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Letzte Änderung für Artikel Magdeburg-Pechau: 18.01.2006 12:58

Magdeburg-Pechau

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Im 948 erstmals urkundlich erw├Ąhnten Elbdorf Pechau leben 2004 etwa 600 Einwohner. Die Postanschrift von Pechau lautet "D-39114 Magdeburg", das Autokennzeichen lautet MD. Pechau ist ein Ortsteil von Magdeburg, der Hauptstadt des Bundeslandes Sachsen-Anhalt, Deutschland. Die Website von Pechau ist [1]

Inhaltsverzeichnis

Lage

Pechau
Pechau

Pechau liegt ├Âstlich der Elbe am Rand von Magdeburg, zwischen Elbe und Ehle ; Alter Elbe, Kreuzhorst und Klus ; unmittelbar an Elbe-Umflutkanal und Pechauer See. Pechau umgibt eine reizvolle und urspr├╝ngliche Landschaft. Natur - das sind Fischreiher , Milane und Biber , St├Ârche und Fr├Âsche , Auenw├Ąlder und Felder, Wiesen und Wasser.

Pechau liegt in der Elbaue in etwa 5 km Entfernung (jeweils etwa 15 Autominuten bis zum Stadtzentrum) zwischen Magdeburg und Sch├Ânebeck (Elbe) an der Kreisstra├če K1227. Pechaus Zentrum befindet sich bei 11┬░ 42' 56 ├Âstlicher L├Ąnge und 52┬░ 05' 21 n├Ârdlicher Breite. Pechau erstreckt sich ├╝ber eine Fl├Ąche von etwa 80 Hektar.

Hochwasserschutz

Pechau ist eingedeicht. Hier liegen die Krone des ├Âstlichen Elbdeiches etwa 49,0 m und die Krone des westlichen Umflutkanaldeiches etwa 49,5 m ├╝. NN. Die Alte Elbe ist s├╝dlich von Pechau ein Binnengew├Ąsser.

Die Kreisstra├če K1227, die westlich und s├╝dlich an Pechau vorbeif├╝hrt, liegt 47 m ├╝. NN und wirkt als Deich zur Elbe.

Die Entfernungen des Pechauer Ortskerns betragen zur Elbe etwa 2,5 km, zur Alten Elbe etwa 800 m und zum Umflutkanal etwa 500 m. Der Ortskern liegt 47 ├╝. NN, die tiefsten Fl├Ąchen liegen etwa 45 m ├╝. NN. Der Nullpunkt des Elbpegels an der Magdeburger Strombr├╝cke betr├Ągt 39,9 m ├╝. NN. Die h├Âchsten Elbpegelst├Ąnde wurden dort 1941 mit 7,01 m und 2002 mit 6,71 m gemessen.

Ab 5,50 m Elbpegelstand wird der Umflutkanal geflutet. Sein Wasserspiegel ist bei Hochwasser etwa 1,5 m h├Âher ├╝. NN als am Elbpegel.

Gefahr droht Pechau durch Deichbruch an der Elbe bei einem Elbpegel ├╝ber 7 m oder durch Deichbruch am Umflutkanal sowie Anrainern des Umflutdeiches durch Sickerwasser. Der Grundwasserspiegel ist im Ortsbereich sehr hoch, so da├č Kellerr├Ąume immer gef├Ąhrdet sind.

Sehensw├╝rdigkeiten

St.-Thomas-Kirche

1221 erstmals urkundlich erw├Ąhnt; einschiffig, im Kern sp├Ątromanisch , ├╝ber dem Westgiebel ein Fachwerkt├╝rmchen, barockes S├╝dportal mit schlichter Pilasterrahmung und Segmentgiebel (Ende 17. Jahrhundert ), flachgedeckter Saalbau mit 8 Spitzbogenfenstern, W├Ąnde aus Bruchsteinen - sp├Ąter verputzt, Chor mit 5/10-Schluss; schlichte Innenausstattung; 1944 Bomben- und 1945 Granatsch├Ąden durch RAF beziehungsweise amerikanische Truppen, jedoch keine direkten Treffer; 1980 Einbau der "Winterkirche" unter der Empore; 2000 Sanierung des Kirchturmes und 2002 des Kirchdaches, 2 Glocken (f├Ąlschlich 1921 , korrekt 1922 und 2000 ); evangelische Kirchgemeinde.

