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Letzte Änderung für Artikel Sachsen-Franken-Magistrale: 06.02.2006 11:47

Sachsen-Franken-Magistrale

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Streckenverlauf
Streckenverlauf

Als Sachsen-Franken-Magistrale bezeichnet man die zweigleisige Eisenbahnstrecke von Dresden nach N├╝rnberg. Sie ist 390 Kilometer lang und von Dresden bis Reichenbach im Vogtland elektrifiziert . Der Begriff Sachsen-Franken-Magistrale wird h├Ąufiger als politisches Schlagwort denn f├╝r die Bahnstrecke selbst verwendet. Sie wird als Vorzeigebeispiel f├╝r fehlerhaftes Planen und Handeln bei der Deutschen Bahn AG und in der Schienenfahrzeugindustrie angesehen.

Inhaltsverzeichnis

Streckenverlauf

Verkehrsstrategen und Planer betrachten auch den Streckenast aus Leipzig als Teil der Sachsen-Franken-Magistrale. Dieser besitzt jedoch im Gegensatz zur Dresdner Strecke keinen Fernverkehr mehr, wenn man davon absieht, dass es bez├╝glich der geplanten Er├Âffnung des Leipziger City-Tunnels Ende 2009 entsprechende ├ťberlegungen gibt. Der Erfolg solcher ├ťberlegungen h├Ąngt stark von der Entwicklung bei der th├╝ringischen Neubaustrecke Erfurt-Ebensfeld ab, deren Er├Âffnung nicht vor 2015 erwartet wird.

Die Strecke verl├Ąuft von Dresden aus gesehen, in s├╝dwestliche Richtung und schneidet auf ihrem Weg das Erzgebirgsvorland und verl├Ąuft von Dresden bis Zwickau parallel zum Erzgebirgskamm. ├ťber Plauen und Hof durchl├Ąuft sie das Vogtland. Der weitere Streckenverlauf schneidet die Fr├Ąnkische Alb und die Fr├Ąnkische Schweiz.

Von Dresden bis Freiberg

Unterwegsstation Kilometrierung
Dresden Hbf 0,05 km
Dresden-Plauen 2,92 km
Freital- Potschappel 6,84 km
Freital-Deuben 8,74 km
Freital- Hainsberg 10,96 km
Tharandt 13,77 km
Edle Krone 18,02 km
Klingenberg -Colmnitz 25,37 km
Niederbobritzsch 30,85 km
Muldenh├╝tten 35,89 km
Freiberg (Sachs) 42,44 km
Vorfeld des Dresdner Hauptbahnhofes
Vorfeld des Dresdner Hauptbahnhofes

Die Strecke verl├Ąsst den Dresdner Hauptbahnhof in westlicher Richtung, erreicht das Gleisdreieck (Abzweig nach Dresden-Neustadt ) und wendet sich nach S├╝den zum ehemaligen Bahnbetriebswerk Dresden-Altstadt. Ab dem Haltepunkt Dresden-Plauen folgt sie bis Freital dem engen Tal der Wei├čeritz, auch Plauenscher Grund genannt und wird von der Bundesautobahn 17 ├╝berquert. Zwischen Dresden-Plauen und Freital- Potschappel liegt der Abzweig der normalspurigen Windbergbahn, die als Museumsbahn betrieben wird.

