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Letzte Änderung für Artikel Altmark: 15.02.2006 22:41

Altmark

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Altmark - Ansicht von Tangerm√ľnde
Altmark - Ansicht von Tangerm√ľnde

Die Altmark ist eine Region im Norden des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Sie geh√∂rt zu den √§ltesten Kulturlandschaften Deutschlands und wird als Wiege Brandenburgs bezeichnet. Die historisch gewachsene Region blieb in ihrer Zugeh√∂rigkeit zu √ľbergeordneten administrativen Einheiten ungeteilt und in ihren √§u√üeren Grenzen nahezu unver√§ndert. Urspr√ľnglich wurde die Altmark im Osten von der Elbe begrenzt. Seit der Kreisgebietsreform in Sachsen-Anhalt 1994 wird sie allerdings in den Altmarkkreis Salzwedel und den Landkreis Stendal untergliedert, wodurch die ostelbischen Teile des heutigen Landkreises Stendal zur Altmark gez√§hlt werden. Angrenzende Regionen sind das Wendland im Norden, die Prignitz im Nordosten, das Havelland im Osten, die Magdeburger B√∂rde im S√ľden und die L√ľneburger Heide im Westen.

Auf den Dörfern der Altmark wird gelegentlich noch Plattdeutsch ( Ostniederdeutsch ) gesprochen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Fr√ľhgeschichte bis Sp√§tmittelalter

Roland in Stendal
Roland in Stendal

Die Altmark war westelbisches Stammland der Mark Brandenburg und wurde erstmals 1304 als solche - Antiqua Marchia (Alte Mark) - erw√§hnt. Vor der V√∂lkerwanderung war der Landstrich von Langobarden besiedelt, sp√§ter folgten Sachsen im Nordwesten und Slawen im Osten. Nach den Kriegen der Franken gegen die Sachsen wurde das Gebiet in das Reich der Karolinger integriert und war als Nordmark unter Karl den Gro√üen Grenzgebiet zum Schutze des Herzogtums Sachsen gegen die Slawen. Markgrafen der Nordmark waren die Udonen . Mit dem Zerfall des Frankenreichs und deren Zersplitterung geh√∂rte die Nordmark im 9. Jahrhundert zu den s√§chsischen Bist√ľmern Verden und Halberstadt im Ostfrankenreich .

Nach dem Tode des Markgrafen Gero wurde die Nordmark als Markgrafschaft vom √ľbrigen Sachsen getrennt. 1134 belehnte Kaiser Lothar III. den Askanier Albrecht I. mit diesem Gebiet, das nun Ausgangspunkt f√ľr die Eroberung ostelbischer Gebiete wurde. Nach der endg√ľltigen Einnahme von Brandenburg 1157 wurde die Nordmark Teil der Mark Brandenburg mit Albrecht I. als Markgrafen. Nach dem Aussterben der brandenburgischen Linie der Askanier gelangte die Mark Brandenburg und somit die Altmark von 1324 an unter die Herrschaft der Wittelsbacher und Luxemburger, die sich ab 1356 Kurf√ľrsten nennen durften und mit Kaiser Karl IV. Tangerm√ľnde zur Nebenresidenz von Prag ausbauten. 1415 begann mit Kurf√ľrst Friedrich I., nach fast einem Jahrhundert der Unruhen und Wirren in der Mark, die Herrschaft der Hohenzollern √ľber das Kurf√ľrstentum Brandenburg und die Altmark.

Siehe auch: Liste der Markgrafen der Nordmark

Neuzeit

Ab 1701 geh√∂rte die Altmark als Teil der Mark Brandenburg zu dieser Kernprovinz im K√∂nigreich Preu√üen . Nach der Niederlage Preu√üens in den napoleonischen Kriegen 1806 kam die Altmark zum K√∂nigreich Westfalen. Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde sie der preu√üischen Provinz Sachsen zugeschlagen und in die Kreise Salzwedel, Gardelegen, Osterburg und Stendal untergliedert. Zur Provinz Sachsen kam auch das fr√ľhere Amt Kl√∂tze, das bis dahin eine Enklave des Herzogtums Braunschweig-L√ľneburg in der Altmark war.

Zitat:

Von diesem flachen Lande hier,
von der altmärkischen Heimat,
die ja auch die meinige ist,
ist die Kraft und der Anstoß zur Bildung
des kurbrandenburgischen Staates
und Preußens und schließlich
zur Wiedergeburt des deutschen Reiches ausgegangen.

