fair-hotels . Ein Service wie gemalt
Reiseführer Übersicht Deutschland Österreich Schweiz Bauwerke nach Stil

Werbung

Letzte Änderung für Artikel Kreis Dithmarschen: 18.02.2006 17:04

Kreis Dithmarschen

Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Karte
Kreiswappen des Kreises Dithmarschen Lage des Kreises Dithmarschen in Deutschland
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Verwaltungssitz : Heide
Fläche : 1.404,75 km²
Einwohner : 137.421 (31. März 2005)
Bevölkerungsdichte : 98 Einwohner je km²
Arbeitslosenquote : 12.1% (2005)
Kreisschl√ľssel : 01 0 51
Kfz-Kennzeichen : HEI
Kreisgliederung: 117 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Stettiner Straße 30
25746 Heide
Website : www.dithmarschen.de
E-Mail-Adresse : info@dithmarschen.de
Politik
Landrat : Dr. Jörn Klimant ( parteilos )
Karte
Lage des Kreises Dithmarschen in Schleswig-Holstein

Der Kreis Dithmarschen liegt im Westen von Schleswig-Holstein. Das Kreisgebiet bildet eine k√ľnstliche Insel, begrenzt durch Nordsee , Elbe, Eider und Nord-Ostsee-Kanal. Das Gebiet ist weitgehend identisch mit dem der historischen Region Dithmarschen, die im Mittelalter eine unabh√§ngige Bauernrepublik war.

In der Vergangenheit wurde Dithmarschen vor allem von der Landwirtschaft und dem Kohlanbau gepr√§gt, in den letzten hundert Jahren kamen Erd√∂lf√∂rderung , Tourismus und Windenergieanlagen hinzu. Am Elbhafen Brunsb√ľttel befindet sich ein bedeutendes Industriegebiet.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Lage

Der Kreis liegt im Westen Schleswig-Holsteins an der Nordsee . Im Norden grenzt er an die Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg, im Osten an Rendsburg-Eckernf√∂rde und im S√ľdosten an Steinburg. Die Kreisgrenzen sind an der Landseite immer noch weitgehend identisch mit den Grenzen aus der Zeit Karls des Gro√üen. Einzig an der Seeseite ist der Kreis durch Landgewinnung stetig gewachsen.

Gr√∂√üere St√§dte in der N√§he sind Hamburg und Itzehoe im S√ľden, Husum im Norden sowie Kiel und Rendsburg im Osten. Da in Schleswig-Holstein die Verkehrsinfrastruktur in Nord-S√ľd-Richtung wesentlich besser ausgebaut ist als in Ost-West-Richtung, orientiert sich der Kreis √ľberwiegend an Hamburg. Sein s√ľdlicher Teil ‚Äď der Wirtschaftsraum Brunsb√ľttel ‚Äď geh√∂rt zur Metropolregion Hamburg.

Das Kreisgebiet ist an seiner l√§ngsten Stelle in Nord-S√ľd-Richtung 54 Kilometer breit, in Ost-West-Richtung 41 Kilometer. In der Geest, bei Schrum, liegt auch mit 78,50m √ľber NN die h√∂chste Erhebung des Kreises. H√∂chster Punkt ist die Spitze des 175 Meter hohen Schornsteins der Erd√∂lraffinerie in Hemmingstedt. Die REpower 5M -Windenergieanlage in Brunsb√ľttel reicht allerdings mit einer Turmh√∂he von 120 Metern und einer Rotorblattl√§nge von 61,5 Metern zumindest gelegentlich √ľber diesen hinaus.

Der niedrigste Punkt, mit einem halben Meter unter NN, liegt in der Burger-Au-Niederung.

Entstehung und Gliederung

Entstehung

In den Marschgebieten ist Entwässerung notwendig. (Hier bei Neuenkirchen)
In den Marschgebieten ist Entwässerung notwendig. (Hier bei Neuenkirchen)

Das Kreisgebiet besteht von West nach Ost aus dem Wattenmeer, Marschgebieten, Moor und aus Geest. Der Kreis verdankt seine landschaftliche Beschaffenheit der Nordseek√ľste. Vor 6.500 Jahren war die Nordsee erheblich h√∂her als heute. Die K√ľstenlinie verlief entlang der Geestkerne. Seit etwa 4.500 Jahren bildete sich eine Ausgleichsk√ľste aus. Die Geestkerne wurden durch Nehrungen aus Sand und Kies verbunden. Dahinter liegende T√§ler und flache Ebenen wurden nicht mehr vom Meer bedeckt, Moore, Seen und Schilfs√ľmpfe bildeten sich. Seit etwa 3.500 Jahren begannen sich die Marschen zu bilden. Auf tidenbedingten Ablagerungen siedelten sich erste Pflanzen (Queller), das Land verwandelte sich zu Salzwiesen und sp√§ter Marschen. Die Marschen bildeten sich hier sp√§ter als im benachbarten Nordfriesland und liegen etwas h√∂her. Sie sind deshalb besser zum Ackerbau geeignet. Der intensive Gem√ľseanbau erreicht landesweite H√∂chstertr√§ge. Seit ungef√§hr 500 Jahren wird durch den Mensch eine geplante Landgewinnung betrieben, welche die Landfl√§che erheblich ausweitete.

Seit dem 12. Jahrhundert gibt es planm√§√üigen Deichbau an der K√ľste. Vorher lebten die Menschen auf erh√∂hten Wurten - k√ľnstliche H√ľgel aus Mist oder sp√§ter Klei , die mit Kiessoden abgedeckt wurden. In √§lteren Marschsiedlungen wie Wesselburen oder W√∂hrden lassen sich diese Wurten noch im Ortsgebiet erkennen. Andere wie bei Tiebensee oder S√ľderbusenwurth wurden bald wieder verlassen und sind so in der Landschaft sichtbar.

Watt, Vorland, K√ľstenschutz

Eidersperrwerk (Landseite)
Eidersperrwerk (Landseite)

Nach Untersuchungen des Forschungszentrums Westk√ľste aus dem Jahr 2000 leben in Dithmarschen 42 000 Einwohner in Sturmflutgef√§hrdeten Gebieten bis zu einer H√∂he von 10 Meter √ľber NN, davon 38 000 in stark gef√§hrdeten Gebieten bis 5 Meter √ľber NN. In dieser Fl√§che von knapp 800qkm Gr√∂√üe finden sich gef√§hrdete Verm√∂genswerte von etwa 8 Milliarden DM. Sie konzentrieren sich dabei auf die K√ľstennahmen Siedlungskerne wie B√ľsum, Brunsb√ľttel oder Meldorf.

Dem K√ľstenschutz dienen in der ersten Deichlinie 82 Kilometer Seedeiche und 40 Kilometer Elbdeiche. Die Deichlinie wurden mit dem Bau des Eidersperrwerks signifikant verk√ľrzt. Nach den Erfahrungen mit der Sturmflut von 1962 sollte dies die Instandhaltung der Deiche erleichtern und die Gefahr eines Deichbruchs verringern. Die zweite Deichlinie besteht vor allem aus ehemaligen K√ľstendeichen, die durch Landgewinnung oder Verk√ľrzung der K√ľstenlinie nicht mehr direkt an den gef√§hrdeten Stellen, sondern im Hinterland liegen. Sie dienen ebenso als zus√§tzlicher Schutz bei eventuellen Deichbr√ľchen wie als Transport- oder Fluchtweg.

Hochwasser √ľbersp√ľlt das Deichvorland
Hochwasser √ľbersp√ľlt das Deichvorland

Im Kreis befinden sich in der zweiten Deichlinie 92 Kilometer See- und 29 Kilometer Eiderdeiche. Sie werden auch als Schlafdeiche bezeichnet. Im Gegensatz zum Nachbarkreis Nordfriesland gibt es vor der Dithmarscher K√ľste keine Inseln, die sie gegen die Gewalt des Meeres sch√ľtzen k√∂nnten. Andererseits liegt die Dithmarscher Marsch im Schnitt einige Meter √ľber Null - nach einem Deichbruch w√ľrde von einer normal hohen Flut keine Gefahr ausgehen. Auch zeigt sich, dass sich in Dithmarschen in den letzten Jahrzehnten eine nat√ľrliche Verlandung vollzieht.

Marsch

Westerkoog, typische Marschlandschaft
Westerkoog, typische Marschlandschaft

Fast die H√§lfte des Kreisgebiets wurde durch Landgewinnung aus der Nordsee geholt. Von den 57.000 Hektar Marschland im Kreisgebiet wurden 42.000 Hektar erst in den letzten f√ľnfhundert Jahren gewonnen. Die alte K√ľstenlinie folgte etwa einer Linie zwischen Marne und Wesselburen. Letztes eingedeichtes Land war der bei Meldorf liegende Speicherkoog, dessen Eindeichung 1979 vollendet wurde.

K√∂ge, Deiche und Entw√§sserungskan√§le sind landschaftspr√§gend. Der Marschboden besteht vor allem aus j√ľngerer Marsch, die sehr fruchtbar ist ( Ackerzahl 50-70). In der Landschaft finden sich zahlreiche kleinere und gr√∂√üere Gew√§ssersysteme, die das S√ľ√üwasser des Binnenlandes sowie bei Ebbe das aufgelaufene Meerwasser und das r√ľckgestaute S√ľ√üwasser der Geest in die Nordsee leiten. Die Entw√§sserung geschieht dabei fast im gesamten Marschgebiet auf nat√ľrliche Weise.

