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Letzte Änderung für Artikel Eckartsburg: 05.11.2005 22:02

Eckartsburg

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Die Eckartsburg liegt auf einem BergrĂŒcken oberhalb der Kleinstadt Eckartsberga im Burgenlandkreis, am SĂŒdrand der Finnelandschaft im Naturpark Saale-Unstrut-Triasland, nahe der Landesgrenze Sachsen-Anhalts zu ThĂŒringen.

Eckartsburg, Bergfried
Eckartsburg, Bergfried
Eckartsburg
Eckartsburg
Eckartsburg, Unterburg mit Hungerturm
Eckartsburg, Unterburg mit Hungerturm
Eckartsburg, romanisches Kammertor
Eckartsburg, romanisches Kammertor

Inhaltsverzeichnis

Reichsburg

Als Erbauer der Burg gilt der Markgraf von Meißen, Ekkehard I. Er wurde 985 mit der Mark Meißen belehnt und soll die Burg 998 erbaut haben. Zwingende Beweise fĂŒr diese Annahme gibt es jedoch nicht. War die Burg tatsĂ€chlich eine GrĂŒndung der Ekkehardinger , fiel sie 1046 mit dem Aussterben der Eckardinger das Reich zurĂŒck. Bis zur Belehnung der Landgrafen von ThĂŒringen mit der Herrschaft blieb die Anlage Reichsburg. Eine erste sichere Nachricht ĂŒber das Bestehen der Burg bildet eine Urkunde, die 1066 durch Kaiser Heinrich IV.| in Eckartsberga ausgefertigt wurde. 1074 wurde auch die Eckartsburg direkt benannt. FĂŒr kurze Zeit zwischen 1112 und 1115 war die Burg an Wiprecht von Groitzsch II. verlehnt.

Ludowinger

1121 erhielt der thĂŒringische Graf Ludwig der Springer die Eckartsburg im Zuge der Aussöhnung der thĂŒringischen Adelsopposition mit dem Kaiser als Eigentum. Erstmals urkundet Udo, Bischof von Naumburg und Bruder Ludwig I., 1134 auf der Burg.

Die bis hier betrachteten Ereignisse beziehen sich auf eine Befestigung, die sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht auf dem heutigen Burgberg befunden hat. Bei Ausgrabungen, die 1901 durchgefĂŒhrt wurden, fand man keine Überreste einer VorgĂ€ngerburg. Möglicherweise befand sich die Burg des 10./11. Jh. in einer als Altenburg bezeichneten Wallanlage im Ortsteil Mallendorf.

Seit 1185 sind hĂ€ufige Aufenthalte Ludwigs III. oder seines Bruders Hermann, Pfalzgraf von Sachsen, in Eckartsberga nachgewiesen. Hermann hat wohl auch die aus der Zeit um 1200 stammenden, ein fast rechteckiges Geviert bildenden Mauern der Kernburg und der Vorburg errichtet. Die Burg bestand damals aus der Kernburg, einer westlichen Vorburg und zweier östlicher Vorburgen. Von der großen östlichsten Vorburg haben sich Wall und Graben sowie Reste eines romanischen Bergfriedes (1901 ergraben, nicht sichtbar) erhalten. In der Kernburg sind die gleichzeitig entstandenen Bauten der Romanik, bestehend aus Ringmauer, Bergfried, Palasruine und Kammertor gut erhalten. Hermann I:, Pfalzgraf von Sachsen und spĂ€ter auch Landgraf von ThĂŒringen, ist damit der GrĂŒnder und Erbauer der heute noch vorhandenen romanischen Eckartsburg.

Die Burgen der Landgrafen hatten aber nicht nur eine militĂ€rische Bedeutung, sondern sie waren auch StĂ€tten der Kunst- und Kulturrezeption. Hier pflegte der Adel Literatur, Religion, Geschichtsschreibung, Musik, Malerei und Kunsthandwerk. Ein besonders berĂŒhmter MĂ€zen der ritterlich- höfischen Kultur war Landgraf Hermann I. Er verweilte in den Jahrzehnten um 1200 nicht nur auf der Wartburg und der Neuenburg, sondern auch hĂ€ufiger auf der Eckartsburg.

Die Wichtigkeit der Eckartsburg fĂŒr die Ludowinger lĂ€sst sich auch an der Vergabe des Marschallamtes an die Ministerialen von Eckartsberga ablesen. Seit 1140 sind landgrĂ€fliche Ministeriale von Eckartsberga urkundlich bekannt. Mit der aus Vargula stammenden Familie, die sich 1186 von Eckartsberga nannten war das Hofamt des Marschalls ĂŒber lange Zeit verbunden.

Wettiner

Nach dem Tode Heinrich Raspes folgte in ThĂŒringen ein langwieriger Erbfolgekrieg, in den von Anfang an die Eckartsburg hineingezogen wurde. Der Wettiner Heinrich der Erlauchte eroberte noch 1247 die Burg und baute sie zu einem StĂŒtzpunkt fĂŒr die folgenden KĂ€mpfe aus. Im Ergebnis dieser Auseinandersetzungen, die erst 1264 endeten, verlor ThĂŒringen seine regionale SelbstĂ€ndigkeit, indem die Landgrafschaft ThĂŒringen der Markgrafschaft Meißen angegliedert wurde. So waren die Grafen von Wettin als Markgrafen von Meißen und Landgrafen von ThĂŒringen zu einer der bedeutendsten TerritorialmĂ€chte des Deutschen Reiches geworden.

