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Letzte Änderung für Artikel Sachsen-Weimar (Herzogtum): 22.01.2006 04:14

Sachsen-Weimar (Herzogtum)

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Das Herzogtum Sachsen-Weimar war ein Land des Heiligen R├Âmischen Reiches auf dem Gebiet des heutigen Bundeslandes Th├╝ringen und wurde von den ernestinischen Wettinern regiert (vgl. Ernestinische Herzogt├╝mer). Die Haupt- und Residenzstadt war Weimar. Es entstand bei der Erfurter Teilung 1572 und ging 1741 im Herzogtum , sp├Ąter (ab 1815 ) Gro├čherzogtum ,Sachsen-Weimar-Eisenach auf.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Vorgeschichte

Weimar vor dem Machtantritt der Wettiner

Die ├Ąlteste Erw├Ąhnung des Ortes Weimar stammt (umstritten) aus dem Jahr 899 oder (sicher) aus dem Jahr 915 . Im Jahr 949 traten zum ersten Mal Grafen von Weimar auf, 1062 wird die Grafschaft mit dem benachbarten Orlam├╝nde zur Grafschaft Weimar-Orlam├╝nde vereinigt. 1112 stirbt das Grafengeschlecht aus, die Grafschaft f├Ąllt zun├Ąchst an eine Nebenlinie der Askanier, 1140 an deren Hauptlinie unter Albrecht dem B├Ąren . Dessen Sohn Hermann I. gr├╝ndet nach dem Tode Albrecht des B├Ąren 1170 die j├╝ngere Linie der Grafen von Weimar-Orlam├╝nde. Die Askanier k├Ânnen sich bis 1365 halten, als sie im Zuge ihrer Niederlage im Th├╝ringer Grafenkrieg ihre Grafschaft dem Hause Wettin als Lehen auftragen mu├čten. 1486 sterben die askanischen Grafen schlie├člich aus, Wettin zieht die Grafschaft als erledigtes Lehen ein, seitdem geh├Ârte die Grafschaft endg├╝ltig zum Machtbereich der Wettiner.

Weimar unter den Wettinern bis zur Erfurter Teilung

Die Wettiner hatten ihre Machtbasis zun├Ąchst in Mei├čen, die Markgrafschaft Mei├čen geh├Ârte ihnen seit 1088 . Von dort aus weiteten sie planm├Ą├čig ihre Machtstellung in Mitteldeutschland aus. Der Erwerb der Landgrafschaft Th├╝ringen 1263 durch Heinrich den Erlauchten stellte ein Meilenstein auf diese Wege dar. Die Grafschaft Weimar geh├Ârte nur zu einem der vielen Territorien, die die Wettiner in Mitteldeutschland erwarben, sie schenkten dem eher abgelegenen Ort zun├Ąchst nicht viel Aufmerksamkeit.

1423 kann Markgraf Friedrich IV., der Streitbare von Mei├čen das Herzogtum Sachsen-Wittenberg in Nachfolge der dort ausgestorbenen askanischen Herz├Âge erwerben. Mit dem Herzogtum verbunden waren die Kurw├╝rde im Heiligen R├Âmischen Reich und das Amt eines Erzmarschalls des Reiches. Als vornehmster Titel ├╝betrugen die Wettiner die Bezeichnung "Sachsen" zuk├╝nftig auf alle ihre Besitzungen, so entstand auch der Name Sachsen-Weimar.

1485 teilten Kurf├╝rst Ernst von Sachsen und sein Bruder Herzog Albrecht III. von Sachsen ihrer Besitzungen (Leipziger Teilung). Es entstanden zwei Linien der Wettiner, die bis heute existieren: die Ernestiner, also die Nachkommen des Kurf├╝rsten Ernst und die Albertiner , die Nachkommen Albrecht III. Die Kurw├╝rde und auch Weimar verblieben zun├Ąchst bei der ├Ąlteren Linie, also den Ernestinern. Haupt- und Residenzstadt der Ernestiner war zun├Ąchst Wittenberg , so dass Weimar weiterhin keine bedeutende Rolle spielte.

