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Letzte Änderung für Artikel Deutscher Krieg: 07.02.2006 18:26

Deutscher Krieg

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Der Deutsche Krieg von 1866 , auch preußisch-österreichischer Krieg, Deutsch-Deutscher Krieg, Einigungskrieg oder deutscher Bruderkrieg genannt, war - formell betrachtet - ein Krieg des Deutschen Bundes unter der FĂŒhrung der PrĂ€sidialmacht Österreich gegen Preußen und dessen VerbĂŒndete, und wurde um die Vorherrschaft in Deutschland ausgetragen. Er endete mit einem Sieg Preußens (und seiner VerbĂŒndeten) ĂŒber Österreich (und seine VerbĂŒndeten) und hatte die Auflösung des Deutschen Bundes zur Folge. Preußen ĂŒbernahm damit von Österreich die politische Vormachtstellung unter den deutschen LĂ€ndern und grĂŒndete den Norddeutschen Bund . Einige Jahre spĂ€ter entstand die sogenannte „ kleindeutsche Lösung “, d.h. ein deutscher Nationalstaat ohne die deutschen Gebiete Österreichs.

Schlacht bei KöniggrĂ€tz: Prinz Friedrich Karl befehligt ihm begeistert zuwinkende preußische Truppen
Schlacht bei KöniggrĂ€tz: Prinz Friedrich Karl befehligt ihm begeistert zuwinkende preußische Truppen

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Die Ursachen fĂŒr den Krieg lagen in der österreichisch-preußischen Auseinandersetzung um die FĂŒhrungsrolle im Deutschen Bund. Äußerer Anlass (also Vorwand) des Krieges war der Streit um die Verwaltung Schleswig-Holsteins nach dem Ausgang des Deutsch-DĂ€nischen Krieges.

Die Aussichten in einem Krieg standen 1866 zudem fĂŒr Preußen sehr gĂŒnstig, denn Österreich befand sich in einer schweren Finanzkrise und Frankreich erklĂ€rte seine NeutralitĂ€t fĂŒr den Fall eines deutschen Bruderkrieges. Otto von Bismarck konnte außerdem Italien fĂŒr seine PlĂ€ne gewinnen, da dieses Venetien , das noch zu Österreich gehörte, im Zuge der Irredentismus -Bewegung beanspruchte. Am 8. April 1866 schlossen Preußen und Italien ein auf drei Monate befristetes AngriffsbĂŒndnis gegen Österreich.

Um die Streitigkeiten beizulegen, wandte sich Österreich am 1. Juni 1866 an den Bundestag des Deutschen Bundes und forderte die Einberufung des Landtags von Holstein. Holstein stand zwar unter österreichischer Verwaltung, Österreich duldete aber zum Verdruss Preußens die Nebenregierung des Herzogs Friedrich VIII. von Schleswig-Holstein (Friedrich von Augustenburg ).

Preußen betrachtete dieses Vorgehen als Bruch der Gasteiner Konvention, in der Preußen und Österreich 1865 ihre EinflusssphĂ€ren in Schleswig-Holstein aufgeteilt und ihre Politik festgelegt hatten. Am 9. Juni marschierten preußische Truppen in Holstein ein, worauf Österreich die Bundesexekution (militĂ€rischer Zwang zur Einhaltung der Bundesverpflichtungen) gegen Preußen beantragte. Am 14. Juni stimmte der Bundestag diesem Antrag mit neun gegen sechs Stimmen zu. Preußen erklĂ€rte, dies sei ein Bruch der Bundesverfassung und erklĂ€rte den Bund fĂŒr aufgelöst (die formelle Selbstauflösung folgte am 23. August 1866 in Augsburg).

BĂŒndnisse

Auf Preußens Seite waren neben Italien noch Oldenburg, Mecklenburg, Braunschweig sowie einige thĂŒringische Kleinstaaten als VerbĂŒndete.

Auf Österreichs Seite – beziehungsweise formal der des Deutschen Bundes – standen Sachsen, Bayern, Baden, WĂŒrttemberg, Hannover, Hessen-Darmstadt, Kurhessen , Nassau und ebenfalls einige deutsche Kleinstaaten.