In Freital- Hainsberg , wo als Schmalspurbahn die Wei├čeritztalbahn beginnt, erreicht die Strecke den knapp s├╝dlich der Trasse liegenden Zusammenfluss der beiden Wei├čeritz-Quellfl├╝sse: der Roten und der Wilden Wei├čeritz. Die Bahn folgt der Wilden Wei├čeritz ├╝ber Tharandt bis zum Bahnhof Edle Krone. Westlich erstreckt sich der Tharandter Wald. Bis Tharandt selbst nutzt die S-Bahn Dresden die Strecke. Ab Tharandt beginnt ein f├╝r eine Hauptbahn ├Ąu├čerst ungew├Âhnlicher Steilstreckenabschnitt mit einer Steigung von 1:40, teilweise sogar 1:39. In Zeiten des Dampflok-Betriebs bis zur Elektrifizierung Mitte der 1960er Jahre wurde diese Steigung nur mittels Schiebelok bew├Ąltigt. Diese Steigung, die lange Zeit als die gr├Â├čte Neigung auf Hauptstrecken in Deutschland galt, ist notwendig, um den ├ťbergang in das Erzgebirgsvorland zu erm├Âglichen. Hinter dem Bahnhof Edle Krone f├╝hrt die Strecke durch einen 122 Meter langen Tunnel. In Klingenberg -Colmnitz, 435 m ├╝. NN gelegen, ist nach 11,6 Kilometern der 228 Meter hohe Aufstieg geschafft. Dieser Bahnhof war ehemals Ausgangspunkt der Schmalspurbahnen nach Frauenstein und Oberdittmannsdorf. Nun beginnt ein Abschnitt mit einer Reihe von Talbr├╝cken . Die erste Talbr├╝cke ├╝berspannt bei Colmnitz den Colmnitzbach . Bei Niederbobritzsch, einem Ortsteil von Bobritzsch, wird auf einer H├Âhe von 26 Metern der gleichnamige Fluss ├╝berspannt.

Hinter dem Bahnhof Muldenh├╝tten folgt die 196 Meter lange und 42,8 Meter hohe Querung der Freiberger Mulde. Im Kilometer 40,0 erreicht die Franken-Sachsen-Magistrale den Bahnhof der Kreisstadt Freiberg. Es handelt sich dabei um einen ehemals wichtigen Knotenpunkt, der heute jedoch nur noch Ausgangspunkt der Nebenbahn nach Holzhau ist. Dieser wieder in Betrieb genommene Abschnitt bildete zusammen mit der so genannten Zellwaldbahn, die stillgelegt ist [seit 01.11.2005 verpachtet und am 05.11.2005 "wiederer├Âffnet"], die Strecke Eisenbahnstrecke Nossen-Moldau (Moldava), die westlich Freiberg nach Norden in Richtung Nossen abzweigt. An diesem Abzweig wird erstmalig die von Nordosten aus dem Freiberger Stadtzentrum kommende Bundesstra├če 173 unterquert.

Von Freiberg bis Chemnitz

Unterwegsstation Kilometrierung
Freiberg (Sachs) 42,44 km
Kleinschirma 45,38 km
Frankenstein (Sachs) 49,82 km
Oederan 57,15 km
Falkenau (Sachs) S├╝d 64,57 km
Fl├Âha 67,37 km
Niederwiesa 71,28 km
Chemnitz-Hilbersdorf 76,52 km
Chemnitz Hbf 79,73 km
Neuer Hetzdorfer Viadukt
Neuer Hetzdorfer Viadukt

Etwa 1,5 km ├Âstlich des Bahnhofes Frankenstein, beim Ort Wegefahrt , f├╝hrt die Bahnstrecke ├╝ber einen der imposantesten Eisenbahnviadukte des 19. Jahrhunderts , und zwar ├╝ber den 348,5 Meter langen und 39 Meter hohen Frankensteiner Viadukt , mit dem das Tal der Striegis ├╝berbr├╝ckt wird. Kurz vor Oederan wird wiederum die von Nordosten kommende Bundesstra├če 173 unterquert. Bevor bei Fl├Âha die Nebenstrecke aus Marienberg und Olbernhau einm├╝ndet, wird diese zusammen mit dem Fluss Fl├Âha ├╝berquert. Bis 1991 besa├č der alte Hetzdorfer Viadukt diese Funktion, seitdem f├╝hrt die Strecke auf einem kompletten Neubauabschnitt ├╝ber zwei Spannbetonbr├╝cken. Nach Einm├╝ndung der genannten Nebenbahn und einer weiteren Linie aus Annaberg-Buchholz erreicht die Strecke die Stadt Fl├Âha und ├╝berquert anschlie├čend die Zschopau. Vorletzter Halt vor dem Chemnitzer Hauptbahnhof ist f├╝r Regionalz├╝ge Niederwiesa, Anfangs- und Endpunkt der Nebenstrecke von und nach Hainichen. Der Bahnhof Chemnitz-Hilbersdorf war einst ein wichtiger Bahnbetriebswerks-Standort und einer der gr├Â├čten Rangierbahnh├Âfe in Sachsen. Nach Eintreffen der von Norden kommenden Strecken aus Riesa und Leipzig wird der Hauptbahnhof von Chemnitz erreicht.