Pechauer Bockwindm├╝hle

1828 erbaut, 1896 abgebrannt, 1897 wieder aufgebaut, 1924 durch Sturm schwer besch├Ądigt, bis 1954 in Funktion, 1990 v├Âlliger Zerfall, 1992 / 1993 restauriert,etwa40 Tonnen schwer, Fl├╝gelspannweite 18,40 m, etwa 1250 kg schwere Fl├╝gelpaare. Seit 1831 in Familienbesitz.

In einer Ausstellungshalle - eine ├╝ber 170-j├Ąhrige Fachwerk-Feldscheune, die 2002 umgesetzt wurde - werden alte landwirtschaftliche Ger├Ąte gezeigt.

Seit 1994 j├Ąhrliches M├╝hlenfest am ersten Sonntag im Mai.

Slawisches Dorf und Burgh├╝gel

Auf dem Gemeindehof in Pechau k├Ânnen Rekonstruktionen slawischer H├╝tten sowie die Ausstellung "Die slawische Besiedlung des ostelbischen Raumes vom 8. - 12. Jahrhundert " besichtigt werden. 200 m vom Gemeindehof entfernt, befindet sich am ├Âstlichen Ende der Breiten Stra├če der Burgh├╝gel der historischen Slawenburg.

Klusdamm am Nordrand von Pechau bis zu den Sandd├╝nen der Klusberge

Der am Nordrand von Pechau verlaufende Klusdamm war ein wichtiger Handels- und Postweg, der die sumpfige Elbaue durchquerte und von Magdeburg ├╝ber Wahlitz, Gommern, Leitzkau , Zerbst nach Wittenberg beziehungsweise ├╝ber Ziesar, Brandenburg (Havel) nach Berlin f├╝hrte. Schon im 10. Jahrhundert benutzten ihn die Heere, die nach Osten zogen. Die ├╝ber Jahrhunderte hinweg wichtigste West-Ost-Verbindung im Raum Magdeburg brachte jedoch Pechau kaum wirtschaftliche Vorteile. Anfang des 16. Jahrhunderts wurde von Flamen der Klusdamm als einziger hochwassersicherer ├ťbergang ├╝ber die Elbe-Ehle-Niederung als Hauptverkehrsweg von Magdeburg an Pechau vorbei in Richtung Osten ausgebaut. Er besa├č bei einer L├Ąnge von 7.600 m, einer Breite von fast 6 m und einer aufgesch├╝tteten H├Âhe von 2,5 m, bis zu 10 steinerne und 35 h├Âlzerne Br├╝cken und war gepflastert. Die 1571 gebaute "Lange Br├╝cke" bei Pechau (H├Âhe Kolke bei der M├╝hle) besa├č sogar 8 gro├če Gew├Âlbe mit insgesamt 80 Meter L├Ąnge. Von der Gr├Â├če des Klusdamms k├╝ndet noch heute die erhaltene steinerne Klusbr├╝cke ├╝ber die Ehle. Hier lagen einst im Winkel Pechau, Klus und G├╝bs das Dorf Gr├Âneberg (im fr├╝hen Mittelalter aufgegeben) und sogar eine Burg, auf der 1209 Erzbischof Albrecht I. von Magdeburg ( 1205 - 1232 ) kurze Zeit gefangen gehalten wurde. Der Damm hatte nach den Zerst├Ârungen im Befreiungskrieg, dem Bau des Cracauer Wehrs und der Berliner Chaussee um 1819 / 1820 seine Bedeutung verloren. Heute dient der Klusdamm als Rad- und Wanderweg.