Geest

Die Geest bildete vor 4.000 Jahren noch die K√ľstenlinie. An einigen Stellen wie dem Barlter Kleve (‚ÄěKliff‚Äú) bei Gudendorf mit einem Abfall von 20 m, am Klev von Sankt Michaelisdonn (40 Meter Abfall) zwischen Kuden und Burg sind noch die urspr√ľnglichen Kliffs erkennbar, die sich durch die Brandung bildeten. Teilweise wurden lange Nehrungen in das Meer gerissen, die in Dithmarschen so genannten Donns, die heute f√ľr Geestspitzen in der Marsch sorgen.

Die Geestgebiete teilen sich in Naturr√§ume auf: der gr√∂√üte Teil geh√∂rt zur Heide-Itzehoer Geest, die Geestgebiete im √§u√üersten Nordosten des Kreises zur Eider-Treene-Niederung. Dank mehrerer Endmor√§nen ist es im Osten h√ľgelig genug, dass die Gegend um Welmb√ľttel den Spitznamen Dithmarscher Schweiz bekam.

Urspr√ľnglich bestand das Geestgebiet aus gro√üen Eichen - oder Eichen- Buchen -Mischw√§ldern oder Nadelw√§ldern. Von diesen sind gr√∂√ütenteils noch der Riesewohld oder der Aukrug erhalten. Die gr√∂√üten Teile der W√§lder fielen der Landwirtschaft zum Opfer, verwandelten sich in Heidegebiet und wurden erst im 19. Jahrhundert wieder aufgeforstet (Gegend um Burg, Weddingstedt und Albersdorf). Mit nur 3% Waldfl√§che ist Dithmarschen trotzdem einer der am wenigsten bewaldeten Kreise Deutschlands. Die restlichen Heiden wurden ebenso wie die meisten Moore √ľberwiegend in Gr√ľnland umgewandelt. Moore, Heiden und Niederw√§lder finden sich fast nur noch in Naturschutzgebieten.

Klima

Windenergieanlagen bei Sturm
Windenergieanlagen bei Sturm

Das Klima Dithmarschens ist durch seine Lage direkt an der Nordsee gekennzeichnet. Es herrscht ein atlantisches Klima mit milden Wintern und Sommern. Die Regenmenge ist im August und Oktober am größten (rund 80 mm im Monat), im Februar bis Juni am geringsten (um 40 mm). Die Marsch unterscheidet sich von der Geest dadurch, dass der erste Frost meist nicht vor Ende Oktober, der letzte Frost nicht nach Mitte April eintritt.

Im langj√§hrigen Schnitt herrschen in Dithmarschen an 273 Tagen im Jahr Windst√§rken √ľber vier, an acht Tagen Sturm mit Orkanb√∂en . Bedingt durch den Wind erfolgen oft schnelle Wetterwechsel, wobei direkt von der Nordsee kommende West-Wetterlagen vorherrschend sind.

Fauna und Flora

Der Wind beeinflusst das Pflanzenwachstum
Der Wind beeinflusst das Pflanzenwachstum

Während die Geest-Gebiete bewaldet sind, gibt es Bäume in den Marschgebieten nur als Windschutz in der Nähe von Häusern oder befestigten Ortschaften oder in der Form von Knicks.

In Dithmarschen befinden sich verschiedene Moore. Eine Sonderstellung nimmt dabei das Weiße Moor bei Heide ein, es ist das einzige noch relativ gut erhaltenene Hochmoor in der Schleswig-Holsteinischen Marsch.

Seehund auf Sandbank
Seehund auf Sandbank

Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer liegt teilweise in Dithmarschen. In dieser Region handelt es sich fast ausschlie√ülich um Sandwatt. Das Watt bietet √∂kologisch den wichtigsten Lebensraum des Kreises. Hier leben sehr viele Muscheln, Schnecken, W√ľrmer und Krebse, die anderen Tieren als Nahrungsgrundlage dienen. Es dient so als "Kinderstube" zahlreicher Fischarten, die hier im gesch√ľtzten Bereich ihren Nachwuchs gro√üziehen. Ebenso ist sie Heimat einer artenreichen Vogelwelt, die im Herbst und Winter durch zahlreiche Zugv√∂gel erg√§nzt wird. Teilweise √ľberwintern sie hier, teilweise nutzen sie es als nahrungsreichen Rastplatz. Zu den typischen Vogelarten geh√∂ren Alpenstrandl√§ufer , Knutt , Pfuhlschnepfen , Kiebitze , Regenpfeifer , Austernfischer , sowie zahlreiche Enten - und M√∂wenarten , Seeschwalben , Brandseeschwalben , S√§belschn√§bler , Ringelg√§nse und Nonneng√§nse (Wei√üwangeng√§nse). Allein von den Brandg√§nsen kommen im August etwa 200.000 Exemplare. Die V√∂gel werfen hier ihre Federn ab und sind damit etwa 3 Wochen lang flugunf√§hig. Es handelt sich dabei fast um den gesamten Bestand der Art in Nordwesteuropa. Die gr√∂√üten Salzwiesengebiete liegen vor Friedrichskoog und in der Neufelder Bucht.

Zwei K√ľstenseeschwalben
Zwei K√ľstenseeschwalben

Im Watt befinden sich die Au√üensande Trischen, Tertius und Blauort. Sie z√§hlen zu den einzigen weitgehend naturbelassenen Lebensr√§umen an der K√ľste und sind von gro√üer Bedeutung f√ľr Seev√∂gel und Seehunde. Die Flachzonen sind den Meeresstr√∂mungen ausgesetzt und ver√§ndern fortw√§hrend ihre Gestalt, generell ziehen sie dabei nach Osten auf die K√ľste zu. In den 1930ern gab es einen Versuch Trischen einzudeichen und landwirtschaftlich nutzbar zu machen, jedoch hielt die Bedeichung der See und den Str√∂mungen nicht stand. Heute geh√∂ren die Sande zum Nationalpark und sind der menschlichen Nutzung auch per Gesetz entzogen.

Die teilweise zum Kreis gehördende Eider-Treene-Niederung beherbergt eine der größten binnenländischen Ansammlungen von Wiesenvögeln.

Naturschutzgebiete

Neben dem Nationalpark Wattenmeer wurden in Dithmarschen zw√∂lf Gebiete als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Es handelt sich dabei um vier (mittlerweile) binnenl√§ndische Watt- und Marschlandschaften (Speicherkoog/Kronenloch, Speicherkoog/W√∂hrdener Loch, Dithmarscher Eiderwatt und Delver Koog, drei Seen oder verlandete Seen (Kudensee, Ehemaliger Fieler See , Ehemaliger Fuhlensee ), vier Moore (Fieler Moor, Wei√ües Moor , Dellstedter Birkwildmoor , Offenb√ľttler Moor ) und ein Geestkliff Kleve bei Sankt Michaelisdonn.

Geschichte

F√ľr eine ausf√ľhrliche Darstellung zur Geschichte, siehe den Artikel zur historischen Region Dithmarschen.

Die Dithmarscher Urkirchspiele. In Schwarz: die heutige K√ľstenlinie
Die Dithmarscher Urkirchspiele. In Schwarz: die heutige K√ľstenlinie

Erstmals erwähnt wird Dithmarschen im 9. Jahrhundert. Thiatmaresgaho gehörte zu den drei sächsischen Gauen nördlich der Elbe, die Karl der Große in das Fränkische Reich eingegliedert hatte. Nach der Schlacht bei Bornhöved 1227 fiel Dithmarschen an das Erzbistum Bremen , dessen Einfluss auf das Land jedoch gering blieb. Die Grafen von Holstein und Herzöge von Schleswig versuchten mehrfach das reiche Bauernland zu erobern, mussten jedoch mehrere militärische Niederlagen hinnehmen. Zu bedeutenden Siegen der Dithmarscher kam es 1319 , 1403 / 04 und 1500 (Schlacht bei Hemmingstedt). Erst in der letzten Fehde 1559 wurde das Heer von einer vereinigten Streitmacht unter Johann Rantzau geschlagen. Das Land wurde unter den Siegern, Herzog Adolf I. von Schleswig-Holstein-Gottorf, dem dänischen König Friedrich II. und Herzog Johann II. von Schleswig-Holstein-Hadersleben aufgeteilt.

Dithmarschen war im deutschsprachigen Europa bis zur fr√ľhen Neuzeit neben der Schweiz die einzige Republik. Die Kirchspiele fungierten hier √§hnlich wie die Schweizer Kantone. Ein Forschungsprojekt der Universit√§t Kiel dr√ľckt es so aus:

...aus Dithmarschen zu sein steht jedoch f√ľr eine gewisse Eigenart der Bewohner, eine spezielle Eigenst√§ndigkeit, eine vielleicht auch angedichtete Eigensinnigkeit und sicherlich f√ľr ein besonders ausgepr√§gtes Selbstbewu√ütsein. Ein Selbstbewu√ütsein, das in der Dithmarscher Geschichte wurzelt, die in Dithmarschen wahrlich pr√§gend ist. [1] .

Der Historiker Chalybaeus formulierte im 19. Jahrhundert: ‚ÄěDitmarsen, dat sch√∂len Buren sin? Et m√∂gen wohl wesen Heren.‚Äú

Die Reformation erreichte Dithmarschen 1524, zuerst wurden reformatorische Lehren im Meldorfer Dom gepredigt. Ab 1532 verbot der Rat der 48er bei Strafe f√ľr Leib und Leben das Festhaltem am alten Glauben.

