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Letzte Änderung für Artikel Ulsnis: 09.02.2006 22:35

Ulsnis

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Wappen Karte
Wappen der Gemeinde Ulsnis Deutschlandkarte, Position von Ulsnis hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Landkreis : Schleswig-Flensburg
Geografische Lage :
Koordinaten: 54° 34' N, 9° 45' O
54° 34' N, 9° 45' O
FlĂ€che : 19,81 kmÂČ
Höhe : 5 m ĂŒ. NN
Einwohner : 633 (31. Dezember 2003)
Bevölkerungsdichte : 32 Einwohner je kmÂČ
Postleitzahlen : 24897
Vorwahl : 04641
Kfz-Kennzeichen : SL
GemeindeschlĂŒssel : 01 0 59 094
Adresse der
Amtsverwaltung:
Amt SĂŒderbrarup
Königstraße 5
24392 SĂŒderbrarup
Offizielle Website: www.ulsnis.de
E-Mail-Adresse: verwaltung@amt-suederbrarup.de
Politik
BĂŒrgermeister : Hans-Joachim Krefft (CDU)
Stv. BĂŒrgermeister: Richard M. Krohn (SPD)
Lage der Gemeinde Ulsnis im Kreis Schleswig-Flensburg

Die waldreiche Gemeinde Ulsnis (dĂ€: UlsnĂŠs) liegt in der Landschaft Angeln am Gunnebyer Noor an der Schlei und gehört zum Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein. Zum Gemeindegebiet gehören AffegĂŒnt, Gunneby, Hestoft, Kius, Knappersfeld, Ulsnis, Ulsniskirchenholz und Ulsnisland. Ulsnis ist die flĂ€chenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸte Gemeinde im Amt SĂŒderbrarup. In ihrer heutigen Form besteht sie seit 1974 .

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der hölzerner Glockenturm in Ulsnis, links im Hintergrund die Schlei, rechts das östliche Eingangstor zum Friedhof aus dem Jahr 1761 - Aufnahme vom Januar 2006.
Der hölzerner Glockenturm in Ulsnis, links im Hintergrund die Schlei, rechts das östliche Eingangstor zum Friedhof aus dem Jahr 1761 - Aufnahme vom Januar 2006.

Der Ort Ulsnis wird erstmals 1349 als Vlfsnees (wörtlich: ins Meer vorspringende Landspitze) erwĂ€hnt. Die heutigen Ortsteile Ulsnis, Hestoft, Kius und zwei Höfe aus Gunneby gehörten nach 1509 zur Vogtei Ulsnis, die wiederum dem Domkapitel in Schleswig unterstand. Der Schleswiger Bischof hatte diese LĂ€ndereien mit den darauf befindlichen Bauernstellen 1504 vom letzten nichtkirchlichen EigentĂŒmer des Edelhofes (bzw. der Burg - s.u.) Hesselgaard gekauft. Bis dahin waren die Einwohner Untertanen der Herren von Hesselgaard. Hiermit unterschied sich Ulsnis von anderen Teilen Angelns, das sich durch seine freien Bauern auf den BondegĂŒtern auszeichnete. 1770 erfolgte die Auflösung des Domkapitels, in der Folge wurden einigen ortsansĂ€ssigen Hufnern bzw, KĂ€tnern das Land einschließlich der Anteile an WaldflĂ€chen zugeteilt. Ulsnis wurde Teil der angrenzenden Harde.

Nachdem Schleswig-Holstein im Jahre 1866 preußische Provinz geworden war, wurden am 1. Oktober 1889 die Harden aufgelöst. An ihre Stelle traten die kleineren Amtsbezirke. Die Gemeinden Steinfeld , Kius (mit Gunneby) und Ulsnis (mit Hestoft) bildeten den Amtsbezirk Ulsnis. Erst im Jahre 1969 wurde im Rahmen der Ämterneuordnung das Amt Ulsnis aufgelöst und mit Wirkung vom 1. April 1970 dem neu gebildeten Amt SĂŒderbrarup zugeordnet.

1973 erfolgte in der Gemeinde Kius die Beschlussfassung fĂŒr die Zusammenlegung mit der Gemeinde Ulsnis. Am 28.01.1974 fand die letzte Gemeinderatssitzung der alten Gemeinde Kius statt. Am 1.02.1972 waren die Gemeinden Kius und Ulsnis formell zur Gemeinde Ulsnis vereint. Erster gemeinsamer BĂŒrgermeister wurde Hans Hansen aus Gunneby.

Ortsteile

Zur Gemeinde Ulsnis gehören heute die Orte Ulsnis, Hestoft, Kius und Gunneby.

Ulsnis

Der Name Ulsnis findet erstmals ErwĂ€hnung im Jahre 1349 als „Vlfsnees“. Das Wort ist abgleitet aus dem dĂ€nischen „Ulf“, gleich „Wolf“ und dem dĂ€nischen „NĂ€s“, deutsch „Nis“, was „Nase“, „Landvorsprung“ bedeutet ( bzw. laut Jensen: Angeln, (1922): „Ins Meer vorspringende Landspitze“.