( Otto von Bismarck , Stendal, 12. Juli 1894 )


Nach Auflösung Preußens 1947 gehörte die Altmark dem Land Sachsen-Anhalt an und mit der Verwaltungsneugliederung in der DDR ab 1952 zum Bezirk Magdeburg.

Die Kreisgebietsreform im Bundesland Sachsen-Anhalt f√ľhrte 1994 erstmals zu gr√∂√üeren Ver√§nderungen in der Grenzziehung und zu einer Ver√§nderung des Regionsbegriffs. So entschied sich die Stadt Oebisfelde f√ľr einen Anschluss an den Ohrekreis und orientiert sich seit dem in Richtung Magdeburger B√∂rde. Dagegen wurde der ostelbische Kreis Havelberg - erst 1952 aus Teilen des ehemaligen preu√üischen Landkreises Jerichow II und der Stadt Havelberg aus dem ehemaligen preu√üischen Landkreis Westprignitz gebildet - dem neuen Gro√ükreis Stendal zugeteilt.

Geschichtsforschung

Seit 1838 widmet sich der seit 1990 wieder in Salzwedel befindliche Altm√§rkische Verein f√ľr Vaterl√§ndische Geschichte der Erforschung von Vorgeschichte und Geschichte der Altmark. Bedeutende Heimatforscher im 19. Jahrhundert waren der Gymnasialprofessor Johann Friedrich Danneil (1783-1868) und der Apotheker Theodor Zechlin (1818-1895).

Naturräumliche Gliederung

Charakteristik

Die Altmark als eine der √§ltesten Kulturlandschaften Deutschlands besteht aus landwirtschaftlich gepr√§gtem, aber auch naturnahem Flachland mit W√§ldern und Heide wie der Colbitz-Letzlinger Heide. Naturr√§umlich wird sie im im Osten und Nordosten durch die Elbtalniederung und die Wische begrenzt. Im S√ľdwesten befindet sich mit dem Dr√∂mling und der Ohreniederung eine recht markante Abgrenzung, der √úbergang im Westen und Nordwesten zum Vorland der L√ľneburger Heide ist dagegen kaum feststellbar. H√∂chste Erhebung sind mit 160 Metern die Hellberge. (Vergleiche auch: D29 Wendland und Altmark.)

Entstehung

Die Altmark ist ein Abschnitt der Altmor√§nenlandschaft des s√ľdlichen Landr√ľckens und entstand durch die R√ľckzugssedimentation von vier Haupteisrandlagen im Warthestadium der Saale-Eiszeit . Die erste und zweite Randlage bilden den s√ľdlichen Landr√ľcken, der die Colbitz-Letzlinger Heide und die Kl√∂tzer Heide mit einschlie√üt und mittlere H√∂hen zwischen 80-100 m NN erreicht. Die dritte Randlage quert die Altmark wobei die mittleren H√∂hen nur noch 60-80 m NN betragen. Die vierte Randlage im Nordosten besitzt noch mittlere H√∂hen von 30-60 m NN. Die Altmark wurde periglazial und warmzeitlich durch das ausgehende Saaleglazial, die Eem-Warmzeit und die Weichsel-Eiszeit √ľberpr√§gt. Charakteristisch sind deshalb pleistoz√§ne Endmor√§nenlagen , Grundmor√§nenplatten , Sanderfl√§chen , Talsandebenen und holoz√§n √ľberpr√§gte Niederungen.

Gewässer

Die in der Altmark entspringenden Fl√ľsse und B√§che des Jeetze-Purnitz-Systems im Westen, des Milde-Biese-Aland-Systems in der Mitte und des Uchte-Aland-Systems im Osten folgen der allgemeinen Abdachung nach Norden und entstammen den ersten beiden Randlagen des s√ľdlichen Landr√ľckens.

Eine Besonderheit ist der Arendsee im Norden der Altmark. Dieser wurde nicht von der Eiszeit geformt, sondern entstand nach dem Einbruch eines Salzstocks im Untergrund.

Böden und Vegetation

Charakteristisch f√ľr die B√∂den der Altmark ist ein kleinteiliger Wechsel, der von sandigen und lehmigen bodenbildenden Substrattypen dominiert wird. So finden sich auf den Sanderfl√§chen Bodengesellschaften von Ranker und Podsol , die zu den Endmor√§nen und Grundmor√§nenplatten hin in Braunerde √ľbergehen. In der Nordosten finden sich vor allem stau- und grundn√§ssebeeinflusste B√∂den wie Gley .