Von Chemnitz bis Steinpleis

Unterwegsstation Kilometrierung
Chemnitz Hbf 79,73 km
Chemnitz S├╝d 81,82 km
Chemnitz Mitte 82,85 km
Chemnitz -Sch├Ânau 85,53 km
Chemnitz -Siegmar 88,01 km
Gr├╝na (Sachs) Hp 91,25 km
W├╝stenbrand 94,31 km
Hohenstein-Ernstthal 98,23 km
St. Egidien 104,91 km
Glauchau (Sachs) 112,14 km
Glauchau-Sch├Ânb├Ârnchen 115,99 km
Zwickau- Mosel 120,54 km
Zwickau- Oberrothenbach 122,79 km
Zwickau -P├Âlbitz 125,83 km
Zwickau (Sachs) Hbf 128,35 km
Lichtentanne (Sachs) 132,83 km
Steinpleis 134,93 km
Unterwegsstation Kilometrierung
Steinpleis 134,93 km
siehe S├Ąchsisch-Bayerische Eisenbahn

Hinter dem Hauptbahnhof f├╝hrt die Bahnlinie s├╝dlich des Stadtzentrums entlang. Nachdem in Chemnitz S├╝d die Linie nach Aue (Sachsen) und Stollberg abgezweigt ist, f├╝hrt sie nun konsequent durch die Chemnitzer Vororte nach Westen und verl├Ąsst allm├Ąhlich den weiten Talkessel des Flusses Chemnitz. Vor Chemnitz-Siegmar wird die Bundesautobahn 72 unterquert. Das Gebiet westlich von Chemnitz geh├Ârte zu DDR-Zeiten zum Kreis Hohenstein-Ernstthal , der der am dichtesten besiedelte Landkreis des Landes war. Au├čergew├Âhnlich hoch ist demzufolge auch die Dichte von Bahnh├Âfen und Haltepunkten in dieser Region. Hinter der Karl-May -Stadt Hohenstein-Ernstthal und der Unterquerung der Bundesstra├če 180 erreicht die Franken-Sachsen-Magistrale den Bahnhof von St. Egidien, in dem eine weitere Strecke aus Stollberg einm├╝ndet. Glauchau hingegen ist Abzweigpunkt der Muldentalbahn, der sich anschlie├čende Bahnhof Glauchau-Sch├Ânb├Ârnchen der der Mitte-Deutschland-Verbindung. Die Strecke wendet sich nun nach S├╝den und folgt dem Lauf der Zwickauer Mulde. Der westlich der Bahnlinie gelegene Ort Mosel ist Standort der Volkswagen-Werke, au├čerdem wird hier die an dieser Stelle vierspurige Bundesstra├če 93 beziehungsweise 175 ├╝berquert. Nach insgesamt 128 Kilometern wird schlie├člich der keilf├Ârmig angelegte Hauptbahnhof von Zwickau erreicht. Weiter geht es vorbei am Rangierbahnhof Zwickau etwa acht Kilometer westw├Ąrts bis zum ÔÇ×Bogendreieck WerdauÔÇť, das die Anbindung der aus Zwickau kommenden Z├╝ge sowohl nach Leipzig als auch nach N├╝rnberg sicherstellt. Hier endet die in Dresden begonnene Kilometrierung bei km 135,96.

