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Letzte Änderung für Artikel Sylt: 14.02.2006 11:04

Sylt

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Sylt aus dem Weltraum.
Sylt aus dem Weltraum.

Sylt ( dĂ€nisch : Sild, friesisch: Söl) ist die grĂ¶ĂŸte der Nordfriesischen Inseln. Sie befindet sich im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein.

Über die Herkunft der Namensbezeichnung „Sylt“ gibt es verschiedene Theorien. Eine besagt, der Name „Sylt“ sei von dem englischen Wort fĂŒr Schwelle (engl.: sill) abgeleitet, hĂ€tte also die Bedeutung „Landschwelle“. Ein anderer Ansatz geht vom Ursprung des Namens im dĂ€nischem Wort fĂŒr Hering „Sild“ aus, da die Sylter Seefahrer ehemals sehr aktiv den Heringsfischfang betrieben.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Lage

Blick vom Roten Kliff auf den Sylter Strand.
Blick vom Roten Kliff auf den Sylter Strand.

Sylt hat eine GrĂ¶ĂŸe von 99,14 kmÂČ und ist damit die viertgrĂ¶ĂŸte deutsche Insel und die grĂ¶ĂŸte Nordseeinsel Deutschlands . Zur Westseite erstreckt sich ein weißer Sandstrand , an dem die Nordsee brandet, zur Ostseite liegt das stille Wattenmeer. Bei Niedrigwasser liegt zwischen der Insel und dem Festland der Meeresboden weitgehend frei und bietet Wat - und Meeresvögeln einen Rast- und Futterplatz.

Die Insel erstreckt sich ĂŒber 38,0 km in Nord-SĂŒd-Richtung und ist im Norden, am Königshafen bei List, und sĂŒdlich von Rantum nur circa 380 Meter schmal. An ihrer breitesten Stelle, von der Stadt Westerland im Westen bis zur Nössespitze bei Morsum im Osten, misst sie 12,6 km.

Die Form der Insel hat sich im Lauf der Zeit stĂ€ndig verĂ€ndert, ein Prozess, der auch heute noch im Gange ist. Der nördliche und der sĂŒdliche Nehrungshaken der Insel bestehen ausschließlich aus Sand , wĂ€hrend der Mittelteil der Insel, im Bereich der Ortschaften Westerland, Wenningstedt und Sylt-Ost, auf einem Geestkern ruht. Seeseitig ist dieser Geestkern in Form des Roten Kliffs sichtbar. Sylt ist seit der MandrĂ€nke von 1362 eine Insel, ihre höchste Erhebung ist die Uwe-DĂŒne mit 52,5 Metern ĂŒ. d. Meeresspiegel.

Klimatische VerhÀltnisse

Das Seeklima auf der Nordseeinsel Sylt wird vom Golfstrom beeinflusst, die Wintermonate sind mit durchschnittlich etwa 2 °C etwas milder als auf dem Festland . Die Sommermonate sind mit durchschnittlich 17 °C dagegen, trotz lĂ€ngerer Sonnenscheindauer, etwas kĂŒhler. Im Durchschnitt hat Sylt tĂ€glich 4,4 Stunden Sonnenschein. Dass Sylt mit durchschnittlich 1.714 Stunden rund 150 Stunden mehr Sonnenschein als der Rest der Republik hat, ist mit dem geringen Relief der KĂŒste zu begrĂŒnden. Wolken können sich nicht so schnell stauen und - wenn Wolken entstanden sind - werden diese in der Regel durch den permanenten Wind vertrieben.

Die Jahresmitteltemperatur liegt bei 8,5 °C. Aktuelle Klima- und Wetterdaten liefern sowohl seit 1937 die nördlichste Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes auf einer DĂŒne bei List als auch einige Stationen kommerzieller Wetterbeobachter, wie Meteomedia - ebenfalls in List.

Was fĂŒr die Skandinavier die Mitternachtssonne , sind fĂŒr die Sylter die „weißen NĂ€chte“. Sie entstehen in den Wochen um die Sommersonnenwende , wenn die Sonne nach Sonnenuntergang nur knapp hinter dem Horizont verschwindet und so ĂŒber den nördlichen Horizont der Insel einen Silberstreif zieht. Es ist in diesen NĂ€chten merklich heller - Ă€hnlich einer permanenten DĂ€mmerung . Die Tage um die „weißen NĂ€chte“ haben eine Dauer von ĂŒber 17 Stunden, dazu kommen noch jeweils circa eine Stunde Abend- und MorgendĂ€mmerung. Somit dauern die „weißen NĂ€chte“ etwa nur fĂŒnf Stunden, bis die echte MorgendĂ€mmerung wieder eintritt.

KĂŒstenschutz

Eine Buhne im Norden von Westerland.
Eine Buhne im Norden von Westerland.
Abbruchkante einer SandvorspĂŒlung am Strand von Westerland.
Abbruchkante einer SandvorspĂŒlung am Strand von Westerland.

Als Schutzmaßnahmen gegen die stetige Erosion an den KĂŒsten der Insel Sylt begann man schon im 19. Jahrhundert mit der Errichtung von Holzpfahlbuhnen . Diese wurden rechtwinklig zur KĂŒste in die See hinein gebaut. SpĂ€ter wurden sie von Metall- und schließlich von Stahlbetonbuhnen abgelöst. Diese Bauwerke erzielten jedoch nicht den gewĂŒnschten Erfolg, die durch Querströmungen verursachte Erosion zu stoppen. Die „ Lee -Erosion“, also die auf der wind- und strömungsabgewandten Seite der Buhnen, verhinderte nachhaltige Sandablagerungen .

In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts versuchte man durch die so genannten Tetrapoden , die am Fuße der DĂŒnen Ă€hnlich wie die Buhnen ins Meer hinaus verlegt wurden, die Meeresgewalten zu stoppen - vergeblich. Die tonnenschweren, in Frankreich entwickelten vierfĂŒĂŸigen Betonbauten waren fĂŒr den Sylter Strand zu schwer - sie versanken zum Teil im Sand. Auch sie konnten die Erosion nicht aufhalten. Vor dem Hörnumer Weststrand sind ab Mitte 2005 Tetrapoden-Schutzwerke wieder entfernt worden, da diese im RĂŒckblick keinen Nutzen gegen die fortschreitende Erosion geboten hatten.

Seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wird - als zurzeit einzig wirksame Waffe gegen die Erosion - Sand vor die KĂŒsten der Insel gespĂŒlt. Baggerschiffe pumpen ein Wasser-Sand-Gemisch an den Strand, an dem es von Bulldozern verteilt wird. Damit wird bei Sturmfluten lediglich der vorgespĂŒlte Sand abgetragen - die eigentliche natĂŒrliche KĂŒstenlinie wird somit geschĂŒtzt und die Erosion wesentlich verlangsamt. Negativ sind die immensen Kosten der SandvorspĂŒlungen zu beurteilen, der Bedarf von jĂ€hrlich einigen Millionen Euro wird zurzeit von Bundes-, Landes- und EU-Mitteln gedeckt. Parallel dazu hat man an einigen Strandabschnitten damit begonnen, die oben erwĂ€hnten - sich als völlig nutzlos im KĂŒstenschutz erwiesenen - Buhnen mit großem Aufwand abzutragen. Dieser Maßnahme ist auch die wohl berĂŒhmteste Buhne der Insel, die BUHNE 16, zum Opfer gefallen.

Das Wattenmeer, östlich zwischen Sylt und dem Festland gelegen, ist seit 1935 Natur - und Vogelschutzgebiet und ein Teil des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Lahnungen im Uferbereich des Watts sollen die Sedimentation fördern und der Landgewinnung dienen. Wattwanderungen werden in den meisten Orten angeboten.

