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Letzte Änderung für Artikel Schloss Wittenberg: 04.02.2006 10:15

Schloss Wittenberg

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Schlosskirche mit Schlosskirchturm in der Lutherstadt Wittenberg
Schlosskirche mit Schlosskirchturm in der Lutherstadt Wittenberg

Weithin sichtbar, erhebt sich ein schlanker 88 Meter hoher Schlosskirchturm aus der Silhouette der Lutherstadt Wittenbergs und markiert das westliche Ende der Altstadt. N├Ąhert man sich diesem Schlosskirchturm, erkennt man eine filigran anmutende neugotische Turmhaube, unter der sich ein mit Mosaikstein gestaltetes Spruchband befindet, auf dem in metergro├čen Buchstaben die Worte des Kirchenliedes Martin Luthers ÔÇ×Eine feste Burg ist unser Gott, eine Wehr und seine WaffenÔÇť zu lesen sind. Eher unscheinbar, erhebt sich neben dem Schlosskirchturm das eigentliche Schloss, an deren s├╝dlichen Fl├╝gel sich ebenfalls noch ein Turmbau befindet. Die weltber├╝hmte Schlosskirche ist Bestandteil des UNESCO - Weltkulturerbes und schlie├čt das gesamte Objekt von der Nordseite ab. Ber├╝hmtheit erlangte sie als am 31. Oktober 1517 der nahezu unbekannte Wittenberger Augustinerm├Ânch und Theologieprofessor Martin Luther seine 95 lateinischen Disputationsthesen verbreitete. Sie wurden zum Funken, der die unterschiedlichen Gem├╝ter zu entflammen, zumindest zeitweilig eine Interessen├╝bereinkunft der oppositionellen Kr├Ąfte herzustellen vermochte und die Macht der R├Âmisch Katholischen Kirche ins Wanken brachte.


Geschichte

Die Erw├Ąhnung einer Burg ist bereits in einer Urkunde aus dem Jahre um 1187 anzutreffen. 1338 erscheint letztmalig die Burg Wittenberg in den Urkunden, da unter dem askanischen Herzog und sp├Ąteren ersten Kurf├╝rsten Sachsens Rudolf I um 1340 ein neues Askanierschloss an der heutigen Stelle errichtet wurde. Die Burg diente ab dieser Zeit als Amtshaus der Bedientesten und wurde im Rahmen der Umbauarbeiten des Schlosses unter dem Kurf├╝rsten Friedrich dem Weisen abgerissen, um neuen Amtsh├Ąusern Platz zu machen. Am 6. Mai 1346 wird die Stiftung "Allerheiligen" errichtet, das sich im neu errichteten askanischen Schloss befand. Die vom askanischen Herzog Rudolf I. gestiftete Kapelle "Aller Heiligen", wird darin dem direkten Recht des r├Âmischen Stuhls unterstellt. Am 24. Februar 1361 stattet der Herzog die Rudolf II. die "Aller Heiligen" gestiftete Kapelle mit Einkommen aus, gibt ihnen Statuen und regelt ihre Gottesdienstordnung. Diese Eink├╝nfte, setzen die nachfolgenden Herrscher fort. 1400 wird auf Weisung des Papstes Bonifaz IX die Stadtkirche St. Maria und die Marienkapelle auf dem Apollensberge unterstellt. 1415 wird unter Rudolf III. die Kapelle um sie an einem helleren Ort zu verlegen und um eine gr├Â├čere Zahl von Besuchern zu bew├Ąltigen, auf den Boden der heutigen Schlosskirche verlegt.

Schlosskirche Wittenberg, nach einem Holzschnitt von Lucas Cranach dem Älteren im "Wittenberger Heiltumsbuch"
Schlosskirche Wittenberg, nach einem Holzschnitt von Lucas Cranach dem Älteren im "Wittenberger Heiltumsbuch"

Nach Pl├Ąnen Konrad Pfl├╝glers , wird unter der Regie Friedrich der Weisen ein neues Wohnschloss errichtet das auch als Befestigung der S├╝dwestecke der Stadt fungieren sollte. Dazu wurde 1489 das bisher bestandene Askanierschloss abgebrochen und auf dessen Fundamenten 1490 - 1496 ein neuer Grundbau des Schlosses errichtet. Im Anschluss daran erfolgt der innere Ausbau. Durch die architektonische Involvierung als dritten Fl├╝gel des Schlosses 1496 , ist sie auch die Schlosskirche eng mit der weiteren Geschichte des Schlosses verbunden. Die Urform der Schlosskirche muss 1496 in solch unzureichenden Zustand gewesen sein, dass nach dessen Abriss ein Kirchneubau entstand, der 1506 beendet wurde. Ein Holzschnitt von Lucas Cranach d.├ä. von 1508 aus dem ÔÇ×Wittenberger HeiltumsbuchÔÇť.