Die Stadt Werdau selbst wird von der Sachsen-Franken-Magistrale nicht ber├╝hrt. Nach der Vereinigung mit der einstigen S├Ąchsisch-Bayerischen Eisenbahn bei km 75,596 (Kilometrierung vom Bayerischen Bahnhof aus) beginnt nun auch das n├Ârdliche Vogtland. Zwei Kilometer westlich von Neumark zweigt das Gleis der 1999 stillgelegten Strecke nach Greiz ab. In Reichenbach endet die Oberleitung , gleichzeitig beginnt ein baulich interessanter Abschnitt mit der G├Âltzschtalbr├╝cke bei Netzschkau und der Elstertalbr├╝cke bei Jocketa . Die Spitzenstadt Plauen, die die Strecke anschlie├čend erreicht, hat insgesamt f├╝nf Bahnh├Âfe. Die Franken-Sachsen-Magistrale ber├╝hrt jedoch lediglich den Oberen Bahnhof.

G├Âltzschtalbr├╝cke
G├Âltzschtalbr├╝cke

Von Steinpleis bis N├╝rnberg

Hinter dem Oberen Bahnhof wendet sich die Strecke nach Norden, w├Ąhrend in Richtung S├╝den die Linie nach Bad Brambach abzweigt. Ab Syrau geht es wieder nach Westen und in Mehltheuer m├╝ndet die Verbindung aus Gera in die Magistrale. Nachdem in Sch├Ânberg (Vogtland) die Strecke nach Schleiz sowie die stillgelegte Verbindung nach Hirschberg abgezweigt ist, wendet sie sich nun stark nach S├╝den und quert dabei dreimal auf sehr kurzen Abschnitten th├╝ringisches Landesgebiet. Letzter Bahnhof im Freistaat Sachsen ist der ehemalige Grenzbahnhof Gutenf├╝rst , von dem heute allerdings nur noch zwei Hauptgleise ├╝brig geblieben sind. Bei km 151,699 verl├Ąsst die Strecke das s├Ąchsische Staatsgebiet. In Bayern wird ein zweites Mal die A 72 gekreuzt und die Ortschaft Feilitzsch durchquert, in der heute jedoch keine Reisez├╝ge mehr halten. Nach nunmehr 223 Kilometern von Dresden ist die kreisfreie Stadt Hof erreicht. Hier endet die Kilometrierung der S├Ąchsisch-Bayerischen Eisenbahn bei km 164,7.

ICE auf der "Schiefen Ebene"
ICE auf der "Schiefen Ebene"
Unterwegsstation Kilometrierung
siehe Ludwig-S├╝d-Nord-Bahn
Trebgast 73,73 km

Ab Hof sind die Kilometersteine an der Strecke bis kurz vor Neuenmarkt-Wirsberg absteigend. Der Beginn der Kilometrierung auf diesem Abschnitt befindet sich in Bamberg. In Oberkotzau, sechs Kilometer s├╝dlich von Hof, zweigt die zweigleisige Hauptbahn nach Regensburg ab, w├Ąhrend die Sachsen-Franken-Magistrale sich in Richtung Westen wendet und durch das n├Ârdliche Fichtelgebirge f├╝hrt. Bis M├╝nchberg quert sie mehrmals die Bundesstra├če 289 , hinter M├╝nchberg au├čerdem die Bundesautobahn 9. War die s├Ąchsische Steilrampe der Abschnitt von Tharandt nach Klingenberg-Colmnitz, so kann sich in Bayern wohl nur durch die ÔÇ×Schiefe EbeneÔÇť als ebenb├╝rtig erweisen. Sie beginnt in Marktschorgast und f├╝hrt bis Neuenmarkt-Wirsberg steil bergab. Den Bahnhof Neuenmarkt-Wirsberg selbst ber├╝hrt die Sachsen-Franken-Magistrale nicht; er wird ├╝ber eine Verbindungskurve, die Schl├Âmener Kurve , umgangen.

