fair-hotels . Ein Service wie gemalt
Reiseführer Übersicht Deutschland Österreich Schweiz Bauwerke nach Stil

Werbung

Letzte Änderung für Artikel Schloss Weesenstein: 28.01.2006 22:22

Schloss Weesenstein

Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

Lage

Schloss Weesenstein erhebt sich auf einem Felsvorsprung aus Knotenglimmerschiefer mit Quarziteinlagerungen ├╝ber dem Tal der M├╝glitz etwa 3 km s├╝dlich von Dohna im Ortsteil Weesenstein der Gemeinde M├╝glitztal.

Blick auf Schloss Weesenstein im M├╝glitztal
Blick auf Schloss Weesenstein im M├╝glitztal

Geschichte

Die erste urkundliche Erw├Ąhnung des Schlosses datiert auf den 17. Dezember 1318 im Zusammenhang mit dem Hilfe- und Dienstgel├Âbnisses des Burggrafen Otto von Dohna gegen├╝ber dem Mei├čner Markgrafen Friedrich dem Freidigen.

Der Name Weesenstein ist vermutlich auf das bereits genannte Quarzitgestein im Felsen zur├╝ckzuf├╝hren. Dieses auch als ÔÇ×falscher Opal ÔÇť bezeichnete Gestein hie├č fr├╝her ÔÇ×weseÔÇť oder ÔÇ×waiseÔÇť, was sicherlich auch auf die wei├če Farbe des milchwei├čen Opals (auch ÔÇ×WaiseÔÇť genannt) zur├╝ckzuf├╝hren ist. Dadurch variiert der Name nur wenig: Weysinberg, Weisinsteyn, Wei├čenstein, Wesinstein, Weysinstein, Wei├čenstein usw. Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert findet sich fast durchg├Ąngig der Name Wesenstein und schlie├člich seit Beginn des 19. Jahrhunderts setzte sich die Schreibweise Weesenstein durch ( 1850 auch amtlich).

Es ist wahrscheinlich, dass Schloss und das umliegende Land um 1275 gemeinsam mit Rabenau als Mitgift der Tochter des Burggrafen Meinhers III. von Mei├čen in die Ehe mit Burggraf Otto dem ├älteren von Dohna eingebracht wurde und somit in den Besitz der Donins gelangte.

Gottfried Semper datiert die erste Anlage des Schlossturmes in das 10. Jahrhundert. Allerdings fehlt daf├╝r jeglicher Beweis. Wahrscheinlich beruht diese Annahme auf der Vermutung, dass Mitte des 10. Jahrhunderts Kaiser Heinrich I. w├Ąhrend seiner Ostexpansion in dieser Region erste Grenzfesten anlegen lie├č.

Bei Dohna gabelte sich der Stra├čenzug nach B├Âhmen in einen ├Âstlichen Weg ├╝ber Berggie├čh├╝bel und Peterswalde (Kulmer Steig, K├Ânigsweg) und einen westlichen Weg ├╝ber das M├╝glitztal nach Burkhardtswalde, Liebstadt, Breitenau und F├╝rstenwalde. Dabei ist nicht ├╝berliefert, welche dieser Routen z. B. w├Ąhrend der Heeresz├╝ge Kaiser Heinrichs III. ( 1040 ), Wiprechts von Groitzsch ( 1107 ) oder Kaiser Lothars III. ( 1126 ) genutzt worden sind. Sicher ist jedoch, dass der Weg ├╝ber Weesenstein seit dem 13. Jahrhundert als Handelsweg bevorzugt genutzt wurde, was die Entstehung von Schloss Weesenstein in dieser Zeit begr├╝nden w├╝rde.

In der Dohnaischen Fehde ( 1389 bis 1402 ) hat auch Schloss Weesenstein sehr gelitten. Noch 1405 musste es durch einen Heerzug von G├╝nther von B├╝nau und Otto Pflug f├╝r die Wettiner erobert werden.