Verlauf

Am 22. Juni ĂŒberschritten die ersten preußischen Truppen auf der Straße Dresden – Rumburg / Rumburk die böhmische Grenze. Am 26. Juni kam es zu ersten grĂ¶ĂŸeren Gefechten bei HĂŒhnerwasser / Kuƙivody , Sichrow , Turnau / Turnov und Podol zwischen verschiedenen Einheiten der preußischen Ersten Armee unter Prinz Friedrich Carl und der Elbarmee unter General Herwarth von Bittenfeld auf der einen und des I. Österreichischen sowie des SĂ€chsischen Korps auf der anderen Seite. Am 27. Juni ĂŒberschritt die Zweite preußische Armee unter Kronprinz Friedrich Wilhelm ĂŒber mehrere PĂ€sse das Riesengebirge , wobei es zu den Gefechten von NĂĄchod und Trautenau / Trutnov kam. Das letztere Treffen war das einzige des gesamten Krieges, welches fĂŒr die österreichischen Truppen siegreich verlief. Am 28. Juni kam es zu den fĂŒr die Österreicher sehr verlustreichen KĂ€mpfen von Skalitz / ČeskĂ© Skalice und Soor / Zdar sowie zu einem Treffen bei MĂŒnchengrĂ€tz / Mnichovo HradiĆĄtě .

Schließlich fand am 29. Juni die Schlacht von Gitschin / Jičín zwischen der Ersten preußischen Armee und dem zurĂŒckgegangenen I. Österreichischen/SĂ€chsischen Korps statt, im Osten kam es zu den Gefechten von Königinhof / DvĆŻr KrĂĄlovĂ© und SchweinschĂ€del / Svinistany . Nach diesen letztgenannten Begegnungen verloren beide Armeen die FĂŒhlung zueinander, erst am 2. Juli wurde die Aufstellung der Österreicher und Sachsen nordwestlich von KöniggrĂ€tz / Hradec KrĂĄlovĂ© aufgeklĂ€rt.

Preußische Truppen aus Minden und Hamburg wurden von der Armee des Königreichs Hannover am 27. Juni 1866 bei Langensalza geschlagen. Die Hannoveraner mussten aber auf Grund ihrer hohen Verluste, des fehlenden Nachschubs und der mittlerweile großen zahlenmĂ€ĂŸigen Überlegenheit der Preußen am 29. Juni 1866 kapitulieren. Noch heute erinnert ein Denkmal im Zentrum Mindens an diesen Sieg. Die preußischen VerbĂŒndeten griffen Kassel und Frankfurt an, wĂ€hrend der rechte FlĂŒgel der preußischen Elbarmee ĂŒberraschend vor den Toren NĂŒrnbergs auftauchte.

Im SĂŒden hatte Österreich inzwischen am 24. Juni 1866 die italienische Armee unter General La Marmora bei Custozza geschlagen; die österreichische Adriaflotte unter Wilhelm von Tegetthoff siegte bei der Insel Lissa ( Vis ) am 20. Juli ĂŒber die ĂŒberlegene italienische Flotte. Es war wohl eine der letzten Marineschlachten, die durch die Rammtaktik gewonnen wurde. Die Notwendigkeit aber, die Truppen auf zwei Fronten zu verteilen, war neben der im Vergleich zu Preußen rĂŒckstĂ€ndigen Waffentechnik einer der HauptgrĂŒnde fĂŒr die schlussendliche Niederlage Österreichs – bzw. formal des Deutschen Bundes.

Die entscheidende Schlacht gegen Österreich gewannen schließlich die vereinigten preußischen Armeen am 3. Juli 1866 bei KöniggrĂ€tz (Sadowa) in Böhmen unter der persönlichen FĂŒhrung König Wilhelms von Preußen sowie dem preußischen Generalstabschef Helmuth Graf von Moltke , dem geistigen Vater des gesamten preußischen Aufmarsches (siehe auch " Strategische Bahn "). Auf österreichischer Seite ruhten die Hoffnungen zum Großteil auf dem als militĂ€risches Genie geltenden Oberbefehlshaber Ludwig von Benedek , denn Preußen war in dieser Schlacht von KöniggrĂ€tz Österreich nicht nur zahlenmĂ€ĂŸig (250.000 zu 160.000), sondern vor allem auch technisch durch die ZĂŒndnadelgewehre , ĂŒberlegen. Auf einen toten Preußen sollen sieben tote Österreicher gekommen sein. Benedek hatte zuvor versucht das Amt des Oberbefehlshabers der Nordarmee abzulehnen, da er auf dem böhmischen Schauplatz keinerlei Erfahrung besaß und sich die Nordarmee in einem Ă€ußerst desolaten Zustand befand, was auch die Schlacht mitentscheiden sollte. Nach der Schlacht von KöniggrĂ€tz wurde er seines Amtes enthoben und vor ein Kriegsgericht gestellt. Das Verfahren wurde jedoch auf kaiserlichen Druck eingestellt und Benedek befohlen bis an sein Lebensende ĂŒber die Schlacht zu schweigen, woran er sich auch hielt.