Neben der kontinuierlichen SandvorspĂŒlung gibt es auch weitere AnsĂ€tze zum dauerhaften KĂŒstenschutz. Eine davon ist das Prinzip der StrandentwĂ€sserung („ Stranddrainage “), das an einigen Strandabschnitten in DĂ€nemark bereits seine Wirksamkeit bewiesen hat und nun versuchsweise auch am Weststrand der Insel Sylt eingesetzt werden soll.

Ortschaften auf Sylt

Bild:Sylt.png
1. List. 2. Kampen. 3. Braderup. 4. Wenningstedt. 5. Munkmarsch. 6. Keitum. 7. Westerland. 8. Morsum. 9. Archsum. 10. Rantumer Becken. 11. Rantum. 12. Hörnum.

Die Insel Sylt ist in zwei Verwaltungsbereiche unterteilt. Das Amt Landschaft Sylt verwaltet alle Inselorte mit Ausnahme der selbststÀndigen Stadt Westerland. Die Verwaltung des Amt Landschaft Sylt befindet sich in Keitum .

Die Insel hat aktuell (Stand 2004) 27.219 Einwohner, davon leben 10.488 in Westerland. Zu beachten ist, dass in diesen Zahlen die Zweitwohnungsbesitzer nicht enthalten sind.

Hörnum

Der sĂŒdlichste Ort Sylts, Hörnum, wurde erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegrĂŒndet. Er bestand zunĂ€chst lediglich aus HafengebĂ€uden der HAPAG sowie dem Leuchtturm Hörnum, der im Jahr 1907 errichtet wurde. Der Ort war bis 1970 ĂŒber die Inselbahn mit Westerland verbunden. Aber schon in frĂŒherer Zeit soll die unbesiedelte SĂŒdspitze der Insel SeerĂ€ubern als Unterschlupf gedient haben. Aus dieser Zeit soll die noch heute verwendete Flurbezeichung „Budersand“ stammen; sie bezeichnet eine große DĂŒne an der Ostseite des Ortes, auf der in frĂŒheren Zeiten „Buden“ - also HĂŒtten - gestanden haben sollen.

Ab 1907 verzeichnete der abgelegene Ort einen großen Aufschwung. Nicht nur der Tourismus, auch die Wehrmacht bzw. Bundeswehr prĂ€gten diesen Ort; letztere hat sich unlĂ€ngst aus den Kasernen zurĂŒckgezogen, sodass der Tourismus heute den Ort beherrscht. Auf dem ehemaligen KasernengelĂ€nde im Nordosten des Dorfes entsteht zur Zeit ein Golfplatz. Dazu wird ein Großteil der leerstehenden alten KasernengebĂ€ude abgerissen.

Von stĂ€ndigen Sandverlusten ist die SĂŒdspitze der Insel, die so genannte „Odde“, gezeichnet; Jahr fĂŒr Jahr werden große Teile der DĂŒnenlandschaft durch Sturmfluten und Gezeiten abgetragen. Auch KĂŒstenschutzbauwerke erzielten keine Wirkung, so dass auch in Zukunft zu erwarten ist, dass die „Odde“ weiter schrumpfen wird. GefĂ€hrdet sind dadurch bereits erste Ortsteile von Hörnum, insbesondere die so genannte „Kersig-Siedlung“ - eine Siedlung von SommerhĂ€usern in den sĂŒdwestlichen DĂŒnen von Hörnum.

Kampen

An der WestkĂŒste liegt das Rote Kliff. Zwischen Kampen und Wenningstedt, auf der hohen Geest, steht seit 1855 der markante 38 Meter oder 179 Treppenstufen hohe, schwarz-weiße Leuchtturm Kampen. Er ist der Ă€lteste der Insel. Bei guter Sicht ist sein 62 Meter ĂŒber NN gelegenes Licht 25 Seemeilen (etwa 45 km) weit zu sehen. Seit 1977 wird er - wie alle vier Sylter Leuchtfeuer - ferngesteuert. Ein weiterer Leuchtturm in Kampen ist der Leuchtturm Rotes Kliff. Bei diesem handelt es sich jedoch genaugenommen um ein altes „Quermarkenfeuer“, das seit den 1970er Jahren schon außer Betrieb ist. In Kampen befindet sich mit der Uwe-DĂŒne der höchste Punkt der Insel. Diese DĂŒne - benannt nach dem friesischen FreiheitskĂ€mpfer Uwe Jens Lornsen - erhebt sich bis auf 52,5 Meter ĂŒber NN. Sie ist als AussichtsdĂŒne zu erklimmen. Kampen galt vor allem in den 1950er und 1960er Jahren als der Prominententreff in Deutschland. In Kampen befindet sich das Atelier des Malers Siegward Sprotte , welches in den Sommermonaten besucht werden kann.

List

List ist ein Seebad an der Nordspitze der Insel Sylt und zugleich der nördlichste Ort in Deutschland. Er ist von einer spektakulĂ€ren Landschaft aus WanderdĂŒnen, Heide und Salzwiesen umgeben. Diese auch als Listland bezeichnete Landschaft befindet sich in Privatbesitz einer Erbengemeinschaft. List hat an seiner Ostseite einen Schutzhafen. Dort liegen Ausflugsschiffe der Adler Reederei. Auch kann man von dort mit der FĂ€hre der „Sylt-Express“, einer modernen Auto- und PersonenfĂ€hre der RĂžmĂž-Sylt-Linie die dĂ€nische Nachbarinsel RĂžmĂž mit dem Hafenort Havneby erreichen. Das gesamte HafengelĂ€nde ist in den Jahren 2003/04 vollstĂ€ndig umgestaltet und den touristischen Anforderungen angepasst worden.

Rantum

Bild:2003-05 Sylt - Strandgras (2).jpg Der Ort Rantum liegt an einer der schmalsten Stellen der Insel, teilweise liegen zwischen Nordsee und Wattenmeer nur 300 bis 400 Meter. Der Ort selbst musste in den vergangenen Jahrhunderten stets gegen die fortschreitende Versandung ankĂ€mpfen. Nicht wenige Höfe und sogar eine Kirche mussten den damals noch unbefestigten WanderdĂŒnen weichen. Erst mit der Anpflanzung von DĂŒnengras ( Strandhafer ) wurde diese Gefahr gebannt.

Eine weitere Gefahr waren die Sturmfluten. Auf Grund seiner Lage an einer schmalen Stelle der Insel bedrohte die Bewohner nicht nur die Nordsee von Westen her, sondern auch das Wattenmeer von Osten. Insbesondere die auf den fruchtbaren Marschen im Osten des Ortes gelegenen HĂ€user der Salzwiesen von Rantum-Inge waren regelmĂ€ĂŸig von den Sturmfluten betroffen.

1936 wurde das Rantum-Becken mit einem 5 km langen Deich vom Wattenmeer abgeteilt, um einen Seeflughafen zu schaffen. Nachdem sich das Rantum-Becken dafĂŒr als untauglich erwies, wurde es als Abwasserbecken von Westerland verwendet und steht seit 1962 als Vogelschutzgebiet (Vogelkoje) mit ĂŒber 50 Vogelarten unter Naturschutz .

Rantum ist Standort einer Sendeanlage fĂŒr das auf der Langwellenfrequenz 100 kHz arbeitende Funknavigationssystem LORAN-C . Als Sendeantenne kommt ein 193 Meter hoher, gegen Erde isolierter, selbststrahlender Stahlfachwerkmast zum Einsatz, der in 60,52 m, 120,87 m und 154,95 m abgespannt ist.

Sylt-Ost

Sylt-Ost ist eine Großgemeinde auf der Nössehalbinsel und hat ca. 5.500 Einwohner. Sie ist ein Zusammenschluss von Tinnum , Munkmarsch, Archsum, Morsum mit Keitum als Verwaltungsmittelpunkt.

