fair-hotels . Ein Service wie gemalt
Reiseführer Übersicht Deutschland Österreich Schweiz Bauwerke nach Stil

Werbung

Letzte Änderung für Artikel Schloss Lichtenwalde: 11.02.2006 11:51

Schloss Lichtenwalde

Wechseln zu: Navigation, Suche
Haupteingang
Haupteingang

Schloss Lichtenwalde befindet sich im gleichnamigen Ortsteil der Gemeinde Niederwiesa im Landkreis Freiberg in Sachsen.

Das im Eigentum des Freistaates Sachsen befindliche Schloss beherbergt mehrere Ausstellungen. Im GebĂ€udekomplex befinden sich weiterhin das Standesamt der Gemeinde Niederwiesa, einige Kunsthandwerker und eine GaststĂ€tte. Umgeben wird das Schloss von einem Barockpark, der im Jahre 2005 zu einem der schönsten Parks Deutschlands gekĂŒrt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Burg

Um 1230 entstand am linken Ufer der Zschopau, 60 m ĂŒber dem Tal gelegen, eine Burganlage. Als Erbauer gelten die Markgrafen von Meißen, welche das ganze Umland sĂŒdlich und westlich des Flusses schon einige Jahre zuvor von Rochlitz aus kolonisierten. Die Burg diente zunĂ€chst als Bollwerk gegen die nördlich und östlich angrenzenden reichsunmittelbaren Herrschaften Mildenstein und Schellenberg und wurde von einem markgrĂ€flichen Kastellan verwaltet, in welcher Eigenschaft 1280 ein Ritter Heidenreich von Lichtenwalde fungierte.

Nachdem die Burg Ende des 13. Jahrhunderts fĂŒr kurze Zeit vom Reich verwaltet wurde, fiel sie 1307 wieder an die Markgrafen zurĂŒck, welche das Objekt mit allem Zubehör 1336 an die Burggrafen von Meißen verpfĂ€ndeten und spĂ€ter auch an diese verlehnten. Die Burggrafen ihrerseits vergaben die Burg einige Jahre spĂ€ter an die Familie von Honsberg, welche hier bis 1439 gebot, wĂ€hrend die burggrĂ€fliche Lehnshoheit bereits 1426 wieder an die Markgrafen zurĂŒck fiel. 1439 tauschten Apel Vitzthum und Konrad von Stein ihre Besitzungen mit denen von Honsberg und wurden somit neue Inhaber von Burg und Herrschaft, verloren diese aber im Verlauf des SĂ€chsischen Bruderkrieges 1447 wieder.

Neue Besitzer waren ab 1447 bis 1561 die von Harras, ein aus ThĂŒringen stammendes altes Adelsgeschlecht. Bedeutendster Vertreter der Familie war Dietrich von Harras (†1499), welcher die Burg ab etwa 1474 nach dem Tod seiner Mutter Ilse ĂŒbernahm. Zuvor diente er bereits im Bruderkrieg dem KurfĂŒrsten und trat dann in den Dienst Kaiser Friedrichs III. und König Maximilians , kĂ€mpfte fĂŒr diese in Burgund und den Niederlanden und erhielt 1488 eine Bestallung als Rat Maximilians, welcher ihn oft in diplomatischen Missionen benötigte. Dietrichs eigentlicher Lehnsherr, Herzog Albrecht III. von Sachsen, beklagte sich gelegendlich beim Kaiser ĂŒber die lange Abwesenheit seines Vasallen im Dienste des Reichs, zumal Dietrich bei Herzog Albrecht die Stellung des Untermarschalls und eines Amtmannes ĂŒber die Ämter Weißensee und Sachsenburg in ThĂŒringen inne hatte. Bekannt geblieben ist Dietrich aber vor allen Dingen durch die Harrassage , die Theodor Körner in der Ballade „Harras der kĂŒhne Springer“ verarbeitete.

Nach Dietrichs Tod ging die Herrschaft zunĂ€chst an seinen Sohn Georg II. († 1538) und dann an Eustachius von Harras , welcher die alte Burg 1550 zu einem Wohnschloss umbauen ließ und 1561 ohne mĂ€nnliche Erben starb, worauf die Herrschaft Lichtenwalde an das Kurhaus Sachsen fiel und in ein landesherrliches Amt verwandelt wurde.

1694 erwarb die Familie von BĂŒnau Lichtenwalde im Austausch gegen Pillnitz bei Dresden, welches KurfĂŒrst Johann Georg IV. seiner MĂ€tresse Sibylle von NeitschĂŒtz schenken wollte.

