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Letzte Änderung für Artikel Halle-Neustadt: 09.02.2006 15:23

Halle-Neustadt

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Halle-Neustadt war eine Stadt im Bezirk Halle der Deutschen Demokratischen Republik . Sie wurde 1967 als eigenständige Stadt gebildet und 1971 zur kreisfreien Stadt erklärt. Die Einwohnerzahl betrug 1972 bereits 51.600 und 1981 mehr als 93.000.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die eigentliche Stadtgeschichte begann bereits 1958 mit einer Konferenz des ZK der SED zum Thema "Chemieprogramm der DDR", auf der die Ansiedlung von Arbeitskr√§ften in der N√§he der Chemiestandorte Buna -Schkopau und Leuna beschlossen wird. Nach umfangreichen Standortuntersuchungen und Planungen im Bezirk Halle beschloss das Politb√ľro der SED am 17. September 1963 den Aufbau der "Chemiearbeiterstadt", von den Einwohnern meist kurz "Neustadt" oder, scherzhaft, "Ha-Neu" genannt, wobei die Stadt weit entfernt von den eigentlichen Chemieanlagen entstand. Chefarchitekt der Siedlung war Richard Paulick . Zwischen den kleinen Ortschaften Zscherben, Passendorf und Nietleben entstand die Stadt am Rande der Saaleaue .

Am 1. Februar 1964 wird das Plattenwerk er√∂ffnet, das die Betonfertigteile (Gro√üplattenbauweise) f√ľr die neue Stadt produzieren soll. Am 15. Juli 1964 legt Horst Sindermann , 1. Sekret√§r der SED-Bezirksleitung Halle den Grundstein f√ľr den Bau der sozialistischen Wohnstadt im Westen von Halle (Saale) auf dem Gel√§nde der Schule ‚ÄěErste POS ‚Äú. Im Gegensatz zu den weiter folgenden Schule mit ihren Namen von Pers√∂nlichkeiten und Funktion√§ren, behielt diese Schule den Namen ‚ÄěErste POS‚Äú. Ein Jahr sp√§ter, am 9. August 1965 ziehen die ersten Mieter nach Halle-Neustadt, deren Kinder gehen ab 1. September in die Erste POS bzw. in die erste Kindereinrichtung.

Noch vor Fertigstellung des ersten Wohnkomplexes 1968 wurde am 12. Mai 1967 die neue Siedlung vom Stadtteil Halle-West zur Stadt Halle-Neustadt erkl√§rt und das Gebiet formell aus dem Stadtgebiet von Halle (Saale) herausgel√∂st, eine aus heutiger Sicht fragw√ľrdige Entscheidung, damals aus politischen Gr√ľnden getroffen. Die neue Stadt erhielt den offiziellen Beinamen "Sozialistische Stadt der Chemiearbeiter".

Typische Ansicht der "Blöcke" in Halle-Neustadt, ca. 1978
Typische Ansicht der "Blöcke" in Halle-Neustadt, ca. 1978

Da wesentliche zentrale Infrastruktureinrichtungen erst sp√§t oder nie fertiggestellt wurden, blieb Halle-Neustadt kaum mehr als eine Schlafstadt f√ľr die im Schichtrhythmus der Chemieanlagen lebenden Chemiearbeiter und deren Familien. Die Erschlie√üung der Stadt blieb, trotz des zentralen "Rennbahnkreuzes", unbefriedigend, da die zentrale Stra√üenbahnlinie entlang der "Magistrale" zu Zeiten der DDR aufgrund angeblich zu geringer Stra√üenbahnstromkapazit√§ten nie gebaut wurde. Der eigentliche Grund d√ľrfte darin gelegen haben, dass man die Stadt Halle als Arbeitsort nicht zu attraktiv erreichbar machen wollte, da man bef√ľrchtete, dass die in den Chemiestandorten ben√∂tigten Arbeitskr√§fte aus Halle-Neustadt verst√§rkt in der Stadt Halle Arbeit suchen w√ľrden. Busse und die S-Bahn mussten die Hauptlast des √∂ffentlichen Personennahverkehrs tragen. Die vorhandene Stra√üenbahntrasse verlief entlang eines einzigen Stadtteils Halle-Neustadts und erschloss somit nur einen Bruchteil der Stadt.

