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Letzte Änderung für Artikel Christian Beyer: 11.02.2006 06:04

Christian Beyer

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Christian Beyer, Ephitaph in der Evangelische Pfarrkirche St. Georg und Maria in Kleinlangheim
Christian Beyer, Ephitaph in der Evangelische Pfarrkirche St. Georg und Maria in Kleinlangheim

Christian Beyer (* 1482 in Kleinlangheim; † 21. Oktober 1535 Weimar) war ein sĂ€chsischer Kanzler und Rechtsgelehrter. In Urkunden wurden teilweise unterschiedliche Namen bzw. Schreibweisen (Bayer, peyer, Bayarius, Bayoarius, Bavarus, Cristoferus bauari etc.) verwendet.

Leben

Christian Beyer wurde 1482 in Kleinlangheim in Unterfranken als Sohn des Schultheißen Hans Beyer geboren und im Wintersemester 1500 / 1501 an der UniversitĂ€t in Erfurt immatrikuliert. Im Sommer 1503 ließ sich der junge Franke, als Cristoferus bauari de lanckhem (i.e. Christianus Baierus, quinomen magnum habet.), ins Album der Wittenberger UniversitĂ€t eintragen, und gehörte damit zu einem der ersten Studenten, der rasch an Bedeutung gewinnenden UniversitĂ€t. 1505 erlangte er die MagisterwĂŒrde und 1507 nannte man den hoch begabten jungen Mann schon Lehrer an der ArtistenfakultĂ€t. Drei Jahre spĂ€ter, promovierte er an der juristischen FakultĂ€t zum Doktor beider Rechte und heiratete. Aus dieser Ehe gingen der Sohn Christian Beyer d.J. (†1561) und Barbara Beyer (sie ehelichte spĂ€ter D. Leonhard Stetner, dem ansbachischen Kanzler) hervor.

Er erwarb in Wittenberg das GrundstĂŒck Markt 6, den heute bekannten „Beyer-Hof“. 1512 wurde das GrundstĂŒck ein Opfer eines ausbrechenden Feuers, doch der Professor konnte schon im selben Jahr mit dem Wiederaufbau des Hauses beginnen. Weil ihm der Neubau so viele Kosten verursachte, bat er spĂ€ter den KurfĂŒrsten, sein Gehalt um 30 Gulden zu erhöhen. Dieses GebĂ€ude, nahm, wie die meisten großen Neubauten der damaligen Zeit auch Studenten auf. Die Zahlungen fĂŒr Kost und Logis der Studenten waren fĂŒr die Wittenberger BĂŒrger und die Professoren eine wichtige Einnahmequelle. Bekanntlich haben ja auch in den HĂ€usern Luthers und Melanchthons Studenten gewohnt und gelebt.

1513 wurde Dr. jur. Christian Beyer kurfĂŒrstlich sĂ€chsischer Rat des KurfĂŒrsten Friedrich der Weise und erstmals BĂŒrgermeister. Das BĂŒrgermeisteramt, ĂŒbte er des weiteren in den Jahren 1516 , 1519 , 1522 und 1525 aus und saß in den Jahren 1520 , 1523 und 1526 als beratender AltbĂŒrgermeister, im Rat der damaligen Kurstadt Wittenberg . In den Jahren der voranschreitenden Reformation , lenkte er also die Geschicke der Stadt Wittenberg und musste dazu noch sein Lehramt in der UniversitĂ€t wahrnehmen. Obwohl Martin Luther ihn anfĂ€nglich kritisierte, weil er den pĂ€pstlichen Prinzipien nicht sogleich abschwor und aufgrund seiner Eigensinnigkeit weiter auf das „Jus Canonicum“ setzte, durchschritt er in der Folgezeit eine Wandlung zum reformierten Glauben.

Im Oktober 1520 gaben Christian Beyer und andere kurfĂŒrstliche RĂ€te auf Befehl Friedrich des Weisen ein Gutachten ĂŒber die Bannandrohungsbulle gegen Luther ab. Sie meinten, dass „die Angelegenheit ungefĂ€hrlich und dilatorisch zu behandeln“ sei.