Die Geschichte des namengebenden Ortsteiles mit seinen verstreuten Hufnerstellen spiegelt sich heute noch im weit auseinander gezogenen Dorfbild. Von einem Dorfkern kann man auch bei diesem eigentlichen Ulsnis kaum sprechen. Zwischen Ulsnis-Kirchenholz, dem zentralen Siedlungsteil um das ehemalige SchulgebĂ€ude herum ĂŒber den Gallberg bis hin nach Ulsnishöh (Richtung Hestoft) ergibt sich ein mĂ€anderndes Siedlungsbild. Zwischen dem frĂŒher völlig getrennt liegenden Siedlungsteilen Ulsnis-Strand an der Schlei mit dem in den 20er bis 40er Jahren des 20. Jh. beliebten Ausflugslokal Ulsnisser FĂ€hrhaus und der genannten Siedlungskette ist ab den 80er Jahren des 20. Jh. ein Konglomerat von EinzelhĂ€usern unterschiedlichsten Typus errichtet worden.

Ulsnis verfĂŒgt auch heute noch ĂŒber eine Vielzahl von WaldstĂŒcken auf dem Gemeindegebiet. Der Wald Hagbab am Gunnebyer Noor ist seit altersher ein beliebter Nistplatz fĂŒr eine Unzahl von KrĂ€hen. Das SĂŒderholz oberhalb von Ulsnis-Strand hat einen lichteren Charakter.

Hestoft

Der Name des kleinen Ortes Hestoft setzt sich zusammen aus „Hest“ gleich „Pferd“ und „Toft“ gleich „eingefriedetes Land“, so die Dorfchronik auf S. 157.

Gunneby

Gunneby gehörte zum Gut DĂ€nisch Lindau, das heute zu SĂŒderbrarup gehört. Die Leibeigenschaft wurde 1784 aufgehoben.

Kius

In der Dorfchronik der Gemeinde Ulsnis (2006 in neuer Bearbeitung) wird darauf hingewiesen, dass sich der Ortsname von Kyus, Kues, in Island „enges Tal“ ableitet.

Tourismus

Der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle fĂŒr Ulsnis, das seit 1995 ein anerkannter Erholungsort ist. Neben FerienhĂ€usern gibt es auch ein Schullandheim der Arbeitsgemeinschaft Deutsches Schleswig e.V. und ein Familienerholungsheim im Gemeindegebiet. In den Ortsteilen Ulsnis und Kius befindet sich je ein Sportboothafen. Eine Wanderkarte der Gemeinde Ulsnis kann ĂŒber den Internetauftritt des Ortsteils Gunneby in Form einer PDF-Datei bezogen werden. Ein Unterkunftsverzeichnis befindet sich auf der Website der Gemeinde.

Persönlichkeiten

  • Prof. Dr. Drs. h.c. Reinhold TĂŒxen , *21. Mai 1899 in Ulsnis, † 16. Mai 1980 in Rinteln (Niedersachsen), Biologe, Botaniker und Pflanzensoziologe, der geistige Vater der Pflanzensoziologie in Deutschland.

SehenswĂŒrdigkeiten

Romanisches Steinrelief im Sockel der Wilhadikirche in Ulsnis - Januar 2006.
Romanisches Steinrelief im Sockel der Wilhadikirche in Ulsnis - Januar 2006.
Die Wilhadikirche in Ulsnis - Januar 2006.
Die Wilhadikirche in Ulsnis - Januar 2006.

Die Ulsnisser Kirche ist eine der grĂ¶ĂŸten romanischen Kirchen in der Region. Sie wurde 1338 dem heiligen Wilhadus (urspr. Willehad ) geweiht. Ihre heutige Form der Saalkirche stammt aus einem Umbau des Jahres 1796. Zusammen mit den 100 PlĂ€tzen auf der Empore, dem Knechteboden, faßt die Kirche fast 400 Menschen. Wie auch bei anderen Kirchen in Angeln steht der Glockenturm als Holzkonstruktion frei vom eigentlichen Kirchenbau. Unterhalb des Glockenturmes findet sich eine Sitzbank, von der man einen sehr guten Blick ĂŒber die Angeliter HĂŒgellandschaft bis hin nach Schwansen hat. Das FriedhofsgelĂ€nde ist von einem Kranz alter Eichen eingefaßt. Die Willhadikirche ist auf einem Fundament als Felssteinen errichtet und verfĂŒgt ĂŒber einige sehenswerte Zeugnisse mittelalterlicher Steinplastik. Über die großen Steine am Fundament der Kirche und des Glockenturmes gibt es Sagen, nach denen diese von einem Streit zwischen Riesen herrĂŒhren. Die Nase des einen erschlagenen Riesen soll hiernach die Landzunge, „Nis“, in der Schlei gebildet haben.

Nur einige hundert Meter von der Kirche entfernt befindet sich das im spĂ€ten 19. Jh. von der preußischen Gemeinde Ulnis im Stile eines stattlichen Bauernhauses angelegte damalige Armenhaus, heute das Cafe Krog. Vom Cafegarten aus gibt es ebenfalls einen sehenswerten Blick bis hinunter zur Schlei.

Das Sonntags geöffnete Heimatmuseum befindet sich im Ortsteil Ulnisstrand.

Burg Hesselgaard

Die 1360 erstmals erwÀhnte und 1644 zerstörte Burg Hesselgaard, die auf einem Plateau in einem See lag, befand sich im Gemeindegebiet. Der See wurde 1862 trockengelegt. Bis 1970 war das rechteckige Plateau mit einer kreisrunden Erhebung von ca 20 m Durchmesser zu erkennen.

Literatur

  • Gemeinde Ulsnis (Hrsg.): Chronik der Gemeide Ulsnis, bearbeitet von Hans TĂŒxen, Ulsnis 1987.

Weblinks

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Wikipedia

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