Die Wettiner Markgrafen belehnten G├╝nther von B├╝nau 1406 f├╝r seine Unterst├╝tzung gegen die Dohnaer Burggrafen unter anderen auch mit Weesenstein. Im Vertrag von Eger vom 25. April 1459 wird Weesenstein formal als Erbe der Krone von B├Âhmen bezeichnet. Um weitere Konflikte zu vermeiden, verzichtet K├Ânig Georg von B├Âhmen auf weitere Anspr├╝che. Die Oberlehnshoheit bleibt aber de jure bestehen und erlischt erst 1809 .

Immerhin bis 1772 bleibt Weesenstein im Besitz der Familie von B├╝nau (wenn auch in wechselnden Familienlinien ÔÇô siehe unten).

Nach der Dohnaischen Fehde ist der Hussiteneinfall um 1429 die n├Ąchste kriegerische Zeit, die Weesenstein mit Pl├╝nderungen und Zerst├Ârungen betraf. Heinrich (I.) von B├╝nau gelang es recht schnell, diese Sch├Ąden zu beseitigen. Allerdings galt er bei seinen Nachbarn als ausgesprochen streits├╝chtig, was zu vielen Beschwerden f├╝hrte. Sogar die Geistlichkeit f├╝hrte beim Bischof zu Mei├čen Beschwerde, ohne dass dieser abgeholfen werden konnte. Dadurch wurde das gerade tagende Basler Konzil mit dieser Angelegenheit befasst und Heinrich von B├╝nau als frevelhafter Besch├Ądiger des mei├čnischen Klerus mit dem Kirchenbann belegt. Da keine weiteren Zeugnisse zu diesem Geschehen belegt sind, wurde wohl doch ein Vergleich gefunden.

Die Lehnbriefe aus dieser und der sp├Ąteren Zeit weisen die Besitzer von Weesenstein (haupts├Ąchlich die Familie von B├╝nau) auch als Besitzer einer Vielzahl von D├Ârfern, Diensten usw. aus. Dazu geh├Ârten Schloss und Stadt Liebstadt, Burkhardtswalde, Falkenhain, Nentmannsdorf, Friedrichswalde, Borna usw. bis hin zu Anteilen an Gottleuba und den dortigen Bergwerken und viele weitere Besitzungen im Leipziger Raum und in Th├╝ringen. Dieser Besitz wurde je nach Bedarf erweitert oder auch verkauft.

Am erfolgreichsten in diesem Zusammenhang war wohl Rudolf (II.) von B├╝nau ( 1486 bis 1543 ). Obwohl er als einer von sieben Geschwistern nur das Stammschloss mit den umliegenden D├Ârfern erhielt, erweiterte er den Besitz um Lauenstein (Schloss und Stadt), Falkenhain, Burkhardtswalde, Biensdorf, R├Âhrsdorf, Ober-Meusegast, Seitenhain, Luga, Seidewitz, Friedrichswalde, Hausdorf, Teile von Gottleuba, Zitschewig und Dohna, Hosterwitz, Laubegast, Zschachwitz sowie um eine Reihe verschiedener Rechte (z. B: Fischerei). F├╝r 39.000 Gulden erwarb er schlie├člich 1534 die b├Âhmische Herrschaft Tetschen .

Hochaltar der Schlo├čkirche
Hochaltar der Schlo├čkirche

Am 2. April 1504 erhielt Weesenstein von Bischof Johann VI. von Mei├čen das Recht, in der im gleichen Jahr gegr├╝ndeten Schlosskapelle Gottesdienste f├╝r die Herrschaft und die Dienerschaft abzuhalten. Damit bildete das Schloss eine eigene Parochie , die immerhin bis 1870 bestand. Anfangs wurden die geistlichen Verrichtungen vom Pfarrer von Dohna wahrgenommen. 1517 genehmigte Papst Leo X. die Anstellung eines Schlossgeistlichen, der unter der Kollatur des Schlossherrn stand.

In der Reformationszeit versuchten die katholisch gesinnten Schlossherrn sich den Lutherischen Bestrebungen in Sachsen zu widersetzen. Erst mit dem protestantisch gesinnten Herzog Moritz von Sachsen ( 1541 bis 1553 ) mussten Rudolf (II.) und Heinrich (II.) von B├╝nau ihren Widerstand aufgeben.