Sonstiges

In Pechau gibt es zwei Gastst├Ątten, davon eine mit Fremdenzimmern, beide mit Biergarten. Zum M├╝hlenfest, am Deutschen M├╝hlentag und zu Himmelfahrt gibt es an der M├╝hle eine gastronomische Versorgung. Es gibt ein Lebensmittelgesch├Ąft. Pechau besitzt au├čer dem Kirchfriedhof einen neuen Friedhof und einen Sportplatz. Pechau verf├╝gt ├╝ber zwei Kinderspielpl├Ątze und einen Kindergarten, die Pechauer Schulkinder besuchen Schulen in Magdeburg. Trotz des Wasserreichtums existieren keine offiziellen Zelt- und Badem├Âglichkeiten in der unmittelbaren Umgebung Pechaus, jedoch viele Angelpl├Ątze (erlaubnispflichtig). Man kann auf den Wegen entlang der Calenberger Stra├če skaten und im Herbst am Umflutkanal Drachen steigen lassen. Hier findet auch das j├Ąhrliche Osterfeuer, das viele Besucher anlockt, statt. Keine der Pechauer Sehensw├╝rdigkeiten, mit Ausnahme der Ausstellung "Die slawische Besiedlung", ist behindertengerecht gestaltet.

Geschichte

bis zur Slawenzeit

Pechau ist ein typisches Elbdorf, welches 1998 sein 1050j├Ąhriges Jubil├Ąum feierte. Das Pechauer Gr├╝ndungsdatum f├╝hrt man auf einen Hoftag Ottos I. zur├╝ck, auf dem das Bistum Brandenburg am 1. Oktober 948 (nach anderen Deutungen 965 ) gegr├╝ndet wurde. In der Gr├╝ndungsurkunde des Bistums wurde Pechau als "Pechovi" (m├Âglicherweise von "pek" - urslawisch f├╝r "sorgen") namentlich erstmals erw├Ąhnt. Die slawische Burg Pechau selbst ist nachweislich noch ├Ąlter. Die Besiedlungsgeschichte des ostelbischen Gebietes z├Ąhlt viele tausend Jahre. In der r├Âmischen Kaiserzeit (1.-4. Jahrhundert) lebten hier semnonisch-swebische St├Ąmme der Germanen. 5 n. Chr. wurden die Semnonen , die sich selbst f├╝r den ├Ąltesten und edelsten der Swebenst├Ąmme hielten, erstmals in antiken Quellen genannt. Nach der gro├čen europ├Ąischen V├Âlkerwanderung (4. bis 6. Jahrhundert ) r├╝ckten die Wilzen , ein Stamm der Elbslawen im 6. und 7. Jahrhundert nach. Die Sweben gelangten bis nach Galizien . Nach erfolglosen Versuchen des Frankenk├Ânigs Karl der Gro├če ( 768 - 814 ), der 780 in den Sachsenkriegen (Eingliederung des Herzogtums Sachsen in das Frankenreich, 772 - 804 ) von Westen bis zur Elbe vorstie├č, gelang es Anfang des 10. Jahrhunderts den deutschen Herrschern Heinrich I. (der Sachse, um 876 - 936 ) und seinem Sohn Otto I. (der Gro├če, 912 - 973 ) im ostelbischen Gebiet Fu├č zu fassen. Das politische Zentrum des Reiches verlagerte sich vom Rhein-Main zum Gebiet zwischen Harz und Elbe. Otto I. sicherte die Grenze zu den Elbslawen, unterwarf und christianisierte sie. Magdeburg (Magadoburg, gegr├╝ndet 805 als fr├Ąnkisches Kastell und Sitz eines fr├Ąnkischen Grafen zur ├ťberwachung des fr├Ąnkisch-slawischen Handels an der Elbe) sollte unter Otto I. neben Rom und Aachen zu einem der Regierungszentren des Reiches ausgebaut werden. 937 gr├╝ndet Kaiser Otto I. den Moritz- oder St. Mauritiusstift Magdeburg. Als 962 / 968 aus dem Stift das Erzbistum Magdeburg entstand, wurden die Erzbisch├Âfe Herren der Stadt und des Umlandes. Seit 921 ist der Gau Morzane (das Land "am Sumpfsee - dem damaligen Fiener See", zwischen Elbe, Stremme , Havel, Ihle und Nuthe) Teil der Nordmark des Deutschen Reiches. Ab 937 war der gesamte Gau dem Moritzstift in Magdeburg zinspflichtig. Das dazugeh├Ârige Alt-Pechau war eine Insel in der Elbe an der Grenze zu Magdeburg und dem Herzogtum Sachsen sowie der n├Ąchstgelegene Burgward auf der slawischen Elbseite. Die schriftlich ├╝berlieferte Geschichte des Gebiets begann.