Tinnum

Tinnum wird von bösen Zungen als Vorort von Westerland bezeichnet und grenzt tatsĂ€chlich mittlerweile nahtlos an die Stadt. Tinnum profitiert jedoch auch von der unmittelbaren NĂ€he zur Inselmetropole; so befinden sich in Tinnum heute viele attraktive Wohngebiete, einige mit endlosem Blick ĂŒber die Tinnumer Wiesen gen SĂŒden. Alte Bausubstanz ist in Tinnum eher selten zu finden, lediglich ein paar alte Höfe, sowie die 1649 erbaute Alte Landvogtei , ehemals Sitz der Sylter Landvögte , zeugen von friesischer Tradition des Ortes. Die Tinnumburg, sĂŒdwestlich des Ortes gelegen, ist ein kreisförmiger Wall mit einem Durchmesser von 120 Metern und einer Höhe von 8 Metern. Sie wurde etwa im 1. Jahrhundert v. Chr. errichtet, vermutlich als heidnische KultstĂ€tte oder Wehranlage gegen Angriffe von Mensch und Meer.

Keitum

Das Wattenmeer bei Keitum.
Das Wattenmeer bei Keitum.

Keitum (friesisch: Kairem) ist einer der Ă€ltesten Orte der Insel und war ĂŒber Jahrhunderte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ihr Hauptort. Erst mit dem einsetzenden Tourismus Mitte des 19. Jahrhunderts verlor er nach und nach seine zentrale Bedeutung. Lediglich als Verwaltungssitz des Amt Landschaft Sylt ist ein Teil der Bedeutung heute noch prĂ€sent. Aber auch das Ende dieser Verwaltung ist absehbar - es gibt Bestrebungen zu einer einzigen insularen Verwaltung (Amtsmodell oder Stadt Sylt). In beiden FĂ€llen wĂŒrde wohl der Verwaltungssitz nach Westerland verlegt.

Typisch fĂŒr Keitum sind die alten KapitĂ€nshĂ€user. Sie zeugen vom Wohlstand der Sylter KapitĂ€ne, die vor allem auf Hamburger, aber auch hollĂ€ndischen Schiffen fuhren. Nicht wenige befehligten WalfĂ€nger, die jedes FrĂŒhjahr auf ihren gefĂ€hrlichen Weg ins Nordmeer aufbrachen. Markantes Bauwerk ist die alte St. Severin-Kirche (ca. 1200 ); sie erhielt 1450 einen neuen Turm, der teilweise als Seezeichen und GefĂ€ngnis diente. Sie wurde 1544 evangelisch-lutherisch. LangjĂ€hriger Pastor der Kirche war Traugott Giesen. Er galt als Institution, bis er im Juni 2005 nach ĂŒber 20 Jahren Dienst in den Ruhestand ging. Der Friedhof dieser Kirche ist bekannt fĂŒr seine schönen alten Grabplatten und -tafeln, auf denen sich viele alte Sylter Namen wiederfinden. Nahezu alle Angehörigen der großen Keitumer Seefahrer- und KapitĂ€nsfamilien liegen hier begraben, aber auch AuswĂ€rtige wie Rudolf Augstein ließen sich hier beisetzen.

Unweit des so genannten GrĂŒnen Kliffs zum Wattenmeer lag der alte Keitumer Hafen. Heute ist er lĂ€ngst versandet, nur noch das alte Haus des letzten Postschiffers Thomas Selmer mit seiner imposanten Freitreppe erinnert an diese Zeiten. Die hölzernen Hafenanlagen sind in den letzten hundert Jahren vollstĂ€ndig im Wattenboden verschwunden.

Keitum ist die Heimat des friesischen FreiheitskĂ€mpfers und Nationalhelden Uwe Jens Lornsen. Ihm ist in der Ortsmitte ein Denkmal gewidmet. Weitere SehenswĂŒrdigkeiten sind das „Altfriesische Haus“ und das Heimatmuseum. Beide geben interessante Einblicke in das Leben der Sylter vor Einsetzen des Tourismus.

Das HĂŒnengrab Harhoog findet sich am Rande Keitums auf der Wattseite.

Munkmarsch

Der Name „Munkmarsch“ soll der Überlieferung nach die Bedeutung „Mönchsmarsch“ haben. Es hat sich somit bei den Wiesen um fruchtbares Marschland gehandelt, welches in irgendeiner Weise mit einem (Mönchs-)Kloster auf dem Festland verbunden war.

Wenige Kilometer nördlich des alten Hauptortes Keitum gelegen, erlangte die alte Bauerschaft Munkmarsch erst Bedeutung, als der alte Keitumer Hafen mehr und mehr versandete und man beschloss, Mitte des 19. Jahrhunderts den Haupthafen der Insel auf Grund gĂŒnstigerer Wasserbedingungen nach Munkmarsch zu verlegen.

Bis zum Bau des Hindenburgdammes war der Hafen von Munkmarsch der wichtigste Ankunftshafen fĂŒr die GĂ€ste, die per Postschiff Raddampfer von Hoyer-Schleuse (heute dĂ€nisch) anreisten. Weiter nach Westerland ging es ab 1888 mit einer Schmalspurbahn. Hafen und Bahn verloren 1927 mit der Fertigstellung des Hindenburgdammes an Bedeutung. Die Bahn wurde abgebaut und anstelle des FĂ€hrhafens befindet sich dort heute ein privater Yachthafen . Das alte FĂ€hrhaus des letzten Postschiffers Thomas Selmer beherbergt heute ein erstklassiges Hotel.

Archsum

Bei Archsum handelt es sich um einen alten friesischen Bauernort. Er weist mit der Archsum-Burg eines der Àltesten Siedlungszeugnisse der Insel auf. Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts entdeckte der Tourismus diesen Ort. Es entstanden jedoch keine Appartementanlagen, sodass die dörfliche Struktur weitgehend erhalten blieb. Ferienwohnungen entstanden in renovierten Altbauten oder angepassten kleineren Neubauten. Eine Versorgung durch Einzelhandel wird durch die Nachbarorte Keitum und Morsum gesichert.

Morsum

Morsum liegt an der 1,8 km langen und bis zu 21 m hohen SteilkĂŒste Morsum-Kliff in einer Heidelandschaft. Am Morsum-Kliff (Buntes Kliff) kann die geologische Geschichte der Region der letzten fĂŒnf Millionen Jahre studiert werden. Es steht seit 1923 unter Naturschutz. Die spĂ€tromanische Kirche St. Martin wurde im 13. Jahrhundert aus Granitquadern und Feldsteinen erbaut. Statt eines Turms hat sie einen hölzernen Glockenstapel, also einen gedrungenen Turm abseits der Kirche.

Wenningstedt-Braderup (Sylt)

Das HĂŒnengrab Denghoog in Wenningstedt
Das HĂŒnengrab Denghoog in Wenningstedt
Wenningstedter Kirche
Wenningstedter Kirche

Wenningstedt (friesisch: Wonningstair) hat eine GemeindeflĂ€che von 637 Hektar , 1.590 Einwohner und ĂŒber 1.800 Zweitwohnungsbesitzer ( 2001 ). Zur Ostseite des Ortes liegt das Weiße Kliff . Eine weitere SehenswĂŒrdigkeit ist das Großsteingrab Denghoog , ein begehbares Familiengrab unter einem HĂŒgel , mit großen Steinplatten ausgekleidet, aus dem 3. Jahrtausend vor Christus. Der Sage nach befand sich einige Meter vor der heutigen KĂŒste der Alte Ort „Wendingstedt“ mit einem alten Friesenhafen zur WestkĂŒste. Ob dieser Hafen jemals bestand, ist jedoch fraglich, da die geografische Lage an der rauen WestkĂŒste der Insel keinen bevorzugten Ankerplatz geboten haben dĂŒrfte.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts bestand der Ort aus acht StavenplĂ€tzen (= Höfen). Seit 1859 ist er Seebad , seit 1960 „Nordseeheilbad“. 1914 wurde die protestantische Friesenkapelle am Dorfteich errichtet. 1920 wurde im Zentrum von Wenningstedt ein sehr beliebtes Schullandheim erbaut. GegrĂŒndet wurde es als Nordseeheim der Bismarckschule (Hamburg). Heute wird es von zwei Hamburger Schulen verwaltet, dem Gymnasium Kaiser-Friedrich-Ufer und dem Helene-Lange-Gymnasium .