1486 wird Friedrich III., der Weise, ein Sohn von Ernst von Sachsen, Kurf├╝rst. Er f├Ârdert Zeit seines Lebens die Reformation und sch├╝tzte Martin Luther , den er zum Professor seiner Universit├Ąt in Wittenberg berief, vor seinen Feiden. Seitdem waren die Ernestiner die Schutzmach der Protestanten im Reich und gerieten damit in zunehmendem Gegensatz zu dem katholischen Kaiserhaus der Habsburger .

Nach dem Tode Friedrich des Weisen folgt diesem 1525 sein j├╝ngerer Bruder Johann der Best├Ąndige, 1532 schlie├člich dessen Sohn Johann Friedrich I. der Gro├čm├╝tige. Unter diesem kam es zur Katastrophe f├╝r die Ernestiner. Der Gegensatz zwischen Katholiken und Protestanten im Reich war inzwischen so gro├č geworden, dass er sich 1546 - 1547 im Schmalkaldischen Krieg entlud. Der Schmalkaldische Bund , das B├╝ndnis der Protestanten, mussten am 20. April 1547 in der Schlacht bei M├╝hlberg eine kriegsentscheidende Niederlage hinnehmen, Johann Friedrich I., der Gro├čm├╝tige, ger├Ąt in kaiserliche Gefangenschaft.

In der Wittenberger Kapitulation muss er harten Friedensbedingungen zustimmen. Die Ernestiner verlieren alle Territorien au├čerhalb Th├╝rigens. Die Kurw├╝rde wurde auf Herzog Moritz von Sachsen aus der albertinischen Linie ├╝bertragen, den Ernestinern bleibt nur der Titel eines Herzogs von Sachsen. 1552 wird Johann Friedrich I. aus kaiserliche Gefangenschaft entlassen. Da er durch die Wittenberger Kapitulation auch seine Hauptstadt Wittenberg verloren hatte, macht er Weimar f├╝r die letzten Jahre seines Lebens zur Residenz.

Die Erfurter Teilung

Nach dem Tode Johann Friedrich I. im Jahre 1554 regieren dessen drei S├Âhne zun├Ąchst gemeinsam, teilen jedoch 1565 ihren Besitz. Es entsteht ein Landesteil Eisenach-Coburg-(Gotha) und ein weimarischer Landesteil. Der ├Ąlteste Bruder, Johann Friedrich der Mittlere nimmt seine Residenz in Gotha, von dort beginnt er eine abenteuerliche Politik, die gegen Kaiser und Reich und auf die R├╝ckgewinnung der Kurw├╝rde und der 1547 verlorenen Gebiete gerichtet war. Der Kaiser verh├Ąngt die Reichsacht gegen ihn, beauftragt den Kurf├╝rsten von Sachsen mit der Reichsexekution , Johann Friedrich Mittlere wird in Gotha belagert und ger├Ąt in kaiserliche Gefangenschaft, die er bis zum Ende seines Lebens nicht mehr verlassen sollte.

Johann Friedrichs j├╝ngerer Bruder, Johann Wilhelm, der sich an der Reichsexekution gegen seinen Bruder beteiligt hatte, erh├Ąlt die von Johann Friedrich eingezogenen Gebiete. Die ernestinischen Territorien in Th├╝ringen sind somit ein letztes Mal in einer Hand vereint. Auch Johann Wilhelm macht sich jedoch schnell beim Kaiser unbeliebt, als er als General in die Dienste dessen Erzfeindes, des K├Ânigs von Frankreich tritt. 1572 verf├╝gte der Kaiser deshalb, dass die beiden S├Âhne des immer noch gefangenen Johann Friedrich des Mittleren, wieder in die Erbrechte nach ihrem Vater eingesetzt wurden. Johann Wilhelm musste einer Teilung seiner Gebiete zustimmen. An seine beiden Neffen gingen die abgetrennten Gebiete Sachsen-Coburg und Sachsen-Eisenach, Johann Wilhelm behielt Weimar (Erfurter Teilung). Seit dieser Teilung, der noch viele andere folgen sollten, die in Th├╝ringen schlie├člich einen Flickenteppich kleinerer und kleinster Staaten entstehen lassen sollten, gab es immer mindestens zwei ernestinische Staaten, seit der Erfurter Teilung spricht man deshalb vom Herzogtum Sachsen-Weimar.