Slawenzeit

Der Ursprung des Alten Dorfes Pechau wird auf eine Ringburg der Morzanen zur├╝ckgef├╝hrt, die zu den 11 Burgbezirken des gleichnamigen slawischen Gaus geh├Ârte. Die Morzanen waren eine der vier Stammesgruppen der nordslawischen Wilzen, die in 95 Burgbezirken siedelten. Die Burg war etwa 125 x 200 m gro├č. Ihre Besiedlung ist f├╝r den Ausgang des 8. bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts nachweisbar. Sie befand sich auf einem noch heute sichtbaren H├╝gel am ├Âstlichen Ende der Breiten Stra├če des heutigen Dorfs. Bis zum 12. Jahrhundert verlief um die Insel des Burgh├╝gels ein Hauptarm der Elbe. Alt-Pechau war durch eine Br├╝cke mit dem ostelbischen Ufer in Richtung der heutigen Br├╝cke ├╝ber den Umflutkanal verbunden. 923 und 924 zerst├Ârten Ungarn und verb├╝ndete Slawen das benachbarte Magdeburg. Es kann nicht v├Âllig ausgeschlossen werden, da├č sich daran auch einige Pechauer beteiligt haben k├Ânnten. Die Elbe war die Grenze zwischen Slawengebiet beziehungsweise der Nordmark zum Herzogtum Sachsen des 919 vom ersten deutschen K├Ânig Heinrich I. (als Nachfolger des ostfr├Ąnkisch-deutschen K├Ânigs Konrad I. ) gegr├╝ndeten Deutschen Reiches und ab 962 , mit der Kr├Ânung Ottos I. (K├Ânigskr├Ânung 936 ) in Rom zum r├Âmischen Kaiser, des Heiligen R├Âmischen Reiches Deutscher Nation. Die slawischen St├Ąmme zwischen Elbe, Saale und Oder wurden 928 Heinrich I. tributpflichtig. 965 schenkte Otto I. dem Moritzstift in Magdeburg seinen Besitz in Pechau. Otto II. best├Ątigt 973 diese Schenkungen. Ende des 10. Jahrhunderts schlossen sich die Wilzen im Bund der Liutizen ("die Grimmigen") zusammen. Durch den Slawenaufstand 983 wurde die deutsche Kolonisation der ostelbischen "heidnischen" Slawengebiete bis zur Oder noch einmal f├╝r rund einhundertf├╝nfzig Jahre zur├╝ckgedr├Ąngt. Die Elbe bei Magdeburg wurde erneut zum Grenzland. Der Burgward Pechau blieb jedoch ein wichtiger deutscher St├╝tzpunkt im Kampf gegen Slawen. 1007 griff der polnische F├╝rst Boleslaw I. Chrobry (der K├╝hne und erster polnischer K├Ânig, um 967 - 1025 ) beim Versuch der Eroberung des Slawengebiets zwischen Oder und Elbe die Burg Pechau an. Der Gau Morzane wird verw├╝stet. Es wird angenommen, da├č dabei der Palisadenwall der Burg zerst├Ârt wurde und danach Alt-Pechau in der Bedeutungslosigkeit versank. Zur Zeit Friedrichs I. (genannt Barbarossa, 1152 - 1190 ) gewannen die Deutschen in der Auseinandersetzung um die ostelbischen Gebiete unter Albrecht dem B├Ąren, Markgraf der Nordmark, endg├╝ltig die Oberhand. 1139 ├╝bergab das Kloster Berge dem Bischof von Brandenburg 100 Hufen Land, wobei das Dorf Pechau eingerechnet wurde. Alt-Pechau existierte zum Ende des 12. Jahrhunderts nicht mehr.

