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Letzte Änderung für Artikel Arnis (Stadt): 19.02.2006 15:54

Arnis (Stadt)

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Wappen Karte
Stadtwappen Deutschlandkarte, Position von Arnis hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis : Schleswig-Flensburg
FlĂ€che : 0,45 kmÂČ
Einwohner : 299 (31. Dezember 2003)
Bevölkerungsdichte : 664 Einwohner je kmÂČ
Höhe : 2 m ĂŒ. NN
Postleitzahl : 24399
Vorwahl : 04642
Geografische Lage :
Koordinaten: 54° 37' 48" N, 9° 55' 53" O
54° 37' 48" N, 9° 55' 53" O
Kfz-Kennzeichen : SL
GemeindeschlĂŒssel : 01 0 59 002
Adresse der</br >Amtsverwaltung: Reeperbahn 2
24376 Kappeln
Website: www.stadt-arnis.de
BĂŒrgermeister : Jan Willi Degen
Lage der Stadt Arnis im Kreis Schleswig-Flensburg

Arnis ( dĂ€nisch : ArnĂŠs) ist mit knapp 300 Einwohnern die kleinste Stadt Deutschlands . Sie befindet sich in Schleswig-Holstein auf einer Halbinsel in der Schlei (Kreis Schleswig-Flensburg, Landschaft Angeln) und bildet mit den Gemeinden Grödersby, Oersberg und Rabenkirchen-FaulĂŒck das Amt Kappeln-Land.

Die Stadt weist sich auf dem Ortsschild als „Bad Arnis“ aus, zur Erinnerung an eine frĂŒhere Badeanstalt im Ort. Seit 1988 kann dort wieder gebadet werden, eine Kurtaxe wird nicht erhoben.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Schleiperle an der „DampferbrĂŒcke“ in Arnis. 1995 nach 100 Jahren in die Luft gehoben und neu auf PfĂ€hlen gegrĂŒndet.
Die Schleiperle an der „DampferbrĂŒcke“ in Arnis. 1995 nach 100 Jahren in die Luft gehoben und neu auf PfĂ€hlen gegrĂŒndet.

Zur Zeit der OrtsgrĂŒndung war Arnis eine schon 200 Jahre frĂŒher durch Abtrennung vom Festland entstandene kĂŒnstliche Insel in der Schlei, 800 Meter lang und 200 Meter breit. Zum Schwansener Ufer waren es damals und sind es heute nur 220 Meter, die seit den 60er Jahren des 20.Jh. mit einer MotorfĂ€hre zu passieren sind. Diese FĂ€hrverbindung besteht seit 1826, obwohl das Recht dazu bereits 1667 eingerĂ€umt worden war.

Bis 1796 gab es keine Straßenverbindung nach Arnis. Der erste Damm wurde vom Kirchplatz zum Grödersbyer Ufer aufgeschĂŒttet, das dafĂŒr verwendete Material wurde durch Abtragung der ehemaligen Schanze auf dem Kirchberg gewonnen. Der auf die Mitte der Insel gerichtete Chausseedamm wurde 1866/69 erbaut und das Gebiet zwischen beiden DĂ€mmen wurde trockengelegt. Aus der Insel wurde so wiederum die Halbinsel Arnis, die heute zur nördlichen Landschaft Angeln gehört.

Die namensgebende Landzunge („Nis“) am „Aar“, die das Arnisser Noor eingrenzt, hat seit den 70er Jahren im Rahmen einer Neubebauung etwas von ihrer charakteristischen Form verloren.

Geschichte

Erste Spuren menschlicher Besiedlung

Arnis war auch ursprĂŒnglich eine Halbinsel in der Schlei. An deren Nordzipfel, dem sogenannten Aar wurden SteingerĂ€te und FeuersteinabschlĂ€ge aus der Jungsteinzeit (ca. 4300–2300 v. Chr.) gefunden. Urkundlich erwĂ€hnt wurde der Ort zum ersten Mal 1472 als „Arnytze“. Dieser Name leitet sich vom altdĂ€nischen ari fĂŒr „Adler“ und dem dĂ€nischen nĂŠs fĂŒr „Nase“ ab und bedeutet demnach „Landvorsprung, wo Adler sind“.

