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Letzte Änderung für Artikel Haithabu: 12.02.2006 00:45

Haithabu

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Haithabu ( dĂ€nisch Hedeby, lateinisch Heidiba, heutiger deutscher Name Haddeby) war als erste echte mittelalterliche Stadt in Nordeuropa ein Handelsort und Hauptumschlagsplatz fĂŒr den Handel mit Skandinavien und dem Baltikum , in JĂŒtland am Isthmus zwischen Nordsee und Ostsee und dem historischen Ochsenweg an der Schlei gelegen. Der Name bedeutet "Stadt in der Heide" und der Ort gehört heute zur Gemeinde Busdorf nahe Schleswig im Kreis Schleswig-Flensburg in Deutschland .

GelĂ€ndeĂŒbersicht
GelĂ€ndeĂŒbersicht

Der seit Jahrhunderten verlassene Ort ist heute das mit Abstand bedeutendste archÀologische Bodendenkmal in Schleswig-Holstein.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte des Ortes

Gedenkstein an die Erstnennung von Stresthorp (= Haithabu) im Jahre 804
Gedenkstein an die Erstnennung von Stresthorp (= Haithabu) im Jahre 804

Haithabu war ein bedeutender Handelsplatz der Wikinger und wurde spÀtestens um etwa 770 erbaut. Im 9. Jahrhundert entstand eine zweite Siedlung weiter nördlich und eine Siedlung am Haithabu-Bach dazwischen.

808 Durch die Zerstörung des konkurrierenden slawischen Handelsortes Rerik (nachgewiesen in der NĂ€he von Wismar) durch den dĂ€nischen König Göttrick (auch: Godofridus), und anschließende Umsiedlung aller Kaufleute nach Haithabu, entwickelte sich die Stadt rasch zur ersten königlich dĂ€nischen Handelsstadt.

Um 890 wurde von Wulfstan von Haithabu eine Reise nach Truso im Auftrag Alfred des Großen unternommen und von Wulfstan aufgeschrieben. Damals, von 9. bis in das 10. Jahrhundert war Haithabu mit nur etwa 1000 Einwohnern schon ein sehr wichtiger Handelsplatz. Hier wurden schon frĂŒh eigene MĂŒnzen geprĂ€gt. Andere Handelszentren Nordeuropas dieser Zeit waren Birka und Dorestad.

Ende des 9. Jahrhunderts wurden der nördliche und sĂŒdliche Teil aufgegeben und der mittlere Teil am Haithabu-Bach wurde weiter benutzt. Wikinger kamen und ĂŒbernahmen den Ort.

SpĂ€ter wurde Haithabu ein Haupthandelsplatz wegen seiner gĂŒnstigen Lage an Haupthandelswegen zwischen dem FrĂ€nkischen Reich und Skandinavien sowie zwischen Ostsee und Nordsee. Adam von Bremen bezeichnet Heidiba als portus maritimus, von dem aus Schiffe bis nach Schweden und sogar Griechenland geschickt wurden. Besonders die Herstellung und Bearbeitung von Tonwaren ( Geschirr ), Glas und Werkzeug wurde wichtig fĂŒr die Bedeutung Haithabus, das sogar von arabischen HĂ€ndlern und Reisenden besucht und beschrieben wurde.

Im 10. Jahrhundert erreichte Haithabu seine BlĂŒtezeit und war mit seinen mindestens 1500 Einwohnern der bei weitem bedeutendste Handelsplatz des Ostseeraumes. In den Jahrzehnten um 1000 gehörte die Siedlung offenbar zeitweilig zum Machtbereich des deutschen Kaisers, doch unter Konrad II. wurde die Grenze von der Schlei wieder zurĂŒck an die Eider verlegt.

948 wird Haithabu Bischofssitz, nachdem schon um 850 die erste christliche Kirche errichtet wurde. Die Existenz dieses Baus ist zwar in den Schriftquellen sicher belegt, konnte aber noch nicht archÀologisch nachgewiesen werden.

Ein Teil des mÀchtigen Halbkreiswalls
Ein Teil des mÀchtigen Halbkreiswalls

Obwohl ein neun Meter hoher Wall die Handelsstadt umgab, wurde sie im Jahr 1050 in einer Schlacht zwischen Harald Hardrada von Norwegen und Sweyn II. zerstört (Adam von Bremen, Buch III, Kapitel 12) und dann 1066 von den Westslawen , die damals östlich der Kieler Förde lebten, ausgeplĂŒndert. Die Einwohner verlegten die Siedlung daraufhin nach Schleswig und bauten Haithabu nicht wieder auf.

AusfĂŒhrliche ErwĂ€hnung findet Haithabu (Heidiba) in der Chronik des Erzbistums Hamburg, die Adam von Bremen im Jahr 1076 fertig stellte.

Heute befindet sich dort das Wikinger-Museum Haithabu. Die Sachsen und Franken nannten die Siedlung Sliaswig und Sliaswich, wovon das heutige Schleswig abgeleitet ist.

Die Siedlung

Rekonstruierte HĂ€user im Bereich der alten Siedlung
Rekonstruierte HĂ€user im Bereich der alten Siedlung

Die HallenhĂ€user aus Holz und FlechtwerkwĂ€nden waren mit Reet, Gras oder Schilf gedeckt. Die ĂŒberbauten GrundflĂ€chen variierten zwischen 3,5 x 17 Meter und 7 x 17,5 Meter. In der Siedlung wurden unterschiedliche GrĂ€bertypen analysiert: dĂ€nische Brandgruben, schwedische KammergrĂ€ber, sĂ€chsische UrnengrĂ€ber, christliche ErdgrĂ€ber und slawische UrnengrĂ€ber. Daraus lĂ€sst sich das Völkergemisch Haithabus erkennen, aber auch der Einfluss der Christianisierung (ab 826). Außerdem wurden noch Befestigungsanlagen, Landestege, SchiffbrĂŒcken und SpeichergebĂ€ude gefunden.

