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Letzte Änderung für Artikel Pfalz Tilleda: 23.01.2006 15:38

Pfalz Tilleda

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Pfalz Tilleda, Wall der Hauptburg.
Pfalz Tilleda, Wall der Hauptburg.
Pfalz Tilleda, rekonstruierte Lehmhäuser in der Vorburg.
Pfalz Tilleda, rekonstruierte Lehmhäuser in der Vorburg.
Pfalz Tilleda, Kammertor der Hauptburg.
Pfalz Tilleda, Kammertor der Hauptburg.
Pfalz Tilleda, Zangentor der Vorburg.
Pfalz Tilleda, Zangentor der Vorburg.
Pfalz Tilleda, Wall der Hauptburg.
Pfalz Tilleda, Wall der Hauptburg.

Die K√∂nigspfalz Tilleda ist ein Freilichtmuseum in dem gleichnamigen Dorf unterhalb des Kyffh√§users am s√ľdlichen Harzrand. Es ist die einzige vollst√§ndig ausgegrabene Pfalz in Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte der Königspfalz Tilleda

Das Gel√§nde auf dem Pfingstberg war schon in ur- und fr√ľhgeschichtlicher Zeit verschiedentlich besiedelt, besonders intensiv in der sp√§ten Bronzezeit . Die √§ltesten Zeugnisse einer fr√ľhmittelalterlichen Besiedlung reichen bis um 700 zur√ľck, wobei die Funde belegen, dass hier schon von Anfang an beg√ľterte/hochstehende Personen weilten. Anfang des 9. Jahrhunderts wurde der Ort im " Breviarium Lulli " erstmals erw√§hnt. Eine m√∂gliche Ableitung des Ortsnamens von " Palisade " w√ľrde nahelegen, dass die √§lteste Befestigung in diese Zeit zur√ľckreicht. In der ber√ľhmten Heiratsurkunde der Kaiserin Theophanu wird Tilleda 972 als "kaiserlicher Hof", also als Pfalz, bezeichnet und ihr als Witwengut √ľbereignet. Zwischen 974 und 1042 erscheint "Tullide" als Ausstellungsort von Urkunden der Kaiser Otto II., Otto III. , Konrad II. und Heinrich III. In salischer Zeit wurde besonders die Hauptburg stark ver√§ndert. Noch im 11. Jahrhundert verlor die Pfalz ihre milit√§rische Bedeutung und wurde insoweit von den neuen Burgen auf dem Kyffh√§user abgel√∂st. Jedoch wurde auch noch im 12. Jahrhundert das nach wie vor hier betriebene k√∂nigliche Tafelgut ausgebaut. Unter anderem entstand eine manufakturartige Tuchmacherei. Kurzfristig wurde die Hauptburg nochmals, jedoch eher nur provisorisch, befestigt.

Im Jahr 1174 sammelte Kaiser Friedrich I. Barbarossa hier ein Heer, dass er f√ľr seinen beabsichtigten Kriegszug nach Oberitalien gegen die Stadt Alessandria ben√∂tigte. In der Pfalz vers√∂hnt sich 1194 K√∂nig Heinrich VI. mit Herzog Heinrich dem L√∂wen und legte damit den langandauernde Streit zwischen Staufern und Welfen bei.

Nach 1194 wird die Pfalz Tilleda in den schriftlichen Quellen nicht mehr erwähnt. Verschiedene Funde, darunter auch solche aus dem ritterlichen Milieu, belegen aber, dass die Anlage noch genutzt wurde. Noch vor dem Ende des Jahrhunderts wurde die Pfalz dann allerdings vollständig aufgegeben.

Vom 14. bis in das 20. Jahrhundert wurde der Pfingstberg landwirtschaftlich genutzt und die dabei störenden Ruinen im Lauf der Zeit abgetragen. Übrig blieben nur noch geringe Andeutungen der Wälle und Gräben sowie zwei kleine Mauerreste. 1871 wurden diese Geländemerkmale erstmals wieder als Reste der Pfalz gedeutet.

Zwischen 1935 und 1939 wurden erste arch√§ologische Ausgrabungen auf dem Gel√§nde der Pfalz unter der Leitung von Paul Grimm durchgef√ľhrt. Die Untersuchungen wurden 1958 wieder aufgenommen und die Pfalz bis 1979 bis auf wenige Kontrollfl√§chen vollst√§ndig ausgegraben.

Besondere museale Angebote

F√ľr Gruppen bietet das Freilichtmuseum neben F√ľhrungen folgende museump√§dagogische Angebote:

  • Geschichts-Rally, die etwas unterhaltsamere F√ľhrung √ľber die K√∂nigspfalz
  • Arch√§ologie live
  • Mittelalterliche Spiele
  • Ern√§hrung im Mittelalter mit Zubereitung kleinerer Gerichte
  • Mittelalterliches Textilhandwerk (Die Arch√§ologin ist eine vorz√ľgliche Brettchenweberin)
  • T√∂pfern von mittelalterlichen Spielzeugfiguren
  • Vermessen auf der hochmittelalterlichen Baustelle
  • Mittelalterliche Bautechnik
  • Die mittelalterliche Schreibstube
  • Mittelalterliche Musik
  • Mittelalterliches Waidwerk mit Bogenschie√üen
  • Mittelalterliches Kriegshandwerk und Waffen√ľbung (Turnier)

Daneben findet f√ľr mittelalterliche Gruppen (gerne auch Fr√ľhmittelalter) ein Experimentierwochenende im Herbst statt. F√ľr Besucher gibt es vielf√§ltige Veranstaltungsangebote, den H√∂hepunkt bildet das allj√§hrliche "Ritterfest" im Juli.

Literatur

  • Paul Grimm: Tilleda. Eine K√∂nigspfalz am Kyffh√§user. Teil 1. Die Hauptburg. Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Schriften der Sektion f√ľr Vor- und Fr√ľhgeschichte 24. Berlin 1968.
  • Paul Grimm: Tilleda. Eine K√∂nigspfalz am Kyffh√§user. Teil 2. Die Vorburg und Zusammenfassung. Deutsche Akademie der Wissenschaften. Schriften zur Ur- und Fr√ľhgeschichte 40. Berlin 1990). ISBN 3050004002 .
  • Die Pfalz Tilleda. Eine K√∂nigs- und Kaiserpfalz am Kyffh√§user. 2., √ľberarb. Aufl. Tilleda 1998.
  • Hans Eberhardt / Paul Grimm: Die Pfalz Tilleda am Kyffh√§user. Ein F√ľhrer durch Geschichte und Ausgrabung. 6., ver√§nd. Aufl. Tilleda u.a. 2001. ISBN 391001061X .
  • Michael Dapper: Die ottonische Pfalz Tilleda. In: Klaus Gereon Beuckers u.a. (Hrsg.): Die Ottonen : Kunst - Architektur - Geschichte. Darmstadt 2002, S. 265-266. ISBN 3534158679 .
  • Michael Dapper: Neuentdeckungen auf der K√∂nigspfalz Tilleda. Das neue Museumskonzept und seine wissenschaftlichen Grundlagen. Beitr√§ge zur Heimatforschung 12, 2002, S. 154-163.

Weblinks

Wikipedia

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Pfalz Tilleda aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren des Artikels Pfalz Tilleda verfügbar.

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