Weitere Landesteilung, das Herzogtum bis zum Beginn des Drei├čigj├Ąhrigen Krieges

Durch die Erfurter Teilung wurde der Besitz Johann Wilhelms auf ein unbedeutendes kleines Territorium (vgl. Operettenstaat , Duodezf├╝rstentum ) reduziert, der Herzog verstarb verbittert im Jahr 1573 . Da bei seinem Tode seine beiden Kinder noch minderj├Ąhrig waren, wurde das Herzogtum zun├Ąchst von einer Regentschaft regiert, die Kurf├╝rst August I. von Sachsen f├╝hrte. 1586 bestieg sein ├Ąltester Sohn, Friedrich Wilhelm I. den herzoglichen Thron. Dieser regierte seit 1591 auch das Kurf├╝rstentum Sachsen als Regent, da dort ebenfalls nur ein minderj├Ąhriger Thronfolger vorhanden war, er hielt sich deshalb die meiste Zeit im wesentlich bedeutsamen Kurf├╝rstentum auf und hinterlie├č im Herzogtum Sachsen-Weimar kaum bedeutende Impulse. 1601 endet seine Regentschaft im Kurf├╝rstentum, Friedrich Wilhelm I. kehrt nach Weimar zur├╝ck, stirbt jedoch schon im darauffolgenden Jahr.

Im Herzogtum folgte ihm sein j├╝ngerer Bruder Johann III. Die S├Âhne des verstorbenen Friedrich Wilhelm I. verlangten von Johann ihren Erbteil, so kam es 1602 erneut zur Landesteilung, das Herzogtum Sachsen-Altenburg wurde von Weimar abgetrennt und den S├Âhnen Friedrich Wilhelm I. ├╝bergeben. Johann war mit Dorothea Maria, einer geborenen Prinzessin von Anhalt-Zerbst verheiratet, mit dieser hatte er elf Kinder.

Johann I. verstarb 1605 , da alle seine Kinder zu diesem Zeitpunkt noch minderj├Ąhrig waren, wurde wiederum eine Regentschaft eingesetzt, die erneut durch den Kurf├╝rsten von Sachsen gef├╝hrt wurde. 1615 ├╝bernahm dann sein ├Ąlteste Sohn Johann Ernst I., der J├╝ngere, den herzoglichen Thron.

Das Herzogtum im Drei├čigj├Ąhrigen Krieg, die S├Âhne Herzog Johann III.

1617 verstarb die Herzoginnenmutter Dorothea Maria. Bei ihrer Beerdigung wurde von Johann Ernst dem J├╝ngeren, seinen Br├╝dern Wilhelm und Friedrich, seinem Onkel dem F├╝rsten von Anhalt-K├Âthen die Fruchtbringende Gesellschaft gegr├╝ndet, die sich bald zur f├╝hrenden literatischen Gesellschaft des deutschen Barocks entwickeln sollte. Das Herzogtum begann zum ersten Mal auf kulturellem Gebiet in Deutschland eine f├╝hrende Rolle zu spielen.