Im Drei├čigj├Ąhrigen Krieg , besonders in den Jahren 1631 bis 1643 wird Weesenstein durch die pl├╝ndernde schwedische Soldateska schwer verw├╝stet. Der H├Âhepunkt des Elends wurde 1639 erreicht, als die Schweden ├╝ber mehrere Monate die Umgebung von Pirna brandschatzten.

Mit dem ├ťbergang der Herrschaft Weesenstein auf die Familie von Uckermann kam es verst├Ąrkt zu Streitereien und gelegentlich zu Gewaltt├Ątigkeiten mit den Gutsuntertanen. Dies f├╝hrte schlie├člich 1775 zu einem offenen Aufruhr, da sich die Bauern durch die ihnen aufgeb├╝rdeten Frondienste ├╝berm├Ą├čig beschwert glaubten.

Auch zu Beginn des Siebenj├Ąhrigen Krieges ( 1756 ) wurde Weesenstein durch s├Ąchsische und preu├čische Truppen und in den Napoleonischen Kriegen besonders im Jahr 1813 durch Franzosen, ├ľsterreicher und Russen schwer heimgesucht.

Blick auf Schloss Weesenstein aus s├╝dlicher Richtung ├╝ber die w├Ąhrend der Jahrhundertflut 2002 zerst├Ârte Parkanlage
Blick auf Schloss Weesenstein aus s├╝dlicher Richtung ├╝ber die w├Ąhrend der Jahrhundertflut 2002 zerst├Ârte Parkanlage

Nach den Freiheitskriegen war Weesenstein oft Schauplatz gl├Ąnzender Feste und gelangte so auch in den Blickwinkel der k├Âniglichen Familie. 1830 kaufte schlie├člich Prinz Anton der G├╝tige das Schloss. Nachdem 1838 Prinz Johann, der sp├Ątere K├Ânig, Weesenstein ├╝bernommen hatte, verweilte er sehr oft in diesem Schloss. So entstanden hier auch wesentliche Teile seiner ├ťbersetzung von Dantes ÔÇ×G├Âttlicher Kom├ÂdieÔÇť. 1870 genehmigte er die Vereinigung der Schloss- und der nach Dohna eingepfarrten Dorfgemeinde zu einer einheitlichen Parochie. Die neue Gemeinde durfte die Schlosskirche f├╝r die Gottesdienste und die sonstigen geistlichen Amtshandlungen nutzen. Auch erhielt sie einen eigenen Friedhof. Die Kollatur wurde dem jeweiligen Besitzer des Schlosses ├╝bertragen. Heute geh├Ârt die Schlosskapelle zu dem Pfarrbezirk Burkhardtswalde. Es finden regelm├Ą├čig Andachten und Konzerte statt.

Salon im Schlo├č
Salon im Schlo├č

Nach dem ersten Weltkrieg gelangte das Schloss in b├╝rgerliche H├Ąnde und 1933 schlie├člich in den Besitz des Landesvereins S├Ąchsischer Heimatschutz. Dieser richtete im Schloss ein erstes Museum ein.

Im Zweiten Weltkrieg diente Weesenstein als ein Hauptdepot f├╝r ca. 450.000 Kunstsch├Ątze aus Dresdner Museen (z. B. aus dem Kupferstichkabinett , der Gem├Ąldegalerie und der Porzellansammlung ). Durch den Einbau entsprechender Sicherungstechniken sowie die Betreuung durch Mitarbeiter der Dresdener Kunstsammlungen konnte auch dass Schloss den Krieg gut ├╝berstehen.

Nach dem Krieg wird der Landesvereins S├Ąchsischer Heimatschutz enteignet. Zwar weder verboten noch aufgel├Âst, verliert der Verein seine Arbeitsf├Ąhigkeit. Das Schloss, was sich in seinem Besitz befand, ├╝bernimmt zun├Ąchst das Land Sachsen, sp├Ąter die Dresdner Kunstsammlungen und schlie├člich die Gemeinde Weesenstein.

