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Letzte Änderung für Artikel Melanchthonhaus Wittenberg: 08.11.2005 08:09

Melanchthonhaus Wittenberg

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Melanchthonhaus in der Lutherstadt Wittenberg
Melanchthonhaus in der Lutherstadt Wittenberg

Eines der schönsten BĂŒrgerhĂ€user Lutherstadt Wittenbergs ist das Melanchthonhaus. Das Renaissancebauwerk, mit seinen spĂ€tgotisch gefassten Fenstern und dem rundbogigen gestaffelten Giebel, beherbergt das möblierte Studier- und Sterbezimmer Philipp Melanchthons , indem er und seine Familie lebten. Seit 1954 dient das Haus als Museum, indem man Philipp Melanchthons Leben und Wirken der Öffentlichkeit zugĂ€nglich macht. Dabei wird in einer BauwerkszurĂŒckhaltenden AuthentizitĂ€t Bilder, Drucke und Handschriften von Melanchthon und seinen Zeitgenossen gezeigt. Seit 1996 ist das Melanchthonhaus, als Bestandteil der ReformationsstĂ€tten der Lutherstadt Wittenbergs Weltkulturerbe der UNESCO .

Geschichte

Philipp Melanchthon erhielt 1518 die Berufung zur Professur in Wittenberg. Nach seiner Heirat mit Katharina Krapp am 25. November 1520 , bezogen beide das GrundstĂŒck Collegienstraße 62. ZunĂ€chst bestand auf dem GrundstĂŒck ein zusehends verfallendes Lehmbauhaus, die Melanchthon auch „Bude“ nannte. Als Melanchthon 1536 aus Wittenberg fortzuziehen drohte, erbaute man ihm auf Kosten des KurfĂŒrsten Friedrich des Weisen und der UniversitĂ€t , das neue dreigeschossige Gelehrtenhaus mit dem großen anschließenden Garten. Dies bewog ihn 1537 zum bleiben in Wittenberg, da ihn der Besitz in den Stand eines VollbĂŒrgers, mit den dazugehörenden Rechten erhob und das aufgrund der Anbindung an das Röhrwassersystem, schon 1556 ĂŒber fließendes Wasser verfĂŒgte. Nach Melanchthons Tod ( 19. April 1560 ), wurde das straßenseitig gelegene Wohn- und Sterbezimmer angeblich schwarz getĂŒncht und das Haus diente im weiteren Verlauf, als Professorenwohnung der UniversitĂ€t. Zwischen 1796 und 1808 wurden neben einem bereits bestehender HofgebĂ€ude, StĂ€lle fĂŒr Pferde und Schweine erbaut. 1810 wurde das Wohn-, Studier- und Sterbezimmer hergerichtet und zur Besichtigung geöffnet. 1845 wurde das GebĂ€ude aus Privatbesitz an preußischen Staat verkauft und einer Renovierung unterzogen. Dabei wurden Wandmalereien im zweiten Obergeschoß freigelegt und ein Fenster mit mittelalterlichen runden Butzenscheiben nachgebaut Bei weiteren Instandsetzungsarbeiten 1897, wurden weitere Malereien im Sterbezimmer gefunden. Da diese nur noch in Fragmenten erhalten waren, entschloss man sich zu Nachschöpfungen. Seit jener Zeit hat das GebĂ€udeinnere, prinzipiell das heutige Erscheinungsbild. Nachdem am 20. April 1945 wurde das östliche Nachbarhaus bei einem Luftangriff zerstört wurde, entfernte man das nachfolgend entstandene HofgebĂ€ude. 1954 wurde im Melanchthonhaus, das Heimatmuseum eingerichtet. Eine eigenstĂ€ndige museale Einrichtung, die das Leben und Wirken Philipp Melanchthons , der Öffentlichkeit zugĂ€nglich machte, wurde 1967 durch die stĂ€dtische Kulturverwaltung initiiert. Ab 1983 entwickelte sich das Melanchthonhaus als Gegengewicht zur Lutherhalle und stellte vor Allen Dingen den Humanisten Melanchthon in den Vordergrund. Resultierend aus den Erfahrungen wandelte sich das museale Konzept 1997 in den dauerausstellenden Leitsatz Melanchthons „ Ad fontes“ (zurĂŒck zur Ursprungsbasis der Wahrheit).

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