Schloss

Innenhof
Innenhof

1719 ersteigerte Jakob Heinrich Graf von Flemming den verschuldeten Besitz derer von BĂŒnau und verkaufte ihn 1722 an Christoph Heinrich Reichsgraf von Watzdorf († 1729) weiter, der die Reste der alten Burg wie auch des Harrasschen Schlosses abreißen ließ und ein großes Barockschloss an deren Stelle errichtete. Sein Sohn Friedrich Carl von Watzdorf († 1764) ließ um die Anlage ab 1730 einen weitlĂ€ufigen Park anlegen.

Als Watzdorf ohne Nachkommen starb, gelangte Lichtenwalde 1764 in den Besitz seiner Witwe, Henriette Sophia, geborene GrÀfin Vitzthum von EckstÀdt. Die Grafen Vitzthum von EckstÀdt blieben bis zur Enteignung im Jahre 1945 Schlossherren auf Lichtenwalde.

Durch einen Großbrand, der in der Walpurgisnacht 1905 das Dach und Obergeschoss vernichtete, erlitt das Bauwerk schwere SchĂ€den. Bis zum Jahre 1908 erfolgte ein weitgehend originalgetreuer Wiederaufbau.

Im Juli 1945 beschlagnahmte die Rote Armee das Schloss und wies die letzte Schlossherrin Sibylle GrĂ€fin Vitzthum von EckstĂ€dt († 1951), die mehrere FlĂŒchtlingsfamilien aufgenommen hatte, aus dem Haus. WĂ€hrend die alte Dame bis zu ihrem Tode eine neue Bleibe bei Freunden im Dorf Lichtenwalde fand, wurde das Schloss ausgeplĂŒndert. Nach dem Abzug der MilitĂ€rs im Jahre 1946 war das Mobiliar und die Porzellan- und GemĂ€ldesammlung der Familie Vitzthum nicht mehr vorhanden.

Das nun verstaatliche Schloss wurde ab 1948 zunĂ€chst als Kurheim, dann als Tbc -HeilstĂ€tte genutzt. 1972 wurde im Haus eine Bildungseinrichtung des staatlichen Gesundheitswesens der DDR eingerichtet. 1990 ging das Schloss in den Besitz des wiedererrichteten Freistaates Sachsen ĂŒber, der die Liegenschaft bis 1995 als Bildungszentrum des SĂ€chsischen Staatsministeriums fĂŒr Soziales nutzte. Mit dem Umzug der Schule in das neu errichtete Bildungszentrum in Niederbobritzsch stand das Schloss zunĂ€chst leer.

Seit 1999 bewirtschaftet die Liegenschaftsverwaltung des Landesamtes fĂŒr Finanzen das Schloss, das eine neue - museale - Nutzung erhielt.

Grundherrschaft

Die bis 1855 existierende Gerichtsherrschaft umfasste neben dem Ort Lichtenwalde auch die Ortschaften Ebersdorf (heute zu Chemnitz), Nieder- und Oberlichtenau (heute Lichtenau), Nieder- und Oberwiesa (heute Niederwiesa), Ortelsdorf (heute zu Frankenberg), Merzdorf, Ottendorf, Garnsdorf (bis 1724 halbanteilig, dann ganz), Auerswalde (bis 1724 halbanteilig, dann ganz), Braunsdorf und GĂŒckelsberg (heute zu Flöha).

Schlossanlage

Schloßkapelle im Hof
Schloßkapelle im Hof

Das dreiflĂŒgelige SchlossgebĂ€ude, das auf seinem HauptflĂŒgel von einem großen turmartigen Dachreiter gekrönt wird, beherbergt in seinem SĂŒdflĂŒgel mit der Bibliothek, dem Roten Salon, Chinesischen Salon, Speisesalon und dem Wintergarten die ehemaligen ReprĂ€sentationszimmer der Grafenfamilie, in denen die ursprĂŒngliche Ausstattung noch teilweise erhalten geblieben ist.

Der Chinesische Salon, der als Hochzeitraum genutzt wird, diente frĂŒher der Ausstellung der Vitzhumschen Porzellansammlung und gilt heute als der schönste Raum des Hauses. Sein Interieur stammt noch aus der Zeit vor dem Brand.

Im Schloss sind ein Scherenschnittmuseum, das Museum fĂŒr Völker und Kulturen mit der Sammlung Frank, ein Uhrenmuseum, die 1. WĂŒnschelrutenausstellung der Welt, eine Sammlung von Puppen und historischem Spielzeug sowie die Werkschau der Cammann Gobelin Manufaktur tĂ€glich, außer montags, zu besichtigen. Im Haus befindet sich auch die Umweltbibliothek der SĂ€chsischen Landesstiftung Natur und Umwelt.