Die Region behielt eine hohe Eigenst√§ndigkeit und relative Selbstst√§ndigkeit. Das 1567 reformierte Dithmarscher Landrecht blieb √ľber 300 Jahre in Kraft. In den folgenden Zeiten erlebte die Gegend einen wirtschaftlichen Aufschwung. Zahlreiches Land wurde neu gewonnen, so wurde 1585 die Insel und Stadt Busen mit dem Festland verbunden, heute steht dort die Stadt B√ľsum.

Nach Verw√ľstungen durch Sturmfluten und inneren Streitigkeiten am beginnenden 18. Jahrhundert erholte sich die Region anschlie√üend wieder. Der d√§nische K√∂nig reformierte die durch h√§ufige Kriege zerst√∂rte Landschaft durch Aufteilung der Meente (Allgemeinbesitz), Verkoppelung der Einzelh√∂fe und die Anlage von Knicks und strukturierte das l√§ndliche Wegenetz neu. Zahlreiche Bauten aus der Zeit zeugen vom relativen Wohlstand der Region. Erst durch die Napoleonischen Kriege und insbesondere den Kosakenwinter von 1813 / 1814 litt Dithmarschen.

Mit der Eingliederung der Provinz Schleswig-Holstein und Dithmarschen in Preu√üen 1867 verlor das Land seine Sonderrechte. Der Bau des Nord-Ostsee-Kanals und der Beginn des Kohlanbaus in der Region sorgten f√ľr eine bis heute letzte Phase gro√üer Prosperit√§t.

Dithmarschen war eine fr√ľhe Hochburg des Nationalsozialismus . Die NSDAP erreichte ihren Durchbruch in der Region nach der Blutnacht von W√∂hrden 1929 . Bei den Reichstagswahlen 1933 holte die NSDAP hier √ľber 60% der Stimmen. Im Zweiten Weltkrieg wurde Dithmarschen bis auf Luftangriffe auf den Hafen Brunsb√ľttel und die Erd√∂lraffinerie Hemmingstedt von Kampfhandlungen verschont. Nach dem Krieg wurden zahlreiche Vertriebene im d√ľnn besiedelten und weitgehend unzerst√∂rten Schleswig-Holstein und damit auch Dithmarschen angesiedelt. Ungef√§hr 40% der Einwohner Dithmarschens stammten 1950 aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten .

In den letzten Jahrzehnten bestimmte vor allem die Wirtschaft das politische Bild. Dazu geh√∂rten umfangreiche Infrastruktur- und Industrialisierungsma√ünahmen (Eidersperrwerk, gef√∂rderte Industrieansiedlung in Brunsb√ľttel) in den 1960ern und 1970ern. Seit den 1980ern versucht sich die Region auf den stattfindenden Strukturwandel umzustellen: W√§hrend die gr√∂√ütenteils gerade erst angesiedelte Industrie wieder abwandert, boomt die im Kreis hoch umstrittene Windenergie . Der Tourismus wird wichtiger; gleichzeitig aber k√§mpft Dithmarschen mit den sich √§ndernden Reisegewohnheiten der Deutschen, denen das Angebot in der Region oft nicht ausreicht.

Nachdem es seine Unabh√§ngigkeit endg√ľltig verloren hatte, wurde Dithmarschen 1581 in Norderdithmarschen und S√ľderdithmarschen geteilt. Zwischen 1932 und 1933 wurden die Kreise f√ľr kurze Zeit zusammengelegt. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die alten Kirchspiele in einzelne unnabh√§ngige Gemeinden aufgeteilt. Seit dem 26. April 1970 besteht durch den Zusammenschluss der Kreise Norderdithmarschen und S√ľderdithmarschen wieder ein vereintes Dithmarschen.

Kultur

Sprachen

In Dithmarschen werden im Alltag Hochdeutsch und Plattdeutsch ( Nieders√§chsische Sprache ) gesprochen. Friesisch hingegen ist fast nicht existent. Bis in die 1950er/1960er-Jahre hinein war Plattdeutsch die Alltagssprache, fast alle in dieser Zeit geborenen und aufgewachsenen Dithmarscher betrachten Plattdeutsch als ihre Muttersprache. Auch heute noch ist es weit verbreitet: in l√§ndlicheren Gebieten eher als in st√§dtischen, bei alten Menschen eher als bei J√ľngeren.

Oft wird es nicht nur in der pers√∂nlichen Kommunikation oder beim geselligen Beisammensein gebraucht, sondern auch bei formelleren Anl√§ssen wie Versammlungen oder Vereinssitzungen. Teilweise werden in kleineren D√∂rfern auch die Sitzungen des Gemeinderats auf Platt abgehalten, meist jedoch aus R√ľcksicht auf den Protokollf√ľhrer auf Hochdeutsch. Bekanntester Platt-Sprecher der Region ist wahrscheinlich der in Hennstedt geborene Wilhelm Wieben - der ehemalige Tagesschausprecher ist heute vor allem durch plattdeutsche Lesungen und H√∂rb√ľcher bekannt. Einer von zwei Tatorten , die jeweils untertitelt waren, spielte in Dithmarschen - der Anteil des Platts in den Dialogen wurde als zu hoch f√ľr das hochdeutsche Publikum angesehen.

Der Heider Klaus Groth war der erste, und wahrscheinlich der bekannteste, der ernste Literatur auf Plattdeutsch verfasste. Obwohl Plattdeutsch auch als Schriftsprache weiter verbreitet ist als in den meisten Regionen, ist hier jedoch eine sehr klare Dominanz des Hochdeutschen erkennbar.

Traditionspflege

Werbung f√ľr die Kohltage
Werbung f√ľr die Kohltage

W√§hrend die Dithmarscher schon immer ein ausgepr√§gter Stolz auf ihre Geschichte kennzeichnete, wurden in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Traditionen neu oder wiederbelebt. Zwischen idealistisch geleiteter Heimatpflege und dem Gedanken an die f√∂rdernde Wirkung f√ľr den Fremdenverkehr ist dabei kaum sauber zu trennen. Dabei entstehen weitgehend genuine Traditionsfortschreibung, ein neu entstandenes Patchwork verschiedener Traditionslinien und neuer Einrichtungen sowie g√§nzliche Neuerfindungen ohne historische Basis wie der Mittelaltermarkt in Heide.

In den l√§ndlichen Gebieten gut gepflegte Traditionen sind Rolandreiten , Ringreiten , Kindervogelschie√üen und Bo√üeln. In Heide kommt einmal im Jahr das Hohnbeer-Fest hinzu, in Nordhastedt das Frunsbeer-Fest. In den letzten Jahrzehnten werden vor allem die Dithmarscher Kohltage als auch √ľberregional interessantes Fest propagiert, in Friedrichskoog und B√ľsum finden einmal j√§hrlich Kutterregatten statt.

Nordseegarnelen
Nordseegarnelen

Traditionelle Gerichte sind Mehlb√ľdel und Swattsuer , Buttermilchsuppe mit Kl√ľten, Gr√ľnkohlsuppe oder Brotpudding und Krabben ( Nordseegarnelen ), seit dem sp√§ten 19. Jahrhundert auch Kohl . Hingegen werden Fische und Lammfleisch vor allem von Ausw√§rtigen gegessen und z√§hlen nicht zur traditionellen einheimischen K√ľche. √úberregional kulinarisch bekannt ist der Name Dithmarschen vor allem durch das Dithmarscher Pilsener der Brauerei Karl Hintz in Marne.

Museen

Dithmarscher Landesmuseum in Meldorf
Dithmarscher Landesmuseum in Meldorf

Der Kreis Dithmarschen besitzt mehrere Museen. Das Dithmarscher Landesmuseum in Meldorf besitzt zum einen eine Sammlung zu Meer/K√ľste/Deichbau als auch zur Bauernrepublik. Eindrucksvollster Ausstellungsgegenstand ist hier der Gerichtssaal aus dem Lundener Wohn- und Amtshaus des ersten Norderdithmarscher Landvogts Markus Swin. Zum anderen hat es sich auf Alltagsgeschichte spezialisiert und bietet beispielsweise Rekonstruktionen eines Schulzimmers, eines Zahnarztzimmers, eines Kinos etc. vom Anfang und der Mitte des 20. Jahrhunderts. Das Hebbelmuseum in Wesselburen besitzt vor allem eine umfangreiche Forschungsbibliothek zum Dichter.

Eingang des Hebbelmuseums
Eingang des Hebbelmuseums

Der Museumshafen B√ľsum und Museum am Meer in derselben Stadt konzentrieren sich vor allem auf die Fischerei und die Geschichte des Tourismus in der Region. Das Klaus-Groth-Museum in Heide ist wieder so hergerichtet wie das Wohnhaus zu Lebzeiten des Dichters. Im Museum werden die umfangreiche Bibliothek des Dichters, eine gro√üe Musikaliensammlung, Handschriften und Dokumente aufbewahrt. Das Groth-Haus beherbergt au√üerdem eine im Aufbau befindliche Niederdeutsche Bibliothek. Kleinere Museen sind beispielsweise das Freimaurermuseum in Sankt Michaelisdonn oder diverse kleinere Heimatmuseen.