Das Museum ├Âffnete wieder 1952 . Im zunehmenden Ma├če, besonders seit Mitte der 70er Jahre, fehlten die Mittel f├╝r notwendige Sanierungsarbeiten.

Erst seit der Wiedervereinigung werden durch den Freistaat Sachsen wieder Mittel f├╝r umfangreiche Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten zur Verf├╝gung gestellt.

Die Jahrhundertflut im August 2002 w├╝tete in der Gemeinde Weesenstein besonders heftig und vernichtete u. a. auch den Schlossgarten vollst├Ąndig. Der schlossnahe Teil ist seit 2003 wieder begehbar. Der ├╝brige Teil soll bis 2006 fertiggestellt sein.

Besitzer des Schlosses Weesenstein in chronologischer Reihenfolge

um 1275 Burggraf Otto III. der Ältere (urkundlich erst am 17. Dezember 1318 )
bis 1385 Burggraf Otto Heyde I. und Otto Heyde II. von Dohna (letzterer wahrscheinlich 1386 in Gefangenschaft verstorben)
bis 1394 Erbschaftsstreitigkeiten zwischen den S├Âhnen Otto Heyde II. (Otto Heyde III., Jeschke, Otto Mul, Jan)
1394 Weesenstein kommt zum Erbteil von Jeschke (wird im Dezember 1403 nach Flucht ├╝ber Weesenstein und K├Ânigstein in Ofen (heute Budapest ) enthauptet)
1402 Markgraf Wilhelm I. von Mei├čen im Ergebnis der Dohnaischen Fehde
14. November 1406 Lehnbrief f├╝r G├╝nther (I.) von B├╝nau (gestorben 1428 )
1428 bis 1467 Heinrich (I.) von B├╝nau (Sohn G├╝nthers (I.) von B├╝nau)
1467 bis 1486 Rudolf (I.) von B├╝nau (Sohn Heinrich (I.) von B├╝nau)
1486 bis 1543 Rudolf (II.) von B├╝nau (zweiter Sohn Rudolf (I.) von B├╝nau)
1543 bis 1570 Heinrich (II.) von B├╝nau (├Ąltester Sohn Rudolf (II.) von B├╝nau)
1570 bis 1626 Rudolf (III.) von B├╝nau (einziger Sohn von Heinrich(II.) von B├╝nau); stirbt 1626 kinderlos; Aussterben der Weesensteiner Linie der Familie von B├╝nau
1626 bis 1658 Heinrich (III.) von B├╝nau (Lauensteiner Linie)
1658 bis 1674 G├╝nther (II.) von B├╝nau (einziger Sohn des Vorigen)
1674 bis 1700 Rudolf (IV.) von B├╝nau (einziger Sohn des Vorigen)
1700 bis 1719 G├╝nther (III.) und Heinrich (IV.) von B├╝nau (S├Âhne des Vorigen)
1719 Verkauf an Henrica Helena von B├╝nau (geb. Vitzthum von Eckst├Ądt)
1728 Verkauf an Rudolf (V.) von B├╝nau (j├╝ngere Lauensteiner Linie; Ehemann der Vorigen); gestorben 1752
1752 bis 1772 Rudolf (VI.) von B├╝nau (einziger Sohn des Vorigen); muss 1772 Weesenstein f├╝r 100.000 rheinische Gulden verkaufen
1772 Johanna Christiane Freifrau von Uckermann (Gemahlin des hessischen Geheimrates und Generalpostintendanten Baron Johann Jacob von Uckermann) und ihr Sohn Jakob von Uckermann
22. Juli 1830 Verkauf an K├Ânig Anton den G├╝tigen (Haus Wettin) f├╝r 360.000 Taler
1836 bis 1838 Prinz Maximilian (Bruder des Vorigen)
1838 bis 1873 Prinz Johann, ab 1854 K├Ânig von Sachsen
1873 bis 1904 Prinz Georg, ab 1902 K├Ânig von Sachsen
1904 bis 1917 Prinz Johann Georg (zweiter Sohn des Vorigen)
1917 bis 1933 Geheimer Kommerzienrat Alwin Bauer und seine Tochter Else Melanie verehelichte Sch├Ân
14. August 1933 Landesverein S├Ąchsischer Heimatschutz
1949 Tr├Ągerschaft durch das Land Sachsen, da der obige Verein als nicht mehr existent erkl├Ąrt wurde.
1952 Museum wird von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ├╝bernommen
1957 Tr├Ągerschaft durch die Gemeinde Weesenstein
ab 1992 Tr├Ągerschaft durch den Freistaat Sachsen

