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Letzte Änderung für Artikel Burg Kriebstein: 17.01.2006 17:52

Burg Kriebstein

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Burg Kriebstein
Burg Kriebstein

Kriebstein ist eine Burg , welche sich nur drei Kilometer flussaufwĂ€rts von Waldheim entfernt auf steilem Felsen ĂŒber der Zschopau erhebt. Innerhalb der großen Gruppe der Höhenburgen verkörpert sie den Typ der Bergspornburg, d.h., die Anlage liegt auf dem Ă€ußersten AuslĂ€ufer eines von drei Seiten von der Zschopau in weitem Bogen umflossenen Bergsporns.

Allgemeines

Dieser ist vom ansteigenden Hinterland durch einen kĂŒnstlich eingetieften Halsgraben abgetrennt. Typologisch stellt Kriebstein die Kombination einer Turmburg mit einer Ringburg von ovalem Grundriss dar. Als Dominante erhebt sich auf der höchsten Felsenklippe der monumentale Wohnturm. Bei einer KantenlĂ€nge von 22 x 12 Metern erreicht der Turm bis zur Wetterfahne eine Höhe von 45 Meter. Seine noch spĂ€tmittelalterlichen ErkertĂŒrmchen und der Dachreiter bestimmen das reizvolle Bild der Burg mit der unverwechselbaren Dachsilhouette. Um den Wohnturm gruppieren sich das turmartige Torhaus, die Ringmauer mit dem WirtschaftsflĂŒgel, dem KĂŒchenbau und weiteren Anbauten einschließlich des KapellenflĂŒgels. Östlich an den KapellenflĂŒgel schließen sich die zweijochige, kreuzrippengewölbte gotische Halle sowie das hintere Schloss an. Dieser GebĂ€udekomplex unmittelbar ĂŒber dem Steilhang der Zschopau ist durch ein durchgehendes Obergeschoss aus dem 17. Jahrhundert zusammengefasst. Unmittelbar an den Wohnturm fĂŒgt sich im Mittelpunkt der Burg, der spĂ€tgotische KĂŒchenbau an. Geschlossen wird die Gesamtanlage durch einen WirtschaftsflĂŒgel, der u.a. den Festsaal (jetzt als Konzert- und Veranstaltungssaal genutzt) und die Brunnenstube enthĂ€lt, sowie die nördliche Wehrmauer , die wieder an das Torhaus stĂ¶ĂŸt.

Geschichte

Mit ihrer GrĂŒndung war die Burg Kriebstein Wohn- und Herrschaftssitz der Familie von Beerwalde, deren Besitz bereits vor 1400 die StĂ€dte Waldheim und Hartha einschloss. Damit kann der Wohnturm als einheitlicher Neubau des Dietrich von Beerwalde ab 1384 , betrachtet werden. 1407 wurde der Burgherr aufs neue mit Kriebstein belehnt, und auch die neu errichteten GebĂ€ude, die ĂŒber dem Zschopausteilhang hinausgeschobenen Anbauten (KapellenflĂŒgel, gotische Halle) sowie kleinere WirtschaftsgebĂ€ude können als vollendet gelten. Nach dem Tod Dietrichs im Jahre 1408 fiel die Herrschaft Kriebstein an seine Witwe Elisabeth und nach deren Tod an die Tochter Klara als Leibgedinge. Mit dem Erwerb der Burg und Herrschaft Kriebstein durch Hugold III. von Schleinitz im Jahre 1465 , begann die zweite wesentliche Epoche in der Baugeschichte der Burg. Schleinitz als Obermarschall von KurfĂŒrst Ernst und Herzog Albrecht betraute ab 1471 Arnold von Westfalen , den berĂŒhmten Erbauer der Albrechtsburg zu Meißen, mit grĂ¶ĂŸeren Um- und Erweiterungsbauten. Das von diesem ĂŒberragenden Baumeister geschaffene Formengut der ausgehenden Gotik findet sich auch in diesem Bauwerk. Baumeister Arnold von Westfalen leitete den Um­- und Neubau des WirtschaftsflĂŒgels mit dem" neuen Tanzsaal" und der Brunnenstube sowie des sogenannten "hinteren Schlosses" und den Neubau des KĂŒchenhauses, deren typische Fensterformen eindringlich Zeugnis von seiner TĂ€tigkeit ablegen.

