fair-hotels . Ein Service wie gemalt
Reiseführer Übersicht Deutschland Österreich Schweiz Bauwerke nach Stil

Werbung

Letzte Änderung für Artikel Weihnachtspyramide: 27.12.2005 18:21

Weihnachtspyramide

Wechseln zu: Navigation, Suche
Weihnachtspyramide vor dem Museum in Dippoldiswalde.
Weihnachtspyramide vor dem Museum in Dippoldiswalde.
Nachbildung auf dem D├╝sseldorfer Weihnachtsmarkt
Nachbildung auf dem D├╝sseldorfer Weihnachtsmarkt

Eine Weihnachtspyramide ist ein aus dem Erzgebirge stammender, dort als "Peremett" bezeichneter, in Deutschland weit verbreiteter vorweihnachtlicher Zimmerschmuck.

Sie ist eine Art ÔÇ× Karussell ÔÇť, welches sowohl christliche Motive (wie z.B. Engelfiguren oder Christi Geburt) als auch nicht-christliche Motive (z.B. Bergleute, das Waldmotiv oder Szenen aus dem allt├Ąglichen Leben der Erzgebirgler) zum Thema haben kann. Angetrieben wird die Weihnachtspyramide traditionell mit Hilfe der von den Kerzen aufsteigenden W├Ąrme, welche das Fl├╝gelrad (und somit auch Stab und Teller) in Bewegung setzt.

Weihnachtspyramiden dienen heutzutage meist dekorativen Zwecken, wirken auf Kinder anregend und auf Erwachsene weihnachtlich stimmungsvoll und entspannend.

├ťblicherweise hat eine Weihnachtspyramide ein aus Holz gefertigtes, auf einer vier- bis achteckigen Grundplatte stehendes Gest├Ąnge mit sich nach oben verj├╝ngender Form. Im Inneren enth├Ąlt diese eine senkrechte, in einem Glas- oder Keramik-Lager drehbar gelagerte Welle , an der wenigstens ein Teller befestigt ist. Auf diesem Teller werden verschiedene geschnitzte oder gedrechselte Figuren plaziert. Am oberen Ende der Achse der Pyramide befindet sich das Fl├╝gelrad f├╝r den Antrieb. Um die Pyramide herum werden Kerzen angebracht. Durch die von den Kerzen erw├Ąrmte aufsteigende Luft wird das Fl├╝gelrad in Drehung versetzt, das wiederum ├╝ber die senkrechte Welle die Teller mitsamt den Figuren antreibt.

Weihnachtspyramiden sind in unterschiedlichen Formen und Ausf├╝hrungen erh├Ąltlich. Zum Teil sind sie kunstvoll geschnitzt und haben die Form eine Hauses mit Spitzdach, an dessen oberen Ende die Drehfl├╝gel herausragen. Andere sind als Etagenpyramiden mit mehreren Stockwerken f├╝r verschiedene (oft erzgebirgische) Figuren konstruiert, f├╝r deren Betrieb entsprechend mehr Kerzen n├Âtig sind.

In vielen erzgebirgischen St├Ądten stehen - genau wie station├Ąre Schwibb├Âgen - auf Marktpl├Ątzen, auf Weihnachtsm├Ąrkten und an anderen exponierten Stellen Freiluft-Weihnachtspyramiden, die in der Weihnachtszeit in Betrieb genommen werden.

Weihnachtspyramide in Normalgr├Â├če
Weihnachtspyramide in Normalgr├Â├če

Siehe auch: M├Ąrkische Weihnachtspyramide

Weihnachtspyramide aus Kurort Oberwiesenthal im Erzgebirge
Weihnachtspyramide aus Kurort Oberwiesenthal im Erzgebirge