Nach der Gr├╝ndung der Wittenberger Universit├Ąt im Jahre 1502 , wurde die Schlosskirche derselben beigestellt und entwickelte sich zur akademischen Weihest├Ątte. Hier erhielten die Studenten ihre Promotionen, hier hielt Philipp Melanchthon seine ber├╝hmte Antrittsrede, es wurden Andachten in derselbigen durchgef├╝hrt und die akademischen W├╝rdentr├Ąger der Universit├Ąt wurden hier beerdigt. Einige beerdigte W├╝rdentr├Ąger, sind heute noch an den Mauern in ihren Epitaphen zu erkennen und die ber├╝hmten Reformatoren Martin Luther und Philipp Melanchthon fanden in der Schlosskirche ihre letzte Ruhest├Ątte. Viele bedeutende Meister der damaligen Zeit wie beispielsweise Lucas Cranach d.├ä. und Albrecht D├╝rer, Jacopo de'Barbari , Tilman Riemenschneider etc. wirkten beim Bau des Schlosses und sp├Ąter der Schlosskirche mit. Leider ist die Lutherstadt Wittenberg im Laufe ihrer Geschichte von Kriegen nicht verschont geblieben. Bereits 1547 wurden im Schmalkaldischen Krieg die Helme der beiden Rundt├╝rme abgetragen, so dass Kanonen auf den T├╝rmen stationiert werden konnten. Des Weiteren verlor das Schloss immer mehr an Bedeutung und drohte beinahe einzust├╝rzen, bevor im Siebenj├Ąhrigen Krieg 1760 das Schloss und die Schlosskirche in jener erbauten Form, ein Opfer von Beschie├čungen geworden und daraufhin bis auf die Grundmauern abgebrannt sind. Dabei sind die gr├Â├čten Teile der Inneneinrichtung der Kirche mit ihren wertvollen Kunstwerke und Reliquien verloren gegangen. Einzig erhalten sind die erzenen Kunstdenkm├Ąler, im Besonderen das Grabmal Friedrich der Weisen, das der bekannte Bronzegie├čer Peter Vischer in N├╝rnberg 1527 erschuf. Zehn Jahre sp├Ąter errichtete man die Kirche abermals. Jedoch durch die w├Ąhrend der Freiheitskriege erfolgte Erst├╝rmung Wittenbergs 1814 , wurde die selbige abermals ein Opfer der Flammen. Nach dem Anschluss Wittenbergs an Preu├čen 1815 , die 1814 vom Schloss her Wittenberg eroberten, wurde das Schloss zur Kaserne umgebaut. Dabei wurden die noch vorhandenen k├╝nstlerischen Insignien vollends entfernt. So wurde das einstmals pr├Ąchtige Schloss zur herunter degradierten Zitadelle.

Thesent├╝r an der Schlosskirche
Thesent├╝r an der Schlosskirche

In jenem Gedenken der Gro├čtat Martin Luthers , stiftete der Preu├čenk├Ânig Friedrich Wilhelm IV. die in Erz gegossene Thesent├╝r zum 375. Geburtstag Martin Luthers am 10. November 1858 mit einer Einweihungszeremonie. Das heutige Erscheinungsbild der Schlosskirche, verdankt sie einer Erneuerung im Jahre 1883 - 1892 . Dabei wurde ihr innerer Kern vollkommen neu nach historischen Aufzeichnungen gestaltet und der Schlosskirchturm errichtet. Am 31. Oktober 1882 wurde diese umgestaltete Kirche wieder neu eingeweiht.
Heute befindet sich im Schloss eine Jugendherberge, das Riemer Museum und die stadtgeschichtlichen Sammlungen.

Weblink

http://www.schlosskirche-wittenberg.de/index.html

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