Ein Sohn Heinrich des Erlauchten, Albrecht der Entartete, weilte oft auf der Eckartsburg, die einer seiner Lieblingssitze wurde. Ihm verdankt der Ort Eckartsberga wahrscheinlich auch die Erhebung zur Stadt im Jahre 1288. In den folgenden Jahrzehnten hatte die wettinische Landesherrschaft verschiedene Probleme und Krisen zu bewÀltigen. Burg und Stadt Eckartsberga wechselten hÀufig ihren Besitzer. 1388 beispielsweise wurden sie an die Herren von Querfurt verpfÀndet.

Auch als Verbannungsort fĂŒr eine hochgestellte adlige Dame spielte die Eckartsburg im 15. Jahrhundert einmal eine Rolle. Dies hing mit dem wettinischen Herzog Wilhelm III. dem Tapferen zusammen. Er galt einerseits als frommer, der Kirche ergebener Mann, andererseits machte sein politisches Verhalten den „Eindruck einer starren und unerbittlichen Persönlichkeit“. Auch seine persönlichen VerhĂ€ltnisse waren grĂ¶ĂŸeren Schwankungen unterworfen. So verstieß er seine Gemahlin Anna von Österreich, Tochter Kaiser Albrechts II. , wegen eines Streites um die Mitgift und wandte sich stattdessen seiner Geliebten Katharina von Brandenstein zu. Herzogin Anna wurde 1457 auf die Eckartsburg gebracht und der Sage nach im Jungfernturm gefangen gehalten. 1462 starb sie in ihrer Verbannung.

Sehr bedeutend fĂŒr die weitere Geschichte Sachsens und ThĂŒringens – mit Nachwirkungen bis in das 20. Jahrhundert – war die Teilung der wettinischen Landesherrschaft im Jahre 1485 in die Linien der „ Ernestiner “ und der „ Albertiner “. Diese Landesteilung von Leipzig zwischen KurfĂŒrst Ernst und Herzog Albrecht stand am Beginn der neuzeitlichen Staatengeschichte Mitteldeutschlands.

Eckartsberga und die Eckartsburg fielen der albertinischen Linie zu, zu der die Mark Meißen gehörte. Fortan gingen die ernestinische und abertinischen FĂŒrsten getrennte Wege, was zu immer weiteren Zersplitterungen fĂŒhrte, wobei die Linie der Albertiner der sĂ€chsischen Geschichte verbunden geblieben ist.

Neuzeit

1657 lag das Schloss wĂŒst, und 1664 wurde vermeldet, dass nur einige wenige RĂ€ume zum Wohnen eingerichtet waren. Inventarbeschreibungen aus dem 18. Jh. belegen, dass die Burg wieder aufgebaut wurde und eine Nutzung als Wirtschaftshof erfuhr.

Seit 1815 war die Herrschaft Eckartsberga preußisches Eigentum. Als 1815 der Westturm einzustĂŒtzen drohte, wurde der Abriss aus „AltertumsgrĂŒnden“ verboten. Friedrich Wilhelm III. von Preußen spendete die Mittel fĂŒr seine Restaurierung. 1850 wurde die wirtschaftliche Nutzung, die bisher ĂŒberwiegend als GetreidelagerstĂ€tte gedient hatte, aufgegeben. Es drohte dem Bauwerk ein allmĂ€hlicher Verfall.

Die zunehmende Beliebtheit der Ruine fĂŒhrte aber dazu dass laufend Instandhaltungs- und Konservierungsarbeiten durchgefĂŒhrt wurden. Bereits 1860 wurde eine Restauration auf der Burg eröffnet. Sie befand sich im ehemaligen KornschĂŒttboden an der SĂŒdseite der Anlage.

Um 1900 war der Ausbau der Burg zu einem großen Ausflugszentrum mit Festhalle und Schießhalle geplant. Aus denkmalpflegerischen und finanziellen GrĂŒnden wurden die PlĂ€ne aber nicht realisiert. Erst 1925 erfolgte der Ausbau der GaststĂ€tte in der noch heute vorhandenen „altdeutschen“ Form.

Literatur

Die Eckartsburg von Boje Schmuhl, Konrad Breitenborn Stekovics (1998)

Die Eckartsburg und Schloss Marienthal bei Eckartsberga von Hans Werner Rothe Rothe (1963)

Geschichte der Schlösser Schönburg und Eckartsburg bei Naumburg von HansjĂŒrgen MĂŒllerott

Reinhard Schmitt: Burgen der hohen Mittelalters an der unteren Unstrut und um Naumburg. Zum Stand der Forschung, in Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt, Sonderheft, Halle 1996.

Reinhard Schmitt, Die Eckartsburg, Große BaudenkmĂ€ler Heft 445, Dt. Kunstverlag MĂŒnchen Berlin 1993

Weblinks

Wikipedia

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