1982 wird das Kino "Prisma" als letzter Kinoneubau der DDR er√∂ffnet (2000 zugunsten eines Einkaufscenters abgerissen), das eines der wenigen kulturellen Einrichtungen bleibt. F√ľr Kultur und anspruchsvolleres Einkaufen blieb die Altstadt von Halle (Saale) unverzichtbar. Naherholungsm√∂glichkeiten bieten der Mischwald der angrenzende D√∂lauer Heide mit dem Heidesee und der "Kanal" (Reste des unvollendeten Elster-Saale-Kanals ). Von 1970 bis 1990 war Liane Lang B√ľrgermeisterin der Stadt.

Im Gegensatz zu sp√§teren Gro√üplattensiedlungen der DDR wurde Halle-Neustadt jedoch gro√üz√ľgig geplant, mit Kunst am Bau angeh√ľbscht und vor allem im I. Wohnkomplex (1964-1968) √ľppig begr√ľnt. Dessen architektonischer H√∂hepunkt ist ein 380 Meter langer 11-geschossiger Wohnblock, der so genannte "Block 10", dem gr√∂√üten je in der DDR gebauten Wohnhaus. In diesem wohnten bis zu 2.500 Menschen, mehr als seinerzeit in W√∂rlitz (damals oft verwendeter Vergleich). In den weiteren Wohnkomplexen wurde sp√§ter wesentlich enger gebaut, so dass deutlich weniger Platz f√ľr Gr√ľnfl√§chen blieb. Dies war gr√∂√ütenteils dem Wohnungsbauprogramm der DDR geschuldet, welches aufgrund der stark unterlassenen Instandhaltung der Vorkriegs-Altbauten permanent Neubauwohnungen produzieren lie√ü. Den Bedarf an Wohnraum hat man vor allem in Halle und Halle-Neustadt zu keiner Zeit bis 1990 abdecken k√∂nnen.

Mit der Gestaltung eines Stadtzentrums tat man sich schwer, da nach der urspr√ľnglichen Baukonzeption jeder der f√ľnf Baukomplexe ein eigenes Zentrum (mit Kaufhalle , Ambulatorium und Gastst√§ttenkomplex u.a.) haben sollte, hinzu kamen Schulen, Kinderg√§rten und Sportanlagen. Am zentralen Platz sollte ein 100 Meter hohes markantes "Haus der Chemie" erbaut werden, welches aus Kostengr√ľnden nie realisiert wurde. Zwischenzeitlich war man auch vom Konzept der "Architektur der Bildzeichen" abgekommen.

Eine Besonderheit war der modische Verzicht auf Stra√üennamen, stattdessen wurden alle Wohnbl√∂cke und Eing√§nge nach einem f√ľr Au√üenstehende kaum zu erkennenden Prinzip durchnummeriert (mittlerweile wieder abgeschafft), dies trug mit dem republikweiten Zuzug der mit recht hohen L√∂hnen und (damals) komfortablen Wohnungen gelockten Chemiearbeiter nicht gerade zu einem Heimatgef√ľhl bei.