Besonders auf die Natur konzentrieren sich auch mehrere Museen. Das Arch√§ologisch-√Ėkologische Zentrum Albersdorf (A√ĖZA) versucht die Ur- und Fr√ľhgeschichte im Kreis zu visualisieren. Auf einer Fl√§che von ca. 40 Hektar Gr√∂√üe, wird der Versuch unternommen, langfristig eine √ľber 5.000 Jahre alte urgeschichtliche Kulturlandschaft mit all ihren Charakteristika wie verschiedenen Landschafts-, Siedlungs- und Grabformen zu gestalten. Das im Juni er√∂ffnete Museum f√ľr Arch√§ologie und √Ėkologie Dithmarschens erg√§nzt das Freilichtmuseum des A√ĖZA.

Auch hier gibt es diverse kleinere Museen: das NaTour Centrum und Museum Lunden widmet sich besonders der Eider-Treene-Sorge-Region oder das Waldmuseum in Burg. Direkt hinter der Kreisgrenze auf Eiderstedt liegt das Multimar Wattforum mit einer umfassenden Ausstellung zum Wattenmeer. Die Seehundstation in Friedrichskoog dient sowohl der Aufzucht der Seehunde als auch dem Tourismus.

Geschlechterfriedhof Lunden vor St. Laurentius
Geschlechterfriedhof Lunden vor St. Laurentius

Eine bekannte Gedenkst√§tte aus dem Sp√§tmittelalter ist der Geschlechterfriedhof in Lunden. In Gudendorf befindet sich eine Gedenkst√§tte f√ľr die gestorbenen sowjetischen Kriegsgefangenen, die dort untergebracht waren.

Architektur

Sakralbauten

Die Kulturlandschaft pr√§gten lange Zeit die Kirchen. Gutsh√§user und Schl√∂sser wurden in der Bauernrepublik nie gebaut. Die wenigen Burgen spielten selbst zu ihrer Entstehungszeit nur eine geringe Rolle und sind lange bis auf die Erdw√§lle verfallen. Die Kirchen hingegen dominierten die Landschaft. Die Bauernrepublik organisierte sich in weitgehend autonomen Kirchspielen . Weltliche und geistliche Macht waren hier nicht getrennt. Somit waren die Kirchen nicht nur Zeichen geistiger sondern auch weltlicher Macht. F√ľr staatliche oder √∂ffentliche Profanbauten , die wie in anderen Teilen Deutschland die st√§dtebauliche Dominanz der Kirchen h√§tten angreifen k√∂nnen, gab es in Dithmarschen keinen Platz. Erst durch Integration in das K√∂nigreich Preu√üen 1867 wurden die Einflu√üsph√§ren von kirchlicher und weltlicher Gemeinde getrennt.

Im flachen Marschland sind die Kirchturmspitzen oft √ľber 10 Kilometer weit sichtbar. Dort liegen die Kirchen wie in Wesselburen, Marne oder W√∂hrden in der Dorfmitte auf hohen Wurten . Die Stra√üen laufen auf sie zu, das Stadtbild erh√§lt einen mittelalterlichen Charakter. In diesen Marschd√∂rfern mussten wahrscheinlich H√§user auf der h√∂chsten Wurt ger√§umt werden, um die Kirche zu errichten. In der Geest hingegen liegen die Gottesh√§user meist am damaligen Stadtrand oder in einer Reihe mit den H√∂fen. Diese D√∂rfer existierten schon eine l√§ngere Zeit vor dem Bau der ersten Kirche, das Dorfzentrum war bereits etabliert.

St. Secundus in Hennstedt
St. Secundus in Hennstedt

Wichtigste Kirche war der wegen seiner Bedeutung so genannte Meldorfer Dom . Zwischen dem 9. und dem 11. Jahrhundert stand in Meldorf die einzige Kirche Dithmarschens. Die Kirche, um die sich eine mittelalterliche Stadt gebildet hatte, blieb das wichtigste Verhandlungszentrum der Dithmarscher. Auch nachdem diese Funktion an Heide √ľbergegangen war, war Meldorf die einzige Stadt mit einer √ľberragenden regionalen Bedeutung. Die Reformation im Kreis ging ebenfalls 1524 von dieser Kirche aus. Im 13. Jahrhundert wurde der heutige Dom erbaut. In seinem Inneren findet sich noch die Architektur der Gotik aus den Jahren 1250 bis 1300. Die Gew√∂lbemalereien aus der Zeit geh√∂ren zu den pr√§chtigsten in Schleswig-Holstein und geben einen Einblick in den ehemaligen Reichtum der Bauernrepublik.

St. J√ľrgen in Heide entstand im 15. Jahrhundert. Aufgrund innerdithmarscher Streitigkeiten verlor Meldorf seinen Platz als zentraler Treffpunkt. Die Norderdithmarscher trafen sich ab 1447 auf der Heide, sp√§ter tagte hier der Rat der 48 Regenten von ganz Dithmarschen. Der Kern der langgestreckten Saalkirche stammt aus dem 15. Jahrhundert. Ihre heutige Gestalt erhielt die Kirche vor allem 1724 durch den dreigeschossigen Sp√§trenaissanceturm vom Heider Baumeister Johann Georg Schott.

Die Bartholom√§uskirche in Wesselburen wurde 1737/38 ebenfalls von Johann Georg Schott aus den √úberresten √§lterer abgebrannter Kirchen (12. und 15. Jahrhundert) errichtet. Charakteristisch ist ihr in Schleswig-Holstein recht einmaliger Zwiebelturm. Auffallend am Barockbau sind die geschlossene Emporenloge unter der Orgel und der herzogliche Blaue Stuhl gegen√ľber der Kanzel.

Bemerkenswert sind weiterhin die Feldsteinkirche in Tellingstedt aus dem 12. Jahrhundert und die Kirchen in Hemme und B√ľsum mit ihren charakteristischen Geschlechterwappen in der Kirche.

Industriearchitektur

REpower 5M-Windenergieanlage
REpower 5M-Windenergieanlage

Im l√§ndlich und b√§uerlich gepr√§gten Dithmarschen setzte die Industrialisierung erst relativ sp√§t ein. Wichtigster Anlass hierf√ľr war der Anschluss an das Eisenbahnnetz im sp√§ten 19. Jahrhundert. Die 1920 errichtete Eisenbahnhochbr√ľcke Hochdonn stellt noch ein Zeugnis dieser Zeit dar. Ein Zeichen dieser fr√ľhen Modernisierung ist auch die ehemalige Zucker- und sp√§tere Sauerkrautfabrik in Wesselburen, die ebenfalls aus dem sp√§ten 19. Jahrhundert stammt. Seit 1995 nicht mehr als Fabrik genutzt, beherbergt sie heute unter anderem einen Supermarkt, ein Fitnessstudio und die Kohlwerkstatt in der in kleinem Ma√üstab Sauerkraut und √§hnliches aus Wei√ükohl gewonnen wird. Die Erreichtung eines Kohlosseums im Geb√§ude ist geplant.

Die Verwendung der Windenergie bot sich auch schon l√§nger an. Erhalten sind noch diverse Holl√§nderm√ľhlen aus dem 19. Jahrhundert, beispielsweise in Meldorf, Westerdeichstrich oder der Bergholl√§nder Anna von 1803 in S√ľderhastedt. Auch Windenergieanlagen in der heutigen Form gab es hier fr√ľh. Weit vor dem allgemeinen Boom der Windenergie fertigte die Firma K√∂ster aus Rickelhof diese. Eine Stahlwindturbine Adler von 1926 findet sich noch am Originalstandplatz in S√ľderwisch .

Erst in den letzten Jahrzehnten begannen auch Industriebauten das Landschaftsbild entscheidend mitzugestalten. Neben den allgegenw√§rtigen Windenergieanlagen sind dies vor allem die weit sichtbare Raffinerie in Hemmingstedt und die Industrieansiedlungen in Brunsb√ľttel.

Literatur und Musik

Bedeutende Literaten, die ihr Leben lang mit Dithmarschen in Verbindung standen, zeigen auch in ihrem Werk eine starke Konzentration auf das Thema Heimat . Die wichtigsten unter ihnen sind Klaus Groth und Gustav Frenssen . Der angesehene niederdeutsche Lyriker Klaus Groth stammt aus Heide. Gustav Frenssen aus Barlt ist heute zwar in Vergessenheit geraten, war zu seiner Zeit jedoch einer von Deutschlands bekanntesten Heimatdichtern, dessen Romane in Millionenauflagen verbreitet waren. Er galt als Anw√§rter auf den Literaturnobelpreis , den schlie√ülich Thomas Mann erhielt. W√§hrend Frenssen neben seiner Unterst√ľtzung des Nationalsozialismus und seinem sp√§ter stark v√∂lkisch angehauchten Werk auch eine eigenst√§ndige √§sthetische Leistung als Schriftsteller vollbrachte, wurde der Wesselburener Adolf Bartels als Anreger und F√∂rderer der Heimatkunst sowie als v√∂lkischer und antisemitischer Literaturhistoriker bekannt, der vom Dritten Reich mit Auszeichnungen √ľberh√§uft wurde.

Der in Marne geborene Germanist Karl Victor M√ľllenhoff war wichtiger Sammler von Sagen und M√§rchen in Schleswig-Holstein und gab 1845 Die Sagen, M√§rchen und Lieder der Herzogth√ľmer Schleswig, Holstein und Lauenburg heraus.