Die ovale Erhebung des heutigen Friedhofs ist in der östlichen HĂ€lfte mit einer Trockenmauer, in der westlichen mit einem Erdwall befestigt. Dabei handelt es sich um die Reste einer spĂ€tmittelalterlichen Burg, von der aus, zusammen mit der auf dem sĂŒdlichen Schleiufer liegenden Schwonsburg, die Schlei-Enge bei Arnis-Sundsacker gut ĂŒberwacht werden konnte. Die Burg wurde um 1415 von König Erich von Pommern errichtet, der als sogenannter „Unionskönig“ bis zu seiner Absetzung 1439 ĂŒber die drei nordischen Reiche DĂ€nemark, Norwegen und Schweden herrschte. Dabei wurde mit einem aufwendigen Durchstich der Landverbindung nach Angeln die Festung mit der Schlei als natĂŒrlichem Burggraben sicherer gemacht. Arnis wurde damit zur Insel. Die Festungsanlagen waren Teil eines grĂ¶ĂŸeren, in SchleimĂŒnde mit der Oldenburg beginnenden Systems, um die Schlei als wichtigsten Abschnitt des damaligen ost-westlichen Handelsweges gegen von der Ostsee eindringende SeerĂ€uber zu schĂŒtzen. Bis wann diese Verteidigungsanlagen genutzt worden sind, ist unklar.

Die GrĂŒndung des Ortes

Im 17. Jahrhundert war die nahe gelegene Stadt Kappeln den Herren von Rumohr auf Gut Roest unterstellt. 1666 forderte Detlef von Rumohr von den etwa 750 Einwohnern des Fleckens den Homagia-Eid, der sie quasi Leibeigenen gleichgestellt hĂ€tte. 64 Familien weigerten sich, ihre Freiheit aufzugeben. Sie wandten sich an den Landesherrn Herzog Christian Albrecht von Gottorf, dieser wies ihnen wie erhofft die sĂŒdlich von Kappeln in der Schlei gelegene, inzwischen nicht mehr als Verteidigungsanlage genutzte Insel Arnis zu. Morgens am 11. Mai 1667 leisteten sie vor Ort dem Herzog den Huldigungseid und hatten sich damit der drohenden Leibeigenschaft entzogen.

Postkarte 1907: Blick auf das noch unbebaute Ufer im Bereich der heutigen Schleiperle, im Hintergrund der Kirchturm.
Postkarte 1907: Blick auf das noch unbebaute Ufer im Bereich der heutigen Schleiperle, im Hintergrund der Kirchturm.

Wirtschaft im 18. und 19. Jahrhundert

Die Neusiedler auf der Insel Arnis betrieben neben dem Fischfang vor allem mit zunehmenden Erfolg Handel im Bereich der westlichen Ostsee. Von der ProsperitĂ€t dieser Zeit zeugen heute noch reich verzierte Grabsteine der KapitĂ€nsfamilien auf dem Arnisser Friedhof. Erste Schwierigkeiten hatte der kleine Flecken Arnis wĂ€hrend der Kontinentalsperre gegen Napoleon, als die traditionellen Handelswege abgesperrt waren. Im 19. Jahrhundert erlebte die Stadt spĂ€ter dennoch eine bescheidene BlĂŒte. 1860 hatte der Ort ĂŒber 1000 Einwohner und 88 Handelsschiffe. Es wurde eine große MĂŒhle gebaut (in den 1970er Jahren wurde sie abgerissen, der dazugehörige Getreidespeicher wird heute noch als Ferienappartement-Haus genutzt), es gab ein Gildehaus und eine Meierei. Der wirtschaftliche Niedergang begann mit dem Deutsch-DĂ€nischen Krieg. Auch in Arnis war die Loslösung von der dĂ€nischen Herrschaft zwar erwĂŒnscht, im Ergebnis verlor man jedoch ĂŒber die Trennung von DĂ€nemark die Absatzgebiete im skandinavischen Raum. Die Arnisser Segelflotte verlor ihre Bedeutung endgĂŒltig mit dem Aufkommen der Dampfschifffahrt .