KöniggrĂ€tz ist seitdem das Synonym fĂŒr den Erfolg der Bismarckschen kleindeutschen Lösung .

Die letzte Schlacht im deutschen Bruderkrieg fand schließlich im Mainfeldzug am 26. Juli 1866 bei Uettingen - Rossbrunn statt, in der Preußen ĂŒber Bayern siegte, mit dem Gefecht bei Blumenau am letzten Tag des Krieges wendeten die Österreicher jedoch noch die Besetzung Pressburgs durch preußische Truppen ab.

Nach den jeweiligen Generalstabswerken betrugen die Verluste im einzelnen:

  • Österreich: 1313 Offiziere, davon 330 gefallen, sowie 41.499 Mann, davon 5328 gefallen
  • Sachsen: 55 Offiziere, davon 15 gefallen, sowie 1446 Mann, davon 120 gefallen
  • Preußen: 359 Offiziere, davon 99 gefallen, sowie 8794 Mann, davon 1830 gefallen

Ausgang und Folgen

Um einer französischen oder russischen Intervention zuvorzukommen, drĂ€ngte Bismarck den preußischen König dazu, den Sieg nicht voll auszunutzen, sondern einen schnellen Frieden zu schließen. Dies geschah am 26. Juli 1866 im, durch den französischen Kaiser Napoleon III. vermittelten, „ Vorfrieden von Nikolsburg “, nachdem Österreich in der Hauptsache (Austritt aus der gesamtdeutschen Politik) nachgegeben hatte, zumal seine militĂ€rische Lage aussichtslos war. Der Vorfrieden wurde spĂ€ter im „ Frieden von Prag “ mit Preußen und im „ Frieden von Wien “ mit Italien bestĂ€tigt.

Italien gewann Venetien , Preußen annektierte alle gegnerischen Staaten nördlich des Mains außer Sachsen und Hessen-Darmstadt. Dadurch erlangte Preußen endlich eine Verbindung zwischen seinen westlichen Rheinprovinzen und dem östlich der Elbe gelegenen Kernland Brandenburg.

Der Deutsche Bund löste sich auf, der durch Preußen beherrschte Norddeutsche Bund wurde gegrĂŒndet. Nach französischen Gebietsforderungen verbĂŒndeten sich die sĂŒddeutschen Staaten mit Preußen in DefensivbĂŒndnissen – die Basis fĂŒr den Deutsch-Französischen Krieg 1870 / 71 .

Zudem erzielte Otto von Bismarck einen großen innenpolitischen Erfolg, da sein MilitĂ€rhaushalt auf Grund der Euphoriewelle nachtrĂ€glich vom preußischen Parlament gebilligt wurde ( IndemnitĂ€tsvorlage ).

Die bis dahin guten Beziehungen zwischen NapolĂ©on III. und Preußen wurden durch den Sieg Preußens nachhaltig verschlechtert. Napoleon gedachte eigentlich, fĂŒr seine Vermittlung territoriale Belohnungen zu bekommen (Linkes Rheinufer), wurde aber vom Tempo des Krieges ĂŒberrascht und kam mit seinen Forderungen zu spĂ€t. In Frankreich entstand daraufhin der Ruf nach „Rache fĂŒr Sadowa“. Objektiv war dieser Ruf völlig unberechtigt, da Napoleon im Vorfeld des Krieges mit beiden Seiten verhandelt hatte in der Hoffnung, möglichst viel fĂŒr sich einzustreichen. Dass er sich dabei verkalkulierte war seine eigene Schuld.