Die Geschichte der erzgebirgischen Weihnachtspyramide

Die Entstehung der Weihnachtspyramide geht bis ins Mittelalter zur├╝ck: In dieser Zeit war es in S├╝d- und Westeuropa ├╝blich, in der Wohnung immergr├╝ne Zweige (z.B. Buchsbaum) aufzuh├Ąngen, um Unheil in der dunklen Zeit abzuwenden. In Nord- und Osteuropa versuchte man dies mit Hilfe der Kraft des Lichtes. Die Weihnachtspyramide vereinte beide Br├Ąuche und wurde vor allem im Erzgebirge zu einem Symbol f├╝r das Weihnachtsfest. Die in Deutschland im 18. Jahrhundert bekannten "Lichtergestelle" waren der Ursprung der heutigen Pyramiden. Sie bestanden aus vier mit gr├╝nen Zweigen umwundenen St├Ąben, die am oberen Ende zusammengebunden und mit Lichtern versehen waren. In den gro├čen St├Ądten entwickelte sich daraus mit der Zeit der Weihnachtsbaum, der heutzutage fast ├╝berall in Europa zu finden ist, die ├Ąrmeren Bergleute des Erzgebirges sahen in dieser Grundform jedoch nicht einen einfachen Baum mit Lichtern, vielmehr erinnerte es sie an einen Pferdeg├Âpel. Der in der Schnitzkunst und mechanischen Basteleien begabte Erzgebirgler begann nun, das innen leere Stabgestell mit Leben zu f├╝llen: In der Mitte des Gestells wurde ein Stab eingesetzt, an dem verschiedene Teller mit Figuren befestigt waren, an das obere Ende des Stabs kam ein Fl├╝gelrad, was die aufsteigende Warmluft der Kerzen nutzte, den Stab und somit die Teller in Bewegung zu versetzen. Das Grundprinzip der Weihnachtspyramide war geschaffen.

Jedoch fehlte noch ein Name f├╝r das Lichtergestell mit Fl├╝gelrad, doch auch der war schnell gefunden: Etwa zur selben Zeit als die Weihnachtspyramide "erfunden" wurde, unternahm Napoleon einen Feldzug nach ├ägypten (1797-1801). Das Interessante daran f├╝r die einfachen Bergleute des Erzgebirges waren die Bilder der gro├čen Pyramiden, die den Pferdeg├Âpeln und somit auch den Lichtergestellen sehr ├Ąhnlich sahen. Mit der Zeit pr├Ągte sich nun der Begriff "Pyramide" f├╝r diesen erzgebirgischen Lichterturm ein, der sich aber im Volksmund zu "Peremett" umwandelte.

Ein richtiger Durchbruch wollte dieser Tradition jedoch noch nicht gelingen, da die damaligen Talgkerzen oder R├╝b├Âll├Ąmpchen, mit denen die Pyramiden angetrieben wurden, recht teuer waren. Als jedoch um 1830 das billige Parafin entdeckt wurde, erlebte die erzgebirgische Pyramide einen gro├čen Aufschwung. Es entstand eine Vielzahl von Motiven und Stilen, wie z.B. dem gotischen oder orientalischen Stil oder dem Waldmotiv. Auf den Tellern bewegte sich nun fast alles, was man sich vorstellen konnte: Von den drei heiligen K├Ânigen, die zu Christus' Geburt liefen, ├╝ber marschierende Bergmannsz├╝ge bis hin zu Tieren wie Reh und Hase war alles auf den Pyramiden zu finden. Auch die Herstellungsmethoden unterschieden sich stark voneinander, so gab und gibt es auch heute noch geschnitzte, gedrechselte und laubges├Ągte Pyramiden. Doch so unterschiedlich die Pyramiden auch sind, strahlen sie doch alle Besinnlichkeit und W├Ąrme aus und sind aus dem erzgebirgischen Brauchtum nicht mehr wegzudenken.

Quelle: Laubs├Ągest├╝bel Tilgner

Weblinks

Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Weihnachtspyramide aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Weihnachtspyramide verfügbar.

fair-hotels. Ein Service der
VIVAI Software AG
Betenstr. 13-15
44137 Dortmund

Tel. 0231/914488-0
Fax 0231/914488-88
Mail: info@vivai.de
Url: http://www.vivai.de