Stadtrecht

Arnis hatte nach 1866 wie 24 andere Gemeinden Schleswig-Holsteins den Status eines Fleckens . Bis 1920 verloren alle anderen Gemeinden diesen Status oder wurden zu StĂ€dten, einzig Arnis behielt ihn. Im Zuge der 1934 unter den Nationalsozialisten durchgefĂŒhrten Gebietsreform wurde aus dem Flecken Arnis die Stadt Arnis, was sie der HartnĂ€ckigkeit ihres BĂŒrgermeisters Holstein zu verdanken hatte. Aus der Zeit dieses BĂŒrgermeisters stammt auch die endgĂŒltige Durchsetzung der Eigenbezeichnung „Bad“ Arnis. Obwohl der Ort nie die Kriterien eines Kurbades erfĂŒllt hat, wird diese Bezeichnung heute immer noch mit Stolz auf dem Ortsschild vorgezeigt.

Die Nachkriegszeit

Direkt zu Ende des 2. Weltkrieges nahm die Stadt eine große Zahl von FlĂŒchtlingen vor allem aus Ostpreußen und hierbei vor allem aus dem Samland auf. In den Jahren bis zum Ende der 40er Jahre des 20. Jh. wurde beinahe jeder Raum in den kleinen HĂ€usern von je einer kompletten Familie bewohnt. Unter den FlĂŒchtlingen waren etliche Fischerfamilien, von denen einige in Arnis geblieben sind.

Das heutige Arnis

Ab den 60er Jahren des 20. Jh. hat Arnis sehr viele Einwohner verloren. In den spĂ€ten 60er Jahren wurde die zweiklassige Schule der Stadt zugunsten einer „Dörfergemeinschaftsschule“ in Habertwedt geschlossen. Etliche Eltern schickten damals aus Protest ihre Kinder auf die noch verbliebene dĂ€nische Schule, die auf diese Weise bis in die 80er Jahre ĂŒberlebte.

Aus dem Fischer- und Schifferort wurde in den Folgejahren zunehmend ein SchmuckstĂŒck des Tourismus. Nachdem eine Zeitlang die verkauften Arnisser HĂ€user von ihren neuen EigentĂŒmern ĂŒberwiegend als Feriendomizile benutzt wurden, siedelten sich schließlich in den letzten beiden Jahrzehnten des 20. Jh. jĂŒngere Familien an, die vor Ort wieder eine neue auf den Segelsport bezogene GeschĂ€ftstĂ€tigkeit begannen. Heute hat u. a. ein Seekartenverlag seinen Sitz in Arnis. Die Werften spielen nach wie vor eine große Rolle im ökonomischen wie im tĂ€glichen Leben.

Architektur und Stadtentwicklung

Die Anlage der Siedlung

Lange Straße 13 – das Ă€lteste Haus
Lange Straße 13 – das Ă€lteste Haus
Lange Straße 19 – das erste massiv errichtete Haus – 1764
Lange Straße 19 – das erste massiv errichtete Haus – 1764

Nach der Rodung des Baumbestandes wurde die neue Siedlung nach einem strengen Plan angelegt. Die Mittelachse der Insel wurde als Straße (heute Lange Straße) geplant, an der dann die HĂ€user giebelseitig auf gleich großen GrundstĂŒcken gebaut werden sollten. Die Breite der GrundstĂŒcke betrug (und betrĂ€gt heute noch immer) 10 Meter, die LĂ€nge ergab sich aus der jeweiligen Entfernung zum Wasser. Jede Familie sollte damit ein annĂ€hernd einheitlich großes GrundstĂŒck erhalten.