12. bis 16. Jahrhundert

Pechau ist ein Haufendorf mit vorwiegend Drei- und Vierseitenh├Âfen, wie sie f├╝r das Magdeburger Land typisch sind. Der heutige Dorfgrundri├č mit der Ringstra├če geht auf den Aufbau des deutschen Neuen Dorfes unter dem Lokator Heribert zur├╝ck, der am 18. Juni 1159 das Dorf Pechau mit 6 Hufen (ca. 60 ha) Land westlich des slawischen Burgwalls mit allem Zubeh├Âr und der Gerichtsbarkeit ├╝ber alle Ansiedler als Lehen erhielt. Erzbischof Wichmann von Magdeburg ( 1152 - 1192 ) holte Neusiedler aus Flandern in die Region, um das Land trockenzulegen und landwirtschaftlich besser zu nutzen. 1185 ├╝bereignete Wichmann dem Nicolaistift 2 Hufen und 1191 der Andreaskapelle in Magdeburg 3 Hufen Land in Pechau. Lag Pechau zur Jahrtausendwende noch zwischen zwei gro├čen Elbarmen, so flo├č sp├Ąter der Hauptstrom in der Alten Elbe und etwa im Bett der jetzigen Stromelbe westlich an Pechau vorbei. Pechau geh├Ârte nun nicht nur politisch, sondern auch geografisch zum Jerichower Land , das sich ├╝berwiegend (die L├Ąndereien um Gommern geh├Ârten seit 1269 zu Sachsen und Gebiete im Norden geh├Ârten zu Brandenburg) im Besitz des Erzstiftes Magdeburg befand. 1221 wurde die Kirche in Pechau erstmals erw├Ąhnt. Zugeh├Ârig war sie bis 1562 dem Lorenzkloster in der Magdeburger Neustadt. 1275 geh├Ârten Zipkeleben , Menz und K├Ânigsborn zum Kirchspiel Pechau. 1403 und 1407 wurde Pechau im bis 1407 dauernden Krieg mit Erzbischof G├╝nther II. von Magdeburg ( 1403 - 1445 ) von den F├╝rsten von Anhalt ├╝berfallen und ausgeraubt. Aus dem Jahr 1469 stammte die ├Ąlteste Erw├Ąhnung des Klusdamms von Magdeburg an Pechau vorbei als Hauptverkehrsweg nach Osten. 1459 vertauschte ein Herr von Treskow, der Pechau vom Erzbischof in Magdeburg zum Lehen erhalten hatte, Pechau an das Kloster Berge in Magdeburg. In Pechau entstand am nordwestlichen Ende der heutigen Breiten Stra├če ein Vorwerk des Klosters. 1524 kam Martin Luther ( 1483 - 1546 ) von Wittenberg, an Pechau vorbei, ├╝ber den Klusdamm und brachte die Reformation nach Magdeburg ("Unsres Herrgotts Kanzlei"). In der Reformationszeit ( 1517 , 95 Thesen zu Wittenberg; 1555 , Augsburger Religionsfrieden) wurde Pechau 1546 und 1550 im Schmalkaldischen Krieg ( 1550 / 1551 ) w├Ąhrend der vergeblichen Belagerung des protestantischen Magdeburgs durch den katholischen Kurf├╝rsten Moritz von Sachsen ( 1521 - 1553 ) von Magdeburger B├╝rgern gepl├╝ndert. 1562 wurden in den Kirchenb├╝chern 30 Bauernstellen in Pechau erw├Ąhnt. Bis zum 16. Jahrhundert hatte Pechau nicht mehr als 100 Einwohner.