Das Wappen von Wenningstedt zeigt ein aus den Wellen herausragenden Bug eines Wikingerschiffes auf rotem Grund. Wenningstedt bildete mit Kampen und Braderup die „Norddörfer“ - ein frĂŒher interkommunaler Zweckverband auf der Insel. Noch heute zeugt die „Norddörfer Schule“ zwischen Wenningstedt und Kampen von diesem Verband, der sich kurz nach dem Ersten Weltkrieg auflöste. Der Begriff „Norddörfer“ entstand zu der Zeit, als die eigentlich nördlichste Gemeinde/Siedlung der Insel, nĂ€mlich List, noch zum dĂ€nischen Königreich gehörte, somit Wenningstedt, Kampen und Braderup die deutschen „Norddörfer“ waren.

Blick vom Weißen Kliff auf die Braderuper Heide.
Blick vom Weißen Kliff auf die Braderuper Heide.

Das Dorf Braderup ist seit jeher mit den ĂŒbrigen „Norddörfern“ Wenningstedt und Kampen eng verbunden. Es weist keinen eigentlichen alten Ortskern auf, sondern war bis Mitte des 19. Jahrhunderts lediglich eine Bauernschaft mit wenigen Höfen. Rege BautĂ€tigkeit setzte erst im 20. Jahrhundert ein, als der Fremdenverkehr den ruhigen Ort an der Wattseite der Insel Sylt fĂŒr sich entdeckte. Besonders zum Ende des 20. Jahrhunderts wurde Braderup der Urlaubsort von „stillen Stars“ - jenen prominenten Touristen, fĂŒr die in Kampen lĂ€ngst zu unruhig geworden war. Nordöstlich des Ortes befindet sich die Braderuper Heide . Diese urwĂŒchsige Heidelandschaft wurde bereits in den 1920er Jahren zum Naturschutzgebiet erklĂ€rt und zĂ€hlt heute zu den natĂŒrlichen Attraktionen der Insel.

Braderup ist heute Teil der Gemeinde Wenningstedt, die seit dem Jahr 2003 offiziell den Doppelnamen „Wenningstedt-Braderup (Sylt)“ fĂŒhrt.

Westerland

Nachdem die Allerheiligenflut am 1. November 1436 den Ort Eidum vollstĂ€ndig zerstört hatte, grĂŒndeten die Überlebenden nordöstlich (Söl'ring: „WÀÀsterlön“) einen neuen Ort Westerland. Dieser wurde 1462 erstmals urkundlich erwĂ€hnt. 1855 wurde das Heilbad gegrĂŒndet. 1905 erhielt Westerland die Stadtrechte und 1949 die Anerkennung als Heilbad . Die Stadt hat ca. 10.400 Einwohner (Stand 2004 ) und einen Flugplatz . Das erste Hotel des Ortes war die 1858 eröffnete „DĂŒnenhalle“, spĂ€ter „Hotel Union“ an der Deckerstraße. Dieses Haus ĂŒberlebte die Zeiten, bis es im Jahr 2002 abgerissen wurde. Seit 1927 ist Westerland mit seinem Kopfbahnhof Endstation der Marschbahn, einer Regelspurstrecke der Deutschen Bahn AG, die die Insel ĂŒber den Hindenburgdamm mit dem Festland verbindet. Westerland wuchs damit schnell zum Hauptumschlagplatz fĂŒr die Touristen und entwickelte sich rasch zum Zentrum der Insel.

Geschichte

SchÀumende Brandung am Zentral-Strand von Westerland.
SchÀumende Brandung am Zentral-Strand von Westerland.

Vor etwa einer Million Jahren bedeckte Eis ganz Nordeuropa . Das spĂ€tere Abschmelzen hinterließ vom Eis mitgefĂŒhrtes Material, etwa das markante Rote Kliff an der WestkĂŒste der Insel zwischen Wenningstedt und Kampen, das nun seit Jahrhunderten von Meer und Erosion langsam abgetragen wird.

Sylt war bis zur großen Sturmflut („MandrĂ€nke“) von 1362 ein Teil des Festlandes und gehörte zu JĂŒtland , das seit dem 8. Jahrhundert von Friesen besiedelt worden war.

Im Jahre 1386 wurde Sylt zwischen dem Herzogtum Schleswig und dem Königreich DĂ€nemark aufgeteilt, bevor die Insel 1435 bis auf List und Umgebung ganz in den Besitz Schleswigs ĂŒberging.

Im 15. Jahrhundert entstanden vermutlich die ersten DĂŒnen . Walfang, Seefahrt und Austernzucht sorgten im 17. und 18. Jahrhundert fĂŒr Wohlstand in der Bevölkerung. Dies ist auch die Ursprungszeit des Biike -Brennens, das jedes Jahr am 21. Februar stattfindet.

Wohlhabende KapitĂ€ne ließen sich in Keitum nieder, das bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts der Hauptort der Insel war. In der Mitte des 19. Jahrhunderts begann der Tourismus und Westerland löste Keitum als Hauptort der Insel ab.

Im Ersten Weltkrieg wurde Sylt zwar vom MilitÀr besetzt - zuerst durch das Infanterie - Regiment 162, spÀter vom Landwehr -Regiment 85 - wurde aber nie zum Kriegsschauplatz.

1927 wurde der 11 km lange, nach ReichsprĂ€sident Paul von Hindenburg benannte Hindenburgdamm eröffnet, ĂŒber den die Marschbahn fĂŒhrt. In den 1930er Jahren galt die Insel auch unter vielen Nazis als chic. So hatte Hermann Göring z. B. ein eigenes Haus am sĂŒdwestlichen Ortsrand von Wenningstedt, er nannte es Min LĂŒtten - dieses Haus steht heute noch nahezu unverĂ€ndert. Sylt war zwar nie eine Hochburg des Nationalsozialismus , dennoch gewannen nationalsozialistische Ideologien nach und nach an Boden. Viele Hoteliers und Gastwirte passten sich sehr schnell an und erklĂ€rten ihr Haus als „Judenfrei“ oder erklĂ€rten jĂŒdische GĂ€ste fĂŒr unerwĂŒnscht. Auch die Nazi-Organisation KDF nahm Sylt fĂŒr sich als Urlaubsort ein. Und so wehten in Westerland schnell in fast allen Strandburgen und VorgĂ€rten die Hakenkreuzflaggen . Aber auch unter den Personen, die den Nazis sehr kritisch gegenĂŒber standen, war die Insel beliebt. Insbesondere das intellektuelle Kampen zog stets freigeistige KĂŒnstler und Literaten an. Einer der Treffpunkte war das Haus Kliffende in der Kampener Heide. Auch ein Aufmarsch der SA konnte die damalige Pensionswirtin Clara Tiedemann nicht beeindrucken - sie hisste keine Hakenkreuzflagge.