Der Dramatiker Friedrich Hebbel verlebte in Wesselburen eine ungl√ľckliche Jugend, floh mit 19 aus der Gegend und weigerte sich zeitlebens, sie wieder zu betreten. F√ľr die Tourismuswerbung spielt er jedoch eine wichtige Rolle. Die Hebbelstadt Wesselburen beherbergt neben dem Hebbelmuseum auch noch die Hebbelgesellschaft, das √∂rtliche Veranstaltungszentrum ist das Hebbelhaus, diverse Gesch√§fte sind ebenfalls nach dem Dramatiker benannt.

Als ruhiges Urlaubs- und Erholungsgebiet ist die Gegend jedoch auch bei Schriftstellern beliebt: der bekannteste der regelmäßigen Gäste war wahrscheinlich Arno Schmidt . Die vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin Sarah Kirsch lebt im alten Schulhaus Tielenhemme an der Eider und beschreibt die Anziehungskraft der Region: Der Geist der Bauernrepublik spukt noch, jeder ist Kaiser auf seinem Trecker, und auch mir mit dem Heusack auf der Schulter huldigt der Milchfahrer, wenn er die Stille durchkreuzt. Nach ihr besteht die Dithmarscher Landschaft zu 97% aus Himmel.

Es gibt mehrere lokales Laientheater, oft spielen sie in Plattdeutsch. Professionelle Gastspielauftritte finden im Elbeforum Brunsb√ľttel statt. Klassische Konzerte finden vor allem im Meldorfer Dom und der Sankt-Bartholom√§uskirche Wesselburen statt, gelegentliche Popkonzerte von Interpreten aus den Top 10 der deutschen Charts in der Eiderlandhalle Pahlen.

Andere zog es in die Ferne: Rudolph Dirks , Sch√∂pfer des √§ltesten noch laufenden Comic Strips der Welt ‚Äď The Katzenjammer Kids ‚Äď wurde in Heide geboren, wanderte aber bereits mit seinen Eltern in die USA, aus als er sieben war. Die Familie Johannes Brahms ', den die Dithmarscher gern f√ľr sich in Beschlag nehmen, stammte zwar aus Heide, ob er selbst den Kreis je betreten hat, ist jedoch ungewiss.

Sport

Boßelstrecke bei Hedwigenkoog
Boßelstrecke bei Hedwigenkoog

Fu√üball ist die nach organisierten Sporttreibenden und Zuschauern beliebteste Sportart im Kreis. Spielst√§rkste Vereine sind der Heider SV und Tura Meldorf, die derzeit in der Verbandsliga Schleswig-Holstein, der f√ľnfth√∂chsten deutschen Spielklasse, spielen. Erst einmal wurde ein Spieler eines dithmarscher Vereins in die deutsche Fu√üballnationalmannschaft berufen: Am 22. Mai 1957 spielte der damals 28-j√§hrige Verteidiger Willi Gerdau vom Heider SV bei der 1:3-Niederlage gegen Schottland in Stuttgart.

Bo√üeln ist in den Marschgebieten sehr beliebt, in vielen kleinen D√∂rfern ist ein Bo√üelverein der einzige Sportverein. Die Landschaft bietet sich zum Radfahren, Inline-Skaten, Joggen, Nordic Walking etc. an; die M√∂glichkeit wird in den Sommermonaten sowohl von Einheimischen wie von Touristen zahlreich wahrgenommen. An der K√ľste gibt es diverse kleinere Segel- und Sportbooth√§fen, allerdings gibt es im Vergleich zur Ostseek√ľste hier kaum Segler, da das Revier wesentlich schwieriger zu segeln ist. An einigen Stellen ist es m√∂glich zu surfen.

Bevölkerung

Im Gegensatz zum Gro√üteil der deutschen Nordseek√ľste war Dithmarschen nie friesisch gepr√§gt, sondern wurde von Sachsen bewohnt. Vereinzelte Friesen zogen erst in das Gebiet, als es durch die Landgewinnung immer gr√∂√üer wurde. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts kamen zahlreiche Polen als Arbeiter in die neu aufgebauten Fabriken im Kreisgebiet. Die bedeutendste √Ąnderung der Bev√∂lkerungsstruktur erfolgte nach 1945, als zahlreiche Vertriebene in den beiden Kreisen Norder- und S√ľderdithmarschen angesiedelt wurden.

Die Bewohner des Kreises sind vergleichsweise immobil. In den Jahren 2001 und 2002 verzeichnete der Kreis absolut und relativ sowohl die geringsten Wanderungsgewinne als auch -verluste in ganz Schleswig-Holstein. In den letzten Jahren verzeichnet der Landkreis Wanderungsgewinne, was vor allem an alten Menschen liegt, die in der l√§ndlichen Abgeschiedenheit ihren Lebensabend verbringen wollen. W√§hrend die nat√ľrliche Bev√∂lkerungsentwicklung leicht negativ war, wuchs die Zahl der Einwohner dank Wanderungsgewinnen von 1990 bis 2000 um 6,2%. Das liegt unterhalb des Schnittes in Schleswig-Holstein (7,2%) aber weit oberhalb des Bundesschnittes (+ 3,5%). Die Bev√∂lkerungsdichte ist nur etwa halb so hoch wie im gesamten Schleswig-Holstein.

Der Ausländeranteil liegt bei 3,0 Prozent und damit weit unter dem Schnitt in Schleswig-Holstein (5,4%) und im Bundesgebiet (8,9%).

Bevölkerungsentwicklung

  • 1939: 98 000
  • 1950: 175 000
  • 1961: 129 000
  • 1970: 133 000
  • 1987: 127 000
  • 2002: 137 000

Religion

Die Bev√∂lkerung ist √ľberwiegend evangelisch-lutherisch. Historisch gepr√§gt gibt es zwei Kirchenkreise in der Region. Der Kirchenkreis Norderdithmarschen hat etwa 40.000 Mitglieder, der Kirchenkreis S√ľderdithmarschen etwa 59.000. Die Grenze zwischen den Kreisen verl√§uft auf der H√∂he von Heide, Helgoland geh√∂rt noch zu S√ľderdithmarschen. Die Sitze der Kreise sind Heide (Nord) und Meldorf (S√ľd). Beide geh√∂ren zur Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche. √úber eine Zusammenlegung beider Kirchenkreise wird, auch aus Kostengr√ľnden, seit l√§ngerem diskutiert.

Es gibt zwei r√∂misch-katholische Gemeinden in der Dithmarscher Diaspora . Die Kirchengemeinde St. Josef in Heide (Meldorf-B√ľsum) hat etwa 3.500 Mitglieder, die Gemeinde in Brunsb√ľttel ist bedeutend kleiner. Beide Gemeinden geh√∂ren zum Erzbistum Hamburg. Die Katholiken sind zum gr√∂√üten Teil Nachfahren polnischer Arbeiter, die Anfang des 20. Jahrhunderts nach Dithmarschen einwanderten, und die von Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten.

Im Kreisgebiete leben mindestens 500 Moslems. In Heide befindet sich eine Moschee. Ebenso existieren drei freikirchliche Gemeinden: zwei Baptistengemeinden in Heide und Sankt Michaelisdonn sowie eine Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Heide.

Bildung

In Heide existiert seit 1993 Schleswig-Holsteins j√ľngste Fachhochschule, die Fachhochschule Westk√ľste . In den f√ľnf Studieng√§ngen Betriebswirtschaft, Elektrotechnik und Informationstechnik, Management und Technik, Internationales Tourismusmanagement und Wirtschaft und Recht sind etwa 800 Studenten eingeschrieben, die von 29 Professoren und 25 wissenschaftlichen Mitarbeitern betreut werden.

In B√ľsum gibt es eine Au√üenstelle der CAU Kiel , das FTZ Westk√ľste , das vor allem zu Fragen der K√ľstengeologie und -geographie (einschlie√ülich K√ľstenschutz ) sowie zu Umweltthemen forscht.

2004 waren 17.900 Sch√ľler an den allgemeinbildenden Schulen Dithmarschens eingeschrieben. Im Kreis befinden sich sechs Gymnasien, drei Fachgymnasien, zwei Berufsschulen, f√ľnf Berufsfachschulen . Es gibt diverse kombinierte Grund- und Haupt- oder Real- und Hauptschulen. Insgesamt sind 13 Schulen Realschulen oder haben einen Realschulteil, 14 Hauptschulen, 9 F√∂rderschulen und 1 Schule f√ľr geistig Behinderte. Es gibt 44 Grundschulen oder Schulen mit Grundschulteil. Der Kreis ist einer von vier Kreisen in Schleswig-Holstein, in dem es keine Gesamtschule gibt. 4.400 Sch√ľler waren an berufsbildenden Schulen eingeschrieben. Au√üerdem befindet sich im Kreis die Landesberufsschule f√ľr Schornsteinfeger und Keramiker.

Wirtschaft

Dithmarschens Wirtschaft lebt vor allem von Tourismus, Landwirtschaft und Windenergie . Der Tourismus konzentriert sich im Norden auf B√ľsum, im S√ľden auf Friedrichskoog. Neben dem klassischen Badeurlaub mit Familie ist vor allem Radwandern bei den Touristen beliebt. Die j√§hrlich etwa 2 Millionen Touristen kommen fast nur aus dem Inland.