Die bauliche Entwicklung von Schloss Weesenstein

Das Schloss ist ein achtst├Âckiges Bauwerk. Die Besonderheit besteht darin, dass es zu einem gro├čen Teil von oben nach unten gebaut worden ist.

Dadurch befinden sich zum Beispiel die alten Kellerr├Ąume im f├╝nften und die Pferdest├Ąlle im vierten Geschoss.

Der Turm scheint zum ├Ąltesten Teil des Schlosses, wahrscheinlich aus dem 12. Jahrhundert , zu geh├Âren. Wenn man die alten Bilder des Schlosses (beispielsweise das Gem├Ąlde im Treppenhaus aus dem 17. Jahrhundert ) zum Vergleich heranzieht, ist festzustellen, dass der Turm urspr├╝nglich nicht so hoch wie heute war.

Der urspr├╝nglich als Warte an der Heer- und Handelsstra├če dienende Turm wurde sp├Ąter durch Wohn- und Wirtschaftsr├Ąume erg├Ąnzt. So entstand im sechsten Stock ein ÔÇ×GerichtssaalÔÇť (der sog. ÔÇ×Speisesaal der BurggrafenÔÇť) und darunter ein Keller. Vom Gerichtssaal gelangt man in die ÔÇ×FolterkammerÔÇť und einige Stufen weiter in den siebenten Stock zum ÔÇ×M├ÂnchsgangÔÇť. In den Zeiten von Rudolf (II.) und Heinrich (II.) von B├╝nau (15./16. Jahrhundert) wurden hier der ÔÇ×Steinerne SaalÔÇť und der ÔÇ×BillardsaalÔÇť eingerichtet.

Mit der Gr├╝ndung der Schlosskapelle 1504 im sechsten Stock durch Rudolf (II.) von B├╝nau wurde der Burghof nach S├╝dwesten abgeschlossen. 1738 wurde die Kapelle abgetragen und eine neue ÔÇ×HauskircheÔÇť gebaut, die am 23. Juli 1741 geweiht wurde. Lange Zeit galt George B├Ąhr als Sch├Âpfer der neuen Kirche. Heute geht man aber davon aus, dass die Entw├╝rfe von einem seiner Sch├╝ler, dem Baumeister Johann George Schmidt ( 1707 bis 1774 ) stammen. Die Kosten f├╝r den Umbau betrugen unglaubliche 4177 Taler, 5 Groschen und 6 Pfennige.

Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts wurde der neue Teil des Schlosses im S├╝den und S├╝dosten an den Felsen gebaut.

Nach den Verw├╝stungen durch die Schweden 1639 lie├č Rudolf (IV.) von B├╝nau eine Reihe von Restaurierungsarbeiten durchf├╝hren, unter anderen auch die Ausbesserung des sog. ÔÇ×LedertapetensaalsÔÇť. Nachdem Rudolf (V.) aus der j├╝ngeren Lauensteiner Linie der Familie von B├╝nau das Schloss von seiner Frau Henrica Helena f├╝r 100.000 rheinische Gulden ├╝bernommen hatte, erfolgten umfangreiche Erneuerungen und Renovierungen auf dem Schloss.

Die umfangreichsten Erneuerungen verdankt das Schloss der Familie von Uckermann. Zun├Ąchst wurde das Hauptportal gr├╝ndlich erneuert und 1781 die alte Holzbr├╝cke durch eine Steinbr├╝cke ersetzt. S├╝dlich des Schlosses entstand in der M├╝glitzschleife ein barocker Schlossgarten und darin am Fu├če des Felsens das sogenannte ÔÇ×BadezimmerÔÇť.