In den ersten Jahren wurden die HĂ€user unzusammenhĂ€ngend an verschiedenen PlĂ€tzen errichtet, erst allmĂ€hlich ergab sich das heute bekannte Bild mit dicht an dicht stehenden HĂ€usern. Ausnahmen von dieser Regel befinden sich noch heute vor allem an den Enden der Langen Straße sowie im Bereich des Ortzuganges von der Angelner Seite. Am westlichen Ende, oder oberen Ende wie in Arnis gesagt wird, stehen kurz vor der Verzweigung zur Schul- und Parkstraße mehrere HĂ€user traufstĂ€ndig zur Straße, u. a. das Pastorat.

Hausbau in Arnis

Die HĂ€user des 17. und 18. Jh. waren FachwerkhĂ€user , von denen einige wenige noch heute vorhanden sind (meist mit spĂ€teren Umbauten und Sanierungseingriffen). Die GrĂ¶ĂŸe der ersten HĂ€user kann heute an den GrundstĂŒcken Lange Straße 13 und 26 erahnt werden. Ein typisches Merkmal dieser FachwerkhĂ€user sind die Utluchten , Anbauten am Wohnzimmer des Hauses ĂŒber die eigentliche Fassadenfront hinaus zur Straße hin. Die Utluchten gibt es an einigen HĂ€usern sowohl doppelt, zu beiden Seiten der EingangstĂŒr, wie auch einseitig, asymmetrisch zur Achse des Hauses. Hinter den Fenstern der Utluchten befanden sich die begehrtesten PlĂ€tze im Wohnzimmer des Hauses, da man von hier aus das Treiben auf der Straße zu beobachten konnte. Im 17. und 18. Jahrhundert blieb neben den HĂ€usern ein breiter Gang als Zugang zu Hof und Garten bestehen, der sich bei im spĂ€ten 18. und im 19. Jh. errichteten HĂ€usern auf Ă€ußerst schmale, im Charakter stĂ€dtische LaufgĂ€nge reduzierte.

Im 19. Jahrhundert setzte sich als Bautyp allmĂ€hlich das voll gemauerte Haus auf einem Fundament aus Felssteinen durch (z. B. Lange Str. 79). Typisch fĂŒr diese Zeit sind die halbmondförmigen, vielfach unterteilten Giebelfenster im 2. Obergeschoss, das als Dachboden zu Lagerzwecken genutzt wurde, sowie die großen mit Holzarbeiten reich verzierten EingangstĂŒren in der Mittelachse der HĂ€user. Innerhalb dieser HĂ€user fĂŒhrte ein zentraler Flur bis zum rĂŒckwĂ€rtigen Teil. Die vorderen RĂ€ume wurden meist als WohnrĂ€ume, die rĂŒckwĂ€rtigen als WirtschaftsrĂ€ume genutzt. Innerhalb der oberen Etage wurde höchstens der zur Straße hin gewandte Teil als Wohnraum genutzt, da es in dieser Zeit noch keine geeigneten Isoliertechniken fĂŒr die Einkleidung der DachschrĂ€gen gab. Das obere Geschoss wurde deshalb meist als Lagerplatz genutzt.

Das Stadtbild

Genau wie in Maasholm wurde das Stadtbild, das den Zweiten Weltkrieg noch vollstĂ€ndig ĂŒberlebt hatte, im Ortszentrum mit Beginn der Umbauten in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts arg in Mitleidenschaft gezogen. Teilweise wurden die FachwerkhĂ€user komplett mit einer neuen Rotklinker-Fassade umbaut. Da auch die GrĂ¶ĂŸe und Proportionen der Fenster verĂ€ndert wurden unterschied sich das Ergebnis eines solchen Umbaus dann kaum von einem Siedlungsbau der Nachkriegszeit. Weitaus hĂ€ufiger als ein Umklinkern kam jedoch das Einsetzen neuer, breiter Fenster vor, deren Proportionen sich grundlegend von denen der historischen Fenster unterschieden. Auf diese Weise wurden in diesen Jahrzehnten ein großer Teil der HĂ€user missgestaltet – die Verwendung von Mahagoni-Holz anstelle der meist zweifarbig gestrichen alten Fenster tat ein Übriges.