Die Arbeitslosenquote lag im September 2004 bei 11,6%. Im Januar 2005, nach den Hartz-Reformen und der neuen Statistik lag sie bei 17,4% und damit deutlich √ľber dem Schleswig-Holstein-Schnitt von 12,7%. Gr√∂√üte Arbeitgeber im Kreis sind das Bayer -Werk in Brunsb√ľttel (1.000 Besch√§ftigte), die Sparkasse Westholstein (600), die Shell - Erd√∂lraffinerie in Hemmingstedt (570), die Chemiefabrik Sasol in Brunsb√ľttel (570), die Druckerei Evers in Meldorf (560) und Beyschlag Maschinenbau in Heide (550). Wichtiger Arbeitgeber ist auch die Bundeswehr , vor allem mit den Standorten in Heide (Luftwaffengrundausbildung, Sprachenschule, Sanit√§tsstaffel) und Albersdorf (ABC-Abwehrbataillon; derzeit 740 Dienstposten). Aufgrund der Umstrukturierung der Bundeswehr wird aber der Standort Albersdorf demn√§chst ganz geschlossen und die Kaserne in Heide um 670 Dienstposten verkleinert werden.

In den letzten Jahren stieg der Anteil der Pendler , die in Hamburg oder im Hamburger Umland arbeiten. 2002 pendelten insgesamt 9.200 Personen aus dem Kreis hinaus, davon 1.700 nach Hamburg.

Landwirtschaft

Lämmer, Wesselburenerkoog
Lämmer, Wesselburenerkoog

Wichtigstes Anbauprodukt der Landwirtschaft ist Kohl . Europas gr√∂√ütes geschlossenes Anbaugebiet ist etwa 2.800 Hektar gro√ü und produziert ungef√§hr 80 Millionen Kohlk√∂pfe j√§hrlich. Das ist etwa ein Drittel der gesamten deutschen Produktion. Vor allem pflanzen die Dithmarscher Wei√ükohl , aber auch Rotkohl oder Wirsing an. Dem Anbau wird eine hohe kulturelle Bedeutung zugemessen. Die Dithmarscher Kohltage sind die einzige √ľberregionale Veranstaltung des Kreises. Im Gegensatz zu anderen Teilen Deutschlands, die eine Weink√∂nigin w√§hlen, gibt es in Dithmarschen zwei Kohlregentinnen. Neben Kohl werden Zuckerr√ľben , Getreide , Raps und Gem√ľse angebaut; ferner wird √ľberwiegend extensive Viehwirtschaft betrieben.

Der Kohlanbau begann in Dithmarschen schlagartig. Der Wesselburener G√§rtner Eduard La√ü begann 1889 Experimente mit dem Anbau verschiedener Gem√ľsearten, wobei sich Kohl als am besten geeignet erwies. Andere Bauern entdeckten das Erfolgsrezept schnell. Innerhalb der zehn Jahre von 1893 bis 1902 wuchs die Anbaufl√§che f√ľr Kohl allein im Kirchspiel Wesselburen von drei auf 283 Hektar. Wurden 1894 noch 863 Tonnen Kohl an Dithmarscher Bahnh√∂fen verladen, waren es 1913 bereits 97.000 Tonnen.

Das Dithmarscher Marschland eignet sich besonders gut zum Kohlanbau. Die Böden sind fruchtbar, so dass selbst in schlechten Jahren noch ein guter Ertrag erbracht werden kann. Durch den beständigen Seewind halten sich in der Gegend weit weniger Schädlinge wie der Kohlweißling .

Kohlernte bei Hedwigenkoog
Kohlernte bei Hedwigenkoog

Zu den Vorteilen des Marschlandes kamen g√ľnstige Bedingungen in der Infrastruktur. Die wachsenden St√§dte machten es f√ľr immer mehr Menschen unm√∂glich, ihr eigenes Gem√ľse anzubauen. Mit dem Bau der Eisenbahn nach Heide (1878) und von Zweigbahnen in die Marschen hinein (in den 1880ern) wurde es ebenso m√∂glich gro√üe Mengen an D√ľnger billig ein- beziehungsweise von Kohl auszuf√ľhren. In der gro√üen Zeit des Kohlanbaus etablierten sich mehrere Sauerkrautfabriken , die vor allem f√ľr den ausw√§rtigen Markt arbeiteten, da Sauerkraut nicht zur traditionellen Dithmarscher K√ľche geh√∂rt.

Kohlfeld bei Neuenkirchen
Kohlfeld bei Neuenkirchen

In den letzten Jahrzehnten wurde das Gesch√§ft jedoch zunehmend schwieriger. Die Ern√§hrungsgewohnheiten der Deutschen stellten sich um, so dass weit weniger Kohl gegessen wird. Zudem fallen die Preise seit dem Fall des Eisernen Vorhangs, was wirtschaftliches Arbeiten erschwert. Die Dithmarscher Bauern versuchen sich darauf einzustellen, indem sie spezialisiertere und aufw√§ndigere Z√ľchtungen, wie beispielsweise tafelfertigen Rotkohl pflanzen. Der direkte Hofverkauf vor allem an Touristen nimmt auch zu.

Energiewirtschaft

Alte √Ėlpumpe, Hemmingstedt
Alte √Ėlpumpe, Hemmingstedt

Besonders die Windenergie pr√§gt Wirtschaft und mittlerweile auch die Landschaft. Der GROWIAN stand im Kaiser-Wilhelm-Koog bei Marne, Deutschlands erster Windpark wurde 1987 ebenfalls in dieser Gemeinde er√∂ffnet. Die derzeit gr√∂√üte Windenergieanlage der Welt, die REpower 5M steht in Brunsb√ľttel.

In Dithmarschen stehen etwa 800 Windenergieanlagen , alle im Marschgebiet. Das sind etwa 5% aller deutschen WEA auf 0,15% der deutschen Fl√§che. Abgesehen von den Gegenden um B√ľsum und dem Speicherkoog ist die gesamte K√ľstenlinie fl√§chendeckend mit den Anlagen ausgestattet. Im Jahr 2003 erzeugten sie 651 Millionen Kilowattstunden Strom, das ist etwa die H√§lfte des gesamten Dithmarscher Energiebedarfs. Nach Angaben der e.on-Hanse flossen im selben Jahr etwa 59 Millionen Euro an Verg√ľtung an die Besitzer, davon gingen etwa 3 bis 5 Millionen Euro als Landpacht an die Bauern. Die Gr√ľnen sch√§tzen den Gewerbesteuerertrag durch alle Anlagen auf bis zu 4 Millionen Euro.

Windenergieanlagen bei Poppenwurth
Windenergieanlagen bei Poppenwurth

Da hier die kommerzielle Ausbeutung der Windenergie begann, sind viele Windenergieanlagen vergleichsweise alt und haben nur eine geringe Nennleistung. Deshalb sollen sie durch so genanntes Repowering durch gr√∂√üere und leistungsst√§rkere Anlagen ersetzt werden. Ob dabei ihre Anzahl zur√ľckgeht, ist bisher genausowenig sicher wie die genaue Ausgestaltung des Repowerings. Allerdings ist dies hoch umstritten. Der so genannte Repowering-Erlass der Landesregierung sieht die Neuerrichtung von Windenergieanlagen bis 150 Meter H√∂he vor, die in der flachen Dithmarscher Landschaft laut demselben Erlass aus bis zu 40 Kilometern Entfernung gesehen werden k√∂nnen. Hinzu kommen zahlreiche weitere Hochspannungsleitungen. Die Widerst√§nde in der Bev√∂lkerung gegen die Umwandlung der Naturlandschaft in einen Industriepark sind dementsprechend gro√ü. Zudem werden Auswirkungen auf den Tourismus bef√ľrchtet.

Das √Ėlfeld Mittelplate vor der K√ľste erbringt mit etwa 2 Millionen Tonnen j√§hrlich ungef√§hr 54% der gesamten deutschen Erd√∂lproduktion. Das 770 Megawatt produzierende Kernkraftwerk Brunsb√ľttel ist das Kernkraftwerk in Deutschland mit den meisten St√∂rf√§llen und den h√∂chsten Ausfallzeiten. Es soll 2008 vom Netz gehen. Die Erd√∂lraffinerie in Hemmingstedt verarbeitet im Jahr etwa 4 Millionen Tonnen Roh√∂l. Das √Ėl stammt zum Teil aus Mittelplate, zum Teil wird es √ľber den √Ėlhafen in Brunsb√ľttel importiert. Ein weiteres √Ėlfeld zwischen Heide und Hemmingstedt wird seit 1991 nicht mehr ausgebeutet.

Raffinerie Hemmingstedt
Raffinerie Hemmingstedt

Industrie

Bayer in Brunsb√ľttel
Bayer in Brunsb√ľttel

Die Industrie konzentriert sich in Brunsb√ľttel. Bereits seit dem Bau des Nord-Ostsee-Kanals gab es dort mehrere industrielle Kleinbetriebe, die die gute Verkehrslage nutzten. In den 1960ern/1970ern fand dort von Land und Kreis initiiert, ein ehrgeiziges Infrastrukturprogramm statt. Der Elbhafen wurde seit den 1960ern analog zu anderen Gebieten der Nordseek√ľste (Emden/Dollarthafen; Wilhelmshaven) verst√§rkt industrialisiert. Ein ehrgeiziges Infrastrukturprogramm f√ľhrte zum Bau des √Ėlhafens (1960), des Elbehafens (1967), des Kernkraftwerks (1976) und eines weiteren Elbehafens (1979) sowie zu Industrieansiedlungen besonders der rohstoffverarbeitenden Industrie. Der erste mineral√∂lverarbeitende Betrieb CONDEA (heute zu Sasol geh√∂rend) siedelte sich 1963 an, dazu kamen 1977 ein Bayer-Werk, Schelde-Chemie (1980), VEBA -Chemie (1981), eine D√ľngemittelfabrik des norwegischen Konzerns Norsk Hygro, eine Bitumenfabrik von Elf Aquitaine und seit 1994 eine Sonderm√ľllverbrennungsanlage. Zudem h√§lt DEA bzw. jetzt Shell Bunker- und Speicherkapazit√§ten vor, die √ľber eine Pipeline mit der Erd√∂lraffinerie in Hemmingstedt verbunden sind. In den letzten Jahren verlor das ehemalige Vision der "nachhaltigen Industrialisierung" an Glanz. Werke wurden geschlossen, beziehungsweise verkauft und/oder verkleinert.

