂŒhrung nur langsam voran, und die Erze sind nur von mittlerer bis minderer QualitĂ€t.
  • 1884 wird bei von 92 Meter Teufe die Grube stillgelegt. Daraufhin pachtet sie ein ehemaliger Steiger der Grube, gewinnt jedoch kaum Erz.

Grube Ichenberg

1824 erwirbt Christine Englerth die "Grube Ichenberg". 1825 wird sie geschlossen.

Propsteier Grube

"Propstei" ist ein Grubenfeld und eine gleichnamige Schachtanlage zur Förderung von Steinkohle im nördlichen Außenwerk des Eschweiler Kohlbergs. Die Schachtanlage befand sich im SĂŒdosten des Propsteier Waldes.

  • 1701 liegt der dortige Bergbau mit einer Teufe von 60 Metern in HĂ€nden von acht Gewerken und einer Witwe.
  • 1833 erwirbt Christine Englerth alle Abbaurechte.
  • Erst 1860 beginnt die Neueinrichtung der Grube durch den EBV auf 301 Meter Teufe. Ein alter Schacht wird als Fahr- und Wetterschacht eingerichtet.
  • 1861 ĂŒbernimmt eine Fördermaschine die Abteufung und durchteuft die sich spĂ€ter als nicht bauwĂŒrdig herausstellenden Flöze "JĂŒlcher" und "Eule". Ebenfalls erfolgt ein Durchschlag zur Grube "Atsch". Die Tagesförderraten ĂŒbersteigen 100 Tonnen.
  • 1870 wird wegen Dammbruchs der Sammelteiche nach einem Wolkenbruch der Betrieb stillgelegt. Trotz dieses Schadens wird die Abteufung zur sechsten Sohle vorangetrieben.
  • 1879 jedoch wird die Grube aufgegeben.

Grube Reserve

"Reserve" ist eine ehemalige Zeche zwischen den Stadtteilen Bergrath und Nothberg. An die Grube erinnert die Karnevalsgesellschaft KG Lustige Reserve.

  • 1856 wird in Nothberg der erste Schacht mit Namen "Wilhelm" abgeteuft . Anfang der 1890er Jahre hat die Grube "Reserve" 700 Mitarbeiter.
  • Am 21. Februar 1931 fordert eine Schlagwetterexplosion 32 Tote.
  • Am 28. September 1944 fielen wegen Stromausfalls die Pumpen aus und die Grube lief bis zur TagesoberflĂ€che innerhalb weniger Tage voll. Kurz zuvor war sie in die Reichweite der US-amerikanischen Artillerie geraten.
  • 1970 werden die Reste der alten Kokerei abgebrochen und auf dem GelĂ€nde neue Unternehmen angesiedelt. Die verbliebenen GebĂ€ude fallen 2005 dem Bagger zum Opfer.

Grube Wilhelm

Siehe Geschichte von Wilhelmshöhe.

Die Eschweiler ZinkhĂŒtten

ZinkhĂŒtte Velau

Die ZinkhĂŒtte "Velau" war die erste ZinkhĂŒtte Eschweilers und des Aachener Steinkohlenreviers. Sie wird 1819 von Matthias Leonhard Schleicher durch Umbau des Kupferhofs Velau errichtet und betrieben. SpĂ€ter geht sie in den Besitz des EBV ĂŒber und bildet dort, zusammen mit erheblichen Besitzanteilen an umliegenden Erzgruben, den GeschĂ€ftsbereich Blei - Zink des EBV. Aus diesem GeschĂ€ftsbereich geht 1848 die "Eschweiler Gesellschaft" hervor.

ZinkhĂŒtte Birkengang bzw. Friedrich-Wilhelm-HĂŒtte

ZinkhĂŒtte Birkengang
ZinkhĂŒtte Birkengang
Die ZinkhĂŒtte "Birkengang" ist eine Eschweiler ZinkreduktionshĂŒtte, welche von 1845 bis 1846 als Nachfolgerin der ZinkhĂŒtte "Velau" vom EBV und Matthias Ludolph Schleicher am oberen Birkengang in unmittelbarer NĂ€he der Kohlegrube "Christine" errichtet wurde. In der ZinkhĂŒtte Birkengang wurde ein spezieller Zinkreduktionsofen entwickelt, dessen Beheizung mit einem Regenerativ-WĂ€rmekammersystem arbeitete und der nach dem Standort der HĂŒtte Birkengangofen genannt wurde. Insbesondere wegen seiner guten WĂ€rme- bzw. Brennstoffausnutzung fand dieser Ofentyp weltweit zur ZinkverhĂŒttung Verwendung und wurde englisch als Rhenish Furnace bekannt. Nach einer UnternehmensstrukturĂ€nderung ging die ZinkhĂŒtte 1848 in den Besitz der "Eschweiler Gesellschaft" ĂŒber. Kurz nach deren Fusion mit der "Stolberger Gesellschaft" wurde 1926 der Betrieb der ZinkhĂŒtte eingestellt, und in den frĂŒhen 1930er Jahren wurde sie abgerissen.

ZinkhĂŒtte Steinfurt

Die ZinkhĂŒtte "Steinfurt" ist ein 1850 entstandene, von der "Allianz" betriebene ZinkhĂŒtte in Eschweiler-Steinfurt. Mit ihren anfangs sechs und spĂ€ter zwölf Reduktionsöfen hatte sie nur eine vergleichsweise geringe KapazitĂ€t. Vergleichsweise betrieb damals die benachbarte Eschweiler ZinkhĂŒtte "Birkengang" 36 und die Stolberger ZinkhĂŒtte "MĂŒnsterbusch" 50 Öfen. Nach Auflösung der "Allianz" wurde die ZinkhĂŒtte "Steinfurt" noch bis 1859 von der "Badischen Zink-Gesellschaft" aus Mannheim betrieben. Hiernach entstand an gleicher Stelle die "P. Peters GmbH Fabrik Feuerfester Produkte".

Erst 1935 und somit nach Stilllegung der Gruben und ZinkhĂŒtten werden die Eschweiler Stadtteile Birkengang, Steinfurt und Velau sowie die Atsch nach Stolberg zwangsausgemeindet.

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