17. und 18. Jahrhundert

Bis zum drei├čigj├Ąhrigem Krieg ( 1618 - 1648 ) soll es in Pechau ein festes Schlo├č gegeben haben. 1626 und 1629 kam es mit Wallenstein ( 1583 - 1634 ), 1630 mit Pappenheim ( 1594 - 1632 ) und 1631 mit Tilly ( 1559 -1632) und Pappenheim zu K├Ąmpfen in der Umgebung Pechaus. Am 31. M├Ąrz 1631 wurden die beiden Magdeburger Schanzen in der Kreuzhorst bei Pechau durch die kaiserlichen Truppen gest├╝rmt. Nach der Erst├╝rmung der Schanze zwischen Pechau und Klus r├╝ckte Tilly nach schweren K├Ąmpfen mit 30.000 Soldaten ├╝ber den Klusdamm auf Magdeburg vor. Am 12. April 1631 schlug Pappenheim sein Hauptquartier in Pechau auf. Die Belagerung und blutige Zerst├Ârung von Magdeburg am 10. Mai 1631 durch die kaiserlichen Truppen unter Tilly und Pappenheim ├╝berstand lediglich die Pechauer Kirche. Magdeburg als eine der wichtigsten deutschen St├Ądte verlor in der Folgezeit seine Bedeutsamkeit. 1632 wurden die Kaiserlichen Truppen durch den Sieg Gustav Adolfs II. von Schweden ( 1594 -1632) in L├╝tzen wieder vertrieben. Es geht die Sage, da├č in der Umgebung von Pechau ein gro├čer Silberschatz von Tillys Truppen versteckt wurde. Als Folge des Westf├Ąlischen Friedens 1648 kam 1680 Pechau mit dem neu gebildeten Herzogtum Magdeburg zu Kurbrandenburg (ab 1701 K├Ânigreich Preu├čen ). Lange lag das Dorf nach dem drei├čigj├Ąhrigem Krieg verlassen, erst nach und nach wurde es wieder aufgebaut. Pechau erhielt durch die Anlage eines gro├čz├╝gigem Stra├čenkreuzes innerhalb des fast kreisrunden Deichwalls seine heutige Grundgestalt. 1671 besa├č Pechau 12 Ackerh├Âfe und 19 Kossatenh├Âfe . 1707 wurde die 80 Meter lange Br├╝cke des Klusdamms erneuert. F├╝r die Schlesischen Kriege ( 1740 - 1742 , 1744 - 1745 ) und den Siebenj├Ąhrigen Krieg ( 1756 - 1763 ) gegen ├ľsterreich wurde der Holzreichtum Pechaus gepl├╝ndert. Friedrich II. von Preu├čen der Gro├če, 1712 - 1786 ) lie├č in der Umgebung 100.000 starke Eichen schlagen. 1782 gab es in Pechau 275 Einwohner.

19. Jahrhundert

In den Napoleonischen Kriegen (in Europa 1796 - 1815 , mit Preu├čen 1806 / 1807 ) lagen im Oktober/November 1806 in Pechau franz├Âsische Truppen zur erfolgreichen Belagerung Magdeburgs. 1807 wurde Pechau erneut Grenzgebiet. In Folge des Tilsiter Friedens 1807 wurden Magdeburg und 1808 das Amt Gommern sowie das gegen├╝berliegende ostelbische ├ťberschwemmungsgebiet an das K├Ânigreich Westfalen (bis 1813 ) angegliedert. Pechau wurde zum westlichsten Dorf Preu├čens. Wegen der ewigen Grenzstreitigkeiten schoben die Franzosen ihre Posten jedoch gew├Âhnlich bis zur Linie Biederitzer Busch - K├Ânigsborn - Gommern vor. Im Befreiungskrieg ( 1813 -1815) gegen Napoleon I. Bonaparte von Frankreich ( 1769 - 1821 ) kam es am 5. April 1813 zum Gefecht bei M├Âckern. Der Klusdamm wurde dabei von der Kaiserlichen Gardedivision (9 1/2 Bataillone und Squadrone, 16 Kanonen) unter Baron Rogeut verteidigt, die in Pechau stand. Die zahlenm├Ą├čig ├╝berlegenen Franzosen wurden von preu├čisch-russischen Truppen geschlagen und zogen sich wieder nach Magdeburg zur├╝ck. Dabei wurden Br├╝cken des Klusdamms besch├Ądigt, die Kirche, H├Ąuser und die Schule von Pechau zerschossen und es wurde gepl├╝ndert. Das war der erste Sieg gegen die Franzosen im Freiheitskampf auf deutschem Boden. Das schwach verschanzte Pechau als erster Vorposten der Verb├╝ndeten wurde am 20. November 1813 von den Franzosen in gro├čer ├ťbermacht gepl├╝ndert und am 16. Dezember 1813 bei einem Ausfall der bis Mai 1814 eingeschlossenen franz├Âsischen Garnison aus Magdeburg erneut gepl├╝ndert und verw├╝stet. Es kommt zu einem erbitterten Gefecht mit preu├čischer Landwehr bei Pechau und G├╝bs, wo der Ausfall abgewehrt wird. Durch den Pariser Frieden 1814 beziehungsweise Wiener Kongress 1815 kam Pechau zur preu├čischen Provinz Sachsen (1815- 1944 ; 1944-1945 Provinz Magdeburg u.a.) mit der Hauptstadt Magdeburg. 1827 besa├č Pechau 300 Einwohner. Im Revolutionsjahr 1848 wurde in Pechau eine B├╝rgerwehr gegr├╝ndet. 1861 hatte Pechau 523 Einwohner.

