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Letzte Änderung für Artikel Harde: 01.02.2006 19:54

Harde

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Mit Harden (härad = Hundertschaft) bezeichnete man in Skandinavien , namentlich im späteren Dänemark und in Teilen des späteren Schweden und Norwegen , die unteren Verwaltungsbezirke.

Harden entstanden m√∂glicherweise noch w√§hrend der Wikingerzeit . Ihre urspr√ľngliche Bedeutung und Entstehung l√§sst sich nicht mehr ganz rekonstruieren. Eine Harde umfasste mehrere Siedlungen , die gemeinsam ihren Beitrag f√ľr die Landesverteidigung zu leisten hatten. Die Versammlung der Einwohner , das Hardesting, bekam immer mehr Bedeutung als ordentliches Untergericht. Leiter desselben war ein vom Landesherrn ernannter Hardesvogt, der in der Regel aus der Mitte der Einwohner gestellt wurde.

Im Zuge der Christianisierung wurde zunächst in jeder Harde eine erste Hardeskirche errichtet, von der dann weitere Kirchspiele abgelegt wurden. Diese entwickelten sich zu untergeordneten Verwaltungseinheiten, bekamen jedoch - anders als in Holstein - keine Bedeutung als Polizei- und Gerichtsbezirke.

In J√ľtland und Schleswig waren mehrere Harden in Syssel zusammengefasst, die vermutlich ebenso alt sind und deren urspr√ľngliche Bedeutung ebenfalls schwierig zu deuten ist. Diese wurden im 14. Jahrhundert durch die Lehnsdistrikte bzw. √Ąmter verdr√§ngt, welche sich um die inzwischen entstandenen landesherrlichen Burgen entwickelten.

Geschw√§cht wurde die Stellung der Harden ab dem Sp√§tmittelalter dadurch, dass sowohl mit Stadtrechten bewidmete St√§dte, adlige G√ľter, geistliche Besitzungen und ab dem 17. Jahrhundert auch oktroyierte K√∂ge (eine Besonderheit im Herzogtum Schleswig) eigene Gerichts- und Polizeibezirke wurden. Dennoch behielten die Harden ihre Funktion als landesherrliche Untergerichts- und Polizeibezirke.

Urspr√ľnglich waren die Hardesv√∂gte eingesessene Bauern. Obwohl vom Landesherren zu ernennen, wurde das Amt nicht selten vererbt. Ab dem 17. Jahrhundert wurden die rechtlichen Verh√§ltnisse komplizierter, und man ging immer mehr dazu √ľber, gelehrte Juristen als Hardesv√∂gte anzustellen. Dies f√ľhrte gewisse Probleme mit sich, da alte Gewohnheitsrechte oftmals noch mehr Autorit√§t besa√üen als neu erlassene Verordnungen und Gesetze. Dennoch setzte sich die landesherrliche Verwaltung hier allm√§hlich durch.

1791 vereinheitlichte man in D√§nemark s√§mtliche Verwaltungsgrenzen, so dass die dortigen Harden wieder zu abgerundeten Territorien wurden. Im Schleswig blieb dies jedoch aus. Erst 1850 vereinheitlichte man einige Amts-, Hardes- und Kirchspielsgrenzen, und mit der Verordnung vom 3. Juni 1853 f√ľgte man die adligen G√ľter, die oktroyierten K√∂ge und die verbliebenen geistlichen Besitzungen wieder in die Harden ein.

Nachdem Schleswig in das K√∂nigreich Preu√üen einverleibt worden war, f√ľhrte man am 22. Juni 1867 eine neue Gerichtsordnung ein. Die alten Hardes- und Stadtgerichte wurden durch die im Prinzip noch heute bestehenden Amtsgerichte ersetzt. Die Harden fungierten nur noch als Polizeidistrikte und wurden fortan Hardesvogteien genannt. Die adligen G√ľter wurden jedoch erneut von ihnen abgetrennt. Ab dem 1. Januar 1889 wurden die Hardesvogteien durch kleinere Amtsbezirke ersetzt.

In D√§nemark bildeten die Harden noch bis 1919 die unteren Rechts- und Polizeibezirke. In diesem Jahr wurden die Hardesv√∂gte endg√ľltig durch in ihren √Ąmtern getrennte Polizeimeister und Untergerichts-Richter ersetzt. Die Harden blieben als Bezirke jedoch noch bis zur Rechtsreform 1956 bestehen. Bis 1970 bildeten sie noch die Grundlage f√ľr die Einteilung D√§nemarks in evangelische Propsteien .

Wenn auch die Harden heute verschwunden sind, leben einige ihrer Namen noch als Landschafts- oder Amtsbezirksbezeichnungen fort, vor allem in Nordfriesland (Amt Karrharde, Amt Wiedingharde und Amt B√∂kingharde) und in Nord j√ľtland .

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Wikipedia

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