Mit der genannten Baumaßnahme hatte die Burg Kriebstein ihre noch heute sichtbare Ausdehnung erhalten. Sie konnte sich trotz spĂ€terer Erweiterungen und baulichen VerĂ€nderungen ihren gotischen Charakter bis in die Gegenwart hinein bewahren. Nach dem Tode Hugold von Schleinitz' im Jahre 1490 , folgten hĂ€ufige Besitzerwechsel ohne grĂ¶ĂŸere BautĂ€tigkeit. Unter Georg von Carlowitz ( 1544 - 1550 ) erreichte die Herrschaft Kriebstein mit Dörfern und den beiden StĂ€dten Waldheim und Hartha ihre grĂ¶ĂŸte territoriale Ausdehnung.

Das letzte Drittel des 17. Jahrhunderts war unter der Herrschaft deren von Schönberg von einer regen BautĂ€tigkeit bestimmt. Es entstanden die Aufstockungen der sich dem Wohnturm anschließenden Anbauten und des Torhauses sowie das zwischen diesen beiden Baukörpern eingespannte Treppenhaus. An die bescheideneren baulichen Maßnamen der Herren von Milkau erinnern noch heute die Inschriften auf den Wetterfahnen der Dachreiter des Wohnturms und des Torhauses. Im Jahre 1825 erwarb Hanscarl von Arnim aus dem Hause Planitz bei Zwickau Kriebstein, das dann bis 1945 im Besitz der Familie von Arnim verblieb. Unter Leitung des Hofbaumeisters Carl Moritz Haenel erfuhr die Burg in den Jahren 1866 - 1868 durchgreifende Änderungen nach nutzerpraktischen Gesichtspunkten, in den Formen der Neogotik . Diese letzten grĂ¶ĂŸeren baulichen VerĂ€nderungen sind zwar gediegen in der AusfĂŒhrung, bringen aber doch eine gewisse Unklarheit in das monumentale mittelalterliche Bauwerk. Neben teilweiser Änderung der Raumaufteilung im Inneren wurden ein GebĂ€ude des WirtschaftsflĂŒgels um zwei Stockwerke reduziert und die nördliche Wehrmauer unter Verlust des hölzernen Wehrgangs stufenförmig abgetragen, aber auch ein Bereich der Ring­mauer durch stĂŒtzende Strebepfeiler gesichert. Gravierend sind die Umbauten am KĂŒchenhaus. Der ursprĂŒngliche Fachwerkbau mit einem KrĂŒppelwalmdach wurde massiv ersetzt und leider auch der mĂ€chtige Kaminschlot nebst Herdstelle abgerissen.

Bereits im Jahre 1930 wurden Teile der Burg Kriebstein zur Besichtigung fĂŒr die Öffentlichkeit freigegeben. Bemerkenswert ist, dass die Burganlage durch die Familie von Arnim, stets sorgsam instand gehalten wurde und auch aufwendigen Restaurierungsarbeiten (Kapelle) ohne staatliche ZuschĂŒsse erfolgten. Dieses Engagement trug wesentlich zum Ruf „der schönsten Ritterburg Sachsens" bei. Nach der Enteignung der Familie von Arnim im September 1945 wurde die Burg nunmehr „volkseigen“ - zunĂ€chst zu Wohnzwecken und von der Forstverwaltung genutzt. Das Museum konnte am 6. August 1949 neu eröffnet werden.

Die Burg Kriebstein mit ihrem Museum ist seit dem 1. Januar 1993 Eigentum des Freistaates Sachsen und untersteht der SĂ€chsischen Schlösserverwaltung im Landesamt fĂŒr Finanzen.

Weblinks


Koordinaten: 51° 2' 30" N, 13° 1' 10" O

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