Die finanziellen Probleme seines Landes gedachte Johann Ernst der J├╝ngere durch die Verpflichtung eines "Goldmachers" (vgl. Alchemie ) zu l├Âsen, dessen Experimente f├╝hrte zwar nicht zur Umwandlung von gew├Âhnlichem Metall in Gold, hatte aber zur Folge, dass 1618 das herzogliche Schlo├č in Weimar bis auf die Grundmauern abbrannte. Zwar begann Johann Ernst sofort mit dem Wiederaufbau, seine finanziellen Probleme und der im gleichen Jahr beginnende Drei├čigj├Ąhrige Krieg f├╝hrten allerdings dazu, dass das Schlo├č noch f├╝r lange Zeit eine Ruine bleiben sollte.

Nach Kriegsbeginn unterst├╝tzte Johann Ernst mit Eifer die protestantische Sache. Er geh├Ârte zu den Heerf├╝hrern des " Winterk├Ânigs " Friedrich V. von der Pfalz und teilte dessen Niederlage in der Schlacht am Wei├čen Berg ( 8. November 1620 ). Da sich Johann Ernst nach der Schlacht weigert, sich dem Kaiser zu unterwerfen, tritt er als Herzog von Sachsen-Weimar zur├╝ck, um nicht den Zorn des Kaisers gegen sein Land zu lenken. Johann Ernst bleibt protestantischer Heerf├╝hrer, nimmt noch an verschiedenen Schlachten des Krieges teil, und verstirbt schlie├člich 1626 .

Im Herzogtum ├╝bernehmen die j├╝ngeren Br├╝der die Regentschaft, deren ├Ąltester besteigt schlie├člich nach dem Tode Johann Ernsts 1626 als Wilhelm IV. den herzoglichen Thron. Auch dieser engagierte sich zun├Ąchst auf protestantischer Seite im Drei├čigj├Ąhrigen Krieg, wird 1631 schwedischer Generalstatthalter von Th├╝ringen und 1632 Generalleutnant der schwedischen Armee, das zweith├Âchste Amt in der Armee nach dem K├Ânig. Wilhelms Hoffnungen, durch den Krieg sein Territorium zu vergr├Â├čern, erf├╝llen sich jedoch nicht, zudem geriet er nach dem Tode des schwedischen K├Ânigs Gustav II. Adolf in zunehmenden Gegensatz zu dessen Kanzler Oxenstierna , der nach dem Tode des K├Ânigs die Leitung der schwedischen Politik ├╝bernahm. 1635 tritt er deshalb dem Prager Frieden zwischen dem Kaiser und Kursachsen bei, der Drei├čigj├Ąhrige Krieg ist damit f├╝r das Herzogtum Sachsen-Weimar beendet.

Der Drei├čigj├Ąhrige Krieg hatte f├╝r Sachsen-Weimar, wie f├╝r so viele andere deutsche L├Ąnder auch, katastrophale Folgen. Zwar blieb die Stadt Weimar von Kriegshandlungen weitgehend verschont, da sie abgelegen von den gro├čen Heerstra├čen lag und sich die Landsknechtsarmeen deshalb kaum dorthin verirrten.Dies f├╝hrte allerdings dazu, dass viele Menschen nach Weimar flohen, zeitweise beherbergte die Stadt mehr Fl├╝chtlinge als Einheimische. Die ├ťberbev├Âlkerung f├╝hrte zu Pestepidemien (so z.B. im Jahr 1635 ). Die l├Ąndlichen Gebiete des Herzogtums wurden dagegen stark durch Kriegshandlungen in Mitleidenschaft gezogen, nach Ende des Krieges lie├č der Herzog 1642 eine "Landesvisitation" (eine Art Volksz├Ąhlung ) durchf├╝hren, die das ganze Ausma├č der Sch├Ąden offenbarte. Die H├Ąlfte aller Wohnungen und fast der ganze Viehbestand waren zerst├Ârt, zwei Drittel der landwirtschaftlich genutzten Fl├Ąche lag brach.