Auf den mittelfeuchten Mor√§nenplatten ist als potentiell nat√ľrliche Vegetation der Eichen - Buchenwald dominant, auf sandigen Standorten stockt hingegen die Kiefer .

Städte und wichtige Orte in der Altmark

Ehemalige Hansestädte

Wappen der altmärkischen Hansestädte
Wappen der altmärkischen Hansestädte

Die beiden gr√∂√üten und zugleich bedeutendsten St√§dte in der Altmark sind Salzwedel und Stendal. Sie geh√∂rten neben f√ľnf weiteren St√§dten in der Altmark der Hanse an. Die sieben altm√§rkischen St√§dte waren zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert reiche, wehrhafte Handelsst√§dte und bildeten zusammen den Altm√§rkischen St√§dtebund mit dem sie bei den Hansetagen Geschlossenheit demonstrierten. Das Ende der altm√§rkischen Hanseherrlichkeit wurde nach der blutigen Niederschlagung von Aufst√§nden gegen die vom Kurf√ľrst eingef√ľhrte Bierziese im Fr√ľhjahr 1488 eingeleitet. In Folge dieser Niederlage mussten sich die altm√§rkischen St√§dte aus allen B√ľndnissen, auch aus der Hanse, zur√ľckziehen und verloren zahlreiche Rechte wie das M√ľnzrecht. Lediglich Stendal und Salzwedel blieben bis zu ihrem Ausschluss 1518 Mitglied der Hanse. Seit dem 16. Jahrhundert entwickelten sich die ehemaligen Hansest√§dte dann sehr unterschiedlich.

Landstädte

Neben den ehemaligen Hansest√§dten gibt es in der heutigen Altmark sechs weitere St√§dte, die im Gegensatz zu den St√§dten des Altm√§rkischen St√§dtebunds im Sp√§tmittelalter allerdings keine wehrhaften und bedeutenden Handelsst√§dte waren. Sie gingen aus Siedlungen oder Flecken in der N√§he von Burgen, die von den jeweiligen Landesherren zum Schutz der Grenzen angelegt wurden sind, hervor. Arneburg gilt als die √§lteste Stadt der Altmark. Dagegen erhielt Kl√∂tze, bis 1815 ein Amt des Herzogtums Braunschweig-L√ľneburg, erst im 19.Jahrhundert das Stadtrecht und Tangerh√ľtte ging im Zuge der Industrialisierung aus einem Dorf hervor. Die Stadt Oebisfelde, jetzt Ohrekreis, war historisch ein Teil der Altmark, wird heute aber der Region Magdeburger B√∂rde zugeordnet.

Ostelbische Städte

Die ehemalige Hansestadt Havelberg, historisch ein Teil der Prignitz gelegen im Landkreis Westprignitz, orientiert sich erst seit den Gr√ľndung des Bezirks Magdeburg 1952 in Richtung Altmark. Die nur wenige Kilometer s√ľdlich von Havelberg liegende Kleinstadt Sandau (Elbe) geh√∂rte bis zur Gr√ľndung des Kreises Havelberg dagegen zum Landkreis Jerichow II.

Flecken und größere Ortschaften mit zentralörtlicher Bedeutung

Vor allem in der westlichen Altmark, in der weitaus weniger Siedlungen das Stadtrecht erhielten als an der √∂stlichen Grenze entlang der Elbe, entwickelten sich einige D√∂rfer zu gr√∂√üeren Ortschaften mit regionaler Bedeutung bzw. zu den sogenannten Flecken . Meist waren sie Stammsitz eines Adelsgeschlechts mit einer Burganlage oder entstanden als Siedlung um ein Kloster . So war Beetzendorf als Stammsitz derer von Schulenburg bis in das 19. Jahrhundert hinein der bedeutendste Ort in der westlichen Altmark zwischen Salzwedel im Norden und Oebisfelde im S√ľden.

Wirtschaft und Tourismus

Die Altmark ist vor allem landwirtschaftlich gepr√§gt, versucht sich aber auch als Destination f√ľr Touristen zu etablieren. So f√ľhrt unter anderem die Stra√üe der Romanik durch zahlreiche Orte der Altmark. Traditionelle Region f√ľr den Fremdenverkehr ist die Gegend um den Arendsee. Zunehmend gewinnt aber der Reittourismus, f√ľr den das flache Land der Altmark pr√§destiniert ist, an Bedeutung.

Auch die Lebensmittelindustrie etabliert sich als ein wichtiger Wirtschaftszweig in der Altmark.

Verkehrsverbindungen

Siehe auch

  • Altmark (Schiff)

Weblinks

Wikipedia

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