1521 begann die Wittenberger Bewegung in der die Augustinermönche des Klosters Wittenberg , die ersten Messen nach pĂ€pstlicher Art, in der Schloss- und Stadtkirche Wittenbergs abschafften. Luther hielt sich damals in seinem Versteck auf der Wartburg auf und wußte nicht, was seine OrdensbrĂŒder in Wittenberg machten. Als er dies erfuhr, schrieb er ihn einen Brief. In dieser Mitteilung gratuliert er ihnen und wĂŒnschte das das Vorhaben glĂŒcklich von statten gehe. Diesen Brief bekamen die Mönche jedoch nicht gleich. Georg Spalatin hielt diesen zurĂŒck, aus der Vorsorge dass Martin Luther dadurch noch mehr Unwillen seiner Gegner entstehe. Jedoch war dieser Vorgang zu den Ohren des Hofes gelangt. Der Prior der Augustiner Conrad Held, war mit dem vorgefallenen nicht einverstanden und machte sich fĂŒr eine Abschaffung der VorgĂ€nge stark. Dabei denunzierte er, den Augustinermönch Gabriel Didymun als RĂ€delsfĂŒhrer der ganzen Bewegung.

Der KurfĂŒrst Friedrich der Weise war ĂŒber diese Nachricht sehr bestĂŒrzt und schickte seinen damaligen Kanzler Gregor BrĂŒck an die Akademie um das Unterfangen zu unterbinden. Jedoch konnten die Augustinermönche den Kanzler davon ĂŒberzeugen dass dieses Vorgehen falsch sei, so dass der Kanzler aufgrund einer erfolgten Diskussion seine Position Ă€nderte. Jedoch war der KurfĂŒrst mit diesem Ausgang seiner Anweisung, ganz und gar nicht zufrieden. Deshalb beauftragte er Christian Beyer, mit der KlĂ€rung der Angelegenheit. Allerdings konnte auch Christian Beyer bei den Mönchen nichts erreichen. Denn die Mönche hatten eine Überzeugung ihres Gewissens. Anhand dieser Auseinandersetzung wird wohl nicht nur der KurfĂŒrst Friedrich der Weise zum Evangelium konvertiert sein sondern auch Christian Beyer. Im Anschluss an die erfolgreiche Durchsetzung der Mönche, wurden auch in anderen Kirchen diese VerĂ€nderungen vorgenommen.

1522 hatte Christian Bayer als BĂŒrgermeister wiederum viel zu tun. Andreas Bodenstein , fing an Schulen und Kirchen zu stĂŒrmen. Er ließ Bilder und wertvolle Insignien entfernen und vernichten. Dieses ging auch in die Geschichte als Bildersturm ein. Weil Christian Beyer Mitglied der UniversitĂ€t und zugleich Ratsmitglied Wittenbergs war, musste er den entstanden Tumult beruhigen und wieder Ordnung herstellen. Es lĂ€sst sich schwer vorstellen, wie der umtriebige Jurist eine Lösung erlangte, zwischen KurfĂŒrsten und Karlstadt. Jedoch konnte er zunĂ€chst diese Bestrebungen mildern, durch einen Vergleich.

Die Folgen der Entwicklung der Reformation, stießen nicht immer auf die Zustimmung der BĂŒrger der Stadt. Als die zwischen den Reformatoren und dem Rat ausgehandelte Beutelordnung (eine Sozialordnung) in Kraft gesetzt wurde, beschimpfte der Bader Valten den Reformator Martin Luther und den BĂŒrgermeister Beyer, sie "weren wert, dass man sie auß der stat jagen solte" und wurde fĂŒr seine Äußerungen mit einer Strafe belegt.

Am 7. Juli 1526 brachte Luthers Gemahlin Katharina von Bora , ihren Sohn Johannes Luther, zur Welt. Das Kleinkind wurde, gemĂ€ĂŸ der Sitte noch am selben Tage gegen 16 Uhr in der Stadtkirche vom Diakon Georg Rörer getauft. Unter den Paten, die alle zum engsten Kreis um den Reformator gehörten, sind Johannes Bugenhagen, Justus Jonas , Lucas Cranach der Ältere, die Frau des BĂŒrgermeisters Hohndorfs Benedikta(† 1546 ) und der kursĂ€chsische Vizekanzler Christian Beyer. Luther bezeichnete den Juristen von nun an freundlich neckend als seinen „ Gevatter ”.