1938 erfolgte die Eindeichung des Rantum-Beckens durch den RAD ( Reichsarbeitsdienst ). Man wollte einen tidenunabhĂ€ngigen Wasserflugplatz errichten, der jedoch bei seiner Fertigstellung nicht mehr als „kriegswichtig“ eingestuft wurde. Das Rantum-Becken dient heute als Naturschutzgebiet und darf nicht betreten werden. Bild:2003-05 Sylt - Remains of WW2 bunker (closeup).jpg Im Zweiten Weltkrieg wurde Sylt zum Sperrgebiet erklĂ€rt. Es wurden massive Bunkeranlagen in den DĂŒnen vom „ Ellenbogen “ bis nach Hörnum gebaut, die der Stationierung von 10.000 Soldaten auf der Insel dienen sollten. Man erwartete eine mögliche Invasion der Alliierten ĂŒber die Nordsee - diese geschah jedoch in der Normandie, so dass Sylt weitgehend von kriegerischen Handlungen verschont blieb. Dennoch fielen die ersten Bomben auf deutschen Boden in Hörnum auf Sylt, abgeworfen von englischen Maschinen. Im weiteren Kriegsverlauf jedoch sorgten lediglich einige BomberverbĂ€nde auf dem Weg ĂŒber die Nordsee Richtung Hamburg, Kiel und Berlin mit gelegentlichen BombenabwĂŒrfen fĂŒr Unruhe in der Bevölkerung. Gezielte Bombenangriffe erfolgten am 07.09.1939,08.09.1939, 03.12.1939, 19.03.1940 und 17.12.1940 durch englische VerbĂ€nde. In den letzten Kriegstagen fand die Invasion durch die EnglĂ€nder mit Panzern und Fahrzeugen ĂŒber den Hindenburgdamm statt. Es kam zur Kapitulation ohne Gegenwehr.

1945 wurden Heimatvertriebene der ehemaligen deutschen Ostgebiete in den alten Wehrmachtswohnungen und Lagern aufgenommen. Dies fĂŒhrte zeitweise dazu, dass mehr Heimatvertriebene als gebĂŒrtige Sylter auf der Insel lebten. Ein Großteil der zunĂ€chst in Lagern Untergebrachten fand Arbeit auf Sylt und blieb dort; so ist es nicht verwunderlich, dass man auf Sylt noch viele typisch ostpreußische Familiennamen findet.

Eine kleine Gruppe Heimatvertriebener stellten die von ihrer Insel vertriebenen HelgolĂ€nder dar. Die EnglĂ€nder erklĂ€rten nach 1945 die Insel Helgoland zum Sperrgebiet und nutzten sie als Bombenabwurfplatz, so dass die Insel bis 1952 unbewohnbar blieb. Einige HelgolĂ€nder siedelten sich auf Sylt an - besonders in Hörnum, von wo aus sie mit ihren Fischkuttern und Booten weiterhin ihre heimatlichen GewĂ€sser anfahren konnten und so den Kontakt zu Helgoland und zur Nordsee behielten. Anders als die Heimatvertriebenen der ehemaligen deutschen Ostgebiete konnten die HelgolĂ€nder unmittelbar nach der Freigabe „ihrer“ Insel zurĂŒckkehren. Diese Chance ließ sich kaum ein Exil-HelgolĂ€nder entgehen, so dass heute kaum noch ehemalige HelgolĂ€nder zur Sylter Bevölkerung zĂ€hlen.

Wirtschaft

Tourismus

Der Tourismus ist auf Sylt von großer Bedeutung. Einen Boom erlebte die Tourismusindustrie in den 60er Jahren. Das Ortsbild der Stadt Westerland erfuhr eine tiefgreifende Umgestaltung. PrĂ€gten bisher neben traditionellen FriesenhĂ€usern und wilhelminischen BĂ€derwillen einige grĂ¶ĂŸere Hotels das Stadtbild, entstanden nun mit dem „neuen Kurzentrum“ Appartementanlagen mit bis zu 14 Stockwerken. Nach und nach verdrĂ€ngten diese modernen Appartementanlagen (auch Touristenschubladen genannt) die wilhelminischen Villen und LogierhĂ€user. Diese Appartementanlagen der 60er und 70er Jahre des 20. Jahrhunderts prĂ€gen heute den Innenstadtbereich von Westerland, wĂ€hrend die ĂŒbrigen Inselorte weitgehend von dieser intensiven Bebauung verschont blieben. Heute hat die Insel 21.600 Einwohner und ĂŒber 60.000 GĂ€stebetten. Zur Westseite der Insel erstreckt sich ein 38,3 km langer Sandstrand mit ĂŒber 13.000 Strandkörben, der zu Wanderungen, zum Schwimmen und zu Strandgymnastik einlĂ€dt. An der Ostseite der Insel liegt das Nordfriesische Wattenmeer. Eine bekannte Tour fĂŒr Wattwanderungen liegt auf dem leicht zu begehenden Sandwatt zwischen den Orten Rantum und Hörnum. Vor den Orten Keitum und Morsum befindet sich Schlickwatt. Das Begehen ist recht mĂŒhselig und ist eher geĂŒbten Sportlern vorbehalten. GefĂŒhrte Wanderungen werden von den Gemeinden, privaten WattfĂŒhrern oder NaturschutzverbĂ€nden wie der Schutzstation Wattenmeer wĂ€hrend der Saison angeboten.

Die Wirtschaft der Insel ist nahezu vollstĂ€ndig unmittelbar oder mittelbar vom Tourismus abhĂ€ngig. So sind sowohl Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistungen als auch das Handwerk auf die BedĂŒrfnisse der GĂ€ste und Vermieter zugeschnitten. Es ist keine Branche der insularen Wirtschaft zu nennen, die nicht zumindest mittelbar vom Fremdenverkehr abhĂ€ngig ist. Da Sylt im Gegensatz zum strukturschwachen Festland Nordfrieslands ein Überangebot an ArbeitsplĂ€tzen aufweist, pendelt ein Großteil der Arbeitnehmer tĂ€glich vom Festland per Zug auf die Insel; somit wirkt sich die Wirtschaftskraft der Insel auch auf das angrenzende Festland aus.

Medienlandschaft

Neben einer eigenen Tageszeitung, der „Sylter Rundschau“, die im SHZ-Verlag erscheint, existieren auf Sylt durch Werbung finanzierte und kostenlos verteilte WochenblĂ€tter. In den Sommermonaten wird an die anreisenden GĂ€ste eine saisonal aktuelle (Hör-)CD kostenfrei verteilt, die unter dem Titel „SYLT-FM“ regelmĂ€ĂŸig erscheint und neben Werbung allgemeine Informationen und aktuelle Sylt-Nachrichten enthĂ€lt. Eigene TV- oder Hörfunkprogramme, wie sie in Urlaubsregionen und Ballungszentren verbreitet sind, finden sich auf Sylt nicht.

Windenergie

Auf der Insel gibt es, im Gegensatz zum Schleswig-Holsteinischen Festland, keine Windenergieanlagen . Das Projekt Butendiek plant jedoch, einen Offshore -Windpark mit 80 Anlagen zu je drei Megawatt Nennleistung einige Seemeilen (ca. 35 km) vor der KĂŒste in der Nordsee westlich von Sylt errichten. Über Sinn und Nutzen dieses Windparks wird heftig gestritten. Man befĂŒrchtet neben der optischen BeeintrĂ€chtigung auch einen erheblichen Eingriff in den Lebensraum der vor Sylt lebenden Schweinswale und Seehunde . (Andererseits ertrinken jedes Jahr mehrere Tausend junge Schweinswale in traditionellen Stellnetzen, die im flachen Wasser seit Jahren aufgestellt werden.) Ferner wird eine GefĂ€hrdung der Schifffahrt durch die ĂŒber 70 Meter hohen Windenergieanlagen gesehen. Als Super GAU stellt man sich die Havarie eines Tankers an einem der TĂŒrme vor. Dennoch hat die damalige rot-grĂŒne Landesregierung im Jahr 2004 grĂŒnes Licht fĂŒr die Realisierung dieses Offshore-Windparks gegeben. Andererseits gibt es auch Stimmen, die in diesem Windparkprojekt eine Touristenattraktion sehen, wenn z. B. Fahrten zum Windpark angeboten werden können.