Unterwegsstation Kilometrierung
Trebgast 73,73 km
Harsdorf 68,48 km
Ramsenthal 65,49 km
Bindlach 62,21 km
Bayreuth Hbf 58,05 km

Der nun folgende Abschnitt bis Bayreuth ist erneut absteigend kilometriert. Der Kilometerpfosten 0,0 dieser Linie befindet sich in Weiden. Die Strecke unterquert bei Harsdorf die Bundesautobahn 70 und f├╝hrt parallel zur A 9 nach Bayreuth. Hinter Bayreuth wird die A 9 erneut gequert, anschlie├čend f├╝hrt die Strecke durch die Fr├Ąnkische Schweiz und folgt bis Pegnitz der Bundesstra├če 2 , die zwischen Bayreuth und Pegnitz mit der Bundesstra├če 85 gekoppelt ist. Durch das Tal der Pegnitz geht es weiter in den Veldensteiner Forst , und nach einigen Tunnelabschnitten bei Velden trifft die Strecke in Hersbruck auf die Linie aus Amberg und Weiden. Ab hier wendet sich die Strecke nach Westen und f├╝hrt ├╝ber Lauf und R├Âthenbach nach N├╝rnberg Hauptbahnhof.

Geschichte

Elstertalbr├╝cke um 1900
Elstertalbr├╝cke um 1900
Der Freiberger Bahnhof Ende 19. / Anfang 20. Jahrhundert
Der Freiberger Bahnhof Ende 19. / Anfang 20. Jahrhundert

Die heutige Sachsen-Franken-Magistrale ist aus mehreren Teilabschnitten entstanden. Der erste Abschnitt war die am 6. September 1845 er├Âffnete Teilstrecke der S├Ąchsisch-Bayerischen Eisenbahn vom Werdauer Gleisdreieck nach Zwickau. Am 31. Mai 1846 folgte die Strecke vom Werdauer Gleisdreieck nach Reichenbach. W├Ąhrend zwischen Plauen und der bayerischen Grenze am 20. November 1848 die Er├Âffnung gefeiert werden konnte, zog sich die Fertigstellung des Zwischenabschnitts von Reichenbach nach Plauen durch den Bau der G├Âltzschtalbr├╝cke bis zum 15. Juli 1851 hin. Auf bayerischer Seite hatte die Ludwig-S├╝d-Nord-Bahn bereits am 1. November 1848 die Strecke Neuenmarkt - Hof er├Âffnet, die Fortsetzung zur s├Ąchsischen Grenze erfolgte zum Zeitpunkt der Fertigstellung der S├Ąchsisch-Bayerischen Eisenbahn aus Richtung Plauen, also am 20. November des Revolutionsjahres 1848. Die Strecke von Neuenmarkt nach Bayreuth wurde am 28. November 1853 von der K├Âniglich Bayerischen Staatsbahn er├Âffnet. Sie war die erste bayerische Bahnstrecke, die durch einen Vertrag mit dem Staat ( Pachtbahngesetz ) er├Âffnet wurde. Die Strecke von Bayreuth ├╝ber Hersbruck nach N├╝rnberg, die Pegnitztalbahn , wurde erst am 15. Juli 1877 durchg├Ąngig er├Âffnet.

Auf s├Ąchsischer Seite wurde 1855 die so genannte Albertbahn von Dresden nach Tharandt gebaut. Von Tharandt aus konnte am 11. August 1862 nach gr├Â├čeren technischen (Steigungen, Tunnelbau und Talbr├╝cken) und finanziellen Schwierigkeiten die Einweihung des Streckenabschnittes nach Freiberg erreicht werden. 1866 wurde der Teilabschnitt Chemnitz - Fl├Âha im Zuge des Streckenaufbaus nach Annaberg erreicht werden. 1869 wurde schlie├člich der letzte s├Ąchsische Abschnitt Fl├Âha - Freiberg fertiggestellt. Auch wenn die Pegnitztalbahn noch nicht fertiggestellt war, so gab es durch einen Umweg ├╝ber Kulmbach und Lichtenfels nun eine internationalen Ost-West-Verbindung von Polen und den ├Âstlichen Teilen Deutschlands in die s├╝d- und s├╝dwestdeutschen Landesteile, sowie in die Schweiz und nach Frankreich .