Zeit des Deutsches Reichs

Pechaus Geschichte in der Zeit des Deutschen Reichs ( 1871 -1945) war sehr wechselhaft. ├ťber Pechauer Opfer im Preu├čisch-Deutschen Krieg ( 1866 ) und im Deutsch-Franz├Âsischen Krieg ( 1870 /1871) ist nichts bekannt. Im Deutschen Kaiserreich (1871- 1918 ) wurde 1871 bis 1876 der Elbeumflutkanal gebaut, der an Pechau vorbei f├╝hrt. 1884 bis 1885 wurden das Pfarrhaus und im gleichen Jahr die Chaussee Prester-Calenberge erbaut. 1913 erhielt Pechau elektrisches Licht. Im Ersten Weltkrieg ( 1914 -1918) fielen 16 Pechauer, 1917 wird die gr├Â├čte der Pechauer Kirchglocken f├╝r Kriegszwecke eingeschmolzen und erst 1922 ersetzt. In der Weimarer Republik (1918- 1933 ) erhielt Pechau 1926 sein d├Ârfliches Siegel. Pechau wurde dem Kreis Jerichower Land I mit der Kreisstadt Burg zugeordnet. W├Ąhrend der Zeit des Dritten Reichs (1933-1945) unterst├╝tzten gro├če Teile der Bev├Âlkerung das Naziregime. 1933 hatte Pechau 589 Einwohner. Im II. Weltkrieg ( 1939 -1945) wurde Pechau stark in Mitleidenschaft gezogen. 1943 wurde die kleinere der Pechauer Kirchglocken abgenommen und eingeschmolzen. Durch einen britischen Luftangriff des Bomber Command der RAF und RAAF am 21. Januar 1944 wurde Pechau zu 90 Prozent zerst├Ârt, es starben 13 Einwohner. Im April 1945 wurde Pechau (obwohl ostelbisch liegend) bei schweren K├Ąmpfen mit amerikanischen Sto├čtruppunternehmen und durch amerikanische Artillerie, Bomben und Tiefflieger weiter zerst├Ârt und besetzt. Am 12. April 1945 waren zivile Tote und am 13. April 1945 fast zwei Dutzend gefallene deutsche Soldaten zu beklagen. 25 bis 30 Pechauer sind im Krieg geblieben. Am 5. Mai 1945 wurde Pechau durch sowjetische Truppen besetzt und in die Sowjetische Besatzungszone (SBZ, 1945- 1949 ) eingegliedert. 1947 wurde Preu├čen durch alliierten Beschluss aufgel├Âst. Pechau kam zum im gleichen Jahr geschaffenen Land Sachsen-Anhalt der SBZ, das 1946 als Provinz Sachsen-Anhalt aus dem Hauptteil der preu├čischen Provinz Sachsen und dem Land Anhalt gebildet wurde.