Verkehrsinfrastruktur

Hindenburgdamm.
Hindenburgdamm.
Eine Überfahrt auf dem Hindenburgdamm im Autoreisezug.
Eine Überfahrt auf dem Hindenburgdamm im Autoreisezug.

Auf Sylt ist - wie auch auf den nordfriesischen Nachbarinseln - motorisierter Individualverkehr zugelassen. Die Insel verfĂŒgt ĂŒber ein gut ausgebautes Straßennetz , sowie ausreichend strandnahe ParkplĂ€tze, die in der Regel jedoch kostenpflichtig sind. Mit dem PKW erreicht man die Insel entweder per DB- Autozug mit dem Sylt-Shuttle ĂŒber den Hindenburgdamm, oder mit der Römö-Sylt-Linie per AutofĂ€hre von der dĂ€nischen Nachbarinsel RĂžmĂž, die durch einen Autodamm mit dem Festland verbunden ist. Die Römö-Sylt-Linie hat am 12.07.2005 eine neue Doppelend-FĂ€hre - die „SYLT-EXPRESS“ - in Dienst gestellt, die in Ihrer KapazitĂ€t die beiden ausgemusterten FĂ€hrschiffe „Vikingland“ und „Westerland“ erheblich ĂŒbertrifft.

Neben den AutozĂŒgen verkehren ĂŒber den Hindenburgdamm Nah- und FernverkehrszĂŒge (IC/EC). Die Bahnhöfe der Insel sind (von Ost nach West): Morsum (Sylt), Keitum und Westerland. Der Hauptbahnhof liegt im Zentrum in der Inselmetropole Westerland.

Per Flugzeug lĂ€sst sich Sylt ĂŒber den Flughafen Sylt sowohl im Linien- als auch im Charterverkehr erreichen.

Auf der Insel wird der ÖPNV durch die Linien- und Charterbusse der Sylter Verkehrsgesellschaft (SVG) -vormals Ruy Prahl- sichergestellt. Die Busse der SVG fahren auf vier Linien in relativ enger Taktung sĂ€mtliche Inselorte an. Innerhalb Westerlands verkehren zusĂ€tzlich so genannte Stadtbusse

Als Radfahrer kann man auf ein hervorragend ausgebautes Radwegenetz zurĂŒckgreifen, welches alle Inselgemeinden erschließt. Es gibt kaum eine Stelle, die nicht bequem per Rad erreicht werden kann.

Sylt verfĂŒgt ferner ĂŒber vier HĂ€fen , von denen der nördlichste in List und der sĂŒdlichste in Hörnum öffentlich und allgemein nutzbar sind. Von diesen HĂ€fen fahren Passagierschiffe zu Nachbarinseln und zu Kurzseefahrten in das Wattenmeer; auch ist dort eine touristische Infrastruktur mit Fischbuden etc. entstanden . Diese HĂ€fen bieten als SchutzhĂ€fen daneben AnlegeplĂ€tze fĂŒr Sportboote . Fahrzeuge der Krabben- oder Muschelfischer machen gelegentlich in Hörnum fest. Die HĂ€fen in Munkmarsch und Rantum sind im Eigent um von Yachtclubs und nicht fĂŒr die Öffentlichkeit zugĂ€nglich.

Die Sylter Inselbahn

Von 1888 bis 1970 verfĂŒgte die Insel Sylt ĂŒber eine Schmalspurbahn mit 1.000 mm Spurweite , die so genannte Sylter Inselbahn. ZunĂ€chst befuhr sie ab 1888 in den Sommermonaten die etwa 4,2 km lange Strecke vom Hafen Munkmarsch in die Inselmetropole Westerland.

Nach der Jahrhundertwende, im Jahre 1901 , errichtete die HAPAG die so genannte SĂŒdbahn vom Hafen Hörnum nach Westerland. Um 1903 wurde von Westerland eine Schmalspurbahn in den Norden der Insel errichtet, zunĂ€chst bis Kampen, 1908 dann bis nach List. ZunĂ€chst bestanden diese Bahnen nebeneinander, erst mit dem Bau des Hindenburgdammes und der Anbindung der Insel an das Streckennetz der Reichsbahn wurden Nord- und SĂŒdbahn am WesterlĂ€nder Reichsbahnhof vernetzt. Etwa zum gleichen Zeitpunkt wurde der Verkehr der alten Ostbahn auf der Strecke Munkmarsch-Westerland eingestellt.

WĂ€hrend der beiden Weltkriege ergĂ€nzte die Wehrmacht dieses Streckennetz um einige Kilometer, um ihre oft abgelegenen Lager und GeschĂŒtzstellungen anzubinden. So wurden große Teile des Ellenbogens bei List mit einem Schienennetz versehen. Diese Strecken wurden jedoch unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg vollstĂ€ndig abgebaut.

In den 1950er Jahren erlebte die Inselbahn einen erneuten Aufschwung und es wurden unter anderem im Jahre 1957 fĂŒnf der fĂŒr diese Inselbahn so typischen Leichttriebwagen (LT) eingesetzt. Dabei handelte es sich um eine Sylter Eigenentwicklung, bei der Borgward-Sattelschlepper zu Schienenbussen umgebaut wurden. Diese Umbauten erfolgten nach eigenen PlĂ€nen und in der Werkstatt der Inselbahn. Hintergrund dieser Eigenentwicklung war die Tatsache, dass sich die zugekauften Triebwagen oftmals als zu schwer fĂŒr die in den losen Sand verlegten Gleise erwiesen. Neben diesen Leichttriebwagen verrichteten unzĂ€hlige neu oder gebraucht angeschaffte Triebwagen , Draisinen , Lokomotiven und AnhĂ€nger auf der Insel ihren Dienst.

Den Siegeszug des Individualverkehrs auf Sylt konnte dies jedoch auch nicht aufhalten, und so wurden Nord- und SĂŒdbahn am 29. Dezember 1970 stillgelegt. Den Personenverkehr ĂŒbernahmen nun die Busse der Sylter Verkehrsgesellschaft (SVG). Heute gehört die SVG dem Reeder Sven Paulsen, der auch mit seiner Adler- Reederei Ausflugsschiffe auf Nord- und Ostsee betreibt.

Ein Großteil der alten Trasse der Bahn dient heute als landschaftlich reizvoller Rad - und Wanderweg , der die gesamte Insel in Nord-SĂŒd-Richtung erschließt. Von den BahnhofsgebĂ€uden ist lediglich der ehemals „nördlichste Bahnhof Deutschlands“ in List erhalten geblieben. Die ĂŒbrigen GebĂ€ude und Betriebshöfe mussten allesamt dem Straßenbau oder AppartementhĂ€usern weichen.

Ein Leichttriebwagen ist bis heute erhalten geblieben; er steht heute stark sanierungsbedĂŒrftig im Hannoverschen Straßenbahn-Museum in Sehnde-Wehmingen bei Hannover. Der ĂŒbrige Fuhrpark dieser Bahn ist entweder sofort verschrottet oder an andere Kleinbahnen abgegeben worden. Vor dem WesterlĂ€nder DB-Bahnhof erinnert eine Tafel vor einem kleinen StĂŒck Gleisbett noch an diese Bahn.