Der Handel

Waren aus der gesamten damals bekannten Welt wurden in Haithabu gehandelt: Norwegen , Schweden , Irland , Baltikum , Konstantinopel , Bagdad . Dabei kamen aus Skandinavien vorwiegend Rohstoffe, aus den entfernteren Gebieten meist eher LuxusgĂŒter. Eine einheitliche WĂ€hrung existierte jedoch nicht. Durch archĂ€ologische Funde von eisernen Fuß- und Handfesseln ist auch ein Handel mit Sklaven belegt.

Das Entstehen einer Stadt kann am Beispiel Haithabus gut verfolgt werden: Durch den Zustrom von verschiedenen Menschen kommt es zu einer Siedlungsverdichtung. Weil die Landbevölkerung ihre GetreideĂŒberschĂŒsse in die Stadt verkaufte, konnten dort differenzierte TĂ€tigkeiten entwickelt werden.

Ausgrabungen

Blick vom begehbaren Wall aufs Haddebyer Noor
Blick vom begehbaren Wall aufs Haddebyer Noor

Die aufgegebene Siedlung Haithabu verfiel am Ende des 11. Jahrhunderts auf Grund des Wasseranstiegs von Ostsee und Schlei. Alle Anlagen und Bauten im Siedlungs- und HafengelĂ€nde, mit Ausnahme des Walles, vergingen oberirdisch vollstĂ€ndig. Schließlich geriet in Vergessenheit, wo am Haddebyer Noor sich der Ort Haithabu befunden hatte.

1897 gelangte der dĂ€nische ArchĂ€ologe Sophus MĂŒller zu der Annahme, das GebĂ€ude innerhalb des Hafenkreises sei der Siedlungsplatz des alten Haithabus gewesen. 1900 wurde dies von Johanna Mestorf bestĂ€tigt. Sie ließ erste Ausgrabungen innerhalb des Halbkreiswalles durchfĂŒhren, und Funde bestĂ€tigten die Annahme. Von 1900 bis 1915 fanden alljĂ€hrlich Ausgrabungen mit dem Ziel statt, die Bedeutung Haithabus fĂŒr die dĂ€nische Geschichte und Haithabus Rolle in der Welt der WikingerzĂŒge zu klĂ€ren. In den Jahren von 1930 bis 1939 wurde alljĂ€hrlich unter der Leitung von Herbert Jankuhn intensiv ausgegraben. Nach dem Krieg wurden die Arbeiten unter Kurt Schietzel fortgesetzt.

FĂŒr die Arbeit der ArchĂ€ologen gab es in Haithabu gĂŒnstige Voraussetzungen: Der Bauplatz war nie ĂŒberbaut worden, und infolge der NĂ€sse waren die ufernahen Partien noch sehr gut erhalten, sodass das Grabungsfeld noch viele Details erkennen ließ.

Seit 1959 hat man die gesamte SĂŒdsiedlung vor dem Halbkreiswall sowie einen großen Teil des alten Siedlungskerns im Halbkreiswall ausgegraben. Auch die Untersuchung des 11 ha großen Hafenbeckens wurde vorangetrieben. Erfolgreiche Tauchfahrten fanden 1953 statt. Dabei wurden Reste der Hafenpalisade und das Wrack eines Wikingerschiffes entdeckt. 1979 konnte dieses nach der Errichtung eines Bergebauwerkes geborgen werden.

Haithabu ist der besterforschte frĂŒhmittelalterliche Hafen in Deutschland. Mit Schiffsbergungen und Hafenuntersuchungen bis 1980 fanden die Forschungen ein vorlĂ€ufiges Ende. Bislang sind fĂŒnf Prozent des Siedlungsareals und ein Prozent des Hafens intensiv untersucht worden.

Die wichtigsten Funde sind seit 1985 im Wikingermuseum Haithabu ausgestellt.

Literatur

  • ArchĂ€ologisches Landesmuseum der Christian-Albrechts-UniversitĂ€t Schleswig (Hrsg.): Berichte ĂŒber die Ausgrabungen in Haithabu. Wachholtz, NeumĂŒnster 1963ff. (Reihe mit zur Zeit 34 Bde.), ISSN 0525-5791
  • Klaus Brandt, Michael MĂŒller-Wille, Christian Radke (Hrsg.): Haithabu und die frĂŒhe Stadtentwicklung im nördlichen Europa. Schriften des ArchĂ€ologischen Landesmuseums. Bd. 8. Wachholtz, NeumĂŒnster 2002, ISBN 3529018120 .
  • Hildegard Elsner: Wikinger Museum Haithabu: Schaufenster einer frĂŒhen Stadt. Wachholtz, NeumĂŒnster 1989, ISBN 3529018368 .
  • Herbert Jankuhn: Haithabu. Ein Handelsplatz der Wikingerzeit. Wachholtz, NeumĂŒnster 2002, ISBN 3529018139 .

Weblinks

Commons: Haithabu – Bilder, Videos oder Audiodateien


Koordinaten: 54.491° N 9.565° O

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