K├Ânig Johann veranlasste die Erneuerung der Sandsteinbr├╝cke, die beide Teile des Parks miteinander verbindet. Ebenso entstand 1861 die Marmorstatue ÔÇ×FloraÔÇť durch den s├Ąchsischen Bildhauer Wolf von Hoyer ( 1806 bis 1874 ) im Auftrag von K├Ânig Johann. Die r├Âmische G├Âttin der Blumen und des Bl├╝hens tr├Ągt einen Rosenkranz im Haar. Still reicht sie dem Betrachter eine Rose aus ihrem Bouquet.

Mit der ├ťbernahme des Schlosses durch die Wettiner im 19. Jahrhundert wurden die Raumfluchten neu gegliedert, so dass sie den neuen, aufwendigeren Nutzungsanforderungen entsprachen. In den 60er Jahren wurden verschiedene R├Ąume (unter anderem das Arbeitszimmer des K├Ânig Johann und das Schlafzimmer) mit neuen Tapeten ausgestattet, so z. B. mit der historisch wertvollen, barocken Mechelner Goldledertapete (eine handgefertigte chinesische Papiertapete) sowie mit der sog. ÔÇ×PanoramiqueÔÇť-Tapete. Die Ausstattung der Zimmer wechselte mit den h├Ąufig anreisenden G├Ąsten. Die repr├Ąsentative Empfangssituation im Bereich der herrschaftlichen Wohnetage entstand zwei Jahre nach der Thronbesteigung des Johann von Sachsen 1854 in Anlehnung an Sempersche Raumgestaltungen im Stil der Neorenaissance. Die Innendekoration war dem gelehrten Regenten gewidmet.

Heutige Nutzung der Anlage

Neben der musealen Nutzung des Schlosses bieten sich die R├Ąumlichkeiten f├╝r private Feste (z. B. Hochzeiten) und f├╝r eine gastronomische und kulturelle Nutzung an.

Nachdem 1863 die Brauerei stillgelegt worden war und zur K├Âniglichen Schlossk├╝che umgebaut wurde, begannen in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts die Arbeiten zur Wiedererweckung der Brauerei am historischen Ort. Heute ist der Brauhof (der immerhin auf eine 700-j├Ąhrige Geschichte zur├╝ckblicken kann) kulinarischer und kultureller Mittelpunkt der neu entstandenen Schlossk├╝che, Schlossbrauerei und der Veranstaltungsr├Ąume.

Hervorzuhebende kulturelle Ereignisse auf Schloss Weesenstein sind die regelm├Ą├čigen Lesungen des Schauspielers Rolf Hoppe.

Literatur und Weblinks

  • Alfred Meiche: Historisch-Topographische Beschreibung der Amtshauptmannschaft Pirna. Verlag Buchdruckerei der Wilhelm und Bertha v. Baensch Stiftung, Dresden 1927
  • Viktor Hantzsch: Weesenstein. In: Dr. Alfred Meiche (Hrsg.): Die Burgen und vorgeschichtlichen Wohnst├Ątten der S├Ąchsischen Schweiz. Wilhelm Baensch, Verlagshandlung, Dresden 1907, S. 88 - 102
  • Alfred Meiche: Weesenstein, ein Edelstein unter den Burgen Sachsens. In: Landesverein S├Ąchsischer Heimatschutz Dresden. Mitteilungen Heft 5 bis 8/Band XXIII/1934, Lehmannsche Buchdruckerei, S. 97 - 125


Koordinaten: 50┬░ 56ÔÇ▓ 4" n. Br., 13┬░ 51ÔÇ▓ 41" ├Â. L.

Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Schloss Weesenstein aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Schloss Weesenstein verfügbar.

fair-hotels. Ein Service der
VIVAI Software AG
Betenstr. 13-15
44137 Dortmund

Tel. 0231/914488-0
Fax 0231/914488-88
Mail: info@vivai.de
Url: http://www.vivai.de