Kultur

Religion

Von alters her waren die Sylter Friesen nicht nur ein freisinniges, sondern vor allem ein heidnisches Volk. Die Christianisierung der Friesen erreichte um 1150 auch Sylt, sodass anzunehmen ist, dass die ersten katholischen GotteshÀuser in dieser Zeit entstanden. Um 1240 entstand die noch heute bestehende mÀchtige St. Severin Kirche zu Keitum, der Turm wurde um 1450 aus Ziegel- und Feldsteinen errichtet. Weithin sichtbar auf einer Anhöhe und an der Stelle einer alten heidnischen KultstÀtte nördlich von Keitum gelegen galt sie nicht nur als Seezeichen, sondern sollte das neue Selbstbewusstsein der Kirche demonstrieren. In den 1520er Jahren erreichten die AuslÀufer der Reformation die Insel, sodass ab dieser Zeit alle GotteshÀuser zu protestantischen Kirchen wurden.

Die Friesen selbst nahmen wohl den Protestantischen Glauben an, behielten sich jedoch weiterhin vor, ihre eigenen heidnischen Rituale fortzusetzen; eines davon ist das Biikebrennen. Lange Zeit blieb diese protestantische Monokultur erhalten. Erst mit dem Einsetzen des Tourismus Mitte des 19. Jahrhunderts kamen nach und nach einige Katholiken auf die Insel, teils als GÀste, teils als neue Einwohner. Ende des 19. Jahrhunderts trug man diesen VerÀnderungen Rechnung und errichtete in der Neuen Strasse in Westerland eine kleine katholische Kapelle. 1957 war diese lÀngst zu klein geworden und mit der Christopherus-Kirche wurde ein neues Gotteshaus geweiht. Heute bestehen auf Sylt folgende Kirchen:

  • Evangelische Kirche: List, Wenningstedt, Westerland, Keitum, Morsum, Rantum und Hörnum.
  • Katholische Kirche: List, Westerland und Hörnum.
  • DĂ€nische Kirche: Westerland

Daneben haben in Westerland Freikirchliche Gemeinden und andere Glaubensgemeinschaften Ihre GemeindehÀuser errichtet.

Jöölboom

Erst um 1850 wurden die ersten WeihnachtsbĂ€ume auf der Insel aufgestellt – bis dahin musste man sich zur Weihnachtszeit auf der fast baumlosen Insel mit dem Jöölboom behelfen: Es handelte sich dabei um ein kleineres Holzgestell, an den ein Kranz aus immergrĂŒnen Zweigen gebunden wurde.

Der Jöölboom ruht auf einem Sockel mit dem Abbild von Adam und Eva unter einem (Apfel-)Baum mit der Schlange. DarĂŒber sind ein Pferd, ein Hund und ein Hahn dargestellt. Die aus Salzteig gefertigten Figuren besitzen allesamt symbolische Bedeutung: Adam und Eva mit der Schlange sollen fĂŒr die Erkenntnis stehen und bilden gleichzeitig den biblischen Bezug. Das Pferd soll fĂŒr Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer stehen. Der Hund steht fĂŒr die Treue. Der zuoberst platzierte Hahn soll Wachsamkeit ausdrĂŒcken. Je nach Geschmack und Tradition wurden weitere Naturprodukte als Dekorationsgaben hinzugefĂŒgt. Mittlerweile hat sich durchgesetzt, dass an diesem Gestell vier Kerzen befestigt werden, welche Ă€hnlich denen eines Adventskranzes vor Weihnachten entzĂŒndet werden.

FriesenhÀuser

Im Unterschied zu den FriesenhĂ€usern auf dem Festland weisen die so genannten Utlandfriesischen HĂ€user einen spitzen Giebel ĂŒber der EingangstĂŒr auf, welcher sich bis knapp unter den First erstreckt. Die FriesenhĂ€user des Festlandes haben einen breiteren, weniger spitzen Giebel (Backengiebel). Diese Giebel (breit oder spitz) waren angelegt, damit bei einem Feuer das brennende Reet des Daches nicht vor die EingangstĂŒr rutschte, sondern durch den Giebel gelenkt rechts und links davon herabfiel. Der Rettungsweg blieb somit stets frei.

Die Statik dieser HĂ€user beruhte auf einem StĂ€nderwerk, das bedeutet, dass die Last des Daches und des Heubodens auf hölzernen StĂ€ndern ruht, die innerhalb der nichttragenden Außenmauern liegen. Die Außenmauern dienten somit nur dem Wetterschutz und konnten somit aus statischer Sicht relativ schwach ausgelegt werden.

Das Fundament der in der Regel nicht unterkellerten HĂ€user bestand aus Feldsteinen. In einigen HĂ€usern befindet sich unter der KĂŒche ein nicht begehbarer Vorratsraum, der mit Feldsteinen ausgemauert in den Boden eingelassen war.

Die HĂ€user stehen nahezu alle in Ost-West-Richtung, um dem vorherrschenden Westwind eine möglichst geringe AngriffsflĂ€che zu bieten. Im dem Wetter zugewandten Westteil der HĂ€user befanden sich die StĂ€lle, sodass der Wohnbereich auf der geschĂŒtzteren Ostseite lag. Die Dachgeschosse der alten HĂ€user wurden in der Regel nicht zum Wohnen genutzt, sondern dienten als Heu- und Vorratslager. Dazu befand sich in dem oben erwĂ€hnten Friesengiebel eine Heuluke.

Weiteres Merkmal dieser utlandfriesischen HĂ€user war die KlöntĂŒr . Diese TĂŒr ist horizontal zweigeteilt, so dass die obere HĂ€lfte geöffnet werden konnte um z. B. zu lĂŒften. Die geschlossene untere HĂ€lfte verhinderte, dass Kleintiere, die oft rund ums Haus gehalten wurden, in die Stube gelangen konnten. Durch die somit halb geöffnete TĂŒr ließ sich vortrefflich mit den Nachbarn schwatzen. Schwatzen = Syltfriesisch „Klöön“ (Plattdeutsch „Klönen“); daher der Name dieser TĂŒrart.

Die Insel war ursprĂŒnglich auf Grund der Kargheit des Landes und der Unwirtlichkeit des Wetters recht dĂŒnn besiedelt. So standen um 1800 in Wenningstedt acht FriesenhĂ€user, in List zwei Höfe. Hörnum war bis etwa 1900 völlig unbesiedelt.

Bis heute erhaltene FriesenhĂ€user stehen nahezu ausnahmslos unter Denkmalschutz, dennoch wurden fast alle HĂ€user mit mehr oder weniger starken baulichen VerĂ€nderungen zu reinen Wohn- oder AppartmenthĂ€usern umgewandelt. Lediglich das als Museum betriebene so genannte "Altfriesiche Haus" in Keitum zeigt die ursprĂŒngliche Nutzungs- und Bauform dieser GebĂ€ude weiterhin auf.

Biikebrennen

In der Nacht des 21. Februar eines jeden Jahres werden in vielen Inselorten große Feuer angezĂŒndet. Die Geschichte dieser Feuer geht in die vorchristliche Zeit zurĂŒck und kann etwa als Vertreibung der Wintergeister gedeutet werden; es gibt auch Quellen, die vermuten lassen, dass diese Feuer zu Ehren nordischer Gottheiten entzĂŒndet wurden. SpĂ€ter dienten sie der Verabschiedung der Grönlandfahrer. Das waren jene Sylter, die als KapitĂ€ne oder Besatzung der WalfĂ€nger im FrĂŒhjahr ins Nordmeer zogen. Wiederbelebt hat diesen Brauch der Sylter Chronist C. P. Hansen gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Seitdem werden wieder Biiken aufgeschichtet und am Vorabend des Petritages entzĂŒndet.