Neben dem Kernkraftwerk in Brunsb√ľttel liefert vor allem das 1987 gebaute Kernkraftwerk Brokdorf den Strom f√ľr die Anlagen.

Tourismus

B√ľsumer Strand mit Ferienhochhaus
B√ľsumer Strand mit Ferienhochhaus

Wichtigstes Standbein des Tourismus in Dithmarschen sind Strandurlauber an der Nordsee und im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Der Kreis besitzt insgesamt etwa 10 Kilometer Gr√ľnstr√§nde mit vorgelagertem Watt, B√ľsum besitzt auch einen kleinen k√ľnstlich aufgesch√ľtteten Sandstrand. B√ľsum ist dabei die mit Abstand wichtigste Gemeinde f√ľr den Tourismus. Im Jahr 2003 wurden dort 756.630 √úbernachtungen gez√§hlt, in Friedrichskoog 75.654 und in B√ľsumer Deichhausen 33.811. Insgesamt verbrachten im Kreis 205.382 Urlauber insgesamt 1.173.205 N√§chte. Obwohl die Touristenzahlen in den letzten Jahren leicht zur√ľck gingen, steht die Nordseek√ľste weniger unter dem Konkurrenzdruck Mecklenburg-Vorpommerns als die Schleswig-Holsteinische Ostseek√ľste, da sich die Landschaften weniger gleichen und viele Urlauber auf die typische Nordseelandschaft festgelegt sind und nicht an die Ostsee wechseln wollen.

Die Frage nach Strandeintritt ist heftig umstritten. Die beiden wichtigsten Gemeinden in dieser Hinsicht, B√ľsum (etwa 1 Millionen Strandbesucher/Jahr) und Friedrichskoog (300 000) erheben ihn, zahlreiche kleinere Gemeinden in unmittelbarer N√§he nicht.

Neben dem Strand versucht der Kreis und das Gastgewerbe in den letzten Jahren verst√§rkt andere Einnahmequellen zu erschlie√üen. Dazu geh√∂rt zum einen der auch hier boomende Wellness -Tourismus. Zum anderen wird versucht das Hinterland und die Region f√ľr Touristen attraktiver zu machen. Dazu geh√∂rt der Ausbau des Radwege- (und Inliner-)Netzes. Durch Dithmarschen f√ľhrt unter anderem der Nordseek√ľstenradweg . Die Eider-Treene-Sorge-Region , zu der Dithmarschen teilweise geh√∂rt, versucht verst√§rkt Naturliebhaber, Kanu- und Kajak-Touristen und Sportbootfahrer mit einem in seiner Art einmaligen Gebiet in der Eider-Treene-Niederung anzulocken. Zudem wird die historische und kulturgeschichtliche Tradition der Dithmarscher st√§rker betont und touristisch erschlossen.

Verkehr

Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals in Brunsb√ľttel
Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals in Brunsb√ľttel

Dithmarschen liegt umgeben von Wasser. Nordsee , Eider, Elbe, Gieselau und Nord-Ostsee-Kanal begrenzen den Kreis, so dass zum Betreten oder Verlassen Dithmarschens auf jeden Fall ein Gew√§sser √ľberquert werden muss. Bis zum Bau des Nord-Ostsee-Kanals befand sich in seiner heutigen Position ein ausgedehntes Sumpfgebiet, das √§hnliche Probleme mit sich brachte.

Von besonderer Bedeutung im Verkehr waren deshalb von Anfang an Schiffe und Br√ľcken. Wichtigster Hafen ist der Elbhafen in Brunsb√ľttel mit seiner wirtschaftlichen Bedeutung. Vom Hafen in B√ľsum fahren Ausflugsschiffe und Fischkutter. Vor allem als kleiner Jachthafen dient der Hafen am Meldorfer Speicherkoog. Wichtige Br√ľcken sind die Eisenbahnbr√ľcke in Hochdonn und die Autobahnbr√ľcke Gr√ľnental √ľber den Kanal, die Eiderbr√ľcke bei T√∂nning und seit 1973 die Eiderquerung durch das Eidersperrwerk hindurch. Unregelm√§√üig wird versucht eine F√§hrverbindung zwischen Brunsb√ľttel und Cuxhaven am anderen Elbufer einzurichten, diese wird jedoch bald darauf aus wirtschaftlichen Gr√ľnden wieder aufgegeben. Um ans andere Ufer des Flusses zu kommen ist so im Normalfall der Umweg √ľber Hamburg oder mindestens Gl√ľckstadt notwendig.

B203 bei Lohe-Rickelshof
B203 bei Lohe-Rickelshof

Die Bundesautobahn 23 wurde 1986 vom Steinburger Itzehoe aus nach Heide verl√§ngert und ist heute die wichtigste Verkehrsverbindung zur Au√üenwelt. Ins s√ľdwestliche Kreisgebiet und nach Norden (Husum, Nordfriesische Inseln) f√ľhrt die Bundesstra√üe 5. Nach Kiel und Rendsburg f√ľhrt die Bundesstra√üe 203.

Wichtigste Zugverbindung ist die Marschbahn zwischen Hamburg und Westerland, die in Heide h√§lt. Vom Hafen Brunsb√ľttel aus gibt es eine Anbindung f√ľr G√ľterz√ľge zu dieser Hauptstrecke. Von B√ľsum √ľber Heide nach Neum√ľnster f√ľhrt eine Strecke der Schleswig-Holstein-Bahn.

Bei B√ľsum und St. Michaelisdonn befinden sich kleine Flugpl√§tze.

Politik

Sitze im Kreistag haben CDU (27 Sitze, absolute Mehrheit), SPD (13 Sitze), Unabhängige Wählergemeinschaft Dithmarschen (UWD) (sechs Sitze) und FDP (zwei Sitze).

Dithmarschen entsendet eine direkt gew√§hlte Abgeordnete in den deutschen Bundestag : im Wahlkreis 3 (Steinburg-Dithmarschen S√ľd), Rolf Koschorrek (CDU). √úber die Landesliste erreichten auch noch seine beiden Mitbewerber J√∂rn Thissen (CDU) und J√ľrgen Koppelin (FDP) das Mandat. F√ľr den Wahlkreis 2 (Nordfriesland-Dithmarschen Nord) erlangte der ehemalige Sylt-Oster B√ľrgermeister Ingbert Liebing ( CDU ) das Mandat. Sein Vorg√§nger Harry Peter Carstensen gab das Mandat zugunsten seines Ministerpr√§sidentenpostens in Schleswig-Holstein ab.

Bei der Landtagswahl 2005 erhielt die CDU in Dithmarschen-Nord 47,3%. Die SPD kam auf 35,1%. Die FDP auf 7,7%, die Gr√ľnen auf 3,2%. Der SSW erhielt 1,7%, die NPD 2,1%. Die Verh√§ltnisse waren im Vergleich zum restlichen Schleswig-Holstein klar in Richtung schwarz-gelb verschoben. Insbesondere die CDU erhielt fast 20% bzw. 7 Prozentpunkte mehr als im Landesdurchschnitt. Einzig verl√§√üliche Hochburg der SPD ist Brunsb√ľttel. Insbesondere die Gr√ľnen haben seit vielen Jahren einen schweren Stand, da sie mit dem oft umstrittenen Naturschutz, den Nachteilen des Nationalparks und den ebenfalls umstrittenen Windenergieanlagen gleichgesetzt werden. √Ąhnlich, wenn auch in weit geringerem Ausma√ü, waren die Verschiebungen gegen√ľber dem Bundes- und Landesergebnis bei der Bundestagswahl 2002 .