Die Verbreiterung der Langen Straße an der Stelle des frĂŒheren Teiches
Die Verbreiterung der Langen Straße an der Stelle des frĂŒheren Teiches
Auch mit 90 Jahren ist H. Wiese als Fischer noch aktiv (2005)
Auch mit 90 Jahren ist H. Wiese als Fischer noch aktiv (2005)

Im Ortszentrum ging die Neugestaltung soweit, dass mehrere fĂŒr das Erscheinungsbild wichtige HĂ€user komplett abgerissen und durch in Material und Proportionen ungeeignete Neubauten ersetzt wurden. Im Zuge dieser Umbauten wurde unter anderem die historische GaststĂ€tte Schifferhaus abgerissen.

Dieser negativen Entwicklung stellten sich ab den spĂ€ten 70er Jahren zugezogene Neu-Arnisser entgegen, die teilweise den baufĂ€lligen bzw. verbauten HĂ€usern wieder ihre historischen Details (u. a. Lange Str. 19) zurĂŒckgaben.

Das Ă€ußere Bild der Stadt hat sich als (positive) Folge des wirtschaftlichen Niederganges im 19. und frĂŒhen 20. Jahrhunderts bis heute relativ gut erhalten. Zwei nicht in das Siedlungsraster eingefĂŒgte Wohnbauten am nördlichen Ende der Halbinsel, dem Aar, stören zwar, sind aber noch im traditionellen Siedlungsbereich errichtet. Die fĂŒr Arnis sehr hohe Reparaturhalle der Schiffswerft Otto Eberhard sorgte zur Zeit ihres Neubaus fĂŒr heftige Debatten und wirkt auch heute von Angeln aus gesehen ĂŒberdimensioniert. Gleichwohl hat auch dieser Eingriff zwar die Akzente verschoben, das Siedlungsbild aber nicht zerstört. Ein zerstörerischer Eingriff durch eine Reihe von Wohnnneubauten am „alten Damm“ konnte nach erregten Debatten in der Stadtvertreterversammlung Ende der 60er Jahre verhindert werden. Diese VerĂ€nderung hĂ€tte den auf die FlĂ€che der ehemaligen Insel beschrĂ€nkte Siedlungsbereich endgĂŒltig aufgelöst. Ein Schritt hierhin bedeuten schon die Bauten entlang der Zufahrtsstraße von Angeln her, wo seit dem Bau (1949) des Villa genannten Hauses des „Kohlenkönigs“ Nissen (Firma Hania) eine Reihe von Wohn- und GeschĂ€ftsbauten entstanden sind, u.a. der StĂŒtzpunkt am Segelhafen der heutigen WSG (s.u.).

Nachdem sich der Bau von weit in die Schlei hinausragenden Bootsanlegern, abgesehen von der genannten Anlage der WSG im Arnisser Noor, bislang auf den Bereich parallel zur Langen Straße beschrĂ€nkt hat, wurde im Herbst 2005 in Arnis ein Projekt fĂŒr eine neue SeebrĂŒcke diskutiert, die diesen Rahmen gesprengt hĂ€tte. Eine private Investorengruppe hatte beabsichtigt, vorgelagert vor der Anlage des Arnisser Friedhofs eine SeebrĂŒcke in die Schlei hinein zu bauen, um u.a. eine Anlegestelle fĂŒr die sich wieder im Aufwind befindliche Fahrgastschifffahrt zu schaffen. Dieses zu 50 % aus öffentlichen Mitteln zu fördernde Projekt wurde vom BĂŒrgermeister Jan Willi Degen unterstĂŒtzt, jedoch im November 2005 von der Stadtvertreterversammlung abgelehnt. Mit diesem Projekt wĂ€re der letzte freie Zugang zur Schlei innerhalb des Stadtgebietes verbaut worden. Als Alternative soll geprĂŒft werden, ob die historische "DampferbrĂŒcke" (mit dem Restaurant Schleiperle) ausgebaut werden kann. (siehe auch Weblinks)