Als der KurfĂŒrst Friedrich der Weise gestorben war und sein Bruder Johann die RegierungsgeschĂ€fte ĂŒbernahm, wurde Christian Beyer als Kanzler an den Hof des KurfĂŒrsten Johann dem BestĂ€ndigen, 1528 nach Weimar berufen. Damit wurde er einer der obersten Beamten des KurfĂŒrstentums. Beyer legte nun sein Lehramt an der Wittenberger UniversitĂ€t „Leucorea“ nieder und verzichtete auf seine Rechte als Wittenberger Ratsmitglied.

In seiner Funktion als sĂ€chsischen Kanzler, finden wir ihn im Testament des KurfĂŒrsten wieder, das er 1529 unterschrieb. BerĂŒhmt wurde der sĂ€chsische Kanzler weil er am 25. Juni 1530 nachmittags von 3 bis 5 Uhr auf dem Reichstag von Augsburg vor Kaiser Karl V. und den KurfĂŒrsten des römischen Reiches, die deutsche Ausgabe der von Philipp Melanchthons ausgearbeiteten „ Confessio Augustana “, in der Kapitelstube des bischöflichen Palastes vortrug. Er las diese laut und weithin vernehmbar vor, so dass die Menge, die dicht gedrĂ€ngt im Hof stand, durch die offenen Fenster alles Wort fĂŒr Wort verstehen konnte. Dies ist das erste amtliche und bis heute verbindliche gebliebene Bekenntnis der lutherischen Kirchen.

In seiner Kanzleramtsphase wohnte er 1532 der Erbhuldigung des KurfĂŒrsten Johann Friedrich in Gotha bei, war er auf dem Konvent in Braunschweig und konfirmierte die Ratsprivilegien zu ButtelstĂ€dt . 1533 ist er Zeuge des Lehnbriefes als der KurfĂŒrst Graf Wolffen von Barby, mit dem Schloss und Stadt Barby belehnt wird und unterschreibt die Privilegien von Werdau. 1534 weilt er in dem damaligen Ober-Kranichfeld (heute Kranichfeld), wo er die Lehnbriefe ausstellt. 1535 wurde der Kanzler Christian Beyer Mitglied des Schiedsgerichtes zwischen KurfĂŒrst Johann Friedrich von Sachsen und Herzog Georg von Sachsen, in den ĂŒber die Herren von Hopfgarten entstandenen Streitigkeiten in Leipzig entschieden werden sollte. Jedoch bevor es zu den Verhandlungen kommen konnte, verstarb er am 21. Oktober 1535 in Weimar. Sein GrundstĂŒck ging an seinen Sohn Christian Beyer d. J. ĂŒber.

1917 errichtete zu Ehren des großen Sohnes des Ortes Kleinlangenheim, dem Reformationsbegleiter Christian Bayer ein Epitaph. Des Weiteren befindet sich am Wohnhaus, in der Lutherstadt Wittenberg eine Gedenktafel.

verwendete Literatur

  • Neue deutsche Biographie von Dunker & Humbolt Berlin 1955
  • Das Raths-Collegio der Chur-Stadt Wittenberg von Paul Gottlieb Kettner (WolfenbĂŒttel 1734).
  • Manuskript "Die historische Kommunalentwicklung der Lutherstadt Wittenberg" von Torsten Schleese
  • Manuskript „Christian Beyer“ von Elke Stiegler-Strauchenbruch 2005
  • Deutsche Biographische EnzyklopĂ€die von Walter Killy Band 1 K â–Ș G â–Ș Saur MĂŒnchen 1999
  • BerĂŒhmte Wittenberger GĂ€ste des Rotary Clubs Wittenberg 2. Auflage
  • Allgemeine deutsche Bibliographie Band 2 1875

Wikipedia

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