Erich Honecker hatte nur noch wenig Interesse am Lieblingsprojekt seines Vorg√§ngers Walter Ulbricht und dessen Chemiekampagne. Er konzentrierte sich stattdessen auf die Hauptstadt Berlin. Erst 1989 wird das Rathaus errichtet, das jedoch aufgrund der Eingemeindung zu Halle (Saale) nie seiner eigentlichen Bestimmung diente. Das Zentrum der Stadt ist die "Neust√§dter Passage" auf zwei Ebenen mit mehreren Kaufh√§usern, Fachgesch√§ften, Zentrale Poliklinik , Hauptpost und dem Haus der Dienste entlang der "Scheiben" In diesem Bereich sollte auch das Rathaus der Stadt Halle-Neustadt entstehen, der Bau war bei den damaligen Entscheidungstr√§gern umstritten wurde mehrfach unterbrochen und erst im Jahr 1990 fertiggestellt. Die "Scheiben" sind f√ľnf 18-geschossige Hochh√§user mit Mittelgangstruktur, die einerseits als Studentenwohnheime der Martin-Luther-Universit√§t aber auch als Arbeiterwohnheime der Chemiekombinate Buna und Leuna genutzt wurden. Sie wurden 1970-1975 errichtet und stehen heute bis auf eine Scheibe als riesige Ruinen leer. Mit dem Abriss tut sich die Stadtverwaltung bis heute schwer, da die Scheiben ein "R√ľckgrat" der Architektur bilden. Die Passage wird 2005 umfassend erneuert. Am Rande Halle-Neustadts war auch der m√§chtige Komplex der Bezirksverwaltung Halle des MfS (jetzige Nutzung u.a. Finanzamt) untergebracht.

Stadtwappen

Stadtwappen
Stadtwappen

Erst 1984 erhielt Halle-Neustadt ein eigenes Wappen, das auf rotem Hintergrund drei aus einer aufbrechenden gold-gr√ľnen Knospe auffliegende silberne Tauben zeigt. √úber den Tauben befindet sich ein liegender goldener Schl√ľssel, dessen Griff in Form eines sechseckigen Benzolrings gestaltet und dessen Bart mit einem sechsstrahligen roten Stern belegt ist. Der rote Hintergrund des Wappens sollte den Bezug zur Arbeiterbewegung symbolisieren, die Knospe die Lebensqualit√§t und das zukunftsweisende Konzept. Die Tauben sind an Picassos Friedenstauben angelehnt. Der Schl√ľssel stellt den Bezug zum Wohnen, zur Chemieindustrie ( Benzolring ) und zur Stadt Halle (Stern) dar.

Nach 1990

Im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands wurde Halle-Neustadt am 6. Mai 1990 wieder mit der Stadt Halle vereinigt. Seither umfasst das ehemalige Stadtgebiet den Stadtbezirk West der Stadt Halle, mit den Stadtteilen "N√∂rdliche Neustadt", "S√ľdliche Neustadt", "Westliche Neustadt" und "Gewerbegebiet Neustadt".

Die Einwohnerzahl ist seit 1990 deutlich gesunken (zur Zeit ca. 58.000), der Ausl√§nderanteil dagegen gestiegen. Wer es sich leisten kann zieht weg bzw. muss der Arbeit wegen die Region verlassen. Die Generation der Erstmieter, mittlerweile meist im Rentnerstand, wohnt noch recht gern in diesem Stadtteil, der sich l√§ngst zu einem sozialen Brennpunkt entwickelt hat. Der zunehmende Wohnungsleerstand f√ľhrte dazu, dass inzwischen die ersten Neubaublocks im Rahmen des Programmes Stadtumbau Ost "r√ľckgebaut" d.h. abgetragen werden. Gleichzeitig wird der Wohnungsbestand aber auch saniert, wodurch die zwischenzeitlich nicht sehr beliebten Plattenbauwohnungen eine bessere Wohnqualit√§t erhalten. Dazu diente auch die √ľberf√§llige Erweiterung des Stra√üenbahnnetzes auf die Magistrale nach Halle-Neustadt und der Bau mehrerer Superm√§rkte und Einkaufszentren, von denen das 2002 er√∂ffnete Neustadt-Centrum das Bedeutendste ist. 2004 feierte der Stadtteil mit verschiedenen Aktionen wenig beachtet sein 40-j√§hriges Bestehen.

Weblinks

Das Einkaufscenter in Halle-Neustadt trägt den Namen NEUSTADT CENTRUM und wurde am 07.09.2000 eröffnet.

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