Einrichtungen

In der Stadt gibt es heute nur noch einen dĂ€nischen Kindergarten im GebĂ€ude der ehemaligen dĂ€nischen Schule. Die nĂ€chste Vor- und Grundschule befindet sich in Habertwedt, einem Ortsteil der Nachbargemeinde Grödersby, die weiterfĂŒhrenden Schulen im etwa 5 km entfernten Kappeln. Ebenfalls in Kappeln findet sich die nĂ€chste dĂ€nische Schule.

Die sehenswerte Schifferkirche (s.u.) in Arnis ist eine Evangelische Kirche.

Vereine

Arnis hat drei Segelclubs, den seit 1907 bestehenden Arnisser Segelclub e.V. (ASC) mit Sitz und Segelhafen in Kappeln, die Wassersportgemeinschaft Arnis e.V. (WSG) mit Sitz am Arnisser Noor (zu Grödersby gehörend) und den örtlich ansÀssigen Segel-Verein Arnis (SVA).

Der Arnisser Turn- und Sportverein spielt heute nur noch eine geringe Rolle, blickt aber auf eine lange Tradition zurĂŒck.

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Die Schifferkirche in Arnis mit der Grabplatte einer KapitÀnsfamilie
Die Schifferkirche in Arnis mit der Grabplatte einer KapitÀnsfamilie
Der Kirchenraum mit einem der Votivschiffe
Der Kirchenraum mit einem der Votivschiffe

Arnis hat einen Segelhafen im natĂŒrlichen Schutz des Noores, vier Werften und eine Seil-FĂ€hre ĂŒber die Schlei. Die Stadt besitzt einen Fußweg entlang des Schleiufers, auf dem sich die Halbinsel in weniger als einer halben Stunde umrunden lĂ€sst. Die Mischung aus GĂ€rten, Werften und Anlegern fĂŒr Segelboote auf der SĂŒdost-Seite bietet eine in dieser Form seltene stĂ€dtebauliche Durchdringung von Arbeiten, Wohnen und touristischer Nutzung. Sehenswert ist die Kirche (die Fachwerkwand stammt noch aus der Zeit des Baus von 1669) und die Anlage des Friedhofs auf einer Erhebung, die sich auf den Resten einer Verteidigungsanlage (s. Schwonsburg) aus der Zeit des Erich von Pommern grĂŒnden soll. Die Lange Straße bildet die Mittelachse und zugleich den grĂ¶ĂŸten Reiz der Stadt, mit den gekappten Linden und den noch verbliebenen FischerhĂ€usern aus dem 18. Jahrhundert. Die nĂ€chste grĂ¶ĂŸere Stadt ist Kappeln.

RegelmĂ€ĂŸige Veranstaltungen

Im Sommer finden das Stadtfest und das Sommerfest des DRK statt, am ersten Wochende im September die „Speck-Regatta“, die vom Arnisser Segelclub, dem ASC, veranstaltet wird.

Die Speck-Regatta wird seit 1920 veranstaltet. Da die Wirtschaftskrise regulĂ€re Preise fĂŒr die Teilnehmer unmöglich machte, wurden damals gespendete Lebensmittel als Preise vergeben. Diese Tradition hat sich bis heute erhalten, der Sieger bekommt Speck und einen Erinnerungsteller, weitere Preise werden in der Form von Naturalien vergeben.