Maskenlauf

Das Maskenlaufen ist eine Sylter Art des in Nordfriesland verbreiteten „Rummelpottlaufens“. Dieser Brauch wird vor allem in den Sylt-Oster Dörfern noch gepflegt. Zu Silvester ziehen kleinere Gruppen von Erwachsenen und Kindern , mit Masken verkleidet, von Haus zu Haus. Die so verkleideten „Omtaakelten“ tragen Lieder und Gedichte in friesischer Sprache vor, oft geht es darin um lokale Ereignisse des vergangenen Jahres. So mancher Bewohner bekommt von den bis zur Unkenntlichkeit Verkleideten schon ganz schön sein Fett weg! Dass bei diesen UmzĂŒgen auch ein wenig dem NationalgetrĂ€nk der Sylter - dem Rum - (mit heißem Wasser verdĂŒnnt oder pur) zugesprochen wird, muss nicht erwĂ€hnt werden. Somit enden diese UmzĂŒge erst weit nach Mitternacht, indem sich die Umherziehenden noch auf einige GlĂ€ser treffen.

Das klassische „Raketenschießen“ und Böllern ist auf der ganzen Insel untersagt - der Grund ist die hohe Brandgefahr auf Grund der vielen reetgedeckten HĂ€user und des trockenen DĂŒnengrases. Dies hindert jedoch einige Touristen - vor allem in Westerland - nicht daran, es trotzdem zu versuchen.

Sprachen

Die einheimische Sprache der Insel Sylt ist das Friesische. Die Sylter Mundart wird Sölring genannt. Mit den Mundarten von Föhr, Amrum und Helgoland bildet sie die inselnordfriesische Dialektgruppe , die sich deutlich vom Festlandnordfriesischen abtrennt. Sölring unterscheidet sich von den anderen Inselmundarten durch die grĂ¶ĂŸere Anzahl von dĂ€nischen Lehnwörtern. Die ĂŒblichen nordfriesischen Rechtschreibregeln werden nicht fĂŒr die Sylter Mundart verwendet. Einige hundert Menschen sprechen heute noch das Sylter Friesisch.

In der NĂ€he von Westerland wird in vielen Familien zudem noch Plattdeutsch gesprochen. Auf der Insel findet sich zudem eine dĂ€nische Minderheit. In Westerland und List bestehen zum Beispiel zwei dĂ€nische Schulen. Insbesondere der Norden und der SĂŒden sind ansonsten fast rein hochdeutschsprachig .

Sylter Originale (zugereiste wohlgemerkt)

Sylt war schon seit Beginn des Badetourismus Mitte des 19. Jahrhunderts Anziehungspunkt vieler GlĂŒcksritter und Originale, die auf vielfache Weise versuchten und versuchen, auf Sylt ihr GlĂŒck zu machen.

Kaum ein Tourist kommt an den „Fischtempeln“ und Buden von JĂŒrgen Gosch vorbei. Dabei hat auch dieser Ă€ußerst erfolgreiche Unternehmer, der mittlerweile ein Fischimperium in ganz Deutschland besitzt, einmal ganz bescheiden angefangen: Als Maurer kam der junge JĂŒrgen Gosch aus Tönning auf die Insel und begann nebenbei Aale und Krabben an die vom Strand heimkehrenden Touristen zu verkaufen. Da dieses GeschĂ€ft immer besser lief, kaufte er sich Anfang der 1970er Jahre einen kleinen Verkaufswagen und verkaufte von nun an seinen Fisch am Lister Hafen. Aus dieser ehemals „nördlichsten Fischbude Deutschlands“ wurde mit viel Einsatz, Witz und kaufmĂ€nnischem Geschick ein Unternehmen mit einigen hundert Mitarbeitern, das neben Restaurants und FischstĂ€nden auf der Insel und in den deutschen Metropolen auch einen erfolgreichen Fischversand bietet. Trotz dieser Entwicklung findet man JĂŒrgen Gosch noch immer regelmĂ€ĂŸig in seiner mittlerweile neu erbauten „Fischbude“ am Lister Hafen.

Die christliche Kirche hatte bei den als heidnisch und seit jeher eigenbrödlerisch verschrieenen Sylter Friesen nie einen leichten Stand. Dennoch gab es mit dem aus Berlin stammenden Pastor Traugott Giesen der St. Severin Kirche zu Keitum einen Mann, der gegen den Trend stets vor vollen BÀnken predigte. Seine sehr persönliche und unkonventionelle Art hatte ihm beachtlichen Ruhm eingebracht. Kritiker sahen in Traugott Giesen einen Showmaster oder SchaumschlÀger, der sich nach ihrem Geschmack zu weit von der christlichen Lehre entfernt hatte. Seine Gottesdienstbesucher - Sylter und GÀste - jedoch schÀtzten ihn sehr. Ende Mai 2005 verabschiedete sich Traugott Giesen von seiner Gemeinde und trat in den Ruhestand. Jedoch bleibt er der Insel als Einwohner erhalten.

In den 1980er und 1990er Jahren gab es kaum eine Promi-Party auf Sylt, auf der nicht Butler John zugegen war. Seine Dienste bot er als Miet- Butler fĂŒr betuchte Kunden an. Er servierte z. B. in seiner Livree und weißen Handschuhen Champagner am Strand. Durch seine vielen PartyeinsĂ€tze und seine Persönlichkeit wurde er jedoch schnell selbst zum „Promi“. In den letzten Jahren wurde es ruhiger um diesen Mann, altersbedingt zog er sich mehr und mehr vom Partygeschehen zurĂŒck.

Siehe auch

Literatur

  • Hans Jessel: Das große Sylt Buch. Ellert & Richter Verlag, Hamburg 2000. ISBN 3-89234-531-7
  • Harry Kunz, Thomas Steensen: Das Sylt-Lexikon. Wachholtz Verlag, NeumĂŒnster 2002. ISBN 3-529-05518-2

Weblinks

Commons: Sylt – Bilder, Videos oder Audiodateien


Koordinaten: 54° 54â€Č 57" N, 8° 19â€Č 51" O

   
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Wiesbaden 25996 Wenningstedt http://www.hotel-wiesbaden-sylt.de  04651 / 9 84 40
Wiesbaden 25996 Wenningstedt http://www.hotel-wiesbaden-sylt.de  04651 / 9 84 40
Hotel Vier Jahreszeiten 25980 Westerland http://www.sylt-vier-jahreszeiten.de   / 98670
Haus Braunschweig 25980 Westerland http://www.haus-braunschweig.de  04651 / 98230
Hotel Kristall 25980 Westerland http://www.hotel-kristall.de  04651 / 834242
Hotel Albrecht 25980 Westerland http://www.hotel-kristall.de  04651 / 834242
Haus Rechel 25999 Kampen http://www.haus-Rechel.de/  04651 / 98490
Hotel "Achter DĂŒnem" 25980 Westerland http://www.achter-duenem.de  04651 / 82360
Hotel SĂŒdwind 25980 Westerland http://www.suedwind-sylt.de  04651 / 994444
Hotel Niedersachsen 25980 Westerland http://www.hotel-niedersachsen.de  04651 / 9222-0
Hotel Hanseat 25980 Westerland http://www.sylt-ein-schoener-hotelurlaub.de  04651 / 23023
Hotel Hellner 25980 Westerland http://www.hotelhellner-sylt.de  04651 / 836260
GĂ€stehaus "Raantem Inge" 25980 Rantum http://www.sylt-net.de  04651 / 2 35 77
Berlin 25996 Wenningstedt http://www.hotel-berlin-sylt.de  04651 / 98 46 00
Landhaus Sylter Hahn 25980 Westerland http://www.sylter-hahn.de  04651 / 92820
Haus DĂŒnental 25980 Westerland   04651 / 835194
Hotel Westfalen 25980 Westerland http://www.westfalenhof-sylt.de  04651 / 8050
Mannstedt-Villa 25996 Wenningstedt http://www.mannstedt-sylt.de  04651 / 4 15 15
Strandhotel - Wenningstedt 25996 Wenningstedt http://www.strandhotel-sylt.com  04651 / 98 98 0
Hotel-GĂ€stehaus Uthörn 25980 Westerland   04651 / 22826
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