Nach Osten schließt sich der Schlosshof an, dessen Sanierung im Jahre 2004 abgeschlossen wurde. Die sich daran anschließende Schlosskapelle, die in wesentlichen Teilen noch aus dem 15. Jahrhundert stammt, wurde ebenfalls in ihrer AußenhĂŒlle renoviert.

Uhrenmuseum im Schloss

Schlosspark

Der Barockgarten entstand zwischen 1730 und 1737 im Auftrag des Grundherrn Friedrich Carl von Watzdorf. Der 10 Hektar große Park verwilderte nach der 1945 erfolgten Enteignung der letzten Schlossbesitzerin. Im Jahre 1954 begannen die Arbeiten zu einer Wiederherstellung. In den Jahren 1990 bis 1997 wurde der Park in seiner ursprĂŒnglichen Form saniert. Die letzten Arbeiten am Park wurden im Jahre 2004 abgeschlossen.

Zu der Landschaftsarchitektur des Parkes gehören Wasserspiele, von denen die „Sieben KĂŒnste“ das bekannteste ist.

Der Park ist tĂ€glich, außer montags, wĂ€hrend der Öffnungszeiten gegen Eintrittsgeld begehbar.

Weblinks


Koordinaten: 50° 52' 56.1" N 13° 00' 24.6" O

Informationen aus der Umgebung

Hotels in der Umgebung

Hotel Plz Ort Mail Url Kategorie Telefon
Seaside Residenz Hotel 09126 Chemnitz http://www.residenz-hotel-chemnitz.de/html/d/index.html  0371 / 35 51-0
Mercure Kongress 09111 Chemnitz http://www.mercure.com/mercure/fichehotel/de/mer/1581/fiche_hotel.shtml  0371 / 6830
Elisenhof 09111 Chemnitz http://www.hotelelisenhof.de/  0371 / 47 169-0
SĂ€chsischer Hof 09111 Chemnitz http://www.saechsischer-hof.de/  0371 / 461 48 - 0
Adelsberger Parkhotel Hoyer City Line & Country Li 09127 Chemnitz http://www.adelsberger-parkhotel.de/ph-start.html  0371 / 77420-0
Abendroth 09224 Chemnitz http://www.abendroth-hotel.de/  0371 / 855213
GĂŒnnewig Chemnitzer Hof 09111 Chemnitz http://www.guennewig.de  0341 / 6 84-0
GĂŒnnewig Hotel Europa 09111 Chemnitz http://www.guennewig.de/cheuropa/index1024.php  03 71 / 6 81-0
Kleinolbersdorf 09128 Chemnitz    /
Villa im GrĂŒnen 09114 Chemnitz http://www.zugast.de/villa-im-gruenen/index.shtml  0371 / 3302380
Hotel im Rabenstein-Center Verband Christlicher Ho 09117 Chemnitz http://www.hotel.rabensteincenter.de/  0371 / 909 47 10
Dorint Parkhotel 09112 Chemnitz http://www.dorint.com/chemnitz/home.html  0371 / 38070
Amber Hotel Plaza Chemnitz Park 09247 Chemnitz http://www.amber-hotels.de/deutschland/index.php  03722 / 51 30
Renaissance Chemnitz Hotel 09113 Chemnitz   0371 / 33410
Ringhotel Schloßhotel Klaffenbach 09123 Chemnitz http://www.schlosshotel-klaffenbach.de/Wasserschloss/wasserschloss.html  0371 / 26 11-0
Avenue Hotel Becker 09131 Chemnitz http://www.avenuehotel.de/  0371 / 471910
Achat 09116 Chemnitz http://www.achat-hotel.de/  0371 / 8121-0
Artes 09114 Chemnitz http://www.hotel-artes.de/  0371 / 33 74 100
Alte MĂŒhle 09117 Chemnitz http://www.hotel-alte-muehle.de/  0371 / 8144-0
Sporthotel Am Stadtpark 09120 Chemnitz http://www.sportcenter-am-stadtpark.de/  0371 / 278000
Forsthaus GrĂŒna 09224 Chemnitz http://www.forsthaus-gruena.de/hotel.htm  03 71 / 8 42 52 - 0

Weitere Artikel aus der Umgebung

Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Schloss Lichtenwalde aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Schloss Lichtenwalde verfügbar.

fair-hotels. Ein Service der
VIVAI Software AG
Betenstr. 13-15
44137 Dortmund

Tel. 0231/914488-0
Fax 0231/914488-88
Mail: info@vivai.de
Url: http://www.vivai.de