Nach Ende des Krieges ging der Herzog planm├Ą├čig an den Wiederaufbau seines Landes. Bereits 1633 hatte er mit der "Kammerordnung" die Verwaltung des Herzogtums reformiert. 1647 erlie├č er ein herzogliches Patent, dass jedem, der einen durch den Krieg verw├╝steten Bauernhof wiederaufbaute und bewirtschaftete eine zweij├Ąhrige Steuerfreiheit gew├Ąhrte. Den Wiederaufbau des Weimarer Schlosses konnte er beenden. Auf kulturellem Gebiet leistete er Gro├čes, 1650 wird er Oberhaupt der Fruchtbringenden Gesellschaft, die von K├Âthen nach Weimar umzieht.

Von seinen weiteren Br├╝dern ist vor allem Bernhard von Weimar bekannt geworden, einer der gr├Â├čten Heerf├╝hrer auf protestantischer Seite w├Ąhrend des Drei├čigj├Ąhrigen Krieges.

Territoriale Ver├Ąnderungen des Herzogstums

W├Ąhrend dieser Zeit kam es zu bedeutenden territorialen Ver├Ąnderungen. 1638 waren die Herz├Âge von Eisenach-Gotha ausgestorben, ihr Gebiet wurde zwischen Weimar und Sachsen-Altenburg geteilt, zwei Drittel fielen an das Herzogtum Sachsen-Weimar. Das so vergr├Â├čerte Herzogtum wurde allerdings fast sofort wieder erneut geteilt. Wilhelm hatte zun├Ąchst seine j├╝ngeren Br├╝der bei der Regierung des Herzogtums zu beteiligen, um sich von dieser Verpflichtung zu befreien, werden 1640 f├╝r diese die Herzogt├╝mer Sachsen-Eisenach und Sachsen-Gotha abgeteilt. Sein Bruder Albrecht von Sachsen-Eisenach verstarb allerdings bereits 1644 ohne Nachkommen, das Herzogtum Sachsen-Eisenach wurde daraufhin zwischen Weimar und Gotha geteilt, so dass die H├Ąlfte an Weimar zur├╝ckf├Ąllt.

Bereits 1583 waren die Grafen von Henneberg-Schleusingen ausgestorben. Da sich Ernestiner und Albertiner nicht ├╝ber die Erbschaft einigen konnten, wurde die Grafschaft Henneberg zun├Ąchst gemeinsam verwaltet. Diese gemeinsame Verwaltung wurde 1660 aufgel├Âst, der weimarische Anteil der ehemaligen Grafschaft daraufhin mit dem Herzogtum vereinigt.

Niedergang des Herzogtums bis zum Anfall von Eisenach

Herzog Wilhelm IV. vestarb 1662 . Sein ├Ąltester Sohn Johann Ernst II. erbte den herzoglichen Thron.

Johann Ernst II. geh├Ârt nicht zu bedeutenderen Herrscherpers├Ânlichkeiten auf dem Weimarer Thron. Er war eigentlich nur f├╝r seine Jagdleidenschaft ber├╝hmt, die Regierung ├╝berlie├č er zum gro├čen Teil seinem Kanzler. Auch die kulturellen Aktivit├Ąten seines Vaters setzte er nicht fort, der Schlo├čbau wurde eingestellt, die Hofkapelle entlassen, die Fruchtbringende Gesellschaft zog nach Halle um.

1672 kam es erneut zu territorialen Ver├Ąnderungen im Herzogtum. In diesem Jahr starb die ├Ąltere Linie der Herz├Âge von Sachsen-Altenburg aus (welches ja 1602 aus Sachsen-Weimar hervorgegangen war). Sachsen-Altenburg wurde zwischen Weimar und Gotha aufgeteilt, wobei Sachsen-Weimar 1/4 erhielt, 3/4 gingen an Sachsen-Gotha. Da sich Sachsen-Weimar somit geringf├╝gig vergr├Â├čerte, ergab sich die M├Âglichkeit einer neuen Landesteilung, zwischen Herzog Johann Ernst II. und seinen Br├╝dern, und diese Teilung wurde auch sofort durchgef├╝hrt. Eisenach und Jena wurden von Weimar abgeteilt und den beiden Br├╝dern ├╝bergeben, es entstanden so die Herzogt├╝mer Sachsen-Jena (bis 1690 ) und Sachsen-Eisenach (bis 1741 ). Da ja ebenfalls noch das aus der Landesteilung von 1640 hervorgegangene Sachsen-Gotha existierte, bestanden somit wieder vier ernestinische Herzogt├╝mer in Th├╝ringen.

