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Letzte Änderung für Artikel Burg Henneberg: 26.11.2005 21:19

Burg Henneberg

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Bergfried aus der ersten HĂ€lfte des 13. Jahrhunderts.
Bergfried aus der ersten HĂ€lfte des 13. Jahrhunderts.

Die Ruine der sĂŒdthĂŒringischen Burg Henneberg liegt östlich des gleichnamigen Ortes auf dem so genannten Schlossberg, einem freistehenden Bergkegel, zur Wasserscheide zwischen Werra und Main gehörig, der nur im SĂŒden flach auslĂ€uft, ansonsten steil abfĂ€llt.

Von der Burganlage sind ein Großteil der Ringmauer mit einbezogener Außenwand des Palas sowie Resten einer Abortanlage, der Bergfried , die Mauerschale einer Kemenate , ein Teil eines Wohn- und WirtschaftsgebĂ€udes mit Kellerportal, ein um 1880 ergĂ€nzter Turm, ein Brunnen bzw. eine Zisterne , ein kleiner Teil der Zwingermauer, der Trockengraben mit teilweise umlaufendem Wall sowie die die flach abfallende Bergzunge im SĂŒden sichernden WĂ€lle erhalten. Der Weg zur Burg steigt an der Westseite des Berges hangparallel an, durchquert das um 1935 ergrabene erste Tor, mĂŒndet in den Zwinger , umrundet die Nordseite und trifft in der Nordostecke auf das Tor 2. Historische Quellen lassen hierbei auf ein Kammertor schließen.

Inhaltsverzeichnis

Bau- und Besitzgeschichte bis 1583

Kernburg mit dem in die Palas-Westwand des 13.-15. Jahrhunderts eingefĂŒgten neuzeitlichen Rundturm und Fundamenten des spĂ€ten 11.-15. Jahrhunderts.
Kernburg mit dem in die Palas-Westwand des 13.-15. Jahrhunderts eingefĂŒgten neuzeitlichen Rundturm und Fundamenten des spĂ€ten 11.-15. Jahrhunderts.
Grundriss Burg Henneberg mit Angabe der Grabungen 1992-1995.
Grundriss Burg Henneberg mit Angabe der Grabungen 1992-1995.

Das grĂ€fliche Geschlecht "von Henneberg" ist erstmals 1096 mit dem Grafen Godebold II. fassbar, es handelte sich hierbei wohl um eine kaiserliche Belehnung . Daraus kann jedoch nicht die Schlussfolgerung gezogen werden, dass die Ă€lteste Befestigung erst zu diesem Zeitpunkt angelegt worden ist, was auch die jĂŒngst untersuchten archĂ€ologischen Befunde belegen.

Auf die Grafen von Henneberg geht die Stiftung ihres Hausklosters Vessra im Jahre 1131 zurĂŒck, das mehrere Generationen als Grablege diente. Lange Zeit hatten sie auch das Burggrafenamt von WĂŒrzburg inne. 1190 teilte sich das Geschlecht in die Linien Henneberg , Botenlauben und Strauf . Die erste urkundliche ErwĂ€hnung der Burg fĂ€llt ins Jahr 1221 , in den ungefĂ€hren Beginn der kurzen BlĂŒtezeit der Anlage (um 1220 - 1274 ). In diesem Zeitraum wurde die Burg großzĂŒgig umgebaut und befestigt, um reprĂ€sentativen AnsprĂŒchen gerecht zu werden.

1274 erfolgte eine erneute Teilung des Grafenhauses in die Linien Hartenberg , Aschach (spĂ€ter Römhild) und Schleusingen, so dass die Henneburg nicht mehr als Residenz genutzt wurde. Gegen einen völligen Bedeutungsverlust sprechen jedoch die enormen Um- und Ausbaumaßnahmen der spĂ€teren Epochen, die teils urkundlich belegt, teils archĂ€ologisch erfasst oder als Rest des aufgehenden Mauerwerkes ĂŒberliefert sind.