Landräte

  • 29. Mai 1970 bis 31. Mai 1986 : Karl-Heinrich Buhse, Jurist
  • 31. Oktober 1986 bis 31. Januar 1996 : Hans-Jakob Tiessen, Jurist
  • seit 1. Juni 1996 : Dr. J√∂rn Klimant ( parteilos ), Jurist

Kreispräsidenten

  • 11. Mai 1970 bis 25. September 1981 : Hermann Gl√ľsing , ( CDU ), Landwirt
  • 20. Januar 1982 bis 20. April 1998 : Rolf Gosau, Gastwirt
  • seit 21. April 1998 : Karsten Peters ( CDU ), Schulleiter

Städte und Gemeinden

Wesselburen Skyline
Wesselburen Skyline

Die St√§dte und Gemeinden in Dithmarschen entwickelten sich aus den Kirchspielen der Bauernrepublik. Einzig Meldorf konnte bereits im Mittelalter eine st√§dtische Struktur herausbilden, w√§hrend die anderen Kirchspiele l√§ndlich gepr√§gt blieben. Heide entwickelte sich in der Neuzeit zum Konkurrenten Meldorfs, weitere Bedeutung hatten Wesselburen und W√∂hrden als Zentren der Nordermarsch. In Folge der Annexion Schleswig-Holsteins durch Preu√üen erhielten die wichtigeren Orte im sp√§ten 19. Jahrhundert das Stadtrecht und schieden so aus den Kirchspielen aus: Meldorf 1869, Heide 1870, Marne 1891 und Wesselburen 1899. Das alte Brunsb√ľttel und der im Zuge der Industrialisierung in den 1960ern geschaffene Brunsb√ľttelkoog wurden 1970 zur Stadt Brunsb√ľttel vereinigt.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Kirchspiele endg√ľltig aufgel√∂st, die einzelnen Gemeinden rechtlich selbstst√§ndig. Zur effektiveren Erledigung der Verwaltungsaufgaben sind die Gemeinden, wie √ľberall in Schleswig-Holstein, zu √Ąmtern zusammengefasst. Diese hei√üen in Dithmarschen aus historischen Gr√ľnden Amt Kirchspielslandgemeinde . Bei der Verwaltungsreform von 1970 wurden nicht nur die beiden Dithmarscher Teilkreise wieder zusammengelegt, sondern auch zahlreiche √Ąmter neugeschnitten.

Gr√∂√üte Stadt ist gemessen an den Einwohnerzahlen Heide. B√ľsum nimmt eine Sonderstellung ein: obwohl amtsangeh√∂rige Gemeinde ist es, aufgrund der Touristen, gemessen an den dort lebenden Menschen, die gr√∂√üte Stadt des Kreises in den Sommermonaten.

Soziogeographisch ist zum einen die Unterscheidung zwischen (historisch reichen) Marschgebieten und (historisch armen) Geestgebieten wichtig. Diese spielt ebenso wie die historische Trennung in Norder- und S√ľderdithmarschen auch heute noch eine Rolle im Alltagsleben. Die beiden wichtigsten St√§dte liegen direkt an der Grenze zwischen Marsch und Geest (Heide) beziehungsweise auf einer Geestzunge inmitten von Marschgebiet (Meldorf).

Gemeindegliederung Dithmarschen

Städte

  1. Brunsb√ľttel (13.918 Einwohner ) (S√ľdermarsch)
  2. Heide (20.527 Einwohner) (Marsch/Geest)
  3. Marne (6.034 Einwohner) (S√ľdermarsch)
  4. Meldorf (7.724 Einwohner) (Marsch/Geest)
  5. Wesselburen (3.131 Einwohner) (Nordermarsch)

amtsfreie Gemeinde

Friedrichskoog (2.490 Einwohner) (S√ľdermarsch)

√Ąmter Kirchspielslandgemeinden

  1. Albersdorf
    Albersdorf, Arkebek, Bunsoh, Immenstedt, Offenb√ľttel, Osterrade, Schafstedt, Schrum, Tensb√ľttel-R√∂st, Wennb√ľttel
  2. Burg-S√ľderhastedt
    Brickeln, Buchholz, Burg (Dithmarschen), Eggstedt, Frestedt, Gro√üenrade, Hochdonn, Kuden, Quickborn, S√ľderhastedt
  3. B√ľsum
    B√ľsum, B√ľsumer Deichhausen, Hedwigenkoog, Oesterdeichstrich, Warwerort, Westerdeichstrich
  4. Eddelak-Sankt Michaelisdonn
    Averlak, Dingen, Eddelak, Sankt Michaelisdonn
  5. Heide-Land
    Hemmingstedt, Lieth, Lohe-Rickelshof, Nordhastedt, Wöhrden
  6. Hennstedt
    Barkenholm, Bergew√∂hrden, Delve, Fedderingen, Gl√ľsing, H√§gen, Hennstedt, Hollingstedt, Kleve, Linden, Norderheistedt, Schlichting, S√ľderheistedt, Wiemerstedt
  7. Lunden
    Groven, Hemme, Karolinenkoog, Krempel, Lehe, Lunden, Rehm-Flehde-Bargen, Sankt Annen
  8. Marne-Land
    Diekhusen-Fahrstedt, Helse, Kaiser-Wilhelm-Koog, Kronprinzenkoog, Marnerdeich, Neufeld, Neufelderkoog, Ramhusen, Schmedeswurth, Trennewurth, Volsemenhusen
  9. Meldorf-Land
    Bargenstedt, Barlt, Busenwurth, Elpersb√ľttel, Epenw√∂hrden, Gudendorf, Krumstedt, Nindorf, Nordermeldorf, Odderade, Sarzb√ľttel, Windbergen, Wolmersdorf
  10. Tellingstedt
    Dellstedt, D√∂rpling, Gaushorn, H√∂vede, Pahlen, Schalkholz, S√ľderdorf, Tellingstedt, Tielenhemme, Wallen, Welmb√ľttel, Westerborstel, Wrohm
  11. Weddingstedt
    Neuenkirchen, Ostrohe, Stelle-Wittenwurth, Weddingstedt, Wesseln
  12. Wesselburen
    Friedrichsgabekoog, Hellschen-Heringsand-Unterschaar, Hillgroven, Norddeich, Norderw√∂hrden, Oesterwurth, Reinsb√ľttel, Sch√ľlp, Str√ľbbel, S√ľderdeich, Wesselburener Deichhausen, Wesselburenerkoog

Wappen

Kreiswappen des Kreises Dithmarschen
Kreiswappen des Kreises Dithmarschen

Das Wappen, der Dithmarscher Reiter, zeigt in Rot auf einem silbernen galoppierenden Pferd mit goldenem Zaumzeug und blauer Satteldecke einen golden ger√ľsteten Reiter mit silbernem Helmbusch, der sein silbernes Schwert √ľber dem Kopf schwingt. Das Wappen wurde nach der Eroberung des Landes durch den d√§nischen K√∂nig Friedrich II. eingef√ľhrt, tauchte aber urspr√ľnglich nur im Siegel des F√ľrsten auf. Da es einen Ritter zeigt, war es im auf seine Zeit als Bauernrepublik stolzen Dithmarschen bis nach 1945 heftig umstritten. Erst in den letzten Jahren zeigt sich eine allgemeine Akzeptanz, die sich in zahlreichen gehissten Dithmarschenflaggen an Fahnenmasten manifestiert. Ob der Reiter den Heiligen Georg darstellen soll oder wie in der √§lteren Forschung angenommen die Kavallerie des d√§nischen K√∂nigs symbolisiert, ist unklar.

Die Dithmarscher selbst gaben sich nach der Schlacht bei Hemmingstedt ein Wappen, das die Schutzheilige des Landes Maria und den heiligen Oswald zeigte - an seinem Namenstag hatten sie 1404 den Herzog von Schleswig besiegt. Nachdem das Land endg√ľltig seine Unabh√§ngigkeit verloren hatte, ersetzten sie die Figuren durch eine Maria dolorosa , gegen deren Herz eine Schwertspitze gerichtet war.

Die, h√§ufig auch an Privath√§usern aufgezogene, Flagge des Kreises zeigt am Fahnenmast das Dithmarscher Wappen. Auf der anderen Seite ist sie Rot und Wei√ü mindestens achtmal gestreift; das Muster wurde von der Bremer Flagge √ľbernommen, da Dithmarschen zur Zeit der Bauernrepublik de jure Bestandteil des Erzbistums Bremen war.

Literatur

Zum Urlaub in Dithmarschen sind diverse Reisef√ľhrer und kommentierten Karten erschienen. Welche davon am besten passt, h√§ngt vor allem von den Erwartungen und Zielen des Reisenden ab.

  • Otto G. Meier, Die Naturschutzgebiete in Dithmarschen
  • Gerda Nissen: Typisch Dithmarscher. Ansichten und Profile eines legend√§ren Volkes. ISBN 3-8042-0683-2
  • Nis R. Nissen: Kleine Geschichte Dithmarschens, ISBN 3-8042-0358-2
  • Frank Trende: Die Schlacht bei Hemmingstedt. Ein deutscher Mythos zwischen Politik, Poesie und Propaganda.; ISBN 3-8042-0990-4
  • Touristikzentrale Dithmarschen und Verein f√ľr Dithmarscher Landeskunde: HISTOUR Dithmarschen. Der historisch-touristische F√ľhrer zu Natur- und Kulturdenkmalen in Dithmarschen.; Heide 2003; Boyens & Co. ISBN 3-8042-1008-2
  • Verein f√ľr Dithmarscher Landeskunde (Hrsg.); Martin Gietzelt (Red.): Geschichte Dithmarschens; Heide, Boyens & Co. ISBN 3-8042-0859-2 (Standardwerk zum Thema)

Zeitschrift

  • Dithmarschen ‚Äď Zeitschrift f√ľr Landeskunde, Kultur und Natur; ISSN 0012-4125 . (Viertelj√§hrlich, Einmal im Jahr erscheint eine Themenausgabe)

Weblinks

Commons: Dithmarschen ‚Äď Bilder, Videos oder Audiodateien


Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Kreis Dithmarschen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Kreis Dithmarschen verfügbar.

fair-hotels. Ein Service der
VIVAI Software AG
Betenstr. 13-15
44137 Dortmund

Tel. 0231/914488-0
Fax 0231/914488-88
Mail: info@vivai.de
Url: http://www.vivai.de