DDR-Zeit

Ab dem 7. Oktober 1949 geh├Ârte Pechau zum Land Sachsen-Anhalt der Deutschen Demokratischen Republik ( DDR , 1949- 1990 ) mit der Landeshauptstadt Halle (Saale), das bis 1952 bestand. Danach wurde Pechau in den Landkreis Sch├Ânebeck des Bezirks Magdeburg der DDR eingegliedert. Das wirtschaftliche Leben konzentrierte sich nach dem Krieg und der Gr├╝ndung der DDR auf die Landwirtschaft. Die Unruhen am 17. Juni 1953 f├╝hrten auch in Pechau zu einem einw├Âchigen Ausnahmezustand. 1953 wurde die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft ( LPG ) in Pechau gegr├╝ndet. 1958 wurde der Besitz der Kloster-Berge-Stiftung und des Klosters unserer Lieben Frauen in Pechau enteignet. 1960 entstand aus den verbliebenen privaten Bauernwirtschaften eine zweite LPG. Die beiden LPG waren die gr├Â├čten Arbeitgeber in Pechau. Die Einwohnerzahl Pechaus sank von 672 im Jahr 1946 bis zum Bau der Berliner Mauer 1961 auf rund 500. 1989 gab es nur noch 389 Einwohner in Pechau. Ende der achtziger Jahre entwickelte sich in der DDR aus der ├Âkonomischen eine politische Krise, die zum Zusammenbruch der sozialistischen Gesellschaftsordnung f├╝hrte. Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer. Nach den Volkskammerwahlen am 18. M├Ąrz 1990 und den Kommunalwahlen im Mai nahm auch in Pechau im Mai 1990 eine demokratisch gew├Ąhlte Gemeindevertretung die Arbeit auf.

Ab 1990

Am 3. Oktober 1990 kam es zur deutschen Wiedervereinigung , das Land Sachsen-Anhalt erstand in der Bundesrepublik Deutschland (gegr├╝ndet 1949) aus den ehemaligen DDR-Bezirken Magdeburg und Halle wieder. 1994 wurde Pechau durch die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts Magdeburg eingemeindet. In Pechau existieren nun keine LPG mehr. In Pechau erfolgten umfangreiche Sanierungsarbeiten an Stra├čen, Kanalisation und am Gemeindehof. Der Klusdamm wurde als Radweg bis Wahlitz ausgebaut. 1996 erfolgte die R├╝ckf├╝hrung des Eigentums der kirchlichen Stiftungen. 1997 erfolgte der Baubeginn im Pechauer Br├╝ckbusch. Der Bereich zwischen dem alten Ortskern Pechaus und der nach dem II. Weltkrieg an der Calenberger Stra├če angelegten Wohnsiedlung wurde mit Einfamilienh├Ąusern bebaut. Ein neues Feuerwehrhaus wurde eingeweiht. 1999 war die Einweihung des neuen Sporthauses und einer Flutlichtanlage f├╝r den Sportplatz. Im Jahr 2000 konnte der Turm der Pechauer Kirche in alter Gestalt und mit zwei Glocken wiederhergestellt werden. Seit Oktober 2001 ist Pechau unter der Postleitzahl "D-39114 Magdeburg" zu erreichen. Im August 2002 entging Pechau nur knapp einer Hochwasserkatastrophe, der Magdeburger Elbpegel an der Strombr├╝cke erreichte nur 6,71 m statt der erwarteten 8,75 m. 2002 erfolgte die Neueindeckung des Kirchendaches. 2003 wurde ein Beachvolleyballplatz er├Âffnet. Pechau bl├╝ht auf, seine Einwohnerzahl ├╝berschritt 2004 die 600. 2004 beging Pechau den 10.Jahrestag seiner Eingemeindung nach Magdeburg.

Personen

Mit Pechau verbunden ist:

  • Heinrich Rathmann ( 1750 bis 1821 )); P├Ądagoge, Historiker und evangelischer Pfarrer; Rathmann war von 1793 bis 1821 Pfarrer und Lehrer in Pechau und verstarb hier.


Koordinaten: 52,08431┬░ N; 11,71499┬░ O

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Sudenburger Hof 39112 Magdeburg http://www.sudenburger-hof.de/ Kategorie: 2Kategorie: 20391 / 611 99 99
Schiffs-Hotel Sonnenschein 39218 Sch├Ânebeck/Elbe http://www.schiffshotel.de/  03928 / 7 06 10
Pension Ratskeller Salzelmen 39218 Sch├Ânebeck/Elbe   03928 / 6 74 30
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