Im Jahre 1310 wurde Berthold VII. von Henneberg-Schleusingen, der 1274 die Henneburg erhalten hatte, in den FĂŒrstenstand erhoben. Zeitweise war er BevollmĂ€chtigter Kurbrandenburgs und Kursachsens, Verwalter Böhmens und Vormund des Kronprinzen Ludwig.

1393 wurde ein Teil der Burg als Mitgift an die Linie Henneberg-Römhild verpfĂ€ndet, jedoch bis zum Erlöschen dieser ( 1549 ) nicht ausgelöst, eine Teilung, die oft zu erheblichen Streitigkeiten fĂŒhren sollte. Aus dem Jahre 1432 existiert ein Vertrag zur beiderseitigen Benutzung der geteilten Burg, der mit seinem Inventarverzeichnis der GebĂ€ude und RĂ€ume von höchstem Interesse ist. FĂŒr den Zeitraum von 1453 bis 1516 sind verschiedene Baumaßnahmen ĂŒberliefert.

Im Mai 1525 soll die Burg Henneberg vom BildhĂ€user Bauernhaufen im Rahmen der frĂ€nkischen Bauernerhebungen kampflos eingenommen, geplĂŒndert und gebrandschatzt worden sein. Der genaue Umfang der Zerstörungen ist nicht bekannt und konnte auch durch archĂ€ologische Ausgrabungen weder verifiziert noch widerlegt werden. Aufgrund der untergeordneten Bedeutung, die der Anlage zu diesem Zeitpunkt nur noch zukam, wurde die Burg nur teilweise wieder aufgebaut, es sind sogar seit 1576 systematische Abbrucharbeiten am Bergfried ĂŒberliefert.

1583 starb mit dem Tode des letzten Grafen von Henneberg-Schleusingen, Georg Ernst, das Grafengeschlecht in mĂ€nnlicher Linie aus. Die Burg jedoch wurde noch bis in das beginnende 17. Jahrhundert bewohnt. Nach dem WĂŒstwerden setzten weitreichende Abbrucharbeiten ein.

Besitz- und Nutzungsgeschichte nach 1583

Blick vom frĂŒheren Tor 2 auf den spĂ€tmittelalterlichen Palas.
Blick vom frĂŒheren Tor 2 auf den spĂ€tmittelalterlichen Palas.

Im Jahre 1784 ließ Herzog Georg I. von Sachsen-Meiningen den Schlosshof der mittlerweile sehr ruinösen Anlage aufrĂ€umen, planieren und fĂŒr ein Fest ein Lusthaus errichten.

Um das Jahr 1832 fĂŒhrte der herzoglich-sĂ€chsisch-meiningensche Kammerrat und Hofbuchdrucker Johann Philipp Heinrich Hartmann erste " Grabungen " auf der Henneburg durch.

Seit 1845 wurden auf herzogliche Weisung verschiedene Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen getĂ€tigt, darunter z.B. die teilweise Neuerrichtung ausgebrochener Felder der Ringmauer sowie der Einbau von Stabilisierungselelmenten an deren Fundament.

Zwischen 1879 und 1883 ließ der Landbaumeister E. Abesser auf der Burg Ausgrabungen vornehmen, um aufgrund ergrabener und teilweise noch offenliegender Fundamente einen Grundrißplan erstellen zu können. Um 1935 grub der damalige Vorsitzende des Hennebergisch-FrĂ€nkischen-Geschichtsvereins, Dr. Friedrich Tenner, auf und erstmals auch in der Umgebung der Burg und stieß dabei auf die Fundamente des ersten Tores und die einer weiteren Kemenate.

Entwicklung nach 1989

SpÀtmittelalterlicher Palas, Federzeichnung um 1870.
SpÀtmittelalterlicher Palas, Federzeichnung um 1870.