Herzog Johann Ernst II. verstarb 1683 , seine beiden S├Âne Johann Ernst III. und Wilhelm Ernst bestiegen gemeinsam den herzoglichen Thron.

Johann Ernst III. ging als Trinker und Raufbold in die Geschichte ein, der einmal seinen eigenen Kanzler bei einem Wutanfall aus dem Fenster warf. Er wurde deshalb bald von seinem Bruder entmachtet. Obwohl offiziell bis zu seinem Tode regierender Herzog, wurde die weimarische Politik immer mehr von Herzog Wilhelm Ernst bestimmt. Dieser war gepr├Ągt von einem strengen Luthertum und einer bigotten Fr├Âmmigkeit. Er kn├╝pfte an die kulturellen Leistungen seines Gro├čvaters an, errichtete das Jagdschlo├č Ettersburg, gr├╝ndete die Hofkapelle neu und lie├č eine Opernb├╝hne anlegen. Johann Sebastian Bach war zeitweise Kapellmeister an seinem Hof, von diesem trennte er sich allerdings sp├Ąter im Streit.

1690 starb die Linie der Herz├Âge von Sachsen-Jena aus, Teile des kleinen Herzogtums fielen daraufhin an Sachsen-Weimar zur├╝ck. Als 1707 sein ├Ąlterer Bruder Johann Ernst III. verstarb, machte er dessen Sohn Ernst August I. zu seinem Mitherzog, ohne diesen jedoch wirklich an der Regierung zu beteiligen. Da Wilhelm Ernst kinderlos starb, trat dieser 1728 seine Nachfolge an.

Ernst August I., der letzte Herzog von Sachsen-Weimar, und zugleich der erste Herzog von Sachsen-Weimar-Eisenach, ruinierte das Land finanziell v├Âllig. Er unterhielt eine f├╝r die finanziellen M├Âglichkeiten des kleinen Landes v├Âllig ├╝berdimensionierte Armee, gab Unsummen f├╝r seine Bauwerke aus (u.a. Schloss Belvedere und das Rokokoschlo├č in Dornburg ), war der Jagdleidenschaft verfallen und nannte ├╝ber 1000 Hunde und 370 Pferde sein eigen. Nachdem seine Frau fr├╝h verstorben war, hatte er mehrere Geliebte gleichzeitig. Politisch versuchte er in Sachsen-Weimar den Absolutismus einzuf├╝hren und geriet deshalb in Gegensatz zu den Landst├Ąnden, denen er ihre verbrieften Mitbestimmungsrechte streitig machte.

1741 stirbt die Linie der Herz├Âge von Sachsen-Eisenach aus, das Herzogtum f├Ąllt damit erneut, diesmal dauerhaft an Sachsen-Weimar. Ernst August I. f├╝hrt f├╝r seine Familie das Prinzip der Primogenitur ein, d.h. der jeweils ├Ąlteste Sohn sollte von nun an das Land ungeteilt erben. Somit wurden weitere Landesteilungen vermieden.

1748 verstirbt der Herzog, sein Sohn Ernst August II. Konstantin ├╝bernimmt den Thron.

Mit der weiteren Geschichte des Landes besch├Ąftigt sich der Artikel ├╝ber das Herzogtum, sp├Ąter Gro├čherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach.

Herrscherliste

siehe Liste der Herz├Âge von Sachsen-Weimar.

Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Sachsen-Weimar (Herzogtum) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Sachsen-Weimar (Herzogtum) verfügbar.

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