Die Regatta ist heute eine der wichtigsten auf der Schlei, die Zahl der teilnehmenden Boote ist von 15 im Jahr 1920 auf mehr als 100, die in verschiedenen Klassen fahren, gestiegen.

Wirtschaft

In Arnis gibt es neben Gastronomiebetrieben mehrere Gewerbebetriebe, die sich v.a. auf den Segelsport und die Schifffahrt spezialisiert haben. Einer dieser Betriebe erfĂŒllt als produzierender Gewerbebetrieb (ohne Baubranche, Handel und Dienstleistung) mit mehr als 20 BeschĂ€ftigten die EU-Norm als Industriebetrieb ( Nautische Veröffentlichung Verlagsgesellschaft mbh). Die Einkaufsinfrastruktur hat sich fast vollstĂ€ndig aufgelöst. Von den ehemals zwei BĂ€ckereien ist eine zeitweilig geöffnete Verkaufsstelle ĂŒbrig geblieben. WĂ€hrend in den 1950er Jahren Lebensmittel noch in 6 GeschĂ€ften gekauft worden konnten, reduziert sich das Angebot heute auf die StĂ€nde eines kleinen Wochenmarktes.

Von besonderer Bedeutung fĂŒr den Ort sind mit jĂ€hrlich rund 12.000 Übernachtungen der Fremdenverkehr und der Boots- und Schiffsbau. Mit vier Werften auf 300 Einwohnern dĂŒrfte Arnis weltweit eine Rekordmarke halten.

Verkehr

Arnis ist ĂŒber die Bundesstraße 201 von Schleswig nach Kappeln oder ĂŒber die Bundesstraße 199 von Flensburg nach Kappeln zu erreichen. Der nĂ€chste Bahnhof befindet sich in SĂŒderbrarup und der nĂ€chste Flughafen in Kiel-Holtenau.

Zum Bahnhof SĂŒderbrarup gibt es eine Busverbindung, weitere Busverbindungen bestehen nach Schleswig, Kappeln, Flensburg und Eckernförde.

Im Sommerhalbjahr verkehrt ĂŒber die Schleienge nach Schwansen hinĂŒber eine seilgefĂŒhrte MotorfĂ€hre.

Politik

Von den neun Sitzen in der Gemeindevertretung hat die WĂ€hlergemeinschaft WG seit der Kommunalwahl 2003 vier Sitze, der SSW hat drei und die SPD zwei.

Literatur

Eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Arnisser Geschichte fehlt bislang. Materialreiche Darstellungen finden sich jedoch in BĂŒchern, die von Arnisser BĂŒrgern auf der Basis von Archivdaten, Zeitungsartikeln und mĂŒndlichen Darstellungen Ă€lterer Bewohner dieser Stadt zusammengetragen worden sind.

  • Scharf, Christopher: Beschreibung und Geschichte der Insel und des Fleckens Arnis, Schleswig 1838.
  • Deutscher Grenzverein (Hrsg): Biographie des Schiffscapitains Peter Hansen von Amalienburg bei Arnis im Herzogthum Schleswig, Flensburg Deutscher Grenzverein 1989 (Nachdruck der Originalausgabe von 1859, Tönning).
  • Luth, Walter: Arnis – Kleine Stadt mit großer Vergangenheit. Arnis Druck- und Verlagshaus 1977.
  • Wiese, Liselotte: Gruß aus Arnis, mit RĂŒckblicken auf das 20.Jahrhundert, die Arnisser Straßen und HĂ€user, Sitten und GebrĂ€uche. Arnis 2000. Produziert und erhĂ€ltlich bei Kopie & Druck, Kappeln/Schlei.
  • Westphalen, August: Schifffahrt und HĂ€fen von Tondern bis BrunsbĂŒttel, von Hadersleben bis Schleswig. Ein geschichtlicher Überblick von den AnfĂ€ngen bis heute. Flensburg 1971.

Weblinks

   
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