Literatur

  • Theodor Fontane: Band 1 - Der deutsche Krieg von 1866, Der Feldzug in Böhmen und MĂ€hren, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, Reprint 1871/2003, ISBN 3-936030-65-0
  • Theodor Fontane: Band 2 - Der deutsche Krieg von 1866, Der Feldzug in West- und Mitteldeutschland, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, Reprint 1871/2003, ISBN 3-936030-66-9
  • Heinrich Friedjung: Der Kampf um die Vorherrschaft in Deutschland – 1859 bis 1866. Cottasche Buchhandlung, Stuttgart & Berlin 1916 – 2 BĂ€nde
  • Gordon A. Craig : KöniggrĂ€tz. DTV, MĂŒnchen 1987 ISBN 3423108207
  • Gerd Fesser: 1866 KöniggrĂ€tz - Sadowa. Brandenburgisches Verlagshaus, Berlin 1994 ISBN 3894880694
  • unbekannter Autor: Band 1 - Schlacht bei Langensalza 1866, Die Hannoveraner in ThĂŒringen und die Schlacht bei Langensalza 1866, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, Reprint 1866/2001, ISBN 3-934748-57-0
  • Augenzeugenberichte: Band 2 - Schlacht bei Langensalza 1866, Wir lustigen Hannoveraner!, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2001, ISBN 3-934748-68-6
  • Augenzeugenberichte: Band 3 - Schlacht bei Langensalza 1866, Eine Kriegsgeschichte der dritten 4pfĂŒndigen Batterie, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2001, ISBN 3-934748-71-6
  • ohne Autor: Band 4 - Schlacht bei Langensalza 1866, Offizieller Bericht ĂŒber die Kriegsereignisse zwischen Hannover und Preußen im Juni 1866 und Relation der Schlacht am 27. Juni 1866, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, Reprint 1866/2001, ISBN 3-934748-72-4
  • Carl Bleibtreu: Band 5 - Schlacht bei Langensalza 1866, Langensalza und der Mainfeldzug 1866, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, Reprint 1866/2001, ISBN 3-934748-73-2
  • Augenzeugenberichte: Band 6 - Schlacht bei Langensalza 1866, Die Teilnahme des Besatzungs-Bataillons Aschersleben 2. Magdeburgischen Landwehr-Regiments Nr. 27 an dem achttĂ€gigen Feldzuge gegen das Hannöversche Armee-Korps im Juni 1866, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, Reprint 1866/2001, ISBN 3-934748-74-0
  • Theodor Fontane: Band 7 - Schlacht bei Langensalza 1866, Der deutsche Krieg von 1866 - Auszug Langensalza, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2001, ISBN 3-934748-75-9
  • Kahnert Band 8 - Schlacht bei Langensalza 1866, Die Kriegsereignisse des Jahres 1866 im Herzogtrum Gotha und die gothaischen Turner zur Zeit des Treffens von Langensalza, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2002, ISBN 3-934748-76-7
  • Victor von Diebitzsch: Band 9 - Schlacht bei Langensalza 1866, Die Königlich-Hannoversche Armee auf ihrem letzten Waffengange im Juni 1866, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2002, ISBN 3-934748-77-5
  • Friedrich Freudenthal: Band 10 - Schlacht bei Langensalza 1866, Erinnerungen eines hannoverschen Infanteristen von LĂŒneburg nach Langensalza 1866, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2002, ISBN 3-934748-78-3
  • Augenzeugenberichte: Band 11 - Schlacht bei Langensalza 1866, Das Herzoglich Sachsen-Coburg-Gothaische Infanterieregiment 1866, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2002, ISBN 3-936030-10-3
  • G.Wolfram: Band 12 - Schlacht bei Langensalza 1866, Die Hannoversche Armee und ihre Schicksale in und nach der Katastrophe 1866, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2002, ISBN 3-936030-11-1
  • Friedrich Regensberg: Band 13 - Langensalza 1866, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2002, ISBN 3-936030-12-X
  • Julius Hartmann: Band 14 - Schlacht bei Langensalza 1866, Meine Erlebnisse zu hannoverscher Zeit 1839 - 1866 , Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, Reprint 2005, ISBN 3-936030-13-8
  • Sigismund von DobschĂŒtz: „Der König ist da, die österreichische Armee geschlagen! Kriegstagebuch des Paul von Collas und Briefe an seine Eltern aus dem Deutschen Krieg des Jahres 1866 gegen Österreich.", Ostdeutsche Familienkunde (OFK), Hefte 1-3/2005, Band XVII, Seite 177f., Verlag Degener & Co., Neustadt (Aisch) 2005, ISSN 0472-190X . - Paul von Collas war damals junger Generalstabsoffizier und Bataillonsadjutant.

Weblinks


Siehe auch: Liste von Kriegen , Liste von Schlachten

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