Zugbetrieb

1990er Jahre

Seit der Wende ist die Sachsen-Franken-Magistrale im Kursbuch als Linie 83 registriert. Die Strecke wurde mit InterRegio -Z├╝gen der Hauptrelation G├Ârlitz-Dresden-Karlsruhe/M├╝nchen-Oberstdorf bedient, erg├Ąnzt mit InterRegios von Leipzig nach Oberstdorf. Einzige durchg├Ąngige Verbindung von G├Ârlitz nach Karlsruhe war anfangs jedoch lediglich das Zugpaar IR 2668/2669, w├Ąhrend die Verbindung Dresden-Oberstdorf mit t├Ąglich zwei Zugpaaren bedient wurde.

Auszug aus dem Fahrplan 1994 / 95 :

Von Nach Ent-
fernung
t├Ągliche
Verbindungen
Direktver-
bindungen
Fahrzeit des
schnellsten Zuges
Dresden Karlsruhe 682 km 6 2 8 Stunden 56 Minuten
Dresden Oberstdorf 716 km 3 2 9 Stunden 55 Minuten

Die Verbindungen von und nach Leipzig wurden bis Ende der 1990er Jahre schrittweise ausged├╝nnt, da man dem Fernverkehr ├╝ber die Saalbahn den Vorzug gab. Am 28. Mai 2000 wurden im Rahmen der Einstellungsvorhaben f├╝r den InterRegio die durchg├Ąngigen InterRegio-Verbindungen von Dresden nach Karlsruhe und Oberstdorf gekappt. Bis zum 4. November des selben Jahres verkehrten namenlose D-Z├╝ge von Dresden nach N├╝rnberg. Von N├╝rnberg nach Karlsruhe wurden weiterhin InterRegio-Z├╝ge eingesetzt. Einzige verbliebene InterRegio-Verbindung war das auf dem Teilst├╝ck Reichenbach-Hof verkehrende Zugpaar IR 2300/2301 von Berlin Zoologischer Garten ├╝ber Leipzig und Regensburg nach Oberstdorf.

ICE-TD

Am 10. Juni 2001 begann auf der Franken-Sachsen-Magistrale das drei Jahre w├Ąhrende Zeitalter der ICE-Z├╝ge . Gemeinsam f├╝r die Strecken im Allg├Ąu beschaffte die Deutsche Bahn AG hierf├╝r 20 Dieseltriebz├╝ge der ÔÇ×bogenschnellenÔÇť Baureihe 605 und setzte sie im Zweistundentakt ein. Nach einigen Monaten waren auch die Kinderkrankheiten dieser Baureihe ├╝berwunden. Nach dem Elbehochwasser im August 2002 , bei dem der Abschnitt ├Âstlich von Freiberg teilweise v├Âllig zerst├Ârt wurde, erreichten die Z├╝ge ohnehin nicht mehr die s├Ąchsische Landeshauptstadt Dresden, sondern mussten in Chemnitz beginnen und enden. Als am 2. Dezember 2002 bei Gutenf├╝rst ein Radreifen der Einheit 605 003 brach, musste die Neigetechnik abgeschaltet werden. Eine fahrplankonforme Fahrzeit war damit nicht mehr m├Âglich. Eine Untersuchung des Eisenbahn-Bundesamtes im Juli 2003 f├╝hrte schlie├člich zur vorl├Ąufigen Stilllegung der Z├╝ge. Der Hersteller Siemens musste die Z├╝ge einer gr├╝ndlichen Revision unterziehen. Zu einem erneuten Einsatz auf der Sachsen-Franken-Magistrale sollte es jedoch nicht mehr kommen.