Die Zeit bis 1989 war durch die deutsch-deutsche Teilung geprĂ€gt, die Burg befand sich im Sperrgebiet. Vom Bergfried aus wurde der GrenzĂŒbergang Mellrichstadt ĂŒberwacht. FĂŒr die Forschung war die Henneburg nicht mehr existent.Seitdem das Betreten des ehemaligen Grenzgebietes fĂŒr die Öffentlichkeit möglich wurde, engagierten sich Bewohner des Ortes Henneberg ehrenamtlich fĂŒr die Henneburg, es wurde dazu ein Burgclub gegrĂŒndet. Seit der Übernahme der Burgruine Henneberg durch die Stiftung ThĂŒringer Schlösser und GĂ€rten am 12. September 1995 finden Sicherungs- und Sanierungsarbeiten statt.

1992 - 1995 sowie 2000 - 2001 wurden durch das ThĂŒringische Landesamt fĂŒr ArchĂ€ologische Denkmalpflege Weimar Ausgrabungen durchgefĂŒhrt.

Literatur

  • P. Lehfeldt und G. Voss 1909: Bau- und KunstdenkmĂ€ler ThĂŒringens. Bd. 24: Amtsgerichtsbezirke Meiningen. Jena.
  • R. KĂŒchenmeister 2001/2002: Ausgrabungen auf der Burg „Henneburg“, Lkr. Schmalkalden-Meiningen. In: Ausgrabungen und Funde im Freistaat ThĂŒringen 6, S. 35ff.
  • H. Schwarzberg 1995: Ausgrabungen auf der Burg Henneberg, Lkr. Schmalkalden- Meiningen. Vorbericht. In: Ausgrabungen und Funde 40.5, S. 265ff.
  • H. Schwarzberg 1996: Die Ausgrabungen auf der Burg Henneberg. Vorbericht der Kampagnen 1992-1995. In: Wissenschaftliche Festschrift zum JubilĂ€um "900 Jahre Henneberger Land 1096-1996". Jahrbuch 1996 des Hennebergisch-FrĂ€nkischen Geschichtsvereins. Kloster Veßra, Meiningen, MĂŒnnerstadt, S. 153ff.
  • I. Spazier 2004: Der alte Turm der Henneburg. In: Jahrbuch 2004 des Hennebergisch-FrĂ€nkischen Geschichtsvereins. Kloster Veßra, Meiningen, MĂŒnnerstadt, S. 23ff.
  • I. Spazier und H. Schwarzberg 2005: Die Burg Henneberg/SĂŒdthĂŒringen im 11. und 12. Jahrhundert. In: Forschungen zu Burgen und Schlössern 9 (im Druck).
  • F. Tenner 1936: Die Burg Henneberg. Stammsitz des Hennebergischen Grafenhauses. VolkstĂŒmliche Schriftenreihe des Hennebergisch-FrĂ€nkischen Geschichtsvereins 1. Meiningen (Reprint Neustadt/Aisch 1996).
  • Chr. Wojaczek 1994: Die Burg Henneberg. In: SĂŒdliches ThĂŒringen. FĂŒhrer zu archĂ€ologischen DenkmĂ€lern in Deutschland. Stuttgart, S. 222ff.
  • H. Wagner 1996.a: Zur urkundlichen Erstnennung des Namens Henneberg. In: Wissenschaftliche Festschrift zum JubilĂ€um "900 Jahre Henneberger Land 1096-1996". Jahrbuch 1996 des Hennebergisch-FrĂ€nkischen Geschichtsvereins. Kloster Veßra, Meiningen, MĂŒnnerstadt, S. 25ff.
  • H. Wagner 1996.b: Entwurf einer Genealogie der Grafen von Henneberg. In: Wissenschaftliche Festschrift zum JubilĂ€um "900 Jahre Henneberger Land 1096-1996". Jahrbuch 1996 des Hennebergisch-FrĂ€nkischen Geschichtsvereins. Kloster Veßra, Meiningen, MĂŒnnerstadt, S. 33ff.
  • G. Wölfing 1992: Geschichte des Henneberger Landes zwischen Grabfeld, Rennsteig und Rhön. Hildburghausen.

Kontakt

  • Stiftung ThĂŒringer Schlösser und GĂ€rten, Schloss Heidecksburg, 07407 Rudolstadt
  • Club Henneburg e.V., 98617 Henneberg
    • Tel. 036945/50178

Weblinks

Wikipedia

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