Gegenwart

Im Dezember 2003 entschied sich die Unternehmensleitung der Deutschen Bahn AG zur betriebsf├Ąhigen Abstellung der 150 Mio Euro teuren Baureihe 605. Doch zur R├╝ckkehr zu dem traditionellen lokbespannten Zugkonzept konnte sie sich nicht durchringen. Stattdessen wurden einige ebenfalls auf Neigetechnik basierende Nahverkehrstriebz├╝ge der Baureihe 612 in die Fernverkehrsfarben silber-rot umlackiert und pro Zuglauf zweifach zusammengekuppelt als InterCity zum Einsatz gebracht. Dieses Vorgehen rief bei den Bundesl├Ąndern Protest hervor, da sie diese urspr├╝nglich f├╝r den Nahverkehr vorgesehenen Fahrzeuge mitfinanziert hatten. Auch bei den Fahrg├Ąsten kamen diese Fahrzeuge weniger gut an, da ihnen damit trotz des h├Âheren (IC-)Fahrpreises nur der Komfort des Nahverkehrszuges geboten wurde. Bem├Ąngelt wurden beispielsweise die lauten Motorenger├Ąusche im Fahrgastraum und die hohen Einstiege.

Am 10. August 2004 wurde bei einer Routineuntersuchung in der Bahnwerkstatt Hof an einem Fahrzeug der Baureihe 612 ein Haarriss in der Radsatzwelle entdeckt. Daraufhin zog die DB mit sofortiger Wirkung 167 Einheiten aus dem Verkehr. Lediglich 25 kurz zuvor untersuchte Einheiten dieser Baureihe blieben im Betrieb, durften jedoch auf Anordnung des Eisenbahn-Bundesamtes nur noch mit abgeschalteter Neigetechnik verkehren. Zu den aus dem Verkehr genommenen Einheiten z├Ąhlten auch die 17 auf der Sachsen-Franken-Magistrale eingesetzten Fahrzeuge der Baureihe 612 . Als Ersatz wurden kurzfristig Diesellokomotiven der Baureihe 232 , 233 und 234 herangeschafft. F├╝r das ohnehin geringe Fahrgastaufkommen wurden einige Reisezugwagen aus Basel, Frankfurt am Main und M├╝nchen besorgt. Im Herbst 2004 traten Ger├╝chte an den Tag, nach denen - mangels Auslastung - der Fernverkehrr auf der Sachsen-Franken-Magistrale v├Âllig eingestellt werden sollte. Zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember wurde der Zweistundentakt der IC-Z├╝ge auf einen Vierstundentakt ausged├╝nnt. Seitdem f├Ąhrt nur noch ein t├Ągliches Zugpaar Bayreuth an. Die anderen Z├╝ge verkehren wie vor der Abschaffung der InterRegios wieder auf der zweigleisigen Strecke ├╝ber Marktredwitz. Trotz der massiven Fahrzeitverl├Ąngerung auf 5 Stunden und 14 Minuten ergibt sich aus ├Âkologischer Sicht ein positiver Nebeneffekt: in Reichenbach findet nun erstmals seit 2000 wieder ein Lokwechsel statt, so dass die elektrische Oberleitung zwischen Reichenbach und Dresden f├╝r die Fernz├╝ge wieder genutzt wird und damit der gesamte Wirkungsgrad der Antriebssysteme zwischen Dresden und N├╝rnberg h├Âher liegt.

Ausblick

Derzeit nimmt die L├Ąnderbahn, die schon die Vogtlandbahn und den Allg├Ąu-Express als InterRegio-Ersatz zwischen M├╝nchen und Oberstdorf betreibt, an einer Ausschreibung der Strecke zwischen M├╝nchen und Hof teil um ihr Fernverkehrsangebot zu erweitern. Ob und wann die gesamte Sachsen-Franken-Magistrale auch durch andere Eisenbahngesellschaften bedient wird, ist aber noch nicht absehbar. Teile der Magistrale zwischen Hof und Zwickau werden heute schon durch die Vogtlandbahn befahren.

Literatur

  • Rainer Heinrich: Die Elektrifizierung des "S├Ąchsischen Dreiecks". In: Eisenbahn-Kurier. Nr. 337/Jahrgang 34/2000. EK-Verlag GmbH, ISSN 0170-5288 , S. 42-46.

Weblinks

   
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